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Christusnachfolger arbeiten oftmals unter enormen Druck. Wenn uns die Lasten des Dienstes zu erdrücken drohen, erinnert uns „Erhebe deine Augen“ an die lebensnotwendige Ausrichtung auf den HERRN als Quelle unserer täglich zu erneuernden Kraft. Es ist unverzichtbar, dass wir unser Herz zur Ruhe kommen lassen und unsere Augen zu Dem erheben, der uns Kraft und Befähigung gibt, um unsere Arbeit zu vollenden. „Erhebe deine Augen“ wurde als Antwort auf folgende Problematik geschrieben: Obwohl unser Privatleben extremen Einfluss auf unseren sichtbaren Dienst hat, vernachlässigen es viele Leiter paradoxerweise genau dann, wenn ihr jeweiliger Dienst wächst. Dieses Buch ist für jeden Christen, der das Leben anderer Menschen prägen möchte. Es hilft uns zu begreifen, dass die Tiefe unserer Beziehung zu Jesus Christus das wichtigste Handwerkzeug unseres Dienstes darstellt.
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Seitenzahl: 921
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Erhebe deine Augen
Andachten für Nachfolger
Christopher Shaw
aus dem Englischen
Lift up your eyes
Published by CLC Publications
ISBN 978-0-87508-989-5
Copyright 2008 by Christopher Shaw
Originally published in Spanish by Desarollo Cristiano Internacional as Alzad tus ojos. Copyright 2005
Wenn nicht anders angegeben, wurden die zitierten Bibelstellen der Luther Bibel 1984 entnommen.
Christopher Shaw
Erhebe deine Augen
Andachten für Nachfolger
1. Auflage 2014
© Lichtzeichen Verlag GmbH, Lage
Übersetzung: Marco Schnell
Titelfoto: shutterstock.com, Vladis Chern
ISBN des E-Books: 978-3-86954-906-4
Bestell-Nr. des E-Books: 548906
ISBN der Printausgabe: 978-3-86954-146-4
Bestell-Nr. der Printausgabe: 548146
E-Book Erstellung:
LICHTZEICHEN Medien
www.lichtzeichen-medien.com
Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieses Buches darf ohne schriftliche Erlaubnis des Verlegers in irgendeiner Form reproduziert werden.
Dieses Buch ist meiner geliebten Frau Iris gewidmet
Wer eine Ehefrau gefunden hat,der hat etwas Gutes gefundenund Wohlgefallen erlangt vom HERRN.
(Sprüche 18:22)
Vorwort
Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
Quellennachweise
Über den Autor
Nachfolger, in einer von Beliebigkeit geprägten Gesellschaft, haben es schwer. Christopher Shaw hat ein belebendes Andachtsbuch für diejenigen geschrieben, die in unseren heutigen Kirchen und Gemeinden zur Leiterverantwortung, egal in welcher Position, berufen sind. Mit Hilfe der Schrift bringt er behutsam lebensnahe und dauerhaft gültige Perspektiven ans Licht, die in unserer heutigen schnelllebigen Kultur so leicht übersehen werden.
Leiter sind täglich mit übervollen Programmplänen, zweckfremden Autoritätsstrukturen, Anpassungsdruck und schier unerfüllbaren Forderungen der Gemeinde konfrontiert. In diesem herausfordernden Buch führt Christopher Shaw die Grenzen und Fallen menschlicher Lösungsansätze vor Augen. Warmherzig, aber realistisch, konzentrieren sich seine täglichen Reflexionen darauf, dass nur Christus in Seinen Nachfolgern, den notwendigen Charakter für einen fruchtbaren Dienst hervorbringt.
Luis Palau - Weltevangelist
1. Januar
Gehorsam(er) sein!
Da stand Abraham früh am Morgen auf und gürtete seinen Esel und nahm mit sich zwei Knechte und seinen Sohn Isaak und spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging hin an den Ort, von dem ihm Gott gesagt hatte.
1.Mose 22:3
Glaube sollte ein wichtiges Merkmal im Leben eines Leiters sein. Dennoch scheint es immer noch viel Verwirrung über die wahre Bedeutung des Glaubens zu geben.
Für die meisten ist Glaube nicht mehr als eine vage Hoffnung, dass alles ein gutes Ende nehmen wird oder sich zu wünschen, dass die Umstände zumindest günstig sind. Oft werden wir dazu aufgerufen, größeren Glauben an den Tag zu legen oder unsere Lieder mit stärkerem Glauben zu singen – was beweist, dass das Wort Glauben häufig als Ersatz für Enthusiasmus verwendet wird.
Wie Abraham Gott in 1. Mose 22 antwortet, zeigt uns klar, was Glaube wirklich bedeutet. Gott wies Abraham an, seinen einzigen Sohn Isaak zu nehmen und ihn als wohlgefälliges Opfer dem Herrn zu bringen. Zweifellos mussten diese Worte eine tiefe persönliche Krise beim Patriarchen auslösen. Als die Nacht langsam dahinzog, muss er tiefe Qualen durchlitten haben, als er darum kämpfte, sich mit dieser unglaublichen Forderung zu versöhnen. Wie konnte Gott von ihm verlangen, diesen lang erwarteten Sohn, der als Erbe versprochen war, zu opfern?
Abraham erlaubte jedoch seinen Gefühlen, nicht seine Entscheidung zu beeinflussen. Er wusste, dass Gehorsam ein Grundsatz in jeder Gottesbeziehung ist, auch wenn es den Anschein hat, dass Gottes Anweisungen überhaupt nicht sinnvoll sind. Wenn wir an seiner Seite gehen, sind wir „Knechte geworden der Gerechtigkeit“ (Römer 6:18).
Interessant ist die Vielzahl an Verben die der Autor verwendet: Er stand früh auf, gürtete den Esel, nahm sich zwei seiner Knechte mit, spaltete Holz und machte sich auf und ging an den Ort den Gott ihm mitgeteilt hatte. Ungeachtet seiner tiefen Qual, machte sich Abraham sehr früh auf den Weg, um Gottes Anweisungen auszuführen. Damit vermittelt er uns den Kern des Glaubens. Glaube ist die Gewissheit, dass wir Gottes Treue nur erleben können, wenn wir uns innerhalb Seines Wortes bewegen. Es ist die Zusicherung, dass, egal wie schwierig unser Weg scheinen mag, der Herr uns auf jedem Schritt begleitet. In dieser bestimmten Situation traute es Abraham Gott zu, „dass er Isaak sogar von den Toten auferwecken könnte, und bildlich gesprochen hat Gott Isaak das Leben ja auch noch einmal geschenkt“ (Hebräer 11:19, HfA).
Wir leben in einer Zeit, in der Gottes Volk ständig mit Versuchungen konfrontiert wird. Wenn wir von denen, die wir anleiten erwarten, dass sie aus dem Glauben leben, müssen wir selbst ein ebenso festes Vertrauen in Gott leben, so wie Abraham das tat. Der wichtigste Beleg unseres Gottvertrauens findet sich nicht in unserer eleganten Ausdrucksweise wieder, sondern in unserem gelebten Gehorsam.
Möge Gott uns helfen, dass jemand möglichst viele Verben verwendet, um unseren Glauben zu beschreiben.
Wie oft fühlen Sie sich durch Gottes Wort herausgefordert? Welche Reaktion stößt diese Forderung nach absolutem Gehorsam in Ihnen an? Welche Schritte können Sie konkret gehen, um Ihren Glauben aktiver zu gestalten?
2. Januar
Mit Ungerechtigkeit leben
Josef aber sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Stehe ich denn an Gottes statt? Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist, nämlich am Leben zu erhalten ein großes Volk.
1.Mose 50:19-20
Es ist einfacher Opfer zu bringen und harte Proben durchzustehen, wenn man Sinn in ihnen sieht. Wenn wir jedoch zum Opfer ungerechter Behandlung werden, fühlen wir uns verletzt und verraten, besonders wenn die Wunde von jemandem verursacht wurde, den wir lieben. Diese Qual wird auch vom Psalmisten ausgedrückt: „Wenn mein Feind mich schmähte, wollte ich es ertragen; wenn einer, der mich hasst, großtut wider mich, wollte ich mich vor ihm verbergen. Aber nun bist du es, mein Gefährte, mein Freund und mein Vertrauter“ (Psalm 55:12-14).
Reife Leiter müssen mit Ungerechtigkeit umgehen lernen. Wenn sie es nicht tun, wird ihnen Bitterkeit langsam aber sicher die Freude und den Frieden rauben und letztendlich auch die Wirksamkeit ihres Dienstes. Josefs Brüder sind ein gutes Beispiel dafür, wie ungelöste Konflikte zu Gift werden. Obwohl an die 40 Jahre vergangen waren, seitdem sie Josef gnadenlos als Sklave verkauften, quälte sie immer noch, was sie getan hatten und sie fürchteten zutiefst Josefs Rache. Etwas das so lange zurück lag, verfolgte sie noch immer!
Wir können nicht genau sagen, wodurch sich Josef von den verheerenden Folgen, dass ihn seine eigenen Brüder verkauft hatten, erholen konnte. Doch im heutigen Text finden wir zwei Prinzipien, die ihm geholfen haben, seine Krise zu überwinden. Als Erstes begriff Josef, dass er nicht Gott ist und es ihm daher auch nicht zusteht seine Brüder zu verurteilen. Unsere Urteilsfähigkeit ist immer durch die Begrenzungen unseres Menschseins eingeschränkt. Nur Gott selbst kann wahrheitsgemäß urteilen, daher ist diese Verantwortung auch nicht dem Menschen übergeben worden. Sogar der Sohn Gottes verzichtet darauf, andere zu verurteilen. Er erklärt den Juden: „Ihr richtet nach dem Fleisch, ich richte niemand“ (Johannes 8:15).
Zweitens besaß Josef eine tiefe Überzeugung, dass Gott hinter all dem stand, was ihm widerfahren war. Und das ist auch die Grundlage für Gottes Volk. Meistens ist unsere erste Reaktion auf Ungerechtigkeit, Gottes Güte in Frage zu stellen und zu fragen, wie Er so etwas zulassen konnte. In Josefs Fall mussten jedoch Jahre vergehen, bis er den wahren Sinn dessen erkannte, weshalb Gott so eine Tragödie in seinem Leben erlauben konnte. Dennoch hatte ihn die tiefe Überzeugung, dass Gott selbst das schlimmste Übel in Segen verwandeln kann, nie verlassen und dies half ihm sein Herz vor Bitterkeit und Feindseligkeit zu bewahren.
Schauen wir uns einen Moment die Schönheit der heutigen Geschichte an. Josef, der so ungerecht von seinen Brüdern behandelt wurde, war von ihrer Furcht zu Tränen gerührt. Dann sprach er zärtlich zu ihnen und versprach ihnen, für ihre Zukunft zu sorgen. Das ist der überzeugendste Beweis, dass Gott in seinem Leben gearbeitet hatte: Die verletzte Person wurde fähig denen zu dienen, die ihn verletzt hatten. Das ist wahrhaftig ein Geschenk von oben.
3. Januar
Zu-Recht bringen
Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streitsüchtig sein, sondern freundlich gegen jedermann, im Lehren geschickt, der Böses ertragen kann und mit Sanftmut die Widerspenstigen zurechtweist, ob ihnen Gott vielleicht Buße gebe, die Wahrheit zu erkennen.
2. Timotheus 2:24-25
Menschen haben die natürliche Angewohnheit, von den Wegen Gottes abzuweichen. Als logische Folge ist eine Aufgabe christlicher Leiterschaft, vielen zu helfen „von ihren falschen Wegen umzukehren“ (Maleachi 2:6, HfA). Doch sollten wir die Art und Weise wie wir das tun, sorgsam abwägen.
Paulus erinnert Timotheus zuallererst, dass ein Diener Gottes sich aus allen hitzigen Diskussionen heraushalten sollte. Diese Mahnung wird mehrmals in den apostolischen Briefen an den jungen Pastor wiederholt. Wir neigen dazu zu glauben, dass es von unserer Argumentationsfähigkeit abhängt, was an Wahrheit in den Herzen der Menschen ankommt. Doch je schärfer wir unseren Standpunkt denen gegenüber vertreten, deren Meinung von unserer Eigenen abweicht, desto mehr tritt dadurch unsere Ungeduld und Lieblosigkeit zum Vorschein.
Zweitens hebt Paulus seinem geistlichen Sohn gegenüber hervor, dass er zum Leiden berufen ist. Und dieses Leiden kann sich manchmal dadurch ausdrücken, dass man zu schweigen hat. Wir haben zwar die Verantwortung andere vor den Konsequenzen zu warnen, sich gegen Gottes Wahrheit aufzulehnen, aber wir können sie nicht dazu zwingen unseren Rat anzunehmen. So wie Christus Petrus warnte, dass er Ihn verraten würde, müssen wir es manchmal aushalten und dabei zusehen, wie jemand in sein Unglück rennt. Zweimal wiederholte der Herr die Warnung an seinen Jünger. Dann sagte er nichts mehr. Er wusste, dass das Wort weiter in seinem Herzen arbeiten und zur rechten Zeit das erwünschte Resultat hervorbringen würde. Zu wissen, dass wir niemanden davon abhalten können durch unsinniges Verhalten zu leiden, lässt uns mitleiden.
Drittens warnt uns Paulus, dass alle Zurechtweisung im Geist der Sanftmut zu geschehen habe. Zurechtweisung geht üblicherweise mit Ärger und Kritik in Form von überhitzten Anschuldigungen einher. Gottes Diener sollten aber eher aus Mitgefühl und in dem Wissen handeln, dass es nicht ihr Einfluss ist der zur Buße führt, sondern Gott, der zu den Herzen spricht. Wir brauchen diese feste innere Überzeugung, dass jedes Leben in Gottes Händen liegt. Jegliche Zurechtweisung sollte also das begleiten, was Gott ohnehin gerade im Leben der Person tut. Wir geben ein Wort Gottes weiter und schweigen dann. Damit erlauben wir Gottes Geist „den Menschen die Augen für ihre Sünde öffnen, für Gottes Gerechtigkeit und sein Gericht“ (Johannes 16:8).
Wenn wir wissen, dass jemand schuldig geworden ist, sind wir dafür verantwortlich, ihm zur rechten Zeit das richtige Wort zu geben, aber die restliche Zeit verwenden wir besser darauf, mit Gott über diese Angelegenheit zu reden. So wird unsere Hilfe um ein Vielfaches wirksamer.
Wie ist Ihre erste Reaktion, wenn Sie fehlerhafte Einstellungen oder Verhalten in anderen sehen? Was sagt das über Sie aus? Was müssten Sie ändern, um andere auf eine warmherzigere Art und Weise korrigieren zu können.
4. Januar
Geschärftes Schwert – Scharfer Dienst!
Und er sprach: Diese Art kann durch nichts ausfahren als durch Beten.
Markus 9:29
Aus dem Text geht nicht genau hervor, was für die Jünger frustrierender war: der Fakt, dass es ihnen nicht gelang, einen Epileptiker zu heilen oder Jesus’ Erklärung, warum sie es nicht konnten. Es sollte uns jedenfalls nicht überraschen, dass die Jünger beschämt waren. Anstatt dem jungen Mann zu helfen, verstrickten sie sich in Streitereien mit den Pharisäern. Als Jesus zu ihnen kam, stand Sein einfaches aber dennoch bestimmtes Auftreten dem Jungen gegenüber im krassen Gegensatz zum unsicheren Verhalten der Jünger. Wahrscheinlich war ihnen ihre Unfähigkeit peinlich, so dass sie Jesus um Erklärung baten!
Aber die Antwort des Herrn bringt nicht viel Licht in die Situation. Warum sagte Er, dass es nötig sei zu beten – und zu fasten – wie es einige alte Manuskripte ausdrücken, wenn nicht einmal Er fastete oder betete, als er den jungen Mann befreite? Er sprach lediglich mit seinem Vater über die Situation und vertrieb dann den Dämon – einfach so! Wie konnte Er also sagen, dass Fasten und Beten die „Schlüssel zum Erfolg“ seien? Meinte Er vielleicht, dass die Jünger stärker beten sollten, da sie anscheinend noch nicht dieselbe Autorität besaßen, wie Er? Ich bezweifle, dass dies der Punkt war. Jesus’ Anmerkung zeigt, dass Gebet ein grundlegender Bestandteil unserer geistlichen Waffenrüstung im Kampf gegen das Böse sein sollte. Der richtige Moment zum Beten ist jedoch nicht mitten im Kampf. Wir können unsere Waffen nicht in dem Augenblick schärfen, wenn der Feind uns angreift. Wenn eine Situation auftritt, die sofortige Reaktion erfordert, muss jeder Diener Gottes bereit sein zu handeln, weil er vor dem Kampf Zeit im Gebet verbracht hat. Nur durch Zeit in Gottes Gegenwart können wir die Autorität und Weisheit erlangen, die für einen wirkungsvollen Dienst wichtig sind. Wahrscheinlich ist das einer der Gründe, warum sich Jesus immer wieder zum Gebet zurückzog.
Zu diesem Zeitpunkt war Jesus gerade vom Berg der Verklärung, auf dem Er ein einzigartiges Erlebnis mit dem Vater hatte, herabgekommen. Geistlich gesehen wurden seine Sinne in dieser Begegnung mit Gott geschärft, Er war bereits durch Gebet vorbereitet gewesen. Als der Moment für den Dienst kam, war Er bereit, entsprechend zu handeln.
Während der gesamten Geschichte Gottes mit uns Menschen war dies immer eine Eigenschaft eines fruchtbaren Dienstes. Diejenigen die kraftvolle Dienste hatten, besaßen ein ebenso stark entwickeltes Gebetsleben. Und das soll sich heute auch für uns bewahrheiten. Leiterschaft bringt uns tagtäglich mit unvorhersehbaren Situationen in Berührung. Oft warnt uns niemand vor. Wir müssen sofort handeln. Wie können wir es auf die leichte Schulter nehmen, Zeiten der Ruhe nicht für unser geistliches Fitnesstraining zu nutzen, die wir in anderen Momenten, wenn wir unter Druck stehen, so dringend benötigen? Wenn wir den Feind besiegen wollen, müssen wir unsere Schwerter schärfen.
Wie viel Zeit widmen Sie täglich Ihrem geistlichen Wachstum? Welche persönliche Disziplin nutzen Sie, um es zu erreichen? In welcher Ihrer geistlichen Übungen brauchen Sie mehr Schärfe?
5. Januar
Freude in Not
Denn der Tag ist unserm Herrn heilig. Und seid nicht bekümmert, denn die Freude am HERRN, sie ist euer Schutz!
Nehemia 8:10 (ELB)
Während sie die Mauern von Jericho aufbauten, hatten die Israeliten gegen vielerlei Widerstände vorzugehen. Sie kämpften gegen Gerüchte, Zwietracht, Opposition und Erschöpfung. Mehr als einmal fühlten sie sich überwältigt und waren kurz davor aufzugeben.
Eine derart schwierige Situation ist wie geschaffen, um zu verzweifeln. Der Boden ist bereitet, damit Erschöpfung in unsere Seele Einzug hält. Ausgelaugt und schweren Herzens machen wir aber weiter. Diese Reaktion ist normal in einer problematischen Situation, die sich endlos hinzieht. Jesus selbst wurde traurig und niedergeschlagen, als er mit der Endgültigkeit des Kreuzes konfrontiert wurde. Er gestand seinen Jüngern: „…Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wacht mit mir!“ (Matthäus 26:37)
Weise Nachvolger geben sich keinerlei Illusionen hin, wenn es um ihre wahren Gefühle geht. Nichtsdestotrotz wissen sie auch, dass sie lernen müssen, mit diesen Emotionen auf die richtige Art und Weise umzugehen, damit sie nicht ihr geistliches Leben beeinträchtigen. Jesus zögerte keinen Augenblick und bat seine drei Freunde um Beistand, während er betete. Er wusste, wenn diese Art der Verzweiflung sich einmal fest in unserem Leben verwurzelt hat, wird es unsere Perspektive und Reaktion von Grund auf verändern. Wir neigen stärker zu negativem und mutlosem Verhalten. Wir wollen aufgeben und glauben, dass es keine Lösung für unsere Situation gibt. Diese Aussichten führen direkt in die Depression. Entmutigte Menschen sind bereits besiegt, da sie den Willen zum Kämpfen verloren haben.
Jesus wusste genau wie Nehemia, dass es unabdingbar war, die Freude als Quelle unserer Kraft neu zu beleben. Seine Todesangst in Gethsemane hielt solange an, bis er seine Freude wiedererlangt hatte. So gestärkt ertrug er das Kreuz „um der vor ihm liegenden Freude willen“ (Hebräer 12:2). Diese Art von Freude ist kein Gefühl, sondern eine geistliche Überzeugung. Umstände mögen höchst unvorteilhaft sein, aber Freude erfüllt unser Herz, wenn wir unsere Augen von den sichtbaren Dingen weg lenken und fest auf das Unsichtbare richten (2.Korinther 4:18).
Nachvolger, mit einem Herzen voller Freude, sind wahrhaft unbesiegbar, denn ihre Herzen sind fest in den ewigen Dingen verwurzelt und nicht in vergänglichen Vergnügungen. Sie werden von der Überzeugung angetrieben, dass ein souveräner Gott über allem regiert und dass Er sogar Unglück und Niederlagen dazu nutzt, um Seine Leute zu segnen.
Lassen Sie sich von Krisen nicht einschüchtern! In Zeiten der Not legen Sie Ihre Seele in Gottes Hände, so wie Christus es in Gethsemane tat. Was auch immer geschieht, finden Sie die Freude wieder, zu einem unbesiegbaren Gott zu gehören. Diejenigen die Ihnen folgen, müssen einen Leiter sehen können, der keine Furcht davor hat Schwierigkeiten ins Auge zu blicken; der sich sicher ist, dass unser himmlischer Vater das letzte Wort behält.
Wie reagieren Sie normalerweise, wenn Sie Krisen und Schwierigkeiten zu bewältigen haben? Welche Schritte können Sie gehen, um Gefühle der Niedergeschlagenheit und Entmutigung zu überwinden? Wie können Sie an jedem neuen Tag die Freude in Ihrem Leben pflegen?
6. Januar
Authentische Lei(d)ter
Und Saul legte David seine Rüstung an und setzte ihm einen ehernen Helm auf sein Haupt und legte ihm einen Panzer an. Und David gürtete Sauls Schwert über seine Rüstung und mühte sich vergeblich, damit zu gehen; denn er hatte es noch nie versucht. Da sprach David zu Saul: Ich kann so nicht gehen, denn ich bin‘s nicht gewohnt; und er legte es ab.
1. Samuel 17:38-39
Nachahmungen sind im Leib Christi an der Tagesordnung. Ein gut bekannter Evangelist pocht auf die Bibel und schreitet auf eine bestimmte Art über die Bühne. Nach kurzer Zeit werden plötzlich verschiedene neue Evangelisten auftauchen, die auf dieselbe Art auf die Bibel pochen und über die Bühne schreiten. Wenn ein bekannter Musiker bestimmte Formulierungen verwendet, um die Massen zu bewegen, wird es nicht lange dauern, bis man dieselben Phrasen auch von anderen zu hören bekommt. Wenn ein Fernsehprediger einen weißen Anzug mit schwarzen Schuhen trägt, werden wir bald auch andere sehen, die ebenso gekleidet sind.
Wir sehen daran, wie sehr es in unserer Natur liegt, zu glauben, dass die Art, wie wir Dinge tun, wichtiger sei, als wer wir in Gott sind, damit Gott uns segnet. Wir denken, wenn wir nur den Stil eines anderen kopieren, sichern wir uns damit automatisch die Gunst die ihm und seinem Dienst von Gott verliehen ist.
Als David anbot gegen Goliat zu kämpfen, war Saul skeptisch. Er meinte: „du bist ein junger Mann, er aber ist ein Kriegsmann von seiner Jugend auf.“ (1.Samuel 17:33). Aber Jesses jüngster Sohn wollte durchstarten. Da David entschlossen war, ließ ihn der König gewähren und lieh ihm seine Waffenrüstung. Vielleicht aus Respekt probierte der junge Schafhirte die schwere Rüstung an und nahm das Schwert in seine Hand, bis ihm bewusst wurde, dass er es auf keinen Fall führen könne und so legte er es wieder ab. Stattdessen wählte er den Hirtenstab und die Schleuder, die er täglich gebrauchte.
Sogar wenn Sauls Rüstung ihm gepasst hätte, wäre sie nicht gut für David gewesen. Es waren die Waffen eines anderen Mannes. Davids Entscheidung zeigt uns ein wichtiges Prinzip: Wenn Gott Menschen gebraucht, dann mit ihren eigenen Gaben und Fähigkeiten. Sie sollen gar nicht erst versuchen, mit den Techniken anderer weiter zu kommen.
Genau so wenig benötigt die Kirche Kopien von Star-Geistlichen. Sie braucht Männer und Frauen, die treu mit dem umgehen was sie erhalten haben. Wenn Sie versuchen, jemand zu sein der Sie nicht sind, gibt es niemanden der ihre Lücke füllen könnte. Sie sind derjenige, den Gott für Ihre Position vorgesehen hat. Schämen Sie sich weder dafür, wer Sie sind, noch für Ihre Waffen. Vielleicht sind sie nicht so beeindruckend wie die von anderen, aber sie waren Ihnen in der Vergangenheit dienlich. Rechtfertigen Sie sich nicht für sich selbst. Der Segen Gottes ruht auf Ihrem Leben, wenn sie wahrhaftig zu dem werden, den Gott schon jetzt in Ihnen sieht.
Kein noch so gutes Imitat kann so gut sein wie das Original! Erheben Sie Ihr Haupt und seien Sie zuversichtlich. Der Herr ist mit Ihnen!
Sind Sie sich der gottgegebenen Gaben Ihrer Berufung bewusst? Wie können Sie diese am effektivsten einsetzen? Was glauben Sie wäre das Resultat, wenn Sie die Gaben eines anderen für Ihren Dienst benutzen würden?
7. Januar
Ein zweischneidiges Schwert
Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Petrus sprach zu ihm: Und wenn ich mit dir sterben müsste, will ich dich nicht verleugnen. Das Gleiche sagten auch alle Jünger.
Matthäus 26:34-35
Es ist wunderbar jemanden zu erleben, der voller Enthusiasmus von seinem Glauben Zeugnis gibt und leidenschaftlich seine Überzeugungen vertritt. Wir können nicht anders, als von seiner Inbrunst bewegt zu sein und durch seine ansteckende Begeisterung angeregt zu werden. Es tut gut, sich mit solchen Menschen zu umgeben. Petrus war ein Mann, der sein Leben leidenschaftlich lebte. Er war derjenige, der sich auf das Wasser wagte, auch wenn ihm nicht bewusst war was er tat, bis die Wellen ihn umspülten. Er war es auch, der voller Enthusiasmus vorschlug, auf dem Berg der Verklärung Hütten zu bauen, auch wenn Gottes Wort uns sagt, dass er nicht wusste, was er sagte (Markus 9:6). Wenn Jesus seinen Jüngern eine Frage stellte, war es immer Petrus, der zuerst antwortete.
Enthusiasmus ist eine wichtige Qualität, die jeder Leiter haben sollte. Wie können wir Menschen motivieren, wenn unsere eigenen Worte und unser Verhalten wenig Überzeugungskraft in sich tragen, oder schlimmer noch, Gleichgültigkeit ausstrahlen? Zweifelsohne spielt Leidenschaft eine wichtige Rolle in unserer Arbeit. Trotzdem sollten wir im Blick behalten, dass Enthusiasmus auch gefährlich sein kann. Petrus liebte den Herrn von ganzem Herzen! Er wollte unbedingt zeigen, wie groß seine Einsatzbereitschaft war. Glühend erklärte er, niemals würde er Jesus verlassen, selbst wenn es alle anderen täten. Jesus versuchte ihn zweimal zu warnen, doch sein inneres Feuer war so groß, dass er nicht einmal vom Sohn Gottes einen Rat annehmen wollte, geschweige denn von irgendjemand anderem.
Meinetwegen füllen Sie Ihren Dienst bis zum Rand voll mit Begeisterung und feiern Sie, Teil eines Planes zu sein, der in Gottes Herz geboren ist! Aber vergessen Sie nicht vor lauter Leidenschaft, dass diese von mehr als einer Quelle gespeist sein kann – nicht immer ist es Gottes Geist. Es gibt eine fleischliche Leidenschaft und diese kann unseren Untergang bedeuten. Paulus spricht von den Israeliten mit Trauer und sagt: „Denn ich bezeuge ihnen, dass sie Eifer für Gott haben, aber ohne Einsicht.“ (Römer 10:2) Wer könnte das besser bezeugen als er? In seiner Sturm- und Drangzeit hatte er aus falsch verstandenem Eifer Christen verfolgt.
Obwohl sehr wichtig, müssen wir doch äußerst vorsichtig mit unserer Leidenschaft umgehen. Ihr Dienst soll nicht staubtrocken sein. Sie können und sollen durchaus Eifer an den Tag legen. Aber folgen Sie nicht blindlings Ihren Emotionen. Sie könnten am Ende das tun, was sie niemals wollten: den Herrn verleugnen.
Sind Sie eine leidenschaftliche Person? Wie zeigen Sie es? Was können Sie tun, um sich davor zu schützen, dass ihr Enthusiasmus nicht auf Abwegen gerät?
8. Januar
Keine Klagen!?
„Weint mit den Weinenden.“
Römer 12:15
Durch Tränen fühlen wir uns unbehaglich. Wenn wir jemanden weinen sehen, wissen wir nicht immer, wie wir uns verhalten sollen. Wir versuchen etwas Hilfreiches zu sagen, die Person aufzuheitern oder zumindest sie dazu zu bewegen, aufzuhören. Das geschieht, weil die meisten von uns – Dank unserer Erziehung – Tränen für nicht akzeptabel halten. Ganz unterschwellig wurde uns zu verstehen gegeben, dass Sieger nicht weinen.
Die Tränen eines Leiters können jedoch seine Menschlichkeit sichtbar machen. Jesus weinte. Er weinte an Lazarus‘ Grab und dann wieder, als Er Jerusalems geistlichen Zustand wahrnahm. Nach dem Hebräerbrief wurde Er in Getsemane gehört, denn „er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen dem Herrn dargebracht“ (Hebräer 5:7).
Jesu‘ Sanftmut steht im starken Kontrast zur Haltung der israelischen Hirten. Hesekiel weist die Leiter in der folgenden Schriftstelle deutlich zurecht: „Das Schwache stärkt ihr nicht und das Kranke heilt ihr nicht, das Verwundete verbindet ihr nicht, das Verirrte holt ihr nicht zurück und das Verlorene sucht ihr nicht; das Starke aber tretet ihr nieder mit Gewalt.“ (Hesekiel 34:4).
Es scheint offensichtlich, dass das Thema „Mitgefühl“ eine ernsthafte Angelegenheit für Leiter ist. Wenn wir jedoch auf zerbrochene Menschen treffen, finden wir es schwer uns zurückzuhalten und nicht sofort gutgemeinte Ratschläge oder Römer 8:28 anzubieten. Wir sind regelrecht davon überzeugt, dass das Einzige, was Menschen benötigen, eine Antwort auf ihre Probleme sei.
Hilfe ist wichtig, aber Paulus weist uns auf etwas Einfacheres und zugleich viel Effektiveres als Worte hin. Er sagt uns nicht, dass wir einem trauernden Menschen Ratschläge geben sollen, sondern mit den Weinenden weinen sollen. So einfach ist das.
Das bedeutet nicht unbedingt, dass wir Tränen vergießen müssen, aber unser Herz sollte tief vom Leid unseres Gegenübers berührt sein. Während einer Krise ist nicht in erster Linie ein Rat vonnöten, sondern Trost zu spenden und dem anderen zu vermitteln, dass man ihm auch im tiefen Schmerz zur Seite steht. Fähig zu sein, sich mit der leidenden Person zu identifizieren, ist viel heilsamer für sie, als alle weisen Worte die wir uns ausdenken könnten; denn es öffnet einen Kanal, damit Gottes Liebe von unserem Herzen zu ihrem fließen kann.
Zu seiner Zeit werden dann Möglichkeiten für Gespräche und Seelsorge entstehen. Aber versäumen Sie nicht die Chance, sich mit denen eins zu machen, die leiden. Gott wird heilend in deren Leben eingreifen, aber auch Ihr Herz berühren. Mögen Tränen ein Erkennungsmerkmal unserer Leiterschaft werden.
Durfte bei Ihnen zu Hause geweint werden? Wenn Sie eine Person sehen, die weint, wie ist ihre erste Reaktion? Wie können Sie Mitgefühl für diejenigen zeigen, denen Sie dienen?
9. Januar
Ziel-sicher
Und es erhob sich großer Sturmwirbel und die Wellen schlugen in das Boot, so dass das sich schon füllte. Und er war hinten im Boot und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn auf und sprachen zu ihm: Lehrer, kümmert es dich nicht, dass wir umkommen?
Markus 4:37-38 (ELB)
Die Entrüstung der Jünger ist sehr gut verständlich! Stellen Sie sich die Szene einmal vor. Ein furchtbarer Sturm wütet, der Wind braust und die Wellen brechen mit voller Wucht gegen das Boot.
Die Jünger sind von der Meeresgischt und dem sich im Boot sammelnden Wasser nass bis auf die Knochen und versuchen mit aller Kraft, das Boot über Wasser zu halten. Und wo ist Jesus? Er schläft im Heck. Es überrascht nicht, dass sie glauben, Ihm wäre alles egal.
Warum schlief der Herr? Höchstwahrscheinlich war Er einfach erschöpft, denn er hatte den ganzen Tag über zu den Massen gepredigt. Seine Ruhe wurde jedoch aus einer anderen Quelle gespeist. Er hatte seine Jünger angewiesen, den See zu überqueren. Doch können wir mit Sicherheit sagen, dass diese Idee ihm nicht einfach nur in den Sinn gekommen ist. Er sagte: „Denn ich bin vom Himmel gekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat“ (Johannes 6:38). Die Anweisung, den See zu überqueren, kam in erster Linie von seinem Vater.
Dies war auch der Grund für Jesus‘ Gelassenheit inmitten des Sturms. Er war nicht besorgt; Er wusste, das Sein Vater, der Ihn angewiesen hatte den See zu überqueren, Ihn auch sicher zum anderen Ufer bringen würde. Sein Frieden kam von einer tiefen inneren Überzeugung, dass jemand größeres sein Wohlergehen bewachen würde. Wenn Gott sie über den See geschickt hat, was könnte sie aufhalten?
Leiter brauchen dieses innere Vertrauen, das dann entsteht, wenn sich jemand seines Ziels sicher ist. Wäre es nicht wunderbar, wenn der Friede, den die Jünger am Ende von Jesus empfingen, derselbe Friede sein könnte, den unsere heutige sorgenvolle Gesellschaft in der Gemeinde finden würde? Damit das passiert, brauchen wir heute Leiter, die nicht nur wissen wohin sie gehen, sondern auch warum. So wie Mose zu den Israeliten sprach, als sie das Rote Meer durchquerten, müssen wir auch unseren Leuten sagen können: „Fürchtet euch nicht, steht fest und seht zu, was für ein Heil der HERR heute an euch tun wird. Denn wie ihr die Ägypter heute seht, werdet ihr sie niemals wiedersehen. Der HERR wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein“ (2.Mose 14:13-14).
Wir können diese vertrauensvolle innere Haltung haben und mit Frieden erfüllt sein, wenn wir uns absolut sicher sind, wohin wir gehen. Der einzige Weg diese Sicherheit zu erlangen, ist den Willen Gottes zu suchen, dem wir dienen. Wenn wir die „guten Werke, die Gott zuvor bereitet hat“ (Epheser 2:10) tun, kann kein Sturm unseren Weg versperren. Gehen Sie voll Vertrauen vorwärts – Gott hat die Kontrolle!
Können wir unser Ziel klar formulieren? Wissen wir, warum wir diesen Weg gehen? Welchen Beweis haben wir, dass dieser Weg von Gott kommt?
10. Januar
Teamwork: mit Vor-Sicht und Nach-Sicht
Und die Apostel kamen zurück und erzählten Jesus, wie große Dinge sie getan hatten. Und er nahm sie zu sich, und er zog sich mit ihnen allein in die Stadt zurück, die heißt Betsaida.
Lukas 9:10
Am Ende ihrer ersten „Dienstreise“ kehrten die Jünger mit dem Koffer voller Abenteuergeschichten zu Jesus zurück. Sie brachten auch Fragen mit, die durch herausfordernde Situationen geweckt wurden. Jesus nahm sich die nötige Zeit um zuzuhören und sie dann an einen stillen Ort zu führen.
In Seiner Reaktion auf den Erzählfluss Seiner Jünger, können wir ein Stück mehr vom pastoralen Herzen Jesu erkennen. Jesus kannte den Verschleiß, den der Dienst an anderen mit sich bringt, nur zu gut. Endlose Anforderungen, intensivste Konzentration, Ressourcenverschwendung und Stress sind alle Teil und Gepäck der Aufgabe, die wir Dienst nennen. All diese wirken sich auf den Leiter aus. Diejenigen unter Ihnen, die andauernd dienen und es versäumen, ihre Kraft zu erneuern, werden komplett ausgebrannt enden. Ihr Dienst wird kraftlos und Sie werden enorm frustriert werden. Ihre Arbeit wird Ihnen wie eine nie enden wollende Hängepartie vorkommen. Wir brauchen jedoch Zeiten zum Ausruhen und Aufladen, damit wir weiterhin im Geist dienen können und nicht im Fleisch. Darum nahm Jesus seine Jünger mit sich.
Als Leiter ist es eine unserer vorrangigsten Aufgaben, das Wohlergehen unseres Teams zu sichern. Vielleicht haben unsere Teamglieder nicht unsere Erfahrung und kennen ihre Grenzen nicht, sodass sie sich über ihre Kräfte hinaus in zu viele Projekte einbringen. Wir andererseits, haben die Beanspruchung des Dienstes kennengelernt und sind dazu aufgefordert, unsere Leute vor übertriebenem Enthusiasmus zu bewahren.
Es ist traurig mit ansehen zu müssen, wie viele Mitarbeiter durch ständig überhöhte Anforderungen ihres Leiters völlig ausgezehrt sind. Ihnen wurde beigebracht, dass jegliche Erschöpfung ein Zeichen geistlicher Schwäche ist, und das Sie jederzeit bereit sein müssten, jede Ihnen von der Gemeindeleitung übertragene Aufgabe zu übernehmen.
Machen Sie es ihnen nicht nach! Nehmen Sie die Arbeit derjenigen, die an Ihrer Seite arbeiten, nicht als selbstverständlich hin. Ihre Mitarbeiter sind Ihr größtes Vermögen. Ein fröhlicher Mitarbeiter erledigt einen vollen und fruchtbringenden Dienst, während ein Frustrierter nur Bitterkeit mit anderen teilen wird.
Gehen Sie darum großzügig mit der Dankbarkeit Ihren Mitarbeitern gegenüber um. Sorgen Sie für ihr geistliches und emotionales Wohlergehen. Zeigen Sie Interesse an dem, was sie tun und ermutigen Sie Ihre Mitarbeiter. Bieten Sie ihnen immer Ihre Unterstützung an! Jeder dieser Mitarbeiter erleichtert Ihre Arbeit und das ist keine Kleinigkeit!
Stehen Sie in der Gefahr sich in Ihrem Dienst zu überspannen? Was können Sie dafür tun, dass Ihre Mitarbeiter sich nicht in dieselbe Gefahr begeben? Wie können Sie sich heute für sie Zeit nehmen, um ihnen Ihre Anteilnahme und Zuneigung zu zeigen?
11. Januar
Aufstand gegen die Niederlage!
Da sprach der HERR zu Josua: Steh auf! Warum liegst du da auf deinem Angesicht?
Josua 7:10
Unsere Niederlagen erscheinen uns wohl oftmals viel katastrophaler, als sie es für den Herrn sind. Es ist schwer Misserfolge in einer Gesellschaft hinzunehmen, die so auf Erfolg getrimmt ist. Dementsprechend fühlt sich für uns ein Fehlschlag im Dienst oder in einer Beziehung wie ein Schlag ins Gesicht an; wir werden schnell entmutigt oder pessimistisch.
Die Israeliten waren nach dem großen Sieg, den Gott ihnen über Jericho geschenkt hatte, überglücklich. Daraufhin machten sie sich mit großer Zuversicht daran, eine kleine Stadt einzunehmen, die nicht einmal ein Zehntel der Größe Jerichos besaß. Sobald sie vergessen hatten, dass es der Herr war, der ihnen den Sieg gegeben hatte, wurden sie übermütig. Die ekstatischen Gefühle des Sieges über Jericho lullten sie ein und ließen sie glauben, dass sie die Stadt Ai, ihr nächstes militärisches Ziel, im Schlaf erobern könnten.
Wir kennen alle die demütigende Niederlage, die sie daraufhin haben einstecken müssen. Niederlagen sind immer dann besonders schwer zu akzeptieren, wenn wir uns des Sieges vorher absolut sicher waren. Josua fühlte sich tief enttäuscht, sogar betrogen. Er warf sich auf den Boden und rief aus: „Hätten wir uns doch entschlossen, jenseits des Jordan zu bleiben!“ (Josua 7:7 ELB).
Erleiden wir Misserfolge, können wir viel Zeit damit vergeuden, uns selbst zu kasteien und unsere Entscheidungen auf ewig zu bereuen. Natürlich sollten wir aus unseren Fehlern lernen, doch übertriebene Selbstanklagen ändern nichts an dem, was passiert ist. Wenn wir gefallen sind, müssen wir aufstehen und den Grund für unseren Fehler suchen. Deshalb fragte der Herr Josua: „Wozu liegst du auf deinem Angesicht?“ Stattdessen sollte er aufstehen um das zu tun, was ihm aufgegeben war; sein Volk zur Buße führen.
Wenn Sie niedergeschlagen sind, will der Feind, dass Sie es bleiben, im Selbstmitleid versinken und sich von Ihrer Situation treiben lassen. Unser himmlischer Vater dagegen möchte, dass wir wieder auf die Beine kommen. Wenn wir Sünde bekennen müssen, sollten wir das tun. Wenn wir Dinge zwischen uns und anderen klar stellen müssen, sollten wir auch dies anpacken. Egal was wir tun, weiteres Selbstmitleid oder Beschwerden gehören nicht zum Programm!
Richard Foster erinnert uns in seinem herausragenden Buch „Prayer: Finding Hearts True Home“ („Gebet: Das wahre Zuhause des Herzens finden“) daran: „Wir machen Fehler, viele Fehler; wir sündigen, wir fallen und das oft genug. Doch jedes Mal stehen wir wieder auf und beginnen von vorn. Wir beten von Neuem. Wir wollen Gott neu nachfolgen. Und wieder schlägt uns unsere Dreistigkeit und Maßlosigkeit nieder. Macht nichts! Wir bekennen es und beginnen von Neuem … und von Neuem … und von Neuem.“1
Wie gehen Sie damit um, wenn Sie entmutigt sind? Lassen Sie es als geistlicher Leiter zu, dass Niederlagen verhindern, dass Sie Gottes Ziele erreichen? Was können Sie unternehmen, um sich in Zeiten der Niederlagen und Schwierigkeiten selbst zu stärken?
12. Januar
Sparringpartner?
Nur er (Jakob) blieb noch allein zurück. Plötzlich stellte sich ihm ein Mann entgegen und kämpfte mit ihm bis zum Morgengrauen. Als der Mann merkte, dass er Jakob nicht besiegen konnte, gab er ihm einen so harten Schlag auf das Hüftgelenk, dass es ausgerenkt wurde.
1.Mose 32:25-26 (HfA)
Diese Schriftstelle ist schwer nachvollziehbar für uns: Gott – in einen nächtlichen Nahkampf verwickelt? Warum finden wir ein derart merkwürdiges Ereignis in den Geschichten der Patriarchen?
Um sie zu verstehen, müssen wir uns Jakobs vorhergehendes Leben genauer anschauen. Er wurde als Kind der Verheißung geboren. Er war Enkel Abrahams, der von Gott auserwählt wurde Vater einer großen Nation zu sein. Aus diesem Grund lag Gottes Segen auf Jakob, selbst als er noch im Mutterleib war.
Wenn wir einen kurzen Blick auf sein Leben werfen, lernen wir schnell eine Person kennen, die versucht, sich Gottes Segen auf Biegen und Brechen anzueignen. Wieder und wieder nutzt er die Schwächen anderer aus und übervorteilt sie. Er zögert weder zu lügen noch zu betrügen und wurde dadurch im Laufe der Zeit selbst zum Betrugsopfer. Er sammelte große materielle Reichtümer an; allerdings machte er sich damit im Laufe der Zeit Feinde, inklusive seinem Bruder Esau, der schwor, ihn umzubringen. Jakobs Leben hält nicht die Art Inspiration bereit, die wir uns von einem Glaubenshelden wünschen würden.
Manchmal vergehen Jahre, bis wir Gottes Stimme Beachtung schenken. Zuerst spricht Er durch ein „leises Säuseln“. Wenn wir dann nicht hören, geht Er zu direkteren Maßnahmen über, wie in Jakobs Fall. Gott offenbart ihm seine eigene Lebenseinstellung: ein schier endloser Kampf um sich Gottes Segen anzueignen!
Der Herr besiegte Jakob nicht, denn in diesem Kampf ging es nicht um physische Überlegenheit. Stattdessen wollte er Jakob zeigen, wie zermürbend und erschöpfend der Weg war, den er gewählt hatte.
Auf sehr reale Weise vermittelt Gott dem Patriarchen: „Du hast dein ganzes Leben lang mit mir gerungen und immer noch nicht verstanden, dass ich an deiner Seite bin. Wann wirst du aufhören dich zu sträuben? Halte endlich still und lass mich dich ein für alle Mal segnen!“ Der Herr war mehr an Jakobs Wohlergehen interessiert als Jakob selbst. Aber Er wollte es ihm nicht auf den menschlichen Wegen zukommen lassen, die Jakob im Blick hatte.
Als Leiter suchen wir manchmal so verzweifelt nach Wegen, um uns Gottes Segen zu sichern, dass wir jeden Strohhalm ergreifen, den wir auf dem Weg finden. Die Ekstase, mit der wir oft an die Arbeit gehen zeigt, dass wir glauben, dass unser Erfolg von dem abhängt was wir einbringen. Manchmal erreichen wir damit tatsächlich unser Ziel, aber der Weg hätte viel einfacher sein können, wenn wir von Anfang an Hand in Hand mit unserem Herrn gearbeitet hätten.
Vielleicht ist es gut hier einmal inne zu halten. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um wieder die richtige Perspektive zu erlangen: Sie arbeiten nicht für Gott, sie arbeiten mit Gott. Er will nicht, dass Sie alles tun. Lernen Sie, in Ihm zu ruhen und Ihre Bemühungen werden bessere Resultate zeigen.
13. Januar
Hasenherz oder Hirtenherz
Am nächsten Morgen sprach Mose zum Volk: Ihr habt eine große Sünde getan; nun will ich hinaufsteigen zu dem HERRN, ob ich vielleicht Vergebung erwirken kann für eure Sünde. Als nun Mose wieder zu dem HERRN kam, sprach er: Ach, das Volk hat eine große Sünde getan, und sie haben sich einen Gott von Gold gemacht. Vergib ihnen doch ihre Sünde; wenn nicht, dann tilge mich aus deinem Buch, das du geschrieben hast.
2.Mose 32:30-32
Wer von uns wäre nicht daran verzweifelt, ein so hartherziges Volk aushalten zu müssen, jederzeit willens gegen Gott zu rebellieren? Auf jeder Etappe ihrer Pilgerreise fielen sie in Sünde und provozierten Gott ständig mit neuen Gräueltaten.
Jeder Leiter weiß was es bedeutet, mit Menschen zu arbeiten die nicht hören wollen. Oft genug mussten wir uns mit denen abgeben, die wie Motten vom Licht angezogen immer wieder auf ihre schuldhaften Wege zurückkehrten. Wir haben Stunden mit denen in Seelsorge verbracht, die trotz unserer größten Anstrengungen immer wieder in alte sündhafte Muster zurückfielen. Sie blieben gebunden, schwächten sie und besiegten sie letzten Endes.
Mose weist die Israeliten wegen der Tragweite ihrer Sünde streng zurecht. Sie hatten damit zutiefst Gottes Heiligkeit verletzt und ihre Rebellion hatte Seinen Zorn geweckt. Ihr Verhalten war komplett inakzeptabel und der Prophet zögerte nicht, ihnen die Schwere ihrer Situation vor Augen zu führen. Trotz allem bot er an, in Gottes Gegenwart zu gehen und für sie zu verhandeln, auch wenn er dem Ergebnis skeptisch gegenüber stand.
Achten Sie aber auf Moses veränderten Tonfall als er mit dem Herrn sprach. Nicht einen Moment lang spielt er die Dramatik ihrer Sünde herunter, sondern bat Gott um Vergebung für die Israeliten. Er machte klar, dass er zum Volk Gottes gezählt werden wollte. Wenn sie bestraft würden, war er bereit, dieselbe Bestrafung auf sich zu nehmen. Eigentlich sagte er zu Gott: „Bestrafe sie wenn nötig, aber denke daran, dass ich einer von ihnen bin.“
Was für eine erstaunliche Illustration für den tiefgehenden Bund, der uns mit unserer Gemeinde verbindet. Das ist der Kern eines Leiterherzens. Menschen ermüden uns, wir fühlen uns entmutigt. Wir können es mit Paulus halten, der sagte: „außer dem Übrigen noch das, was täglich auf mich eindringt: die Sorge um alle Gemeinden. Wer ist schwach, und ich bin nicht schwach? Wer nimmt Anstoß, und ich brenne nicht“ (2.Korinther 11:28-29, ELB)? Manchmal ist uns nach weglaufen zu Mute, doch Gott hat unser Herz mit Liebe erfüllt und die lässt nicht zu, dass wir gehen. Die Menschen unserer Gemeinde gehören zu uns – durch dick und dünn. Ihre Siege sind unsere Siege. Ihre Niederlagen sind unsere Niederlagen. Das ist unsere gesegnete Last!
Nehmen Sie sich einen Moment Zeit dafür, um Gott für die Menschen zu danken, die Er in Ihre Obhut gegeben hat. Bitten sie den großen Hirten, Ihre Leidenschaft für sie von Neuem zu erwecken. Rufen Sie zu Ihm, dass Er Ihnen dieselbe Sanftmut und Güte des Geistes geben möge, die Er uns erweist. Segnen Sie ihre Anvertrauten, egal wie sie sind, denn dazu sind Sie berufen.
14. Januar
Blendende Lügen
Und während sie so miteinander redeten und sich Gedanken machten, trat Jesus selbst zu ihnen und schloss sich ihnen an. Doch es war, als würden ihnen die Augen zugehalten: Sie erkannten ihn nicht. »Worüber redet ihr denn miteinander auf eurem Weg?« fragte er sie.
Lukas 24:15-17 (NGÜ)
Wie groß muss die Überraschung unter den Jüngern gewesen sein, als Jesus das Brot brach und ihnen bewusst wurde, wer Er war! Wie überwältigend muss ihre Freude gewesen sein, als ihnen bewusst wurde, dass Der, der ihnen die Schrift ausgelegt hatte, niemand anders war, als der Messias selbst!
Durch die mangelnde Erkenntnis, Gottes Wort richtig zu verstehen, wurde jedoch dieses Happy End der Begegnung überlagert. Lukas beschreibt, dass sie auf ihrem Weg die zurückliegenden Begebenheiten diskutierten. Wir können uns lebendig vorstellen, wie ihr Gespräch sich immer wieder um die Tragödie des Kreuzes gedreht haben musste. Sie diskutierten jeden möglichen Blickwinkel und versuchten, irgendeine Erklärung zu finden, um ihren Schmerz etwas zu lindern. Ihnen war elend zumute. Trauer hatte sie völlig eingenommen.
Doch warum waren sie so traurig? Sie glaubten, Christus sei für immer gestorben. Und um das Ganze noch schlimmer zu machen, berichteten einige Frauen davon, Ihn gesehen zu haben. Wie hätte das wahr sein können? Jeder hatte seine Kreuzigung und das anschließende Begräbnis mit ansehen können.
Die Wahrheit war jedoch, dass Christus nicht tot war. Er war wahrhaft lebendig. Er hatte ihnen gesagt, dass Er am dritten Tage wieder auferstehen würde. Nun hatten Ihn einige Frauen gesehen, doch waren die Jünger dermaßen verzagt, dass sie diese Wahrheit nicht anerkennen konnten. Sie waren von der Lüge geblendet.
Die Kraft dieser Lüge war so stark, dass selbst, als Jesus ihnen die Schrift auslegte, seine Worte ihre Verblendung nicht durchbrechen konnten. Bei Mose angefangen, arbeitete sich der Sohn Gottes durch die Propheten vor und erklärte ihnen, dass all das Geschehene nichts weiter war, als die Erfüllung der Schrift. Doch die Männer waren so entmutigt, dass sie die Worte, die die Kraft hatten, sie von der Lüge freizusetzen, nicht annehmen konnten.
Unsere Gedanken haben einen enormen Einfluss auf unser Verhalten und unsere Emotionen. Deshalb lehrt uns Paulus: „wir sind zwar Menschen, doch wir kämpfen nicht mit menschlichen Mitteln. Wir setzen die mächtigen Waffen Gottes und keine weltlichen Waffen ein, um menschliche Denkweisen zu zerstören. Mit diesen Waffen zerschlagen wir all die hochtrabenden Argumente, die die Menschen davon abhalten, Gott zu erkennen. Mit diesen Waffen bezwingen wir ihre widerstrebenden Gedanken und lehren sie, Christus zu gehorchen“ (2.Korinther 10:3-5, NLB)
Ein Leiter muss schonungslos gegen jeden Gedanken, der sich Gottes Wahrheit entgegenstellt, vorgehen. Identifizieren Sie diesen Gedanken, nehmen Sie ihn gefangen und binden Sie ihn im Namen Jesu.
„Unsere größten Sünden entstehen in unserem Kopf.“ (Thomas Goodwin)2
15. Januar
Bau weise!
Siehe, ich setze dich heute über Völker und Königreiche, dass du ausreißen und einreißen, zerstören und verderben sollst und bauen und pflanzen.
Jeremia 1:10
Viele Christen glauben heute, dass das Ziel unseres Glaubens darin besteht, unser unordentliches Leben ein wenig aufzuhübschen. Aus diesem Grund erleben viele, die sich der Kirche anschließen, wenig Veränderung. Auch nach Jahren eines gewollten gottgefälligen Lebens kann so mancher Kirchengänger zwischen sich und dem Durchschnittsbürger wenig Unterscheidendes erkennen.
Jeremias gottgegebene Mission wird in diesem Text lebendig beschrieben. Danach bleibt kein Zweifel, dass wir dazu berufen sind, tiefgreifende und dramatische Veränderungen in unserer Gemeinde hervorzubringen. Gott hält sich nicht mit Flickschusterei oder kleineren Reparaturarbeiten in unserem Leben auf, damit wir endlich in seinem „Kingdom-Business“ mitmischen können. Damit Er uns gebrauchen kann, muss Er alles in uns entfernen, was nicht Seinem Zwecke dient. Folglich gibt es einige schmerzhafte Aspekte in der Grundsanierung unseres Lebens, die sowohl Einreißen als auch Ausreißen einschließen. Merken Sie, wie radikal und unnachgiebig diese Worte sind? Wir reißen gewöhnlich keine Dinge aus oder ab, die wir später noch einmal gebrauchen wollen. Wir reißen nur Dinge aus, die uns nicht länger von Nutzen sind.
Ich glaube, dass der Frust vieler Pastoren daher stammt, dass sie manchen Situationen ein „Facelifting“ verpassen, wo nur noch der Abbruchhammer hilft. Viele Arbeitsweisen in der Gemeinde heute basieren auf weltlichen Ideen, die von Gemeinde-Wachstumsexperten vertrieben werden. Viele von ihnen scheinen einen Großhandelseinkauf an Ideen in der Geschäftswelt gemacht zu haben, die völlig ungeeignet für die Aufgabe sind, zu der wir berufen wurden.
Diese Methoden ermutigen Christen an ihrer Bequemlichkeit und ihren weltlichen Wegen festzuhalten und bringen eine Geistlichkeit hervor, die abgestumpft und lasch ist. Viele Gemeinden geben zu, mehr mit der Welt gemein zu haben, als mit dem Reich Gottes. Auch wenn wir die weißeste Farbe verwenden, um unser Leben von außen schön erscheinen zu lassen, bleibt doch das Fundament verfault. Der einzige Weg um Veränderung zu bewirken, ist das einzureißen, was nicht mehr dienlich ist.
Bestimmt dachte Jesus daran als er sagte: „Niemand schneidet ein Stück Stoff aus einem neuen Kleid und flickt damit ein altes; sonst ist das neue Kleid zerschnitten, und zu dem alten passt das herausgeschnittene Stück ja gar nicht“ (Lukas 5:36, NGÜ). Er will uns damit Folgendes bewusst machen: es kommt die Zeit, dass die Kleidung so abgetragen ist, dass es sich nicht mehr lohnt, sie zu flicken. Die Lösung ist also, das alte Stück wegzuwerfen und die neue Kleidung dafür einzusetzen, wofür sie geschaffen wurde.
Der Apostel Paulus weist darauf hin: „Durch die Taufe sind wir also mit Christus gestorben und begraben. Und wie Christus durch die Herrlichkeit und Macht seines Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir ein neues Leben führen“ (Römer 6:4, HfA). Das Ziel derjenigen, die ihr Leben mit Christus beginnen, ist nicht der Schönheitssalon, es ist der Tod. Nur durch den Tod kann etwas Neues geboren werden.
16. Januar
Hansdampf in einer Gasse
Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht recht, dass wir für die Mahlzeiten sorgen und darüber das Wort Gottes vernachlässigen.
Apostelgeschichte 6:2
Diejenigen die schon seit einiger Zeit im Dienst stehen, haben mit der oben stehenden Schriftstelle wahrscheinlich schon ihre eigenen Erfahrungen gemacht. Oftmals übernehmen wir die Verantwortung für mehrere Projekte gleichzeitig, weil mehr Arbeit als Arbeiter vorhanden ist. Das ist die Normalsituation in den meisten Gemeinden. Pastoren und Leiter werden als eierlegende Wollmilchsau angesehen, die mit jeder Art Aktivität souverän umzugehen hat.
Die Apostel fanden sich in ähnlichen Situationen wieder. Da immer mehr Essen gespendet wurde, musste auch immer mehr verteilt werden. Diese Aufgabe musste organisiert, Probleme gelöst und neue Herausforderungen angegangen werden. Die Liste der Dinge die getan werden mussten, war einfach endlos.
Mittendrin hielten sie jedoch inne und bewerteten, was gerade passierte. Obwohl sie in einem Projekt arbeiteten, das sowohl lobenswert, als auch notwendig war, vernachlässigten sie ihren eigentlich Ruf, sich dem Gebet und dem Wort Gottes zu widmen. Auf den ersten Blick scheint der Kommentar der Apostel uns ein kleinwenig elitär. Ich habe einige Leute sagen hören, dass sich die Leiter nicht mit Arbeit die Hände schmutzig machen wollten, die sie in ihrer Position als unter ihrer Würde ansahen.
Doch nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Die Jünger wollten damit nicht sagen, dass sie sich für den Tischdienst zu schade seien. Stattdessen wussten sie, dass sie ihrer Berufung untreu werden würden, wenn sie die Dinge tun, zu denen sie nicht berufen sind! Die Entscheidung Diakone zu berufen, zeigt also eine bemerkenswerte Disziplin ihrerseits. Trotz der hektischen Geschäftigkeit ihres Dienstes haben sie nicht die Fähigkeit verloren, die Basis ihrer Berufung im Blick zu behalten.
Fakt ist, Gott hat uns zu einer speziellen Aufgabe berufen. Alle anderen Aktivitäten, so nobel und ehrenwert sie auch sein mögen, dienen nur als Ablenkung von unserer eigentlichen Berufung. In der neugeborenen Kirche gab es viele andere, die den Tischdienst gut erledigen konnten, wahrscheinlich sogar noch effektiver und begnadeter als die Apostel selbst. Aber die Aufgabe, die Gemeinde zu leiten und das Wort Gottes zu lehren, konnte nicht delegiert werden, denn es war ihnen anvertraut worden.
Dieser Vorfall zeigt ein allgemeines Problem, dem sich Leiter stellen müssen: der Versuchung zu widerstehen, den Hansdampf in allen Gassen spielen zu wollen und am Ende nichts richtig hinzubekommen. Sich in zu vielen Gemeindeaufgaben zu verlieren, bedeutet oft auch den Richtungsverlust für den gesamten Dienst. Unablässige Betriebsamkeit bedeutet nicht immer, dass sich jemand auf ein bestimmtes Ziel zubewegt. Manchmal zeigt es einzig und allein, dass jemand durch und durch desorientiert ist.
Kennen Sie ihre stärksten Gaben? In welchen Arbeitsbereichen sollten Sie diese einsetzen? Wie viel Zeit verwenden Sie auf diese Bereiche? Welche praktischen Schritte können Sie gehen, um Ihre Effizienz auf diesen Gebieten zu erhöhen?
17. Januar
Ein Grund zum Feiern
Ich sage euch: So wird man sich auch im Himmel freuen über einen Sünder, der zu Gott umkehrt - mehr als über neunundneunzig andere, die nach Gottes Willen leben und nicht zu ihm umkehren müssen.
Lukas 15:7 (HfA)
Vor einiger Zeit sprach ich mit einem Pastor, der gerade eine Evangelisation beendet hatte. Zwei Wochen lang hielt seine Gemeinde nächtliche Versammlungen in einem öffentlichen Park ab. Viele Detailaufgaben hatte er organisiert und zusätzlich jeden Abend gepredigt. Er sah physisch und seelisch ausgelaugt aus und ich fragte ihn, wie die Dinge gelaufen seien. Unfähig seine Enttäuschung zu verbergen, antwortete er: „Nur fünfzehn Menschen entschieden sich für Christus.“ Die Ergebnisse schienen einfach nicht die enormen Anstrengungen zu rechtfertigen; Gebetsketten rund um die Uhr, Einladungen von Tür zu Tür, gemietetes Equipment und die Organisation von Arbeitsgruppen. Pastoren stehen unter konstantem Druck, ihren Erfolg anhand von Zahlen zu messen. In den letzten 30 Jahren hat sich eine neue Schule entwickelt, deren einziger Schwerpunkt auf dem Gemeindewachstum liegt. Ihre Leiter bieten Seminare an, veröffentlichen Artikel und ganze Bücher, die „das Geheimnis“ des verborgenen Potentials Ihrer Gemeinde entschlüsseln sollen. Uns werden „Super-Pastoren“ vorgestellt, die Mega-Kirchen vorstehen, die bis an den Rand mit glühenden, eifrigen Christen gefüllt sind.
Aber diese Mega-Kirchen sind nicht der Normalfall. Christian Schwarz, Autor des Buches „Natürliches Gemeindewachstum“ betont, dass die Durchschnittszahl einer Gemeinde weltweit zwischen 80-150 Menschen liegt – ähnlich wie bei Ihrer und meiner3. Der Dienst in diesen Gemeinden hat seine Spannungen, Rückschritte und Frustmomente. Als Leiter tun wir das, was wir tun können. Wir beten inbrünstig für Wachstum, sehen aber selten die Massen so hereinströmen, wie wir das gerne hätten.
Hilfreich ist, uns dann an Jesus‘ Gleichnis zu erinnern. In seiner Geschichte verließ der Hirte seine 99 Schafe, um das eine zu suchen, das verloren gegangen war. Als es gefunden wurde, gab er ein großes Fest und lud alle Nachbarn und Freunde ein, an seiner Freude teilzuhaben. Dasselbe, sagt Jesus, passiert im Himmel, wenn ein Sünder Buße tut und damit den Grund für eine so große Feier legt.
Was ist los mit uns, dass wir nur in Begeisterungsstürme verfallen, wenn sich auf einer Evangelisation 1.000 Menschen bekehren? Haben wir die Relationen Gottes verloren? Was drücken wir damit aus, wenn wir sagen, dass „nur 15“ eine Entscheidung für Christus getroffen haben? Diese fünfzehn haben fünfzehn himmlische Feiern ausgelöst und jeder einzelne von ihnen ist unglaublich wertvoll für unseren himmlischen Vater. Auch wenn nur einer zur Buße gekommen wäre, würde Er sagen, „das war‘s wert“!
Freuen Sie sich Pastor! Sie haben das Privileg an dieser himmlischen Feier Ihren Anteil zu haben. Jeder Konvertierte löst ein neues Fest aus. Verlieren Sie nicht den Segen, weil Ihre Zahlen angeblichen nicht mit denen übereinstimmen, die normalerweise mit Erfolg assoziiert werden. Erfolg nach Gottes Mathematik ist, wenn ein verlorenes Schaf gefunden wurde.
Gemeindewachstumsexperten würden Johannes den Täufer als Versager titulieren. Als sein Dienst zu Ende ging, hatte er fast keine Nachfolger mehr. Der Sohn Gottes jedoch nannte ihn einen der größten Propheten aller Zeiten. Anscheinend sah er ihn mit anderen Augen als wir.
18. Januar
Das Wichtigste zuerst
Zwölf von ihnen erwählte er zu Aposteln. Sie sollten ständig bei ihm bleiben und von ihm lernen. Er wollte sie mit dem Auftrag aussenden, die Botschaft von Gott zu predigen und Menschen von der Macht der Dämonen zu befreien.
Markus 3:14-15
Dieser Vers gibt uns eine konkrete Vorstellung davon, was sich Christus bei der Auswahl seiner Zwölf gedacht hatte. Seine „Strategie“ enthielt drei klare Ziele:
1) Sie würden Zeit mit ihm verbringen. 2) Er würde sie zum Predigen aussenden. 3) Er würde ihnen Autorität über Krankheiten und Dämonen geben.
Bei manchen Schriftstellen können wir die Reihenfolge der enthaltenen Teilsätze verändern, ohne die inhaltliche Bedeutung zu verlieren, doch in diesen Versen baut ein Element auf dem anderen auf. Die Reihenfolge ist nicht beliebig. Wir können die Kranken heilen und Dämonen austreiben, doch hätte dies wenig Wirkung, wenn wir sie nicht mit dem Wort Gottes nähren würden. Sogar wenn wir die Verkündigung des Wortes zum Befreiungs- und Heilungsdienst hinzufügen würden, aber nicht in einer engen Beziehung zu Jesus gegründet sind, wäre es uns unmöglich, andere zur wahren Erkenntnis Christi hinzuführen.
Als Leiter müssen wir größte Vorsicht mit dieser Ordnung walten lassen. Die Geschäftigkeit des Dienstes kann uns dazu verleiten, die Reihenfolge der genannten Punkte zu verändern, sodass wir in eine nie enden wollende Flut von Aktivitäten hineingezogen werden. Obwohl es den Eindruck von Frömmigkeit vermittelt, rauben sie uns das Wertvollste und Wesentlichste unseres Dienstes: unsere Beziehung mit dem Herrn.
Wenn ich Pastoren begegne, suche ich immer nach der Gelegenheit, sie nach ihrem geistlichen Leben zu befragen. Es wäre zu einfach, schlusszufolgern, dass Leiter, bloß weil sie im vollzeitlichen Dienst stehen, sich automatisch einer engen Beziehung mit dem Herrn erfreuen. Denn nicht immer ist dies der Fall. Oft sprach ich mit Pastoren, die ihre Leidenschaft zu dem Gott verloren haben, dem sie mit solcher Anstrengung dienen.
Das Matthäusevangelium konfrontiert uns mit einer erschreckenden Szene. Am Tag des Jüngsten Gerichts, werden manche versuchen, ihre vernachlässigte Beziehung mit dem Herrn zu rechtfertigen, indem sie auf die vielen guten Werke verweisen, die sie in Seinem Namen getan haben. „Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter“ (Matthäus 7:22-23)! Jesus zögert nicht, sie „Übeltäter“ zu nennen. Starke Worte! Sie machen uns klar, dass alle Werke, die nicht durch eine Beziehung mit Gott untermauert sind – auch wenn sie für ihn getan werden – tatsächlich üble Werke sind.
Wir haben festgestellt, dass alle Betriebsamkeit für Gottes Reich keine Entschuldigung dafür ist, den König selbst zu vernachlässigen. Haben Sie die Disziplin, Zeit mit Ihm zu verbringen und Sein Angesicht zu suchen, vernachlässigt? Sind Sie durch die konstanten Forderungen der Gemeinde ausgelaugt? Warum nutzen Sie nicht diesen Tag, um die Dinge wieder zurechtzurücken? Nähern Sie sich Ihm mit Zuversicht und erneuern Sie diese Beziehung zu Ihrem eigenen Besten! Der Herr wartet auf Sie!
19. Januar
Eine Frage der Perspektive
Da erschien ihm der Engel des Herrn und sagte: „Der Herr steht dir bei, du starker Kämpfer!“ „Aber wie soll ich Israel denn retten?“, rief Gideon. „Meine Sippe ist die kleinste in Manasse, und ich bin der Jüngste in unserer Familie.“
Richter 6:12, 15
Gideon war komplett am Boden zerstört, als der Herr ihm erschien. Jahrelang haben die Midianiter dem Gottesvolk das Leben unmöglich gemacht. Sie durchstreiften das israelitische Land und stahlen das Beste ihrer Ernte. Es war so schlimm, dass just in dem Moment, als der Herr zu Gideon sprach, dieser gerade dabei war, die Ernte vor den Dieben zu verstecken.
Achten Sie auf den scharfen Kontrast zwischen dem Gruß des Engels und Gideons Antwort; der Engel nannte ihn starker Kämpfer, doch Gideon fühlte sich weder stark noch als Kämpfer. Im Gegenteil. Er empfand seine Familie als schwach und sich als Geringsten unter ihnen. So wie David erging es auch Gideon – er wäre sicher nicht die erste Wahl seiner Familie gewesen, egal worum es ging. Er war daran gewöhnt, übersehen zu werden. Zieht man seine Familienposition in Betracht, war seine Antwort ziemlich verständlich: „Was um alles in der Welt kann ich schon tun?“
Vor uns sehen wir eines der großen Mysterien in Gottes Wirkungsweise. Um nach seinem Verständnis und seinen Plänen erfolgreich zu sein, spielt es nicht die geringste Rolle, wie wir uns sehen oder über uns denken. Das einzig Wichtige ist, wie Gott uns sieht!
Sarah sah sich selbst als alte, unfruchtbare Frau, ohne Hoffnung ein Kind zu bekommen. Aber der Herr sah in ihr die Mutter vieler Menschen. Mose stotterte und schien nur dafür zu gebrauchen zu sein, Schafe zu hüten. Aber Gott erachtete ihn als idealen Mann, um Sein Volk aus ägyptischer Gefangenschaft zu führen. Petrus erschien allen als tollpatschiger galiläischer Fischer, aber Christus sah ihn als Felsen, als Leiter mit einer Schlüsselrolle bei der Gründung seiner Kirche. Ananias sah in Paulus die Personifizierung der Christenverfolgung, aber der Herr sah diesen Mann als sein auserwähltes Instrument, um das Evangelium zu den Heiden zu tragen.
Nun Leiter, wie sehen Sie sich selbst? Sehen Sie sich als jemand Armen, Unglücklichen, mit nur wenigen Fähigkeiten und noch weniger Ressourcen? Denken Sie, Gott sieht Sie im selben Licht? Was würden Sie dem Engel des Herrn antworten, wenn er eines Tages vor Ihnen stehen würde?
Vielleicht ist es wahr, dass Sie arm sind und über nur geringe Ressourcen verfügen. Gideon gehörte ebenfalls zu einer armen Familie. Doch die wirkliche Schwierigkeit liegt nicht in unseren Umständen – sie liegt im Glauben, dass unsere Position Gottes Wirken und Ziele beeinträchtigen könnte. Doch Er sieht keinerlei Hindernisse für seine Pläne, denn Er übernimmt die Arbeit, nicht wir. Der Engel sagte zu Gideon „geh hin in deiner Kraft.“ Er bat ihn nicht darum, erst noch größere Mittel oder Reichtümer anzuhäufen, die er nicht hatte. Der Engel wollte einzig und allein, dass Gideon seine Schwäche in die Hände des allmächtigen Gottes legt. Ein sonst nutzloser Diener kann sich in den Händen Gottes zu einer überaus wirkungsvollen Waffe verwandeln.
20. Januar
Mit strahlendem Angesicht
Als nun Mose vom Berge Sinai herabstieg, hatte er die zwei Tafeln des Gesetzes in seiner Hand und wusste nicht, dass die Haut seines Angesichts glänzte, weil er mit Gott geredet hatte.
2.Mose 34:29
Der Mensch, der Zeit in Gottes Gegenwart verbringt, kann gar nicht anders, als komplett verändert zu werden! Gibt es eine bessere Textstelle, um das zu verdeutlichen, als diese? Die Begegnung die Mose mit Gott hatte, war so intensiv, dass sein Angesicht zu leuchten begann. Es geht gar nicht anders, als dabei an Christi Verklärung zu denken, die Seine Jünger miterlebten: „und seine Kleider wurden hell und sehr weiß, wie sie kein Bleicher auf Erden so weiß machen kann“ (Markus 9:3). Dieses Leuchten bezieht sich nicht nur auf seine Kleidung, sondern beschreibt ein sehr intensives geistliches Leuchten. Wer von uns würde so etwas nicht gerne einmal erleben? Die mit Christus auf dem Weg sind, sehnen sich nach einer solchen Nähe mit dem Herrn. Wie muss sich ein derartiges Erlebnis anfühlen? Wären wir fähig, uns auf den Beinen zu halten, wenn wir auf diese Weise von Gott heimgesucht würden?
In unserem „gerechtfertigten Neid“ auf Moses Erlebnis übersehen wir jedoch ein kleines Detail: Der Prophet war sich nicht bewusst, dass sein Gesicht leuchtete. Klingt ziemlich nebensächlich, nicht wahr? Tatsächlich begreifen wir durch dieses Detail zumindest teilweise, welches Mysterium in einer solchen Veränderung wirkt. Geistliche Verwandlung, die mit gewissen Erlebnissen einhergeht, ist nicht zu unserem Vergnügen gedacht. Oftmals wird uns gar nicht bewusst, dass Gott an uns arbeitet. Das Ziel Seines Wirkens ist, dass andere Seine Herrlichkeit in uns widergespiegelt sehen, damit wir nicht mit unserer geistlichen Reife angeben können. Daher ist es notwendig, unserer versteckten Herzensmotivation auf den Grund zu gehen. Oftmals sehe ich einen unterschwelligen Wettbewerb zwischen Pastoren, wem von ihnen wohl die größere Ehre bei Treffen mit anderen wichtigen Leitern zuteil wird. Der Apostel Paulus ermutigt die Gemeinde in Phillippi: „Tut nichts aus Eigennutz oder um Eingebildetheit willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst“
