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Die Welt ist vor 200 Jahren untergegangen. Die Kontinente sind radioaktiv verstrahlt und biologisch verseucht. Mutanten bevölkern nun die mehr als zu zwei Drittel zerstörte Oberfläche des Planeten. Obskure Geschöpfe herrschen mit brutalen Sanktionen und einer unnatürlich wirkenden Technologie über den Rest der einstigen Menschheit. Zwei Mutanten Familien leben am Rande eines Wüstengebiets in unterirdischen Höhlen. Östlich, auf der anderen Seite des Gebirges, existiert das Machtzentrum von Muhlork. Dies sind die Abenteuer des jungen Marvin Greybond durch Raum und Zeit auf dem Weg zu seiner eigentlichen Bestimmung. Abenteuerliche Unterhaltung aus dem Paralleluniversum des Sigurd Westall in einer JUBILÄUMS-EDITION. Spannende Unterhaltung in alternierenden Welten.
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Seitenzahl: 44
Veröffentlichungsjahr: 2026
ALIEN BRUT
Abenteuerliche Unterhaltung aus dem Paralleluniversum des Sigurd Westall in einer JUBILÄUMS-EDITION. Spannende Unterhaltung in alternierenden Welten.
Band 1
Erwachen
Jens F. Simon
Macht zu haben und gegen andere Menschen auszuüben, ist kein wirklich erstrebenswertes Ziel. Dennoch ist die Macht ein begehrliches Gut, das so manchen Krieg entfesselt hat.
Inhaltsverzeichnis:
Prolog
Der Weg des Mutigen
Die Macht des Para-Mutanten
Majenna
Der Höhlendom lag direkt unter dem aus roten Sandsteinziegeln erbauten Bungalow.
Das Haus war trotz seines hohen Alters von über zweihundertfünfundzwanzig Jahren noch gut erhalten.
Es war ein typischer amerikanischer Bungalow des beginnenden 21. Jahrhunderts der alten Zeitrechnung.
Direkt hinter dem Haus begann eine riesige Wüste sich auszudehnen. Es gab keine Grenzen oder sonstige Landschaftsmerkmale mehr, anhand denen man den genauen Standort hätte bestimmen können.
Die alte Welt war vor zweihundert Jahren untergegangen. Die Kontinente, soweit es sie noch gab, waren immer noch radioaktiv verstrahlt.
An der rechten Seite des teilweise unterkellerten Bungalows gab es einen Zugang in einen unterirdischen Gewölbekomplex, der teils natürlichen, teils künstlichen Ursprung war.
Der Eingang in den Schutzkeller war mit einer aus altem Eichenholz bestehenden Doppeltür verschlossen.
Ein heftiger, heißer Wind wehte aus Südsüdost über das Areal. Die Sonne brannte erbarmungslos durch die stark ausgedünnte Ozonschicht auf das ausgemergelte Land herab.
Es war seltsam ruhig um diese Mittagsstunde herum. Kein einziger Tierlaut war zu hören, keine Todesschreie oder Kampfgeräusche, welche sonst die alltäglichen Hintergrundgeräusche der Umgebung bildeten.
In westlicher Richtung flimmerte im Dunst der heißen Luft das Abbild eines Gebirgsmassivs.
Obwohl das Vorgebirge noch über einhundert Kilometer entfernt war, erzeugte eine Fata Morgana den Eindruck, als würde es bereits nach wenigen Hundert Metern beginnen.
Mit einem lauten, knarrenden Ton öffnete sich plötzlich der rechte Teil der Kellertür.
Wie in Zeitlupe wurde die Türklappe nach oben geschoben und blieb dann im vertikalen Winkel zum Eingang stehen.
Schlurfend schob sich zunächst ein dicker Fuß mit einem noch dickeren Oberschenkel nach vorne, bevor ihm ein zweiter Fuß mit dem dazugehörigen relativ kurzen Rumpf folgte.
Sgrull, Vater von elf Söhnen, schnupperte zunächst vorsichtig mit seiner flachen Nasse, um dann lautstark zu schniefen.
Er musste vorsichtig sein, da sich ständig irgendwelches Viehzeug hier am Rande der Wüste herumtrieb, dem man am besten aus dem Weg ging.
Mit einer Körpergröße von einem Meter dreiunddreißig war er nicht gerade ein besonders gefürchteter Kämpfer.
Seine Leibesfülle und der kugelförmige Kopf, der fast ansatzlos auf dem Hals saß, vermittelten eher einen behäbigen Lebenswandel.
Er hatte ständig Atemnot und litt unter einer Knochenanomalie, die auf eine genetische Mutation zurückzuführen war, welche die Entwicklung der Knochen und des Bindegewebes beeinträchtigte.
Sgrulls Frau war nach der Geburt seines jüngsten Sohnes vor zwei Jahren gestorben und seitdem kümmerte er sich alleine um ihr aller Wohl.
Er erinnerte sich noch gut an ihren Todestag. Das Leben war schon bitter und falsch, wie die giftige Sandviper, die sie gebissen und auf der Stelle getötet hatte.
Andererseits hatte das Leben aber auch Majenna zu ihm geführt. Eine zwar seltsame, junge Frau, die nichts über ihre eigene Vergangenheit wusste oder zumindest so tat, als würde sie unter Amnestie leiden.
Majenna war etwa vor eineinhalb Planetenumläufen hier aufgetaucht.
Seitdem kümmerte sie sich um die jüngsten Mitglieder seiner großen Familie und war mittlerweile ein nicht mehr wegzudenkender Teil ihrer kleinen Gemeinschaft.
Sgrull war ihr besonders dankbar, da sie sich sofort um das damals erst ein halbes Jahr alte Neugeborene gekümmert hatte.
Etwas irritiert von den Erinnerungen, die sich überfallartig in seinem Kopf breitgemacht hatten, schniefte er nochmals laut und spukte grünes Sekret aus.
Sgrull war ein Mutant, so wie die meisten der Nachkommen von Überlebenden des nuklearen Weltuntergangs vor zweihundert Jahren.
Er versuchte so leise wie möglich die massive Holztür hinter sich zu schließen, was aber nicht ganz gelang.
Aus dem noch relativ leisen Quietschen der seit Jahrzehnten nicht mehr geölten Metallscharnieren wurde ein schussartiger Knall, als die Holztür des Kellerbunkers auf den Metallrahmen zurückfiel.
Sgrull hatte sie zu früh losgelassen. Erschrocken ging er in die Knie und hielt nach allen Seiten Ausschau. Dabei zuckte sein Kopf ruckartig zur Seite und überspannte dabei mehrere Sehnen seines dicken Halses.
Der Schmerz trieb dicke Tränenflüssigkeit in die Augen, aber er hielt standhaft den Mund geschlossen, obwohl er viel lieber vor Pein aufgeschrien hätte. Er musste vorsichtig sein.
Zwar konnte er in dem feinen Sand am Boden keine Spuren eines Raubtieres erkennen, aber das bedeutete nicht viel.
Um diese Jahreszeit wehte oftmals ein starker Nordwind und die dabei herumfliegenden Sandkörner verwehten die meisten Spuren am Boden in sekundenschnelle.
Er waren jetzt einige Monde vergangen, seitdem er das letzte Mal die Oberfläche besucht hatte. Normalerweise mied er solche Ausflüge.
Sein Lebensraum waren die Riesenhöhlensysteme, die sich von hier bis zu dem nahen Gebirgszug in einer Tiefe von mehreren Kilometern erstreckten. Sgrull, der Vater von elf Söhnen, schaute versonnen in Richtung Berge.
Sie bildeten die einzige Barriere zwischen der unwirtlichen, aber relativ ruhigen Vorgebirgslandschaft und dem Einflussgebiet von Muhlork, einem Para-0 Mutanten. Sgrull hatte bisher nicht sehr viel über ihn gehört.
Jedenfalls erzählte man sich, dass seine Macht hauptsächlich auf der Fähigkeit des Gedankenlesens basierte.
Er war ein starker Telepath und Fammer behauptete sogar, dass er die Fähigkeit der Suggestion beherrschte.
Sgrull kannte Fammer schon sehr lange, schließlich wohnte er mit seinen drei Töchtern ebenfalls in den Höhlensystemen und er hatte sich immer auf seine Aussagen verlassen können.
Mittlerweile hatten sich sogar zwei seine Söhne mit zwei Töchtern von Fammer befreundet und so wie es aussah, würde mehr daraus werden.
Als unvermittelt ein Donnerkrollen von den nahen Bergen herüberschallte, zuckte Sgrulls Kopf sichtlich nervös zur Seite.
Ein stechender Schmerz ließ ihn wieder aufstöhnen.
„Verflucht, wäre ich heute doch in meiner Schlafkammer geblieben.“
Trotz der Tränenflüssigkeit in seinen Augen konnte er das mehrmalige Aufblitzen am Fuße des vorgelagerten Bergmassivs gut erkennen. Etwas war dort im Gange, was ihm überhaupt nicht gefiel.
Plötzlich machte er sich doch Sorgen um seine beiden ältesten Söhne No’ha und Ke’hn.
