Es ist ein Elch entsprungen - Andreas Steinhöfel - E-Book

Es ist ein Elch entsprungen E-Book

Andreas Steinhöfel

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Beschreibung

Wunderschön neu illustrierte Jubiläumsausgabe! Wer glaubt heutzutage schon noch an den Weihnachtsmann? Also, Bertil bestimmt nicht. Bis eines Tages Mr Moose, der Elch, bei ihm zu Hause durch die Wohnzimmerdecke kracht. Angeblich ist er bei einem Testflug mit seinem Chef Santerklaus abgestürzt. Nun kommt Bertil doch ins Grübeln … Schnell freundet er sich mit dem Elch an. Aber dann taucht der »Chef« persönlich auf und will seinen Elch zurück! Dabei hat der sich gerade so gut in der Garage eingelebt … »Das beste Weihnachtsbuch seit Jahren!« Brigitte »Andreas Steinhöfel gehört zu den besten Kinder- und Jugendbuchautoren Deutschlands.« Die Zeit Die digitale Ausgabe von »König Malte feiert Weihnachten« ist ausschließlich als Fixed Format verfügbar und eignet sich deshalb nur für Tablets und Smartphone-Apps.

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Andreas Steinhöfel
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Von Andreas Steinhöfel im Carlsen Verlag (Auswahl):
Dirk und ich
Rico, Oskar und der Diebstahlstein
Rico, Oskar und das Herzgebreche
Rico, Oskar und die Tieferschatten
Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch
Rico, Oskar und das Mistverständnis
Wenn mein Mond deine Sonne wäre
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©
Carlsen Verlag GmbH, Hamburg 2021
Copyright © 1995, 2002, 2004, 2005, 2016, 2021 Carlsen Verlag GmbH, Hamburg
Umschlag- und Innenillustrationen: Katja Gehrmann
Umschlaggestaltung und -typografie: formlabor
E-Book-Umsetzung: Zeilenwert GmbH
ISBN 978-3-646-93555-4
Mr Moose landet
Am Abend des dritten Advents stürzte Mr Moose auf
unser Haus im Finkenwaldweg. Zur Adventszeit singen
und musizieren wir, daher befanden wir uns im Wohn-
zimmer: Kiki saß am Klavier, Mama spielte die Blockflöte
und ich war für den Gesang zuständig. Ich habe einen
besonders schönen Knabensopran.
Es duftete nach den Orangenschalen, die Mama auf
die Heizung gelegt hatte. In den Fensterscheiben spiegel-
te sich warmer Kerzenglanz und draußen schwebten
leise und sacht dicke Schneeflocken zur Erde. Ich fühlte
mich sehr vorweihnachtlich.
»Vom Himmel hoch, o Englein kommt«, sang ich.
Mama setzte die Blockflöte ab und krähte fröhlich:
»Eia, eia, susani, susani, susani!«
Es waren nicht die Englei
n, die vom Himmel kamen,
es war Mr Moose. Ein ohrenbetäubendes Krachen ertönte
und im nächsten Augenblick stürzte er auch schon
durch die Zimmerdecke. Genauer gesagt stürzte er erst
durch das Hausdach und dann durch die Zimmerdecke.
Der Boden unter unseren Füßen vibrierte. Ich hörte
Mama und Kiki schreien.
In einem Hagel aus Backsteinen und Dachziegeln
landete ein großes, braunes Ding auf Søren und
ver
wandelte ihn in Kleinholz. Søren war unser Wohn-
zimmertisch von IKEA. Der Adventskranz und die
Kokosplätzchen, die sich auf ihm befunden hatten,
mussten auch dran glauben.
Um die Kokosplätzchen war es nicht schade. Oma
hatte sie gebacken und mit der Post geschickt und wie
immer waren sie angebrannt. Jedes Jahr verwendet
Mama sie bis kurz vor Heiligabend als Dekoration, dann
verfüttern Kiki und ich die Kokosplätzchen an die Enten
im Stadtpark. Wenn Oma über Weihnachten zu Besuch
kommt, müssen wir erzählen, sie hätten uns köstlich
geschmeckt. Ich lüge nicht gerne, aber man muss auch
an die Enten denken.
»Mein Gott, was ist das?«, flüsterte Mama, als der
Staub sich gelegt hatte.
Das große braune Ding lag bewegungslos inmitten
des Gerölls, der zersplitterten Reste von Søren und der
Plätzchenkrümel. Es hatte ein Geweih und vier lange
Beine, die in alle Himmelsrichtungen abstanden.
»Das ist ein Elch«, sagte Kiki. »Und zwar ein
Männchen.«
Damit war sie mal wieder fein raus. Sie hatte be-
wiesen, dass auf ihr Allgemeinwissen auch in Krisen-
situationen Verlass war. Wahrscheinlich würde sie dafür
ein zusätzliches Weihnachtsgeschenk bekommen.
Wenn man eine ältere Schwester hat, kann das Leben
sehr ungerecht sein.
Das Geweih des Elchs war wie mit weichem Samt
überzogen. Es fühlte sich kalt und warm zugleich an.
»Bertil Wagner, lass die Finger von diesem Vieh!«,
befahl Mama.
Ich zog die Hand zurück. Mama hat Angst vor Flöhen
und Läusen, deshalb darf ich auch keinen Hund halten.
»Woher weißt du, dass es ein Männchen ist?«, fragte
sie Kiki.
»Elchkühe tragen kein Geweih«, erklärte meine
Schwester.
»Ach ja«, sagte Mama und nickte. »Natürlich.«
Natürlich! Nur gut, dass Gerlinde Woltershausen
das nicht gehört hatte. Sie ist unsere Nachbarin und
seit Mamas Scheidung von Papa ihre beste Freundin.
Donnerstags geht sie regelmäßig zur Frauengruppe und
kämpft für die Emanzipation.
Mama sah zu dem großen, dunklen Loch in der Decke
hinauf, von dessen Rändern immer noch Putz herab-
rieselte. »Können Elche fliegen?«, fragte sie miss-
trauisch.
»Nein«, sagte Kiki. »Sie können auch nicht berg-
steigen, tauchen oder Tennis spielen. Und sprechen
können sie auch nicht.«
Als hätte er auf diesen Moment gewartet, öffnete der
Elch die Augen. »Das ist falsch, Kleines!«, brummte er.
»Ich beherrsche fünf Sprachen, und zwar fließend.«
»Na gut«, gab Kiki ungerührt zurück. »Aber dafür
haben Sie auch einen amerikanischen Akzent!« Sie hasst
es, wenn sie nicht das letzte Wort hat.
Mama stand kerzengerade, als hätte sie soeben ihre
Blockflöte verschluckt. Ihr Mund ging auf und wieder zu.
Sie war es einfach nicht gewohnt, dass sprechende Elche
auf ihr Haus stürzten.