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Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Auf sie kann er sich immer verlassen, wenn es darum geht zu helfen. Patricia Vandenberg ist die Begründerin von "Dr. Norden", der erfolgreichsten Arztromanserie deutscher Sprache, von "Dr. Laurin", "Sophienlust" und "Im Sonnenwinkel". Ohne ihre Pionierarbeit wäre der Roman nicht das geworden, was er heute ist. »Als ich Jakob begegnet bin, hatte ich die Hoffnung auf einen Mann, der zu mir passt, schon längst aufgegeben.« Nach der Untersuchung in der Leitner-Klinik zog sich Lea Grünberg hinter dem Wandschirm an. Dabei beantwortete sie aufgeschlossen die Fragen des Frauenarztes Dr. Hans-Georg Leitner. »Das kenne ich«, erwiderte Hans-Georg, von seinen Freunden nur Schorsch genannt, und ging hinüber zum Waschbecken, um sich die Hände zu waschen und zu desinfizieren. Vor seinem geistigen Auge zog die Reihe der Frauen vorüber, die seinen Weg in all den Jahren gekreuzt hatten. Nach einer gescheiterten Ehe und ein paar mehr oder weniger hoffnungsvollen Beziehungen war er schließlich allein geblieben. »Du bist ja doch nur mit deiner Klinik verheiratet«, war der Vorwurf, den er am öftesten zu hören bekommen hatte. »Woran lag es denn bei Ihnen?«, fragte Lea unverblümt. Der Chef der privaten Frauenklinik, zu dem ihr Hausarzt Dr. Daniel Norden sie überwiesen hatte, war ihr schon bei ihrem ersten Besuch auf Anhieb sympathisch gewesen. Deshalb antwortete sie auch so offen auf seine Fragen zu ihrem Privatleben. Diese Fragen stellte er nicht etwa zum Vergnügen. Lea war bei ihm wegen ihres unerfüllten Kinderwunsches, und er brauchte so viel Informationen wie möglich über ihr Leben. »Vielleicht habe ich ja falsche Prioritäten gesetzt.« Möglicherweise hatten die Frauen ja recht gehabt. Das sah Dr.
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Seitenzahl: 113
Veröffentlichungsjahr: 2024
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»Als ich Jakob begegnet bin, hatte ich die Hoffnung auf einen Mann, der zu mir passt, schon längst aufgegeben.«
Nach der Untersuchung in der Leitner-Klinik zog sich Lea Grünberg hinter dem Wandschirm an. Dabei beantwortete sie aufgeschlossen die Fragen des Frauenarztes Dr. Hans-Georg Leitner.
»Das kenne ich«, erwiderte Hans-Georg, von seinen Freunden nur Schorsch genannt, und ging hinüber zum Waschbecken, um sich die Hände zu waschen und zu desinfizieren.
Vor seinem geistigen Auge zog die Reihe der Frauen vorüber, die seinen Weg in all den Jahren gekreuzt hatten. Nach einer gescheiterten Ehe und ein paar mehr oder weniger hoffnungsvollen Beziehungen war er schließlich allein geblieben.
»Du bist ja doch nur mit deiner Klinik verheiratet«, war der Vorwurf, den er am öftesten zu hören bekommen hatte.
»Woran lag es denn bei Ihnen?«, fragte Lea unverblümt.
Der Chef der privaten Frauenklinik, zu dem ihr Hausarzt Dr. Daniel Norden sie überwiesen hatte, war ihr schon bei ihrem ersten Besuch auf Anhieb sympathisch gewesen. Deshalb antwortete sie auch so offen auf seine Fragen zu ihrem Privatleben.
Diese Fragen stellte er nicht etwa zum Vergnügen. Lea war bei ihm wegen ihres unerfüllten Kinderwunsches, und er brauchte so viel Informationen wie möglich über ihr Leben.
»Vielleicht habe ich ja falsche Prioritäten gesetzt.« Möglicherweise hatten die Frauen ja recht gehabt. Das sah Dr. Leitner heute ein. Doch damals konnte er diese Forderungen nach mehr gemeinsamer Zeit nicht nachvollziehen.
Lea strich den Rock im Karomuster glatt und trat hinter dem Wandschirm hervor. Sie lächelte offen und zerstreute Georgs Zweifel, ob er zu viel von sich preisgegeben hatte. Normalerweise sprach er mit seinen Patientinnen nicht über private Dinge. Nachdem er aber schon lange allein war, war die Versuchung groß, sich einem Menschen anzuvertrauen.
»Noch ist nicht aller Tage Abend«, versprach Lea optimistisch und sah ihn versonnen an. »Ich war auch davon überzeugt, dass es keinen Mann gibt, den ich lieben könnte. Von dem ich geliebt werden wollte.«
Diese Erinnerung zauberte eine feine Röte auf ihre Wangen. »Deshalb hab ich Jakob zuerst gar nicht als Partner ins Auge gefasst.«
Versunken in ihre Erinnerungen folgte sie dem Arzt an den Schreibtisch. Sie setzte sich ihm gegenüber und schlug die Beine übereinander.
»Wie hätte ich auch ahnen sollen, dass ich ausgerechnet bei einem Konzert, das ich gar nicht besuchen wollte, den Mann meines Lebens treffe. Mein Kollege vom Ressort Kultur war überraschend krank geworden und bat mich, für sie dorthin zu gehen.«
»Sie arbeiten bei der Presse?«, erkundigte sich Hans-Georg Leitner interessiert.
Lea nickte.
»Ich bin Journalistin und schreibe Artikel für ein kunsthistorisches Magazin und Beiträge für einen privaten Radiosender. Der Kollege bat mich, eine Konzertkritik zu schreiben. Natürlich erfüllte ich ihm diese Bitte. Ich saß in der ersten Reihe und habe offenbar Jakobs Aufmerksamkeit erregt.« Sie bemerkte Georgs fragenden Blick. »Mein Mann ist Musiker. Ein weltweit gefragter Geiger, fast schon ein Popstar.«
Dr. Leitners Strategie ging auf. Endlich kamen sie an den entscheidenden Punkt des Gesprächs.
»Dann ist er wohl viel unterwegs«, mutmaßte er.
Lea nickte seufzend.
»Kein Wunder, dass das mit dem Baby nicht klappen will. Wahrscheinlich ist er immer zum falschen Zeitpunkt zu Hause.«
»Zumal die Empfängnisbereitschaft der Frau ab Mitte dreißig entscheidend nachlässt«, gab der Arzt zu bedenken. »Im Schnitt dauert es dann zwei Jahre, bis sich der ersehnte Nachwuchs einstellen will.« Er gab seine Untersuchungsergebnisse in den Computer ein. »Vorausgesetzt natürlich, es ist organisch alles in Ordnung.«
»Und das ist es bei mir ja, oder? Das haben Sie bei Ihren Untersuchungen doch festgestellt.« Leas dunkle Augen wurden groß vor Sorge.
»Richtig. Deshalb steht als nächstes die Untersuchung Ihres Mannes an. Ihre Befunde legen den Verdacht nahe, dass es an ihm liegen könnte.«
Unwillig runzelte Lea die Stirn.
»Das hat meine Freundin Marie auch schon gesagt.« Sie machte keinen Hehl aus ihrem Unwillen. Missmutig knetete sie den Henkel der Handtasche auf ihrem Schoß. »Wissen Sie, es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich mich mit dem Gedanken anfreunden konnte, ein Kind zu haben«, gestand sie leise. »Mein Beruf ist mir sehr wichtig. Meine Freiheit und meine Unabhängigkeit. Dadurch, dass mein Mann oft so lange fort ist, wäre ich ganz allein mit dem Kind. Nur ich müsste mein Leben umstellen, während Jakob weiter tun und lassen kann, was er will.«
Dr. Hans-Georg Leitner hatte aufmerksam zugehört. Auch dieser Aspekt war wichtig, und er hielt ihn im Computer fest, ehe er sich zurücklehnte und Lea forschend ansah.
»Und wie kam es zu dem Sinneswandel?« Bei einem unerfüllten Kinderwunsch war der psychische Aspekt nicht unwichtig. Häufig verweigerte sich der Körper, wenn die Seele nicht mitspielte.
Ratlos zuckte Lea mit den Schultern.
»Jakob hat so lange von einem gemeinsamen Kind geschwärmt, dass ich irgendwie auf den Geschmack gekommen bin. Und natürlich mache ich mir Sorgen wegen meiner biologischen Uhr, die inzwischen unüberhörbar tickt. Ich frage mich, ob ich es nicht eines Tages bereue, kein Kind bekommen zu haben. Mal abgesehen davon, dass ich meinen Mann nicht verlieren will.« Lea hielt inne und lauschte auf den Nachhall ihrer Worte. Nach kurzer Zeit kehrte ihre Aufmerksamkeit zu Dr. Leitner zurück.
»Allerdings widerstrebt mir diese ganze Reproduktionsmedizin sehr. Unser Kind soll auf natürlichem Weg gezeugt werden, ein Produkt unserer Liebe sein«, erklärte sie leidenschaftlich und stand nach einem Blick auf die Uhr auf. Es wurde Zeit, in die Redaktion zurückzukehren.
Dr. Leitner lächelte beschwichtigend und brachte sie zur Tür.
»Noch ist es ja nicht so weit. Ich kann Ihnen nur empfehlen, mit Ihrem Mann zu sprechen. Und vereinbaren Sie einen Termin bei Daniel Norden. Ich schicke ihm den Untersuchungsbericht. Er wird alle weiteren Maßnahmen mit Ihnen abstimmen.«
Lea lächelte dankbar, als sie sich von Hans-Georg Leitner verabschiedete. Sie schöpfte neuen Mut. Bei ihren Ärzten fühlte sie sich in besten Händen und wusste, dass alles gut werden würde.
»Wie geht es Schorsch eigentlich?«, fragte Felicitas Norden auf dem Heimweg. Gemeinsam mit ihrem Mann Daniel hatte sie einen kurzweiligen Abend mit Jenny Behnisch, ihrem Lebensgefährten, dem Architekten Roman Kürschner und ein paar alten Freunden verbracht. Nur Hans-Georg Leitner war nicht mit von der Partie gewesen, wie allen Beteiligten aufgefallen war. »Warum ist er der Einladung nicht gefolgt?«
Es war eine angenehme Frühlingsnacht. Das Restaurant, in dem sie sich getroffen hatten, war nicht weit weg von ihrem Zuhause, so dass sie beschlossen hatten, zu Fuß zu gehen. Ein lauer Wind wehte, und Fee griff nach der Hand ihres Mannes. Selbst nach so vielen gemeinsamen Jahren liebte sie es, Händchen haltend durch die Straßen zu spazieren.
»Ehrlich?« Daniel zuckte mit den Schultern. »Ich weiß es nicht genau. Das letzte Mal haben wir vor ein paar Monaten telefoniert.« Erst jetzt erinnerte er sich wieder an das hektische Telefonat. »Er war sehr beschäftigt und versprach, mich zurückzurufen. Seitdem hab ich nichts mehr von ihm gehört.«
»Seltsam, dass er sich so zurückzieht«, bemerkte Fee nachdenklich. Ein Windhauch fuhr ihr durchs Haar, dass es wie ein seidener Schal hinter ihr her wehte. »So war er doch früher nicht.«
»Vielleicht erträgt er den Anblick glücklicher Paare nicht mehr«, vermutete Daniel spontan. Das war die einzige Erklärung, die ihm dazu einfiel. »Seitdem seine Ehe mit Claudia in die Brüche gegangen ist, hatte er keine ernst zu nehmende Beziehung mehr. Das nagt bestimmt an ihm. Zumal wir alle nicht jünger werden.«
Fee nickte nachdenklich. Hand in Hand schlenderten sie um die Ecke. Schon von Weitem sah sie das heimelige Haus, ihr Zuhause, sanft beleuchtet von einer altmodischen Kugellampe. Hier lebte ihre Familie, und allein dieser Gedanke genügte, um einen wohligen Schauer durch ihren Körper zu jagen.
»Kein Wunder«, murmelte sie voller Mitgefühl. »Wer wünscht sich nicht eine glückliche Familie. Oder zumindest einen Menschen, zu dem man gehört.«
»Schon möglich, dass das für Schorsch langsam aber sicher zum Problem wird«, räumte Daniel ein und zog den Schlüssel aus der Jackentasche. »Wenn es dich beruhigt, kann ich ihn demnächst ja mal in ein Gespräch verwickeln«, war er wie immer darauf bedacht, seiner Frau jede noch so kleine Sorge zu nehmen.
»Wie willst du das anstellen?« Felicitas trat aus der Dunkelheit in den Lichtkegel der Hauslampe. »Du kannst ihn ja schlecht fragen, wie es um sein Liebesleben bestellt ist und ob wir ihm irgendwie dabei behilflich sein können«, lächelte sie. Ihre Augen funkelten herausfordernd.
»Dir werde ich helfen …« Besitzergreifend zog Daniel seine Frau an sich und hielt sie so fest, dass sie sich ihm nicht entziehen konnte. »Anderen Männern behilflich sein …«, wiederholte er kopfschüttelnd. Seine Stimme war rau, bevor er sie leidenschaftlich küsste.
Als sie sich voneinander lösten, blitzte das Verlangen in Fees ungewöhnlich violetten Augen.
»Du weißt genau, wie ich es meine«, murmelte sie an seinem Hals. »Aber ehrlich gesagt gefällt es mir, wenn du ein bisschen eifersüchtig bist.« Ein erneuter Windstoß zerrte an ihren Jacken. Langsam aber sicher wurde es kühl, und widerwillig löste sich Fee aus der Umarmung, damit Daniel die Tür aufsperren konnte. »Außerdem hast du meine Frage noch nicht beantwortet.«
Daniel öffnete die Tür und ließ seine Frau eintreten, ehe er ihr leise folgte. Wie erhofft war alles still im Haus. Die Kinder schliefen, und die Zweisamkeit mit seiner Frau war wenigstens für ein paar Stunden gesichert.
»Ich habe neulich eine Patientin an Schorsch überwiesen. Mit Sicherheit lässt er mir den Untersuchungsbericht zukommen«, erklärte er und half Felicitas aus der Jacke. Dabei streifte er wie zufällig ihre Brust. Er tat, als bemerke er ihren leisen Schauer nicht. »Das wäre eine günstige Gelegenheit, ihn anzurufen und in ein Gespräch zu verwickeln.« Er hatte auch seine Jacke aufgehängt und wandte sich wieder seiner Frau zu.
Felicitas legte die Hände auf seine Brust und sah ihm tief in die Augen.
»Das klingt gut«, flüsterte sie und ließ die Finger an der Knopfleiste seines Hemdes entlangwandern. »Ich finde, du hast Talent darin, andere Leute einzuwickeln. Besonders mich.«
Daniel lachte leise.
»Ich glaube, dieses Talent sollte ich mal wieder unter Beweis stellen«, erklärte er und zog seine Frau mit sich. Aus Erfahrung wusste er, dass die dünn gesäten Stunden der Zweisamkeit genutzt werden wollten. Allzu oft fanden sie ein jähes Ende, weil ein Kind nach ihnen verlangte oder ein Patient dringend der Hilfe bedurfte. Doch weder Fee noch Daniel betrachteten das als Nachteil. Sie waren sich sehr wohl bewusst, wie kostbar diese gemeinsame Zeit war. Dieses Wissen hielt ihre Liebe jung, und das leidenschaftliche Feuer zwischen ihnen brannte auch nach so vielen gemeinsamen Jahren wie am Anfang ihrer Beziehung.
An diesem Abend sollte Jakob Grünberg nach einer Woche Abwesenheit endlich wieder nach Hause kommen. Lea wartete schon sehnsüchtig auf ihn. Vor zwei Tagen hatte sie die Zusage für einen Auftrag bekommen, auf die sie dringend gewartet hatte. Doch diese schöne Neuigkeit wollte sie ihrem Mann nicht am Telefon mitteilen.
Schon seit geraumer Weile stand sie mit einem Glas Wein am Fenster und starrte hinaus in die Dunkelheit. Doch kein Wagen wollte sich in die ruhige Seitenstraße verirren.
Das Klingeln des Telefons riss sie aus ihren Gedanken.
»Ja bitte!«, fragte sie atemlos in den Hörer.
»Lea, mein Engel. Ich bin’s!« Jakob!
Auch nach zwei gemeinsamen Jahren schlug Leas Herz höher, wann immer sie seine geliebte, vertraute Stimme hörte.
»Jako, wo steckst du? Ich warte schon eine Weile auf dich.« Sie drehte sich zu dem stilvoll gedeckten Tisch um. Inzwischen waren die Kerzen im Silberleuchter fast niedergebrannt. Ihr flackernder Schein erhellte das weiße Porzellan und die Kristallgläser kaum mehr. Der Käse auf der liebevoll arrangierten Platte schwitzte unter der Plastikfolie, mit dem sie ihn vorsichtshalber bedeckt hatte. »Es ist doch nichts passiert?«, fragte sie besorgt.
»Nein, keine Angst.« Jakob klang fahrig. »Es ist nur wahnsinnig viel Verkehr auf der Nürnberger Autobahn. So, wie es aussieht, bin ich nicht vor Mitternacht zu Hause.«
Lea starrte wieder aus dem Fenster und fuhr sinnend mit der Hand am Store entlang.
»Ich dachte, du warst in Österreich«, erwiderte sie gedankenverloren. Ihre Enttäuschung war groß. Nun musste sie sich noch einen weiteren Abend gedulden, bis sie Jakob endlich von ihrem großen Erfolg berichten konnte.
Jakob hustete. Es dauerte eine Weile, bis er sich wieder beruhigt hatte.
»Ich hab dir doch erzählt, dass ich überraschend zu Aufnahmen nach Ingolstadt eingeladen wurde. Ich bin von Linz aus direkt dorthin gefahren.«
»Ich hatte keine Ahnung«, seufzte Lea. »Aber vielleicht habe ich es auch einfach vergessen«, räumte sie ein. »Bei deinen vielen Reisen kennt sich ja kein Mensch mehr aus. Übrigens solltest du mal was gegen diesen furchbaren Husten tun.«
»Bist du so lieb und machst mir einen Termin bei Dr. Norden aus?«, zeigte sich Jakob einsichtig. »Ich bin die ganze nächste Woche zu Hause.« Seine Stimme war sanft und schmeichelnd. »Und bitte sei mir nicht böse.«
»Schon gut.« Lea wandte sich vom Fenster ab und machte Licht. Sie ging zum Tisch. »Ich freu mich jedenfalls auf dich. Fahr vorsichtig.« Wie üblich beendete sie das Telefonat mit einem Kuss.
Ihr Magen knurrte, und sie ging zum Tisch, um sich einen Teller mit Käse zusammenzustellen, bevor sie den verwaisten Tisch abräumte. Sie legte ein paar Trauben dazu. Zusammen mit einer Scheibe Weißbrot und dem Glas Wein machte sie es sich auf der Couch gemütlich. Es war zu spät, um ihre Freundin Marie zum Essen einzuladen. Aber ein Anruf war kein Problem.
»Das ist ja mal wieder typisch«, wetterte Marie, nachdem Lea ihr ihr Leid geklagt hatte. »Ich möchte mal wissen, was dein Göttergatte dazu sagen würde, wenn du so unzuverlässig wärst.«
»Jako ist nicht unzuverlässig. Was kann er denn dafür, wenn die Agenturen ihre Pläne immer wieder ändern?«, nahm Lea ihren Mann energisch in Schutz.
