0,99 €
Schröder ist Opfer. Er ist Buchhalter in einer Versicherung. In einer Abteilung, die sie die Resterampe nennen. Seine Rolle: Die Mitarbeiter daran hindern, ihre Spesen zu verballern. Also hassen sie ihn. Kippen im Kaffee in den Rechner und werfen sein Handy ins Wasser. Sie haben Erfolg. Schröder wagt es nicht mehr sich zu wehren. Er fährt nach Hause. Eine Frau schneidet ihm auf der Inneren Kanalstraße in Köln den Weg ab. Von einer Sekunde auf die andere ändert sich Schröders Leben. Er rammt die Frau aus dem Weg. Und kommt selbst vom Weg ab. Am Rheinufer beginnt für ihn ein neues Leben. Allerdings: Die schöne neue Welt des Buchhalters Schröder währt nicht lange. Sein Handy fällt aus der Jacke. Das wäre kein Problem, wenn er nicht gerade auf einer dieser Buhnen mitten im Rhein stünde, die den Strom in Schach halten. Schröder findet sein Handy. Fast. Was er zu verlieren droht ist jedoch sein Leben. Denn er fällt in den Rhein. Sein Anzug saugt sich voll mit Wasser. Überlebt Schröder? Oder eilt ihm jemand zu Hilfe? Mehr in dieser Kriminalgeschichte von Thomas Berscheid.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2024
Inhaltsverzeichnis
Thomas Berscheid
Thomas Berscheid
Es sollte ein schöner Ausflug werden
Es sollte ein schöner Ausflug werden
Kriminalgeschichte
Thomas Berscheid
Es sollte ein schöner Ausflug werden
Kriminalgeschichte
Krimi
Berscheid Verlag
Impressum
Texte: © 2024 Copyright by Thomas Berscheid
Umschlag: © 2024 Copyright by Irma Berscheid-Kimeridze unter Verwendung von Design und KI-Bild von canva.com
Verantwortlich
für den Inhalt: Thomas Berscheid
Johannes-Albers-Str. 10
50767 Köln
www.berscheid-verlag.de
Druck: Veröffentlicht über tolino media
Steinbach ging aus der Kaffeeküche der Abteilung, ohne Schröder zu grüßen. Nicht nur das. Steinbach tat so, als gäbe es Schröder gar nicht. Als sei Schröder überhaupt nicht da. Schröder jedoch trat einen Schritt zurück. Er ließ seinen Abteilungsleiter Steinbach aus der Küche gehen und wartete mit gesenktem Blick vor der Türe, um selber in die Kaffeeküche zu gelangen.
Schröder trat vor die Kaffeemaschine. Natürlich war die Kanne leer. Steinbach hatte die letzte Tasse Kaffee genommen. In der Theorie gab es in der Abteilung die Regelung, dass der Mitarbeiter, der die letzte Tasse Kaffee nimmt, eine neue Kanne aufsetzt. Doch so grau wie jede Theorie war auch diese. Niemand hielt sich an die Regelung.
Schröder wollte sich umdrehen, um ohne Kaffee aus der Küche zu gehen. Er kam nicht bis zur Tür.
„Schröderchen, haben wir wieder die letzte Tasse genommen?“ fragte Frau Lauenstein.
„Ich habe...“ begann Schröder sich zu rechtfertigen.
„Sie kennen doch die Regel“, herrschte die Assistentin des Abteilungsleiters Schröder von oben herab an. Sie legte den Kopf ein Stück in den Nacken und sah Schröder unter ihren künstlichen Wimpern an. Sie war keine kleine Frau, und die Oberschenkel unter ihrem kurzen Rock mochten in der Jugend einmal schlank gewesen sein. Nun, nach der gefühlt zwanzigsten Diät, sammelten sich Fettpolster an den Körperstellen, die sie immer durch ihre betont knappe Kleidung optisch hervorhob. Und ihre hohen Absätze ließen sie nicht nur größer erscheinen; wenn sie aufrecht stand, blickte sie Schröder auch von oben auf den Haaransatz.
„Wollten Sie wieder die leere Kanne abstellen und gehen, ohne sich um die anderen zu kümmern?“ herrschte die Assistentin Schröder an. „Na, Sie sind mir aber ein schöner Kollege!“
Lauenstein stellte ihre Tasse auf der Spüle ab.
„In fünf Minuten brodelt hier aber ein frischer Kaffee!“ bellte Lauenstein Schröder einen Befehl entgegen. Dann wandte sie sich ohne einen weiteren Blick von Schröder ab und stöckelte aus der Tür, mit dem lauten Klacken ihrer harten Absätze.
Schröder seufzte. Er warf ein Fluchwort in den Raum, das keiner außer ihm hören konnte. Dann nahm er die Kanne aus der Maschine, ging mit gesenktem Haupt an die Spüle und ließ kaltes Wasser in die Kanne laufen. Mit hängenden Schultern goss er das Wasser in die Maschine.
Nur kurz war Schröder austreten. Zwei, vielleicht drei Minuten, die er nicht am Arbeitsplatz verbracht hatte. Wenige Minuten, in denen niemand von den Kollegen aufgestanden war und vielleicht den Versuch hätte unternehmen können, die Blumen zu gießen.
Doch für das Gießen der Tastatur hatte es ausgereicht. Wie gestern, wie vorgestern, wie jeden Tag der vergangenen Woche hatte ein Kollege den Kaffeebecher von Schröder genommen, dessen Inhalt auf die Tastatur seines Laptops gegossen und den Becher wieder auf den Schreibtisch zurück gestellt. Nun, da Schröder von der Toilette kam, sah er wieder den blauen Bildschirm eines Systemabsturzes vor sich.
