Falcon Peak – Wächter der Lüfte (Falcon Peak 1) - Heiko Wolz - E-Book

Falcon Peak – Wächter der Lüfte (Falcon Peak 1) E-Book

Heiko Wolz

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Beschreibung

Ein spannendes Fantasy-Abenteuer für Jungen und Mädchen ab 10 Jahren Der Auftakt der mystischen Fantasy-Reihe begeistert Kinder und auch Erwachsene. Ein ideales Geschenk für Fans von "Woodwalkers" oder "Animox".   Ein mächtiges Geheimnis verbirgt sich im Fels des Falcon Peak Als der 13-jährige Kendrick in die Heimat seiner verstorbenen Mutter zurückkehrt, um das dortige Internat zu besuchen, merkt er schnell, dass an diesem Ort sonderbare Dinge vor sich gehen. Wohin verschwinden einige von Kendricks Mitschülern heimlich an den Abenden? Warum hat die Lehrerin Ms Bocksworth gerade ihn unter besonders strenger Beobachtung? Warum sind überall in der Schule Greifvögel abgebildet? Und was hat es mit der Felsspitze des sagenumwobenen Falcon Peak auf sich? Seine Mitschülerinnen Ivy und Sienna wissen mehr als sie zugeben, da ist sich Kendrick sicher. Doch die Antworten auf seine Fragen führen ihn ausgerechnet zurück in seine eigene Vergangenheit ...   - Gefährliche Abenteuer und magische Geheimnisse: Rasante Fantasy in aufregender Naturkulisse - Alte Legenden und mythische Vogelmenschen: Ein ideales Geschenk für Kinder und Jugendliche - Kurze Kapitel und unerwartete Wendungen: Spannung für Fantasyfreunde ab 10 Jahren Ein spannender Fantasyroman über gefährliche Geheimnisse, echte Freunde und einen Jungen, der versucht, die Rätsel seiner Vergangenheit zu entschlüsseln.

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Veröffentlichungsjahr: 2021

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Vollständige eBook-Ausgabe der Hardcoverausgabe

© 2021 arsEdition GmbH, Friedrichstraße 9, D-80801 München

Alle Rechte vorbehalten

Text: Heiko Wolz

Cover: Frauke Schneider

Vignetten Innenteil: Shutterstock/Black_Rabbit

Lektorat: Ulrike Hübner

Satz und Herstellung: Theresa von Zepelin

Gesetzt u.a. in der Romance Fatal Pro by Juan Casco.

ISBN eBook 978-3-8458-4397-1

ISBN Printausgabe 978-3-8458-3686-7

www.arsedition.de

Alle Rechte vorbehalten. Unbefugte Nutzungen, wie etwa Vervielfältigung, Verbreitung, Speicherung oder Übertragung können zivil- oder strafrechtlich verfolgt werden.

Inhalt

Cover

Titel

Impressum

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Kapitel 26

Kapitel 27

Kapitel 28

Kapitel 29

Kapitel 30

Kapitel 31

Epilog

Danksagung

Über den Autor

Weitere Titel

Prolog

Der Tunnel füllt sich mit dem metallischen Geruch nach Blut.

Blind tastet er nach vorn. Kalter Stein, weitere scharfe Kanten, die seine Hände aufreißen. Eine Öffnung. Er legt sich auf den Bauch und schiebt sich hinein. Er muss ausatmen, um sich dünn zu machen. Aber es reicht nicht, er steckt fest! Der Fels bohrt sich in seine Brust, den Bauch, den Rücken.

Er beißt sich auf die Lippen, um nicht nach seiner Mum zu rufen. Sie hat ihn noch nie allein gelassen. Warum jetzt?

Ein Zittern erfasst seinen Körper. Aber es stammt nicht von ihm. Der Stein vibriert. Der Berg brüllt und schüttelt ihn.

Er vernimmt ein lautes Knacken. Ein heftiger Schmerz flammt in seiner Seite auf.

Der Berg tobt und donnert, als wolle er seine Trommelfelle zum Zerplatzen bringen.

Außer dem Berg hört er noch etwas brüllen.

Der Stein verschiebt sich. Gleitet nach rechts, zieht sich zurück.

Atmen!

Der Schmerz in seiner Seite explodiert. Eine Wolke aus Staub schießt in der Dunkelheit über ihn hinweg. Er presst das Gesicht auf den Boden, umherfliegende Steine schneiden ihm wie Messer in den Nacken.

Er muss weiter! Aber sein Körper gehorcht ihm nicht. Er krümmt sich zusammen. Igelt sich ein. Der Berg hört auf zu beben, aber er wird wieder anfangen. Ganz bestimmt. Und dann wird er ihn zermalmen.

Er schnappt nach Luft. Schnelle, flache Züge.

Er … atmet ruhiger.

Eine angenehme Wärme brandet in Wellen heran. Seine Knie schmerzen nicht mehr, sein Bauch wird so warm, als säße er mit Mum und Dad am Tisch, eine Tasse heißer Schokolade vor sich. Er schmeckt sie sogar! Süß, leicht bitter und mit einem Hauch von Zimt.

Seine Fingerspitzen prickeln, seine verletzte Hand pocht nicht mehr. Der Schmerz in seiner Seite ist fort.

Er wird gleichzeitig schläfrig und hellwach. Ein Gefühl, wie morgens unter der Bettdecke zu stecken und Pläne für den Tag zu machen. Große Pläne! Das Gefühl, alles zu schaffen. Besonders zu sein.

Ein Plan!

Wenn er die Beine anzieht, könnte er sich umdrehen. Dann läge er mit dem Kopf in die Richtung, aus der er gekommen ist. Dort, wo seine Mum ist. Er könnte zu ihr krabbeln. Wenn sie sich dünn macht, passt sie vielleicht durch den Spalt, in den sie ihn geschoben hat. Wenn nicht, findet er einen anderen Weg für sie!

Das Schokoladengefühl lässt ihn lächeln.

Alles wird gut.

Er schaut über die Schulter.

Zwei Augen glühen im Dämmerlicht.

Hungrig.

Das Wesen dahinter macht einen Satz und …

… Kendrick schreckte aus dem Schlaf.

Er saß senkrecht im Bett, die Decke klebte an seinem Körper. Hektisch atmend sah er sich um. Schemenhaft kristallisierte sich das Bild eines Fensters, eines Regals, eines altmodischen offenen Kamins und eines Schreibtischs aus der Dunkelheit.

Ein Albtraum.

Der Albtraum, um genau zu sein.

Kendrick tastete nach seinem Smartphone, aber er griff ins Leere. Richtig, der Nachttisch stand in seinem neuen Zimmer links. Er angelte sich das Gerät und schaltete es ein. 2 Uhr 47.

»Oh, komm schon! Musste das sein?« Fluchend ließ er sich zurück ins Kissen fallen.

An Schlaf war nicht mehr zu denken. Kendrick konnte noch so müde sein, nach dem Traum döste er nicht mehr ein. Zwei Mal hintereinander ließ sein Gehirn es nicht zu, dass er Todesangst litt. Zu Hause hätte er sich angezogen und wäre eine Runde um den Block gejoggt. Oder zehn. Nicht gerade das, was ein Dreizehnjähriger mitten in der Nacht in London unternehmen sollte. Aber sein Dad und er lebten ja nicht im Zentrum, sondern in einem ruhigen Vorort. Oder hatten dort gelebt.

Natürlich hatte Kendrick gewusst, dass sein Vater aus Avelston stammte. Wie seine Mum. Auch Kendrick war die ersten Jahre in dem Städtchen am Fluss Lathfold aufgewachsen, eingebettet zwischen den White und den Black Peaks, den weißen und den schwarzen Gipfeln.

Aber hatte es sich wie sein Zuhause angefühlt, als er und sein Dad nach den Osterfeiertagen mit dem Umzugswagen über die Steinbrücke gerumpelt waren?

Sicher nicht.

Er war zu jung gewesen, als sie fortgezogen waren, und hatte keine Erinnerungen mehr an diese Zeit. Lediglich ein paar Fotos von ihm und seiner Mum bewiesen, dass es ein Leben vor der quirligen Hauptstadt gegeben hatte.

Nun war er zurück.

In wenigen Stunden startete das Sommertrimester an der Mount Avelston School. Kendrick hätte gern gesagt, dass er bereit war. Schließlich wechselte er nicht zum ersten Mal die Schule. Aber diesmal war es anders.

Alles war anders.

Kapitel 1

»Der Earl kriegt wohl nicht viel Sonne ab.«

Kendrick stand vor seinen neuen Mitschülern, die Hände in den Hosentaschen, um lässig zu wirken. Bestimmt bemerkte trotzdem jeder, wie er die Fäuste ballte.

Er zählte innerlich bis drei.

Erstens war er kein Earl. Seine Mutter war die Countess of Birdshire gewesen und hatte seinen Vater durch die Heirat zu einem Earl gemacht – eine Ausnahme, die auf einen uralten königlichen Erlass zurückging. Anders als üblich, reichten hier die Frauen den Titel an die Töchter weiter.

Bisher hatte es nur Töchter gegeben.

Bis Kendrick geboren worden war.

Ein Adelstitel konnte auch nur von einer lebenden Person getragen werden. Kendrick wurde erst zum Earl, wenn sein Dad starb. Was hoffentlich noch lange auf sich warten ließ.

Und zweitens war er nicht deshalb blass, weil er sich als Sohn eines Adligen zu fein war, um nach draußen zu gehen! Kendrick hätte gern gesehen, wie der Kerl mit der Frisur einer Steckrübe in der letzten Reihe nach einer Nacht wie seiner aus der Schuluniform glotzte.

Warum glaubten alle, Kendrick hielte sich wegen seiner Herkunft für etwas Besseres? Er war wie jeder andere. Überhaupt waren die Knights eine normale Familie. Sah man einmal davon ab, dass sie nur aus ihm und seinem Dad bestand. Aber das wusste die Steckrübe. Jeder hier wusste es.

Die Knöchel von Kendricks rechter Hand knackten, als er die Faust fester ballte.

»Respekt und Anstand werden an unserer Schule großgeschrieben, MrDippdale«, mahnte die Lehrerin. Sie hatte sich Kendrick als MsPiggles vorgestellt und unterrichtete Physik und Mathematik. Als wäre das nicht schlimm genug, strahlte die etwa fünfzigjährige Frau wie vom Glückspferd gebissen. Selbst bei ihrer Rüge grinste sie bis über beide Ohren.

»Entschuldigung, MsPiggles«, gab die Steckrübe wenig beeindruckt von sich. Er senkte den Kopf in gespielter Reue. »Und vergebt mir, Mylord.«

Die beiden Typen rechts und links von ihm prusteten los.

Mit diesem Dippdale würde Kendrick viel Spaß haben, so viel stand fest. Und die Kerle neben ihm sahen nicht aus, als hätten sie eine eigene Meinung. Wahrscheinlich lachten sie sogar dann, wenn Dippdale Witze über sie riss.

MsPiggles ignorierte den letzten Kommentar. Sie stieß sich vom Pult ab. Die Armreife um ihr Handgelenk klimperten, als sie zum Fenster wies. »Setzen Sie sich, MrKnight. Neben MsBonneville ist noch frei. Wir freuen uns, dass Sie da sind. Die Eingewöhnung wird Ihnen sicher leichtfallen, Sie kommen ja sozusagen in die Heimat zurück. Wenn Sie Fragen zum Stoff haben, wenden Sie sich jederzeit gern an mich.«

Kendrick steuerte seinen Platz an.

»Hi, ich bin Scarlett«, begrüßte ihn seine Sitznachbarin. Ihr Lächeln offenbarte eine auffällige Lücke zwischen den Schneidezähnen. Ihr hellbraunes Haar hatte sie zu einem Kranz geflochten. Sie schob ihr Buch in die Mitte des Tischs. »Du kannst bei mir mitlesen, bis du deins hast. Wir waren übrigens alle schon gespannt auf den Sohn des neuen …«

»Bitte fang nicht auch noch damit an!«, stöhnte Kendrick.

Scarlett zuckte die Achseln. »Gut, dann Physik. Wir hatten im letzten Trimester Thermik, also Aufwinde, und wie Gleitvögel sie am besten nutzen. Das wiederholen wir.«

»Mhm.« Kendrick tat, als betrachte er das Schaubild, das Scarlett ihm zeigte. Tatsächlich sah er sich im Kurs um.

»Lieber eine Vorstellungsrunde?«, flüsterte Scarlett. »Okay. Mit Clarence Dippdale hast du ja schon Bekanntschaft geschlossen. Er macht über jeden Witze. Beachte ihn nicht weiter.« Sie wies auf vier, fünf Mädchen an den Tischen in ihrer Nähe. »Wir sind aus dem White Wing, dem weißen Flügel. Halte dich an uns, dann kannst du nichts verkehrt machen. Ganz im Gegensatz zu denen da drüben.« Sie kniff die Lippen zusammen und murmelte: »Black Wings.« Als wäre das Erklärung genug.

Die Abneigung zwischen den Bewohnern der beiden Flügel der Schule war förmlich greifbar. Kendrick würde sich heraushalten. Andernfalls würde ihm das nur Ärger einbrocken. Ärger, den er nicht gebrauchen konnte.

Kendrick betrachtete die Schülerinnen des White Wings, allen voran das Mädchen mit den knallrot gefärbten Haaren ganz vorn. Mit ihren ungewöhnlich blauen Augen hatte sie Kendrick neugierig gemustert, als er den Kursraum betreten hatte. Jetzt musterte er sie von schräg hinten. MsPiggles dozierte derweil über die Flugeigenschaften verschiedener Vögel. Seltsamer Physikunterricht.

Das Mädchen saß kerzengerade da und hörte aufmerksam zu. Sie fasste sich in den Nacken, als spürte sie, dass Kendrick sie ansah. Sie drehte den Kopf.

Kendrick lächelte.

Ein Kichern am Nebentisch. Tuschelnd steckten die zwei Schülerinnen dort die Köpfe zusammen. Mit ihren ungewöhnlich großen Augen entging ihnen wahrscheinlich nichts.

Kendrick spürte die Hitze in seine Wangen schießen. Um darüber hinwegzutäuschen, wandte er sich denen da drüben zu. Den Black Wings. Ein Mädchen, das keine andere Farbe als Schwarz zu kennen schien, stach ihm ins Auge. Lidschatten, Lippen – alles war so düster geschminkt, als käme sie direkt von einer Beerdigung. Sie lümmelte unbeteiligt auf ihrem Stuhl, als ginge es sie nichts an, was MsPiggles erklärte.

Tja, so fühlte Kendrick sich auch. Vollkommen fehl am Platz.

Während MsPiggles die mangelnde Thermik über großen Wasserflächen und die damit verbundene Gefahr für Vögel erklärte, ließ Kendrick den Blick aus dem Fenster schweifen.

Der Nebel der letzten Tage hatte sich verzogen. Einzelne Wolken trieben am Himmel. Die Sonne brachte die satten Farben der Gegend zum Leuchten. Sogar die Luft schien an diesem Morgen im späten April zu glitzern.

Die Gebäude der MAS lagen auf einem Hügel östlich über dem Ort. In Avelston selbst drängten sich die Steinhäuser an den Lathfold. Entlang des Flusses führte die Eisenbahnlinie. Von Norden kommend, trennten Fluss und Gleise die Wälder und Täler der White Peaks von den mit Moosen und Heidekraut bewachsenen Hochmooren der Black Peaks im Westen. Südlich der Peaks mündete der Lathfold in den Trent, der sich durch die Midlands bis zur See wand.

In der Ferne machte Kendrick die Lathfold Mill aus. Von Avelston aus führte ein von hüfthohen Trockensteinmauern eingefasster Pfad zur mittelalterlichen Mühle. Auf den Weiden hinter den Mauern grasten Schafe. Gänse leisteten ihnen Gesellschaft.

Kendrick sog die Eindrücke in sich auf.

Das war also seine Heimat.

Er lehnte sich zur Seite, um ein weiteres Detail zu sehen.

Den Falcon Peak.

Die Felsnadel ragte aus dem Wald und endete in luftiger Höhe in einem Plateau von mehreren Fuß Durchmesser. Der graue Stein war zerklüftet, scharfe Kanten wechselten mit glatter Oberfläche ab, hier und da wuchsen Gräser aus Rissen. Kendrick wurde schwindelig bei der Vorstellung, wohin die tiefer eingeschnittenen Spalten an der Steilwand führen mochten.

»MrKnight?«

MsPiggles’ Stimme holte ihn zurück ins Klassenzimmer.

»Äh, ja?«

»Den Text, bitte.«

Scarlett tippte auf die Zeile, Kendrick flüsterte ihr ein leises Danke zu und las vor. Als er geendet hatte, schaute er auf. MsPiggles wandte sich zufrieden zur Tafel. Warum fühlte Kendrick sich dann immer noch beobachtet?

Das Mädchen mit den roten Haaren hatte sich erneut umgedreht. Ihre Augen strahlten wie der Morgenhimmel nach einer sternklaren Nacht. In ihrem Blick lag etwas Fragendes.

Schaute sie ihn schon so an, seit er den Falcon Peak betrachtet hatte?

Wie auch immer, Kendrick hatte keine Lust, wieder für Erheiterung am Nebentisch zu sorgen. Er senkte den Kopf. Es war ohnehin Zeit, sich auf Physik zu konzentrieren.

»Aus dem Weg!«

Eine Gruppe jüngerer Schüler drückte sich auf dem hölzernen Wehrgang an Kendrick vorbei. Sie eilten in den Turm, der wenige Schritte vor ihnen lag, und polterten lachend nach unten.

Die Kleinen hatten keine Probleme, sich zurechtzufinden. Dabei hatte Kendrick auf Avelston Castle gelebt, nicht sie! Die Burg beherbergte nicht nur einen Teil der Schule. Sie war der Familiensitz der Countesses of Birdshire gewesen, bis Kendricks Dad auf alle Ansprüche verzichtet hatte. Seitdem nutzte die Schule das ganze Castle.

Irgendwo darin musste auch der Biologiesaal liegen. Nur wo?

Kendrick lehnte sich auf die Brüstung zum Innenhof. Vielleicht entdeckte er jemanden, der den Kurs ebenfalls besuchte? Scarlett hatte ihm angeboten, dass sie und eine ihrer Freundinnen auf ihn warteten. Er hatte abgewunken. Er hatte keine Lust gehabt, sich über Mädchenzeug zu unterhalten. Wer wusste schon, was da gerade Thema war?

Jetzt bereute er, dass er sich den beiden nicht angeschlossen hatte.

Sechzig Fuß unter ihm herrschte reges Treiben. Schülerinnen und Schüler liefen über das quadratische Areal. Ältere hockten um den Brunnen in der Mitte des Hofs, ein imposantes Becken, in dem zwei steinerne Vögel miteinander rangen. Manche arbeiteten, andere hielten die Gesichter in die Sonne oder schwatzten miteinander. Der Wind trug ihr Schnattern bis zu Kendrick herauf.

Weitere Schülerinnen hasteten durch einen Bogengang. Der Steinboden unter ihren Füßen glänzte blank poliert von unzähligen Generationen von Schülern vor ihnen. Wahrscheinlich waren sie spät dran und wollten keinen Ärger bekommen.

»Oh, Mist!«, fluchte Kendrick. Biologie!

Er glaubte nicht, dass der Lehrer ihn an seinem ersten Tag verwarnen würde. Aber konnte er sicher sein? Er lief los und …

»Sieh mal einer an! Seine Lordschaft hat es eilig!«

Clarence Dippdales Stimme war unverkennbar. Er presste die Worte eher durch die Nase, als dass er seinen Mund benutzte. Widerwillig drehte Kendrick sich um.

Clarence grinste die Kerle an, die in Physik bei ihm gesessen waren. Jetzt bauten sie sich neben ihm auf.

»Wir haben locker noch fünf Minuten«, sagte er. »MrThickachoo ist nie pünktlich. Das weiß doch jeder.«

Kendrick hatte es nicht gewusst. Woher auch? Ziemlich unfair von Clarence, ihn deshalb wie einen Trottel zu behandeln.

Kendrick betrachtete sein Gegenüber genauer. Kendricks letzte Schule hatte großen Wert auf ein breites Angebot an Sportarten gelegt. Aber das war nichts im Vergleich zur Mount Avelston. Klettern, Rugby, Crosslauf, asiatische Kampfkünste. Kendrick war aus dem Staunen nicht herausgekommen, als er im Internet recherchiert hatte.

Es war ihm ein Rätsel, wie Clarence hier gelandet war. Er war nicht wirklich dick. Aber schwammig. Dunkle Flecken auf seiner Schuluniform zeugten von ausgiebigem Schokoladenkonsum zum Frühstück.

Seine Begleiter passten da schon eher ins Bild. Die Stoffhosen spannten an den Oberschenkeln. Auch unter den Hemden zeichneten sich Muskeln ab. Die Kerle hatten die Körperhaltung zweier Berggorillas. Und den Gesichtsausdruck von Ziegen.

Kendrick bezweifelte, dass sie sonderlich schnell waren.

Er selbst war nicht gerade ein Muskelpaket. Aber bei ihm war alles an der richtigen Stelle. So nannte sein Dad es zumindest. Obwohl er groß für sein Alter war, konnte er sich gut bewegen. Seine braunen Haare schienen ein Eigenleben zu führen und kümmerten sich nicht um das, was Kendrick ihnen mit Bürste und Gel zu verstehen geben wollte. Diese Wildheit fand sich in seinen beinahe schwarzen Augen wieder, das wusste er.

Er machte einen drohenden Schritt. »Hör mal, ich will keinen Ärger. Aber lass das mit Mylord, okay?«

»Ganz, wie Ihr wünscht«, Clarence kostete den Moment aus. »Mylord.«

Typen wie ihn kannte Kendrick. Sie begegneten ihm auf jeder Schule. Besser, er machte dem Scherzkeks gleich klar, dass er diese Art von Witzen nicht lustig fand.

Er sprang nach vorn.

Bevor Dippdale reagieren konnte, packte Kendrick ihn am Kragen. Er zog ihn dicht an sich heran und … eine Bewegung tief unter ihm erregte seine Aufmerksamkeit.

Ein Mann schlenderte auf die Schülerinnen und Schüler am Brunnen zu, scherzte mit ihnen, lachte und hob den Kopf.

Kendrick stieß Clarence von sich und wich zurück. Aber war er schnell genug gewesen?

Ohne Clarence und seine überraschten Kumpels weiter zu beachten, eilte er in den Turm, in den die jüngeren Schüler gegangen waren – und erstarrte.

Von außen war er größer erschienen. Das Innere wirkte wie eine Konservendose. Es war kaum Platz für den Durchgang zur anderen Seite und die steinerne Wendeltreppe nach unten!

Kendricks Herz hämmerte.

Es waren nur ein paar Schritte.

Hinter ihm erklang Clarences nervige Stimme. »Abhauen will gelernt sein. Zu schnell gelaufen, was?« Ein eindeutig aggressiver Unterton schwang mit. »Unser Gespräch war noch nicht beendet, Mylord!«

Die Gefahr war nicht real. Das musste Kendrick sich klarmachen.

Aber die Wände schienen näher zu rücken. Jeden Moment würde der kalte Stein ihm die Luft aus der Lunge pressen und sich in seine Eingeweide bohren. Kendrick würde sich nicht mehr bewegen können. Er wäre gefangen.

»Rob, Danny!«, beorderte Clarence seine Begleiter nach vorn. Er selbst blieb am Eingang zurück. »Gleich erlebt Seine Lordschaft die Caulfield-Cousins in Aktion!«

Mit seiner Schnelligkeit konnte Kendrick die Gorillas nicht mehr überrumpeln. Außerdem war er sich nicht sicher, ob er überhaupt zwei gerade Schritte machen konnte. Alles drehte sich um ihn. Er hob trotzdem die Fäuste. Sollten sie nur kommen.

Etwas flog knapp an seinem Kopf vorbei.

Das Geschoss traf mit einem satten Klatschen und zerplatzte in Clarences Gesicht. Roter Tomatensaft spritzte nach allen Seiten und lief nach unten. Einzelne Stückchen platschten auf sein Hemd. Der Hauptteil prangte weiterhin auf seiner Stirn. Wie ein riesiger entzündeter Pickel, den Clarence gerade ausgedrückt hatte.

»WER … WAS …?«, schrie er.

Das Mädchen mit den roten Haaren eilte den Wehrgang auf der anderen Seite entlang. Clarence konnte sie vom Eingang aus noch nicht gesehen haben. Er versuchte, sich an den Caulfields und Kendrick vorbeizudrücken.

Kendrick versperrte den Ausgang, um dem Mädchen einen Vorsprung zu verschaffen. Einer Schlägerei würde er ohnehin nicht mehr entgehen können, aber dem Mädchen half jede Sekunde.

»WER WAR DAS?«, brüllte Clarence. »ROB, DANNY, BEWEGT EUCH!«

Die Caulfields drängten Kendrick in Richtung der Treppe ab. Clarence schob sich vorbei, die Caulfields folgten ihm. Nach wenigen Schritten blieb Clarence abrupt stehen und sah sich um. Es fehlte nur, dass er sich am Kopf kratzte.

Jetzt fiel es auch Kendrick auf.

Der Wehrgang endete auf dieser Seite an einer Mauer. Es gab keine Möglichkeit zu entkommen. Außer, man konnte fliegen. Von dem Mädchen fehlte jede Spur.

Irgendeinen Weg musste es geben. Gut für das Mädchen, dass es ihn kannte.

Aber die Steckrübe würde nicht ewig dastehen, wie vom Schlag getroffen. Oder von einer Tomate.

Kendrick musste seine Chance nutzen. Er holte tief Luft, schloss die Augen und durchquerte mit pochendem Herzen den Turm. Er lief zurück durch den Wehrgang, aus dem er gekommen war, und erreichte von dort aus den Haupttrakt. In seinem Inneren stieg er die breite Steintreppe hinab, bog von der Eingangshalle aus in einen Gang nach dem anderen und las die Türschilder.

Er musste dringend diesen verflixten Biologiesaal finden! Irgendwo musste ein Plan hängen, an dem er sich orientieren konnte! Er lief um die nächste Ecke und stieß mit jemandem zusammen. Sofort stieg ihm ein vertrauter Rasierwasserduft in die Nase.

»Hi, Kendrick«, sagte der Mann aus dem Hof.

Kendrick seufzte. »Hi, Dad.«

Kapitel 2

»Danke, Mr Thickachoo. Ich schicke ihn runter, sobald wir fertig sind.«

Kendricks Vater legte den Hörer auf das Telefon. Er lehnte sich in seinem Stuhl hinter dem Schreibtisch zurück. Das Leder knarzte. Kendricks Dad schwieg.

Okay, jetzt kam diese Nummer.

Bei anderen Schülern mochte sie funktionieren. Sie wurden unruhig, wenn ein Lehrer sie anstarrte. Sie quasselten los und lieferten sich ans Messer. Aber wer den Lehrer jeden Tag beim Zähneputzen in Unterhose sah, hielt einiges aus.

Kendrick erwiderte den Blick.

Seit ihrer Ankunft schien sein Dad gealtert. Die Falten auf der Stirn traten deutlicher zutage als in London. Graue Strähnen zogen sich durch das braune Haar.

Vielleicht musste der neue Headmaster eines Internats auch einfach gestresst aussehen?

Kendricks Vater gab auf und wechselte zu einer anderen Strategie. Nun fixierte er einen Punkt hinter ihm. »Es ist schon seltsam, wieder hier zu sein, oder nicht?«

Kendrick schluckte. Die Frage überraschte ihn. Es war seltsam, ja. Aber er stolperte über das wieder. Er hatte keinen Vergleich. Ab und zu glaubte er, Bruchstücke aus der Vergangenheit zu erkennen. Aber dann war da nur ein verschwommenes Nichts, wenn er danach griff.

Ein Nichts, in dem ein Paar Augen glühten wie zwei Seen aus geschmolzenem Stahl.

Um den Gedanken abzuschütteln, schaute Kendrick durch das große Fenster auf den Ostflügel des Castles. Den White Wing. Anders als der Name vermuten ließ, sah er aus wie der Rest der Burg. Erbaut aus massiven grauen Steinquadern, wirkte er auch heute noch, als hielte er jedem Angriff stand. Sprossenfenster verliehen ihm einen halbwegs freundlichen Anstrich.

Über die Wiese vor dem Flügel führte ein Trampelpfad zum nahen Wald. Ausgetreten. Als würde er regelmäßig benutzt. Von Scarlett und ihren Freundinnen? Auch von dem Mädchen mit den roten Haaren? Ihr neugieriger, wacher Blick ging Kendrick nicht aus dem Kopf. Und ihr mysteriöses Verschwinden vor wenigen Minuten.

Kendrick unterzog auch das Büro seines Dads einer Inspektion. Rechts von ihm hing das Wappen der Schule an der Wand. Eine stilisierte Bergformation unter einem Greifvogelkopf, eingerahmt von zwei Türmen und unten begrenzt durch zwei geschwungene Linien, die den Lathfold darstellten. Darunter wand sich in gotischen Lettern der Schriftzug Mount Avelston School.

Gleich daneben war eine Übersicht der Lehrkräfte angebracht. Kunstvoll aus Holz geschnitzte Vogelköpfe zierten die Tafel.

Noch wies das Bild eines Mr Cunningham ihn als Headmaster aus. Ms Piggles grinste, als sei der Tag, an dem das Foto geschossen worden war, der schönste in ihrem Leben gewesen. Auch von Mr Thickachoo gab es ein Foto; ein dicker Mann mit Schweinsnase.

Kendrick ließ den Blick zum Schreibtisch wandern. Das dunkle Holz war mit Papieren und Ordnern übersät. Ein intensiver Geruch nach Möbelpolitur ging von ihm aus. Einzig der PC-Bildschirm und die Telefonanlage wirkten fehl am Platz. Eher erwartete man Federkiel, Tintenfass und Brieftaube.

»Ein Chaos, was?«, fragte Kendricks Vater. »Gelder wurden doppelt und dreifach abgebucht. Anfragen wurden nicht bearbeitet. Kein Wunder, dass immer weniger Eltern ihre Kinder auf Mount Avelston anmelden wollen.«

Kendrick entspannte sich. Sein Dad schien nichts von dem Vorfall auf dem Wehrgang mitbekommen zu haben. Es sah auch nicht danach aus, als würde er Kendrick wegen Herumtreibens zur Rede stellen. Eher, als brauche er jemanden, mit dem er sich unterhalten konnte.

»Hat man dich deshalb um Hilfe gebeten?«, fragte Kendrick.

Sein Dad wiegte den Kopf. »Die Schülerzahlen gehen schon länger zurück. Mount Avelston muss sich im nationalen Vergleich messen. Meinem Vorgänger ist es nicht gelungen, das Besondere herauszustellen. Stattdessen macht er sich mit Schulgeldern aus dem Staub! Ist das zu glauben? Hoffentlich findet die Polizei ihn.« Er seufzte. »Der Vorstand hat schon öfter angefragt, ob ich die Stelle haben möchte, wenn sie frei würde. Ms Bocksworth war von der Idee regelrecht besessen, dass ich als ehemaliger Schüler und Lehrer die Leitung übernehme.«

Den Namen hatte Kendrick gerade erst gelesen. Er sah erneut zur Tafel. Ms Bocksworth. Kunst. Die ältere Dame lächelte gütig. Selbst auf dem Foto hatten ihre hellbraunen, fast gelben Augen einen warmen Glanz. Sie trug ein langes Kleid aus rötlichem Leinen und hatte ein Tuch zu einer Art Turban um den Kopf geschlungen. Oben schauten graue Haare heraus, wie Zweige aus einem vom Sturm zerpflückten Nest.

Kendricks Vater folgte seinem Blick. »Die Gute kann sehr hartnäckig sein, wenn sie etwas möchte. Sie hat sich übrigens immer nach dir erkundigt. Sie war damals ganz aus dem Häuschen, als klar wurde, dass deine Mum und ich einen Sohn bekommen.«

Mum.

Noch immer spürte Kendrick einen Stich im Herzen, wenn sein Vater sie erwähnte. Oder ein Ziehen, tief unten im Bauch.

»Ms Bocksworth freut sich sehr darauf, dich wiederzusehen«, fuhr sein Dad fort. »Bislang habe ich es immer abgelehnt, hier die Verantwortung zu übernehmen. Es hat sich einfach nicht richtig angefühlt. Aber unter diesen Umständen blieb mir nichts anderes übrig.«

Er beugte sich vor und faltete die Hände. Kendrick richtete sich alarmiert auf.

»Wie gesagt, es ist seltsam, nicht wahr?«, fragte er.

»Geht so«, antwortete Kendrick vage. Worauf wollte sein Dad hinaus?

»Das klingt doch gut. Es ist wichtig, dass du dich trotz der, ähm, besonderen Umstände zusammenreißt. Oder gerade deshalb.«

»Ich verstehe nicht.«

»Oh, ich denke, du verstehst mich sehr gut, Kendrick. Herrgott, du bist dem Jungen auf dem Wehrgang an die Gurgel gegangen! An deinem ersten Tag! Was war da los?«

Also doch.

»Dad, der Typ hat …!«

»Es ist vollkommen gleich, was er getan hat!«, fiel sein Vater ihm ins Wort. »Selbst wenn dich jemand provoziert, musst du dich unter Kontrolle haben. Wie oft soll ich dir das noch erklären? Ich frage mich, ob du wirklich verstehst, dass das hier deine letzte Chance ist? Habe ich das nicht deutlich genug gemacht?«

Er bedachte Kendrick mit einem abschätzenden Blick. Dann wühlte er in den Unterlagen vor sich und fischte einen Flyer heraus, den er Kendrick reichte.

»Ich bin kein Freund von elitären Schulen. Ich wollte immer, dass du normal aufwächst. Aber vielleicht wäre das St.-Joseph’s-Internat doch etwas für dich? Es ist bekannt für eine gewisse, ähm, Strenge. Dort müsstest du dich endlich auf den Unterricht konzentrieren, statt Streit zu suchen. Und alle jungen Männer da haben einen ähnlichen familiären Hintergrund wie du.«

Kendrick hatte die Hand ausgestreckt. Er hielt inne, bevor seine Finger das Papier berührten.

Das meinte sein Dad nicht ernst, oder? Genau darum ging es doch! Kendrick wollte nichts Besonderes sein! Deshalb war er mit Clarence aneinandergeraten. Und mit den Kerlen auf den Schulen zuvor. Jetzt stellte sein Dad dieses Besondere in den Mittelpunkt? Junge Männer mit einem ähnlichen familiären Hintergrund. Bestimmt handelte es sich durchweg um eingebildete Schnösel.

»Du willst mich fortschicken?«

»Nein, das will ich nicht. Aber versetz dich in meine Lage. Ich habe eine Schule zu leiten. Welchen Eindruck hinterlässt es auf den Vorstand, wenn ausgerechnet mein Junge Ärger macht, weil er sich nicht beherrschen kann?«

Kendrick starrte den Flyer an, als wäre er ein Giftpfeil.

»St. Joseph’s liegt in Schottland«, las er. »Es gab wohl kein Internat, das noch weiter weg ist, oder? Usbekistan soll ganz hübsch sein.«

»Komm mir jetzt nicht so, Kendrick.« Sein Dad klang ehrlich gekränkt.

Kendrick hätte gern noch mehr gesagt. Aber er hatte Angst, dass mit den Worten auch die Tränen kamen. Er biss die Zähne zusammen und schluckte den Kloß hinunter, der in seinem Hals nach oben kletterte.

»Noch ist nichts entschieden.« Sein Vater legte den Flyer ab. »Es ist nur eine Möglichkeit. Die zweite wäre, dass du dich hier anders verhältst als an deinen vorherigen Schulen.« Er lehnte sich zurück. »Ein Vorschlag. Wir behalten das St. Joseph’s im Hinterkopf. Wenn bis zum Two Peaks Run im Juli alles in Butter ist, prima. Dann vergessen wir es. Aber sollte es bis dahin Ärger geben, dann unterhalten wir uns noch einmal. Einverstanden?«

Nein!

Das war Erpressung. Wie konnte man damit einverstanden sein? Aber was blieb Kendrick anderes übrig, als zu nicken?

Sein Vater lächelte erleichtert. »Wer war eigentlich der Junge auf dem Wehrgang?«, fragte er.

Schön, dass sein Dad so schnell das Thema wechseln konnte. Kendrick würde noch eine Weile daran zu knabbern haben.