Familie mit Herz 48 - Martina Linden - E-Book

Familie mit Herz 48 E-Book

Martina Linden

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Beschreibung

Aktion "Doppeltes Lottchen" - Wie zwei kleine Mädchen wieder zueinanderfinden
Von Martina Linden

"Kein Zweifel, Oberschwester", sagt Schwester Helga, "beide Kinder heißen Fürst. Sie sehen sich zum Verwechseln ähnlich, sind am selben Tag geboren - und wir haben beiden den Blinddarm rausgenommen!"
Wie erstarrt bleibt Leonie Fürst in der Tür zum Stationszimmer stehen und lauscht dem Gespräch.
"Mag sein, Helga", hört das kleine Mädchen in dem Moment die Stimme der Oberschwester. "Vielleicht sind Leonie und Lotta wirklich Zwillinge und haben sich durch irgendwelche schicksalhaften Umstände nie kennengelernt. Aber Sie, Schwester, werden sich unterstehen, Schicksal zu spielen, verstanden?!"
Leonie hat genug gehört! Lotta heißt das Mädchen also - und Leonie nimmt sich vor, Schwester Helga die Arbeit abzunehmen. Sie selbst wird jetzt nämlich Schicksal spielen!

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Inhalt

Cover

Impressum

Aktion „Doppeltes Lottchen“

Vorschau

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige eBook-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2019 by Bastei Lübbe AG, Köln

Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: evgenyatamanenko / iStockphoto

eBook-Produktion:3w+p GmbH, Rimpar

ISBN 9-783-7325-8035-4

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

www.bastei.de

Aktion „Doppeltes Lottchen“

Wie zwei kleine Mädchen wieder zueinanderfinden

Von Martina Linden

„Kein Zweifel, Oberschwester“, sagt Schwester Helga, „beide Kinder heißen Fürst. Sie sehen sich zum Verwechseln ähnlich, sind am selben Tag geboren – und wir haben beiden den Blinddarm rausgenommen!“

Wie erstarrt bleibt Leonie Fürst in der Tür zum Stationszimmer stehen und lauscht dem Gespräch.

„Mag sein, Helga“, hört das kleine Mädchen in dem Moment die Stimme der Oberschwester. „Vielleicht sind Leonie und Lotta wirklich Zwillinge und haben sich durch irgendwelche schicksalhaften Umstände nie kennengelernt. Aber Sie, Schwester, werden sich unterstehen, Schicksal zu spielen, verstanden?!“

Leonie hat genug gehört! Lotta heißt das Mädchen also – und Leonie nimmt sich vor, Schwester Helga die Arbeit abzunehmen. Sie selbst wird jetzt nämlich Schicksal spielen!

„Ich gehe spielen, Mama.“ Lotta Fürst rannte zur Haustür.

„Warte!“

Die Sechsjährige blieb wie angewurzelt stehen. Widerwillig wandte sie sich ihrer Mutter zu. „Was ist denn?“

„Es wird sicher bald regnen.“ Katharina Fürst strich ihrer Tochter zärtlich durchs Haar, dann nahm sie einen blauen Regenmantel aus dem Dielenschrank und den dazu passenden Wetterhut.

„Nein!“ Lotta verschränkte die Arme hinter dem Rücken. „Die anderen tragen auch nicht so’n doofes Zeug“, maulte sie. „Und einen Hut haben sie auch nicht auf.“

„Was die anderen Kinder tragen, interessiert mich nicht“, erwiderte Katharina ungerührt. „Wenn es ihren Mütter gleichgültig ist, ob sich die Kinder erkälten oder nicht, ist das ihre Sache. Du wirst jedenfalls nicht ohne Hut und Mantel im Regen herumrennen. Und die Gummistiefel werden auch angezogen.“

„Es regnet noch gar nicht.“ Lottas Augen füllten sich mit Tränen. Sie wusste genau, dass man sie wieder auslachen würde, wenn sie so auf die Straße kam.

„Entweder du ziehst den Mantel an, oder du bleibst hier“, drohte die Mutter.

Lotta überlegte blitzschnell. Hinten im Garten gab es eine dichte Brombeerhecke, da konnte sie Mantel, Hut und Gummistiefel verschwinden lassen und später wieder holen.

„Gut“, gab sie seufzend nach.

Katharina blickte ihrer Tochter ängstlich nach, als diese das Haus verließ. Es war ihr unbegreiflich, dass Lotta nicht im Garten bleiben wollte, sondern unbedingt zum Spielplatz laufen musste. Sie konnte ihre Freunde doch auch zu sich nach Hause einladen.

„Wann wirst du endlich aufhören, Lotta wie ein Kleinkind zu behandeln?“, fragte ihre Mutter von der Treppe her.

Die junge Frau wandte sich um.

„Mit sechs ist man noch ein kleines Kind“, verteidigte sie sich. „Erst heute Morgen habe ich in der Zeitung gelesen, dass wieder eine Siebenjährige überfahren worden ist. Mir läuft es jedes Mal kalt über den Rücken, wenn ich so was höre.“

„Mir auch“, antwortete Christine Wagner, „doch das ist noch lange kein Grund, Lotta in Watte zu packen. Außerdem machst du nicht nur sie damit verrückt, sondern auch dich.“

„Genügt es nicht, dass ich ein Kind verloren habe?“ Katharina trat in die Küche. Geistesabwesend schenkte sie sich eine Tasse Kaffee ein und stürzte sie in einem Zug hinunter.

Christine Wagner räumte den Frühstückstisch ab.

„Du solltest von Leonie nicht wie von einer Toten sprechen“, sagte sie missbilligend. „Leonie lebt, wenn auch bei deinem geschiedenen Mann. Ganz sicher geht es ihr gut.“

„Ich habe nicht einmal ein Foto von ihr, etwas, woran ich mich klammern könnte.“

„Genau das ist dein Fehler, Katharina“, meinte Frau Wagner resolut. „Kinder sind nicht dazu da, um sich an ihnen festzuklammern.“ Sie stieß heftig den Atem aus. „Du bist erst zweiunddreißig. Du solltest wieder heiraten.“

„Ich denke nicht daran.“

Christine Wagner überlegte, wie sie ihre Tochter mit dem netten jungen Mann, den sie vor einigen Tagen beim Einkaufen kennengelernt hatte, bekannt machen konnte. Er hatte ihr erzählt, dass er Tennis spielte …

Auch Katharina hing ihren Gedanken nach. Lotta und Leonie waren Zwillinge. Vom ersten Tag an hatten sie einander zum Verwechseln ähnlich gesehen. Sie war durch eine Schwangerschaftspsychose nicht in der Lage gewesen, beide Kinder zu versorgen. Deshalb hatte die Tante ihres Mannes Leonie wenige Wochen nach ihrer Geburt zu sich genommen.

„Warum spielst du nicht wieder Tennis?“

„Tennis?“ Katharina hob überrascht den Kopf. „Wie kommst du denn darauf? Ich habe doch schon ewig nicht mehr gespielt.“

„Gerade deshalb. Du musst endlich was haben, was dir Freunde macht. Der Haushalt und Lotta können dich auf die Dauer nicht ausfüllen.“

„Ich weiß nicht.“

„Wenn du nicht Tennis spielen willst, dann belege einige Kurse an der Volkshochschule. Frau Thomas von nebenan lernt übrigens Töpfern. Wäre das nichts für dich?“

„Im Grunde reicht es mir, für mein Kind zu sorgen“, sagte Katharina. „Gib dir keine Mühe, Mutter, du kannst mich nicht von meinen Pflichten abhalten.“

Es klingelte. Die junge Frau eilte zur Haustür. Es war der Postbote, der ein Päckchen für Lotta brachte.

„Wissen Sie, dass Ihre Kleine barfuß rumläuft, Frau Fürst?“, fragte er.

„Barfuß?“ Katharina schüttelte den Kopf. „Unmöglich Herr Größer, Lotta trägt Gummistiefel.“

„Sie ist barfuß“, beharrte der Mann.

„Wo haben Sie sie gesehen?“

„Auf dem Platz hinter Feinkost-Hofmann. Sie spielt da mit anderen Kindern.“ Der Postbote tippte grinsend an seine Mütze. „Bis zum nächsten Mal.“

„Auf Wiedersehen“, murmelte Katharina. Sie brachte das Päckchen in die Küche und legte es auf den Tisch. „Das Buch, das ich für Lotta bestellt habe – ich muss auf einen Sprung weg, Mutter. Scheinbar hat Lotta ihre Gummistiefel ausgezogen.“

„Sie wird sich schon nicht gleich erkälten“, meinte Christine Wagner unbesorgt.

„Und die Lungenentzündung, die sie im letzten Jahr hatte?“, fragte Katharina scharf. Bevor ihre Mutter noch etwas erwidern konnte, hatte sie bereits das Haus verlassen.

Aufseufzend bückte sich Frau Wagner nach dem Kartoffelkorb und stellte ihn auf den Tisch. Katharina machte exakt dieselben Fehler wie sie damals. Wenn es so weiterging, würde Lotta später genauso lebensuntüchtig sein, wie ihre Mutter es mit fünfundzwanzig gewesen war.

Schon von Weitem hörte Katharina die Stimme ihrer kleinen Tochter. Hastig überquerte die junge Frau die Straße. Wie oft hatte sie Lotta verboten, die Straßenseite zu verlassen.

„Lotta, deine Mutter!“, rief ein kleines Mädchen, als Katharina um die Ecke bog.

Lotta zuckte zusammen. Vergeblich sah sie sich nach einem Versteck um.

„Sieht nach Ärger aus“, bemerkte sie und ging ihrer Mutter entgegen.

„Wo hast du deine Sachen?“, fuhr Katharina die Kleine auch sofort an. „Du willst dir wohl unbedingt den Tod holen.“

„Die anderen sind auch nicht wie im Winter angezogen“, entgegnete Lotta trotzig.

Sie drehte sich halb um und wies auf ihre Freundinnen, die ihr Spiel unterbrochen hatten und neugierig zu ihnen hinstarrten.

„Ich habe dir schon hundertmal gesagt, dass es mich nicht interessiert, was die anderen Kinder tun.“ Katharina packte ihre Tochter bei den Schultern. „Also, wo sind dein Mantel, Schuhe und Hut?“

„Zu Hause hinter den Brombeeren.“

„Heute kommst du mir nicht mehr raus, verstanden?“ Katharina umfasste Lottas Taille und hob das Mädchen hoch. Wie ein Paket trug sie ihre zappelnde Tochter aus dem Hof. Das Gelächter der anderen Kinder folgte ihnen.

„Lass mich runter, Mama, bitte.“

„Damit du noch länger barfuß laufen kannst?“, schimpfte Katharina.

„Es regnet überhaupt nicht.“

„Kein Grund, sich halb auszuziehen.“ Die junge Frau versuchte, das Gewicht ihrer Tochter zu verlagern.

Sie bedauerte, nicht den Wagen genommen zu haben. Endlich tauchte der Garten vor ihnen auf. Mit letzter Kraft trug sie Lotta ins Haus. Das kleine Mädchen flüchtete sofort in die Küche zu seiner Großmutter.

Schweigend füllte Katharina eine Schüssel mit warmem Wasser und stellte sie auf den Boden.

„Du nimmst sofort ein Fußbad, und dann geht’s ins Bett. Bis zum Mittag bleibst du liegen. Im Bett kannst du wenigstens nichts anstellen.“

„Meinst du nicht, dass du reichlich übertreibst?“, fragte ihre Mutter in dem Moment ungehalten.

„Das lass nur meine Sorge sein“, erwiderte die junge Frau heftig, setzte Lotta auf einen Stuhl und stellte deren Füße ins warme Wasser.

♥♥♥

„Ich muss nachher zum Supermarkt“, erwähnte Christine Wagner beim Mittagessen. „Kommst du mit, Katharina?“

„Ich will noch das Kleid für Lotta fertig nähen“, erwiderte ihre Tochter.

„Kann ich mit, Mama?“, fragte die Kleine eifrig. „Ich bin auch ganz artig.“ Sie zeigte aus dem Fenster. „Es hat überhaupt nicht geregnet. Die Sonne scheint.“

„Ich nehme sie gerne mit“, warf Frau Wagner ein.

„Aber pass auf, dass sie dir nicht wieder wegrennt“, bat Katharina. „Hinter dem Supermarkt ist dieser Bach. Das letzte Mal haben wir Lotta stundenlang gesucht, und dann stand sie am Ufer und hat Enten gefüttert.“

„Es waren nur zehn Minuten“, widersprach ihre Mutter. „Aber sei ohne Sorge, ich pass schon auf.“

„Kann Oma mir nicht gleich die Schultasche kaufen?“ Lotta malte mit dem Finger Kreise auf die Tischdecke. „Die anderen haben schon alle eine. Sina hatte ihre heute dabei. Und sie kann schon ihren Namen schreiben. Das hat sie im Kindergarten gelernt.“

„Ich halte nichts davon, Kindern den Kopf frühzeitig vollzustopfen“, erwiderte Katharina, obwohl sie es manchmal bereute, Lotta nicht in den Kindergarten geschickt zu haben. Aber um nichts in der Welt hätte sie das zugegeben.

„Zählen kann sie auch schon“, fuhr die Kleine fort. „Sie sagt, ich sei dumm.“

„Keine Bange, Liebes, du wirst in der Schule zählen und schreiben lernen.“ Christine Wagner schenkte ihrer Enkelin ein Lächeln. „Du hast so ein kluges Köpfchen, du wirst die anderen Kinder bald überflügeln.“

„Kauf ihr die Schultasche, wenn sie sie unbedingt jetzt schon haben will“, meinte ihre Tochter verbittert. In Gedanken seufzte sie auf. Warum blieben die Kinder nicht ewig klein? Als Lotta noch kaum mit anderen Kindern zusammengekommen war, hatte es mit ihr auch keine Schwierigkeiten gegeben.

„Paul bekommt zum Geburtstag ein Fahrrad“, berichtete Lotta. „Wenn ich sieben werde, kriege ich dann auch ein Fahrrad?“

„Das ist viel zu gefährlich für ein kleines Mädchen“, wandte ihre Mutter ein.

„Und Rollschuhe?“

„Wenn du willst, bekommst du einen neuen Puppenwagen“, versprach Katharina. „Und damit brauchst du nicht bis zu deinem Geburtstag zu warten.“

„Nein, einen neuen Puppenwagen will ich nicht.“ Lotta schob ihren Teller beiseite. „Ich habe alles aufgegessen. Kann ich noch ein Eis haben, Oma?“

Ihre Großmutter stand auf und nahm aus der Kühltruhe eine Eiswaffel.

„Wie ist es mit dir, Katharina?“, fragte sie.

„Nein.“ Die junge Frau schüttelte den Kopf. Sie war mit den Gedanken bei dem Kleid, das sie für ihre Tochter nähte. Lotta sollte es an ihrem ersten Schultag tragen. Sicher würde keines der anderen Mädchen so nett angezogen sein wie ihre kleine Prinzessin.

Munter hüpfte Lotta an der Hand ihrer Großmutter die Straße entlang. Sie ging gerne mit ihr einkaufen. Bei der Oma war fast überhaupt nichts verboten. Die schimpfte nicht mal, wenn man so richtig in eine Pfütze sprang. Eigentlich schade, dass es nicht geregnet hatte!

„Darf ich den Wagen schieben?“, fragte sie, als sie durch die Tür des Supermarktes traten. Sie ließ, ohne eine Antwort abzuwarten, die Hand ihrer Großmutter los und stürzte zu den Wagen, die hinter der Balustrade standen. Es war schwer, ihn zu bewegen, aber sie schaffte es.

„Bei diesem Wagen stimmt mit den Rädern etwas nicht“, sagte plötzlich ein junger Mann neben ihr. „Nimm dir lieber einen anderen.“ Er griff nach einer Tragetasche, die er neben sich auf den Boden gestellt hatte.

Bevor Lotta ihm noch antworten konnte, hatte ihre Großmutter sie schon erreicht.

„Oh“, machte Frau Wagner, als sie in ihm den jungen Mann erkannte, der ihr beim letzten Mal erzählt hatte, dass er leidenschaftlich gerne Tennis spielte.

„Die Welt ist doch klein“, meinte er und neigte leicht den Kopf. „Ihre Enkelin?“

„Ja.“ Frau Wagner berührte Lottas Schultern.

„Haben Sie keine Frau, die für Sie einkauft?“, fragte Lotta neugierig und zeigte auf die Tasche.

„Lotta!“, mahnte ihre Großmutter.

„Ach, lassen Sie nur, Kinder sind nun mal wissbegierig“, erwiderte der Fremde. „Ich bin Lehrer, da bin ich allerhand gewohnt.“

„Ich komme im Herbst zur Schule. Meine Oma kauft mir heute die Schultasche“, berichtete die Sechsjährige stolz, und machte sich keine Gedanken darüber, dass ihre Oma nicht zu Wort kam.

„Dann habe ich also mit dir schon eine meiner zukünftigen Schülerinnen kennengelernt.“ Der junge Mann reichte Frau Wagner die Hand. „Flechter, ist mein Name, Markus Flechter. Ich werde ab Herbst an der Grund- und Hauptschule die erste Klasse unterrichten.“

„Wagner“, murmelte Lottas Großmutter und stellte ihre Enkelin vor. „Wissen Sie was, Herr Flechter, besuchen Sie uns doch einmal. Meine Tochter wird sich freuen, Lottas Lehrer kennenzulernen. Und wie ich Ihnen bereits das letzte Mal erzählte, hat sie früher auch leidenschaftlich gerne Tennis gespielt.“

„Warum nicht?“ Markus fühlte sich noch fremd in der kleinen Stadt und hatte noch kaum Bekanntschaften geschlossen. Bis jetzt hatte er mit dem Einrichten seiner Wohnung zu tun gehabt.

„Wie wäre es am Sonntagnachmittag, das heißt, wenn Sie da nicht schon etwas vorhaben?“

„Nein, das würde schon gehen“, antwortete Markus. Er fuhr sich mit zwei Fingern durchs Haar, dann blickte er auf seine Armbanduhr. „Aber jetzt muss ich leider gehen. Der Zahnarzt erwartet mich“, meinte er und schnitt eine Grimasse.

„Bohrt er?“, fragte Lotta.

„Ich befürchte es.“

„Dann will ich Sie nicht länger aufhalten.“ Frau Wagner reichte ihm die Hand. „Und falls etwas bei Ihnen dazwischen kommen sollte, rufen Sie bitte an.“

„Werde ich machen.“ Markus wandte sich zum Gehen.

„Aber der Mann weiß doch gar nicht, wo wir wohnen!“, rief Lotta.

Markus Flechter lachte auf. Er strich ihr durch die Locken. „Du bist ein kluges Mädchen.“

„Das sagt Oma auch“, bemerkte die Kleine selbstbewusst und sah strahlend zu ihm auf.

♥♥♥