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Hey, ich bin Fia! Ich muss euch unbedingt von den neuen Abenteuern der Herzensbande erzählen, denn in der Spielstraße ist wieder einiges los: Unsere Mission, Gutes zu tun, führt uns dieses Mal in eine spukende Fabrik. Wir werden für einen Tag Besitzer von Fridas Lädchen, reisen mit einer Zeitmaschine in die Vergangenheit und begeben uns auf die Suche nach einem verlorenen Kuscheltier. Und als jemand versucht, die Herzensbande zu trennen, schmieden wir einen genialen Plan. Denn, zum Donnergrimm, wir halten immer zusammen!
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Veröffentlichungsjahr: 2026
Achtung, Achtung, die Herzensbande ist zurück!
Hey, ich bin Fia! Ich muss euch unbedingt von den neuen Abenteuern der Herzensbande erzählen, denn in der Spielstraße ist wieder einiges los: Unsere Mission, Gutes zu tun, führt uns dieses Mal ineine spukende Fabrik. Wir werden für einen Tag Besitzer von Fridas Lädchen, reisen mit einer Zeitmaschine in die Vergangenheit und begeben uns auf die Suche nach einem verlorenen Kuscheltier. Und als jemand versucht, die Herzensbande zu trennen, schmieden wir einen genialen Plan. Denn, zum Donnergrimm, wir halten immer zusammen!
Christian Wunderlich
Volle Fahrt ins Abenteuer
Mit Bildern von
Anne Grobe
Dies, wie überhaupt alles,
für meine Kinder.
Mein Name ist Fia. Aber vielleicht kennst du mich ja schon, denn das hier ist bereits das zweite Buch über die Herzensbande. Wenn du das erste gelesen hast, kennst du auch meine allerbestesten Freunde: Mona, Pippo, Hanna und Ben. Und Gluck natürlich. Gluck ist mein Huhn, aber das macht sie nicht zu einer schlechteren Freundin. Die hört mir nämlich immer zu, wenn ich mit ihr rede, und sagt dann was Schlaues. Also eigentlich sagt sie gar nix, ist ja ein Huhn. Sie macht »Gluck«. Aber ich verstehe, was sie meint, und sich quasi ohne Worte zu verstehen, das können nur die allerbestesten Freunde.
Ich bin letzten Sommer mit meiner Familie vom Land nach Köln gezogen, in eine Spielstraße. Da finden ganz oft Feste statt. Über der Straße spannen sich Lichterketten und bunte Fähnchen von einem Haus zum anderen. An allen möglichen Stellen liegt Spielzeug, das jeder benutzen darf, und von irgendwoher riecht es immer nach Kakao und Zimtschnecken. Es gibt einen Kletterbaum, die Werkstatt meiner Mama, aus der abends warmes Licht in die Straße leuchtet, und Fridas Tante-Frida-Laden. Der gehört Frida Fröhlich, die uns jeden Samstagabend inmitten von Kissen und Kerzen und Kaubonbons die tollsten Geschichten erzählt. Der alte Eddie ist auch oft dort. Der sammelt Flaschen, aber das ist nur sein Hobby: In Wahrheit ist er der König der Meere.
Doch das Besteste an der Spielstraße ist, dass Mona, Pippo, Hanna und Ben auch dort wohnen. Wir sind die Herzensbande, immer da, wo Hilfe gebraucht wird. Zusammen erleben wir jeden Tag die tollsten Abenteuer. Und weil es im Leben eines siebenjährigen Mädchens sehr, sehr viele Tage gibt, reicht ein einziges Buch natürlich nicht für alle diese aufregenden Geschichten.
Darum erzähle ich dir nun, wie es mit der Herzensbande weiterging.
♥
Der Winter pustete uns seine kalte Luft ins Gesicht, als wir mit Lichtgeschwindigkeit in die Spielstraße sausten. Wir saßen auf Bens E-Tandem, und Pippo »observierte« die Gegend, wie er sagte. Das heißt, er guckte durch sein Fernglas. Pippo ist nämlich ein Detektiv, und die observieren den ganzen Tag. Der schläft nachts sogar mit dem Fernglas vor den Augen, weil er seine Träume sonst nicht findet, und so eine traumlose Nacht ist ja nun echt für die Katz.
Ich hatte die Aufgabe, unsere Ankunft in der Spielstraße zu verkünden. Die Aufgabe hatte ich mir höchstpersönlich erteilt, weil ich jetzt ein Megafon besaß und es so Spaß machte, damit laut zu sein. Meine Oma Herta hatte es mir geschenkt.
Gerade wollte ich unsere Ankunft übers Megafon verkünden, als Pippo rief: »Da!« und auf den Kletterbaum in der Spielstraße deutete. Als Ben bremste, sahen wir einen Mann im Baum sitzen und ängstlich runtergucken. Er trug einen grauen Anzug, hatte graue Haut und graue Haare. Ehrlich, der war grauer als ein Graubrot.
»Das ist aber ein komischer Vogel«, sagte ich. »Der sieht aus wie ein erwachsener Mensch. Was machst du denn da oben?«, rief ich ihm zu.
»Sie«, sagte Pippo.
»Wieso ›sie‹? Der ist doch keine Frau.«
»Nein, man sagt ›Sie‹ zu einem Erwachsenen, wenn man ihn nicht kennt. Das ist Erwachsenen-Sprache.«
»Ach so. Ich dachte, das macht man nur bei Lehrerinnen.«
»Da unten war eine schwarze Katze«, sagte der Mann. »Ich habe Angst vor Katzen. Und ich bin abergläubisch. Schwarze Katzen bringen Unglück. Deshalb bin ich hier hochgeflüchtet. Und jetzt komm ich nicht mehr runter.«
»Wir helfen dir!«, rief ich.
»Ihnen«, sagte Pippo.
»Wieso ›ihnen‹?«, fragte ich. »Da sitzt doch nur einer.« Mir war ja immer schon klar, dass Kinder und Erwachsene unterschiedliche Sprachen sprechen. Wenn meine Mama zum Beispiel zu mir sagt: »Räum dein Zimmer auf!«, verstehe ich: »Mach das irgendwann, wenn du Lust drauf hast.« Und wenn ich meinen Papa anbettele, dass ich auch mal ein Tier operieren will, sagt er: »Dazu musst du erst Tierärztin werden«, aber das heißt für mich nix anderes als: »In ein, zwei Wochen bist du so weit.« Immerhin hab ich ihm schon ganz oft zugeguckt, mein Papa ist nämlich Tierarzt. Aber dann erlaubt er es mir ja doch wieder nicht. Versteh einer die Erwachsenen!
»Ich komme zu dir rauf«, rief Hanna dem Mann im Baum zu. Weil die ihren Superheldinnenumhang trug und deshalb vor nix Angst hatte. Schon gar nicht vor dieser doofen Krankheit, die sie hat, Trisomie 21. Die macht zum Beispiel, dass sie sich nicht so gut konzentrieren kann. Hanna ist schüchterner als andere. Manche sagen, sie redet ein wenig undeutlich, aber das sagen meine Eltern auch über mich. Und die Leute glotzen sie manchmal an, als wäre sie eine Außerirdische. Dabei ist sie ein ganz normales Mädchen. Na gut, ganz so normal ist sie nicht, schließlich hat sie mit ihrem Superheldinnenumhang echte Superkräfte. Mit denen kann sie zum Beispiel ganz schnell den Kletterbaum hochklettern.
»Und wie bekommst du mich jetzt hier runter?«, fragte der Mann Hanna, als sie bei ihm oben war.
»Flieg mit ihm!«, rief ich ihr zu. Weil ich doch so gerne mal sehen wollte, wie die Superheldin Hanna flog.
Doch der graue Mann schüttelte panisch den Kopf. »Bitte nicht!«, kreischte er.
