Finale auf Föhr - Martin Dodenhoeft - E-Book

Finale auf Föhr E-Book

Martin Dodenhoeft

3,8

Beschreibung

Wattwanderer entdecken den toten Seniorchef einer Hamburger Rederei. Und auch der Juniorchef, Martin Siewering, kehrt nicht von seinem Yacht-Ausflug zurück. Die ermittelnden Kommissare vom Festland fragen sich, wem das Verschwinden der Reedereibesitzer nützen könnte. Martins Ehefrau, dem Konkurrenten einer kleineren Reederei, dem unfreundlichen Fährkapitän, der mit den Toten im Streit lag, oder ...? Mitten in das Geschehen auf der beschaulichen Insel geraten ein Verlegerehepaar auf Urlaub und die Inselpolizei. Es gelingt ihnen, der Kripo vom Festland immer einen Schritt voraus zu sein...

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Seitenzahl: 283

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Martin Dodenhoeft

Finale auf Föhr

Föhr Krimi

Prolibris Verlag

Dies ist ein Roman, dessen Personen und Handlung frei erfunden sind, auch wenn er in der ganz realen Inselwelt von Föhr spielt. Ich habe mir jedoch die Freiheit genommen, manches zu ändern oder zu erfinden. Eventuelle Übereinstimmungen mit lebenden oder verstorbenen Personen wären zufällig und keinesfalls beabsichtigt.

Der Insel Föhr und allen,

die sie lieben.

Hauptpersonen des Romans

Renata von Brandes, 42

Verlegerin, begeisterte Föhr-Urlauberin

Carl von Brandes, 44

ihr Mann, ausgewiesener Oldtimerliebhaber, Hobbydetektiv

Klaus-Henning Asmussen, 44

Hauptkommissar, Leiter der Föhrer Polizeistation,

Carls Schulfreund

Alexander Seyfried, 32

karrierefixierter Kriminalhauptkommissar aus Kiel

Peter Kohlmann, 58

Polizeioberkommissar aus Kiel

Jörn Peters, 52

Polizeihauptmeister

Achim Lohns, 48

Polizeiobermeister

Ina Meyer, 21

Polizeischülerin

Jörg Wachter, 21

Polizeischüler

Peter van Aertsen, 47

Asmussens ehemaliger Kollege aus Hamburg

Hans-Jürgen Hansen, 78

Wattführer

Caroline Schweiger, 31

attraktive Deutsch-Engländerin mit einem Geheimnis

Matthias Schweiger, 32

ihr Mann, ein aufstrebender Junghistoriker

Catherine Schweiger, 5

ihre aufgeweckte Tochter

Richard Spencer-Brown, 56

Vater von Caroline Schweiger

Hermann Siewering, 84

Seniorchef einer angesehenen Hamburger Reederei

Martin Siewering, 52

sein Sohn und Nachfolger als Reeder

Helen Siewering, 34

Ehefrau von Martin

Tamara, 23 und Leon, 19

Martins Kinder aus erster Ehe

Arfst Iversen, 67

Haushälterin der Siewerings auf Föhr

Jan Harksen, Spitzname: »Franz Branntwein«, 33

der stets gut informierte Chef des Kurmittelhäuschens

Frauke Harksen, 41

Jans Schwester, Ex-Frau Asmussens, tüchtige Zimmer- und

Restaurantwirtin

Ekke Knudsen, 40

Inseljournalist mit Ambitionen

Jan-Willem Petersen,63

Fährschiffskapitän

Omme Tadsen, 50

Hafenmeister im Sportboothafen Wyk

Ingken Tadsen, 22

seine Nichte

27. Dezember 1977, 18:15 Uhr

Die Straße war nicht vereist, aber regennass und rutschig. Mit Mühe brachte sie ihren VW Käfer zum Stehen und schaltete das Warnblinklicht ein.

Der BMW war mit hoher Geschwindigkeit von hinten herangekommen, direkt vor der Kurve an ihr vorbeigezogen, und dann hatte der Überholer die Kontrolle über seinen Wagen verloren. Etwa 30 Meter vor ihr war die weiße Limousine seitlich auf einen der Alleebäume geprallt und bot jetzt einen fürchterlichen Anblick.

Die junge Frau lief auf das seitlich eingeknickte und zertrümmerte Wrack zu. Das Auto war zum Glück nicht in Brand geraten. Ein Bundeswehrsoldat in Uniform, der ebenfalls an der Unfallstelle angehalten hatte, holte sie ein. Er leuchtete mit einer Taschenlampe in die Trümmer hinein und keuchte auf. Die Fahrerin und das kleine Kind waren tot. Die junge Frau fiel langsam auf die Knie, krümmte sich vornüber zusammen und barg schluchzend ihr Gesicht in den Händen.

Wattwanderung

Missmutig setzte Carl von Brandes seinen rechten Fuß ins knöcheltiefe Wasser, dann den linken. Prompt auf einen scharfkantigen Muschelrest. Gerade noch unterdrückte er einen Aufschrei. Zu peinlich. »Sag mal, Reni«, setzte er an.

Renata von Brandes tat, als hörte sie nichts. Sie war nicht autoritätshörig, war sie noch nie gewesen, und auf den Namen Reni hörte sie schon gar nicht. Und ihr Mann flößte ihr wenig Respekt ein. Jedenfalls keinen Respekt im Sinne von ehrfurchtsvoller Anbetung. Autorität im klassischen Sinne hatte er vielleicht im Verlag, bei den Druckereien, bei den Autoren und vor allem den Autorinnen. Ja, ja, er konnte durchaus charmant sein, manchmal definitiv zu charmant. Früher war er zurückhaltender gewesen. Da hatte sie weniger aufpassen müssen. Aber diese Art von Autorität verflüchtigt sich schnell, wenn man jeden Tag die Unterhosen eines Mannes wäscht. Oder jedenfalls weiß, dass die Haushaltshilfe das macht. Ob die jetzt eigentlich die Gardinen ...

Reni! Das ging zu weit. Tante Reni war die Person, die auf ihrer persönlichen Rangliste der unbeliebtesten Menschen Deutschlands noch weit über verschiedenen machtbesessenen politischen Wendehälsen aller Couleur anzusiedeln war. Reni sagte Carl immer zu ihr, wenn er sie ärgern wollte. Ging sie darauf ein, würde sie unweigerlich eine Debatte über ihre Familie im Allgemeinen und Tante Reni im Besonderen entfachen. Carl mochte Reni, aus einem unerfindlichen Grund. Nein, diesen herrlichen Urlaubsmorgen würde sie sich nicht mit solchen Diskussionen verderben lassen.

Brüsk wandte sie sich ab und schloss dichter zur Gruppe auf. Etwa 40, 50 Leute – überwiegend Pärchen wie sie und Carl, einige mit Kindern – schlurften und platschten durch das knöcheltiefe Wasser am Dunsumer Deich hinter dem Wattführer her. Schon am frühen Morgen strahlte Hans-Jürgen Hansen eine geradezu penetrante Fröhlichkeit aus. Ein kleiner, drahtiger Mann, Mittsiebziger, wenn nicht älter. Die Haut tiefbraun, aber recht zerknittert, der war ja immer draußen. Ziemlich dünne Beine, sehnig, Typ Marathonläufer. Carl würde später nicht so aussehen. Der erste Rettungsring war schon in Sicht, ha!

Mit seiner angenehm tiefen Stimme verkündete der Wattführer gerade, was allerdings jeder wusste: Sylt zur Rechten, Amrum zur Linken! Viel war ja eigentlich nicht zu sehen. Hinter dem in der frühen Morgensonne glitzernden nassen Watt erhoben sich flache, hellbraun-grünliche Dünenketten mit hellerem Saum. Die Häuser von Hörnum auf Sylt. In der Ferne im Nordosten konnte man sogar Hochhäuser sehen, hässlich in die Gegend geklotzte Quader. Sah aus, als stünden die direkt im Wasser. Wo standen die noch? Kampen, Westerland? Trotz des morgendlichen Dunstes war auch der Amrumer Leuchtturm gut zu erkennen. Renata atmete tief ein. Was hier zählte, war Himmel, weiter, endloser, hellblauer Himmel, Wasser und die gute Seeluft.

Der Wattführer dozierte fröhlich weiter: Entstehung der einzigartigen Landschaft durch Ebbe und Flut. Ökologisch ganz besonderer Lebensraum für zahlreiche Tiere. Wattwürmer – nachher wollte er einen ausgraben. Bäh. Kein Bedarf. Immer bei den anderen bleiben! Nur in der Gruppe übers Watt nach Amrum gehen, nur mit erfahrenem Wattführer! Vor Jahren sei eine ganze Gruppe wegen eines unerfahrenen Amateurs in Gefahr geraten, man habe sie in letzter Sekunde gerettet! Und auch vor Kurzem sei wieder ein Einzel-Wattwanderer spurlos verschwunden!

Carl, erneut: »Sag mal, Liebes« – schon besser! – »ist dir klar, dass wir zu Urlaubsbeginn diese Wanderung zu einer zivilen Zeit machen konnten?«

Was sollte das jetzt? Es stimmte zwar, dass sie unbedingt heute gehen wollte, weil es ihr an anderen Tagen halt nicht so gut gepasst hatte. Aber warum das zugeben? Sie zögerte kurz und griff dann auf das probate Mittel der Retourkutsche zurück. Wessen zahlreiche Aktivitäten in der Vorwoche waren ebenfalls stets wichtiger als die traditionelle Wattwanderung nach Amrum gewesen? Einschließlich des Vormittags, den er damit verbracht hatte, sein kostbares Auto von Möwenklecksen zu befreien und auf Hochglanz zu polieren.

Doch Renata wusste: Hier und jetzt, an diesem herrlichen, über dem Watt noch kühlen Sommermorgen, war wieder einer der kleinen Entscheidungsmomente im Leben, eine der Gabelungen erreicht, wenn auch eine der unbedeutenderen. Nichts im Vergleich zu damals, als sie sich zwischen Carl und Heinz-Martin entscheiden musste. Oder als sie vor der Frage gestanden hatte, ob sie den Verlag ihres Vaters weiterführen sollte oder nicht. In diesem Augenblick entschied sie sich für einen der erprobten klugen Wege: den Liebesbeweis. Sie beschleunigte ihren Schritt, drehte sich um und stellte sich vor ihn, sodass er nicht weitergehen konnte, reckte sich auf die Zehenspitzen, küsste ihn auf die Nase und sagte einfach: »Ich liebe dich. Erst recht, wenn du mich ärgern willst. Es wird dir sowieso nicht gelingen.«

Erst zögernd, dann innig schloss Carl die Arme um seine Frau. Sie fühlte sich gut an, ein wenig kühl an den Oberarmen – es war ja doch noch recht frisch heute Morgen – aber gut. Immer noch, immer wieder. Wer konnte da widerstehen?

»Matsche-Platsche-Mann lieb!«

Über den Kopf seiner Frau hinweg bemerkte Carl in weiter Ferne eine Schar Möwen, die um irgendetwas herumflatterten, immer wieder aufflogen und niederstießen, dort offenbar an irgendetwas pickten und rissen. Hier ein Felsen, an dem sich Krebse sammelten, ein gefundenes Fressen für Möwen? Er konnte sich nicht erinnern, im letzten Jahr hier Felsen gesehen zu haben, aber die See arbeitete ja unermüdlich an der Veränderung der Landschaft. Vielleicht ein Haufen Steine, Steine für die Föhrer Gartenmauern!

Er erinnerte sich an die unerfreuliche Begegnung mit einer Frau, die im Watt große Steine gesammelt hatte. Er und sein Sohn Alex hatten im vergangenen Sommer unwissentlich einen ihrer mühsam gesammelten, kostbaren Steine genommen und in den nächsten Priel geworfen. Wie eine Furie war die Frau über sie hergefallen. Er und Alex hatten sich unter lahmen Entschuldigungen verzogen. Sein Verhalten: Alles andere als souverän! Darüber hatte er sich tatsächlich geärgert, weniger über die dumme Kuh, die völlig unangemessen auf die kindlichen Vergnügungen der beiden reagiert hatte.

Plötzlich blockierte etwas seinen Weg. Er schlug der Länge nach auf das noch feuchte Watt, dass es klatschte. Mit einem lauten Fluch stemmte er sich auf. Die linke Schulter schmerzte teuflisch. Hose und Shirt waren seitlich klatschnass. Na super. Wenigstens hatte er geistesgegenwärtig die Kamera vor dem Nasswerden gerettet.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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