Flunkertiger und Wahrheitshörnchen - Barbara Baumgarten - E-Book

Flunkertiger und Wahrheitshörnchen E-Book

Barbara Baumgarten

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Beschreibung

Paul macht den Flieger seines Freundes kaputt. Doch wird man ihm glauben, dass es ein Versehen war? Lea und Sophie haben ein Geheimnis, das eines der Mädchen schließlich in große Gefahr bringt. Darf Sophie ihr Schweigen brechen? Flunkertiger und Wahrheitshörnchen wissen Rat! Die beiden Freunde wohnen zusammen in einem gemütlichen Baumhaus unweit der Stadt. Es ist ein sicherer Ort und Besuch ist immer willkommen. Mit Humor und liebevoll gezeichneten Illustrationen führen die zehn Geschichten in die Welt von Flunkertiger und Wahrheitshörnchen ein. Dabei werden altersgerecht vermeintlich gute und schlechte Gründe für das Ehrlichsein oder das Lügen beleuchtet und gegeneinander abgewogen. Die Fragen am Ende eines jeden Kapitels laden dazu ein, sich tiefer mit den Geschichten auseinanderzusetzen.

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Seitenzahl: 71

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Barbara Baumgarten
Stefanie Kolb
10 Vorlesegeschichten für Kinder
Ernst Reinhardt Verlag München
Inhalt
Wer sind Flunkertiger und Wahrheitshörnchen?
8
Ich war das nicht!
10
Der Lieblingstag
23
Lotta hat Stinkefüße
29
Meine Mutter kommt gleich!
34
Opa Gustav und der quietschbunte Pullover
39
Wir haben in Deutsch nichts auf!
46
Lohnt sich das?
57
Mein Mountainbike hat sogar 27 Gänge
65
Sag ich es oder sag ich es nicht?
75
Das bleibt aber unser Geheimnis!
84
7
Wer sind Flunker tiger
und Wahrheitshörnchen?
Flunkertiger und Wahrheitshörnchen sind Freun-
de. Sie kennen sich schon ewig. Gemeinsam leben
sie in einem gemütlichen Baumhaus unweit der
Stadt. Es hat ein rotes Dach. Ihre Veranda ist
mit bunten Lichtern geschmückt. Jeder, der sie
besucht, fühlt sich sofort pudelwohl. Die Holzdie-
len knarren heimelig bei jedem Schritt. Das Son-
nenlicht strahlt durch die großen Fenster. In der
Küche hängen Becher, Kochbesteck und Pfannen
an der Wand. Im Wohnzimmer laden eine gemüt-
liche Sitzecke und Ohrensessel zum Verweilen
ein. Im Winter sorgen zwei Kaminöfen für wun-
derbare Wärme.
Flunkertiger und Wahrheitshörnchen lieben
Gesellschaft und freuen sich immer über Besuch.
Flunkertiger hat viele schwarze Streifen auf
seinem braunen Fell. Seine Ohren sind spitz ge-
formt und seine Pfoten sind so groß wie Bären-
pranken. Wahrheitshörnchen hat viele Sommer-
sprossen in ihrem blassen Gesicht. Ihr Fell ist rot.
An ihren Ohrenspitzen und ihrer Schwanzspitze
hat sie weiße Fellbüschel. Sie trägt eine runde
Brille, die ihr manchmal auf die Nasenspitze
rutscht.
8
Die meisten Stadtbewohner kennen die bei-
den. Häufig kommen sie vorbei und fragen um
Rat. Flunkertiger und Wahrheitshörnchen haben
schon viel erlebt. Sie können dadurch oft weiter-
helfen. Die beiden diskutieren teilweise lebhaft
miteinander. Nicht immer sind sie einer Meinung.
Dennoch finden sie in ihren Gesprächen oftmals
eine gemeinsame Lösung. Dadurch sind sie für
viele ein Vorbild.
9
Ich war das nicht !
Wütend starren sich Paul und Jakob an. Sie sind
auf dem Pausenhof und wollten eigentlich mitei-
nander spielen.
„Das ist mein Flieger, lass deine Finger davon“,
schreit Jakob. „Du machst ihn mir ja kaputt!“
„Ich habe aber auch daran mitgebaut! Ohne
mich lägen hier immer noch 100 Einzelteile rum“,
brüllt Paul zurück.
„Trotzdem! Es ist MEIN Flieger.“
„Ich will doch nur damit spielen. Du hast es
mir versprochen!“
„Aber jetzt spiele ich damit! Lass ihn sofort
los …!“
„Sonst …?“, fragt Paul
mit schriller Stimme.
„Sonst bist du nicht
mehr mein Freund!“,
droht ihm Jakob. Er
verzieht finster sein
Gesicht.
„Behalte doch dei-
nen blöden Flieger!“,
antwortet Paul ver-
letzt. Der ist so gemein.
10
Erst braucht er meine Hilfe und jetzt will er nicht
mal mehr mein Freund sein. Soll er doch mit sei-
nem doofen Flieger alleine spielen!, denkt er sich
und stampft wütend davon.
„Was glotzt ihr denn so!“, faucht er dabei
seine Klassenkameraden im Vorbeigehen an. Sie
hatten sich neugierig um die Streithähne versam-
melt. „Die Show ist vorbei!“
Jakob schaut sich derweil triumphierend um:
„Geht doch!“ Endlich hat der es kapiert und ich
habe meine Ruhe. Unschlüssig steht er aber nun
mit seinem Flieger da. Irgendwie macht ihm die
Pause nach dem Streit auch keinen Spaß mehr.
Die Schulglocke läutet. Jakob verstaut seinen
Flieger in einem Karton. Er legt ihn vor der Klas-
senzimmertür in sein Fach zu seinem Turnbeutel.
Die beiden Freunde würdigen sich keines Bli-
ckes, als sie das Klassenzimmer betreten. Wäh-
rend des Unterrichts kann sich Paul kaum kon-
zentrieren. Ich möchte doch nur mal mit dem
Flieger spielen. Ist das wirklich zu viel verlangt?
„Herr Sommer? Darf ich zur Toilette gehen?“,
fragt Paul schließlich. Sein Klassenlehrer erlaubt
es. Er bittet ihn aber, beim nächsten Mal in der
Pause zu gehen.
Paul beeilt sich. Er will gar nicht zur Toilette
gehen, sondern heimlich Jakobs Flieger anschauen.
Hektisch nimmt er den Karton aus dessen Fach.
Nur mal kurz damit spielen!, denkt er sich.
Plötzlich öffnet sich die gegenüberliegende
Klassenzimmertür. Malte steht vor ihm. Paul er-
schrickt fürchterlich und es passiert … Der Karton
11
rutscht ihm aus der
Hand! Der Flieger
fällt krachend zu
Boden.
„Scheibenkleis-
ter! Warum er-
schreckst du mich
so?“, fährt Paul
Malte geschockt
an.
„Was machst du
denn da?“, fragt Malte
neugierig zurück.
„Ich wollte mir nur kurz den
Flieger anschauen.“ Entsetzt schaut er auf die
in alle Richtungen verstreuten Einzelteile. Vom
Flieger ist nicht mehr viel zu erkennen. „Wegen
DIR ist er jetzt kaputt!“, sagt er erbost.
„Aber ICH kann doch nichts dafür!“, vertei-
digt sich Malte.
„Jakob wird mir nicht glauben, dass ich das
nicht mit Absicht gemacht habe. Du hast doch
vorhin unseren Streit mitbekommen. Bitte!
Kannst du nicht sagen, dir ist der Flieger runter-
gefallen? Bitte, bitte!“, bettelt Paul. „Dir wird
Jakob bestimmt glauben, dass es ein Versehen
war!“
„Aber ich habe doch gar nichts damit zu tun!“,
antwortet Malte entrüstet.
„Bitte!“, fleht ihn Paul noch einmal an.
In dem Moment geht die Klassenzimmertür
auf. Herr Sommer steht vor ihnen.
12
„Was macht ihr da?“, fragt er streng. „Ihr
habt Unterricht! Und warum liegt der Flieger auf
dem Boden?“
Da stürmt Jakob aus dem Zimmer und betrach-
tet das Chaos auf dem Boden!
„Paul! Sag mal spinnst du? Du hast meinen
Flieger kaputt gemacht!“ Wütend schaut er sei-
nen Freund an.
„Nein, nein! So war das nicht! Malte ist der
Flieger aus der Hand gefallen. Er hat sich er-
schreckt, als ich aus dem Zimmer kam! Ich habe
ihm nur beim Aufräumen helfen wollen!“ Flehend
schaut Paul Malte an. Dieser reißt entsetzt die
Augen auf.
„Stimmt das?“, fragt Herr Sommer prüfend.
Auch Jakob wirkt überrascht.
„Du?“, fragt er verblüfft.
Malte schaut nacheinander zu Jakob, Herrn
Sommer und Paul. „Ich, ich …“ Paul sieht ihn
ganz blass an. „Okay!“, zögert er
schließlich. „Ja, ich war es.
Ich wollte mir nur
kurz den Flieger
anschauen.
13
Es war genauso, wie es Paul gesagt hat.“ Malte
läuft rot an. Warum lüge ich nur für ihn. Jetzt be-
komme ich bestimmt Ärger, denkt er ängstlich.
Paul atmet erleichtert auf. Glück gehabt!
„Malte! Man geht nicht ungefragt an fremde
Sachen, schon gar nicht während des Unterrichts.
Du bekommst eine Strafarbeit. Entschuldige dich
sofort bei Jakob!“
„Aber …!“ Malte schaut finster zu Paul. Der
weicht seinem Blick aus und sieht verlegen zu
Boden. Damit hatte Paul nicht gerechnet. Mann,
das wollte ich echt nicht!, macht er sich in Gedan-
ken Vorwürfe.
Das ist total unfair, denkt sich hingegen Malte.
Ich bekomme jetzt den ganzen Ärger, nur weil
Paul seine Finger nicht vom Flieger lassen konnte.
Jetzt steht er nicht mal dazu, der Feigling!
„Kein Aber! Du wirst daraus lernen!“, antwor-
tet Herr Sommer.
Malte schaut Paul erneut an. Aber auch dieses
Mal bleibt der stumm!
Warum lässt mich Paul so im Stich?
„Entschuldigung, Jakob!“, presst er zwischen
seinen Zähnen hervor. Er hat Mühe, seine Wut
auf Paul zu verbergen.
Jakob schaut ihn sauer an. Er ist total ent-
14
täuscht von Malte. Wieso geht er einfach an mei-
nen Flieger?, fragt er sich.
Herr Sommer fordert die Jungs auf, ihren
Streit beizulegen.
„Räumt die Teile in den Karton und dann ab in
den Unterricht!“ Zu Malte gewandt, sagt er: „Du
schreibst bis morgen auf, warum man nicht an
fremde Sachen geht!“
Malte nickt betroffen und schaut dann wütend
zu Paul. Dieser läuft rot an. Mit seinen Augen
bittet er Malte um Verzeihung. Aber der ist zu
sehr damit beschäftigt, die Ungerechtigkeit zu
verdauen.
Der Unterricht geht inzwischen weiter. Paul ist
mit den Gedanken jedoch ganz woanders. Er hat
so ein schlechtes Gewissen gegenüber Malte
und auch Jakob. Aber wenn ich jetzt die Wahr-
heit sage, dann bekomme ich noch mehr Ärger! Er
senkt niedergeschlagen den Kopf. Wie enttäuscht
mich Malte angeschaut hat! Paul versucht, den
Gedanken daran abzuschütteln. Aber es gelingt
ihm nicht.
Nach dem Unterricht kommt dann ausgerech-
net auch noch Jakob auf ihn zu.
„Entschuldigung, dass ich dich vorhin verdäch-
tigt habe! Ist bei uns wieder alles paletti?“, fragt
er Paul. „Das hätte ich Malte nie zugetraut!“, er-
gänzt er noch verwundert.
„Klar!“, stammelt sein Freund. Jetzt fühlt er
sich erst richtig schlecht. Ich muss hier weg! Das
15
halte ich sonst nicht mehr aus, denkt er verzwei-
felt.
„Du … ich muss los! Wir sehen uns morgen!“,
stottert Paul. Bevor Jakob reagieren kann, eilt
er mit großen Schritten davon. Während des Ge-
sprächs hatte er den Geistesblitz: Ich fahre zu
Flunkertiger und Wahrheitshörnchen. Die wissen