Formiculing - Ulrich E. Fischer - E-Book

Formiculing E-Book

Ulrich E. Fischer

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Beschreibung

Formiculing ist ein Wortspiel. Es bezeichnet zum einen die in diesem Buch vorgestellte formelhaft reduzierte Methode, sich in Form zu bringen, zum anderen den dafür zu betreibenden minimalen Aufwand, dessen Effizienz an den beispielgebenden Aktivitäten der winzigen Ameise (lat. formica) versinnbildlicht wird, diesem faszinierenden Insekt mit erstaunlichen menschlichen Eigenschaften. Tatsächlich sind nur täglich sieben Ameisenschritte der Körperertüchtigung zwischen Tür und Angel zum Erreichen und Bewahren natürlicher Stärke nötig. Bei Formiculing geht es aber auch um Lebensstil-Fragen, die eine dauerhafte Vitalität begünstigen, wenn nicht sogar bedingen. "Die Todesursache eines Menschen ist sein Leben", wußte schon der Philosoph Voltaire. Weniger als Formiculing kann kaum angeboten werden, um euch zu dem Lebewesen, als das ihr gedacht seid, im Verlauf eines natürlichen Prozesses altersunabhängig zu normalisieren. Formiculing stellt mit detailiert begründeten Vorschlägen zu einer präventiven Lebensweise, deren wichtigste Komponente eine natürliche Beanspruchung der Muskulatur ist, eine aktive Strategie gegen Lebensverkürzung dar. Mit jeder täglichen einfachen Formiculing-Übung kehren wir schrittweise zu unserer wahren Natur zurück und erfüllen damit das Gebot, unser wahres Selbst wiederzufinden oder weiterzuentwickeln.

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Seitenzahl: 118

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Der Autor hat bei der Erstellung dieses Buches Informationen und Ratschläge sorgfältig recherchiert und geprüft. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Autor und Verlag können keinerlei Haftung für etwaige Schäden oder Nachteile übernehmen, die sich aus der praktischern Umsetzung der in diesem Buch dargestellten Inhalte ergeben.

INHALT

Liebe Freunde!

Vertrauen

Formiculing?

Nichs zuviel!

Nichts zuwenig!

Defizite

Zurück zur Natur

Überzeugungen

Wie innen, so außen

Harmonie

Irrwege

Zufriedenheit

Elementares

Spirituelles

Randbedingungen

Was und wieviel trinken?

Was und wieviel essen?

Wie essen und trinken

Sinne

Vermeidbares

Zum Schluß

Einführung / Übungstipps

Übungstipps mental

Übungstipps praktisch

Jetzt geht es los!

ANLEITUNG

Wollt ihr mehr?

ANHANG

Honigtau melken

Selbstmedikamentierung

Selbstheilungskräfte

Schlafmangel

Zentrierung

Trainings-Zwangspausen

Auseinanderfallen

Nervenzentren

Gifteinlagerung

Atmung

Hautfunktionen

Schneller als Stärkere

Umfeld als Stilleben

Smartphone-Präsenz

Kleine Süchte

Naturentfremdung

Das Maß aller Dinge

Hand- und Fingerzeichen

Muskelkommunikation

Kleinteilige Funktionsdefekte

Wunschdenken?

LIEBE FREUNDE!

Jeder hat wohl am eigener Leibe oder in seinem Bekanntenkreis die physiotherapeutische Rehabilitation nach einem Arm- oder Beinbruch kennengelernt, bis die Normalfunktion der betroffenen Extremität wiederhergestellt war. Mehr als diese Normalfunktion brauchen wir in der Zivilisation eigentlich kaum. Was darüber hinausgeht, ist eitle Kosmetik zu nennen - sofern wir damit nicht sportlichem Ehrgeiz frönen oder spezielle Berufsbedingungen erfüllen müssen. Heute aber wird von vielen nicht einmal die Minimalanforderung an die körperlichen Grundfähigkeiten eines halbwegs gesunden Menschen erfüllt.

Anstatt vorzugeben, wofür dem Laien eine klare und eindeutige Begriffsbestimmung fehlt, fordere ich euch auf, einmal zu überprüfen, was für euch persönlich eine normale, gesunde körperliche Verfassung ist, und euch daran zu messen.

Wer mit sich zufrieden ist, soll mit sich zufrieden bleiben. Sollten sich aber bei ehrlicher Selbsteinschätzung Defizite herausgestellt haben, biete ich die Möglichkeit zur einfachen Durchführung von Korrekturen an.

Diese Möglichkeit stelle ich als Formiculing vor, ein simples, gleichwohl umfassendes Übungs-System, das jeden zwischen Tür und Angel von Kopf bis Fuß ziemlich mühelos fit machen kann, fit im Sinne der Befriedigung des Ur-Bedürfnisses, sich stark zu fühlen. Ein solches Gefühl war für den Steinzeitmenschen unabdingbar, um in seinem Umfeld, insbesondere unter seinesgleichen, mit Imponiergehabe beeindrucken zu können, und eine adäquate Körpersprache ist heute immer noch für die Selbstbehauptung von Vorteil.

Wo würde sich die Marke eurer körperlichen Leistungsfähigkeit zwischen »möglich« und »unmöglich« auf einer Skala von 0 – 100 befinden? Von Geburt an liegt sie zunächst bei 50 und sollte dort zeitlebens bleiben. Aktuell haben diesen Wert jedoch die wenigsten vorzuweisen

Gehen wir davon aus, daß in jedem Menschen seine Vollkommenheit angelegt ist, kann es sich bei maßvollen Bemühungen um Kraftzuwachs auch um ein Element selbstverpflichteten Strebens handeln, diese Vollkommenheit zu verwirklichen. Letztlich sollten alle Schritte zur Erhaltung oder Wiedererlangung der ursprünglich in uns angelegten physischen Leistungsfähigkeit eine idealistische Komponente beinhalten und eine individuelle Kulturleistung sein. In diesem Sinne möchte ich mit Formiculing zu einem jedermann verfügbaren Mindestmaß an Körperertüchtigung beitragen. Das ist mir deshalb wichtig, weil alles, was wir tun – ob wir es wollen oder nicht – in einem überpersönlichen Zusammenhang auch mit den alltäglichen Dingen des Lebens steht. Dem Ausübenden sollte seine Mitverantwotung für das bewußt sein, was sich hinter seiner von mir angeregten Aufwertung verbirgt.

VERTRAUEN

Ich weiß wovon ich rede. Ich praktiziere Karate-Do seit fast vier Jahrzehnten, davon die Hälfte mit Fachübungsleiter-Lizenz als Vereins-Trainer. Dabei habe ich eine Menge Erfahrungen gesammelt und auch zur Erhaltung meiner eigenen Fitness erfolgreich umgesetzt. Bei der hier relevanten Thematik habe ich vornehmlich die körperlichen Anforderungen im Blick, die an den gesundheitsbewußten Freizeitsportler gestellt werden, um daraus verallgemeinernde Schlüsse für die Kräftigung auch und gerade sportlich nicht Aktiver abzuleiten. Amateursport, egal um welchen es sich handelt, ist eigentlich nur ein gesundes Hobby für maßvoll Ehrgeizige. Er ist aber genauso wie Leistungssport auf den Vergleich selektiv eindimensionaler Leistungsziele ausgerichtet, sei es im Wettkampf mit anderen, sei es um persönliche Rekorde zu erreichen. Solches anzustreben, hat zumindest eine Komponente des olympischen Mottos »höher, schneller, weiter (stärker)« und setzt auf jeden Fall einige Opferbereitschaft voraus. Nichts gegen eine gewisse Sportlichkeit, aber man kann bei Beachtung einiger Grundsätze auf einfachem Wege, auch ohne sich sportlich zu messen, vital sein und bleiben. Wollt ihr euch flexibel, ohne große Anstrengung und mit geringem Zeitaufwand kräftigen? Dann seid ihr meine Zielgruppe. Ihr haltet hier den passenden »Light«faden zum Erreichen und dauerhaften Erhalten natürlicher Stärke in den Händen.

FORMICULING?

Ja, das ist zunächst einmal nur ein Wortspiel: Formiculing bezeichnet zum einen die in diesem Buch vorgestellte formelhaft reduzierte Methode, sich in Form zu bringen, zum amderen den dafür zu betreibenden minimalen Aufwand, dessen Effizienz an den beispielgebenden Aktivitäten der winzigen Ameise (lat. formica) versinnbildlicht wird, diesem faszinierenden Insekt mit erstaunlichen menschlichen Eigenschaften.

Wenn die Förster von den „kleinen Giganten des Waldes“ sprechen, meinen sie die Waldameise wegen ihres riesigen Beitrags zur Aufrechterhaltung des natürlichen Gleichgewichts im Ökosystem ihres ausgedehnten Biotops. Denn abgesehen davon, daß die Ameisen für einen gut aufgelockerten Waldboden sorgen, vertilgen sie mancherlei Insekten und verbreiten die Saat hunderter verschiedener, meist bodennah wachsender Pflanzenarten, deren Samen ein kleines, leckeres fett- oder proteinreiches Anhängsel haben, weswegen sie von den Ameisen nach Hause getragen werden, um ihren Speiseplan zu bereichern.

Älteste fossile Funde von Ameisen – bekannt sind die Einschlüsse in Bernstein – stammen aus der Kreidezeit, sind also an die 100 Millionen Jahre alt. Demnach müßte die Ur-Erinnerung der Ameisen, wenn es eine solche gäbe, bis zu der Zeit zurückreichen, als ihresgleichen den Sauriern Gesellschaft leistete. Da gab es noch längst keine Menschen. Wäre die Zeit seit Bestehen der Ameisenstaaten 24 Stunden, hätten die Menschenstaaten erst knapp 9 Sekunden erlebt. Geht der moderne Mensch den Weg der Naturzerstörung weiter so beschleunigt wie bisher, könnte die Existenz der Ameisen eines nicht fernen Tages ohne das Intermezzo ihrer größten Plage, der Homo sapiens des 21. Jahrhunderts, fortdauern wie eh und je.

Die aufgrund ihrer unvorstellbar langen Erfolgsgeschichte ewig zu nennende Ameise, historisch betrachtet, gewissermaßen ein überlebender Micro-Saurier, ist vollkommen, von Anfang an perfekt, sonst hätte sie nicht alle Zeiten überdauert.

Laut der allgemeinen soll jedes hundertste Lebewesen auf der Erde eine Ameise sein, und alle Ameisen zusammen genommen hätten schätzungsweise das Gewicht der gesamten Menschheit.

Ameisen erreichen ein für Insekten respektables Alter. Ihre Königinnen leben bis zu 25 Jahre, die Arbeiterinnen bis zu 6 Jahre. In Bezug auf Kraft ist anzumerken, daß formica auf ihren an die 100 m langen Transportwegen bis zum 20fachen ihres Eigengewichts schleppen kann.

Tatsächlich sind Ameisen in mancher Hinsicht fast so etwas wie Mini-Menschen. Sie bilden Staaten, üben in einer arbeitsteiligen Gesellschaft Berufe im Innen- und Außendienst aus, betreiben Viehzucht (Blattläuse) und Vorratswirtschaft, sind Allesfresser, kennen Keimhemmstoffe, stellen brotähnliche Nahrung her, bauen Straßen und beschaffen sich Sklaven (Hilfsameisen) durch Raubzüge zu anderen Ameisenvölkern. Ja, es gibt sogar Fälle, in denen eine Ameisenkönigin in ein fremdes Ameisennest eindringt und dort die herrschende Königin umbringt, um dann ihre Stelle einzunehmen. Ameisen treffen Vorsorgemaßnahmen, wenn Regenwetter zu erwarten ist, klammern sich bei Überschwemmungen zu Flößen zusammen und lassen sich auf dem Wasser treiben, bis sie wieder festen Grund unter den Füßen haben. Ein Beispiel mehr von scheinbarer Ameisenintelligenz stellt die Beobachtung dar, daß diese Insekten einen Obstbaum-Leimring durch Auftragen von Erdklumpen überbrücken, um zu den Blattläusen in der Baumkrone zu gelangen, und droht dem Blattlausbaum Raupenbefall, hat er mit der Ameise einen wehrhaften Verteidiger.Aus dem frühen Mittelalter ist die Einsicht des heiligen Augustinus überliefert: »DEUS IN MINIMIS MAXIMUS« (Gott ist in den kleinsten Dingen am größten). Zu Recht dient die Ameise in diesem Buch als anthropomorphisierte Symbolfigur unserer Übungen, zu der mich der für den Oscar nominierte SciFi-Film »Formicula« der 1950er Jahre inspiriert hat. Der handelt von außer Kontrolle geratenen Riesenameisen, die auf einem ehemaligen Testgelände für Atomwaffen durch Strahlung mutiert sind. Interessant im Zusammenhang mit unseren Zielstrebungen ist das cineastisch verdeutlichte Potenzial dieser Insekten. Lassen wir hier Formiculing einfach als nicht völlig abwegige Metapher für Muskelbildung light stehen.

NICHTS ZUVIEL

Es gibt genug unter uns, die haben irgendwann einmal, wenn nicht mit dem mehr oder weniger regelmäßigen teuren Besuch eines Fitness-Studios, dann vielleicht mit Heimtraining an kostspieligen Geräten, Jogging, Walking, Schwimmen und dergleichen angefangen, um für sich selbst etwas zu tun und damit zu mehr Wohlbefinden zu gelangen. Und meistens endete die Initiative wie der berühmte gute Vorsatz an Silvester. Gerade wenn es sich um Muskelaufbau handelt, zeigen sich Parallelen zum Yoyo-Effekt der Schlankheitsprogramme. Man neigt mit dem ersten Schwung dazu, sich von der Werbung beförderte ehrgeizige Ziele zu setzen, und muß bald feststellen, daß man die Sache mit zu hohen Erwartungen angegangen ist. Bei geschwächter Motivation kann man dann nicht lange standhaft bleiben und fällt schließlich wieder in die unerwünschte Ausgangssituation vor der Aufnahme des vermeintlichen Erfolgstrainings zurück, bar der vielversprechenden, unter Umständen teuer bezahlten Illusion.

Der schon x-ten Variation eines Gesundheitsthemas in den Medien ist wieder enmal zu entnehmen, daß nach dem heutigen Stand der Sportwissenschaft ein tägliches halbstündiges Workout, also ein intensiv betriebenes Kurzzeittraining, euer Leben um neun Jahre verlängern könne. Wie seriös ist eine solche in Aussicht gestellte Möglichkeit? Selbst wenn sie, ungeachtet des Interpretationsspielraumes der zugrunde liegenden Statistiken, im Ergebnis zuträfe, bliebe dahinter eine Milchmädchenrechnung bestehen, die bei dem propagierten Lebenszeitgewinn das vorausgesetzte Leistungsopfer ambitionierter Anstrengungen über einen ungewissen Zeitraum von fünf oder mehr Jahrzehnten unterschlägt, das ja darüberhinaus an tägliches Umkleiden, Duschen sowie u. U. noch Wege von und zur Sportstätte gekoppelt ist. Ein Beispiel mehr, wie mit nachweislich pseudowissenschaftlichen Gesundheitsbehauptungen und schöngeredeten Qualen Menschen in die Arme der Fitness-Industrie getrieben werden und damit wahre Lebensqualität gegen Illusionen eintauschen. Lest in diesem Zusammenhang die Geschichte vom »Hans im Glück« im Märchenbuch der Gebrüder Grimm nach, wenn ihr Lust habt, und gönnt Körper und Geist ganz entspannt das aus Formiculing zu beziehende tägliche Quäntchen Zufriedenheit.

Denn über ein gesundes Level hinaus generiert ihr tatsächlich prozentual umso weniger Kraftzuwachs, je mehr ihr dafür an Arbeit investiert. Überlegt einmal, wieviele Stunden ein Spitzenathlet täglich schuften muß, um sich mit seinen Rekordleistungen nur relativ wenig vom Freizeitspoirtler abzusetzen – und hat nach Jahren noch einmal zu kämpfen, dann aber gegen die medizinisch relevanten Spätfolgen seiner Exzesse. Es ist eben so, daß jede Übertreibung schadet. Diese Einsicht war für die Menschen der Antike sogar von heiliger Bedeutung, wie die Inschrift »Alles in Maßen« am Eingang des Apollotempels zu Delphi bezeugte. Für uns ist die in Stein gemeißelte apollinische Weisheit insbesondere in Bezug auf ihre Übereinstimmung mit unserer gemäßigten Vorgehensweise interessant.

Was können wir mit einem maßvollen Training à la Formiculing erreichen? Nachhaltigkeit statt Muskelberge mit Verfallsdatum! Denn: Wer braucht schon lebenslänglich einen Sixpack? Meine Philosophie vom Erreichen und Erhalten gesunder Stärke kommt ohne Waschbrettbauch aus. Ich weiß ja, daß viele überzogenen Versprechungen auf den Leim gehen und als Opfer des Konsumterrors, der unerbittlich zur Orientierung an modischen Trends und Markenkäufen quasi zwingt, auf der Strecke bleiben. Um jedoch im Alter naturgemäß in Form zu sein, bedarf es keines Bodybuildings in jungen Jahren. Ganz im Gegenteil: Eine zu Beginn des vorigen Jahrhunderts neu aufgestellte und aktuell weiterentwickelte Theorie sagt, daß die arttypische Lebensdauer eines Tieres von seinem bioenergetischen Gesamtumsatz abhängt, weswegen z. B. Schildkröten das hohe Alter von mehreren hundert Jahren erreichen können. Demnach verfügt also auch jeder Mensch durchschnittlich über das gleiche begrenzte Lebensenergie-Depot. Das ist Wasser auf meiner Mühle; denn damit wird gesagt, daß extreme Körperbeanspruchung (natürlich auch Schlafmangel, Stress, Ernährungsfehler, Kälte, Hitze) den individuellen Vorrat an Lebensenergie überproportional vermindert, somit zu frühzeitiger Alterung führt. Allerdings hat der vernunftbegabte, erfindungsreiche Mensch die Möglichkeit, diesbezüglich das für Tiere Unvermeidliche bis zu einem gewissen Grade abzuwenden. Nicht nur durch lebensverlängernde medizinische Eingriffe. Schon der Lehre chinesischer Meister der Han-Dynastie (206 v. Ch. – 220 n. Ch.) zufolge wird jeder Mensch mit einem bestimmten Grundkapital an Lebensenergie oder Qi geboren. Zwar erschöpfen Stress im Alltag, ungesunde Lebensführung oder Verletzungen dieses Potential, doch könne dem mit einem System von einfachen Techniken, als Qi-Gong bezeichnet, bis zu einem gewissen Grade entgegengewirkt werden. Die Tradition dieser Form, verlorene Energie zu ersetzen bzw. das Defizit teilweise rückgängig zu machen, ist durch jahrtausendealte Seidenfragmente mit gemalten Qi-Gong Übungen belegt und wird bis heute in Gesundheitsübungen unterschiedlicher Stilentwicklungen gepflegt. Es ist nicht jedermanns Sache, einer fremdartigen, philosophisch begründeten Lehre der Förderung und Stabilisierung des Energiehaushaltes des Körpers zu folgen. Doch muß es erst zu einer leichtfertig herbeigeführten Reparaturbedürftigkeit kommen, die so oder ähnlich oder schulmedizinisch zu beheben ist? Wir dürfen auf dem heutigen Stand der Wissenschaft von der Tatsache ausgehen, daß die regenerative Teilungsfähigkeit der Zellen, aus denen wir bestehen, mit ihrem Alter abnimmt. Der uns nicht nur ins Gesicht geschriebene Vorgang einer mehr oder wenige langsam ermüdenden Zellteilung hält uns demnach nur eine begrenzte Zeit am Leben, mit beeinflußt von den Belastungen, denen wir einerrseits ausgesetzt waren und die wir uns andererseits zellschädigend zugemutet haben. Nein, Freunde, nicht allein das Schicksal dreht u. U. unsere biologische Uhr schneller vorwärts, als von der Natur vorgegeben. Merke: Das Geheimnis eines langen Lebens ist Mäßigung in allem. Wie gesagt, war Mäßigung schon in der Antike als Tugend bekannt, und nach Paracelsus macht allein die Menge das Gift. (Sola dosis venenum facit). Das trifft auf die Ernährung genauso wie auf jede Tätigkeit zu. Formiculing läßt euch jedenfalls schonend und in einem ausgewogenen Verhältnis zu regenerativen Pausen mit euren energetischen Resourcen umgehen.

NICHTS ZU WENIG!

Ständig drängen neue angebliche Heils-Methoden der Gewichtsabnahme auf den Markt ebenso wie immer wieder neue Top-Methoden der Muskelzunahme. In beiden Fällen ist eine Methode so effektiv wie die andere, auch wenn sich der jeweils erforderliche Aufwand kaum unterscheidet. Das eigentliche Geheimnis des, wenn überhaupt, dann mühsam errungenen, kurzfristigen Erfolges, oft genug an hochpreisigem Zubehör gekoppelt, liegt hier wie dort in der Erfüllung der verlangten Anwendungs-Disziplin, die eine nur selten vorhandene Willenskraft voraussetzt. Das bewahrheitet sich auch schnell beim Reinfall auf Mogelpackungen, die optimale Ergebnisse mit einem täglichen hochintensiven 4-Minuten-Training versprechen, um dann in ihrer Anleitung zu offenbaren, daß der erforderlichen Kurzzeit-Hochleistung ein 10 – 15 minüiges Warmup vorangehen muß und mit einem ebenso langen Cool-down abzuschließen ist. Zwischen Brutto und Netto liegt bei der verführerischen Ansage nach Adam Riese eine Differenz von mindestens 16, eher 26 Minuten vor.

Der hier mit Formiculing