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"Deine Vergangenheit und Zukunft sind nicht real!" John bekommt E-Mails mit höchst seltsamem Inhalt, die er zunächst verärgert wegwischt. Dennoch beschäftigen ihn diese Zeilen während seiner langweiligen Arbeit im Fitnessstudio. Und dann ist da noch dieser auffällige schwarze Tesla, der ihn bis zu seinem Lieblings-Café zu verfolgen scheint. Als sein Fahrer ihn dann anspricht und sein bisheriges Leben in Frage stellt, steht John vor der Wahl: Soll er sein Leben im ewig gleichen Trott weiterführen oder wagt er es, mit einem völlig Fremden eine Reise ins Unbekannte zu machen — eine Reise in ein neues Leben?
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Seitenzahl: 147
Veröffentlichungsjahr: 2023
Impressum
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© 2023 novum publishing
ISBN Printausgabe: 978-3-99131-923-8
ISBN e-book: 978-3-99131-924-5
Lektorat: PCR
Umschlagabbildungen: Yukonwan Pumguman | Dreamstime.com, Anja Lena Haidinger
Umschlaggestaltung, Layout & Satz: novum publishing gmbh
Innenabbildungen: Anja Lena Haidinger
www.novumverlag.com
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Prolog
In diesem Buch werden wir die Geschichte von John erleben. Er ist in seinem Leben an einem Punkt angekommen, wo er denkt, dass es so nicht weitergehen kann. John ist der Spielball der Welt. Wenn er von seinem Chef kritisiert oder angeschrien wird, lässt er es einfach über sich ergehen. Verantwortung kennt John so gut wie nicht. Deswegen hat er es auch schwer und weiß nicht, wann und wo er mal abschalten sollte, um seine schon fast aufgebrauchten Ressourcen zu schonen.
John arbeitet in einem Fitnessstudio als Trainer und Studioleiter. Doch seine Tage sind lang und er fühlt sich auch oft einsam, außer an manchen Tagen. Diese sind für John besonders, weil er das Gefühl von Freiheit spürt, einfach aus dem System ausbrechen zu können. Besonders an sonnigen Tagen spürt John öfters eine frische Brise, die ihn daran erinnert, dass er irgendwo am Meer liegen könnte. Doch im nächsten Moment wird er auch schon wieder aus seinem Tagtraum herausgerissen, denn diese Brise kommt nur von der Eingangstür zum Fitnessstudio, die sich automatisch öffnet, wenn draußen eine Person vorbeigeht.
Wegen der langen Arbeitszeiten vernachlässigt John seine Familie, die ihm sehr am Herzen liegt. Er hat eine eigene Wohnung weit weg von seiner Arbeit.
Am Anfang hat ihm der Job noch richtig Spaß gemacht, doch nun ist der Punkt erreicht, wo sich eine Abneigung gegen die Arbeit aufbaut, nur wenn er daran denkt.
Bei den Frauen läuft es sowieso nicht, redet sich John immer ein. Er arbeitet den ganzen Tag, hat wenig Geld und seine Gesundheit vernachlässigt er auch. Das Thema Finanzen ist für John nicht leicht. Sein Kontostand ist fast jeden Monat am Ende, weil er sich unnötige Dinge kauft.
Also, wie man erkennen kann, führt John ein Leben, das ihm nicht wirklich gefällt.
Wie sich sein Leben aber durch ein Ereignis komplett zum Besseren verändert und welche Herausforderungen ihm auf dem Weg begegnen, werden wir bald erfahren.
Eins
Ich liege gerade am Meer, beobachte die Wellen. Ich höre Kinder Fangen spielen. Neben mir auf der Doppelliege schläft meine liebevolle Freundin. Links von der Liege steht ein Cocktailglas auf einem kleinen Tisch. Ich setze mich auf und trinke einen Schluck vom Piña Colada. Ich schmecke die Süße auf meiner Zunge und wie es mich mit einem Wohlgefühl erfüllt. Nachdem meine Freundin aufgewacht ist, nehme ich sie in den Arm. Sie ist so wunderschön mit ihren blonden Haaren, ihrem perfekten Gesicht und ihrer Brille, die wie angegossen auf ihrer Nase sitzt. Wir liegen nur da und sind im Hier und Jetzt und genießen den Augenblick. Der Wind weht angenehm auf meinem Körper, der von der prallen Sonne bestrahlt wird. Was gibt es Schöneres? Ich nehme eine Musik wahr, sie hört sich recht sonderbar an, so als würde sie mir gut bekannt vorkommen. Sie wird immer lauter und lauter, bis sich alles dreht und ich nichts mehr richtig wahrnehmen und sehen kann, meine Sinne verlassen mich.
Dann öffne ich wieder die Augen und ich liege im Bett. Als Erstes merke ich, dass mir richtig heiß ist und ich leicht am Schwitzen bin. Im nächsten Augenblick realisiere ich, dass diese Musik, die ich höre, mein Wecker ist, der gerade läutet. Ich greife nach meinem Handy und stelle den Wecker ab. Es ist 6:30 am Morgen. Ich lege mein Handy wieder zu Seite. Wie schön wäre es, jetzt hier liegen zu bleiben! Allerdings muss ich zur Arbeit ins Fitnessstudio, die hauptsächlich daraus besteht, Leute zu begrüßen und hin und wieder Abos mit neuen Kunden abzuschließen. Welcher Tag ist denn heute überhaupt? Ich greife zum Handy und sehe, dass Donnerstag ist. Immerhin nur mehr heute und morgen. Ich schaue noch, wie jeden Morgen, meine Mitteilungen durch, was ich über Nacht so alles bekommen habe. Nur eine Instagram-Benachrichtigung und ein paar E-Mails mit Werbungen von verschiedensten Firmen. Ich wische alles weg, bis auf eine Mail, bei der ich kurz hängen bleibe. Ich lese sie mir durch:
Deine Vergangenheit und Zukunft sind nicht real!
Ich starre verwirrt auf mein Handy. Was soll denn das heißen? Das war sicher nur eine Spam-Mail ohne Sinn und Bedeutung. Jetzt, allerdings, muss ich aufstehen, sonst komme ich noch zu spät zur Arbeit. Als ich mich fertig angezogen habe, schlendere ich, wie jeden Morgen zur Küche und lasse mir einen Kaffee herunter. Als ich am Tisch sitze, schweifen meine Gedanken immer zurück zu der seltsamen Mail.Deine Vergangenheit und Zukunft sind nicht REAL!
Das kann doch gar nicht sein. Natürlich ist meine Vergangenheit dafür verantwortlich, wer ich bin. Meine Gedanken an die Zukunft sind doch auch real. Ich träume ja davon, wo ich einmal hin möchte. Was das bedeuten könnte? Langsam löst sich der Nebel in meinem Kopf auf und mein Blick geht zur Uhr. Es ist schon kurz vor 7 Uhr, ich muss mich beeilen, da ich um 8 Uhr bei der Arbeit sein muss und ich 45 Minuten fahre. Ich nehme den Schlüssel und gehe zur Tür hinaus, bereit einen weiteren langweiligen Tag hinter mich zu bringen.
Zwei
Ich bin jetzt bald bei meiner Arbeit. Nur mehr durch die Innenstadt. Vor mir fährt ein schwarzer Tesla, der nur so in der Sonne glänzt. Auch die Form des Autos fasziniert mich, einfach diese Kombination von den Rücklichtern und der Heckklappe! Wie viel Geld muss man hierfür verdienen, um sich so ein Auto zu leisten? Ich mit meinen 1.500 Euro im Monat bräuchte dafür jahrelang. Ich arbeite doch auch so viele Stunden am Tag und bekomme nur hin und wieder ein Dankeschön! Schön, damit kann ich mir aber auch nichts kaufen. Wie hat dieser Mensch es geschafft, so erfolgreich zu sein? Im Augenwinkel merke ich, wie die Ampel auf Rot umschaltet und mich damit wieder in die Gegenwart zurück holt.
Mir fällt ein Aufkleber auf der Rückseite des Teslas auf.VGZ.Was könnte das nur bedeuten? Ich versuche, mich zu erinnern, wo ich das schon mal gehört haben könnte, aber etwas Vergleichbares habe ich noch nie gesehen. Im nächsten Moment schaltet die Ampel auf Grün und ich fahre weiter.
So wie immer parke ich auf dem Parkplatz gegenüber der Eingangstür des Fitnessstudios. Ich halte meine Karte an den Türsensor, um sie zu öffnen, und gehe hinein.
Ich begrüße alle beim Hineingehen und setzte mein falsches Lächeln auf, denn im Grunde bin ich nicht froh darüber, wieder hier zu sein.
Der Vormittag vergeht ohne besondere Ereignisse. Es ist kurz vor 12 Uhr Mittag. Ich bin schon richtig froh darüber, da ich Mittagspause von 12 bis 15 Uhr habe. Ich spiele meine Pause schon in Gedanken ab. Ich werde mir einen Döner um die Ecke holen und mich danach in ein Café setzen. Das Café wo Lena arbeitet.
Fünf vor zwölf gehe ich zur Eingangstür, um sie abzusperren. Zurück am Infoschalter will ich meinen PC sperren, als ganz unerwartet eine neue E-Mail aufpoppt. Ich frage mich, ob ich mir sie überhaupt noch vor der Pause ansehen sollte, da meine Motivation so gut wie gar nicht mehr vorhanden ist.
Warum muss jemand um diese Zeit eine Mail schreiben? Haben die Leute nichts Besseres zu tun! Ich reiße mich zusammen und klicke auf die Mail. Ich werde sie lesen, nehme mir aber vor, erst nach der Pause zu antworten.
Zuerst bemerke ich, was im Betreff steht. Mein Blick schweift von Wort zu Wort. Als ich die Worte in meinen Kopf zusammengesetzt habe, kann ich nicht glauben, was dort steht.
Deine Vergangenheit und deine Zukunft sind nicht REAL!
Ich starre auf die Buchstaben. Das kann nicht sein! Zuerst bekomme ich die gleiche Mail auf mein Handy und jetzt sogar über die Firmen E-Mail? Mein Kopf arbeitet, um sich das irgendwie zusammenzureimen. Dennoch weckt das auch eine Neugier in mir, was das wohl bedeuten könnte. Ich öffne also die Nachricht, um alles lesen zu können.
Deine Vergangenheit und Zukunft sind nicht REAL!
Deine Vergangenheit ist nur ein einfacher elektrischer Reiz in deinem 15 cm Gehirn, genauso wie deine Zukunft!
Du bist ein Produkt deiner Vergangenheit, das stimmt. Aber das liegt daran, dass du Erfahrungen gesammelt hast, die an dich herangetragen worden sind! Dein Kopf hat Dinge gespeichert, die dir gesagt worden sind. Genau genommen, was du kannst und was nicht!
Ich lese diese Worte und bin leicht verwirrt und neugierig zugleich. Wer hat das geschrieben? Warum an mich und an meinen Arbeitsplatz? Was soll das bedeuten?
Ich habe komplett die Zeit vergessen, es ist schon 12:05 Uhr. Ich schließe die E-Mail, sperre den PC und gehe hinaus. Ich brauche jetzt echt etwas zu essen, um besser nachdenken zu können.
Drei
Nun stehe ich vor der Eingangstür, noch immer leicht benebelt. Soll ich mit dem Auto fahren oder zu Fuß gehen? Zu Fuß bekomme ich meinen Kopf vielleicht etwas freier. Ich ziehe mein Handy aus der Tasche und starre auf den E- Mail-Ordner. Wo ist denn jetzt diese Mail hingekommen? Ich schaue alle Mails durch, die ich bekommen habe, aber sie ist nicht mehr da. Ich schaue in den Spam-Ordner, doch dort ist sie auch nicht. Langsam beginne ich, an meinem Verstand zu zweifeln. Habe ich mir das heute Morgen nur eingebildet, als ich noch im Halbschlaf war? Ich versuche, eine Erklärung dafür zu finden, doch es ergibt, egal wie ich es drehe, keinen Sinn!
Also packe ich mein Handy in die Hosentasche und gehe weiter. Heute ist ein sonniger Tag und ich spüre die warme Sonne auf meiner Haut, ein klein bisschen Freiheit. Ich komme zu einer Straßenkreuzung, bei der es keinen Zebrastreifen gibt. Der nächste wäre viel weiter entfernt, also will ich einfach die Straße überqueren, aber der Verkehr macht es mir nicht leicht. Es kommen ununterbrochen Autos von beiden Seiten. Von rechts nähert sich ein schwarzes Auto, das langsamer wird, damit ich die Straße überqueren kann. Als es schließlich stehen bleibt, geht mein Blick Richtung Autofahrer, um ihm zu danken. Irgendwie kommt mir dieses Auto sehr bekannt vor. Es ist ein schwarzer Tesla, dessen Neonlichter hervorstechen. Meine Augen erblickten im Vorbeigehen einen Aufkleber mitVGZauf der Vorderseite des Autos. Schlagartig fällt es mir wieder ein. Es ist das Auto, welches ich heute Morgen gesehen habe! Ich versuche, im Vorbeigehen einen Blick in das Auto zu erhaschen, doch leider ist das nicht möglich, denn die Scheibe spiegelt zu stark. Ich sehe nur die Umrisse eines Mannes. Auf der anderen Seite bleibe ich kurz stehen und sehe zu, wie es langsam wieder zu rollen beginnt. Dieses Auto und dieser unbekannte Mann, der am Steuer saß, lösen bei mir Verwirrung aus, aber auch die Neugierde, was dieser Mann wohl beruflich macht, wächst weiter in mir. Das werde ich wohl nie erfahren.
Vier
Als ich um die Ecke gehe, sehe ich das Lokal von Bojan schon. Er hat definitiv den besten Döner der ganzen Stadt. Nach so einem Vormittag tut es gut ein bekanntes Gesicht zu sehen. Der heutige Tag war schon verwirrend genug für mich! Zwei Mails, die sonderbar waren, eine, die ich nicht mehr finde und dazu dieser unbekannte Mann in dem Tesla, den ich heute schon zweimal gesehen habe.
In der Ferne sehe ich Bojan, wie er mir schon zuwinkt. Ohne zu zögern, hebe ich auch meine Hand und winke ihm zurück. Bojan ist ein echt netter Kerl, der sich mit seinen langen zugebundenen, schwarzen Haaren definitiv von der Masse abhebt. Als ich näher komme, hebe ich meine Hand und wir klatschen ein, so wie wir es immer tun.
„Du kennst mich ja, einen Döner bitte.“
Bojan nickt und fragte mich, wie es mir geht.
„Alles beim Alten. Und bei dir?“ Bojan antwortet genau das Gleiche wie ich.
Nach kurzer Zeit habe ich meinen Döner gegessen und verabschiede mich von Bojan. Mein nächstes Ziel ist mein Lieblingscafé, in dem ich gerne etwas lese und meinen Cappuccino genieße. Das Allerbeste ist allerdings, dass Lena dort arbeitet und ihr Anblick mir jedes Mal den Tag versüßt.
Fünf
Nach kurzer Zeit bin ich bei dem Café angekommen. Von außen sieht es mit dieser Terrasse sehr einladend aus, aber auch von innen ist es ein Augenschmaus, denn die echten Holztische machen einiges her.
Ich liebe dieses Café einfach, vermutlich weil Lena dort arbeitet. Ich freue mich immer wieder, wenn ich mit ihr ein paar Worte austauschen kann. Mehr als Smalltalk haben wir aber leider noch nie geführt. Wäre ich doch nur nicht zu feige, sie auf ein Date einzuladen! Heute könnte ich es versuchen.Ich schaffe das. Ich bin stark.In meinem Kopf gehe ich immer wieder diese Worte durch.
Mein Puls erhöht sich spürbar, als ich die Terrasse betrete, dazu meine Angst vor Ablehnung. Im nächsten Moment sehe ich sie, wie sie mit einem Tablett in der Hand aus dem Café schlendert. So schön wie immer! Mit ihrer engen Jeans, ihren wunderschönen blonden Haaren und ihrer Brille sieht sie einfach hinreißend aus. Dazu kommt ihre positive Energie, die man förmlich spüren kann. Man merkt, dass sie mit beiden Beinen im Leben steht, ihren Job mag und das Leben genießt. All das, wovon ich nur träumen kann.
Sie winkt mir sofort zu, als sie mich sieht und mein Herz beginnt zu rasen. In ein paar Minuten werde ich sie um ein Date bitten. Wenn ich daran denke, dass sie verneinen könnte, wird mir sofort übel. Ich fühle mich sowieso sehr klein in ihrer Anwesenheit. Nachdem ich ein kurzesHallovon mir gegeben habe, nehme ich an einem runden Tisch Platz, welcher durch einen Sonnenschirm geschützt wird.
Im nächsten Augenblick kommt auch schon Lena zu mir. Mit einem kleinen Notizblock in der Hand, mit dem sie die Bestellungen aufnimmt. Ich bin immer noch fühlbar angespannt und ich bin mir ganz sicher, dass auch sie merkt, dass ich nervös bin. Allerdings lässt sie sich davon nicht beirren, was mich etwas aufatmen lässt.
„Was hättest du gerne, John?“
„Einfach nur einen Cappuccino bitte.“ Lena notiert es sich und verschwindet gleich darauf im Café. Ich werde sichtlich wieder entspannter. Mein Kopf beruhigt sich wieder ein wenig, dennoch ringe ich mit meinen Gedanken. Es ist nur eine Frage, das wird schon funktionieren. Allerdings wäre ich am Boden zerstört, wenn sieNeinsagen würde.
Ich richte meinen Blick auf die vorbeifahrenden Autos, ein Versuch mich zu beruhigen, ich scheitere jedoch kläglich. Ich fühle mich, als würde ich nur die Spielfigur meiner Emotionen und Gedanken sein, die mich vollkommen kontrollieren. Mein Blick geht zurück auf den Tisch. Im nächsten Moment ziehe ich mein Handy aus der Hosentasche. Beim Berühren aktiviert sich der Bildschirm und ich sehe, dass ich wieder eine Mail bekommen habe. Meine Erwartungen und meine Neugier werden größer. Doch schnell merke ich, dass es sich um meine Spotify-Rechnung handelt. Tja, was soll ich dazu sagen? Als ob ich dachte, dass ich nochmal eine E-Mail mit diesem rätselhaften Inhalt bekomme.
Lena kommt mit dem Kaffee zu mir. Sie hat dieses Lächeln im Gesicht, welches ich so sehr an ihr liebe. Dieses Lächeln, bei dem sie den rechten Mundwinkel etwas höher zieht als den linken, während sich ihre Augenbrauen leicht erheben. Sie stellt die Tasse vor mir hin.
Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, um sie zu fragen. Ich öffne den Mund, um meine Frage auszusprechen, die mir so schwerfällt. Lenas Aufmerksamkeit ist ganz auf mich gerichtet. Ihre Augen funkeln, so als würde sie auf etwas warten. Stotternd spreche ich die ersten Worte.
Sechs
„W-o-l-l-e-n w-ir et-was …“, während dieser Worte schießt mein Blick hin und her. Im Augenwinkel nehme ich ein Auto wahr, das gerade direkt vor der Terrasse parkt. Schon im nächsten Moment fokussiert sich mein Blick darauf. Das kann doch nicht wahr sein! Es ist der schwarze Tesla mit dem unbekannten Mann, der am Steuer sitzt. Meine Frage, die ich angefangen habe, bleibt mir im Hals stecken. Lena, die sichtlich etwas verwirrt ist, fragt mich: „John, was wolltest du mich fragen?“
„Schon okay. Ist nichts Wichtiges.“
Verdammt! Jetzt habe ich es wieder nicht geschafft sie zu fragen, da mich der schwarze Tesla komplett aus dem Konzept gebracht hat.
Ich lehne mich in meinem Sessel zurück. Meine volle Aufmerksamkeit geht zu dem Mann im Auto, der noch immer nicht ausgestiegen ist. Ein paar Sekunden später steigt er aus dem Auto. Seine etwas längeren zurückgegelten Haare und die Sonnenbrille machen sein Gesicht sehr aussagekräftig. Er trägt ein schwarzes Poloshirt mit einer grauen Hose, beide Kleidungsstücke sitzen wie angegossen. Sein gesamtes Erscheinungsbild wirkt sehr präsent, so als wäre er ein erfolgreicher Geschäftsmann.
Er nimmt die Sonnenbrille ab. Ich, der ihn schon eine gefühlte Ewigkeit anstarrt, wende meinen Blick ab. Und blicke zurück auf meinen Kaffee und mein Handy. Ich erhebe meinen Kopf, um noch einmal nach ihm zu sehen.
