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Fünf Freunde erleben ein Abenteuer rund um den Flugplatz
Da staunen die fünf Freunde nicht schlecht: Beim Tag der offenen Tür auf dem Flughafen hat Georg ungewollt einen alten Koffer ersteigert. Nachdem der Inhalt zunächst vollkommen wertlos erscheint, entdecken die Freunde ein paar kleine funkelnde Steine, die in einen Hemd-Saum eingenäht sind. Und dann findet Georg sogar noch einen doppelten Boden. In diesem Geheimfach befinden sich Ausweispapiere und der Mann auf dem Passfoto kommt Julius und Richard seltsam bekannt vor. Warum hat niemand den Koffer abgeholt? Und was hat es mit den funkelnden Steinen auf sich?
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Seitenzahl: 107
Veröffentlichungsjahr: 2015
Über das Buch
Da staunen die fünf Freunde nicht schlecht: Beim Tag der offenen Tür auf dem Flughafen hat Georg ungewollt einen alten Koffer ersteigert. Nachdem der Inhalt zunächst vollkommen wertlos erscheint, entdecken die Freunde ein paar kleine funkelnde Steine, die in einen Hemd-Saum eingenäht sind. Und dann findet Georg sogar noch einen doppelten Boden. In diesem Geheimfach befinden sich Ausweispapiere und der Mann auf dem Passfoto kommt Julius und Richard seltsam bekannt vor. Warum hat niemand den Koffer abgeholt? Und was hat es mit den funkelnden Steinen auf sich?
Über die Autorin
Enid Blyton, 1897 in London geboren, begann im Alter von 14 Jahren, Gedichte zu schreiben. Bis zu ihrem Tod im Jahre 1968 verfasste sie über 700 Bücher und mehr als 10000 Kurzgeschichten. Bis heute gehört Enid Blyton zu den meistgelesenen Kinderbuchautoren der Welt. Ihre Bücher wurden in über 40 Sprachen übersetzt.
Fünf Freunde
Das doppelte Spiel
Illustriert von Bernhard Förth
Kinder- und Jugendbuchverlag in der Verlagsgruppe Random House
2. Auflage
© 2015 cbj Kinder- und Jugendbuchverlag in der Verlagsgruppe Random House, MünchenAlle Rechte vorbehaltenEin neues Abenteuer der von Enid Blytonerfundenen Figuren »Fünf Freunde«Diese Geschichte wurde von Sarah Bosse geschrieben.Enid Blytons Unterschrift und »Fünf Freunde«sind eingetragene Warenzeichen von Hodder and Stoughton Ltd.© 2015 Hodder and Stoughton Ltd.Alle deutschsprachigen Rechte vorbehalten.Lektorat: Andreas RodeUmschlagabbildung und Innenillustrationen: Bernhard FörthUmschlaggestaltung: Atelier Langenfass, IsmaningSaS · Herstellung: kwSatz: Uhl + Massopust, Aalen
ISBN 978-3-641-17809-3www.cbj-verlag.de
Blitz und Donner
Auch das noch! Julius, seine Geschwister Anne und Richard sowie ihre Cousine Georg suchten vor dem Regen Zuflucht unter den Arkaden. Nur Tim hatte Spaß und jagte den dicken Tropfen nach, wobei er immer wieder mit den Pfoten mitten in den tiefen Pfützen landete.
Die Stimmung der Freunde war nicht die beste. Eigentlich hatten Julius, Richard und Anne in die Felsenbucht reisen wollen, um Georg zu besuchen, aber da Tante Fanny eine Grippe bekommen hatte und Onkel Quentin sich auf einer Dienstreise befand, hatten die Eltern der Geschwister vorgeschlagen, dass Georg und Tim zu ihnen kommen sollten. Auf diese Weise konnte Tante Fanny die Grippe in Ruhe auskurieren.
Natürlich war es so am sinnvollsten, das sahen die Kinder ein. Und es war ja auch nichts Schlimmes, die Ferien daheim zu verbringen – aber in der Felsenbucht war es einfach spannender! Und jetzt regnete es auch noch so heftig, dass man draußen kaum etwas unternehmen konnte.
Alle vier bemühten sich, die gute Laune zu bewahren. Heute waren sie in den Ort gefahren, um einige Besorgungen zu machen. Aber jetzt stürzte der Regen wie ein dichter Vorhang aus dicken Tropfen vom Himmel herab, sodass die Kinder erst einmal unter den sicheren Arkaden blieben, um nicht vollkommen durchnässt zu werden. Die Auslagen in den Schaufenstern hatten sie inzwischen schon gründlich studiert. Was hatten eine Schlachterei und ein Friseur auch schon Interessantes zu bieten? Nun lauschten sie auf das Gurgeln des Wassers, das wie ein kleiner Sturzbach durch die Dachrinnen schoss. Ein Fallrohr hatte ein Loch, aus dem der Regen in einem dünnen Strahl auf die Straße spritzte.
Anne horchte auf das rhythmische Plätschern und begann, im Takt ein Lied zu summen.
»Das wird überhaupt nicht weniger«, seufzte Georg. Sie war alles andere als empfindlich und normalerweise bei jedem Wetter gerne draußen, aber dieser Dauerregen ging ihr nun doch auf die Nerven.
Julius rümpfte die Nase. »Eher mehr, befürchte ich.«
Richard war erneut vor dem Fenster der Metzgerei stehen geblieben. »Mmh, diese Mettwürste da sehen echt lecker aus.«
Anne wandte sich ihm zu und verdrehte die Augen. »Sag nicht, du hast schon wieder Hunger.«
Georg lachte. »Aber Anne, du weißt doch, dass Richard immer essen kann!«
Und in der Tat hatte Richard bereits Geld aus der Hosentasche gezogen und ließ die Münzen auf seine Hand klimpern.
Julius legte ihm die Hand auf die Schultern. »Glaub mir, Brüderchen, du wirst nicht verhungern. Spar lieber dein Taschengeld. Außerdem hat Mutter einen fabelhaften Auflauf in Aussicht gestellt.«
Richard schob die Münzen mit dem Zeigefinger auf dem Handteller hin und her. Dann ging er kurzentschlossen in den Laden und kaufte sich eine Mettwurst. Grinsend und kauend kam er wieder heraus. »Fragt bloß nicht, ob ihr mal abbeißen dürft«, sagte er mit vollem Mund. »Glaubt mir, ihr werdet nicht verhungern«, äffte er seinen Bruder nach.
Anne schüttelte sich. »Ich finde Mettwurst sowieso eklig.«
Der Einzige, dem Richards Snack nicht egal war, war Tim. Schnüffelnd kam er angelaufen und blieb zunächst schwanzwedelnd vor Richard stehen. Doch dann konnte er nicht anders und musste seinen Reflexen folgen.
»Achtung, Richard!«, rief Georg noch.
Aber da war es schon zu spät. Tim schüttelte sich mit Kraft die Nässe aus dem Fell, dass die Tropfen nur so flogen. Richard versuchte noch, sich mit einem Satz nach hinten in Sicherheit zu bringen, doch da hatte er schon die volle Dusche abbekommen.
»Ja, ja, lacht ihr nur!«, maulte er, als er das Grinsen der anderen sah. »Jetzt kann ich genauso gut durch den Regen laufen. Ich bin eh patschnass.«
»Tja, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen«, sagte Julius. »Du hättest einfach mal auf deinen großen Bruder hören und dir keine Wurst kaufen sollen.«
Richard zuckte die Schultern. »Na ja, satt und nass ziehe ich hungrig und trocken immer noch vor.«
In diesem Moment erschütterte ein heftiges Donnergrollen die Luft und ein Blitz tauchte die Szene für eine Sekunde in grelles Licht.
»Oh, oh«, machte Georg. »Du solltest aber lieber mit uns hier warten, Richard.«
Das sah Richard ein. Vom Blitz wollte er nun wirklich nicht getroffen werden. Er biss herzhaft in die Wurst und versuchte, seine nassen Sachen zu ignorieren.
Georg, Richard und Anne beobachteten das Naturschauspiel. Anne hatte Angst vor Gewitter, aber hier, mitten im Ort, fühlte sie sich einigermaßen sicher. Wenn der Blitz einschlug, dann bestimmt in den hohen Kirchturm! Und der war weit genug von ihnen weg.
Julius schlenderte derweil unter den Arkaden auf und ab. Ganz am anderen Ende blieb er stehen. Sein Blick war an einem Plakat hängen geblieben, das auf der anderen Straßenseite im Fenster eines Reisebüros hing. Von den Arkaden aus konnte er nicht lesen, was genau darauf stand, nur das Bild eines Doppeldeckers erkannte er.
Den Kopf zwischen die Schultern geduckt huschte er hinüber und suchte unter der gestreiften Markise des Reisebüros Schutz. Neugierig ließ er den Blick über den Text wandern.
Dann rief er die anderen. »Hey, seht euch das an! Wäre das nichts für uns?«
Anne schlüpfte ihm unter dem Arm hindurch, um etwas sehen zu können. »Werben die für eine Flugschau?«
»Lies doch!«, antwortete Julius.
»Tag der offenen Tür am Flughafen«, las Anne laut vor. »Eine Flugschau mit historischen Flugzeugen und viele andere interessante Aktionen warten auf Sie. Wagen Sie einen Blick hinter die Kulissen. Erfahren Sie alles über die Geschichte unseres Flughafens. Spaß und gute Laune sind garantiert.«
Anne legte die Stirn in Falten. Für Flugzeuge interessierte sie sich eigentlich nicht sonderlich, doch bevor sie sich zu Tode langweilten …
Sie tippte auf das angegebene Datum. »Das ist schon am Samstag. Wenn sich das Wetter bis dahin nicht grundlegend ändert, können die höchstens eine Flugschau mit Wasserflugzeugen machen.«
Georg kniff Anne in den Arm und lachte. »Seit wann bist du so pessimistisch?«
»Also, ich finde es cool!«, rief Richard. »Julius, hast du eine Ahnung, mit welchem Bus wir da fahren müssen?«
»Gehen wir doch gleich rüber zum Busbahnhof und schauen nach«, schlug Julius vor.
»Ja, aber erst, wenn der Regen nachlässt«, sagte Anne. »Und wenn es nicht mehr blitzt. Bitte!«
In diesem Moment zuckten sie erschrocken zusammen, denn direkt neben ihnen hupte ein Auto.
»Vater!«, rief Anne erleichtert.
Der Vater öffnete von innen die Beifahrertür. »Taxi!«, rief er und grinste von einem Ohr zum anderen. »Ich dachte mir, ihr seid nicht böse, wenn ihr trockenen Fußes heimkommt.«
»Dich schickt der Himmel«, stöhnte Anne und war auch schon im Wagen verschwunden.
Tim wollte Anne hinterherspringen, doch Georg konnte ihn gerade noch am Schlafittchen packen. »Nein, mein Lieber, mit deinen nassen Pfoten musst du in den Kofferraum.«
Als Julius ins Auto einstieg, warf er einen Blick zum Himmel. In rasanten Zickzacklinien zuckte ein Blitz durch die bleigrauen Wolken.
Hoffentlich bessert sich das Wetter bis zum Samstag, dachte Julius. Er hatte auf dem Plakat nämlich noch etwas gelesen, was einen Ausflug zum Flughafen besonders spannend machte, wie er fand.
Zu Hause strömte ihnen ein herrlicher Duft entgegen.
»Ihr könnt euch direkt an den Tisch setzen, der Auflauf ist fertig!«, rief ihnen die Mutter entgegen. Dann steckte sie den Kopf zur Küchentür heraus. »Oh, nein, doch nicht.« Die Mutter musste lachen, als sie die kleinen Wasserlachen auf dem Fußboden sah. »Ihr müsst wohl einen kleinen Umweg über den Hauswirtschaftsraum machen. Da könnt ihr die nassen Sachen aufhängen. Georg, neben der Waschmaschine liegen ein paar alte Handtücher für Tim.«
Georg kam also als Letzte zum Tisch, denn sie musste Tim noch ordentlich trocken rubbeln und ihm die Pfoten sauber machen.
Die anderen warteten auf sie. Als sie endlich alle rund um den Tisch saßen, wünschten sie sich einen guten Appetit.
Der Auflauf schmeckte herrlich, und obwohl Richard ja eben noch eine Mettwurst verspeist hatte, schaufelte er sich eine Riesenportion auf den Teller.
Die Mutter schüttelte den Kopf. »Ich frage mich immer wieder, wo du das alles lässt.«
Richard klopfte sich auf den Bauch. »Guter Stoffwechsel, Mutter.«
Plötzlich hielt Anne mitten im Kauen inne.
»Was ist, Anne?«, fragte die Mutter. »Zu heiß?«
Anne schüttelte den Kopf. »Nein«, antwortete sie mit vollem Mund und schluckte dann erst einmal, bevor sie weitersprach. »Mir fällt nur gerade ein, dass wir nicht nach dem Bus geschaut haben.«
Der Vater hob die Augenbrauen. »Bus? Wollt ihr einen Ausflug machen?«
»Am Samstag ist am Flughafen Tag der offenen Tür«, erklärte Julius eifrig. »Mit Führungen und einer Flugschau …«
Die Mutter ließ die Gabel, die sie gerade zum Mund führen wollte, sinken. »Eine Flugschau?« Sie sah ihren Mann skeptisch an. »Ist das nicht ein bisschen gefährlich? Ich meine, bei diesen Kunststückchen kann so schnell etwas passieren.«
Aber der Vater legte ihr beschwichtigend die Hand auf den Unterarm. »Ich glaube, da können wir ganz beruhigt sein. Ich habe schon in der Zeitung davon gelesen. Da kommen nur kleine Propellermaschinen zum Einsatz. Historische Flugzeuge halt.« Dann zwinkerte er seinen Söhnen zu. »Ich weiß doch, wie sehr ihr euch für Technik interessiert.«
Georg schluckte und senkte den Blick. Typisch, dass er nicht darauf kommt, ich könnte mich vielleicht auch dafür interessieren, dachte sie. Andererseits musste sie sich selbst eingestehen, dass sie sich tatsächlich nicht sonderlich für Flugzeuge begeistern konnte. Ja, vor dem Fliegen hatte sie sogar ein bisschen Angst. Aber das mussten die anderen nicht unbedingt wissen. Dazu bestand gar kein Grund. Und so eine Flugschau war bestimmt spannend.
Die Mutter seufzte. »Na gut, aber wenn ich an den Rummel dort denke. Die vielen Leute …«
Jetzt musste Julius lachen. Wenn die Eltern wüssten, welche Abenteuer sie schon erlebt hatten, bei denen sie in wirklich gefährliche Situationen geraten waren! »Mutter, wir sind doch keine kleinen Kinder mehr.«
Die Mutter schenkte ihrem Ältesten einen liebevollen Blick. »Manchmal vergesse ich das in der Tat, mein Großer.«
»Übrigens schmeckt der Auflauf fabelhaft!«, rief Richard mit vollem Mund. »Ich nehme gern noch einen kleinen Nachschlag.«
Gerade wollte er die Hand nach dem Schöpflöffel ausstrecken, da wurde das Haus plötzlich von einem lauten Knall erschüttert. Fiepend schob Tim die Schnauze unter die Pfoten. Ein greller Blitz zuckte über den Himmel und auf einmal gingen im Haus alle Lichter aus.
Anne entfuhr ein Schrei.
»Keine Angst, Anne«, versuchte Richard seine Schwester zu beruhigen. »Da ist bestimmt nur eine Sicherung rausgeflogen. Das haben wir gleich.« Er sagte nicht, dass auch ihm der Schreck in die Glieder gefahren war.
»Mist«, fluchte Julius. »Weiß einer, wo die Taschenlampe ist?«
Die Mutter hatte schon nach der Kommodenschublade getastet und eine Schachtel Streichhölzer herausgenommen. Sie zündete eine Kerze an, die den Raum in ein schummriges Licht tauchte und flackernde Schatten an die Wand warf.
Irgendwie gespenstisch, dachte Anne.
Georg stand auf und verschwand im Flur, wo ihr Rucksack stand. Als sie ins Esszimmer zurückkam, hielt sie ihre Taschenlampe in der Hand. Sie hatte immer allerlei Nützliches dabei.
»Und wo ist jetzt der Sicherungskasten?«, fragte sie.
Richard war schon aufgesprungen. »Komm, wir beide erledigen das.«
Zusammen mit Georg stieg er die dunkle Kellertreppe hinab, während der Sturm dem Haus schaurige Geräusche entlockte.
Neben dem Sicherungskasten lag eine Pappschachtel mit Schraubsicherungen.
Georg leuchtete in den Kasten. »Welche hat denn nun das Zeitliche gesegnet? Aha, schon entdeckt.« Sie schraubte das Teil heraus, welches eindeutig dunkel verfärbt war. Richard reichte ihr eine neue Sicherung. Das Porzellan schrappte im Gewinde, dass Georg eine Gänsehaut bekam. »Uah, ist das ein fieses Geräusch.«
