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Band 46:
Bei den Fünf Freunden klingeln alle Alarmglocken: Ihre nette Haushälterin Helma will sie verlassen, weil eine Wahrsagerin ihr einen reichen Traummann prophezeit hat. Sie können es kaum glauben, als die verschiedensten Vorhersagen der unheimlichen Frau nach und nach Realität werden. Aber die Fünf Freunde wären nicht die Fünf Freunde, wenn sie nicht herausfinden würden, welch perfider Plan wirklich dahinter steckt.
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Seitenzahl: 107
Veröffentlichungsjahr: 2015
Über das Buch
Bei den Fünf Freunden klingeln alle Alarmglocken: Ihre nette Haushälterin Helma will sie verlassen, weil eine Wahrsagerin ihr einen reichen Traummann prophezeit hat. Sie können es kaum glauben, als die verschiedensten Vorhersagen der unheimlichen Frau nach und nach Realität werden. Aber die Fünf Freunde wären nicht die Fünf Freunde, wenn sie nicht herausfinden würden, welch perfider Plan wirklich dahinter steckt.
Über die Autorin
Enid Blyton, 1897 in London geboren, begann im Alter von 14 Jahren, Gedichte zu schreiben. Bis zu ihrem Tod im Jahre 1968 verfasste sie über 700 Bücher und mehr als 10000 Kurzgeschichten. Bis heute gehört Enid Blyton zu den meistgelesenen Kinderbuchautoren der Welt. Ihre Bücher wurden in über 40 Sprachen übersetzt.
Fünf Freunde
und die Wahrsagerin
Illustriert von Silvia Christoph
Kinder- und Jugendbuchverlag in der Verlagsgruppe Random House
3. Auflage
© 2015 cbj Kinder- und Jugendbuchverlag in der Verlagsgruppe Random House, MünchenAlle Rechte vorbehaltenEin neues Abenteuer der von Enid Blytonerfundenen Figuren »Fünf Freunde«Diese Geschichte wurde von Sarah Bosse geschrieben.Enid Blytons Unterschrift und »Fünf Freunde«sind eingetragene Warenzeichen von Hodder and Stoughton Ltd.© 2015 Hodder and Stoughton Ltd.Alle deutschsprachigen Rechte vorbehalten.Lektorat: Sibylle Hentschke
Umschlagabbildung und Innenillustrationen: Silvia Christoph
Umschlaggestaltung: Atelier Langenfass, Ismaning
SaS · Herstellung: AnG
Satz: Uhl + Massopust, Aalen
ISBN 978-3-641-17786-7www.cbj-verlag.de
Der Mann im Gebüsch
Niedergeschlagen stieg Georg aus dem Zug. Sie hatte sich so auf die Ferien zu Hause im Felsenhaus und auf ihre geliebte Felseninsel gefreut. Aber ihre Mutter war an einer Virusgrippe erkrankt und ihr Vater war auf einer wissenschaftlichen Exkursion. Georg konnte deshalb nicht mit ihrer Kusine Anne und deren Brüdern Julius und Richard zum Felsenhaus reisen, so wie es geplant gewesen war. Und allein nach Hause zu fahren und die Ferien ohne ihre Freunde zu verbringen, das kam für sie erst recht nicht infrage. Also hatte ihre Tante sie nun eingeladen, die Ferien stattdessen zu Hause bei Anne, Richard und Julius zu verbringen.
»Sei nicht traurig«, versuchte Richard, seine Kusine zu trösten, als die vier im Auto des Gärtners saßen, der sie vom Bahnhof abgeholt hatte. Auch Georgs Hund Tim war dabei, der mit seinem Frauchen im Internat wohnen durfte. »Deine Mutter wird sicher sehr viel schneller wieder gesund, wenn sie nicht so viel Gewimmel um sich herum hat. Und bei uns kann man doch auch eine Menge erleben. Denk nur an unseren letzten Ausflug zum See!«
»Und eins kann ich dir versprechen«, sagte Julius. »Die Felseninsel ist auch in den nächsten Ferien noch da.«
Anne grinste. »Na klar, so schnell geht unsere Ferieninsel nicht unter.«
Tim, der sich im Fond des Wagens zwischen die Kinder gekuschelt hatte, legte Georg die Schnauze auf die Knie.
»Siehst du«, rief Julius. »Tim möchte auch, dass du jetzt ein fröhlicheres Gesicht machst! Und außerdem freuen sich unsere Eltern, dass wir heimkommen.«
Anne nickte. »Mutter hat von einer Überraschung für uns gesprochen. Ich bin mal gespannt, was es ist.«
»Seht nur, da steht sie schon und winkt!«, rief Richard, als der Wagen in den Kiesweg einbog.
Die Mutter strahlte übers ganze Gesicht und ihre Wangen glühten. »Anne, Richard, Julius!«, rief sie und nahm ein Kind nach dem anderen in den Arm. Den Jungen war das eigentlich gar nicht mehr recht. Sie fühlten sich für eine mütterliche Umarmung zu groß. Doch sie ließen es brav über sich ergehen, um der Mutter eine Freude zu machen.
»Und du?«, sagte die Mutter und hielt Georg auf Armeslänge von sich, um sie von oben bis unten zu mustern. »Wie ich sehe, bist du schon wieder ein ordentliches Stück gewachsen und siehst unternehmungslustig aus wie eh und je. Willkommen!«
Georg wurde von ihrer Tante gedrückt und grinste übers ganze sommersprossige Gesicht. Unternehmungslustig, das war sie in der Tat. Ihre Tante kannte sie wirklich gut!
Endlich kam auch Tim an die Reihe. Schwanzwedelnd hatte er brav gewartet, bis auch er schließlich herzlich begrüßt wurde.
Dann klatschte die Mutter in die Hände. »Rasch, Kinder, hinauf mit euch! Stellt die Sachen in eure Zimmer. Und dann nichts wie an die Teetafel!«
Jubelnd stürmten die Freunde die Treppen hinauf. Die frisch bezogenen Betten dufteten herrlich nach Lavendel.
»Na so was!«, rief Anne begeistert. »Auf unseren Nachttischchen stehen sogar frische Blumen!«
Richard kam in das Zimmer der Mädchen herüber. »Auf unseren auch. Also, wenn das kein Willkommensgruß ist!«
Aber die Kinder sollten noch mehr ins Staunen geraten. Der Teetisch war mit einem Blumenstrauß und Efeuranken geschmückt und in der Mitte thronte ein riesiger Apfelkuchen. Daneben dampfte in einem Krug duftende Vanillesoße.
»Der kommt mir nach der langen Fahrt gerade recht!«, sagte Richard und griff nach dem Tortenheber, um sich ein großes Stück Kuchen auf den Teller zu hieven.
»Das sehe ich gern, wenn ihr guten Appetit habt«, erklärte die Mutter. »Langt nur tüchtig zu. In der Küche steht noch ein Kuchen.«
»Noch einer?«, fragte Anne und rollte die Augen. »Hat dich die Backwut gepackt, Mutter?«
Sie lachte. »Nicht mich, Kinder, nicht mich. Ich habe euch doch gesagt, dass ich eine Überraschung für euch habe.«
Dann reckte sie den Hals und blickte über ihre Köpfe hinweg aus dem Fenster. »Ah, da kommt sie ja schon!«
Die Freunde sprangen von ihren Stühlen auf und drängelten sich vor dem Fenster. Eine rundliche Frau mit Blümchenkleid und Strohhut kam die Einfahrt heruntergeradelt.
»Hui, wer kommt denn da angesaust?«, fragte Richard.
Die Mutter sagte: »Das ist meine Überraschung! Ich habe eine Haushälterin eingestellt. Helma Wilkins heißt sie und sie ist eine wahre Perle. Das werdet ihr schnell selber feststellen.«
»Eine Haushälterin?«, fragte Anne ungläubig.
»Ja, Liebes. Ich habe mich entschlossen, mich stärker im Heimatverein zu engagieren, und das nimmt viel Zeit in Anspruch«, erklärte die Mutter. »Und damit hier im Haus nicht alles drunter und drüber geht, habe ich Helma eingestellt. Ach, ihr werdet sie mögen! Sie war schon ganz aufgeregt, als ich ihr erzählt habe, dass ihr kommt. Leider hatte sie etwas Dringendes in der Stadt zu erledigen, sodass sie vorhin nicht da sein konnte, um euch zu begrüßen.«
»Na ja, dazu ist ja jetzt Gelegenheit.« Julius stand auf und ging in den Flur, um die neue Haushälterin zu begrüßen, denn soeben war die Tür wieder ins Schloss gefallen.
»Ach, du musst Richard sein!«, rief die Frau im Blümchenkleid, noch ehe Julius etwas sagen konnte, und kam mit ausgestreckten Armen auf ihn zu. Doch als Richard, der einen halben Kopf kleiner war als sein Bruder, hinter Julius in den Flur trat, blieb sie stehen und lachte. »Nein, du bist Julius!«
Und ehe sichs die Jungen versahen, hatte die neue Haushälterin einen nach dem anderen zur Begrüßung an sich gedrückt.
Die Brüder liefen rot an und sagten artig: »Guten Tag, Frau Wilkins.«
Da brach die runde Frau in schallendes Gelächter aus. »Warum so förmlich? Ich bin die Helma!«
Jetzt drängelte sich Anne vor und reichte ihr die Hand. »Und ich bin Anne.«
Aber die Haushälterin schenkte Annes ausgestreckter Hand keine Beachtung und drückte das zierliche Mädchen ebenfalls an sich.
Georg war die Szene ein wenig unangenehm, daher hielt sie sich lieber im Hintergrund, aber sie musste schnell erkennen, dass es kein Entkommen gab. Helma Wilkins schob die anderen drei kurzerhand beiseite und drückte Georg zu ihrer Überraschung die Hand. »Und du bist sicher Georg. Ich habe schon viel über dich gehört.«
Georg freute sich über den festen Griff und warf ihrer Tante einen dankbaren Blick zu. Offenbar hatte sie nicht verraten, dass Georg ein Mädchen war und eigentlich Georgina hieß.
»Helma, der Apfelkuchen ist einfach zu köstlich«, lobte Richard und rieb sich den Bauch.
»Oh, das freut mich, dass er euch schmeckt.« Helma strahlte. »Das Rezept ist noch von meiner Großmutter. Aber wartet erst einmal ab, wenn ich den leckeren Rhabarberkuchen gemacht habe!« Sie zeigte auf ihren Einkaufskorb. »Seht ihr, ich habe aus der Stadt Rhabarber mitgebracht.«
Die Kinder dachten an die riesigen Mengen Apfelkuchen, die noch übrig waren. Und jetzt wollte sie schon den nächsten Kuchen backen! Wann sollten sie das alles essen?
Helma tätschelte Anne beide Wangen. »So, und jetzt lasst es euch schmecken!«
»Aber trinkst du denn nicht mit uns Tee?«, protestierte Anne.
Helma schüttelte den Kopf. »Ich habe noch in der Küche zu tun. Ihr habt eurer Mutter doch bestimmt allerlei zu erzählen. Wir haben sicher später noch die Gelegenheit für einen kleinen Plausch.« Schon war sie, ein Liedchen trällernd, in der Küche verschwunden.
Die Kinder waren überwältigt von diesem Auftritt.
