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Nachdem die vier Freunde Julian, Luca, Paulina und Antonia den wahnsinnigen außerirdischen Dr. Kritgar von der Erde verbannt haben, schmiedet er bereits neue, finstere Pläne. Um ein neues Transportportal zu bauen, reist er zu einer abgelegenen Raumstation - mitten im gefährlichsten Winkel des Universums. Die vier Freunde folgen ihm tief ins All, um ihn aufzuhalten. Doch die Raumstation ist fest in der Hand von Verbrechern, Gaunern und Halsabschneidern. Zum Glück gibt es auch Verbündete vor Ort. Oder doch nicht?
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Seitenzahl: 94
Veröffentlichungsjahr: 2026
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Julian, alias „Chef“: Julian ist die Sportskanone unter den vier Freunden. Er ist der Mannschaftskapitän des Basketballteams, welches immerhin die Stadtmeisterschaft für sich entscheiden konnte. Er fährt mit Vorliebe Inline-Skates und nimmt, seitdem er 10 Jahre alt ist, am Stadtlauf teil. Deswegen ist er es gewohnt, im Mittelpunkt zu stehen und gibt gern den Ton an.
Paulina, auch „Pauli” genannt: Sie ist mit 16 Jahren die Älteste der Clique und eine Schulklasse höher als Julian. Paulina ist mit ihrer ruhigen und vernünftigen Art häufig der ausgleichende Gegenpol zu dem spontanen Julian. Trotzdem oder besser genau deswegen sind die beiden seit dem Sandkastenalter dickste Freunde. Auch Paulina ist ausgesprochen sportlich. Am liebsten spielt sie Tennis und für den nächsten Stadtlauf trainiert sie mit Julian.
Antonia, die von allen nur „Toni” gerufen wird: Toni ist die zwei Jahre jüngere Schwester von Paulina. Im Gegensatz zu ihrer Schwester ist sie eher ein quirliger Charakter, quatscht die ganze Zeit und denkt ständig an Klamotten, Jungs und Make-up. So verbringt sie die meiste Freizeit gern im Shopping-Center. Aber wenn es drauf ankommt, können sich ihre Freunde voll auf sie verlassen.
Luca, oder auch einfach „Lexi”: Er ist der Jüngste und Kleinste der vier Freunde. Aber dafür ist er auch der Schlauste. Sein Spitzname verrät es, sein Kopf ist wie ein Lexikon, das sämtliches Wissen in sich aufsaugt. Am liebsten beschäftigt er sich mit seinem Computer, Tablet oder Smartphone und hat bisher diverse eigene Computerprogramme geschrieben. Obwohl er nicht unsportlich ist, hat er es nicht so mit Schwitzen. Er vertieft sich lieber in seine Bücher. Da er eine Klasse übersprungen hat, sitzt er jetzt neben Toni in derselben Klasse, was ihn nicht im Geringsten stört.
Rückkehr zur Alienbasis
Zwischen Glibber und Gefahr
Die Reise zu den Sternen
Im Schatten der Schmuggler
Ein Überfall aus dem Hinterhalt
Verwandlung und Vertrauen
Ein riskanter Raub
Schachmatt
Verhandlungssache
Eine Schneise der Verwüstung
Sieg mit Nebenwirkungen
Glossar
Omelett Intergalactica
Ehrfürchtig und mit einem Hauch von Nervosität standen die zwei Geschwisterpaare Julian und Luca sowie Paulina und Antonia zum zweiten Mal vor dem Betonturm mitten im Wald. Die Luft war frisch und es war nur ein leises Rauschen des Windes in den Baumkronen zu hören. Ein kühler Hauch strich über ihre Haut. Es war, als würde der Wald den Atem anhalten, als wüsste er, dass etwas Bedeutendes bevorstand. Nachdem die Sraty sie über den Kommunikator gerufen hatten, hatten sie schnell ein paar Sachen zusammengepackt und sich sofort auf den Weg zur geheimen Alienbasis gemacht. Ihren Eltern hatten sie einen Zettel auf dem Küchentisch hinterlassen, dass sie für ein paar Tage in ihre Zentrale verschwinden würden, eine verlassene Jagdhütte im nahe gelegenen Wald. Da ihre Eltern häufig viel zu tun hatten und ständig arbeiteten, ließen sie ihre Kinder stets bereitwillig zu ihren Abenteuern im Wald aufbrechen. Dass sie dabei erst vor Kurzem eine außerirdische Zivilisation, die einen Außenposten innerhalb der Erdkruste betrieb, entdeckt hatten, ahnten ihre Eltern nicht im Geringsten. Auch nicht, dass ihre Kinder die Erde gerettet und dadurch den Fortbestand der Menschheit gesichert hatten. Seit Luca den Fahrstuhl über seinen Kommunikator, der wie ein altes Handy aussah, gerufen hatte, herrschte Stille auf der Lichtung. Jeder hing seinen Gedanken nach – an das, was war, und an das, was kommen könnte. Erst, als sich der Betonturm öffnete, und den Fahrstuhl, der in die Erdkruste hinabführte, preisgab, meldete sich Julian zu Wort: „Dann wollen wir mal unseren außerirdischen Freunden unter die Arme greifen.“
„Dir ist hoffentlich klar, dass wir wahrscheinlich erneut in ein intergalaktisches Abenteuer geraten?“, blaffte Antonia ihn an. „Das ist doch nicht normal!“
„Ach Toni, sieh es doch einfach mal von der anderen Seite. Solche coolen Abenteuer hat sicherlich kein anderer auf dieser Welt. Ich vermute, dass selbst in unserer ganzen Galaxie niemand so etwas erlebt“, erwiderte Julian lässig und grinste seine jüngere Freundin dabei verschmitzt an.
„Schon klar! Aber dass es auch gefährlich werden könnte, so wie beim letzten Mal, daran scheinst du gar nicht zu denken“, rief Antonia ihm umgehend ins Gedächtnis und stemmte ihre Hände in die Hüften. Ihre Stimme zitterte leicht. Nicht vor Wut, sondern vor Sorge.
„Ach was, wir passen doch gut aufeinander auf. Da passiert schon nichts“, war sich Julian sicher. „Außerdem haben wir doch auch noch unseren Lexi, der immer irgendwelche undenkbaren Pläne entwickelt.“ Julian knuffte seinem kleinen Bruder in die Rippen.
„Ich muss Toni Recht geben“, warf auch Luca nachdenklich ein. „Es kann durchaus brenzlig werden. Aber auf der anderen Seite haben wir es unseren außerirdischen Freunden versprochen. Wer weiß, vielleicht ist die Erde erneut in Gefahr. Und ohne die Sraty würde es uns Menschen bestimmt nicht mehr geben. Logisch betrachtet.“ Luca kratzte sich am Ohr. Das machte er nur, wenn er intensiv über eine Sache nachdachte. Er meinte, dass ihm das beim Denken helfen würde.
„Wir werden sehen, was sie von uns wollen. Wenn es uns zu gefährlich erscheint, können wir immer noch nach Hause gehen. Schließlich haben wir keinen Problem-Löse-Vertrag mit den Sraty geschlossen“, beanstandete Paulina und blickte ihre Freunde an. In deren Augen lag Entschlossenheit und ein unausgesprochener Schwur: Keiner der vier würde einen Rückzieher machen, wenn die Sraty sie um Hilfe bitten würden. Als der Vertikaltransporter, wie die Sraty einen Fahrstuhl nannten, am Ziel angekommen war, wurden sie von Nalanda und Trallog begrüßt. Ein Kribbeln durchlief ihre Körper, eine Mischung aus Vorfreude, Nervosität und tiefer Verbundenheit. Vor Aufregung hatten die vier Teenager Herzklopfen und waren sichtlich nervös. Obwohl sie erst vor ein paar Tagen getrennte Wege gegangen waren, war das Wiedersehen sehr freudig und herzlich. Es war mehr als ein Wiedersehen, es war das Gefühl, in einer anderen Welt willkommen zu sein. Die Luft in der Alienbasis war kühl und trocken, mit einem Hauch von Metall und etwas, das entfernt an Schokopudding erinnerte. Außerdem war es beinahe zur Normalität geworden, dass sie ihren außerirdischen Freunden die Hände mit den vier knöchrigen Fingern schüttelten oder sie sogar in den Arm nahmen. Und irgendwie war es das auch nicht mehr. Als erstes gab ihnen Trallog ihre Headsets, sodass sie einander verstehen konnten. Das Licht in der Basis war diffus und schimmerte in einem sanften Blaugrün von den Wänden, die aus einem glatten, leicht vibrierenden Material bestanden. Der Boden unter ihren Füßen fühlte sich weich und federnd an, fast wie Moos, obwohl er aus einer Art organischem Kunststoff zu bestehen schien. Ein leises Summen lag in der Luft, kaum hörbar, aber spürbar – als würde die ganze Station atmen.
„Wie geht es euch, Erdlinge?“, erkundigte sich Nalanda freundschaftlich.
„Gut so weit. Toni ist ein bisschen sauer, weil ihr sie beim Sonnenbaden gestört habt...“, witzelte Julian, kam jedoch nicht weiter, da er sich einen ordentlichen Hieb auf den Oberarm von Antonia einfing.
„Lass den Quatsch, Chef!“, tadelte sie Julian.
„Sonnenbaden? Ihr Erdlinge könnt in der Sonne baden? Aber…“, Nalanda und Trallog schauten sich total verdattert an.
„Nein! Das bedeutet, dass man sich in die Sonne legt, um braun zu werden“, belehrte Antonia die beiden Sraty.
„Ah! Wozu ist das gut?“, wunderte sich Nalanda sichtlich.
„Na ja, unsere Haut sieht halt schöner aus, wenn man ein bisschen Sonnenbräune hat“, erklärte Antonia ein wenig verlegen wegen ihrer Eitelkeit. Trallog schaute auf seinen Handrücken und besah sich seine Haut, die sowieso dunkelbraun war. Dann schaute er zu Antonia rüber, blinzelte ein paar Mal mit seinen vier Augenlidern, fragte aber nicht weiter. Für die vier Erdlinge war offensichtlich, dass die beiden Sraty das nicht verstanden.
Paulina wechselte das Thema, um die beiden nicht noch mehr in Verlegenheit zu bringen: „Und wie geht es euch? Täusche ich mich, oder ist hier weniger los als noch vor ein paar Tagen?“
„Nein, du hast vollkommen Recht, Erdling Paulina. Viele der Sraty, die auf der Erde stationiert waren, sind nun nach Nrag zurückgekehrt. Der Nrafta hat beschlossen, dass ein paar von uns zurückbleiben sollen. Wir werden dennoch einen permanenten Stützpunkt einrichten, um schneller in diesem Teil des Universums einsatzbereit sein zu können, falls es nötig werden sollte“, erklärte Nalanda in der für Sraty typischen Art zu reden, was selbst durch die Übersetzung des Headsets deutlich durchklang.
„Ihr kommt doch mit euren Portalen in null Komma nix überall hin! Da braucht ihr doch auf der Erde keinen Stützpunkt“, hakte Luca nach und schaute Nalanda tief in zwei seiner vier Augen. „Mal ehrlich, ihr wollt uns noch intensiver studieren, stimmt’s?“
Der Nrafta war überaus beeindruckt von der Art und Weise, wie die vier Menschenkinder Doktor Kritgar auf der Erde von seinen finsteren Machenschaften abgehalten hatten. Derlei Vorgehen wäre keinem Sraty in den Sinn gekommen.
Deswegen hatte er angeordnet, dass die Sraty auf der Erde bleiben und mehr über die Menschen in Erfahrung bringen sollten. Vielleicht könnte dies helfen, die eigenen Strategien gegen Doktor Kritgar oder andere Bedrohungen zu verbessern, erklärte ihnen ihr außerirdischer Freund und machte eine kurze Pause: „Dennoch streben wir nach wie vor kein offizielles Treffen mit Vertretern der Menschheit an.“ In seinen Worten schwang eine stille Warnung mit, eine Mahnung zur Vorsicht. Die unterschwellige Aufforderung, die in Nalandas Worten mitschwang, war nicht zu überhören: Sie durften die Existenz der Sraty auf der Erde nicht der Öffentlichkeit preisgeben!
„Keine Sorge, Nalanda! Wir erzählen keiner Menschenseele von euch und eurer Basis im Erdinneren“, versicherte Paulina ihm umgehend.
„Vielen Dank, Erdling Paulina. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass es für uns auch nicht ganz ungefährlich ist, länger als nötig auf der Erde zu verweilen“, erklärte Nalanda mit ein wenig Nachdruck.
„Ehrensache“, bestätigte auch Julian. „Worum geht es denn eigentlich? Warum habt ihr uns gerufen?“
„Oh, das wird euch bald der Nrafta selbst sagen. Er kommt extra von Nrag hierher, um euch zu treffen“, tat Nalanda ungewohnt geheimnisvoll.
„Was, echt? Der König kommt extra unseretwegen auf die Erde?“, wunderte sich Antonia, doch in ihrer Stimme lag auch Stolz.
„Ja, Erdling Antonia. Extra für euch“, bestätigte Nalanda knapp und deutete ein Lächeln an.
„Krass, wir müssen mächtig Eindruck gemacht haben“, staunten Julian sowie seine Freunde.
Bis zur Ankunft des Nrafta blieb ihnen nur, zu warten – und sich zu fragen, was als Nächstes geschehen würde.
Der König der Sraty kam durch das Transportportal und begrüßte die vier Erdlinge überschwänglich. Zumindest für einen Sraty, denn sie waren eher verhalten in ihren Gefühlsäußerungen.
„Erdlinge, ich danke euch, dass ihr unserem Ruf gefolgt seid. Es ist mir eine große Freude euch nach so kurzer Zeit erneut begrüßen zu dürfen“, nahm der oberste Sraty seine menschlichen Freunde in Empfang. „Und doch betrübt es mich zutiefst, dass ich leider keine guten Nachrichten von Nrag mitbringe. Aber dazu später mehr. Lasst uns zunächst unser Zusammentreffen feiern.“
