Gebrauchsanleitung für Weihnachten - Daniel Glattauer - E-Book

Gebrauchsanleitung für Weihnachten E-Book

Daniel Glattauer

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Beschreibung

Wer zu Weihnachten nicht streitet, versäumt eine ideale Gelegenheit. Zu keiner anderen Zeit gibt es eine solche Bandbreite von Streitanlässen: Wer wird eingeladen, wer bekommt welches Geschenk, was wird gekocht und gesungen? Und vor allem: wie wird gesungen? Der Bestsellerautor Daniel Glattauer hat den ebenso schonungslosen wie liebevollen Versuch unternommen, mit Humor Ordnung in die vielfältigen Weihnachtskrisen zu bringen und das Absingen populärer Weihnachtslieder familienfreundlich zu gestalten. Amüsieren Sie sich mit den zwei wichtigsten Weihnachten-überleben-Maßnahmen aus Daniel Glattauers „Der Karpfenstreit“.

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Seitenzahl: 27

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Daniel Glattauer

Gebrauchsanleitung für Weihnachten

E-Book

Deuticke

Inhalt

Typologie der Christbaumkäufer

Typologie der Vanillekipferl-Esser

Gebrauchsanleitung für das familienfreundliche Absingen der wichtigsten Weihnachtslieder

Die beliebtesten Weihnachtskrisen und die besten Anlässe für Streit

Typologie der Christbaumkäufer

Ohne Weihnachten gäbe es keinen Christbaum, und umgekehrt so gut wie ebenfalls. Nach eigenen Angaben waren es die Deutschen, die mit dem Baumspektakel begonnen haben. Weltweit widerspricht bis heute niemand, man gönnt ihnen also die Urheberschaft dieser auf den ersten Blick etwas schrägen Idee: Irgendwann muss ein gläubiger Germane eine Tanne gesehen und die Inspiration gehabt haben, diese zu schmücken, um der Geburt Jesu zu gedenken. Stellen Sie sich vor, es wäre ein Buschwindrosen- oder Hagebuttenstrauch gewesen — das Weihnachtsfest wäre heute nebst familiärer Psychobelastungsprobe auch noch ein Gemetzel.

Jedenfalls muss der erste Nadelbaumdekorateur ein begnadeter Marketingstratege gewesen sein, denn große Teile der christlichen Gemeinschaft kamen spätestens im 19. Jahrhundert auf den Geschmack, es ihm gleichzutun.

Aus Witterungsgründen wurde das Zeremoniell bald ins Innere verlegt, die Wurzeln blieben im Wald, die Weihnachtsbaumständer-Industrie blühte. Die geholzten Nadelbäume selbst werden noch heute auf Tausenden Plätzen öffentlich feilgeboten — und gekauft. Allein in Deutschland gibt man für jährlich 30 Millionen Weihnachtsbäume mehr als 600 Millionen Euro aus.

Der Christbaumkauf ist eine der wenigen verbliebenen maskulinen Domänen, die mit Aufwand ohne Anerkennung und ohne Aufstiegschancen verbunden sind. Schon deprimierend, dass jeweils am Ende des Jahres für Männer noch dieser harte Brocken »Hausarbeit« anfällt, als hätte man in den elf Monaten davor nicht schon genügend Mistsäcke in die Mülltonnen geworfen, nicht genügend Grillkohle zur Glut gebracht und schadhafte Glühbirnen ausgewechselt. Aber egal. Die Beschaffung eines Weihnachtsbaumes lässt mitunter mentale Kräfte frei werden und Leidenschaften entflammen, die seit der Kindheit im Verborgenen geschlummert haben. So ähnlich Männer einander sind, wenn sie in ihren Fahrzeugen sitzen, so unterschiedlich präsentieren sie sich auf den Weihnachtsbaumstandplätzen. Folgende Christbaumkäufertypen können mit freiem Auge erkannt und beobachtet werden:

Der Baummuffel

Er ist ein pathologischer Stadtmensch und leidet unter jeder Art von Vegetation, nicht nur beim Essen. Für ihn gehören Bäume in den Wald und Wälder ins Schwarze Meer. Die Vorweihnachtszeit überlebt er am Punschstand. Christbaumstände machen ihn, je nach Wirkung des Punsches, depressiv oder aggressiv, denn ihm ist gewiss: Auch er wird einen Baum aufstellen müssen, sonst wird es seine Frau tun, und das wäre kein Beitrag für den Weltfrieden.

Der Baumminimalist

Tätig werdender Baummuffel. Er nutzt seinen lichtesten Moment im Advent, fährt mit dem Auto zum nächstgelegenen Verkaufsstand und verlangt, ohne sich umzusehen, nach einem Baum. Zur Präzision gezwungen, ringt er sich die Erläuterung »Nadelbaum« ab. Seine Kriterien: Das Ding darf nahezu nichts kosten, es muss ihm wenigstens bis zum Nabel reichen, und wenn man es schief anschaut, darf es nicht alle Nadeln gleichzeitig verlieren. Nach dem Kauf schultert der Baumminimalist das zugeschnürte Geäst und versenkt es im Kofferraum. Den Rest-Advent verbringt er mit Trübsinn und Schaudern vor dem Jüngsten Tag, an dem sich der Kofferraum öffnen und die Knochenarbeit beginnen wird.

Der Baumschwärmer