Richard von Schaukal
Gesammelte Gedichte
Bereicherte Ausgabe.
Einführung, Studien und Kommentare von Julia Pfeiffer
Books
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Bearbeitet und veröffentlicht von Musaicum Press, 2017
ISBN 978-80-7583-879-7
Inhaltsverzeichnis
Gesammelte Gedichte
Unvergessliche Zitate
Gesammelte Gedichte
Hauptinhaltsverzeichnis
Frühling
Wie schade...
Rokoko
Nach Paul Verlaine
Herrscher
Chronica
Ein Mädchen
Das Ohr
Colombine
Pierrot
Wir
Nacht
Gartenzimmer
Sir Edward Grey
Um die Morgenröte
Hinterm Garten
Frühlingsabend
Geduldspiel
Mittag
Frühlingsweh
Frühlingsgewitter
Sommerabend
Hochsommerabend
Die Grille
Abschied vom Alpkamm
Herbstschweigen
Sternenhimmel
Dein Baum
Traurige Mär
Nachklang
An Fanny
Kleine Frau
Huldigung des Chevalier de ... an die Duchesse de ...
O süße Sehnsucht
Walzer
Gedenktag
Damals
Und es ist doch Liebe ...
Nur die Liebe
Los der Liebe
Am 20. August
Gebet
Aus der Tiefe
Damals
Der Braut
Du
Sommerabend
Morgen
Dein
Meiner Frau
Dir
An meine Frau
An die Schönheit
Seele
Wiedersehen
Mai
An Colombine
Vor dem Tore
Ballfest
Werbung
Mondnacht
Vorfrühling
Die Trauung
Abreise
Sorrent
Siesta
Seegondelieren
Die Hängematte
Geburtstag
Die neue Katze
Der Dachs
Familienszene
Theater
Vom Ehebette aus
Märzschnee
Palmsonntag
Ostern
Haustheater
Colombinens Sekretär
Cassander
Hazard
Colombine spricht zu Pierrot
Konversation
Gespenster
Ahnungen
Gedanken
Ausflug zur Ruine
Der Lauscher
Einsamer Kummer
Pierrot ereifert sich
Herbst
Sonntag
Spaziergang
Die Rute
Geraune
Geheime Visite
Das Taufgedicht
Taufschmaus
Nächtliche Suche
Waschung
Freitag
Colombine wünscht sich
Lenz
Abendfrieden
Der Ring
Ausklang
Frühling
Inhaltsverzeichnis
Auf einem träge schreitenden Rotschimmel liegt
Ein marmorleuchtendes, müdes Weib und streut
Lässig Blüten über das zagende Grün[1q].
Ihr Busen ist an den Hals des Pferdes geschmiegt,
In ihren Augen glänzt ein seeliges Heut':
Das Gestern ist tot, und die Rosen von morgen blüh'n[2q],
Der Schweif des Rosses streichelt die schlanken Waden,
Maiglocken zittern im Haar - eine Krone von Frühlings Gnaden -
Und in den Lüften bebt es von tausend Küssen,
Die alle heut' noch auf roten Lippen erwachen müssen.
Wie schade...
Inhaltsverzeichnis
Drei weiße blonde Kinder gehen.
Vorsichtig heben sie die Kreuzbandschuh'
Vom nassen Grase. Schweigsam sehen
Sie jedem Regentropfenzögern zu.
Schon steigt der Mond gelassen seine Pfade,
Die Stämme dunkeln an der Wiese hin[3q].
Da sagt Rosette: "Mimi, o wie schade,
Daß ich noch immer Fräulein bin."
Rokoko
Inhaltsverzeichnis
Schwere silbergraue Portieren,
Weisse Göttergestalten mit grossen, leeren
"Augen, verschlaf'ne Konsolenuhren"
Zierliche Porzellanfiguren
Auf Marmortischen mit geldenen Beinen,
Schwarze Katzen, aus grünen Steinen
Lüstern blinzelnd, auf hohen Kaminen,
Causeusen, die niemals die Sonne beschienen,
Und ein Spinett, und eine Gavotte
Aufgeschlagen, und einer Kokotte
Zierliche Nagelspur auf dem Papier,
Die damals in üppiger Schlankheit hier
Sass und spielte mit hochgezogenen
Feinen Brauen, mit schelmisch verlogenen
Blauen Augen, mit puderbestaubten
Locken, vor Herren, die ans Irdische glaubten
Und an den Hurihimmel auf Erden,
Die mit Spitzenmanschetten und halben Gebärden
Ihr Kräuseljabot aus den Westen zogen
Und schlanke Rohre träumend bogen
Mit Silberknäufen und Freiherrnkronen,
Die mit dem Parfüm der Sonnenzonen
Ihre heimlichen, zärtlichen Aventuren
Feuchteten und mit gewandten Allüren
Den alten Gott in die Grube legten,
Über die sie sich schmächtig und höflich bewegten
In kleinen Schritten, mit scherzenden Worten -
Zu dieser Welt der blassen Nuancen,
Der Madrigale und Medisancen?
Nach Paul Verlaine
Inhaltsverzeichnis
Regen über der Stadt
Und im Herzen Thränen.
Weiß nicht, was es hat:
Mein Herz ist so voll Sehnen[4q].
O sanftes Regentropfen
Auf Dächern und Gassen.
Wir singen die leisen Tropfen:
Mein Herz ist so verlassen.
Und warum dieses Weinen?
Mein Herz ist am Verscheiden.
Weiß ich doch keinen
Grund, solche Qual zu leiden.
Lastendste Seelenpein,
Ohne Lieb', ohne Haß und Groll
So elend und traurig sein -
Und nicht wissen, wozu es soll!
Herrscher
Inhaltsverzeichnis
Zerstör' nur täglich dein Reich,
Erricht' es nächtlich wieder,
Ähnlich, nimmer doch gleich.
Werde an Dir nicht weich:
Reiss deine Säulen lachend nieder!
Laß den andern den Hohn,
Die dauernde Häuser bauen,
Auf der Stunde jungem Thron
Sei Geist, Vater und Sohn,
Ehre das Abenddämmern und Morgengrauen.