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Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Auf sie kann er sich immer verlassen, wenn es darum geht zu helfen. Patricia Vandenberg ist die Begründerin von "Dr. Norden", der erfolgreichsten Arztromanserie deutscher Sprache, von "Dr. Laurin", "Sophienlust" und "Im Sonnenwinkel". Ohne ihre Pionierarbeit wäre der Roman nicht das geworden, was er heute ist. »Mir ist langweilig.« Christian Norden, von allen nur Janni genannt und zusammen mit seiner Zwillingsschwester Dési jüngster Spross der siebenköpfigen Familie, lümmelte auf dem Sofa und war ganz offensichtlich alles andere als zufrieden mit seinem Dasein. »Bist du schon fertig mit den Hausaufgaben?«, fragte seine Mutter Felicitas, die am Tisch saß und in einem Gartenkatalog blätterte. Janni stöhnte demonstrativ. »Warum denken Eltern eigentlich immer nur ans Lernen?«, beschwerte er sich düster. »Es gibt auch noch was anderes im Leben.« »Bist du fertig?«, wiederholte Fee ihre Frage mit Nachdruck und ohne mit der Wimper zu zucken. »Ja!«, gab Jan im selben Tonfall zurück und grinste, als ihn ein strafender Blick traf. Aber nur kurz. Dann lächelte Fee schon wieder. Sie erinnerte sich zu gut an die Zeiten, als sie selbst im Alter der Zwillinge gewesen war und mit denselben Problemen zu kämpfen gehabt hatte wie ihr jüngster Sohn. Es gab eben Dinge, die änderten sich nie! »Beschwer dich nicht!«, empfahl sie ihrem Sohn scherzhaft. »Dein Großvater ist auch nicht gerade zimperlich mit mir umgesprungen. Wenn ich ihm mit solchen Beschwerden gekommen bin, hat er mir immer vorgeschlagen, dass ich in der Küche beim Kartoffelschälen helfen kann.«
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Seitenzahl: 113
Veröffentlichungsjahr: 2024
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»Mir ist langweilig.« Christian Norden, von allen nur Janni genannt und zusammen mit seiner Zwillingsschwester Dési jüngster Spross der siebenköpfigen Familie, lümmelte auf dem Sofa und war ganz offensichtlich alles andere als zufrieden mit seinem Dasein.
»Bist du schon fertig mit den Hausaufgaben?«, fragte seine Mutter Felicitas, die am Tisch saß und in einem Gartenkatalog blätterte.
Janni stöhnte demonstrativ.
»Warum denken Eltern eigentlich immer nur ans Lernen?«, beschwerte er sich düster. »Es gibt auch noch was anderes im Leben.«
»Bist du fertig?«, wiederholte Fee ihre Frage mit Nachdruck und ohne mit der Wimper zu zucken.
»Ja!«, gab Jan im selben Tonfall zurück und grinste, als ihn ein strafender Blick traf.
Aber nur kurz. Dann lächelte Fee schon wieder. Sie erinnerte sich zu gut an die Zeiten, als sie selbst im Alter der Zwillinge gewesen war und mit denselben Problemen zu kämpfen gehabt hatte wie ihr jüngster Sohn. Es gab eben Dinge, die änderten sich nie!
»Beschwer dich nicht!«, empfahl sie ihrem Sohn scherzhaft. »Dein Großvater ist auch nicht gerade zimperlich mit mir umgesprungen. Wenn ich ihm mit solchen Beschwerden gekommen bin, hat er mir immer vorgeschlagen, dass ich in der Küche beim Kartoffelschälen helfen kann.«
Trotz seiner schlechten Laune musste Janni grinsen.
»Echt? So gemein war Opi?«
»Nicht wirklich«, erwiderte Fee und dachte mit einem liebevollen Lächeln an ihren Vater Johannes Cornelius. Zusammen mit seiner zweiten Frau Anne leitete er seit vielen Jahren das Sanatorium auf der Roseninsel. »Er hat es immer nur scherzhaft gemeint. Aber ich war meist ebenso schlechter Laune wie du und fand diesen Vorschlag gar nicht witzig.«
»Und was hast du dann gemacht, wenn dir langweilig war?« Auf einmal war Jannis Interesse geweckt, und er rappelte sich vom Sofa hoch.
Fee hatte den Gartenkatalog ein Stück weggeschoben. Ihr sinnender Blick glitt hinaus in die spätsommerlich blühende Pracht ihres Gartens, und sie dachte an die glückliche Zeit ihrer Kindheit und Jugend.
»Eigentlich gab es auf der Roseninsel immer was zu tun, und meine Langeweile lag nur an meiner Faulheit«, gestand sie mit entwaffnender Offenheit.
Das konnte Jan seiner tatendurstigen Mutter nicht recht glauben.
»Du und faul?«, staunte er nicht schlecht. »Du bist doch den ganzen Tag unterwegs. Immer arbeitest du irgendwas. Und wenn du zufällig mal fünf Minuten auf der Liege liegst, springst du garantiert auf, um Sonnencreme zu holen. Oder Eis für alle. Oder dir ist eingefallen, dass du dringend den Rasen mähen musst«, erinnerte er seine Mutter kopfschüttelnd an ihre Rastlosigkeit.
Felicitas lachte herzlich.
»Du hast recht. Heute fällt es mir tatsächlich schwer, nichts zu tun. Aber das war nicht immer so.«
»Ich weiß nicht.« Die Zweifel über diese Aussage seiner Mutter standen Janni ins Gesicht geschrieben.
Doch bevor er noch einmal nachhaken konnte, hüpfte seine Zwillingsschwester Dési gut gelaunt ins Zimmer. Übermütig beugte sie sich über Felicitas und drückte ihr einen schmatzenden Kuss auf die Wange. Dann wirbelte sie zu Janni herum.
»Weißt du schon, dass das Haus in der Parallelstraße wieder bewohnt ist?«, fragte sie ihn sichtlich aufgeregt.
Das war in der Tat eine interessante Neuigkeit.
»Nein! Seit wann?« Schlagartig war Jan hellwach und gespannt wie ein Flitzebogen.
»Die Leute müssen vor ein paar Tagen eingezogen sein«, erklärte Désirée das, was sie gehört hatte. »Lisa und ich sind vorhin vorbeigegangen. Es hängen schon Vorhänge am Fenster«, verkündete sie. »Aber das Beste kommt noch: Vorhin lagen vor der Tür Inline-Skates. Und ein Fahrrad steht auch rum. Das heißt, dass nicht nur Erwachsene da einzogen sind«, zog sie triumphierend einen Schluss aus ihren Beobachtungen.
»Das trifft sich aber gut«, stellte Felicitas sofort fest und schielte sehnsüchtig auf ihren Gartenkatalog. Die Bestellung für die Pflanzung im Herbst brannte ihr unter den Nägeln. »Janni hat sich vorhin über Langeweile beschwert. Um dieses Problem aus der Welt zu schaffen, wäre es doch eine gute Idee, die neuen Bewohner willkommen zu heißen«, machte sie einen Vorschlag, von dem ihr jüngster Sohn alles andere als begeistert war.
»Mensch Mami, das geht doch nicht!«, widersprach er sofort. »Wir können doch nicht einfach dahin spazieren und klingeln.«
»Warum nicht?« Felicitas verstand das Problem nicht, zumal ihre Kinder im Normalfall alles andere als schüchtern waren.
Tadelnd verdrehte Jan die Augen.
»Stell dir mal vor, da macht ein Mädchen auf!«, stöhnte er mit gelindem Entsetzen. »Und ich steh vor der Tür! Das geht ja mal gar nicht.«
Einen Moment herrschte Totenstille im Wohnzimmer der Familie Norden. Fee und Dési tauschten irritierte Blicke. Dann brachen sie gleichzeitig in Gelächter aus.
»Bei deinen älteren Brüdern konnte ich dieses Problem ja noch nachvollziehen«, erklärte Fee, als sie sich wieder beruhigt hatte. »Schließlich hatten sie noch keine Schwestern. Aber dass du jetzt auch noch damit anfängst …«
»Keine Sorge, Mami«, beruhigte Dési ihre Mutter mit einem frechen Seitenblick auf ihren Zwillingsbruder. »Das ist ganz normal in dem Alter und hat was mit der Pubertät zu …« Weiter kam sie nicht.
In diesem Augenblick flog ein Sofakissen in hohem Bogen durch das Zimmer und traf sie mitten im Gesicht.
»Wenn das so wäre, hättest du dasselbe Problem wie ich«, schickte Jan seinem Geschoss einen beleidigten Kommentar hinterher.
Doch davon ließ sich Désirée ihre gute Laune glücklicherweise nicht verderben.
»Bekanntermaßen sind Mädchen der Entwicklung der Jungen ungefähr vier Jahre voraus«, klärte sie ihn neunmalklug auf. Sie lachte gutmütig über seine grimmige Miene und winkte ihm, mit ihr zu kommen.
Dési war es egal, wer die Tür aufmachte. Dazu war sie viel zu neugierig, wer die neuen Nachbarn waren. Und im Gegensatz zu ihrem Bruder hatte sie schon die Erfahrung gemacht, dass auch Angehörige des anderen Geschlechts wunderbare Gesellschaft sein konnten. Das hatte sie Janni in der Tat voraus.
»Es ist doch schön hier, findest du nicht?«, fragte Frauke Hennings, verzweifelt um gute Laune bemüht.
»Hm.« Mehr sagte ihr Sohn Benedikt nicht dazu. Es fiel ihm immer noch schwer, sich mit der neuen Situation anzufreunden. Allein mit seiner Mutter in einem fremden Stadtviertel in einem neuen Haus zu leben. Ohne Papa, der sich wegen einer anderen Frau von Mama und damit auch von ihm getrennt hatte.
Frauke, die dabei war, aus einem Umzugskarton Geschirr auszupacken und in die Küchenschränke zu räumen, drehte sich zu ihrem Sohn um. Er hatte den Kopf auf die Arme gelegt und starrte missmutig vor sich hin.
»Schätzchen, mach nicht so ein Gesicht. Für mich ist es doch auch nicht leicht.« Nur mit Mühe konnte sie ein Seufzen unterdrücken. »Glaub mir, ich hatte mir das alles auch ganz anders vorgestellt.« In ihren Augen glitzerte es verdächtig.
»Du hast ja deine Arbeit!«, erwiderte Benedikt unwillig. Warum nur konnte seine Mutter nicht verstehen, dass für ihn alles viel, viel schlimmer war? »Und nach deinem Urlaub machst du dich wieder aus dem Staub. Dann bin ich ganz allein hier mit Garfield.« Er schickte dem getigerten Kater, der mit vorwurfsvollem Blick vor seinem leeren Napf saß, einen missmutigen Blick. »Dann ist keiner mehr da, der mir was zu essen macht und mir bei den Hausaufgaben hilft.« Der Gedanke daran war nur schwer auszuhalten.
Frauke stellte einen weiteren Stapel Teller ins Regal. Dann setzte sie sich zu ihrem Sohn an den Tisch und fuhr sich durch die rote wild gelockte Mähne. Seit der überraschenden Trennung von ihrem Mann war ihr Gesicht noch blasser als sonst. Vom mangelnden Schlaf schimmerten bläuliche Schatten unter ihren Augen.
»Schatzi, es war ein ausgemachtes Glück, dass Papa zu Hause arbeiten und für dich da sein konnte«, warb sie um Verständnis bei ihrem Sohn und fuhr ihm durch das dunkle Haar, das er von Martin geerbt hatte. »Jetzt müssen wir eben wie alle normalen Familien auch nach einer anderen Lösung suchen.«
»Ich will aber nicht bis nachmittags in der Schule bleiben«, erklärte Benedikt trotzig, ohne dass Frauke ihren Gedanken an die Ganztagesschule laut ausgesprochen hatte. »Da ist sowieso niemand, den ich kenne.«
»Dann lernst du die anderen Kinder eben kennen«, entfuhr es Frauke. Manchmal wurde ihr alles zu viel, und sie war nicht mehr so geduldig, wie sie hätte sein sollen. Sanfter fuhr sie fort: »Bestimmt sind die Mädchen und Jungs genauso nett wie in deiner alten Klasse.«
Empört richtete sich Benedikt auf. Warum nur wussten Eltern und speziell Mütter immer alles besser?
»Die kennen sich aber bestimmt schon eine halbe Ewigkeit. Wir sind doch schon öfter umgezogen. Ich weiß genau, wie das ist, wenn man sich erst mal die Freundschaft von den anderen verdienen muss.« Verzweifelt und wütend starrte er seine Mutter an. »Du hast doch keine Ahnung!«
Am liebsten hätte Frauke eine heftige Antwort gegeben. Um sich zu beherrschen, atmete sie ein paarmal tief ein und aus und dachte nach.
»Ich weiß, dass das alles ein bisschen viel war in letzter Zeit …«, sie hielt inne auf der Suche nach der rettenden Idee. »Wenn wenigstens Opa noch leben würde.« Plötzlich hellte sich ihre Miene auf, und sie legte die Hand auf Benedikts Arm. »Ich hab’s!«, sagte sie so aufgeregt, dass ihr Sohn vor Schreck zusammenzuckte. »Wir suchen einen Ersatzopa, der am Nachmittag für dich da ist.« Frauke strahlte übers ganze Gesicht. »Ich könnte eh Hilfe im Garten brauchen und jemanden, der eine Ahnung von technischen Dingen hat.«
Benedikt starrte seine Mutter verständnislos an.
»Hä?«, fragte er ungläubig. »Wo willst du den denn suchen? Der steht ja nicht auf der Straße rum und wartet nur auf uns.«
»Natürlich nicht.« Frauke sprang vom Stuhl auf. Sie war zu aufgeregt, um still sitzen zu bleiben und begann, rastlos in der Küche auf und ab zu gehen. »Aber wir könnten eine Anzeige aufgeben. ›Der zehnjährige Benedikt sucht liebevollen Ersatzopa!‹«, malte sie den Text der Anzeige mit dem Zeigefinger in die Luft.
»Du willst meinen Namen in die Zeitung schreiben?« Benedikts Augen weiteten sich vor Schreck.
Nachsichtig lächelnd blieb Frauke vor ihm stehen und streichelte ihm wieder durchs dichte Haar.
»Das muss natürlich nicht sein. Aber was hältst du von dieser Idee? Ist sie nicht wundervoll?«
Benedikt zögerte. Er wusste, wie nah seine Mutter zur Zeit am Wasser gebaut war. Jede noch so kleine Ablehnung erschütterte Frauke bis ins Mark und ließ sie in Tränen ausbrechen. Und es gab kaum etwas, wovor er mehr Angst hatte als vor ihren Tränen.
»Hmm, wir können es ja mal versuchen«, erwiderte er zurückhaltend.
Wider Erwarten gab sich Frauke mit dieser Antwort zufrieden. Sie beugte sich über ihn, nahm sein Gesicht in beide Hände und drückte ihm einen Kuss mitten auf den Mund.
»Also abgemacht!«, erklärte sie so zufrieden, wie sie es in der derzeitigen Situation nur sein konnte. »Gleich morgen früh kümmere ich mich darum.« Sie richtete sich wieder auf, und Benedikt wischte sich unauffällig mit dem Ärmel über die Lippen. »Ach, schau mal!«, machte sie ihren Sohn auf die beiden Kinder aufmerksam, die um ihren Gartenzaun strichen und das Haus interessiert musterten. »Ich glaube, du bekommst Besuch.«
»Jetzt klingel schon!«, forderte Janni seine Schwester energisch auf. »Oder traust du dich auf einmal nicht mehr?«, setzte er hämisch grinsend hinzu.
»Das sagt der Richtige!«, gab Dési beleidigt zurück, während sie angestrengt auf das Haus starrte, als hoffte sie, dass die Mauern dadurch durchsichtig würden. »Du wärst ja noch nicht mal hergekommen.« Sie hatte gerade ausgesprochen, als sich die Haustür wie von Geisterhand öffnete. Ein großer, getigerter Kater wollte nach draußen fliehen. Doch der Junge, der hinter ihm erschien, war schneller. Er bückte sich und packte das erschrockene Tier am Nackenfell.
»Hiergeblieben, Garfield!«, rief Benedikt energisch und hob den Kater auf den Arm. »Du musst dich erst ans Haus gewöhnen, bevor du raus darfst. Sonst hast du keine Ahnung, wo du hingehörst.«
Die Zwillinge rissen interessiert die Augen auf.
»Von wegen Mädchen«, stupste Dési ihren Bruder in die Seite. »Da hast du ja gerade noch mal Glück gehabt.« Dann wandte sie sich dem Jungen zu, der die beiden neugierig anstarrte.
»Hallo!«, begrüßte sie ihn freundlich. »Wir haben gehört, dass ihr hier eingezogen seid und wollten euch herzlich willkommen heißen.« Diese formvollendete, ein bisschen geschwindelte Begrüßung hatte sie sich auf dem Weg ausgedacht.
Sie verfehlte ihre Wirkung nicht. Weder bei Janni noch bei Benedikt. Beide starrten sie mit offenem Mund an.
»Was denn?«, hakte Dési irritiert nach. »Das sagt man doch so!«
»Schon …«, räumte Benedikt zögernd ein. »Vielen Dank.« Der Kater auf seinem Arm begann ungeduldig zu zappeln. Bevor er seine Krallen einsetzte, um sich aus der ungeliebten Umarmung zu befreien, musste sich Benedikt etwas einfallen lassen. »Kommt schon rein!«, forderte er die beiden Nachbarskinder auf, die sich das nicht zweimal sagen ließen. Schließlich wollten sie nicht an der Flucht des eindrucksvollen Katers schuld sein.
Als Jan hereingekommen war, schob Benedikt die Haustür mit dem Fuß zu. Erleichtert ließ er das Tier auf den Boden gleiten. Garfield maunzte vorwurfsvoll und verzog sich schnell ins obere Stockwerk.
»Oh Mann, jetzt ist er beleidigt und kratzt mich, wenn ich ihm zu nahe komme«, seufzte Benedikt, bevor er sich auf seinen Besuch konzentrierte. »Wie heißt ihr eigentlich?«
»Ich bin Dési und das ist mein Zwillingsbruder Janni. Eigentlich heißt er Christian. Aber so nennt ihn kein Mensch«, übernahm Dési die Antwort.
»Nur wenn meine Eltern sauer auf mich sind«, fügte Janni vielsagend hinzu.
Benedikt grinste.
»Das kenn ich. Meine Eltern nennen mich auch immer Benni. Aber wehe, sie ärgern sich über mich. Dann bin ich BE-NE-DIKT!« Er betonte die Silben so drollig und schnitt so eine lustige Grimasse, dass er den Norden-Geschwistern sofort sympathisch war. Sie lachten noch, als völlig unerwartet alles Fröhliche aus seinem Gesicht verschwand. »Na ja, jetzt sagt es wahrscheinlich nur noch meine Mutter. Mein Vater ist ja nicht mit hierhergekommen.«
»Sind deine Eltern geschieden?«, fragte Jan voller Mitgefühl.
Benedikt zuckte mit den Schultern.
