Glücksintelligenz - Hermann Scherer - E-Book
Beschreibung

Der Spatz in der Hand – ist das wirklich das Beste für Sie? Lieber mit dem leben, was man sicher hat oder doch Risiken eingehen, um eigene Visionen und Träume zu verwirklichen? Seien Sie mutig und verscheuchen Sie den Spatz! Hermann Scherer zeigt Ihnen, warum es sich lohnt, der Taube auf dem Dach nachzujagen. Er inspiriert und motiviert Sie, Ihre Visionen wahr werden zu lassen. Träumen Sie keinen unerreichbaren Luftschlössern hinterher – entscheiden Sie sich für Ihr Traumschloss im Hier und Jetzt!

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Seitenzahl:52

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Hermann Scherer

Glücksintelligenz

Entscheidende Entscheidungen

Campus Verlag Frankfurt/New York

Über das Buch

Der Spatz in der Hand – ist das wirklich das Beste für Sie? Lieber mit dem leben, was man sicher hat oder doch Risiken eingehen, um eigene Visionen und Träume zu verwirklichen? Seien Sie mutig und verscheuchen Sie den Spatz! Hermann Scherer zeigt Ihnen, warum es sich lohnt, der Taube auf dem Dach nachzujagen. Er inspiriert und motiviert Sie, Ihre Visionen wahr werden zu lassen. Träumen Sie keinen unerreichbaren Luftschlössern hinterher – entscheiden Sie sich für Ihr Traumschloss im Hier und Jetzt!

Dieses E-Book ist Teil der digitalen Reihe »Campus Kaleidoskop«. Erfahren Sie mehr auf www.campus.de/kaleidoskop

Über den Autor

Hermann Scherer ist Businessexperte, gefragter Redner mit über 2000 Vorträgen vor rund 400000 Menschen, Autor von mehr als 30 Büchern, die in zwölf Sprachen übersetzt wurden, und war Lehrbeauftragter an mehreren europäischen Hochschulen. Er »zählt zu den Besten seines Faches« (Süddeutsche Zeitung).

Inhalt

Durchblick: Wie Glückskinder am Anfang das Ende denken

Bestimmung oder Angst?

Heilende Bilder

CQ: Wie Chancenintelligenz Glückskinder zu Entscheidungen führen

Die Marshmallow-Intelligenz

Weltvertrauen oder Selbstvertrauen?

Was sicher ist

Herzensangelegenheiten

Campus Kaleidoskop

Impressum

Durchblick: Wie Glückskinder am Anfang das Ende denken

Wer will schon das Risiko eingehen, seinen Urlaub zu verschwenden? Wenn der Mensch in Urlaub geht, wird geplant! Insbesondere, wenn es sich um eine Fernreise handelt. 12:03 Uhr: Landung am Zielflughafen. 12:30 Uhr: Abholung (noch mal nachhaken, ob das sicher ist!) 13:10 Uhr: Ankunft im Hotel. Check-in (Beschwerde wegen schlechtem Zimmer einplanen!) 14:00 Uhr bis 14:30 Uhr: frisch machen (und Fotos vom Zimmer machen!) 15:00 Uhr: Stadtrundfahrt zur Erstorientierung (bereits gebucht!) 17:30 Uhr: Besichtigung des Klosters (das schaffen wir noch am selben Tag, dann haben wir’s weg!) 18:30 Uhr: Abendessen im Fisher King (laut Internet empfehlenswert. Noch reservieren!) 21:00 Uhr: Auf’s Zimmer (Verhütung!). Es geht doch nichts über eine perfekte Organisation …

Neulich bin ich von Zürich nach Hamburg geflogen. Als ich zu meinem Gate ging, kam ich an einer Schlange Urlaubsflieger vorbei. Das ist schon lustig. Manche Menschen reisen schon in Bergstiefeln und in Dschungelmontur ab. Die Vorfreude muss da wirklich riesengroß sein. Ich habe mich gefragt, ob die sich ausmalen, über dem Zielgebiet abzuspringen und mit dem Fallschirm direkt auf dem Berg zu landen, wie bei den Marines. Gerüstet wären sie dann jedenfalls dafür bereits in der Abflughalle. Und wer weiß, wie der Transfer vom Flughafen zum Vier-Sterne-Hotel in diesen Ländern abläuft, da hat man besser feste Schuhe an! Safety first. Das ist doch interessant, ich glaube, das sagt etwas über die Leute aus. Ich weiß nur noch nicht was.

Wo willst du hin?

Ich will mich übrigens überhaupt nicht lustig machen über gut vorbereitete Menschen. Als ich Pfadfinder war, ging es mir doch genauso: Schon drei Wochen vorher hatte ich meinen Rucksack gepackt, inklusive Überlebensmesser. Wir fuhren immerhin 15 Kilometer von zu Hause fort! Und dort wollte ich die Welt erobern. Unsere fast maibaumgroße Fahne aufstellen. Das erforschte Gebiet in Besitz nehmen. Ich war in Kampfmontur und buddelte ein Loch für den Fahnenmast wie ein Verrückter. Der Schweiß rann mir in Bächen den Körper runter, ich verausgabte mich total. Am nächsten Morgen hatte ich 39 Grad Fieber. Das war’s. Ich musste heim.

Vielleicht war ich ein wenig übermotiviert gewesen. Aber das Prinzip, dass man sich auf anstehende Aufgaben gewissenhaft vorbereitet, ist doch nicht falsch, oder? – Nein, es ist nicht falsch, aber es ist eine Frage der Angemessenheit. So ein typischer Urlaub hat doch relativ wenige Freiheitsgrade im Vergleich mit einem ganzen Leben. Und doch haben viele Menschen bis jetzt noch bei jedem Urlaub mehr Gedanken und Energie darauf verwendet, den Urlaub vorauszudenken, als sie jemals darauf verwenden werden, ihr Leben vorauszudenken.

Warum auch, John Lennon hatte doch Recht, als er sang: »Life is just what happens to you while you’re busy making other plans« – oder? Ist es wirklich so, dass es keinen Sinn macht, das Leben zu planen, weil es ja doch anders kommt? Und dass wir umso akribischer planen sollten, je kleiner die Aufgabe ist, vor der wir stehen, weil dann auch das Risiko am geringsten und damit die Planung am realistischsten ist?

Bernard Kouchner, 1939 geboren, träumte schon als Junge davon, die Welt von Hunger und Armut zu befreien. Nun, das tun viele von uns. Eine der typischen Schwärmereien, ein Luftschloss eben. Oder mehr als das? Mit 14 Jahren trat er den französischen Jungkommunisten bei. Er protestierte gegen den Algerien-Krieg und schob vor dem Haus von Simone de Beauvoir »linke Wache«, um sie vor rechtsextremen Anschlägen zu schützen. Parallel dazu betrieb er sein Medizinstudium mit Feuereifer. Denn unterernährte Kinder müssen schließlich medizinisch behandelt werden!

Seine Doktorarbeit schrieb er über die gesundheitlichen Folgen der Mangelernährung bei Afrikanern. 1971 gründete Kouchner zusammen mit 14 Mitstreitern die »Medicins sans Frontières« – Ärzte ohne Grenzen. 1999 wurde die internationale Hilfsorganisation mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Kouchner war von 2007 bis 2010 französischer Außenminister. 2008 war er außerdem Präsident des Rats der Europäischen Union.

Kann ein kleiner Junge die Welt retten? Ja, zumindest ein bisschen, er muss nur an seinem Luftschloss festhalten, wenn er groß wird. Kouchner hat gezeigt, was möglich ist. Und viele andere Geschichten von großen Menschen, die in der Welt etwas bewegt haben, könnten hier erzählt werden. Wir müssen Luftschlösser nicht nur unter Denkmalschutz stellen. Wir müssen eigentlich unsere Kinder zu Luftschlossarchitekten ausbilden. Und das bedeutet dann, nicht nur ein konkretes Bild von der eigenen Zukunft zu haben, sondern sich auch akribisch darauf vorzubereiten und über Jahre hinweg die Realisierung zu planen und zu entwerfen.

Dabei muss Ihre Vision überhaupt nichts mit der Rettung der Welt zu tun haben. Es kommt nur darauf an, überhaupt eine zu haben. Glückskinder haben Visionen. Richtig? Ja.