Gnomspaß mit Findemich - Margret Jacobs - E-Book

Gnomspaß mit Findemich E-Book

Margret Jacobs

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Beschreibung

"Gnomspaß mit Findemich" ist ein Buch, was das Herz anspricht. Es ist ein zum Teil gechanneltes Buch. Zusammen haben wir, Margret Jacobs und der Gnom aus der Anderswelt mit dem Namen "Welcheinglück" - den Namen habe ich ihm gegeben - diesem Buch eine Form gegeben. Uns ist es wichtig, dass der Leser Spaß beim Lesen hat und darüber informiert wird, wie es sein könnte, wenn ein Mensch tatsächlich mit einem Gnom zusammenleben würde, so dass er für den Menschen sichtbar und fühlbar ist. Wenn man als Leser Freude an kindlichen Dingen hat, liegt man mit diesem Buch genau richtig!

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Seitenzahl: 314

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Margret Jacobs

Gnomspaß mit Findemich

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Einleitung

Findemich bei mir

Auf ein Neues

Nächster Tag ohne neu gefärbte Haare

Haare ungefärbt

USB-Stick

Rest der Mützchengeschichte

Spiegelneuigkeiten

Auweia, Steine sind empfindlich

Kleine und große Katastrophen mit dem Gnom

Warum Gnome nicht von der Menschenwelt in die Gnomwelt einfach überwechseln dürfen

Baden in der blauen Plastikschüssel und andere Genüsse

Neuigkeiten zu unseren kreativen Sachen

Der Künstlername

Spaziergänge mit Müdigkeit in den Knochen

Wie Findemich in mein Leben kam

Wunder der Technik und anderes Überraschendes

Die neusten Neuigkeiten

Lieber Leser denke dir was als Kapitelüberschrift aus

Das Leben steckt voller Überraschungen

Alles Übrige

Weiß ich auch nicht

Impressum neobooks

Einleitung

Dies ist ein „Was-wäre-wenn“ Buch. Was wäre, wenn tatsächlich ein Gnom aus der Anderswelt (das ist die Welt, in der, Feen, Elfen, Kobolde etc. leben) für Menschenaugen sichtbar hier mit einem Menschen zusammen leben könnte? Ein spannendes Thema!

Als die Anderswelt mich fragte, ob ich bereit wäre, mich in einem Buchprojekt auf sie einzulassen, war ich überrascht. Und auch wieder nicht. Bisher hatte ich Erfahrungen hauptsächlich mit Kontakten zu Geistwesen anderer Dimensionen als die Anderswelt gemacht. Seit einiger Zeit war ich das Channelmedium von Kryon vom Magnetischen Dienst und später von Abraham. Das Interesse der Anderswelt an mir als Medium habe ich erst mal so gar nicht wahr genommen.

Ich hatte zwar seit der Kindheit intensive Verbindungen zur Natur und ich spreche bis heute gerne mit Bäumen, aber wirklich gechannelt hatte ich Wesen aus der Anderswelt bisher nicht. Mir war zwar klar, dass meine medialen Fähigkeiten einiges umfassen, aber ich wusste nicht, was.

Als ich das Buch anfing, dachte ich noch, dass es mein alleiniges Projekt ist. Erst nach und nach habe ich dann festgestellt, dass ich fast unbewusst Passagen channel. Es also noch einen zweiten Autor neben mir gab, von dem ich bis dahin, nichts bemerkt hatte. Das war ein ungewöhnliches Gefühl, weil ich sonst mit vollem Bewusstsein Texte meiner Channelpartner zu Papier bringe und dann auch genau weiß, wer mir diesen Text durchgibt.

Als die Anderswelt merkte, dass ich mir im Klaren war, dass ich Teile des Buches channel, gaben sie ihre Tarnung auf und bestätigten meine Vermutung. Und sie fragten mich, ob ich bereit wäre, aus dem ursprünglichen Fantasybuch, was ich geplant hatte, das zu machen, was es ist, nämlich ein spirituelles, gechanneltes Buch. Ich bejahte das und bekam meinen Co-Autor offenbart. Ein Gnom.

Ich versuchte den Namen meines Autorenkollegen aus der Anderswelt zu channel, was mir misslang. Ich merkte, dass die Laute seines Namens für mein Gehirn und meinen Sprachappart nicht widerzugeben waren. Allerdings kann mein Autorenkollege meine menschliche Sprache und das sehr gut, so dass ich ihn perfekt verstehen kann und er auch mich.

Wir überlegten im nächsten Schritt, wie wir ihn nennen sollten. Ich wollte einen menschlichen Namen für ihn haben, den ich dann auch im Buch präsentieren könnte. Er überlegte und wollte gerne Gulliver genannt werden.

Mir fiel ein, dass Gulliver von „Gullivers Reisen“ stammt. Er berichtete mir, das er Gulliver als Name gut findet, weil der damit Abenteuer verbindet, die er ja nun mit mir erleben wird, indem er sich auf mich einlässt und wir zusammen dieses Buch schreiben.

Ich klärte ihn auf, dass es in meiner Welt schwierig ist, Namen zu verwenden, die evtl. unter dem Urheberrecht stehen. Das sah er ein und wir einigten uns auf einen Namen, der unserer gemeinsamen Buchfigur „Findemich“ im Klang ähnlich ist. Findemich ist ja schließlich ein Gnom und mein Co-Autor ebenso.

Wir kamen auf Welcheinglück. Ich fand den Namen sofort prima und er fand, dass der Name für ihn passend ist, gerade in seiner Situation als Co-Autor für ein Buch, dass in der Menschenwelt erscheinen soll.

Nachdem das geklärt war, fragte ich ihn nach seinen Motiven für das Buch. Und warum sie, die Wesen aus der Anderswelt, mich nicht direkt gefragt haben, statt mich im Glauben zu lassen, ich würde ein Fantasybuch im Alleingang schreiben.

Welcheinglück erklärte mir, dass ich in der Vergangenheit nicht sehr offen für sie in der Anderswelt war.

Das stimmt, ich hatte schon Probleme, es zu zulassen, dass ich beruflich mit Geistwesen namens Kryon und Abraham aus anderen Dimensionen arbeite und mich damit in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Jede weitere Anfrage für Zusammenarbeit aus anderen Welten habe ich in der Vergangenheit abgeblockt. Daran konnte ich mich erinnern.

Aber jetzt war ich froh, dass die Wahrheit über mein Gnombuch heraus war, denn auf irgendeiner Ebene hatte ich schon das Gefühl, dass ich da nicht alleine schreibe.

Es ist eine Co-Produktion, ein Experiment für beide Seiten. Ich hoffe, es folgen noch mehr Bücher dieser Art mit mir, Margret Jacobs, als Medium.

Dann erklärte mir Welcheinglück noch seine Motive. Für ihn als Gnom ist es etwas Besonderes, mit einem Menschen zusammenzuarbeiten. Er musste im Vorfeld meine Sprache lernen und wissen, wie er seine Ideen mir übermittelt, ohne dass ich es anfangs merkte. Das war ihm gelungen. Er war quasi meine unsichtbare Muse.

Auch wenn ich jetzt an dem Buch schreibe, merke ich seinen Einfluss kaum. Der Akt des Channelns verläuft fast unbewusst. Ich frage ihn also selten zu etwas, sondern seine Ideen kommen in mein Gehirn, fast so, als wären es meine. Es gibt kaum Rücksprachen, sondern nur ein stetiger Fluss an Schreibarbeit.

Dies ist eine sehr angenehme Art des Channelns, weil es keine Unterbrechungen gibt, wie in einem Gespräch.

Für Welcheinglück ist es von Wichtigkeit, dass er seine Studien über die Menschen festhält, für die Menschen. Natürlich will er auch für sich erkunden, wie es wäre, mit einem Menschen zusammen wohnen zu können.

Tatsächlich ist das nicht gänzlich möglich. Die Anderswelt ist eine Welt in einer anderen Dimension als unsere. Wir sehen die Wesen dort nur mit dem dritten Auge und sie können an unserer Welt wenig teilhaben. Die Welten vermischen sich nicht wirklich. Ähnlich wie die Welten anderer Wesenheiten. Sie sind da und auch wieder nicht. Eine Einmischung aus anderer Dimension erfordert eine Zustimmung auf höheren Dimensionen und wird nur selten gestattet. Es gibt sozusagen einen Nichteinmischungspakt.

Dieses Buch ist in erster Linie für die Menschenwelt geschrieben.

Die Gnome aus der Anderswelt kennen uns besser als wir sie. Daher liegt ihnen am Herzen, von sich aus, etwas für uns von sich zu berichten. Das ist alles Stückwerk, aber besser als nichts.

Es ist nicht wirklich eine Studie über Gnome, sondern eine Studie über ein mögliches Zusammenleben der Gnome mit einem Menschen. Gnome finden Abenteuer toll und wir nun ja eben auch.

Vielleicht ist es auch eine Art Völkerverständigung ohne Appelle oder ohne Verhaltenseinforderungen. Tatsächlich ist unser Buch nämlich einfach an vielen Stellen einfach unterhaltend. Welcheinglück mag Unterhaltung nämlich genauso gerne wie ich.

Er sagt übrigens, dass Findemich in vielen Teilen ihm ähnelt, nur im Aussehen nicht. Gnome sehen nicht sehr menschlich aus. Aber er meint, dass fände er gerade reizvoll, sich als Findemich-Figur eine menschliche Gestalt zu geben. Im Original sei er übrigens wesentlich kleiner als Findemich.

Nun ja, und die Emma in dem Buch hat auch Anteile von mir.

So haben wir beide, Welcheinglück und ich, uns auf eine Art Rollenspiel verständigt, welches uns beiden Freude macht.

Wir hoffen, ihr liebe Leser, habt ebenso einen Spaß daran wie wir.

Welcheinglück und ich stellen uns gerade vor, wie ihr liebe Leser gerade mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahrt und dieses Buch hier lest. Wir hoffen, wir versüßen euch den Alltag!

Und ja, es ist sicherlich ein wenig verwirrend, denn die Protagonistin Emma in unserem Buch, will ja ein Buch über sich und den Gnom Findemich veröffentlichen. Sie überlegen, welchen Autorennamen sie verwenden wollen. Natürlich erscheint das hier vorliegende Buch unter meinem Namen. Nämlich: Margret Jacobs. Ich hoffe, dass es euch trotzdem Spaß macht, den Überlegungen zum Pseudonym von Emma und Findemich zu folgen.

An dieser Stelle möchte ich mich für die Geduld und die Einfühlsamkeit von Welcheinglück bedanken und für das Vertrauen, dass er mir entgegengebracht hat. Wir sind ein gutes Team!

Noch ein kleiner Hinweis: Als Welcheinglück und ich das Buch geschrieben haben, wussten wir noch nicht, dass bei der Veröffentlichung über das Internet, einige Zeichen nicht übernommen werden, wie z.B. Smileys. Das ist sehr schade, aber nicht zu ändern. Denkt euch einfach ein paar Smileys in den Text rein, dann liegt ihr richtig. Hier käme jetzt ein Smiley hin!

_____________________

Findemich bei mir

Also, im Moment habe ich, Emma, noch Probleme, die richtige Schriftart und Buchstabengröße für unserenText zu finden. Ich habe zwar eine Gleitsichtbrille an, aber wer so ein Ding wie ich auf der Nase hat, weiß, dass man manchmal trotzdem blind wie ein Maulwurf ist. Vielleicht kennt ihr das ja.

Mal sehen. Vermutlich ist Buchstabengröße vierundzwanzig doch etwas zu groß, auch wenn ich damit den Text sehr gut erkennen kann.

Findemich lacht, er meint, bei der Buchstabengröße hätten wir das Buch schnell geschrieben, weil dann bräuchten wir für jede Seite nur drei Sätze schreiben und wären somit schnell bei einem stattlichen Buchumfang von hundert Seiten und mehr.

Hmm. Vielleicht sollte ich Schriftgröße zweiundsiebzig wählen, dann wären wir jetzt schon fertig mit unserem Buch.

Toll, jetzt nestelt mein Assistent (für Findemich: derjenige, der hilft, nicht derjenige, der andere behindert. Findemich versteht nämlich nicht jedes Wort in der Menschensprache) an der Tastatur rum. Ihm geht das alles nicht schnell genug.

Ihr müsst wissen, dass zu Findemichs Charaktereigenschaften (für Findemich: wie du eben bist) auch die Ungeduld zählt. Manchmal zumindest. Und jetzt auf jeden Fall, weil wir haben uns zusammen vorgenommen, unsere gemeinsamen Geschichten nieder zu schreiben, damit sie für euch zugänglich sind und das versetzt den Gnomen offensichtlich in Aufregung. O.k., ich gebe zu, ich bin auch etwas nervös.

Na, eigentlich ist das hier auch sowas wie ein Wochentagebuch oder ein Monatstagebuch. Und ja, sicherlich schreiben wir auch mal einige Tage hintereinander etwas für euch.

Ah, Findemich erinnert mich gerade an etwas Wichtiges: Wir wollen euch bitten, geduldig mit uns zu sein, weil wir beide keine sehr erfahrenen Schriftsteller sind. Außerdem bekommen wir uns offensichtlich wegen den Rechtschreibregeln und der Grammatik in die Haare. Findemich ist zwar mehrere Hundert Jahre alt, aber von deutschen Rechtschreibregeln und der korrekten Grammatik hat er genauso wenig Ahnung wie ich, nämlich keine.

Trotzdem meint er natürlich Verbesserungsvorschläge machen zu müssen.

Als Gnom findet er es extrem wichtig, dass eine gewisse Symmetrie (für Findemich: Muster, die hübsch aussehen) und optische Harmonie (für Findemich: Gleichmäßigkeit, die man mit den Augen sieht) in dem Text vorhanden ist.

Natürlich hat er ganz andere Schönheitsempfindungen als ich und zudem orientieren sich seine Vorlieben nicht an der Dudengrammatik oder an anderen Regeln. Er möchte z.B. auf der ersten Buchseite mit den Buchstaben und Kommata (für Findemich: diese kleinen, schrägen Häkchen im Text) - oder heißt es Kommas? – einen Baum zeichnen.

Er sagt, das wäre ganz wichtig, weil so ein Baum ein Symbol für sein Leben darstellen würde. Eine hübsche Blume würde auch gehen. Natürlich auch ein Tier, wie ein Vogel, oder eine Kuh, ein Hängebauchschwein oder ein Meerschweinchen.

Ihr seht schon, Findemich liebt die Natur.

Ich wäre ja auch damit einverstanden, wenn ich eine Ahnung hätte, wie ich Inhalt und Buchstabenbaum miteinander verbinden könnte. Das ist mir zu schwierig! Findemich schmollt jetzt ein wenig. Ach, das legt sich wieder.

Während Findemich vor sich hin schmollt, kann ich euch ja schon mal erklären, was eigentlich ein Gnom ist.

Jetzt muss ich euch ein wenig enttäuschen. Ehrlich gesagt weiß ich das auch nicht so genau. Ich kenne nur den Gnom Findemich, also bekommt ihr ein wenig Gnombeschreibung anhand von diesem einen Exemplar (für Findemich: Einzelner aus einer Gruppe, vermutlich versteht er das auch nicht, egal) geliefert. Ich denke, im Laufe eurer Buchlektüre, werdet ihr sowieso euch ein gutes Bild von einem Gnomen machen können.

Der Gnom Findemich mag auf jeden Fall die blauen Weingummischlümpfe, die er auch gerade wieder verdrückt, zum naschen und scheint mit seinem Gewicht nie Probleme zu bekommen. Findemich schiebt alle möglichen ungesunden Sachen in sich hinein, zum Glück nichts Giftiges und meint auch noch, das wäre doch gar nicht ungesund, das würde doch nur unsere (damit meint er die menschliche) Wissenschaft so sagen, damit sie einige von uns (er meint damit die Menschen) als krank und behandlungsbedürftig erklären könnten. Ich wünschte, ich könnte seine Einstellung teilen, weil ich mag nämlich auch gerne Süßes. Leider sieht man bei mir immer die Folgen von solchen Naschereien.

Findemich dagegen ist rank und schlank und dabei hält er überhaupt nichts von Sport. Im Gegenteil, er vertritt die Meinung, dass zu viel Bewegung unkomfortabel ist. Genau: unkomfortabel, nicht ungesund, sondern eher unbequem. Findemich ist also als Gnom eher ein Siebenschläfer oder ein Faultier. Er murrt gerade: „ Gar nicht wahr!“ und dabei beißt er herzhaft in mein, jawohlmeinStück Pflaumenkuchen. Seins steht noch in der Küche.

Na, auf jeden Fall ist er wohl nicht mehr beleidigt wegen dem Faultier, das ist die Hauptsache.

Ich muss mir jetzt mal einen Kaffee machen. Kuchen ohne Kaffee ist nur die halbe Miete. Ich mache übrigens immer einen arabischen Kaffee, also einen gekochten, nicht gefilterten, den mag mein Magen gerne und außerdem kann ich mehr davon trinken.

Ach, jetzt noch etwas Sahne zu dem Pflaumenkuchen und es wäre perfekt. Findemich nickt zustimmend. Das habe ich mir gedacht. Na ja, das nächste Mal beim einkaufen denke ich auch an die frische Sahne.

So, da bin ich wieder zurück. Mit Kaffee. Beim Gang in die Küche habe ich gesehen, dass der Abwasch auch noch nicht gemacht ist. Ich habe leider keine Geschirrspülmaschine. Und mein Gnom hier ist kein Heinzelmännchen. Wieder nickt er zustimmend. Ich kneife ihn gerade mal in sein Bäuchlein. Er lacht.

Ich würde jetzt gerne mit Findemich und meinem Laptop irgendwo sein, wo es warm und hell draußen ist. Im Moment ist nämlich Januar und obwohl es gerade mal 14 Uhr ist, ist es schon düster draußen. Außerdem nieselt es und es ist kalt.

Findemich, hat sich gerade, als ich in der Küche war, auch dorthin begeben. Er mag es nämlich, den blubbernden Blasen in meinem Topf zu zusehen, wenn ich Kaffee koche. Ich mache mir dann immer Sorgen, ob er schon alt genug ist, um keinen Blödsinn zu machen und nicht vielleicht doch mit der Nase dort in den Topf fällt. Er ist zwar – nach seinen Angaben – einige Hundert Jahre alt, aber was heißt das schon?! Ach ja, das hatte ich schon erwähnt. Vielleicht ist er für einen Gnom gerade erst im Teenageralter und daher übermütig und unvorsichtig.

Aber eigentlich weiß ich auch gar nicht, ob so heißes Wasser ihm was antun könnte. Ich habe ihn neulich erwischt, wie er ziemlich lange im Schnee saß und da schien ihm zumindest Kälte und Nässe nichts auszumachen. Allerdings wenn er sich schlafen legt, will er immer schön von mir zugedeckt werden. Was ich natürlich auch gerne für ihn tue.

Sein Lieblingsbettchen ist mein Schäfchenstofftier Lotti. Lotti ist recht groß, schön weich und sieht auch sehr lieb aus. Findemich legt sich gerne an Lotti gekuschelt hin, bekommt dann von mir sein Zubettzudeckchen (das ist aus reiner Schafswolle und hält schön warm) über seinen kleinen Körper gelegt und dann schläft er seelenruhig ein. Gnome scheinen nie Einschlafprobleme zu haben.

Wenn ich es mir richtig überlege, scheinen wir beide jetzt in unserem ersten Kapitel gleich ganz viele kleine Geschichten reingepackt zu haben. Nicht das uns die Geschichten aus gehen, bevor das Buch zu Ende geschrieben ist. Außerdem hatten wir vor, noch mehr Bücher gemeinsam zu schreiben, wenn es uns dann nach Beendigung des ersten Buches immer noch Spaß macht. Und habe ich nicht mal gelesen, dass so ein typischer Anfängerfehler bei Schriftstellerdebütanten ist, dass sie gleich im ersten Buch alles erzählen wollen?

Einen Titel für das Buch müssen wir uns auch noch ausdenken. Findemich will was Blumiges haben. Ob blumig was Schwülstiges ist? Vielleicht: „Die glorreichen Abenteuer des heldenhaften Gnom Findemich“? Also, das klingt mir zu kitschig. Das Ding ist ja, wenn ihr das Buch lest, haben wir bereits einen guten Titel gefunden. Trotzdem sollt ihr hier an dieser Stelle bei der Titelfindung Hautnah dabei sein. Wie wäre es mit: „Emmas Abenteuer mit dem Gnom Findemich“. Hmm, das klingt mir etwas zu nüchtern.

Was Blumiges. Ich frage ihn gerade mal. Er meint, da sollen Blumen drin vor kommen. ????? Vielleicht bin ich ja etwas schwer von Begriff – für einen Gnom bestimmt – aber wie soll ich um Himmels willen eine Blume in den Titel einbauen?! „Findemich und das Butterblümchen“, sagt er. Jetzt muss ich aber lachen. Klingt ja hübsch, aber von einem Butterblümchen handeln unsere Geschichten ja gar nicht schwerpunktmäßig. Und ich habe mal gelesen, dass der Buchtitel für das gesamte Buch stehen soll. Aber was Witziges fände ich gut. Wer hätte geahnt, dass es so schwer ist, einen guten Titel zu finden … ? Jetzt trinke ich schon den zweiten Becher Magenschonkaffee und mein Gehirn ist wie weggeblasen. Leere, absolute Leere.

Auch habe ich mal gelesen, dass es gut für die kreative Ideenfindung ist, wenn man mal ein Päuschen einlegt. So eine kleine Pause ist immer gut. Also, melde ich mich gleich wieder. - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Na seht ihr, da habe ich Findemichs Vorschlag, die Buchstaben und Zeichen auch optisch zu verwenden, mal umgesetzt.

Habe den Abwasch gemacht und meinen Körper ein wenig gestreckt. Mal sehen, ob mir jetzt mehr einfällt. Allerdings habe ich den Fehler gemacht, meine Hände nach dem Abwasch einzucremen. Jetzt riechen sie zwar gut, aber dafür habe ich keinen guten Halt auf der Tastatur. Moment, muss mal eben meine Finger abwischen. Findemich brüllt: „Aber nicht an mir!!!!!“ Ich weiß gar nicht, was Gnome gegen Cremes, Badewannen und Duschen haben. Vielleicht ist ja Findemich Wasserscheu, aber was hat er dann gegen Cremes?

Egal, für den Moment. Jetzt sollte mir der Titel einfallen. Tut er aber nicht. Typisch. Wenn ich unter Druck stehe …

Übrigens habe ich heute noch ein Abenteuer vor. Ich will meine Haare selber färben. Gestern war ich schon mal so mutig und habe in einem Drogeriemarkt (ja, ich weiß, Namen von Firmen dürfen in Büchern nicht genannt werden, wenn man keinen Ärger bekommen will) mir eine Packung Haarfärbemittel gekauft. Sie sollen intensiver Braun werden, meine Haare.

Mir gefällt meine natürliche Haarfarbe nicht sonderlich. Aber alle paar Wochen zum Frisör zu gehen und dafür zu blechen finde ich auch nicht berauschend. Also, werde ich jetzt mal selber zum Farbtopf greifen und berichte euch dann, wie es geworden ist. Hoffentlich gut.

Mit Haare färben habe ich nur aus meiner Studentenzeit Erfahrung. Da habe ich mal ein Naturfärbemittel benutzt. Zuerst leider die falsche Farbe. Auf der Packung hätte stehen müssen: „Warnung! Dieses Pulver färbt ihre Haar so orange wie eine echte Orange!“ Aber da stand natürlich nichts dergleichen und so hatte ich Wochenlang orange Haare. Es war Sommer, die Sonne knallte auf mein Haupt und so leuchtete ich zusätzlich wie eine Leuchtboje. So macht man halt seine Erfahrungen. Die zweite Packung, die ich ausprobiert habe, enthielt einen anderen Farbton und stand mir wesentlich besser.

Findemich meint, so orange Haare an mir würden ihm aber gut gefallen. Ich sähe dann aus wie seine berühmten Verwandten, die Kobolde. Er selber hat kurzes, leicht gewelltes, braunes Haar. Braune Augen und einen hellen Teint. Widererwarten hat er wie ein Mensch fünf Finger und Zehen und sieht auch sonst wie ein Miniaturmensch aus. Keine spitzen Ohren, leider, die fände ich nämlich schön.

Aber nun zurück zum Titel.

Mein ehemaliger Deutschlehrer würde sagen: „Lass den Titel weg und schreibe erst mal weiter.“ Das finde ich durchaus eine beruhigende, gute Idee, die ich hier übernehme. Erst mal weiter schreiben, der Rest kommt schon von alleine.

Da fällt mir eine wichtige Information über Gnome ein, die Findemich mir anvertraut hat. Und weil ich nicht will, dass sie verloren geht, weil ich vergessen habe, sie nieder zu schreiben, hier also die Information: Gnome werden für menschliche Augen dann sichtbar, wenn der Gnom das will. Und Gnome wollen das dann, wenn sie etwas von einem Menschen wollen. Von mehreren Menschen wollen sie nie etwas, wie Findemich mir versicherte. Menschen werden von Gnomen ausgesucht. Immer. Nie umgekehrt.

Es kann also sein, dass euer Wohnzimmer mit Gnomen voll besetzt ist und ihr bekommt das nicht mal mit. Das ist ein Ding, nicht wahr?

Er meinte noch, dass noch andere Nicht-Menschliche außer ihm in meiner Wohnung sind. Wer die „anderen“ sind, habe ich ihn vorsichtshalber erst mal nicht gefragt, denn ich will nachts noch schlafen können.

Jetzt fragt ihr euch sicher, was der Gnom eigentlich von mir will und warum er mich ausgesucht hat, um Kontakt aufzunehmen. Er hätte ja wirklich jemand anderen aussuchen können. Also, was hat mich Gnomtauglich gemacht?

Findemich sagte mir dazu, dass er jemand finden wollte, der begabt darin ist, ein Buch zu schreiben. Ja, haha, genau, wo ich doch noch nie ein Buch veröffentlich habe und höchstens ein paar Schreibübungen gemacht habe. Dazu meinte er, ich wäre eben auf dem Weg, und dass ich mehrere Ansätze gemacht hätte und mein Ding noch nicht gefunden hätte, wäre ja genau richtig für die Auswahl gewesen. Was hätte er mit einem erfahrenen Autor anfangen sollen, der erfolgreich Bücher über z.B. Segelflugzeuge veröffentlicht hat?

O.k., das leuchtete mir ein. Zudem wollte er jemanden haben, der noch formbar ist, indem was geschrieben werden soll. Außerdem vertrüge es nicht jeder Mensch, plötzlich einen Gnom zu sehen und diesen dann als dauerhaften Mitbewohner zu beherbergen.

Ja, auch das konnte ich mir lebhaft vorstellen.

Ein wichtiges Kriterium für seine Auswahl war ebenso, dass der ausgewählte Mensch etwas mit der Gnomart anfangen konnte. Jemand wie mich, der auch noch als Erwachsener gerne Comic-Hefte liest, Stofftiere liebt und Einkommenssteuererklärungen zum fürchten findet, wäre da genau richtig gewesen.

Auch hat er gesehen, dass ich gerne wie er Süßes esse, Fantasyfilme mag, mich bevorzugt in der Natur aufhalte und Tiere liebe. Alles optimal für die Gnomauswahl!

Ach ja, dann hat er noch entdeckt, dass ich ein kreativer Mensch bin. Und das gehört zum Findemichs weiteren Plan. Er will mit mir zusammen selbstgemachtes Kreatives (er sprach von Bildern auf Leinwänden) für die Menschen anbieten, welches deren Herz erfreuen soll. Wir haben also noch einiges vor. Und ich freue mich sehr darauf!

Ihr glaubt ja gar nicht, wie froh ich bin, dass ein Gnom mich als würdig erachtet hat, mit ihm zusammen zu arbeiten. Das ist das Stichwort: Arbeit.

OH GRAUS! Ich hatte vor einiger Zeit einen Kurs gemacht, der erklären sollte, wie man perfekte Lebensläufe und Bewerbungen schreibt. Aus der Nummer war ich nämlich schon länger raus. Die letzte Bewerbung für eine ordentliche Arbeit hatte ich vor ungefähr gefühlten tausend Jahren geschrieben und war überhaupt nicht mehr up to date (für Findemich: auf dem neusten Stand der Dinge). Der Blick in meine Schatztruhe zeigte mir aber, dass es an der Zeit war, etwas zur Schatztruhenauffüllung zu tun. Leider besitze ich keinen Zauberstab. Wie unpraktisch. Zahlen tippen hat bis zu diesem Zeitpunkt nicht richtig funktioniert. Also, was tun? Genau! Einen Kurs belegen, der alles Notwendige erklärt.

Schon bei der Vorstellungsrunde – im Kurs saßen rund dreißig, durchaus sehr nette,Teilnehmer – merkte ich, dass ich irgendwie nicht so recht da rein passte. Die anderen schienen in anderen Welten zu leben als ich. Als ich erzählte, dass ich in einem Elfenbeinturm wohne, mit meinen Stofftieren zusammen, die recht anspruchsvoll sind, ich keine Ahnung von Excel, Access und sonst was habe, aber recht zufrieden bin, wenn ich einen Hagebuttenstrauch in Ruhe betrachten kann, schienen die anderen nichts damit anfangen zu können. Schade aber auch!

Auf jeden Fall kam es dann dazu, dass wir schöne Lebensläufe schreiben sollten. Auweia.

Ermutigend war allerdings schon mal, dass der Lebenslauf auch wirklich zu uns passen sollte. Aber wer von einem Arbeitgeber will schon lesen, dass ich gerne das Hängebauchschwein auf dem Bauernhof um die Ecke mit Rosinenbrötchen füttere und das als eine wichtige Tätigkeit in meinem jetzigen Lebensabschnitt ansehe? Findemich schon! Der fand das genauso wichtig wie ich, wenn nicht sogar wichtiger. Aber das wusste ich zu dem Zeitpunkt des Kurses noch nicht, denn Findemich war noch gar nicht in mein Leben getreten.

So war ich ein unglücklicher Kursteilnehmer, der einfach nicht wusste, was er schlussendlich in den eigenen Lebenslauf schreiben sollte. Die Sachen, die ich wichtig fand, gehörten laut Kursleiterin nicht darein. Und das, was darein gehörte, war einfach nicht in großen Mengen bei mir vorhanden.

Meine Mutter meinte schon immer, ich sei eine Träumerin und damit hatte sie wohl auch recht. Zum Glück ist das bei den Gnomen eine ausgesprochen wichtige Eigenschaft, die als große Stärke angesehen wird.

So saß ich also in dem Kurs und dachte traurig, dass wohl jetzt der Ernst des Lebens auch für mich anfinge, wo ich mich doch so viele Jahre immer so erfolgreich davor gedrückt hatte. Und dann dachte ich noch, dass mein Vater, als er mir zur Grundschuleinschulung auf den Weg mit gab, dass jetzt für mich der Ernst des Lebens beginne, mir einfach nur die Wahrheit gesagt hatte. Leben und Spaßlosigkeit schien für Erwachsene zusammen zu gehören und irgendwann würde ich das auch schon merken und jetzt war es wohl endgültig soweit.

Die Lebensläufe sollten auf ordentlichem, weißem Papier gedruckt sein. Mein Drucker hatte schon vor Jahren den Geist aufgegeben. Ich fand sowieso, dass so ein s/w Druck nicht mein Leben wiedergeben könnte. Wo war bloß die Farbe? Und warum sollte auch noch das Foto von mir ebenfalls s/w sein? Aber das war noch nicht alles. Die Klamotten sollten seriös aussehen. Ebenso die Frisur. Himmel hilf! Das war ich einfach nicht.

Mir schwebte ein Lebenslauf mit bunten Strasssteinchen beklebt vor. Schließlich wollte ich doch Leichtigkeit und die Freude in meinem Leben ausdrücken. Gerne hätte ich noch einige bunte Blumen auf den Bogen gemalt. Findemich meint gerade zu mir: „Siehst du, das wäre doch sehr vernünftig gewesen!“ Und ich finde, er hat recht. Ich passe in kein s/w Lebenslauf und ich bezweifele, dass das einer tut.

Ich hatte schlaflose Nächte. Ich wälzte mich von einer Seite auf die andere und überlegte mir, wie ich aus der Patsche herauskommen könnte. Was sollte ich mit einem Arbeitgeber anfangen, der s/w Lebensläufe bevorzugt ? Und was sollte ein Arbeitgeber mir jemandem wie mir anfangen, der sich in Tagträumen ergeht und Zuckerwatte mag? Das passte doch hinten und vorne nicht zusammen!

Ich war wütend. Meine Kursleiterin wusste auch keine Lösung, außer, dass ich mich anpassen sollte. Anpassen! Ich! Auch das konnte es nicht sein. „Nicht mit mir!“, dachte ich. Und so schaltete ich den Rest des Kurses meine Gedanken ab und beobachtete durch die Fenster des Kursraumes die Wolken und Vögel. Findemich sagte mir damals, dass das ein kritischer Punkt gewesen sei. Hätte ich mich angepasst, wäre ich für die Gnomauswahl nicht in Frage gekommen. S/w Menschen wollen sie nicht. Träumer sind ihnen lieber, viel lieber. Ach, was hatte ich für ein Glück und habe es jetzt noch!

Die Gnomwelt beobachtete mich also ganz genau. Und das über Jahre hinweg. Und ich wusste natürlich nichts davon. Findemich sagte mir, dass ich ihnen leid getan hätte. Aber sie mussten sich erst ganz sicher sein, dass ich auch wirklich zu ihnen passe, bevor sie mich kontaktieren konnten.

Erst einmal ist es in der Geschichte der Gnome vorgekommen, dass ein Auserwählter sich so dermaßen gewandelt hat, dass eine Zusammenarbeit mit den Gnomen nicht mehr möglich war. Und das war schlimm, weil die Gnome großen Wert darauf legen, dass sie richtig – also in ihrem Sinne - dargestellt werden.

Dieser abtrünnige Auserwählte war irgendwann zu einem normalen Erwachsenen geworden und das hatte seine Sicht von den Dingen verändert. Total verändert. Es war so schlimm, dass er seinen Gnom nicht mehr richtig sehen konnte. Was der Gnom zu ihm sagte, konnte er entweder nicht verstehen, weil seine Ohren die Gnomstimme nicht richtig vernahmen oder er begriff einfach nicht mehr, was der Gnom ihm vermitteln wollte. Es hatte keinen Sinn mehr. Die Zusammenarbeit mit diesem Menschen wurde von Gnomseite gekündigt, weil der Auserwählte zudem anfing Falsches über die Gnome zu berichten.

Dieser Mann hat sich nie wieder von seinem erwachsen sein erholt. Er hat einen Sohn bekommen und mit seiner Frau zusammen hat er diesem immer wieder erzählt, dass im Leben der Ernst auf einen wartet und dass das Leben hart und anstrengend ist und dass dies bereit mit der Grundschule so beginnt. Der arme Sohn war mit zehn Jahren schon erwachsen. Er besuchte regelmäßig Kurse, die ihm das Spielen austreiben sollten. Mit Erfolg! Mit zwölf Jahren konnte er eine Präsentation mit Beamer vor Publikum abhalten. Er wusste was eine Statistik ist und wie man sie „verbessert“.

Mir hat diese Gruselgeschichte Angst gemacht. Zum Glück bin ich schon in dem Alter, wo nur noch wenige Menschen einem sagen, was man zu tun hat und was nicht.

O.k., den Titel für das Buch habe ich jetzt immer noch nicht.

Ich glaube, ich mache Schluss für heute und erzähle morgen weiter.

Inzwischen ist es schon Abend. Findemich ist am gähnen. Wir müssen noch zusammen Abendbrot essen und dann wollten wir uns einen Sciencefiction-Film ansehen, der von einer menschlichen Marsbesiedlung handelt.

Mit dem Haare färben wird wohl heute nichts mehr. Es ist auch besser, wenn ich das bei Tageslicht mache, denke ich.

Euch also einen schönen Abend und eine gute Nacht!

Bis morgen denn oder übermorgen!

Auf ein Neues

Findemich schimpft mit mir, wir haben mit Schreiben zwei Tage ausgesetzt.!

Keine Ahnung, wo die Zeit geblieben ist. Ich frage mich immer, wie das Frauen machen, die noch kleine Kinder zu versorgen haben und womöglich dazu einen Ehemann. Einkaufen gehen, etwas Bewegung an der frischen Luft braucht man ja auch, Zähne putzen, Haare kämen. Geht das euch manchmal auch so? Man steht auf und denkt: „Aber, ich habe mir doch gerade die Zähne geputzt! Ach nö, nicht schon wieder waschen!“ Das ist manchmal mehr als lästig. Finde ich zumindest.

Ja, ja, und weswegen Findemich noch schimpft, ist, weil ich mich nicht getraut habe, die Haar im Alleingang zu färben. Ich habe gekniffen. Schande über mich!

Ich dachte, bei der ersten Packung Färbemittel, dass ich mir damit vielleicht die Haare verhunze. So bin ich noch mal in den Laden und habe mir zusätzlich ein Naturfärbemittel gekauft, was ich zumindest vor etlichen Jahren schon mal verwendet habe und sehr zufrieden damit war.

Mit dem zweiten Mittel ist Findemich auch glücklich. Er sagt, das Pulver rieche so schön nach Erde, während die andere Packung nach ätzender Flüssigkeit stinkt. Na ja, als Gnom hat er natürlich ein sehr feines Näschen. Aber ich muss sagen, dass mir das Naturpulver auch angenehmer vorkommt. Jetzt warte ich noch darauf, dass wieder etwas Tageslicht da ist – im Moment ist es schon wieder nach 16 Uhr und es ist stock dunkel.

Und es gibt noch einen dritten Punkt, warum Findemich verschnupft ist. Gestern beim Einkaufen gab es im Supermarkt 1,50 große Teddybären zu kaufen. Die waren auch noch runter gesetzt. Keine Frage, Findemich fand den dunkel braunen wunderschön, ich ja auch. Aber ich finde, ich habe allmählich genug Stofftiere in meiner Wohnung.

Sicherlich ist noch genügend Platz für einige kleinere Exemplare, aber so ein Bär nimmt ja einen ganzen Sessel ein. Das geht nicht.

Findemich ist da natürlich anderer Meinung. Er meinte, ich solle den blöden Papierschrederer rauswerfen oder den Wäscheständer, dann wäre auch wieder mehr Platz. Gnome, die mehrere Hundert Jahre alt sind, scheinen nicht unbedingt praktisch veranlagt zu sein. Ich habe ihn gefragt, wo ich dann bitte schön meine nasse Wäsche aufhängen solle? Er meinte doch tatsächlich, dass da unten im Garten doch schöne Bäume mit prima Ästen stehen würden und so ein paar Flecken in meinen Sachen – besonders wenn es Rinden-Grün ist – würden doch nichts ausmachen. Ich habe ihm nur einen Vogel gezeigt. Die Bäume gehören nicht mal zu meinem Garten, weil ich habe nämlich keinen. Ich wohne in einer Mietwohnung mit Balkon, da gibt es keine Bäume, die man mit nasser Wäsche behängen kann.

Findemich ist immer der Meinung ihm gehört alles. Ich muss ihm mühevoll beibringen, dass die Nachbarin vom EG es ganz und gar nicht mag, wenn er Löcher in ihre Erdböschung an ihrer Terrasse gräbt. Die gute Frau denkt inzwischen, dass die Löcher von böswilligen Nachtbesuchern stammen. Sie kann ja Findemich nicht sehen. Noch hören. Und an buddelndeTiere glaubt sie nicht.

Natürlich habe ich Findemich gefragt, warum er denn so gerne Löcher in das Erdreich gräbt. Die Löcher haben alle einen Durchmesser von einem Fußball und sind etwa zwanzig bis dreißig Zentimeter tief. Er legt auch nichts in die Löcher, die bleiben dann einfach so, wie er sie gebuddelt hat. Und wisst ihr, was er geantwortet hat? Die Erde braucht eben ab und zu etwas Lüftung. Ehrlich gesagt habe ich das Gefühl, dass er mich damit auf den Arm nimmt.

Wenn wir zusammen einkaufen gehen, macht er sich immer unsichtbar. Auch ich kann ihn dann nicht sehen, wenn er das nicht will. Und in Geschäften zieht er es gerne vor, unsichtbar zu sein. Dann kann er in aller Ruhe einiges anstellen. Gestern hat er Schokobonbons gemampft. Bevor wir an der Kasse waren und ich das Ganze bezahlen konnte, hatte er außerdem einen Liter Milch getrunken. Wie passt diese gewaltige Menge überhaupt in seinen winzigen Magen? Und dann habe ich gesehen, wie eine Flasche Met von Geisterhand im Gang schwebte. Das wollte er dann auch noch trinken. Milch und Met, also mir wäre sehr schlecht davon geworden. Aber damit war noch nicht genug, eine Minisalami musste dran glauben und eine Tüte Chips, die die gesalzen sind, hat er dann auch noch aufgerissen. Und das Schlimmste ist, die Kassiererin dachte natürlich, ich hätte so einen Fressanfall während meiner Einkaufstour bekommen. Also, beliebt habe ich mich damit nicht gemacht. Wie war das? Gnome sind weniger frech als Kobolde? Behauptet Findemich ja immer. Wie gut, dass ich keinen Kobold bei mir zu Hause wohnen habe!

Ich könnte ja Findemich während ich einkaufen gehe, hier zu Hause lassen, aber dann ist er mir böse und das will ich ja auch nicht.

Sein Lieblingsladen ist aber das Spielzeuggeschäft bei uns im Einkaufszentrum. Da gibt es bunte Flummis, Stofftiere bis zum abwinken und alles Mögliche anderes Buntes.

Findemich versucht mich schon die ganze Zeit dazu zu überreden, ihm ein eigenes Spielzeugzimmer einzurichten. Nun, wir haben schon viele Spaßsachen in der Wohnung. Aber so gut verstaut, dass es nicht alles wie ein einziges Kinderzimmer aussieht. Ihr müsst euch vorstellen, dass ja auch Leute hier rein kommen. Bekannte, Freunde und Handwerker. Was sollen die denken? Dass ich einen Gnom beherberge, wissen die nämlich nicht.

Ach, ich hole mir noch eine kleine Salami aus dem Kühlschrank. D.h., wenn Findemich nicht schon alles verputzt hat. - Nein, Glück gehabt, es war noch eine da.

Gestern habe ich mir auch eine Kladde geholt mit so einem Drachen drauf, der fliegt. Hübsches Bild. Ich denke, dass ich mir ab und zu Notizen machen sollte, damit ich nicht alles vergesse, was ich hier erzählen möchte. Da ist so eine Kladde als Notizbuch Gold richtig. Das findet Findemich auch. Ihm gefällt der Drache. Ich dachte schon, dass er ihn vielleicht zu gefährlich findet, aber dem ist nicht so. Na ja, Findemich schaut mit mir zusammen ja auch Horrorfilme an. Dann verlassen wir nach Ende des Films unser TV-Zimmer und trauen uns kaum noch ins Bad, weil ich so einen langen Flur habe, den man nicht gut überblicken kann. Gut schlafen tun wir dann meistens auch nicht, was uns aber nicht davon abhält auch weiterhin Gruselfilme uns anzuschauen. Ein wenig Unvernunft muss ja ab und zu sein, sonst würde das Leben ja keinen Spaß machen.

So ein Buch zu schreiben ist aber echt mühsam. Ich schreibe und schreibe und es sind erst drei Seiten, die ich zu den alten hinzugefügt habe. Blöd, dass Findemich nicht in die Tasten hauen kann. Wir haben es mal ausprobiert. Aber da er so klein ist, müsste er von Taste zu Taste hüpfen und dann ist er schon nach zwei Sätzen völlig aus der Puste. Außerdem ginge das viel zu langsam. Und zu viele Tippfehler macht er auch, die ich dann eh wieder korrigieren müsste. Also, das hier ist der schnellste Weg. Ich kann zum Glück auch mit zehn Fingern schreiben. Bis auf ein paar Ausnahmen (die Zahlenreihe mit ihren Zeichen habe ich mir vor Jahren nicht bei gebracht), kann ich also recht schnell tippen. Trotzdem kommt es mir so vor, als würden wir im Schneckentempo voran kommen.

Also, wie machen das echte Schriftsteller? Acht Stunden am Tag schreiben? Oh Mann, das wäre mir viel zu anstrengend! So lange kann ich mich gar nicht konzentrieren. Aber vielleicht sagen die das auch immer nur und in Wirklichkeit sitzen die wie ich ab und zu mal am Laptop und schreiben weiter. Das wäre mir am Angenehmsten!

Findemich gähnt schon wieder und erinnert mich so daran, dass auch ich schon recht müde bin. Ich glaube, ich mache für heute noch ein Nickerchen. Ein Zwischennickerchen bevor wir beiden uns vor die Glotze setzen. Ich weiß gar nicht mehr, was heute Abend im Fernsehen kommt. Hoffentlich was unterhaltsames. Gestern Abend haben wir zusammen einen Piratenfilm angeschaut. Den kannte ich zwar schon, aber Findemich noch nicht. Wir haben Chips gegessen und es uns gut gehen lassen.

Die Tage war die Heizung defekt. Eine wahre Katastrophe bei dem nass-kalten Wetter da draußen. Trotz Mütze, Schal und Bettdecke war es mir auf dem Sofa zu kalt.

Findemich fand es auch ungemütlich, obwohl ich glaube, dass er seine Körpertemperatur besser den Umweltbedingungen anpassen kann, als ich. Aber ich bin ja froh, wenn er mir nicht friert oder gar einen Schnupfen bekommt. Und meine Stofftiere beklagen sich auch nicht, wenn es nicht richtig warm im Raum ist. Da bin ich auch sehr froh drüber.