Beschreibung

Das Wunderwerk der Liebe Wer sucht, der findet... Aber was? Und wen? Und vor allem: warum? Ein Seelenkrimi für alle, die auf der Suche sind! Die Liebe gibt nicht auf! Ein poetisch-philosophischer und zugleich humorig-zeitgeistiger Roman über die ewige Suche nach der Liebe. Über die Gemetzel – mal süß, mal scharf, mal teuflisch, stets göttlich –, die Menschen sich mit dem schönsten Geschenk im Leben gegenseitig antun. Im Namen der Liebe. Über den Tod hinaus. Und natürlich auch im Business Battle, dem häufigsten Kriegsschauplatz von Männlein und Weiblein. Die Rose, sinnliche Marketing-Ikone und Kopfverdreherin, ist auf der Suche nach der großen Liebe. Die sie mit ihrem verstorbenen Ehemann Uwe Maron verloren hat. Der wiederum kann nicht von seiner Leidenschaft für sie lassen. Von der Reservebank aus – einer ungewöhnlichen Form des "Fegefeuers" – beobachtet er das Treiben seiner wilden, Liebe suchenden und liebessüchtigen Ex und mischt sich bei Gefahr ins Geschehen ein. Seine Mission: Er muss ihr den Weg ins Glück weisen, um seine Seele zu befreien. Auf der Erde steht die Rose ihren Mann im stahlharten Business. Sie soll StechSchmied, das mittelständige, deutschlandweit führende Unternehmen der Messerbranche, in die Luxusliga voranbringen. Vom grauesten Ort der Welt aus: Waffendorf. Und das als "abgehobene Fashion-Tussi", wie sie ihre Chefs und Mitarbeiter fast einhellig verurteilen. Wird sie den Kampf um die wahre Liebe und die Anerkennung in der Männerwelt gewinnen?

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Das Wunderwerk der Liebe

Wer sucht, der findet ...

Aber was? Und wen?

Und vor allem: warum?

Ein Seelenkrimi für alle,

die auf der Suche sind!

Die Liebe gibt nicht auf!

Ein poetisch-philosophischer und zugleich humorig-zeitgeistiger Roman über die ewige Suche nach der Liebe. Über die Gemetzel – mal süß, mal scharf, mal teuflisch, stets göttlich –, die Menschen sich mit dem schönsten Geschenk im Leben gegenseitig antun. Im Namen der Liebe. Über den Tod hinaus. Und natürlich auch im Business Battle, dem häufigsten Kriegsschauplatz von Männlein und Weiblein.

Die Rose, sinnliche Marketing-Ikone und Kopfverdreherin, ist auf der Suche nach der großen Liebe. Die sie mit ihrem verstorbenen Ehemann Uwe Maron verloren hat. Der wiederum kann nicht von seiner Leidenschaft für sie lassen. Von der Reservebank aus – einer ungewöhnlichen Form des »Fegefeuers« – beobachtet er das Treiben seiner wilden, Liebe suchenden und liebessüchtigen Ex und mischt sich bei Gefahr ins Geschehen ein. Seine Mission: Er muss ihr den Weg ins Glück weisen, um seine Seele zu befreien. Auf der Erde steht die Rose ihren Mann im stahlharten Business. Sie soll StechSchmied, das mittelständige, deutschlandweit führende Unternehmen der Messerbranche, in die Luxusliga voranbringen. Vom grauesten Ort der Welt aus: Waffendorf. Und das als »abgehobene Fashion-Tussi«, wie sie ihre Chefs und Mitarbeiter fast einhellig verurteilen. Wird sie den Kampf um die wahre Liebe und die Anerkennung in der Männerwelt gewinnen?

www.nicolerose.de

Exposé

Titel:

Göttliche Gemetzel

Autorin:

Nicole Rose alias Nicole Roesler

Genre:

Roman, Liebesroman, Entwicklungsroman, Belletristik

Umfang:

rund 99.380 Wörter, ca. 647.500 Zeichen

Perspektive:

wechselnd, teils Ich- teils auktorialer Erzähler

Drucktermin:

August 2018

Buch-Premiere:

1. September 2018 über den Dächern Düsseldorfs, Grupellostr. 8

Abstract:

Ein poetisch-philosophischer und zugleich humorig- zeitgeistiger Roman in 4 Akten über die ewige Suche nach der Liebe. Über die Gemetzel – mal süß, mal scharf, mal teuflisch, stets göttlich –, die Menschen sich mit dem schönsten Geschenk im Leben gegenseitig antun.

Inhalt:

Die Rose, sinnliche Marketing-Ikone und Kopfverdreherin, ist auf der Suche nach der großen Liebe, die sie mit ihrem verstorbenen Ehemann Uwe Maron verloren hat. Der wiederum kann nicht von seiner Leidenschaft für sie lassen. Von der Reservebank, einer ungewöhnlichen Form des „Fegefeuers“, aus beobachtet er das Treiben seiner wilden, Liebe suchenden und liebessüchtigen Ex und mischt sich bei Gefahr ins Geschehen ein. Seine Mission: Er muss ihr den Weg ins Glück weisen, um seine Seele zu befreien. Dazu stehen ihm zwei himmlische Werkzeuge, ein Fernrohr und ein Funkgerät zum „Seelenflüstern“ zur Verfügung. Einige Male funkt er böse dazwischen, als er die Rose durch die Avancen eines unwürdigen Verehrers bedroht sieht, ihn Zorn und Eifersucht übermannen. Doch letztlich kann er mit diesen destruktiven Empfindungen nichts ausrichten. Er muss vielmehr lernen, die Rose freizugeben, ihr ein neues Glück zu gönnen, um seinen Seelenfrieden zu finden. Auf der Erde meistert die Rose nicht nur diverse Liebesabenteuer, sie muss sich auch im stahlharten Business behaupten. Seit Kurzem Marketing-Leiterin bei der Firma StechSchmied, soll sie das mittelständige, deutschlandweit führende Unternehmen der Messerbranche international positionieren und in die Luxusliga voranbringen. Gegen alle Widerstände von Seiten der machtbewussten männlichen Führungsriege und ihres eigenen Teams. Denn die Rose, mit Betonfrisur und High Heels schon rein äußerlich eine auffällige Erscheinung, will sich auch mit ihrer freigeistigen und genussorientierten Lebensart nicht so recht in das erzkonservative Firmengefüge einfügen.

Kurzzeitige Anerkennung erntet die Rose erst, als eine Promotion-Tour durch Australien und Asien zum triumphalen Erfolg gerät. Doch schon werden die Messer wieder gewetzt: Nachdem die internationale Etablierung der Marke gelungen ist, will man sich die „abgehobene Fashion-Tussi“ nicht länger leisten. In dieser verzweifelten Situation lockt sie das Angebot eines Badausstatters in die Schweiz und schnell steht ein neuer und besser dotierter Job in Aussicht.

Auch in Sachen Liebe scheint sich mit einem Male alles zum Guten zu wenden, als nach zahlreichen Enttäuschungen ein ebenso sturer wie auf den ersten Blick unpassender, jedoch liebenswerter Österreicher das Herz der Rose erobert. Hat die Verbindung zweier so unterschiedlicher Charaktere eine Zukunft? Wird die Rose endlich – und außerhalb der konventionellen Klischees besitzergreifender Beziehungen – ihr Glück finden?

Protagonisten:

Rose: äußerlich eine sinnliche Femme fatale, beruflich eine toughe und gestandene Business-Frau, im Herzen eine sensible Romantikerin die nach dem Scheitern privater wie beruflicher Perspektiven in Miami im Münzenland – einer fiktiven Region in Ost-Nordrhein-Westfalen, in der das Geld regiert und Menschlichkeit wenig zählt – den Neubeginn wagt. Im Imperium der Familie StechSchmied muss sich die Exotin mit dem freien Geist und der schillernden Erscheinung gegen Häme und Ränke behaupten. Doch mit eisernem Willen und unerschütterlichem Kampfgeist meistert sie gegen alle Widerstände ihre berufliche Mission, geht sie unbeirrt ihren eigenen Weg. Die Suche nach der großen Liebe führt sie über einige Affären, die amouröse Episoden bleiben und meist in Enttäuschung enden, schließlich in die Arme eines charmanten Österreichers, der so gar nicht zu ihr zu passen scheint, aber Herzen in den Augen hat.

Uwe Maron: an Krebs verstorbener erster Gatte der Rose, der insbesondere ihr privates Treiben von einer Zwischenstation zwischen Himmel und Hölle aus anfänglich mit Eifersucht und Missgunst beobachtet und kommentiert. Erst als er erkennt, dass er sich von diesen nur allzu menschlichen, aber egoistischen Gefühlen lösen muss, kann er Gutes bewirken und seiner großen Liebe zu ihrem Glück verhelfen.

Kalle: ein alter Freund und Vertrauter der Rose, der ihr – nicht immer treu – zur Seite steht. Eine Grenzgänger-Seele, die, hin- und hergerissen zwischen freundschaftlichen und leidenschaftlichen Gefühlen für die Rose, schönen Menschen beiderlei Geschlechts zugetan ist und selbstverloren zwischen Liebes- und Drogenrausch taumelt.

Heinz: ein Handwerker aus Österreich, der die Rose aus einer hochnotpeinlichen Lage befreit und mit seinem unbeholfenen Charme ihr Herz erobert. Ein Mann in der Gestalt eines „Riesenbabys“, ebenso stur wie liebenswert, der das Herz auf dem rechten Fleck zu haben scheint. Herz genug, um mit der Rose eine Liebe frei von konventionellen Besitzansprüchen zu leben?

Über die Autorin

Nicole Roesler weiß auf dem internationalen Parkett zu tanzen wirken. Als Marketing-Koryphäe war sie für die Weltmarken OMEGA, MONTBLANC und ESCADA ruhmreich. Heute ist sie als Gründerin von GERMAN WUNDERWERK und Markenbotschafterin für AXENT Switzerland in Europa, Asien und den USA erfolgreich tätig. Darüber hinaus ist sie seit 2008 Verlagsinhaberin und hat als Autorin unter dem Pseudonym Nicole Rose bereits sieben Romane veröffentlicht. Nach der „Sechsologie der Sinne“, sechs inhaltlich verbundenen Romanen, folgt nun mit „Göttliche Gemetzel“ das 7. Werk der Autorin.

Webseiten:

www.nicolerose.de

www.germanwunderwerk.de

www.Mann-Frau-Blog.de

In den sozialen Medien verfügt Nicole Rösler über ein hervorragendes Netzwerk:

LinkedIn: 30.000 hochkarätige Follower

Xing: 2.000 Follower

Facebook: 10.000 Follower, international

Instagram: 3.000 Follower

YouTube: eigener Kanal mit diversen Filmen und Interviews

Presse:

Weltweite Vernetzung mit der Lifestyle-, Luxus- und Modepresse; auflagenstarke Erwähnungen

Die Romane im Überblick

Sechsologie der Sinne:

Buch 1 Das Liebesversprechen (2012):

ISBN 978-3-9815313-0-5; E-Book: 978-3-9815313-2-9

Buch 2 Die Liebesverführung (2013):

ISBN 978-3-9815313-1-2; E-Book: 978-3-9815313-6-7

Buch 3 Die Liebesverblendung (2013):

ISBN 978-3-9815313-4-3; E-Book: 978-3-9815313-9-8

Buch 4 Die Liebesverheirat (2014):

ISBN 978-3-9815313-5-0; E-Book: 978-3-9818807-6-2

Buch 5 Das Liebesverhängnis (2015):

ISBN 978-3-9815313-7-4; E-Book: 978-3-9818807-7-9

Buch 6 Das Liebesverbrechen (2016):

ISBN 978-3-9815313-8-1; E-Book: 978-3-9818807-8-6

Hörbuch Das Liebesverbrechen mit dem berühmtberüchtigten Film- und Fernsehbösewicht und Produzenten Claude Oliver Rudolph sowie Punk-Ikone Mona Muhr (2016): ISBN 4-032614 903 3893

Göttliche Gemetzel (2018):

ISBN 978-3-9818807-0-0; E-Book: 978-3-9818807-9-3

Sprachversionen „Das Liebesversprechen“ (1. Roman): Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Chinesisch

Gesamtauflage (inklusive Göttliche Gemetzel und Sprachversionen): 10.000

Buch-Vorstellungen in

Düsseldorf, 6 Buch-Präsentationen von 2010–2016

Frankfurt, Orfeo’s Erben, 2017

Paris, Café de Flore, 2017

Hangzhou, China 2017

Letojani und Catania, Sizilien 2017 & 2018; Rom, Villa Mercandante 2018

Distribution:

Libri, KNV, der deutsche stationäre Buchhandel, Amazon (auch alle Bücher als E-Book über Bookwire)

Göttliche Gemetzel Kapitelübersicht

Teil 1: Süße Gemetzel

Alle Weisheit der Welt

Der fliegende Holländer

Feuerwerk im Miniformat

Diva in der Knochenmühle

Tote schreiben keine E-Mails

Ein bemerkenswerter Auftritt

Genuss gehört kontrolliert!

Ein unerheblicher Knutschunfall

Das Gemetzel der Stahlkönige

Wiederbelebung à la Romantica

Attacke der Münzenpolizei

Wunder zu vollbringen!

Teil 2: Scharfe Gemetzel

Kochgemetzel mit Obama

Die große Pappenschlacht

Cheers to Miami! Cheers to us …

Schwüle Versuchung

Eine geile Zeit

Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Alles verloren … Alles wiedergewonnen?

Die erste Todsünde

Eine gepfefferte Herzattacke

Die gesalzene Abrechnung

Teil 3: Teuflische Gemetzel

Bonjour Tristesse

Das große Klingenwetzen

Der ramponierte Rosenkavalier

Eine schwerwiegende Entscheidung

Gaumengemetzel

Einzelhaft

Hoch-Zeit in Hamburg

Rose & Mini-Gewehr

Triumph Time

Pioniere & Stilikonen

Teuflisches Intermezzo

Die Femme fatale

The Man in Black

Göttliche Audienz

Rocking Australia

Atemlos in China

Teil 4: Göttliche Gemetzel

Das Gewicht der Welt

Im Hagel der Hassattacken

Heilige Weihnacht

Grässliches Gemetzel

Himmlische Intervention

Machtgemetzel

Scharfe Verführung

Die Abzocke

Vom Kloster ins Freudenhaus

Ein erstes letztes Mal

Das Jüngste Gericht

Die Nacht der Lust

Das Wunderwerk der Liebe

Ein ungewöhnlicher Antrag

Leseprobe

Alle Weisheit der Welt

Ich setze mein himmlisches Fernglas auf und schaue auf die Welt. Wieder einmal SIE! Meine Ex. Liebe macht süchtig. Ich bin besessen. Seit ich sie zum ersten Mal erblickte, kann ich an nichts und niemand anderen mehr denken. »Du bist die Frau, auf die ich mein Leben lang gewartet habe!«, waren meine ersten Worte an sie. Seitdem ist einiges schiefgelaufen. Ich bin ins Jenseits katapultiert worden, ein Stalker, der an seiner Situation scheinbar nichts ändern kann … Ich würde ja mein Leben geben. Doch das habe ich bereits aufs Spiel gesetzt – und verloren.

Ich hatte gigantische Lust am und im Leben. Leider quälte mich die Folter der Eifersucht. Die schlug mir teuflisch auf den Magen. Resultat: Bauchspeicheldrüsenkrebs. Mein Leben endete viel zu früh. Mit unermesslichem Leid. Doch wenn ich die Wahl hätte zwischen dem Nichts und dem Schmerz, so würde ich immer wieder den Schmerz wählen!

Kein Spiel. Kein Glück.

Ich schnappe mir mein himmlisches Fernglas und suche den Erdball nach ihr ab. Sie erscheint vor meinen Augen. In all ihrer prachtvollen, außergewöhnlichen Schönheit. Und wo? Nicht etwa in New York, Miami oder Manhattan! Inmitten des trübsinnigen Münzenlandes. Was für ein seltsamer Ort für die Rose, diesen menschlichen Paradiesvogel, meine große und einzige Liebe. Was zur Hölle treibt sie hier?

Diva in der Knochenmühle

Oh Hölle. Es ist Montag. Nach ausgiebigem Schönheitsprogramm zwängt sich die Rose in einen schlichten schwarzen Schlauch von Kleid. Es ist Zeit für Big Business. Sie steigt sie in ihren BMFahrfreude-Firmenwagen und gleitet durch das graue Deutschland in the middle of nowhere. Eine Dreiviertelstunde später landet die Rose auf dem voll besetzten Parkplatz der Firma Stech-Schmied in Waffendorf. Quasi direkt aus der großen weiten Welt der Luxus-Labels importiert, um aus dem traditionellen, hochwertigen, jedoch altbackenen Unternehmen eine Premiummarke zu machen

Es begrüsst sie ein sympathischer Landmann. Herr Feldführer, der Produktionsleiter von StechSchmied und Hobbyjäger. »In Waffendorf braucht es eine Seele aus Stahl!«, grinst er frech.

»Hallo, Herr Feldführer! Das ist nett. Ja. In Waffendorf braucht man Hornhaut auf der Seele! Daran arbeite ich noch …«. Er nimmt ihr galant die tonnenschwere Laptoptasche ab. Gibt es tatsächlich Gentlemen in dieser Diaspora der Menschlichkeit?

Das ungleiche Paar betritt die heilige Halle des Konferenzraums. Dort hat sich bereits ein Dutzend graugesichtiger und grau gewandeter Kollegen versammelt. Die Führungsriege erwacht aus dem montäglichen Tiefschlaf. Die Rose blickt sich neugierig um.. Die Gesichter, die sie umgeben, sehen ängstlich und angespannt aus den allzu eng gebundenen Krawatten. »Es scheint, als hätten die dem Unternehmen StechSchmied Dienenden allesamt einen Strick um den Hals«, frotzelt der Feldführer.

Die Tür geht auf. Der Mob steht stramm. Der Landadel hält Einzug. StechSchmied senior schreitet im rustikalen Landhaus-Jackett mit beigen Cordhosen und Socken in Sandalen in den Raum. Sein Gesicht strahlt Selbstbewusstsein und patriarchalische Strenge aus. Hinter ihm betritt ein attraktiver junger Mann von maximal 30 Jahren den Raum. Er trägt einen Anzug von Gukki und blickt abenteuerlustig in die konservative Runde. Sein trendig gestylter Igel-Kopf verspricht: Revolution bei der Gene- rationenübernahme. Dem gut gekleideten, frisierten und trainierten Mann folgt ein Schlachtross. Herr Klepper, der lang gediente Finanzchef, geht leicht gebückt, aber immer noch stramm wie ein Soldat. Nach jahrelangem Wirken als Kassenwart hat er den Ruhestand wahrlich verdient. Doch StechSchmied senior hat nur drei »heilige Könige« als enge Vertraute und entlässt diese nicht aus seiner gestrengen Obhut. Ihr Dienstverhältnis in seinem Königreich ist eine lebenslange Verpflichtung. Arbeitsameisen hingegen werden eher gedankenlos entsorgt und ausgetauscht.

Herr Klepper räuspert sich und stimmt mit falsch-fröhlicher Stimme einen Lobgesang auf seinen Herrn an. »Happy Birthday to you! Happy Birthday to you … Happy Birthday Herr Stech-Schmied! Möge Ihr Reichtum sich endlos vermehren!« Die restliche Crew der Führungsmannschaft fällt lauthals in den Gesang ein. Der Feldführer schmettert lautstark mit. Die Rose allerdings hält sich zurück. Sie bewegt lautlos die roten Lippen im bleichen Gesicht.

Ganz offensichtlich ist die Rose in einem falschen Film gelandet. Wie sehr sie darunter leidet, mit diesen tumben Toren um Anerkennung zu kämpfen, sehe ich deutlich. Sie braucht Unterstützung und einen Mann von Rat und Tat. Der Feldführer scheint der passende Beschützer in diesem Haifischbecken der Messerschmiede.

StechSchmied senior richtet sich an sein Team. »Sehr geehrte Frau Rose. Sehr geehrte Herren. Ich danke Ihnen. 70 wird man nicht alle Tage! Zur Feier des Tages gibt es Frühstück!« Seine Chefsekretärin, eine modisch gekleidete Frau mit dem schönen Namen Picobello, betritt den Raum. Mit sanfter Aura balanciert sie ein Tablett mit Mettbrötchen durch die Konferenzhalle. Die Männer fallen gierig über die dick mit frischen rohen Zwiebeln und Mett belegten Teile her.

Der Feldführer bietet der Rose ein Stück Sünde an, ein halbes Mettbrötchen. Sie schüttelt den Kopf so panisch, als wollte er ihr Zyankali verabreichen. Mettbrötchen und Geburtstagstorten sind gewiss nicht die richtige Nahrung für eine streng auf ihre Figur achtende Stilikone.

Das Projekt, die Kunst der Messer von Stechschmied von dem Kaff Waffendorf aus in die weite Welt zu bringen, wird eine Herkulesaufgabe.

Der Senior legt das Mettbrötchen aus der Hand. Er weiß, wie umstritten seine Waffen-Branche ist. Die Rose tritt ab:. »Ich gehe dann mal an die Arbeit! Die neue Werbekampagne wartet!« Sie stakst in den Container, als würde sie dort die Hölle erwarten. Das Leben ist nicht immer ein Wunschkonzert …

Ich lege das Fernglas fort und reibe mir die Augen. Das ist also die neue berufliche Heimat meiner Ex? Ein fußkalter, erbärmlicher Container aus Blech? Eine Diaspora der Menschlichkeit, in der nur die Kohle und die Machtmänner regieren? Ich weiß, ich habe sie aufs Böseste verflucht und ihr gewünscht, nach meinem Tod nie mehr glücklich zu werden. Doch dieses schwere Schicksal habe ich nicht vorhergesehen

Die große Pappenschlacht

Die StechSchmied-Messer sind gewetzt ... Die Show kann beginnen. Im Konferenzraum tagt das kreative Konsortium, bestehend aus StechSchmied senior und junior und der Rose, die am Kopfende thront. Sie nehmen Platz und rufen die erste Agentur zum Rapport:

BBDOhneEinfall. Der Chef Anton Hilfmann ist ein guter Freund von StechSchmied senior.. Der erfolgsverwöhnte Agenturmann mit der Schnapsnase setzt sich siegesgewiss in Szene. Nach dem üblichen Chart-Gelangweile kommt er endlich zur kreativen Grundidee.. Man sieht einen japanischen Samurai, wie er sich ein StechSchmied-Messer ins Herz sticht. Mit Damaststahlklinge Harakiri betreibt. Dann der Claim: »StechSchmied-Klingen. Funktionieren immer!« Die Agentur strahlt qua des vermeintlich genialen Einfalls. Gespanntes Schweigen. StechSchmied senior fordert die Rose auf, ihre Meinung kundzutun. »Nun ja. Für einen japanischen Selbstmörder wäre es sicher eine gelungene Kampagne«, bemüht sie sich um Diplomatie. »Doch sie entspricht nicht den zwei wichtigen Briefing-Parametern: 1. Premium und 2. international einsetzbar, das funktioniert maximal in Japan. Und dort haben wir den stärksten Wettbewerb und die schwächste Position.«

Der Senior tätschelt Anton Hilfmann jovial die Schultern. »Nice try. Da müsst ihr noch mal ran! Ihr bringt das schon noch.«

Nun kommt der legendäre Werber Professor Weißwiesgeht. Begleitet von einem motivierten Assistenten, der den etwas klapprigen Werbe-Opi ins Zimmer führt. Der Professor wurde von StechSchmied senior persönlich ausgesucht wegen seiner philosophischen Qualitäten. »Mach was Richtung Kunst!«, lautete sein Wunsch. Und genau das hat der Professor getan. Er starrt die Rose an, als er sie wiedererkennt. Dieser stark gestylten Marketing-Koryphäe ist er zuletzt bei dem Luxus-Modelabel Armada begegnet. Was sucht die denn beim StechSchmied in Waffendorf? Er beginnt das Präsentationsritual. Und fasst sich erfreulich kurz. »Alles ist einfach! Werbung muss radikal sein!« Er zeigt das Gemälde aus der Antike, in dem ein Krieger sein Weib mit einem Schwert ermordet, das obszön aus seiner Leibesmitte ragt. Darunter hat er frech den Slogan integriert. »Damit besiegen Sie jedes Weib!« Die Rose zuckt zusammen, die Männermannschaft grinst zufrieden. Der Professor legt nach. »Damit erhalten Sie einen Mega-PR-Value!«

Dann ist die Reihe an der Rose. Die Chefs und der Werbe-Guru starren sie gespannt an. Diesmal nimmt die Rose kein Blatt vor den Mund. »Na ja, werter Professor. Wenn man keine Idee hat, dann klaut man sich halt eine! Das ist borrowed interest in Reinkultur. Mit guter Werbung oder gar Kunst hat das nichts zu tun. Premium und international ist es ebenfalls nicht. Ich finde es kitschig und antiquiert. Davon abgesehen: absolut frauenfeindlich. Um kurzfristig effekthascherisch PR zu bekommen, mag es taugen. Als Kampagne sicher nicht!« Der Professor schaut sie bitterböse an. Dann meint er abfällig. »Lassen Sie lieber die Männer entscheiden!« »Ist gut, Opi! Wir melden uns!«, komplimentiert ihn StechSchmied senior aus dem Konferenzraum.

Nach den beiden schwachen Vorstellungen kommt nun der Werber ihres Vertrauens in den Raum. Als »Gordon Gold von ›Das Goldene Kalb‹« stellt sich der sympathische Brite mit hanseatischem Akzent vor. »Danke, Frau Rose, für die Einladung. Wir haben seit Ihrer Zeit bei My-Star erfolgreich zusammengearbeitet.« Er stellt einen sogenannten Sarg auf und beginnt mit einer beeindruckenden Pappenschlacht.

Das Ergebnis: eine Kampagne im Beauty-Stil. Ein wunderschöner, wenig bekleideter Mann mit StechSchmied-Messer kocht für eine ebenso schöne, gleichermaßen kaum bekleidete Frau. Alles auf hohem, nicht zu viel, nicht zu wenig zeigendem erotischen Niveau.

StechSchmied senior erkennt Qualität, wenn er sie sieht. »Gordon Gold hat’s drauf!« »Also ich finde, es sieht noch zu sehr nach Ristorante-Werbung aus!«, findet sein Sohn.

Die Rose kommt ihm zur Hilfe. »Ich denke, wir sollten hinsichtlich Farbigkeit und Fotografie noch deutlich extravaganter werden. Lust und Liebe in der Form gegenseitigen kulinarischen Genusses für solch ein maskulines Produkt ist ein guter Ansatz!«

Man dankt und gönnt sich eine kurze Brötchenpause. Die Machtmänner lassen sich ihre Mettbrötchen munden. »Also Frau Rose, Respekt! Ihre Agenturempfehlung war sehr gut. Bin gespannt, wer jetzt noch kommt!« Der Senior lacht vergnügt. Der Junior entspannt sich sichtlich.

Nun kommen die ZauberStabMänner. Mit dem besten Freund der Rose, Kalle, als externem Kundenberater. Wenn das mal gut geht!

Es geht nicht gut. Kalle ist anständig angezogen, doch sein Gesicht verrät akute Panik. In den Augen zeigen sich Spuren seines Drogenkonsums. »Ich bedanke mich bei allen. Voran natürlich bei Nikki. Äh, äh, äh, ich meine Frau Rose für die Einladung zum Pitch!« Dann fehlen ihm die Worte. »Äh. Äh. Äh. Ich weiß nicht mehr, was ich sagen soll!«, stottert er und verfällt in Schweigen. Die beiden StechSchmieds spießen die Rose mit den Augen auf. Nun übernimmt ein bezopfter, lässiger Typ die Präsentation, Thorsten Meinsohn, der Geschäftsführer der Agentur. Die erste halbe Stunde vergeht damit, dass er alles schlechtmacht, was StechSchmied bislang an Kampagnen gefahren hat. Dann stellt er ein paar Pappen an die Wand. Sie zeigen mysteriös fotografierte Messer mit Damastklingen. The product as diamond. Dazu diverse Headlines. Immer geht es um: die Schönheit von Damaststahl! Die Idee ist gar nicht schlecht. Die Umsetzung im Porsche-/Apple-Stil ist klar und modern. Doch menschlich fallen die ZauberStabMänner glatt durch. Der fette, zuvor vollkommen untätige Kreativ-Direktor frisst die Keksbestände auf. »Arbeitet doch mal mit einem anständigen Designer. Mit COLANI!«, empfiehlt er. Jener ist nicht unbedingt für guten Geschmack bekannt. Dem Senior-Messerhelden platzt der Kragen. »Meine Herren, das reicht. Bitte verlassen Sie unser Unternehmen!«

Die Stimmung, die vor der Mittagspause noch wohlwollend war, ist jetzt ungemütlich angespannt. Nun kommt die letzte Agentur des Tages. Meier und Meier.

Das Team besteht aus zwei Männern und einer Frau, die gekleidet ist wie eine Putzfrau und die Rose sogleich nach der Toilette fragt. Ein großer Typ, der aussieht wie Frankensteins Monster, ist der Assistent des Geschäftsführers Mark Meier.

Er hat eindeutig ungesunde Substanzen konsumiert und vibriert förmlich vor Größenwahn. »Wir haben DAS gemacht. Und das. Und das. Und das.« PENG! PENG! PENG! PENG! PENG! Der Assistent knallt eine Tonne von Katalogen auf den Tisch. Formal schick, inhaltlich leer.

Ansätze für StechSchmied hat man selbstverständlich nicht entwickelt. Dafür will man erst einen Agenturvertrag und Kohle sehen! Die Rose rümpft die Nase. Arroganter geht es nicht! Doch diesmal wird sie nicht einmal mehr nach ihrer Meinung gefragt. Machtmänner untereinander verstehen sich ... »Meine Herren, eine tolle Leistung! Frau Rose, zeigen Sie den Herrschaften die Produktion!«, weist StechSchmied senior an. Will er diese Blender etwa engagieren?

Doch Mark Meier winkt ab. »Hat man eine Produktion gesehen, kennt man alle. Wir müssen fahren. Haben noch weitere Präsentationstermine!«

Die arroganten Agenturheinis verlassen von Selbstüberschätzung berauscht den Konferenzraum. Beim kreativen Konsortium tritt Schweigen ein. Der Tag der Pappenschlacht wirft Rätsel auf, statt Antworten zu geben. Der Senior fasst das prägnant zusammen. »Also Frau Rose, so ganz das Gelbe vom Ei war da noch nicht dabei! Leiten Sie eine zweite Runde zur Nachbesserung ein!

Da muss ich mich aus dem Jenseits doch mal zu Wort melden. Schließlich war ich mein Leben lang erfolgreicher Werber und kenne Professor Weißwiesgeht persönlich. Dieser Ideenklau ging gar nicht! Alle Präsentationen waren daneben. Bis auf die von Gordon Gold, die war erstaunlich gut. Dass der Kalle das versaut, hätte meine Ex sich denken können. Das wird noch ein harter Kampf, prophezeie ich. Und jetzt fliegt sie mit diesem Kokswürstchen auch noch nach Miami. Da werde ich genau hinsehen ...

Schwüle Versuchung

Kalle jubiliert.

Life is now or never! Er wird es leben. Jetzt! Männlein oder Weiblein, zieht euch warm an. Hier kommt Kalle! Die besorgte und verängstigte Borderliner-Seele ist betäubt von Kokain und Alkohol. ER IST MISTER MIAMI VICE!

Sie betreten das etwas schäbige, aber bezahlbare und zentral gelegene Hotel und checken ein. Ihre Kreditkarten knattern alarmierend laut, als der kubanische Empfangs-Steward sie durch den Automaten zieht

»Rose, sorge dich nicht! Lebe! Erst mal ein Absacker! Ausruhen können wir, wenn wir tot sind!« Kalle zieht sie in die offene Gartenbar im Erdgeschoss.

Sie sieht sich naserümpfend um... Die Erdgeschossbar ist erbärmlich und von suspekten Partygästen belagert. Die Rose taxiert den Schuppen auf maximal einen Stern

»Gönnen wir uns erst mal einen Drink. Dann sieht alles gleich besser aus!« Sie folgt ihm in die tropische Gartenecke. Hier sind sie sicher und geschützt vor den anderen Gästen.

Ich beobachte die Situation mit einigem Unbehagen. Diesem geilen Würstchen von Kalle habe ich noch nie getraut. Bestimmt macht er sich gleich an meine Rose heran! Wie damals, an unserem Hochzeitsabend ...

Kalle ist das alles egal. Seine Gedanken und Intentionen gehen in eine ganz andere Richtung. Er will endlich loswerden, was er seit vielen Jahren im Herzen trägt. »Hey. Meine Rose. Wir sind im Tropenparadies Miami! Nur wir zwei! Wir lassen es KRACHEN!« Er bestellt eine Flasche Weißwein. Sie blickt kritisch aufs Etikett. »Igitt, Chardonnay! Und auch noch ein kräftig gelber. Der schmeckt bestimmt wie Öl!«, entrüstet sie sich pikiert.

Er wischt ihre Zweifel weg. »Ganz egal, was für ein Fusel. Wir trinken ihn – AUF UNS!« Er blickt sentimental. Seine Augen verschwimmen. Er nimmt ihre Hand. Gibt ihr einen feuchten, bedeutsamen Kuss darauf. »Mein größter Schatz! Wir haben so viel zusammen erlebt. Kein Mensch dieser Welt kann uns jemals wieder auseinanderbringen!« Er sinkt auf die Knie.

»What would you do? If I got down on my knees for you? Would you hold it against me? Would you stand me in line? Darling are we just good friends?«

Er versucht, ihr den hoch toupierten Kopf zu streicheln. Ein fataler Fehler! Sie schützt ihre kunstvolle Beehive-Frisur panisch und zieht seine Finger weg. Die Romantik ist erheblich gestört. Frivolität kehrt ein. »Kalle, das gibt Höchststrafe!« Ihre Reaktion erweckt seine Neugier. Kalle wird geil. »Hm. Ich könnte mir eine passende Höchststrafe vorstellen!« Er öffnet seine Hose unter dem Tisch ...»Kuck mal, wie schön der ist!«

Die Rose blickt nervös auf die anderen Gäste. Doch die Exhibitionistin in ihr ist angeregt. Sie kann nicht anders als hinschauen! In seiner Not-Geilheit ist ihr bester Freund hilflos seinem Trieb ausgesetzt. Das macht ihn verletzlich. Seine Offenherzigkeit ist eine Herausforderung für sie. Ihre Vorstellung von Freundschaft und Moral wird hart auf die Probe gestellt. Doch ihre Toleranz siegt. Sie beginnt, die Vorführung zu genießen - als Kumpane der Lust. Sie fühlt sich ihm so nahe wie noch nie. Ihre Freundschaft erhält eine tiefe Dimension der Verschworenheit.. Sie streichelt ihn. Vorsichtig. Als wäre er aus Zucker. Dann zuckt ihre Hand zurück. Schließlich ist er ja ... ihr bester Freund!

Er nimmt die Sache selbst in die Hand. Die Rose schaut fasziniert zu. Doch dann wird sie müde und döst weg. Der Flug war lange. Ihre Sorgen lasten wie das Gewicht der Welt auf ihr. Kalle bringt sein scharfes Gemetzel mit sich selbst zu Ende. Er ist es gewohnt, Liebe mit sich selbst zu machen. Er entlädt sich in die Serviette und findet endlich temporären Frieden von dem permanenten Druck des Triebes, der ihm das Leben schwermacht. Dann bringt er die dösende Rose fürsorglich in ihr Hotelzimmer und legt

sie zärtlich auf das quietschende Bett. Er geht natürlich nicht schlafen.

Miami wartet. Wie ein streunender Hund stürzt er sich in die

hellerleuchteten Straßen des Vergnügens.

Ich blicke ungestüm auf die Situation. Das war ja zu erwarten. Stolz bin ich auf meine Rose, die trotz ihres großen Herzens der Verführung nicht nachgibt. Sauer auf Kalle, der nicht ablässt, es immer wieder zu versuchen. Ich mische mich korrigierend ein und sende einen Warnschuss an den Lustmolch!

Ich blicke auf meinen Kontrahenten, wie er durch die Straßen von Miami schlendert und nach Befriedigung seiner unstillbaren Lust Ausschau hält. Ich sehe genauer hin und entdecke MEINEN Schatz an SEINEM Handgelenk! Er trägt MEINE MegaO Speedmaster. Das war ihr Geschenk an MICH! Die Rose muss sie ihm post mortem geschenkt haben! Er wird nicht mehr lang Freude an ihr haben. Ich sende einen Blitz direkt auf die Uhr.

Er zuckt zusammen und stolpert. Stürzt krachend auf sein Handgelenk. Die Speedmaster zerschellt. Ihr angeblich unkaputtbares Astronautenglas zerbricht in tausend winzige Scherben.

Kalle rappelt sich auf und bemüht sich verzweifelt, die Reste seiner Armbanduhr aufzusammeln. Dabei meint er, ein höhnisch-höllisches Lachen zu hören ... Paranoia befällt seine aufgewühlten Nerven. Hat er es mit dem Nasenpulver übertrieben? Doch den Versuchungen des Drogen-Paradieses kann er nicht widerstehen. Auch nicht denen der Prostitution. Eine Porno-Barbie erscheint wie aus dem Nichts und stellt sich provozierend vor ihn. »Don’t you have anything better to do than chasing broken glass?« Er erhebt sich gleich zweifach. »Was soll’s, man lebt nur einmal!«

Ich lehne mich im Jenseits zurück. Auf die Verderbtheit der Menschen ist Verlass ...

Das große Klingenwetzen

Es ist Zeit für die entscheidende Pappenschlacht. Die StechSchmieds reiben sich die Hände. Die Rose übernimmt den Vorsitz - die meisterhafte Drahtzieherin der Präsentation

Als Erster betritt BBDOhneEinfall die Arena. Anton Hilfmann mit der elefantösen Säufernase segelt in den Raum, als wäre er hier daheim. Er klopft seinem Freund, dem Senior, jovial auf die Schulter. Dem Junior gibt er formell die Hand. Die Rose ignoriert er.

»Den Strategiekram hatten wir ja schon beim letzten Mal. Den schenken wir uns. Die Samurai-Kampagne meines Kollegens war schlichtwegs Scheiße!«, macht er seinen Vorgänger schlecht. »Wir brauchen nichts Depressives, sondern Spaß, Lust, Leichtigkeit!« Ohne allzu viel weiteres Werbegelaber präsentiert er die neue Kampagne. Eine Küche voller cooler, schöner junger Menschen. Sie stehen lachend beieinander und schneiden Berge von Gemüse, Fleisch und Brot. Aus den kristallenen Kelchen leuchtet ein kräftiger Rotwein. »StechSchmied. Aus Freude am Schneiden!«, lautet die Headline.

»Das vermittelt Freude am Leben, und wir gewinnen damit auch die jüngeren Zielgruppen!«

Die Rose runzelt die Stirn. Die Kampagne ist austauschbar und nichtssagend. »Wie wollen Sie vermitteln, dass die Messer von StechSchmied das Fünffache eines normalen Messers kosten? Die Twens, die Sie zeigen, haben in dem Alter doch gar kein Geld für solche Luxusmesser. Die Kampagne ist gut für eine Billigmarke. Doch für StechSchmied geht sie am Briefing und an der Zielgruppe vorbei!« StechSchmied junior widerspricht entschieden. »Also, ich bin genau die Zielgruppe für diese Kampagne. Ich finde sie klasse!« Klar, er ist ja mit seinen 28 Kükenjahren auch schon Geschäftsführer eines Multi-Millionen-Unternehmens und mit einem Löffel aus Gold im Mund geboren. Der Senior, eindeutig eine andere Zielgruppe, stimmt der Rose zu. »Wir brauchen die Gourmetköche und Profis, die bereit sind, ein kleines Vermögen für ihre Messer auszugeben. Anton, da müsst ihr noch mal ran!«

Nun kommt Professor Weißwiesgeht zum Zuge. »Diesmal habe ich die grandioseste Kampagne aller Zeiten dabei!«, brüstet sich der weise alte Werbeprofessor. »Wir müssen RADIKAL sein!«, erinnert er seine Zuhörer. »Und wir wollen KUNST, keine profane Werbung! Der Mensch blickt, wenn überhaupt, maximal eine Sekunde auf eine Anzeige. 98 Prozent aller Kampagnen floppen! Unsere garantiert nicht!« Schon hebt sein türkischer Assistent eine gigantische Pappe in die Höhe. Je kleiner der Krieger, desto größer die Angabe, denkt sich die Rose und blickt neugierig auf das Layout. Es zeigt das alte Gemälde einer nackten Amazone, die es mit einer Horde von Kriegern aufnimmt. »StechSchmied. Damit kriegen Sie jeden Mann klein!«, lautet die provokante Headline. Aha. Er hat erkannt, dass er die Rose und die Frauen als Zielgruppe gewinnen muss. Immerhin etwas. Jedoch: welch ein Klischee ...

Die Rose findet nur einen lobenswerten Aspekt. Ein Hingucker ist die Kampagne allemal. Auch wenn sie sowohl frauen- als auch männerfeindlich und völlig antiquiert daherkommt. Zudem ist nicht klar, wie sich aus diesem einen Motiv eine ganze Kampagne entwickeln lässt.

Die Rose kommentiert die Arbeit des Professors glasklar: Sollte sie diese gequirlte Kacke umsetzen müssen, wäre sie weg vom Fenster. »Danke für Ihr Gedankengut, werter Professor. Ihr Ansatz ist durchaus wirksam, um Aufmerksamkeit zu gewinnen. Die Kampagne ist allerdings auch billig und provozierend. Dem Fußvolk wird wahrscheinlich genau das gefallen. Die Elite, die wir erreichen wollen, machen wir uns damit NICHT zum Freund, indem wir Kunst verballhornen. Vor allem jedoch: Wie wird daraus eine Serie, die wir langfristig und nachhaltig implementieren können?« Der Werbe-Altmeister blickt sie mürrisch an. Blöde Tussi! Schon wieder putzt sie meine fabelhafte Arbeit runter!

»Papperlapapp. Lass lieber mal die Männer entscheiden. Ihr Weiber seid ja sogar in der Küche von uns Männern überholt worden.« Er beginnt die Namen dekorierter Sterneköche aufzuzählen. Bomüse, Laufer, Witzmann ...! Das Mannsvolk im Raum nickt zustimmend. Die Rose zuckt zusammen. Ihr schwant: Sie hat das falsche Geschlecht, um bei den StechSchmieds langfristig erfolgreich zu sein. Der Konferenzkerker spaltet sich in zwei Lager: Männer gegen Frauen.

Die Stimmung im Konfi ist so spannungsgeladen wie ein elektrischer Stuhl. Auf Selbigem befindet sich die Rose.: Die Agenturentscheidung ist ein Tanz auf dem Vulkan. Er wird über ihr Sein oder Nichtsein bei StechSchmied entscheiden. Trotzdem bleibt ihr eiserner Kampfeswille ungebrochen. Gewinner geben nicht auf. Aufgeber gewinnen nicht! Dies ist das Credo, nach dem sie erfolgreich lebt.

Nach einer kurzen Pause mit den üblichen Mettbrötchen für die Herren und einer Karotte für die Dame ist die dritte und letzte Präsentation fällig. Gordon Gold entert den Raum. Er ist vom vielen Golfen braun gebrannt und strahlt eine Mischung aus Erfolg und Bescheidenheit aus.

Sein enorm einnehmendes Wesen entspannt sofort die Atmosphäre. »Darf ich?« Er stärkt sich erst einmal mit einem Mettbrötchen. Dann setzt er seine Brille auf die Nase, um den Eindruck immenser Intelligenz zu vermitteln. »Also, das letzte Mal waren wir ja schon nahe dran. Ziel war es nun, die Kampagne weniger austauschbar und Ristorante-mäßig zu gestalten, sondern deutlich High End!«

Die Rose nickt zustimmend und rückt sich gespannt und kleidsam im Stuhl zurecht. Wenn einer ein perfekter (Eigen-)Werber ist, so er.

Gordon Gold zeigt zur Einleitung Beispiele von gelungener Luxusmarken-Werbung. »Gucci, MyStar, Hermes, Louis Vuitton ... Was macht sie so erfolgreich?«

Sie haben alle eines gemein: eine herausragende Fotografie, oftmals Testimonials, also berühmte Markenbotschafter, ein kontrastreiches Licht, meist dunkle und schwarze Hintergründe, vor denen das Produkt wie ein Star inszeniert wird.«

Gordon Gold hievt den schweren Pappensarg auf den Konferenztisch, der unter der Last nicht einmal zuckt. Er blickt gescheit durch seine Brille, die auf der Nasenspitze thront. Endlich kommen die neuen Entwürfe für StechSchmied zum Vorschein. Eine Luxusküche vor schwarzem Hintergrund. Offensichtlich edel und teuer bis unbezahlbar. Pierce Bossmann, also James Bond höchstpersönlich, zerschneidet mit dem Messer in der Hand einen Hummer in köstliche Häppchen. Er trägt einen Smoking und nichts darunter. Sex sells. Eine atemberaubende Blondine in einem sagenhaften Nichts von Abendkleid beglückt er mit seinem männlichen Geschnetzel.

Das nächste Motiv dreht den Spieß um, und die Blondine schneidet für ihren James Trüffel in schmale Scheiben. Beim dritten Motiv küssen sie sich lasziv, das Messer und die leer gegessenen Teller im Hintergrund. Headline: »StechSchmied. Damit werden Sie zum Special Agent der schönsten Frauen.«

Nun entsteht gespanntes Schweigen im Raum. Gordon stärkt sich mit einer weiteren Mettbrötchen-Hälfte. Er blickt ausgesprochen selbstzufrieden drein. Außer seinem Kauen ist nichts zu hören.

Die Rose räuspert sich und bricht die Stille. »Grundsätzlich ist das ein sehr wertiger und für eine Messerschmiede außergewöhnlicher Auftritt, der sicher für Aufsehen sorgt. Natürlich sind die Bildwelten denen der Luxuswelt abgekupfert. Die Headline ist mir zu profan. Doch ich denke, der Weg ist erfolgversprechend!«

StechSchmied junior geht streberhaft auf die Typografie und den Aufbau der Anzeige ein. »Das Logo oben links im Bild ist nicht gut. Es sollte unten rechts stehen. Als Solitär. Und wir brauchen Text, der die Großartigkeit unserer Messer hervorkehrt!«

Der Senior gähnt. Die dargestellte Luxuswelt ist nichts für den Ost-Nordrhein-Westfalen, der seinen Reichtum versteckt statt zeigt. »Also, ich weiß nicht, ob das der richtige Ansatz ist! Wir werden intern darüber beraten. Wir melden uns bei Ihnen!« Don’t call us. We call you!

Gordon Gold fällt förmlich die Zuversicht aus dem Gesicht. Er sammelt die Pappen ein und verabschiedet sich kleinlaut. Das Spiel endet unentschieden.

Grässliches Gemetzel

Sie bittet den indischen Limousinenfahrer, sie am Hauptfriedhof abzusetzen.. Zuerst ersteht die Rose einen prachtvollen weißen Rosenbaum. Links irgendwo muss SEIN Grab sein Ein furioser Wind bläst sie fast um. Der Himmel verdunkelt sich.. Dann setzt ein Hagelsturm ein.. Sie fürchtet sich und flüchtet in eine kleine Kapelle. Der Wind bläst und der Hagel wütet. Sie fühlt sich spooky und den Tränen nah. Endlich flacht das Unwetter ab. So schnell, wie es aufgezogen war. Nun ist es plötzlich unheimlich still.

Sie nimmt den Rosenbaum und ihren Koffer. Setzt ein strahlendes Lächeln auf: »Smile. Even when your heart is breaking“.

Endlich erkennt sie einen Orientierungspunkt: das Luxusgrab einer jüdischen Familie, das stets mit Hunderten frischer Rosen und Lilien prahlt. Dahinter liegt das Familiengrab der Rose. Hier ist auch ihr geliebter erster Ehemann begraben. Sie stellt den Koffer ab und lehnt den Rosenbaum an den Grabstein,

Hier, an diesem Ort, der Heimat meiner Asche, bin ich der Rose ganz nahe. Sie trägt ein geblümtes Sommerkleid und einen flauschigen Fellmantel. Die unvermeidlichen High Heels, mit denen sie im Schlamm versackt. Wie eine Prinzessin, die sich an diesen Hort des Todes verirrt hat. Mich überkommt eine Mischung aus Liebe und Hass. Ich rede auf sie ein. Den Vorwürfen in meinem Herzen muss Luft gemacht werden.

»WEISSE ROSEN. Schon wieder hast du mir weiße Rosen mitgebracht. Zuletzt, in der Klinik, waren sie die Boten des Todes. Warum nicht ROTE ROSEN? Hast du mich überhaupt jemals geliebt? Oder hattest du es nur auf mein Geld abgesehen?«

Sie schluckt angesichts der heftigen Worte, die aus ihrem Unterbewusstsein zu kommen scheinen. Mit SEINER Stimme, die seltsam hohl und fern klingt. Wird sie etwa wahnsinnig? Doch seine Vorwürfe kann sie nicht auf sich sitzen lassen. Sie widerspricht. Und sei es in einem irrsinnigen Selbstgespräch. »Ich habe dich immer geliebt. Ich tue es noch. Wie kannst du nur so bitterböse sein? Deine Wut hat mir das Leben zur Hölle gemacht. Trotzdem bin ich bei dir geblieben und habe dir bis zuletzt beigestanden!«

»Das hast du doch nur wegen meinem Erbe gemacht, das du mit diesem miesen Möchtegern-Rockstar in Miami verprasst hast!«

Sie zuckt zusammen. Es gilt, ihre Ehre zu verteidigen. »Ich habe diesen Mann geliebt. Ich habe ein Recht auf ein neues Leben, eine neue Liebe. Man greift halt manchmal daneben. Um dein Geld ging es mir nie. Ich habe stets mehr verdient als du. Deine Ersparnisse hätte ich nicht annehmen sollen. Es hat mir nur Unglück gebracht.«

»Das Pech hast du verdient! Wie kann man nur so blöd sein, sich in einen Taxi fahrenden Wanna-be-Rockstar zu verlieben? Er hat dich geschlagen und betrogen, und du hast ihm MEIN ganzes Geld in den Gierschlund gesteckt.«

Seine Worte schmerzen mehr als die schlimmsten Schläge. Sie verteidigt sich weiter mit Engelszungen. »Ich war liebesverblendet! Nachdem du so grausam gestorben warst, wollte ich nur eines: Liebesglück genießen! Es ging um LIEBE! Nicht um Geld!«

»LIEBE? Dieses Gefühl kennst du doch gar nicht. Du hast mich doch bereits auf dem Hochzeitsfest betrogen. Mit diesem Geilwürstchen Kalle. Der fickt doch alles, was sich nicht auf die Bäume flüchten kann. Frau, Mann, ich möchte nicht wissen, was noch!«

Nun wird die Rose rechtschaffen wütend. »Ich habe dich niemals betrogen. Außer, als wir getrennt waren. Und Kalle ist mein bester Freund, der mir das Leben gerettet hat!«

»Das Leben gerettet? Das hätte er mal besser gelassen! Du bist MEIN! Im Leben wie im Tod! Glück im Leben und der Liebe zu haben, verbiete ich dir!«

»Ach, du willst mich wohl lieber auf dem Scheiterhaufen sehen? Statt mir ein glückliches Leben zu gönnen! DAS NENNST DU LIEBE?«

Nun zucke ich zusammen. Was, wenn SIE recht hat? Und doch muss ich weitermachen. Als ob ich von einem bösen Geist besetzt wäre, der mich ins Verderben treibt.

Genug ist genug. Die Rose hält sich die Ohren zu und weint bitterlich. Tränen fallen auf den Grabstein. Sie vermischen sich mit einem heftigen Platzregen. Sie rettet ihre Haarpracht unter dem Knirps. Er wird vom Wind gebeutelt. Sie muss weg hier. Der Zug zurück ins Münzenland ruft. Sie will sich ihren Koffer schnappen. Doch der ist verschwunden.

Der Verlust wird ihr schockartig bewusst. Darin waren ihre schönsten Kleider, ihre Geschenke. Und am allerschlimmsten: ihr Laptop mit allen Daten. Nicht nur von StechSchmied. Sondern auch von ihrem Roman, an dem sie an den einsamen Wochenenden emsig arbeitete. Blitze zucken durch den dunklen Himmel. Der Rosenbaum fällt um. Weiße Blütenblätter wirbeln über den Friedhof. Die Rose flieht, im Sturm taumelnd, als würde sie von Geistern verfolgt.

Meine Liebste wird weggeweht. Die unversöhnlichen Worte stehen für immer im Raum. Ich sehe den Dieb, der den Koffer der Rose entführt hat, und höre sein Telefonat. Er ruft bei den StechSchmieds an. »Detektiv Schmidt. Ich melde gehorsamst, dass der Koffer Ihrer Mitarbeiterin mitsamt Laptop konfisziert ist. Ich werde umgehend die Daten und den Kofferinhalt inklusive Dessous überprüfen, ob sie moralkonform mit Ihrem katholischen Verhaltenskodex sind. Insbesondere das Romanmanuskript ›Das Liebesversprechen‹ scheint verbotenen erotischen Kontext zu beinhalten!« Ich rufe der Rose ein heiseres »Es tut mir leid!« hinterher. Doch meine von Hass und Eifersucht gefärbten Worte lassen sich nicht zurücknehmen ...

Scharfe Verführung

Am nächsten Tag ist Silvester. Endlich geht dieses Sch...jahr zu Ende – das nächste muss besser werden!

In dem Kaff mit dem treffenden Namen Oede angekommen, wird der Kasten Rosé-Champagner und Sauvignon Blanc gut durchgeschüttelt und eisgekühlt sofort von Herrn Feldführer in das geräumige Haus verfrachtet. Der gigantische Blumenstrauß schmückt den Steinweg-Konzertflügel, auf dem die beiden Grazien der Feldführer ein persönliches Willkommenskonzert zum Besten geben.

Pammy Feldführer, die burschikose, überhaupt nicht divenhafte Landmama, ist wildherziger und lebenslustiger, als die Rose vermutete. Sie gießt den Champagner regelmäßig und großzügig in Kristallgläser. In der Küche hat sie alles für einen Garnelensalat à la Rose vorbereitet.

Nun gilt es nur noch, die Berge von Garnelen zuzubereiten.

Der Feldführer lässt seine Frauen in der Küche walten. Sie legensich - motiviertvom rosé Champagner -besonders ins Zeug.

»Mädels, passt auf euch auf!« Er schnappt sich lässig seinen Autoschlüssel, um Kalle vom Bahnhof abzuholen. Endlich Kerl-Verstärkung!

Beschwingt und sehr kräftig gewürzt wird der pikante Salat schließlich auf riesigen Tellern kunstvoll angerichtet. Die teuflisch scharfen Garnelen all’arrabiata köcheln im Champagnersud. Der Tisch wird von den Grazien mit einem Meer aus Kerzen gedeckt.

Die Tür geht auf und Kalle sprintet auf seine beste Freundin zu.

Seit dem grässlichen Friedhof Gemetzel tue ich Buße und bin ein Anderer geworden.

Meine Mission - nur noch Gutes zu tun und zu empfinden -nehme ich sehr ernst.

Ich sehe welchen Schaden ich meiner Rose und ihrem Leben sonst zufüge.

Auch komme ich so niemals in den HIMMEL!

ABER ...Was macht denn dieses geile Würstchen schon wieder bei meiner Rose? Ich spüre, dass Unheil und Unzucht drohen. Der alte Uwe in mir wischt alle guten Vorsätze beiseite. Er setzt seine durch Eifersucht potenzierte Energie ein, um das Kerzenmeer zum Flackern zu bringen. Die Rose zumindest scheint etwas zu spüren. Sie blickt eher nachdenklich als angsterfüllt in das Flammenspektakel. Es ist, als fühle sie seine Gegenwart, als sähe sie in seine so wohlbekannte zornige Seele.

Die lodert immer wilder. Aber ich, der neue, göttliche Uwe, trete dazwischen. Ich muss meinem Alter Ego Einhalt gebieten. Es funktioniert. Zumindest kurzfristig. Die Flammen werden ruhiger. Das Gesicht der Rose friedlich.

Doch der Teufel schlägt meist in den friedlichsten Momenten zu, wenn die Menschen voll Harmonie, Liebesverblendung und wehrlos sind. Der alte Uwe drängt sich machtvoll zwischen mich und die Rose. Kalle erahnt unseren Kampf in den nun wieder wild flackernden Kerzen, deren Widerschein dem Gesicht der Rose ein gespenstisches Aussehen verleiht. Ohne zu verstehen, weiß Kalle intuitiv, was zu tun ist. Er steht auf, ganz Soldat im Liebesdienst, und bereitet der feurigen Diskussion des alten Uwe und seiner Rose ein jähes Ende. Er löscht die züngelnden Flammen mit RuinHart Rosé-Champagner, anderes steht nicht zur Wahl, und platziert den glühend heißen Kerzenleuchter am Kamin. Seine Hand brennt sekündlich und riesige Brandblasen schießen wie Quallen aus seiner Haut. Er lächelt milde. Ein echter Kerl kennt keinen Schmerz, wenn es um die Seelenrettung seiner Liebsten geht.

Der alte Uwe gibt Ruhe.

Ob für heute, das neue Jahr oder immer bleibt ungewiss.

Nun ist es an der Zeit, das kulinarische Werk der Rose zu genießen. Der Feldführer gibt wie stets den Ton an. »Haut rein.« Er nimmt einen ersten riesigen Bissen, der fast von der Gabel fällt, und läuft blutrot an. »Hölle. Ist das SCHARF!« Er kippt ein Glas Cloudy Bay hinterher. Der Lieblingswein meiner Freundin. Dann grinst er breit. »Aber teuflisch GEIL!«

Noch ist es eine halbe Stunde bis zum Anbeginn des neuen Jahres. Um die Runde aufzuheitern, fragt der Feldführer nach den Vorsätzen fürs neue Jahr. Idealerweise natürlich erotischen. Doch die Antworten sind gemischt. »30 Kilo abnehmen«, tönt es von Pammy, die sich gerade den anonymen Fettsäcken angeschlossen hat. »Mehr Sex«, poltert Kalle als Kontrahent dieser unhedonistischen No-Go-Attitüde. »Liebe, Glück und Reichtum«, wünscht sich die Rose. »Weiber, Kohle, Ruhm und Abenteuer«, beschließt der Feldführer die Befragung. Um 24 Uhr fallen wir einander in die Arme und knutschen uns. Die letzte Flasche Champagner wird geköpft.

Das neue Jahr ist jubelnd eingeleitet. Doch was ist das? Herr Feldführer wird unvermittelt seriös und hebt sein Glas. »Auf die Freiheit. Auf das neue Jahr! Auf die Veränderung! Ich verlasse das Unternehmen StechSchmied! Ich lasse mich nicht länger aussaugen. Ihnen, Frau Rose, rate ich dasselbe. Sie sind eine Perle vor die Säue in dieser Knochenmühle. Sie müssen frei sein, um Ihren Geist zu entfalten. Außerdem kann ich Ihnen nun sagen, dass der Kofferklau von den Stech-Schmieds arrangiert war. Man hat Sie per Detektiv in Frankfurt verfolgt. Ich habe die Telefonate von StechSchmied junior abgehört!«

Die Rose hatte das geahnt. Doch die Gewissheit erschüttert sie und ihren Glauben an das Gute in den Menschen. An ihren Arbeitgeber, für den sie sich nahezu aufopfert. Ihr Gesicht wird kalkweiß. Sie hält Herrn Feldführer ihr leeres Champagnerglas hin.

ROSE:

»Was immer war und sein wird. Es ist Zeit nochmals anzustoßen. Auf die guten Menschen und goldenen Herzen, die es zum Glück auch noch gibt. Wir sind der beste Beweis!« Die katholischen Glocken ertönen lautstark. Der Beginn des neuen Jahres ist eingeläutet. »Auf die Freiheit des Geistes und der Seele. Wir gehören nicht eingepfercht !“

Alle stimmen ein.

Zokk spielt, diesmal ganz, Knocking on Heavens Door!

Christina: wie es weitergeht erfahrt ihr in den Göttlichen Gemetzeln.

Hier zu erwerben!

Wendet Euch an mich ...

www.nicolerose.de

PressemitteilungGöttliche Gemetzel

Ein himmlischer Stalker verlernt seine Eifersucht – Neuerscheinung September 2018

Lust und Liebe – gibt’s in jeder zweiten Lovestory. Für den Roman „Göttliche Gemetzel“ genügt das nicht. Hier verbinden sich unterhaltsam und überraschend irdische und himmlische Handlungsstränge.

Ein Taschenspieler auf der himmlischen Reservebank

Die Autorin Nicole Rose nimmt den Titel wörtlich: „Gemetzel“, weil ihre Protagonistin „Rose“ beruflich wie privat schwierigste Situationen meistern muss; „göttlich“ weil auch die Jenseits-Perspektive eine wichtige Rolle spielt.. Der verstorbene Ex der Protagonistin kann nämlich auch auf dem Weg in Himmel oder Hölle nicht von seiner Partnerin lassen. Von der „Reservebank“ im Jenseits verfolgt er ihre Eskapaden mit voyeuristischer wie masochistischer Lust. Dabei beherrscht dieser himmlische Stalker seine Taschenspielertricks von Mal zu Mal besser, um ins irdische Geschehen einzugreifen.

Kompromisslos die Liebe suchen

Die Gegenspieler Rose und Uwe könnten gegensätzlicher kaum sein. Uwe, einst Gatte der Rose, ist ein Charakter voller Vorurteile, Rose hingegen kümmert sich wenig um Denkvorschriften und sucht ihren eigenen Weg. Die Marken-Botschafterin, eine Stil-Ikone, wie sie das selbst nennt, sieht sich aus Geldgründen gezwungen, bei einer Edel-Messer-Firma ins Marketing einzusteigen, wirkt aber wie ein Paradiesvogel unter grauen Mäusen. Dass Rose mit der kleingeistigen Geschäftsführung – bei allem beruflichen Erfolg – Probleme bekommt, ist klar. Auf der Suche nach der großen Liebe geht sie manchem Lover auf den Leim, bis sie endlich bei einem Mann fündig wird, bei dem sie das nie für möglich gehalten hätte.

Eine starke Frau zum Nacheifern

Nicole Roses Roman kann man auf zwei Ebenen lesen: Einmal als poppig formuliertes, amüsantes Handlungskarussell durch Betten und Büros – aus Uwes himmlischer Perspektive alles, nur kein Spaß. Zum anderen als Metapher auf eine Republik, die den Wert eines Menschen gnadenlos an seinem betriebswirtschaftlich verwertbaren Erfolg misst. In einer solchen Welt wird viel, wenn nicht gar alles zum „Gemetzel“, wie die Autorin das nennt. Leserinnen wird es freuen festzustellen, dass Rose auf allen Ebenen zwar viele Federn lassen muss, aber letztlich siegt – durchaus also ein Vorbild zum Nacheifern.

Nicole Rose, Göttliche Gemetzel, Erscheinungstermin: 1. September 2018

7. Roman der Autorin

Fakten zur Autorin

Internationale Marketing-Koryphäe, erfolgreich tätig in Europa, Asien und USA (germanwunderwerk.de)

Seit 2008 Autorin & Verlagsinhaberin (nicolerose.de)

Web-Blog: www.mann-frau-blog.de

Vorherige Romane wie „Das Liebesversprechen“ wurden ins Deutsche, Englische, Italienische, Französische und Chinesische übersetzt.

Buchvorstellungen gab es in Hangzhou (China 2017), Letojani und Catania (Sizilien 2017 & 2018), Rom (Villa Mercandante 2018), Paris (Café de Flore, 2017), Frankfurt (Orfeo’s Erben, 2017) sowie Düsseldorf (6 Buchpräsentationen von 2010 – 2016)

Buchpremiere GÖTTLICHE GEMETZEL am 1. September 2018 im Künstler-Jacobihaus c/o Malkasten, Düsseldorf

Kontakt zur Autorin:

0151 64407775,

[email protected]