Große Abenteuer für kleine Leute - Maren von Klitzing - E-Book

Große Abenteuer für kleine Leute E-Book

Maren von Klitzing

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Beschreibung

Auf Humboldts Spuren: Vorlesegeschichten zum Entdecken. Vorlesen und entdecken! Spannende Geschichten über die größten AbenteuerInnen und ForscherInnen der Weltgeschichte: Leif Eriksson, Marco Polo, Christoph Kolumbus, Maria Sibylla Merian, Alexander von Humboldt, Mary Kingsley, Roald Amundsen, Amelia Earthart, Edmund Hillary und Tenzing Norgay, Jacques-Yves Cousteau, Dian Fossey und Ellen MacArthur.

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Über dieses Buch

Komm mit zu den spannendsten Entdeckungen!

 

Im Flugzeug mit Amelia Earhart, an den Südpol mit Roald Amundsen oder unter Wasser mit Jacques Cousteau: In unterhaltsamen und kindgerechten Vorlesegeschichten wird spielerisch Wissen über einige der eindrucksvollsten Forscherinnen und Forscher der Weltgeschichte vermittelt.

Urlaub im Bastelschuppen

Mo, das Meerschweinchen, steckte neugierig die Schnauze zwischen den Gitterstäben seines Käfigs hindurch. Wo waren denn auf einmal das Bücherregal, der blaue Teppich, der Schreibtisch und das Bett mit den Kuscheltieren? Frische Luft wehte ihm um die Nase. Hinter ihm schlug die Haustür zu. Das konnte nur eins bedeuten: Er war draußen! Hier roch es auch ganz anders; nach Auspuffgasen, Gras und … und irgendwie nach Abenteuer!

Plötzlich wurde der Käfig hochgehoben. Mo grub seine Pfoten in das Sägemehl, um das Gleichgewicht zu halten, denn sein Käfig schaukelte wie ein Schiff auf hoher See. Als er sich umschaute, erblickte er Pias Gesicht.

»Keine Angst, Mo!«, sagte sie. »Ich bringe dich zu meinem Opa Erich. Er passt auf dich auf, solange ich mit Mama und Papa verreist bin. Ich kann dich ja leider nicht mit ins Flugzeug nehmen. Aber dafür darfst du in Opas Bastelschuppen wohnen. Er wird sich gut um dich kümmern, das verspreche ich dir.«

Ach, so war das. Mo rümpfte enttäuscht die Nase. Zu gern wäre er mit Pia mitgefahren und hätte das Land kennengelernt, in dem sie mit ihren Eltern die Sommerferien verbringen würde. Mo mochte Abenteuer, aber er erlebte nur selten welche. Umso mehr liebte er es, wenn Pia ihm aus ihren spannenden Büchern über Menschen vorlas, die in ferne Länder reisten und Entdeckungen machten. Von diesen Geschichten konnte Mo nie genug bekommen.

»Hier wären wir also, Mo.« Pia stellte den Käfig in einer Ecke des Schuppens ab. Hier roch es nach Holzleim und Maschinenöl, und es hing jede Menge Werkzeug an den Wänden.

»Ah, da ist ja mein kleiner Feriengast«, sagte Opa Erich und beugte sich über den Käfig. »Du willst mir also beim Basteln zusehen.«

Wollen? Es bleibt mir nichts anderes übrig, dachte Mo missmutig.

»Ich habe ein paar von Mos Lieblingsbüchern eingepackt«, erklärte Pia und öffnete ihren Rucksack. Sie legte ihrem Opa die Bücher in die Hände. »Vielleicht kannst du ihm mal ein paar Geschichten vorlesen, damit ihm nicht langweilig wird.«

»So, so, dein Mo mag also keine Langeweile«, sagte Opa Erich nachdenklich. »Ich glaube, wir werden uns gut verstehen.«

»Ja, das glaube ich auch«, sagte Pia und beugte sich zu ihrem Meerschweinchen. »Wir sehen uns in drei Wochen wieder, und dann erzähle ich dir alles, was ich erlebt habe, ja?«

Mo schnupperte traurig an ihrer Hand. Ohne Pia würden es die langweiligsten Wochen im Jahr werden, das war klar. Zum Abschied legte Pia ihm eine besonders schöne Karotte in den Käfig. Sie streichelte dem Meerschweinchen ein letztes Mal über das Fell und ging.

Mo hatte es ja geahnt. Ihm war langweilig! Nicht nur ein kleines bisschen langweilig, sondern sterbenslangweilig. Opa Erich fütterte Mo zwar jeden Tag gewissenhaft und gab ihm frisches Heu, aber er las ihm keine Geschichten vor. Stattdessen schraubte er die ganze Zeit an einem merkwürdigen Apparat herum. Es war ein großer Kasten, an dem eine Taucherbrille vor zwei Gucklöchern hing. An der Seite befand sich ein Hebel, an der anderen ein Zahlenrad. Mo hatte keine Ahnung, wozu dieser Apparat gut sein sollte. Opa Erich schraubte, klebte und leimte, was das Zeug hielt. Allein vom Zusehen wurde Mo müde. Er gähnte und schloss die Augen für das dritte Nickerchen an diesem Vormittag. Er erwachte, als Opa Erich gegen die Gitterstäbe klopfte.

»Genug geschlafen, Mo«, sagte er. »Es warten aufregende Zeiten auf dich.« Mo schüttelte den Schlaf ab. Wovon sprach Opa Erich überhaupt?

»Ich habe eine Zeitmaschine gebaut«, erklärte der Bastler. »Sie führt zu den großen Entdeckern und Abenteurern unserer Welt. Man kann sogar direkt bei ihren Expeditionen dabei sein.«

Mo sah ihn fragend an.

»Du weißt nicht, was Expeditionen sind? So nennt man die Reisen der Entdeckerinnen und Entdecker«, erklärte Opa Erich. »Pia sagte, dass du Abenteuer magst. Deshalb habe ich die Maschine extra so gebaut, dass ein Meerschweinchen hineinpasst. Schau her!« Er öffnete die Käfigtür und hob das Meerschweinchen heraus. Mo war so verblüfft, dass er ganz vergaß, mit den Beinen zu strampeln, wie er es sonst immer tat. Opa Erich setzte ihn behutsam neben den Apparat. »Siehst du das Zahlenrad?«, fragte er. »Dort stelle ich das Jahr ein, in das du reisen wirst. Mit dem Hebel starte ich die Maschine. Du brauchst aber keine Angst zu haben. Wenn ich durch die Taucherbrille schaue, kann ich dir die ganze Zeit zusehen. Falls es brenzlig wird, stoppe ich die Maschine mit dem Hebel. Und im nächsten Moment bist du wieder zurück in meinem Bastelschuppen. Wenn du einverstanden bist, brauchst du nur durch diese Öffnung zu gehen.« Opa Erich zeigte auf ein Loch in der Seitenwand. Es sah aus wie ein harmloses Mäuseloch. »Bist du bereit?«

Mos Schnurrhaare zitterten vor Aufregung. Und im nächsten Moment schlüpfte er hindurch.

Um 1000 Leif Eriksson und seine Wikinger entdecken Amerika

Ein eisiger Wind fuhr dem Meerschweinchen durchs Fell. Regentropfen prasselten herab, der Boden schwankte. Mo brauchte einen Moment, bis er begriff, dass er auf nassen Schiffsplanken stand. Oder vielmehr auf ihnen ins Rutschen geriet. Mit der nächsten Welle, die das Schiff anhob, schlitterte er über das Deck, bis ihn ein paar liegende Holzfässer stoppten. Wie durch ein Wunder war eins der Fässer leer. Schnell schlüpfte Mo hinein. Hier fand er Schutz vor dem Regen. Außerdem war es ein gutes Versteck. Vorsichtig sah Mo sich um. Bärtige Männer saßen zusammen oder standen an der Reling und schauten aufs Meer. Das Schiff war aus Holz, und am Mast war ein großes Segel aufgezogen. Moment mal! Solch ein Schiff hatte Mo doch schon einmal gesehen. Genau! Er kannte es aus Pias Buch über die Wikinger. So hatte man im Mittelalter die Bewohner von Dänemark, Schweden und Norwegen genannt. Auch auf den Inseln Island und Grönland hatten Wikinger gelebt. Die meisten Wikinger waren einfache Bauern gewesen, berühmt wurden jedoch die Seefahrer unter ihnen. Sie bauten wendige Boote und legten darin weite Strecken zurück. Entweder um zu handeln oder um neue Länder zu erobern.

 

Mo schreckte zusammen, als zwei Männer sich auf die liegenden Fässer setzten. Zum Glück entdeckten sie ihn nicht, aber das Meerschweinchen konnte genau hören, was sie sagten.

»Seit Tagen haben wir die Küste nicht mehr gesehen«, murrte einer der Wikinger. »Und völlig durchnässt sind wir auch. Meine Wollsachen hängen mir wie klamme Fetzen am Leib. Wie gern hätte ich jetzt ein wärmendes Feuer.«

»Das ist es ja gerade, Bjor«, sagte sein Sitznachbar. »Um Feuer zu machen, brauchen wir Holz. Aber bei uns auf Grönland wachsen nicht viele Bäume. Deswegen suchen wir nach diesem neuen Land, von dem unser Anführer Leif Eriksson gesprochen hat. Dort soll es saftige Weiden für unsere Tiere geben und dichte Wälder, wo wir unser Holz schlagen können. Das brauchen wir, um Schiffe zu bauen, Häuser und …«

»Schon gut, Knud. Ich weiß, wofür man Holz braucht«, erwiderte Erik. »Schau mal, da ist ja Leif Eriksson.«

»Leif, siehst du etwas?«, fragte Knud den großen Mann, der sich zu den anderen Wikingern gesellt hatte, die an der Reling standen.

»Ich bin mir sicher, dass wir die Küste bald entdecken werden«, antwortete Leif und drehte sich zu den beiden Männern um. »Es wird genauso sein, wie es der fremde Kaufmann mir und meinem Vater berichtet hat.«

»Wie war das noch gleich?«, fragte Bjor. »Erzähle es uns noch einmal, Leif!«

»Ich war noch ein kleiner Junge«, begann Leif Eriksson und hob seine Stimme, damit sie nicht im Tosen des Windes unterging. »Wir bekamen Besuch von einem Kaufmann. Er erzählte, dass er sich auf dem Weg von Island zu uns nach Grönland verfahren hatte. Weit nach Westen ist er abgetrieben worden und schließlich auf ein Land mit grünen Wiesen gestoßen. Nie habe ich seine Worte vergessen. Damals fasste ich den Plan, dieses Land zu finden, und genau das werden wir auf unserer Fahrt tun. Lasst euch nicht unterkriegen, Männer! Eure Anstrengung wird belohnt werden!«