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Dieses Buch über Leben und Schaffen Hans Sterneders hat der Eich-Verlag aus Anlass des 120. Geburtstags des Dichters am 7. Februar 2009 zusammengestellt. Es enthält einen kurzen Abriss seiner Biographie und die wichtigsten Kernpunkte seines kosmisch-geistigen Weltbilds. Zusätzlich eine Übersicht seiner zu Lebzeiten publizierten Bücher, drei Leseproben und seinen Bericht „Mein Weg zum Wunderapostel“.
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Seitenzahl: 86
Veröffentlichungsjahr: 2019
Thomas Eich
Hans Sterneder
Dichter und Mystiker
Leben und Schaffen eines
aussergewöhnlichen Schriftstellers
Eich-Verlag
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1. E-Book-Auflage 2019
© Thomas Eich-Verlag, Werlenbach 2008
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Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung durch elektronische Systeme.
Umschlagfoto: Nachlass Hans Sterneders (siehe Bildnachweis)
Umschlaggestaltung, Satz und Datenkonvertierung E-Book: Thomas Eich
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www.eich-verlag.de
ISBN 978-3-940964-57-1
Inhaltsverzeichnis
Editorial – Hans Sterneder im Eich-Verlag
Hans Sterneder – Dichter und Mystiker
Der Mensch
Der Dichter
Der Mystiker
Sein Schaffen und seine Entdeckungen
Die große Aufgabe
Mutter Natur
Valentin Zeileis
Das Menschheits-Urwissen
Der Tierkreis
Der Einweihungsweg
Die große Verwandlung
Das literarische Werk
Weltweite Verbreitung
Der Bauernstudent
Der Sonnenbruder
Der Wunderapostel
Die Zwei und ihr Gestirn
Der Sang des Ewigen
Frühling im Dorf / Sommer im Dorf
Die Neugeburt der Ehe
Der seltsame Weg des Klaus Einsiedel
Der Edelen Not
Tierkreisgeheimnis und Menschenleben
Die große Verwandlung
Das kosmische Weltbild
Also spricht die Cheops-Pyramide
Hans Sterneder, dem Künder der Lebensgeheimnissezum 60. Geburtstag (von F. Dietrich)
Mein Weg zum Wunderapostel
Wer ist der Wunderapostel?
Leseproben
Komödianten (Der Sonnenbruder)
Die Königin der Nacht (Der Wunderapostel)
Welten kreisen (Die große Verwandlung)
Anmerkungen
Bildnachweis
Literaturverzeichnis
Editorial
Hans Sterneder im Eich-Verlag
Liebe Leserinnen und Leser,
als Hans Sterneder im März 1981 starb, waren viele seiner Bücher seit über fünfzehn Jahren nicht mehr publiziert worden. Nach seinem Tod erschienen nur noch vier seiner Werke als Neuauflagen und das auch nur als Taschenbuch. In den ersten Jahren des neuen Jahrtausends verschwand das literarische Werk Hans Sterneders dann komplett vom Buchmarkt. Lediglich in Antiquariaten wurden noch alte Sterneder-Ausgaben gehandelt.
War es schon traurig genug, dass bis dahin kaum noch Bücher dieses großen Dichters verlegt wurden, so war das gänzliche Verschwinden vom Buchmarkt fast schon tragisch. Umso größer war meine Freude, als sich mir im Herbst 2007 die Gelegenheit bot, einen eigenen Verlag gründen und mich der Neuauflage des Sterneder-Werks widmen zu können.
Die vorliegende Schrift soll einen knappen Einblick ins Leben und Schaffen Hans Sterneders geben und dazu beitragen, diesen wundervollen Dichter und sein tiefgründiges Werk wieder neu ins Bewusstsein der literarisch und spirituell interessierten Leserschaft zu rücken.
Das vorrangige Ziel des Eich-Verlags ist die Neuauflage der vierzehn zu Lebzeiten des Dichters publizierten Bücher. Wenn dies erreicht ist, wollen wir uns weiteren Schriften und bisher unveröffentlichten Manuskripten Hans Sterneders zuwenden.
Ich kann nur jedem Leser ans Herz legen, sich auf die Gedanken Hans Sterneders einzulassen, seine wunderbare Sprache zu genießen und die unerhörte Geistestiefe seiner Werke in Herz und Seele aufzunehmen. Es steckt so viel Freude, Liebe und Beglückung in den Zeilen seiner Bücher, dass sie jedem Menschen etwas zu geben vermögen. Lassen Sie es einfach auf sich wirken.
Ihr Thomas Eich
Werlernbach, 2008
Hans Sterneder
(1889-1981)
österreichischer Dichter und Mystiker
Hans Sterneder – Dichter und Mystiker
Hans Sterneder (* 7. Februar 1889 in Eggendorf/Niederösterreich; † 24. März 1981 in Bregenz), österreichischer Dichter, Prof. h. c., Träger des höchsten Ordens für Wissenschaft und Kunst I. Klasse (1976), Mitglied im österreichischen P. E. N. und im V. G. S. (Verband der geistig Schaffenden Österreichs). Sterneder verfasste Landstreicher-, Entwicklungs- und Einweihungsromane, Hymnen, Mysterienspiele und spirituelle Sachbücher. In den 1920er Jahren zählte er zu den bedeutendsten Vertretern einer neuen deutschen Romantik. Später galt er als Dichter des Menschheits-Urwissens.
Der Mensch
Hans Sterneder wurde am 7. Februar 1889 als unehelicher Sohn eines Gutsbesitzersohnes und einer Bauernmagd in Eggendorf/Niederösterreich geboren. In der Nähe des Benediktinerstifts Göttweik erlebte er u. a. eine wechselvolle, aber glückliche Kindheit. Zunächst lebte er in der Armeleuthausung der Großmutter, dann auf dem Rittergut des reichen Großvaters.
Nach der Matura (Abitur) ereilten ihn mehrere Schicksalsschläge und trieben ihn hinaus auf die Landstraße. Von 1909 bis 1911 zog er zwei Jahre als Walzbruder quer durch Europa. Dabei lernte er den Naturforscher Ernst Haeckel, den Maler Hans Thoma und den Schriftsteller Hermann Löns kennen und freundete sich mit ihnen an.
Nach seinen Wanderjahren wurde er auf Drängen der reichen Verwandtschaft Bahnbeamter. Doch die staubige Amtsstube war für ihn, den Naturliebhaber, nur schwer zu ertragen, er fühlte sich eigenen Angaben zufolge „wie ein gefangener Adler im Käfig“1.
Durch Vermittlung von Peter Rosegger lernte er den Dichter Richard Voß kennen, dem er um 1912 seine erste Erzählung sandte. Das Urteil des bekannten Schriftstellers: „Du bist ein Dichter und wirst bestimmt ein guter Dichter“2.
Voß lud Sterneder zu sich ein und wurde sein väterlicher Freund und Förderer. Er finanzierte dem angehenden Dichter die Ausbildung zum Volksschullehrer, und Sterneder verbrachte viel Zeit auf Voß’ Landsitz in der Nähe von Berchtesgaden, der damals ein Treffpunkt von Aristokratie und Hochfinanz, aber auch ein Sammelplatz höchster Geistigkeit war. Hier lernte er unter anderem Rainer Maria Rilke, Paul Heyse und Hugo von Hofmannsthal kennen.
Nach Abschluss seiner Ausbildung wurde Sterneder Lehrer in niederösterreichischen Gebirgsdörfern. In der Beschaulichkeit dieser Dörfer entfaltete sich sein literarisches Schaffen. Doch es war anfangs nicht von Erfolg gekrönt. 1916 war sein erster Roman fertig, aber niemand wollte ihn verlegen.
Erst 1921 erschien „Der Bauernstudent“ im renommierten Leipziger L.-Staackmann-Verlag, der zu dieser Zeit viele österreichische Schriftsteller unter Vertrag hatte. 1922 und 1924 folgten die beiden Romane „Der Sonnenbruder“ und „Der Wunderapostel“. Schnell fanden Sterneders Werke ihre Lesergemeinde. Noch in den 1920er Jahren erhielt er vom österreichischen Staat eine Ehrenpensionierung und bis 1938 publizierte er insgesamt zehn Bücher.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde Sterneders öffentliches Schaffen zunehmend eingeschränkt. Zwar wurden 1941/ 42 in Wien zwei Dissertationen über sein Leben und Werk verfasst, doch 1944 wurde er von der Gestapo inhaftiert und eingekerkert. Im gleichen Jahr wurde der Staackmann-Verlag durch einen Bombenangriff zerstört und mit ihm Sterneders Lebenswerk.
Nach dem Krieg musste Hans Sterneder sich eine neue Existenz aufbauen. Nach seiner Befreiung aus der Gestapo-Haft kam aber erst mal eine für ihn sehr bittere Zeit. Viele Jahre konnte er, durch die Kerkerhaft gesundheitlich geschwächt, gar nicht oder nur sehr eingeschränkt schaffen, und erst nach und nach gelang es ihm, seine Bücher neu aufzulegen.
Als 1956 sein erstes Nachkriegsbuch erschien, lag seine letzte Buchveröffentlichung bereits 18 Jahre zurück. Obwohl in der Folgezeit mit „Die große Verwandlung“ und „Also spricht die Cheops-Pyramide“ wahre Meisterwerke der Einweihungsliteratur entstanden, konnte Sterneder nie an seine Erfolge der 1920er und 1930er Jahre anknüpfen. Seine Bücher, die auch literarisch höchsten Anforderungen gerecht werden, fanden nur noch Platz in esoterischen Verlagen und spielten im sonstigen Literaturbetrieb kaum noch eine Rolle.
Hans Sterneder starb am 24. März 1981 im Alter von 92 Jahren in Bregenz.
Der Dichter
Die Kritik reagierte in den 1920er Jahren nahezu euphorisch auf Sterneders erste Romane und stellte ihn schnell auf eine Stufe mit bekannten Schriftstellern wie Adalbert Stifter, Gerhard Hauptmann oder Gottfried Keller.
Dr. Friedrich Castelle beispielsweise nannte Sterneder „ein Stück Thoma in der Dichtkunst“ (gemeint ist der Maler Hans Thoma) und zählte seinen ersten Roman „Der Bauernstudent“ „zu den wertvollsten der Gegenwart“3.
Ida Bon-Ed sah Sterneders Erstling „von einer tiefen Freude an Natur und heimatlicher Erde erfüllt“ und schrieb weiter: „Ich kenne den Geschmack anderer Leute nicht, aber was mich betrifft, so ruht es meine Seele aus, solch gesundes, stilles Buch zu lesen.“3
Auch Karl Strecker zeigte sich beeindruckt: „Es liegt viel Sonne auf den Blättern dieses Buches ... Welch ein sinnig feiner Poet.“3
Sterneders zweiter Roman „Der Sonnenbruder“ stieß auf ähnlich positive Resonanz. Dr. Egbert Delpy bezeichnete ihn in der Rheinisch-Westfälischen Zeitung als „dichterische Glanzleistung“3 und Franz Carl Endres als „ein Geschenk an das deutsche Volk, wie ich kein schöneres weiß.“3
Adolf Potthoff jubelte geradezu: „Das Hohelied der Landstraße, wie es seit Eichendorff nicht wieder erklungen ist. [...] Ich wüsste nicht, wann ich in einem modernen Buche ein Kapitel von der poetischen Kraft gelesen hätte, wie es das erste Kapitel des Landstreicherromans ist. Dieses Verbundensein mit der Natur, dieses Weben und Leben mit Baum und Strauch, diese geradezu franziskanische Versunkenheit in die Wunder der Welt und dieses edle Menschentum in den ‚Sonnenbrüdern‘, die hier durch Sonne und Regen, durch Schnee und Eis über die Straßen der Erde laufen, heimatlos überall und doch in der Natur zu Hause wie der König in seinem Palaste nicht daheim sein kann – das ist etwas ganz Wunderbares.“4
Die Schwäbische Tageszeitung schrieb: „Das deutsche Schrifttum ist durch dieses Buch um einen der schönsten Romane der neuen deutschen Romantik bereichert worden. Ein Reichtum innerlichen Erlebens, eine Fülle stimmungsvoller Bilder aus deutschen Landen und mitten drin Menschenfreundschaften von bezwingender Treuherzigkeit.“3
Der Reichslandbund sprach von einem „Meisterstück, das für den weiteren Werdegang des Bauerndichters zu hohen Erwartungen berechtigt“3, und die Berliner Morgenzeitung schrieb: „In wundervollen Bildern deutscher Landschaften, in prächtigen Menschen, im Stimmungszauber märchenhafter Romantik offenbart sich die kosmische Sehnsucht, die, wie in dem Verfasser, auch in vielen Menschen unserer Tage lebt. Ihnen vermag dieses Buch Richtung und feierliche Erhebung zu geben.“3
Die Tägliche Rundschau, Berlin, schrieb über Sterneders dritten Roman „Der Wunderapostel“: „Es ist ein Buch, das durch den geistigen Reichtum seiner Gedanken derart anregt und befruchtet, dass man alles andere darüber vergisst.“3
Die Rheinisch-Westfälische Zeitung bewertete den „Wunderapostel“ als die „Schöpfung eines intuitiven Dichtergeistes von zwingender Gewalt“ und als „eine der wundervollsten Leistungen in der Romandichtung der Zeit nach 1900“. Sie stellte Sterneder „in die erste Reihe unserer deutschen Epiker überhaupt“3.
Wilhelm Schwaner sah im „Wunderapostel“ „das beste, größte und tiefste Buch, das ich je gelesen habe“3, und Ludwig Huna sprach von einem „berauschenden Dithyrambus von Lebensfreude, der einen mitreißt: hin zum Weben der Gottheit, das man jeden Augenblick zu hören, zu sehen, sicher aber zu fühlen meint! Dieses Werk hat einen namenlosen Reichtum in meine Seele gelegt, und ich werde zeitlebens von seinen Schönheiten und Weisheiten nicht loskommen.“3
