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Trier im Jahr 504 n. Chr. – Die schrecklichen Erlebnisse in ihrem Dorf und auf dem Weg nach Trier haben bei der Fränkin Thurudhild so tiefe Spuren hinterlassen, dass ein normales Leben unmöglich scheint. Und so landet sie schließlich wieder bei Hasgers Hunden – diesmal, um das Söldnerhandwerk zu erlernen. Widrigkeiten lassen nicht lange auf sich warten. Spott und Gemeinheiten der anderen Söldner sind nicht die einzigen Herausforderungen, mit denen Thurudhild konfrontiert wird. Immer wieder muss sie sich selbst fragen, ob sie als Frau zum Söldner geeignet ist. Will sie wirklich lernen, wie man andere Menschen tötet? Doch das Leben mit Hasgers Hunden hat durchaus auch seine schönen Seiten … Teil 2 von Annette Imorts packender, historischer Trilogie um Schicksal, Kampf und Abenteuer.
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Veröffentlichungsjahr: 2017
Hasgers Hunde
– Band II –
Die Söldner von Treveris
Historischer Roman
von Annette Imort
Vollständige E-Book-Ausgabe der Druckausgabe
ISBN 978-3-943531-55-8
ISBN 978-3-943531-54-1 (Kindle E-Book)
ISBN 978-3-943531-53-4 (Print Ausgabe)
© Burgenwelt Verlag | Jana Hoffhenke
Hastedter Osterdeich 241 | 28207 Bremen
Alle Rechte vorbehalten
Lektorat: Juliane Stadler
Umschlaggestaltung | Coverillustration: Detlef Klewer
Satz | Gestaltung: Jana Hoffhenke
Ebook-Realisierung: Eridanus IT-Dienstleistungen
Kapitel 1
Frühling 504 n. Chr., Treveris1
Es war kurz vor Sonnenaufgang. Das erste Zwielicht schälte am südlichen Stadtrand von Treveris die Konturen von Guntrams Hof aus der Dunkelheit. Thurudhild öffnete die Augen und betrachtete die rauchgeschwärzten Deckenbalken der Kammer, in der sie geschlafen hatte. Einen Augenblick lang überlegte sie, wo sie war. Das hier war nicht ihre kleine Hütte, in der sie mit ihrem Mann Ulfwin gelebt hatte. Ulfwin war im letzten Herbst bei einem Überfall auf ihr Dorf getötet worden. Thurudhild war danach mit Hasgers Söldnern nach Treveris geritten und hatte auf Guntrams Hof Arbeit als Küchenmagd gefunden. Aber die Schlafkammer der Mägde sah anders aus als dieser Raum.
Neben ihr ertönte lautes Schnarchen. Sie drehte sich um und sah das vertraute Gesicht von Regin, der noch schlief. Der alte Söldner hatte sich dafür eingesetzt, dass sie mit den Männern nach Treveris kam, und er hatte ihr auch die Arbeit in der Küche besorgt.
Die Erinnerung an den gestrigen Tag kam wieder: Thurudhild hatte einen Knecht, der sie betatscht hatte, zusammengeschlagen und war daraufhin aus der Küche geworfen worden. Aber Hasgers Hunde hatten sie nicht im Stich gelassen. Sie hatten sie bei sich aufgenommen und ihr angeboten, sie zum Söldner auszubilden. Auf dem Weg nach Treveris hatte Thurudhild ja schon einige Kampflektionen erhalten – Hasger hatte das allerdings gestern als »Kinderspiele« bezeichnet. Sie wusste nicht genau, was er damit gemeint hatte.
Thurudhild stand leise auf und nutzte die Ruhe des schlafenden Hofes, um sich im Pferdestall an einem Wassereimer zu waschen. Die Männer taten das abends ungeniert am Brunnen oder schleppten ihre Eimer in die Unterkünfte. Aber Thurudhild glaubte, vor Scham sterben zu müssen, sollte einer der Söldner sie halbnackt beim Waschen in der Schlafkammer vorfinden. Auch in der Nacht hatte sie nicht, wie gewöhnlich, im Unterkleid, sondern in Hose und Kittel geschlafen. Nun hockte sie auf ihrem Strohsack und versuchte im Dämmerlicht den abgeschnittenen Saum ihres Kleides umzunähen, während sie innerlich beinahe platzte vor Freude und froher Erwartung all der großartigen Dinge, die sie als Krieger lernen würde.
Endlich wurden auch die Männer wach. Doch sie schienen es nicht eilig zu haben, den Tag zu beginnen, während sie, nackt oder nur mit der Hose bekleidet, gähnend herumschlurften und sich mit gespreizten Fingern durch die verstrubbelten Haare fuhren.
Regin tauchte neben ihr aus seinem Deckengewirr auf und bei ihrem Anblick breitete sich auf seinem Gesicht ein strahlendes Lächeln aus.
»Na, schon wach?«
»Schon lange.« Sie lächelte zurück.
»Ihr dürft schließlich länger schlafen als die Mägde. Was passiert denn heute alles?«
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