Herzverbunden sehen: Augenaufstellungen und Energiearbeit - Marianne Wiendl - E-Book

Herzverbunden sehen: Augenaufstellungen und Energiearbeit E-Book

Marianne Wiendl

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Beschreibung

Über die Augen die Seele erreichen: Seit nunmehr 20 Jahren beschreitet Marianne Wiendl den Weg des ganzheitlichen Sehens. Ihre Erfahrungen hat sie leicht verständlich und gut nachvollziehbar in diesem Buch niedergeschrieben. Wie sich das Sehen entwickelt - wird nicht nur unter dem systemischen Blickwinkel betrachtet. Das Energiesystem des Menschen spielt eine große Rolle. Interessant sind die Essenzen zu den jeweiligen Fehlsichtigkeiten und Augenerkrankungen, die Marianne Wiendl aus Ihrer Arbeit mit Betroffenen gezogen hat. Mit ihren systemischen Hausaufgaben zeigt sie leicht nachvollziehbare Übungen die eine Veränderung der Sichtweise - und damit auch der Sehkraft - ermöglicht. An Hand von Praxisbeispielen schildert sie die erstaunlichen Erfolge der systemischen Augentherapie.

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Marianne Wiendl

Herzverbunden sehen

Augenaufstellungen und Energiearbeit

Systemische Augentherapie

Band II

Wichtiger Hinweis:

Die in diesem Buch ausgesprochenen (therapeutischen) Empfehlungen wurden von der Autorin nach dem aktuellen Wissensstand sorgfältig erarbeitet. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder die Autorin noch der Verlag können für eventuelle Nachteile und Schäden eine Haftung übernehmen, die aus den im Buch gemachten Hinweisen resultieren. Die in diesem Buch enthaltenen Ratschläge können und sollen keine fachliche Beratung durch Arzt oder Heilpraktiker ersetzen.

Copyright: © 2018: Marianne Wiendl

Lektorat: Erik Kinting – www.buchlektorat.net

Umschlag & Satz: Erik Kinting

Titelbild: © coeur en bois en extérieur © pixarno (fotolia.com)

Verlag und Druck:

tredition GmbH

Halenreie 40-44

22359 Hamburg

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Inhalt

Geleitwort

Vorwort

1 Der Weg des ganzheitlichen Sehens

2 Sehen im Wandel der Zeit

3 Zur Geschichte der systemischen Augentherapie

4 Lebenskraft und Sehkraft bedingen sich

4.1 Besser Sehen mit Karotten

4.2 Beweglicher Körper – wache Augen

4.3 In der Ruhe liegt die Kraft

4.4 Leben - mithilfe meiner Überlebensstrategie

4.5 Das Gesetz des gesunden Rhythmus

5 Ohne Wurzeln keine Flügel

5.1 Ererbte Lebenskraft

5.2 Erworbene und genetische Disposition

5.3 Gesunder Austausch

5.4 Lebenskraft aus systemischer Sicht

5.5 Zwischen Bindung und Autonomie

6 Die Entwicklung der Sehkraft

6.1 Die sensiblen Phasen des Kindes beim Sehen

6.2 Die Dynamik der Weitsichtigkeit

6.3 Die kurzsichtige Sichtweise

6.4 Verzerrtes Sehen – der Astigmatismus

6.5 Die Ambivalenz – binokulare Störungen

6.6 Das Bewusstsein zeigt sich in der Sichtweise

7 Der Mensch als energetisches Wesen

7.1 Sichtbares und unsichtbares Licht

7.2 Energiemodell Mensch – Aura und Chakren

7.3 Sehen und das Energiefeld des Menschen

7.4 Sehen als Kommunikationsstrategie

8 Die Chakren und die Seh-Entwicklung

8.1 Das Lebenshaus

8.2 Das Fundament – Schwangerschaft und Geburt

8.3 Das Erdgeschoss – die Kinderzeit

8.4 Der erste Stock – die Jugendzeit

8.5 Das zweite Stockwerk – die Familienzeit

8.6 Der dritte Stock – die Berufungszeit

8.7 Das Dachgeschoss – Verbunden in Spiritualität

8.8 Siebtes Chakra: Kronenchakra

9 Die Arbeit mit der systemischen Augentherapie

9.1 Ein Anliegen hängt von der Bewusstseinsebene ab

9.2 Voraussetzungen für das Gelingen der Therapie

9.3 Der Ablauf einer Einzelsitzung

9.4 Die systemische Arbeit in der Gruppe

9.5 Ablauf einer Augenaufstellung

10 Anwendungen in der Praxis

10.1 Die Krux mit den Doppelbildern

10.2 Herzenswärme

10.3 Das Spiel mit den Sinnen

10.4 Kuddelmuddel im Kopf

10.5 Mutterliebe

10.6 Vater und Sohn

10.7 Ein Kind der Liebe

10.8 Verzerrte Wirklichkeit

10.9 Alles im Blick

11 Systemische Hausaufgaben

11.1 Reise in beide Augen – Palmieren

11.2 Wut-Brief

11.3 Das Potenzial der Eltern sehen

11.4 Abschied von meiner Traumfamilie

11.5 Frage: Was kann geändert werden, was nicht?

11.6 Das Visionsbild

11.7 Ergänzende Sehübungen

12 Schlussgedanken

13 Danke

Wär nicht das Auge sonnenhaft,

Die Sonne könnt es nie erblicken;

Läg nicht in uns des Gottes eigne Kraft,

Wie könnt uns Göttliches entzücken?

Johann Wolfgang von Goethe

GELEITWORT

Wie kann der Sehsinn in Balance bleiben bzw. die Balance wiederfinden? Das ist die entscheidende Frage, die Marianne Wiendl sich selbst und uns, den Leserinnen und Lesern ihres neuen Buches stellt. Das ist die Kernfrage der von ihr entwickelten Methode der Systemischen Augentherapie. – Und sie findet konkrete und hilfreiche Antworten für alle von Sehschwächen Betroffenen zu den Themen:

•die Ganzheit des Sehens stärken, entwickeln und (wieder)herstellen,

•die Balance zwischen rechtem und linkem Auge optimieren oder (wieder)finden,

•das Gleichgewicht zwischen dem Sehen und den anderen Sinnen stärken,

•die Dynamik innerhalb der Pole der Sehfunktionen der beiden Augen (wieder)herstellen: zwischen Nah- und Fernsehen, zwischen Detailund Gestaltwahrnehmung, zwischen innerem und äußerem Sehen,

•die Fähigkeit der Augen, Gefühle aufzunehmen und auszudrücken, (wieder)herzustellen und zu stärken.

Dabei hat sie immer auch die einzigartige Ganzheit des Menschen, mit dem sie es gerade zu tun hat, mit im Blick. Die systemische Aufstellungsarbeit von Marianne Wiendl kann und will ein Spiegel sein, um festzustellen und zu erkennen, wo diese Ganzheit des persönlichen Sehens gerade nicht in Balance ist. Therapeutische Korrekturen sind möglich; von ihr gemeinsam mit den Betroffenen entwickelte »systemische Hausaufgaben« helfen dabei, den transformatorischen Prozess zu vervollständigen und ein »Sehen aus der eigenen Mitte heraus« zu entwickeln.

Ich kann allen Betroffenen, allen Eltern, Pädagogen, Kolleginnen und Kollegen dieses Buch von Marianne Wiendl, das auch mein Bild vom ganzheitlichen Sehen stärkt und erweitert, wärmstens empfehlen.

Bad Vilbel, den 01.03.2018, Wolfgang Hätscher-Rosenbauer

VORWORT

Viele Jahre ist es nun her, dass ich nach meiner Ausbildung in Familienund Organisationsaufstellungen begann, die systemische Augentherapie zu entwickeln. Es war eine intensive Zeit und die ersten Augen-Aufstellungen zeigten schnell, wie sehr das Sehen mit unserer inneren Persönlichkeitsstruktur in Resonanz geht. Aus diesen ersten Gehversuchen entstand die »Methode der Systemischen Augentherapie«. Damals arbeitete ich vor allem mit den inneren Persönlichkeitsanteilen, die ich in Bezug zur Ursprungsfamilie setzte. Spannend war es, die Augen wie eigene Persönlichkeitsanteile mit einzubeziehen. Es entstanden oftmals ungewöhnliche Dialoge zwischen dem linken und dem rechten Auge, die eher an ein Streitgespräch zwischen Ehepartnern erinnerten. Auch das Sehzentrum zeigte sich immer wieder unglaublich gestresst von den Ungereimtheiten zwischen rechts und links. Setzte man diese Dynamik in Bezug zur Ursprungsfamilie, gelang bei vielen das »Entwickeln aus den familiären Erschütterungen, die Augen entspannten sich sichtlich, oftmals mit positiver Wirkung auf die reale Sehkraft. Vor allem bei Schwierigkeiten mit dem beidäugigen Sehen konnte diese Arbeit viele positive Impulse setzten.

Seit damals habe ich unzählige Aufstellungen geleitet, durfte bei jeder weitere Aspekte wahrnehmen und erkannte mit der Zeit Dynamiken, die sich immer wieder zeigten. Ich begann diese zu sammeln und zu untersuchen. Mit der Zeit entstand ein Bild davon, wie sich das Sehen im Laufe des Lebens verändert und an die jeweiligen Herausforderungen des entsprechenden Alters anpasst.

Je nachdem, welche Themen schon in vorigen Therapien oder Aufstellungen bearbeitet wurden, entfernte sich die Arbeit mit der Systemischen Augentherapie immer mehr von der klassischen Familienaufstellung. Irgendwann ist die Familie nicht mehr ursächlich verantwortlich für das eigene Leiden. Dann heißt es, den Mut zu haben und den Sprung zu wagen, die Verantwortung für das eigene Glück zu übernehmen.

Dabei gilt es für die Therapeuten, Fingerspitzengefühl zu entwickeln, um zu erkennen, an welcher Stelle der Fragesteller steht. Nur dann kann entschieden werden, in welcher Ebene gearbeitet werden muss.

Spannend ist die Arbeit noch immer, denn egal in welcher Stufe gearbeitet wird, ist es immer wieder faszinierend, wie sehr das Sehen von unserer inneren Bewusstseinslandschaft abhängt. In diesem Sinne freut es mich sehr, dass der schon lange von Klienten und Kollegen ersehnte zweite Band jetzt endlich seinen Weg gefunden hat und wünsche viel Spaß beim Lesen und Spüren.

Marianne Wiendl

1 Der Weg des ganzheitlichen Sehens

Besser sehen zu können ist vielen Menschen ein Anliegen. Der Schreck, aus eigener Seh-Kraft nicht mehr genügend zu sehen, sitzt tief und bei manchen ruft die erste Brille ein Gefühl des Versagens hervor. Nicht mehr genügend eigene visuelle Energie zu haben und auf ein Hilfsmittel angewiesen zu sein, geht mit unangenehmen Gefühlen einher. Auch wenn heutzutage kein Kind mehr gehänselt wird, bleibt die dumpfe Emotion des »nicht Genügens« haften. Auch wenn im Alter ohne Brille kleine Schriften nicht mehr lesbar sind, nagt dies an der Persönlichkeit. Viele erzählen dann, dass sie bisher immer Adleraugen hatten. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Laseroperation an der Hornhaut, die seit einigen Jahren bei Fehlsichtigkeit angepriesen wird, großen Zulauf hat; die Motivation ohne Brille klar zu sehen bringt Menschen sogar dazu, sich vorsätzlich die Hornhaut verletzen zu lassen, denn nichts anderes ist ein Zurechtschneiden mit dem Laser.

Inzwischen gibt es aber immer mehr Menschen, die ihre Fehlsichtigkeit als Auftrag der Seele an sich selbst wahrnehmen und den Weg des ganzheitlichen Sehens beschreiten. Meistens wird damit begonnen, über Sehspiele die vielen verschiedenen Facetten des Sehens kennenzulernen. Eine Tür, die den Weg öffnet, mit der Zeit über die Augen die Seele zu erreichen. Spielerisch werden mithilfe verschiedenster Übungen Erfahrungen gemacht, die ein gutes Gesamtbild des eigenen Sehpotenzials geben. Ob man lieber fokussiert sieht oder peripher, ob einem das Sehen in der Nähe oder in der Ferne besser liegt, all dies sagt etwas über das eigene Selbst aus.

In welche Umgebung man hineingeboren wird bestimmt mit, wie sich das Gehirn und damit auch der Sehsinn entfaltet. Die Art und Weise, wie gesehen wird, hängt vom jeweiligen Schulsystem ab. Inzwischen bestätigen viele Studien, dass der ständige Blick in die Nähe beim Lesen, verstärkt durch die neuen digitalen Medien, dazu führt, dass die Kurzsichtigkeit auf der ganzen Welt signifikant zunimmt. Kinder, die selten draußen spielen, früh lesen und schreiben lernen und vor allem viel mit Handy und Tablet hantieren, sind sehr gefährdet, kurzsichtig zu werden. Die Sehgewohnheiten zu hinterfragen und einen gesunden Umgang mit dem Bildschirm zu erlernen, entlastet die Augen und hilft die Sehkraft zu erhalten. Sogar die Nahrung hat einen Einfluss auf den Stoffwechsel im Auge und damit auf das Sehen, sodass viele Seminare in all diesen Bereichen angeboten werden.1 Doch wer weitergeht, erlebt noch mehr als das Stärken der Augen: Indem der Blick nicht mehr nur auf das Aktivieren der Ressourcen gelenkt wird, sondern auf das (Seh-)Potenzial, das in uns steckt, wird eine Entwicklung erlebt, die nicht mehr nur Augen und Sehen betreffen. Der Weg zum eigenen Selbst, das eigentliche Ziel, bekommt immer mehr Priorität, sodass es mit der Zeit leichter wird, den verschiedensten Herausforderungen des Lebens mit Ruhe zu begegnen. Wer sich auf dem Weg des ganzheitlichen Sehens einlässt, findet irgendwann die Stille in sich, aus der heraus es möglich wird, in einer neuen Dimension wahrzunehmen, zu sehen und zu handeln.

Dieses Buch möchte Sie auf den Weg des ganzheitlichen Sehens einladen.

Auf meinem eigenen (Seh-)Weg erhielt ich viele Impulse in Workshops und auf Tagungen, die mich bereichert haben und mir halfen, mein Bewusstsein zu erweitern. Von einem Symposium kam ich wunderbar erfüllt zurück: ich hatte vom »Medizinrad der Schamanen« gehört. Es gibt ja viele Möglichkeiten, die Entwicklung einer Persönlichkeit darzustellen, und die indianische inspirierte mich auf besondere Art und Weise. Die Idee, dass wir uns immer wieder quasi kreisend weiterbewegen und wie auf einer Spirale nach oben wandern, beflügelte mich und bestätigte mich darin, dass die endlose Suche nach der ultimativen Ursache für mein Leid nur eine Weile hilfreich sein kann. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen und ich konnte die Entwicklung unseres Sehens von der Kindheit bis ins hohe Alter wahrnehmen, spiralförmig angeordnet, aufeinander aufbauend. Welche Hilfe beim Aufstellen! Plötzlich konnte ich vermitteln, was ich vorher immer nur intuitiv angewandt hatte. Und ich konnte meinem Prinzip treu bleiben, dass alles seinen Platz hat und gleich wichtig ist. Das Einzige, worauf es ankommt, ist zu spüren, auf welcher Ebene der Spirale befinde man sich gerade befindet und welche Gesetzmäßigkeiten in dieser Stufe wichtig sind.

Nun war ich endlich in der Lage Band II zu schreiben. Die Kurse finden schon längst statt: In »Sehen in Balance« wird nicht mehr »nur« aufgestellt, sondern die eine oder andere Essenz mit zusätzlichen Übungen erarbeitet. Eine Bereicherung, die ich schon lange vorher gespürt und versuchsweise auch immer wieder eingesetzt habe. Das hat zur Folge, dass jetzt alle von den Dynamiken profitierten. Auch die Einzelarbeit bekam neue Tiefen, können diese kleinen Interventionen doch nun auch im normalen Heilpraktiker-Alltag eingesetzt werden. Es entstanden Hausaufgaben, die die Prozessarbeit auch zu Hause ermöglichen. Manch Intervention kann nur durch vertiefende Übungen wirklich bis in die letzte Zelle eindringen. Es genügt nicht, die Dynamik nur mit dem Kopf zu verstehen, die Essenzen des neuen Bewusstseins müssen bis in die Tiefe des Zellgedächtnisses dringen, um eine Besserung auf der körperlichen Ebene zu ermöglichen. Die in Seminaren gemachten Erfahrungen benötigen bei einigen eine Vertiefung des Erlernten zu Hause. Das geht nicht ohne reale Veränderungen, sei es, dass die Arbeitsgewohnheiten hinterfragt gehören, dass Beziehungen neu ausgerichtet werden oder ganz simpel vitale Ernährung und Bewegung mehr Raum einnehmen. Manchmal gebe ich deshalb systemische Hausaufgaben auf, die ich im letzten Kapitel dieses Buches beschreibe. Eine Heilung, ohne Krankmachendes aus dem Weg zu räumen, gibt es nicht!

Die Systemische Augentherapie kann dabei helfen. Sie setzt Impulse und zeigt Verstrickungen auf. Den Weg gehen muss jeder selbst. Wie eine Mutter ihr Kind mit Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung unterstützt, kann auch der Therapeut den Klienten oder Patienten nur begleiten, die Prüfungen aber, sozusagen den Abschluss, kann einem keiner abnehmen! Und viele Erkrankungen sind wie Prüfungen zu verstehen.

Die Balance zu halten zwischen Handeln und Hingeben, wird bei nachlassender Sehkraft zur Herausforderung. Da kann ein Zu-viel-Wollen auch großen inneren Druck auslösen – mit negativen Folgen für die Augen. Die Kunst zu erkennen, was nötig ist und was wir hinnehmen müssen, wird dann zum Thema. Wir haben nicht alles in der Hand – die Seele geht manches Mal ihre eigenen Wege, nach dem Motto: »Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.«2 Daher soll der systemische Ansatz Mut machen, den eigenen Prozess anzunehmen, weiterzugehen, vorwärts zu streben und bei jeder Herausforderung das Bestmögliche zu erreichen.

2 Sehen im Wandel der Zeit

Im Laufe der Geschichte hat sich die Qualität des Sehens immer wieder verändert. Eine gesunde Sehentwicklung hängt nicht nur von intakten Augen ab, sie wird auch von den gesellschaftlichen Anforderungen geprägt. Noch vor rund 200 Jahren konnten nur wenige Menschen Lesen und Schreiben, meist Männer aus Adel und Kirche. Die Macht über andere war entsprechend groß. Kinderaugen wurden damals nicht für fokussiertes Sehen geschult, sie lernten vor allem gut in die Ferne zu blicken, das periphere Sehen war viel wichtiger. Viele konnten auch Naturphänomene deuten und vielleicht sogar andere Wesenheiten wahrnehmen.

Durch die Industrialisierung veränderte sich das assoziative Denken und Sehen in eine immer mehr vom Verstand geprägte Wahrnehmung. Wo bisher das magische bildhafte Denken vorherrschend war, wurde jetzt das logische Denken wichtig, nur noch Messbares zählte. Für das Sehen bedeutet dies, dass fokussiertes, foveales Sehen – gemessen vor allem an Buchstaben in der Nähe und Ferne – das alleinige Kriterium für gutes Sehen wurde. Nur wer Schrift richtig lesen und interpretieren konnte, hatte damals und auch jetzt eine Chance, selbstbestimmt zu leben.

Heutzutage ist die intuitive Wahrnehmung immer mehr in den Hintergrund getreten. Die Menschheit läuft Gefahr, den Zugang zu sich selbst und damit zur inneren Weisheit zu verlieren. Die Verbindung zu natürlichen Prozessen ist in unserer heutigen Zeit bei vielen nicht mehr präsent. Jetzt herrscht eher die Meinung, alles sei machbar, Naturgesetze werden für überflüssig gehalten.

Immer mehr Maschinen beeinflussen unsere Lebensgewohnheiten. Mit der Industrialisierung und jetzt der Einführung der digitalen Medien gelangen wir in eine Zeit, in der die Täuschung der Sinne im Vordergrund steht. Viele Lebensmittel sind verändert und gaukeln das Original nur noch vor (Light-Produkte, künstliche Aromastoffe, H-Milch … ). Fotos sind in einer Weise manipulierbar, dass das menschliche Auge nicht mehr erkennen kann, ob das Gesehene der Realität entspricht oder nicht. Virtuelle Kommunikation, etwa auf sozialen Plattformen wie »Facebook«, täuscht Freundschaften vor, während der Kontakt zu den direkten Nachbarn fehlt. Es geht sogar so weit, dass das Fitnessarmband einem sagt, inwieweit heute schon genügend Schritte gegangen wurden, ob der Körper noch Wasser braucht und vieles mehr. Das Gefühl für sich selbst wird ausgelagert an technische Geräte. Auch in der Medizin übernehmen Maschinen und Computer die Diagnose.

Kinderaugen haben es nicht mehr leicht, sich natürlich zu entwickeln, der eigenen Wahrnehmung zu trauen. Die Computerwelt suggeriert virtuelle Welten, die sich von der realen kaum mehr unterscheidet. Kontakte mit anderen werden per Klick in die »Cloud« verschoben, während Vereine über Mitgliederschwund klagen. Welche Freundschaften wirklich tragfähig sind, ist für manches Kind nicht mehr spürbar. Selbst das Eingehen von Bindungen an die engsten Familienmitglieder – wie Vater, Mutter, dem neuen Partner der Mutter oder die Freundin des Vaters – ist in Zeiten der Patchwork-Familie unübersichtlich geworden, die Wirklichkeit immer schwerer zu durchschauen. Doch was ist die Wirklichkeit? Das, was ich sehe? Das, was ich fühle, was ich denke? Das »objektiv« Messbare? Die Statistik?

Den Kontakt zu sich selbst zu behalten und damit den Zugang zur inneren Weisheit hilft, sich zu orientieren. Kinder, die gelernt haben ihrer eigenen Wahrnehmung zu trauen, fällt es im Erwachsenenalter leichter, gesunde Entscheidungen zu treffen.

3 Zur Geschichte der systemischen Augentherapie

In unserer Kultur beschreibt der Schweizer Arzt Paracelsus, getauft als Theophrastus Bombast von Hohenheim (1493–1541), als Erster, dass es nicht alleine eine körperliche Ursache für Erkrankung gibt. Paracelsus sieht im Menschen immer auch die geistigen und mentalen Dimensionen. Der Mensch ist aus seiner Sicht ein Mikrokosmos, eine kleine Welt, die in das Große, das Universum eingebettet ist. Wie innen so außen. Sein ganzheitlicher Ansatz betrifft sowohl die körperliche Ebene als auch die Ebene von Emotionen und Seele. Seiner Meinung nach kann Heilung nur gelingen, wenn auch die Umgebung des Kranken miterfasst wird.

Auch in der heutigen Medizin steigt der Anteil der psychosomatischen Kliniken, in denen versucht wird, Körper und Psyche in Einklang zu bringen. Der Begriff »Psychosomatik« wird vermutlich erstmals 1818 von Johann Christian August Heinroth (1773–1843) benutzt, der erste Arzt mit einem Lehrstuhl für psychische Therapie an der Universität in Leipzig.3 Seine Grundlagenforschung beschreibt als erstes wissenschaftliches Dokument Zusammenhänge, in denen eine ganzheitliche Auffassung vertreten wird.

Im 19. Jahrhundert beschäftigen sich immer mehr Mediziner mit den Einflüssen von Psyche und Körper. Vielleicht ist es deshalb auch kein Zufall, dass gerade in dieser Zeit der amerikanische Augenarzt Wilhelm Bates (1860–1931) einen Zusammenhang zwischen Sehschwächen und körperlicher Überforderung fand. Dr. Bates ging davon aus, dass ungesunde Sehgewohnheiten und geistige bzw. emotionale Anspannung Sehschwächen hervorrufen. Er entwickelte Augenübungen, die sowohl der Entspannung des Sehsystems dienten als auch die Stärkung der Augenmuskulatur im Blick hatte. Auf dieser Basis entstanden damals viele Sehschulen.

Moshé Feldenkrais (1904–1984) nahm die Impulse von William Bates auf. In der Entwicklung seiner Feldenkrais-Methode spürt man das tiefe Wissen um die Zusammenhänge zwischen Augenbewegungen und Kör perhaltung. Auch Feldenkrais ging davon aus, dass ein Mensch ein inneres Bild von sich selbst braucht, um sich verändern zu können. Wenn das Handeln geändert werden soll, muss das innere Bild korrigiert bzw. erweitert werden. So ähnlich arbeitet auch die Systemische Augentherapie an der inneren Vorstellung vom Selbst.4

Beeinflusst wurde das Sehtraining auch von Wilhelm Reich (1897–1957),5 einem österreichisch-amerikanischen Arzt und Psychoanalytiker. Er beobachtete Zusammenhänge zwischen psychischen und muskulären Panzerungen und entwickelte eine eigene Therapiemethode, die als Grundlage für verschiedenste später begründete Körperpsychotherapien gilt. Seiner Erfahrung nach entstehen Verkrampfungen der Muskulatur durch emotionale Verdrängungsprozesse und zurückgehaltene Gefühle. Sie können ganze Muskelgruppen betreffen, die dann wie ein Schutzpanzer im Körper wirken. Im Sehsystem führt dies zu einem Zurückhalten von Lebensenergie und damit letztendlich der Sehkraft. Wieder haben wir hier die Vorstellung, dass ganze Muskelgruppen auf stockende Emotionen reagieren. Wilhelm Reich entdeckte, dass Erinnerungen von körperlichen Auswirkungen begleitet werden; traumatisierende Erlebnisse manifestieren sich in den Muskeln, ganz besonders in den Augenmuskeln. Erlebnisse, die noch im Körper stecken, können durch Augenübungen aktiviert werden, daher wird im ganzheitlichen Sehtraining darauf geachtet, dass die vorhandene Spannung zunächst durch Lockerungsübungen gelöst wird. Solange Sehübungen spielerisch und leicht geübt werden, lösen diese in aller Regel keine unbewussten Reaktionen aus. Das Mehr an Augenbeweglichkeit durch das Sehtraining hilft dabei, weich zu bleiben und mit Herausforderungen besser umzugehen. – Wie ein Baum, der im Saft steht und sich sanft im Wind bewegt, ist auch der bewegliche Mensch vor Sturmböen besser geschützt. Therapien wie das EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) zeigen, dass sogar Spannungen nach traumatischen Erlebnissen mit Augenbewegungen nachweislich reduziert werden können. Die Stimulation der Augen unterstützt das Gehirn und regt die Selbstheilungskräfte an.

Ein weiterer Aspekt, der die Systemische Augentherapie geprägt hat, ist der notwendige Wechsel zwischen An- und Entspannung. Das Abwechseln zwischen Aktivieren und Regenerieren hilft, lange gesund zu bleiben. Dieses Gesetz gilt sowohl für den ganzen Menschen als auch auf der Mikroebene, für jede Zelle. Dipl. Pädagoge Wolfgang Hätscher-Rosenbauer beschreibt in seiner Augenschule die Wichtigkeit der Pause für die Augen: Sehnervenzellen arbeiten, sobald die Augen geöffnet sind. Licht veranlasst die Netzhaut, elektromagnetische Strahlung in Nervenimpulse umzuwandeln, erst so kann das Gehirn visuelle Informationen zu einem Seheindruck verarbeiten. Dazu schütten Sehnervenzellen Sehpurpur aus, sie verausgaben sich jedes Mal, der kurze Moment der Regeneration ist unabdingbar, bevor ein nächster Impuls aufgenommen werden kann. Loslassen ist also im wahrsten Sinne notwendig, um klar sehen zu können.

In meiner eigenen Sehgeschichte durfte ich erfahren, dass ich Sehverbesserungen vor allem dann erreichte, wenn es mir gelang, meine Lebensenergie insgesamt zu steigern. Dass dies auf die vielfältigste Art und Weise gelang, war spannend. Mal war es konsequentes Üben, dann wieder das Achten auf genügend Regenerationszeiten. Doch am Wichtigsten war es, bei meiner Bewusstseinsentwicklung am Ball zu bleiben.

Rückblickend fasziniert mich, wie mit unterschiedlichsten Methoden das Sehen gestärkt werden kann. Mein erster Kontakt mit ganzheitlichem Sehtraining brachte sofort eine Verbesserung vor allem im Zusammenspiel der Augen; die Tiefenschärfe hatte sich eingeschaltet und die Welt war plötzlich dreidimensional. Zusätzlich spürte ich mehr Energie, fühlte mich richtig aufgeladen. Das beeindruckte mich und ließ mich weitersuchen: Wie konnte ich meine Lebensenergie noch steigern?

Ich stolperte über den deutschen Arzt und Kinesiologen Dr. med. Dietrich Klinghardt.6 Wieder lernte ich am eigenen Leibe kennen, wie sehr Körper und Psyche zusammenhängen. Bei mir löste sich unterschwellige Wut und mein Sehen wurde klarer. Anfang der 80er-Jahre entwickelte Klinghardt die ganzheitliche Methode der Psychokinesiologie und die Regulationsdiagnostik. Mithilfe des Muskeltestes, einem Biofeedbackverfahren, können sehr schnell Ursachen von chronischen Erkrankungen auf der körperlichen und seelischen Ebene erfasst und behandelt werden. Vor allem über das Meridiansystem werden Zusammenhänge zwischen Körper und Psyche wahrgenommen. Der Muskeltest hilft zu entscheiden, auf welcher Ebene der Hebel für Veränderung und Heilung gerade am größten ist. Diese Methode erlaubt es Therapeuten und Patienten regelrecht mitzuverfolgen, wie sehr Seele und Körper verzahnt sind. Der Mensch befindet sich ständig in Entwicklung, nichts ist festgeschrieben, nur Starre kann diesen Prozess behindern.

Die Augen als Seismograf für die eigene Befindlichkeit zu betrachten, birgt die Möglichkeit der Selbstregulierung. Übungen, die die Selbstwahrnehmung trainieren, sind wichtige erste Schritte um Seh-Veränderungen einzuleiten. Da bietet die Familien- bzw. Augenaufstellungsarbeit ein wunderbares Übungsfeld. Das »Sich-Hineinfühlen« in die jeweilige Stellvertreterrolle schult das Spüren. Gleichzeitig ermöglicht diese Arbeit, am eigenen inneren Gefühlsbild zu arbeiten.

Um die innere emotionale Landschaft wahrnehmen zu können, ist ein Medium erforderlich, mit dem das chaotisch Gefühlte sichtbar werden kann, um es dann in eine Ordnung zu bringen. Mit der Aufstellungsarbeit erhielt ich dafür eine wunderbare Methode. Ich durfte viele Familienaufsteller kennenlernen, auch deren »Erfinder«, den Psychoanalytiker Bert Hellinger. Besonders anregend fand ich den Ansatz von Prof. Dr. Franz Ruppert, Professor für Psychologie7 an der katholischen Stiftungsfachhochschule München. Er war einer der Ersten, der nicht nur mit den Familienmitgliedern arbeitete, sondern innere Persönlichkeitsanteile sprechen ließ. Bei ihm machte ich meine Ausbildung zur Systemaufstellerin. Mich sprach besonders an, dass ein Mensch aus verschiedenen Facetten besteht, die durchaus miteinander in Konflikt stehen können.

Bestimmt kennen alle die innere Zerrissenheit zu bestimmten Themen, das Ambivalente in uns – im Sehsystem spiegelt sich dies wieder. Die rechte und die linke Sichtweise fühlen sich bei den meisten sehr unterschiedlich an. Für das Sehzentrum kann es richtig schwierig sein, beide Sichtweisen zu verschmelzen – zu fusionieren. Diesen Punkt griff ich auf und setzte ihn in der Behandlung praktisch ein: Ich stellte einen Stellvertreter für das rechte und einen für das linke Auge auf – und betrat eine neue Welt. Auf diese Weise wurden erstaunlich schnell tiefe seelische Verwicklungen sichtbar und damit auch behandelbar.

So verband ich die Psychokinesiologie mit der Aufstellungsarbeit. Das Wissen aus der Traditionellen chinesischen Medizin (TCM), das auch Klinghardt verwendet, half mir in meiner systemischen Arbeit. Die TCM ist eine jahrtausendealte Methode. Die chinesischen Ärzte beschrieben Energieleitbahnen, Meridiane, die bei Krankheit blockiert sind. Der Energiefluss ist dann unterbrochen und in manchen Bahnen fließt zu viel, in anderen zu wenig Energie. Chinesische Ärzte regulieren diesen Fluss mit Kräutern, Massagen und Akupunkturnadeln. Phantastisch, wenn sich nach einer Behandlung Symptome auflösen. Die Mediziner dort haben dabei immer den ganzen Menschen im Blick, denn die TCM beschreibt nicht nur die körperlichen Einflüsse, die zu Blockaden im Energiesystem führen, sondern auch die seelischen. Die Trauer zum Beispiel, die sich vor allem auf den Lungenmeridian auswirkt, oder die Wut, die die Galle zum Überschäumen bringt. Wieder hatte ich ein Modell gefunden, dass mir zeigte, wie gestaute Gefühle uns bis auf die körperliche Ebene beeinflussen.

Wie direkt Körperenergie und Emotionen zusammenhängen, beobachtete ich in vielen Akupunktursitzungen bei meinen Patienten. Das Lösen der Energiestaus in den Meridianen setzte in vielen Fällen auch aufgestaute Emotion frei. Tränen flossen, seelische Ursachen wurden sichtbar und mithilfe der systemischen Arbeit konnte Frieden geschlossen werden. Danach zeigen sich in aller Regel Sehverbesserungen oder das Fortschreiten der Erkrankung konnte gestoppt werden.

Ein weiteres Modell, Energien im Menschen zu beschreiben, hat mich vor allem in den letzten Jahren beeinflusst. In der indischen Philosophie nutzen Ärzte die Chakrenlehre. Das sind über den gesamten Körper verteilte Energiezentren, die sich im Laufe des Lebens verändern. Hellsichtige oder hellfühlige Menschen können Störungen in diesem Energiesystem wahrnehmen. Sind alle Energiezentren vollständig entfaltet, wird die jeweilige Person als strahlende Persönlichkeit wahrgenommen. Die Ausstrahlung kann dann viele Menschen erreichen und bereichern.

Auf die Lehre der Chakren werde ich noch eingehen, wurde diese doch ein weiterer wichtiger Bestandteil in meiner systemischen Arbeit. Aufmerksam auf dieses System wurde ich auf einer Konferenz für ganzheitliches Sehen in der Schweiz. Ich lernte Martin Brofman (1940– 2014)8 kennen, der sein »Körper-Spiegel-System« vorstellte: eine Synthese aus westlicher Psychologie und östlicher Philosophie, die auf den Chakren basiert. Martin Brofman erkrankte mit 35 Jahren an Krebs und wurde damals von den Ärzten als unheilbar aufgegeben. Er beschreibt, wie sich damals seine Werte verschoben: »Glücklich sein wurde das einzig wirklich wichtige!« Durch innere Arbeit gelang es ihm sein Bewusstsein zu verändern und er gesundete. Ein Nebenprodukt war, dass die Kurzsichtigkeit, die ihn 20 Jahre geplagt hatte, mitverschwand. Nach seiner Heilung entwickelte er das »Körper-Spiegel-System« und lehrte dieses noch viele Jahre. Jedes Chakra steht in Resonanz mit verschiedenen Bewusstseinsstufen, die wiederum mit bestimmten Teilen des Körpers, den Organen verbunden sind. In seinem Vortrag erzählte er, welche Chakren bei Sehverschlechterungen mitbetroffen sind, interessant für mich, da es durchaus Unterschiede zwischen den einzelnen Fehlsichtigkeiten gibt. Seither arbeite ich in vielen Aufstellungen auch mit diesen Informationen.

4 Lebenskraft und Sehkraft bedingen sich

Auffällig ist die Tatsache, dass Sehen schwankend ist. Je nach Tagesverfassung kann es besser oder schlechter sein, denn abhängig von Stresssituationen verändert sich die Sehkraft. Wie lässt sich die Lebensenergie auf so hohem Niveau halten, dass das Sehsystem genügend genährt ist, um klar zu sehen? Eine Frage, die mich seit vielen Jahren beschäftigt.

In einem Forschungsprogramm der Uni Münster wurde dieses Phänomen sogar nachgewiesen: Die Sehschärfe schwankt im Laufe eines Tages um 0,25 Dioptrien, manchmal sogar mehr.9 Eine Brillenverordnung misst also den momentanen Energiezustand des Klienten. Ärzte und vor allem Optiker wissen, dass es manches Mal sinnvoll ist, nach einem Krankheitsschub oder einer Operation mit der Brillenkorrektur zu warten, damit die Brille nicht umsonst gekauft wird. Dasselbe erlebe ich in Seminaren: Sobald sich die Energie im Raum erhöht, sehen viele Menschen besser, klarer, umfassender. Sehen hängt also vom Energielevel ab, von der Lebenskraft.

4.1 Besser Sehen mit Karotten

Für genügend Lebenskraft spielt ein gesunder Stoffwechsel eine große Rolle. Läuft dieser unrund, wirkt sich das auch immer auf die Augen aus. Trockene Augen oder auch Netzhautveränderungen zeugen davon. Berichte von Sehverbesserungen nach einer Ernährungsumstellung machen Mut, sich mit dem Thema »Ernährung« zu beschäftigen. Geben wir dem Körper energiereiche Nahrung und meiden Lebensmittel, die nicht verträglich sind, zeigen sich die Augen dankbar. Augen reagieren besonders sensibel auf einen »toxischen« Stoffwechsel mit trockenen oder gar tränenden Augen, sie sind oft das erste Anzeichen für ein Ungleichgewicht. Der Säure