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In diesem Buch geht es um konkrete Lösungsversuche, um deine verletzte Seele gut zu versorgen, damit sie nach und nach heilen kann. In diesem Buch sind viele Übungen, die dir vielleicht helfen können mit deinen Schwierigkeiten besser umzugehen. Es gibt viel auszuprobieren. Vielleicht findest du an der einen oder anderen Übung gefallen. Probiere einfach aus was zu dir passt. Es geht darum, gute Dinge zu entdecken und zu pflegen, die dir helfen, dass es dir besser geht.
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Seitenzahl: 88
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Hilfe von Esra – Um was geht es in diesem Buch
Esra stellt sich vor
Geister der Vergangenheit
Die Tage der Lähmung
Die Tage der Aktivität
Den Geistern aus dem Weg gehen
Wir machen uns auf die Suche nach Hilfe
Eine Erklärung für meine Geister
Die schlimmen Gedanken stoppen
Mache dir einen Notfallplan und packe dir einen Notfallkoffer
Das passiert, wenn du ein Trauma hast
So hilft dir der Stimmungsmesser, im grünen Bereich zu bleiben
Sprechstunde und Regler für deine Gefühle
Die Zeitlinie: Was ist alt und was ist neu?
Dein Köper braucht deine Aufmerksamkeit
So wirkt deine Körperhaltung auf deine Gefühle
So findest du deine Kraftquellen
Maßnahmen gegen schlimme Bilder und Gedanken
So sorgst du für schöne Gefühle und gute Gedanken
So machst du Pause von deinen Problemen
Mache einen Baum zu deinem Freund
Träume dich an deinen persönlichen Wohlfühl-Ort
So hilft der innere Beobachter gegen Schreckensbilder
So rufst du deine inneren Helfer
So schaffst du dir einen geheimen Schutz
Blöde Gefühle gut und sicher wegpacken
Mit guten Notizen gegen das Grübeln antreten
Werde kreativ!
So baust du dir eine Schatzkiste
Wichtige Konferenz mit dir selbst
Deine inneren Anteile und Meinungen
So guckst du dir deine Gefühle an
Du und die anderen
Du hast die Verantwortung für dein Leben – Pack es an!
Miau! Esras Schlussbemerkungen
Vielleicht kennst du Esra schon aus dem Buch „Was ist los mit Esra?“, dort ging es um die Erklärung und die Folgen für dich, wenn du wirklich schlimme Erfahrungen gemacht hast. Wie dein Körper und deine Seele auf diese Erfahrungen reagiert haben. Zu verstehen, welche Auswirkungen die schlimmen Erfahrungen auf deine Seele hatten, ist sicherlich der erste Schritt in Richtung Heilung.
In diesem Buch geht es um konkrete Lösungsversuche, um deine verletzte Seele gut zu versorgen, damit sie nach und nach heilen kann.
Mit Sicherheit hast du schon eine Menge selbst ausprobiert, um deine seelischen Verletzungen zu versorgen; um etwas mehr Ruhe und Sicherheit in dein Leben zu bringen; um Linderung für deine seelischen Schmerzen zu erfahren. Vielleicht haben diese Versuche nicht die von dir erhoffte Wirkung gehabt, oder es sind andere Schwierigkeiten dazugekommen.
In diesem Buch sind viele Übungen, die dir vielleicht helfen können mit deinen Schwierigkeiten besser umzugehen. Es gibt viel auszuprobieren. Vielleicht findest du an der einen oder anderen Übung gefallen. Probiere einfach aus was zu dir passt. Es geht darum, gute Dinge zu entdecken und zu pflegen, die dir helfen, dass es dir besser geht. Vielleicht bis du jetzt noch der Meinung, in deinem Leben gibt es nichts Gutes zu entdecken. Hab den Mut und probiere es einfach einmal aus. Zu verlieren hast du nichts, aber vielleicht kannst du etwas mehr Lebensfreude dazugewinnen. Du wirst überrascht sein, was du alles entdecken kannst, wenn du dich auf die Suche begibst.
Für all das gibt es Übungen. Sie sind so aufgebaut, dass sie alleine, ohne Hilfe von außen, ausprobiert werden können. Vielleicht macht es dir Spaß, die eine oder andere Übung auszuprobieren. Nur zu!
Bevor du anfängst, hier noch eine Anmerkung von mir. Vielleicht kennst du Jemanden, der sich gemeinsam mit dir auf die Suche begibt. Es kann sehr hilfreich sein eine Begleitung zu haben, der du vertraust, die du magst und die dich unterstützt. Vielleicht kannst du dich leichter auf deine inneren Bilder einlassen, wenn du von einem Vertrauten durch die Übungen geführt wirst. Natürlich kannst du auch alleine ausprobieren, was zu dir passen würde. Mache es so, wie es sich für dich richtig anfühlt. Du bist der Chef, du bestimmst welchen Weg du gehen möchtest.
Vielleicht bist du etwas neugierig geworden, dann mache dich auf den Weg.
Hallo, mein Name ist Esra. Vielleicht kennst du mich ja schon. Ich bin eine ganz normale Katze. Nur mein Name könnte dir etwas ungewohnt erscheinen. Er kommt aus dem Hebräischen und bedeutet „Hilfe“. Ich finde, er passt sehr gut zu mir. Ich habe Hilfe benötigt und jetzt möchte ich versuchen, dir zu helfen.
Ich lebe mit Paul und Mona in einem kleinen Haus. Paul und Mona sorgen für mich und wir unternehmen viele tolle Sachen zusammen. Mit Paul kann ich toben, auf Bäume klettern und Ballspielen. Mit Mona kann ich super durch das Haus toben und sie kann spannende Geschichten erzählen. Na ja, Paul kann das auch, und kuscheln kann ich auch mit beiden, obwohl ich manchmal denke, dass ich nicht zu faul werden darf, immerhin bin ich eine Katze in einem Haus mit Garten. Es gibt also keine Ausrede dafür, dass ich nur auf dem Sofa liege und mich streicheln lasse. Also eigentlich ist alles so wie bei vielen anderen auch. Eigentlich, denn wenn ich ehrlich bin, habe ich schon Dinge erlebt, die mich ganz schön aus der Bahn geworfen haben. An vieles kann ich mich nicht mehr erinnern, aber an die entsetzliche Angst, die ich hatte, und auch wie hilflos und ausgeliefert ich mich manchmal gefühlt habe.
In meiner anderen Familie habe ich Sachen erlebt, die nicht schön waren und die mich ziemlich durcheinander gebracht haben. Das meiste habe ich vergessen und wenn ich ehrlich bin, möchte ich auch nicht mehr an die Sachen denken. Aber manchmal werde ich dann doch von Erinnerungen und Gefühlen überrollt, wie von einer großen Welle. Ich kann gar nicht genau sagen, wie es passiert, es ist einfach auf einmal da.
Ich nenne diese Gefühle und Erinnerungen „meine Geister aus der Vergangenheit“. Sie jagen mich an manchen Tagen um unser Haus, dann fühle ich mich sehr angespannt und erschrecke mich bei jeder Kleinigkeit – mein Schwanz wird bauschig und ich stelle das Fell auf und mache einen Buckel. Und oft fauche und kratze ich dann auch. An solchen Tagen komme ich überhaupt nicht zur Ruhe. Ich bin ständig in Bewegung und konzentrieren kann ich mich auch nicht.
Überall, wo ich auftauche, sind die Geister. Es gibt Momente, in denen ich völlig verzweifelt bin. Für andere ist jedoch nicht ersichtlich, was mit mir los ist. Ich werde ja von Geistern gejagt, die andere nicht wahrnehmen können. Sie merken nur, dass ich in manchen Situationen merkwürdig reagiere, traurig oder auch wütend werde. Manchmal bin ich auch gar nicht anwesend, sondern in einer anderen Welt und bekomme nicht mehr mit, was um mich herum passiert.
Und ich kann es ihnen nicht erklären, denn ich verstehe selbst nicht, was dann mit mir passiert.
Auch in der Nacht werde ich von den Geistern verfolgt. Dann lassen sie mich nicht einschlafen. Ich werde wieder ganz unruhig und bleibe lieber wach. Falls ich doch einschlafe, schlafe ich sehr unruhig. Paul und Mona sagen, ich würde im Schlafkörbchen wühlen.
Ins Schlafkörbchen gehe ich nicht gerne, es ist keine Erholung für mich. Ich wache oft in der Nacht auf. Selbst in meinen Träumen lassen mich meine Geister nicht in Ruhe. Und es macht mir Angst, dass ich mich nur selten daran erinnern kann, was ich geträumt habe. An einen erholsamen Schlaf ist schon lange nicht mehr zu denken. Morgens fühle ich mich oft wie gerädert und brauche lange, bis ich in den Tag komme. Und dann schleppe ich mich nur vorwärts, zum Futter in der Küche und dann einfach nur aufs Sofa.
Es kann mir auch passieren, dass ich auf einmal träume und nicht mehr mitbekomme, was gerade um mich herum passiert – gerade spiele ich noch mit den Bienen, dann liege ich apathisch im Gras. Was für eine Katze bin ich bloß? So fange ich nie eine Biene, geschweige denn eine Maus. Ich mache mir schon Sorgen und würde meine Plagegeister gerne loswerden. Aber ich weiß nicht wie.
Wenn ich am Tag plötzlich von den Geistern überfallen werde, werde ich unruhig, springe durch den Raum, kann nicht ruhig liegen bleiben, meine Pfoten sind einfach immer in Bewegung. Ich fahre dann auch mal die Krallen aus, ohne dass ich es beeinflussen kann. Oder ich kratze an allem herum und auch mein Schwanz bewegt sich, ohne dass ich es merke oder will.
Alle sagen mir, ich sei ständig in Bewegung und könne nicht ruhig sein. Und das stimmt, leider, ich bin oft sehr angespannt. Ich erwarte immer, von meinen Geistern erschreckt zu werden, da ich nicht vorhersagen kann, wann sie auftauchen.
Manchmal ist es besonders schlimm, dann kann es mir passieren, dass ich einfach so ausraste. Ich sehe überall Gefahren und fühle mich von Kleinigkeiten bedroht. Selbst in für andere normalen und harmlosen Situationen sehe ich dann eine Gefahr für mich, kratze und beiße und verschwinde unter dem Sofa, um mich zu verstecken. Dann habe ich wohl besonders große Angst und das Gefühl, die Situation nicht mehr unter Kontrolle zu haben.
Eigentlich tut es mir im Nachhinein richtig leid, wenn ich so ausgerastet bin. Manchmal schäme ich mich auch für mein Verhalten. In die Katzenschule beim Tiertrainer gehe ich auch nicht mehr gerne, da ich mit meinem komischen Verhalten immer auffalle. Ich habe zwar viele lockere Kontakte zu den Tieren und Menschen in der Nachbarschaft, aber richtig nah lasse ich keinen mehr an mich heran. Einen richtigen Freund so wie früher, dem ich alles anvertrauen konnte, habe ich nicht mehr. Ich behandle sogar andere schlecht, fauche sie an und gucke böse, nur damit sie mir nicht zu nahe kommen. Ich fühle mich wie in einem unsichtbaren Käfig, abgeschnitten von allen anderen. Aber wie soll ich das erklären? Ich kann doch anderen nichts von meinen Geistern erzählen, das glauben sie mir doch nie.
Manchmal fühle ich auch gar nichts mehr, nur um etwas Ruhe zu finden. Und es kann auch passieren, dass ich mir selbst wehtue, dann knabbere ich zum Beispiel an meinen Pfötchen, bis sie bluten, nur um zu spüren, dass ich noch da bin und nicht schon ganz verschwunden. Für andere ist das immer sehr erschreckend, aber für mich ist es im ersten Moment eine Erleichterung, wenn ich mich spüren kann. Ich bin noch da und habe mich noch nicht ganz aufgelöst.
In manchen Situationen habe ich starke Kopfschmerzen und manchmal auch Bauchschmerzen. Dann kann ich auch nicht in die Katzenschule gehen. Mir geht es dann richtig schlecht. Meine Familie hat mich schon zu einigen Ärzten getragen – ich hasse das Transportkörbchen –, aber alle sagen, sie könnten die Ursachen für meine Schmerzen nicht finden. Ich sei körperlich vollkommen gesund.
