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Etwas Einmischung hat der Liebe noch nie geschadet, oder?
Matt nutzt seinen Charme oft und gerne, aber eher im Schlafzimmer als im Konferenzraum. An echter Romantik hat er kein Interesse. Die Bedingung, die sein Onkel ihm nennt, um seine erfolgreiche Filmfirma zu übernehmen, macht seinem Lebensstil allerdings einen Strich durch die Rechnung: Er soll heiraten, Emotionen zeigen, und das sofort.
Wie gut, dass er eine neue Assistentin hat, die ihn bei der überstürzten Hochzeitsplanung unterstützen kann.
Emma hat ein Ziel vor Augen: Ihre Idee für eine Fernsehserie bis zur Produktion bringen. Sie ist bereit, so einiges dafür auf sich zu nehmen – wie die Launen des exzentrischen Chefs der Filmfirma, der seinen leichtlebigen Neffen Matt auf Kurs bringen will. Der Plan beginnt in einer Assistentenstelle und endet in einer Hochzeit, bevor Emma sich wirklich fragen muss, welche Teile des Spiels noch vorgetäuscht sind …
Die romantische Komödie “Hochzeit im Herz” spinnt ein Netz aus Liebe, Lügen und Leidenschaft (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge). Dies ist die überarbeitete Neuauflage von "Hauptsache verheiratet" (2022 erschienen) und der dritte Band der "Herz über Kopf"-Reihe.
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Veröffentlichungsjahr: 2024
Verlag:
Zeilenfluss Verlagsgesellschaft mbH
Werinherstr. 3
81541 München
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Texte: Alica H. White
Cover: Zeilenfluss
Korrektorat: Dr. Andreas Fischer
Satz: Zeilenfluss
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Alle Rechte vorbehalten.
Jede Verwertung oder Vervielfältigung dieses Buches – auch auszugsweise – sowie die Übersetzung dieses Werkes ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags gestattet. Handlungen und Personen im Roman sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.
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ISBN: 978-3-96714-417-8
Ich liebe meinen Neffen Matthew ja sehr, aber in den letzten Jahren wird er mir doch ein wenig zu leichtherzig. Seinen ehemals sprühenden Charme setzt er nur noch zu seinem Vorteil ein, auf seine Mitmenschen nimmt er dabei wenig Rücksicht. Seine unzähligen Frauengeschichten üben auch keinen guten Einfluss auf ihn aus. Wo ist nur der kleine Junge geblieben, der früher jeden hilflosen Käfer gerettet hat, der ihm über den Weg lief?
Für den Erfolg seiner Werbefilmproduktion mag das der richtige Lebenswandel sein. Schließlich ist ›Sex sells‹ der Leitsatz seiner Corporate Identity. Doch für meine Firma gilt etwas anderes, da sind es Liebe, Vertrauen und Hoffnung. Ich produziere Familienserien, die verkauft man mit Emotionen.
So viel Spaß das auch gemacht hat, es wird für mich langsam Zeit, den Stab weiterzureichen. Am liebsten natürlich an Matty, der das Erbe auch gerne antreten will. Nur … Wenn er so weitermacht, produziert er an der Seele meiner Zuschauer vorbei. Und dann ist die ganze Firma in Gefahr, weil die Message die Menschen nicht mehr ins Herz trifft.
Was soll ich nur tun, damit ich mein Lebenswerk in würdige Hände übergebe? Mir bleibt gar nichts anderes übrig, als Matty mit seinen eigenen Waffen zu schlagen.
Gestern war eine hübsche junge Frau, Emma, mit einem vielversprechenden Drehbuchentwurf da. Sie wäre die Richtige für meinen Plan. Ich habe ihr gesagt, dass ich zurzeit keine neuen Serien mehr plane, weil ich den Stab bald an meinen Neffen weiterreiche.
Da passt es wie die Faust aufs Auge, dass Matty gerade wieder eine neue Assistentin sucht. Ich empfahl Emma, sich dort zu bewerben, und versprach ihr, sie bei ihren Plänen zu unterstützen, wo ich kann. Ich hoffe, dass sie dafür unwissentlich auch meine Pläne unterstützt. Von Mattys hohem Verschleiß an Assistentinnen habe ich ihr natürlich nichts erzählt. Ich wollte sie nicht von vorneherein verschrecken und hoffe inständig, dass sie nicht seinen Launen zum Opfer fällt.
Ich weiß, es ist ein kühner Plan. Das Mädel ist hübsch … und blond. Sie passt vollständig in Matthews Beuteschema. Vom Charakter hingegen entspricht sie eher meinen Vorstellungen. Ich bringe die beiden zusammen, wende einen bewährten Trick an und schaue, was passiert.
Ich atme durch und betrachte das mit Lamellenmarkisen geschützte Gebäude der Smart Bigseller Werbeagentur, SBS-Advertising. Das Haus wirkt modern und edel. Ganz klar, hier wird viel Geld verdient. Diese Adresse ist die Nummer eins der Werbefirmen. Wer sie beauftragt, bucht die Erfolgsgarantie gleich mit.
Als ich das Gebäude betrete, begegnen mir lauter perfekt wirkende Menschen. Die Empfangsdame mit ihrem Zahnpastalächeln trägt ein Schild mit dem Namen Sharon. Sie hat raspelkurze graue Haare und ein paar Krähenfüße um die Augen.
»Guten Tag, mein Name ist Emma Andrews. Ich habe um elf Uhr ein Bewerbungsgespräch mit Matthew Leavitt.«
»Ah, ja. Wir haben dich schon erwartet. Pearl bringt dich zu Matt«, sagt sie lässig und winkt einem Mädchen hinter der Theke. »Das ist Emma.«
Pearl nickt und entlässt ein knappes »Hallo«. Sie hat ein apartes Gesicht und dunkle Haare, die zu einem eleganten Kurzhaarschnitt frisiert sind.
»Folge mir«, fordert sie und geht voran. »Wir nennen uns hier alle beim Vornamen. Matthew möchte übrigens Matt genannt werden«, erklärt sie unterwegs.
»Okay, danke«, antworte ich und denke, dass es hier wahnsinnig hipster ist.
Ich gehe mit Pearl durch hallende Gänge, an ein paar Einzelbüros vorbei. Durch die Fenster zu den Arbeitsräumen kann man genau sehen, dass die Männer dahinter im Prinzip nur spielen. Videospiele, Jo-Jo, diverse Ballspiele und einiges andere mehr.
»Was machen die da? Produkttests?«, frage ich Perl.
»Nein, das sind die Kreativleute. Die dürfen alles und bekommen alles, Hauptsache, sie liefern gute Ideen.«
»Und warum sind das nur Männer?«
»Praktisch alle großen Künstler sind Männer, sagt Matt. Er hält es mit den arabischen Ländern. Da sind die Männer die Visionäre und Lenker, und die Frauen machen die Arbeit. Eine gottgewollte Ordnung.«
»Das ist nicht sein Ernst«, antworte ich ungläubig.
»Na ja, ehrlich gesagt hielt ich es erst für einen Witz. Heute frage ich mich, ob er das wirklich ernst meint.«
Ich seufze. »Oh, mein Gott!«
»Du sagst es. Aber solange er Leute findet, die das mitmachen … müssen, kommt er damit durch.«
Am Ende des Ganges schließt ein gut besetztes Großraumbüro an. Es ist ziemlich laut und wuselig. Hoffentlich muss ich hier nicht arbeiten, denke ich. Gott sei Dank gehen wir schnell hindurch, während Pearl den einen oder anderen Kollegen freundlich grüßt.
Am anderen Ende des Saals voller fleißiger Bienchen befindet sich ein kurzer Flur aus edlem Marmor. Eine Art Empfangsraum ist leer, und ich hoffe inständig, dass das der Arbeitsplatz für die Assistentin ist.
Ein ausgerollter Teppich führt zu einer schweren dunklen Holztür. Das kann nur Matts Büro sein. Als wir über den roten Läufer gehen, hoffe ich, dass der eher ein Zeichen von Humor, denn eins von Größenwahn ist.
Pearl klopft und öffnet die dramatisch knarrende Tür, nachdem ein »Ja« zu hören gewesen ist.
»Emma ist da«, verkündet sie.
»Wer ist Emma?«, kommt es mit männlicher Stimme zurück.
»Dein Bewerbungsgespräch.«
»Ach ja, okay. Lass sie rein und bring uns zwei Kaffee!«
Ich trete in ein riesengroßes Büro mit zwei Wandseiten aus Fensterglas. Was für ein krasser Gegensatz zu dem Großraumbüro. Matthew versucht sich im Einlochgolf auf einer Kunstrasen-Puttingmatte mit automatischem Ballrücklauf.
»Oder willst du keinen?«, fragt er mich.
»Was bitte?«, erwidere ich verdattert, während ich mich in dem modernen Arbeitsraum umsehe.
»Kaffee«, antwortet er leicht gereizt.
»Ach so, ja. Sehr gerne«, sage ich eilig.
»Setz dich schon mal hin. Ich bin gleich bei dir«, weist Matt mich an. »Seit ich den automatischen Ballrücklauf habe, finde ich kein Ende.«
»Danke.« Ich setze mich und weiß nicht wohin mit dem Blick.
Matthew schlägt ein paarmal neben das Golfloch und flucht. »Mist verdammter! Warum habe ich keine Gerätschaft, die die Fehlschläge einfängt?!« Genervt wuschelt er sich durchs Haar. »Könntest du mal …?«
Er sieht mich auffordernd an. Was ist das? Ein Test?
»Soll ich die Bälle einsammeln?«, frage ich irritiert.
»Ja, bitte. Wenn ich das selber mache, bringt es mich immer aus der Konzentration«, antwortet er schulterzuckend.
Das geht ja gut los. So was hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt. Ich unterdrücke ein Stöhnen, während ich die Bälle einsammele. Doch ich will den Job nicht riskieren, bevor ich nicht weiß, was von mir verlangt wird. Schließlich ist sich meine Freundin Karissa sicher, dass das hier der große Wurf für uns werden könnte.
»Danke«, sagt er und legt persönlich die Kugeln vor sich ab. Wenigstens das bringt ihn nicht aus der Konzentration.
Ich stehe eine Weile unschlüssig herum und setze mich dann wieder.
»Weißt du, was man wirklich noch erfinden müsste? So einen Ballrücklauf für die Matte auf meiner Toilette. Das sollten wir einer dieser Firmen nahebringen und auch gleich die Vermarktung übernehmen. Ich muss die Sitzungen meistens vorzeitig beenden, weil mir der Ball weggerollt ist.«
Aha.
Ich versuche, nicht so mitleidig zu lächeln. Die Info gehört hoffentlich in die Abteilung ›nutzloses Wissen‹.
»Kannst du golfen? Ich habe es ja immer für einen Sport der Gediegeneren gehalten. Doch es gibt einfach viel zu viele Kunden, die gerne auf einem Golfplatz Geschäfte abschließen. Ich habe angefangen, es zu lernen, und erhoffe mir dadurch eine ziemliche Umsatzsteigerung. Eigentlich ist es gar nicht schlecht, so an der frischen Luft«, erklärt Matt, während wieder ein Schlag danebengeht. »Fuck! Was mache ich bloß falsch?«, fragt er mit hochgezogenen Schultern und sieht mich ratlos an.
»Der Ball wurde nicht mit der richtigen Bewegung getroffen, daher driftet er ab. Du musst die Arme locker hängen lassen, nicht so durchstrecken. Unterarme parallel zueinander und den Rücken beim Putten nicht so gerade wie beim Abschlag, sondern relativ rund … also auch lockerer«, weise ich ihn an.
»Ich hätte es mir nie träumen lassen, dass mir mal jemand sagt, dass ich nicht locker genug bin«, murmelt Matt amüsiert. »Und das von einer Bewerberin, die noch nicht einmal einen Vertrag in der Tasche hat.« Er dreht sich zu mir. »Respekt! Du hast Mut, das gefällt mir. Woher hast du das Fachwissen?«
»Mein Vater ist Golflehrer«, informiere ich ihn.
Matthew zieht die Brauen hoch. »Und du willst ihm einen neuen Schüler vermitteln?«
»Er ist schon Rentner und spielt nur noch zu seinem Vergnügen.«
»Ach so, ich dachte schon …«
Ich krause die Stirn. Was soll das denn heißen?
»Dann kannst du gut Golf?«, erkundigt sich Matt weiter.
»Es geht. Ist das denn eine Bedingung für die Stelle?«, frage ich und unterdrücke einen genervten Ton.
»Nein, eher Kaffee kochen, aber schaden kann es nicht, wenn du Golf beherrschst … oder Tischfußball. Was kannst du noch?«
»Steht in meiner Mappe. Allerdings habe ich Kaffeekochen, Tischfußball und Golf nicht explizit erwähnt. Das käme noch dazu.«
»Okay, okay. Ich habe verstanden.« Er lacht. Auf seinem Gesicht erscheinen ein paar Grübchen, die zu seiner Frohnatur passen. Matt lässt den Golfschläger fallen und kommt zu seinem Arbeitsplatz.
Bevor er meine Bewerbungsmappe nimmt, zerknüllt er ein Stück Papier, das auf dem Schreibtisch liegt, und wirft es mit einem »Immer diese Bettelbriefe« in einen Papierkorb mit Basketballkorb als Aufsatz. Er trifft, und der Korb applaudiert ihm so laut wie ein ganzes Stadion. Dazu erklingt ein Kommentar wie bei einem echten NBA-Spiel im Fernsehen.
Was für ein nerviges Teil.
»Das ist der erfolgreichste Korb seiner Art – dank unserer Werbekampagne. Wie findest du ihn?«, erkundigt er sich.
»Das ist … da fehlen mir die Worte …« Ich lächle leicht gekünstelt.
»Ja, mir auch immer wieder«, sagt er und wirft einen Blick in meine Mappe.
Endlich!
Doch dann ist Pearl mit dem Kaffee da und lenkt ihn wieder ab, während sie die Tassen auf den Schreibtisch stellt.
»Danke, du kannst jetzt gehen«, nuschelt Matthew, als sie fertig ist und ihn erwartungsvoll ansieht. Der Aufforderung kommt Pearl eilig nach.
»Ich hatte ja gedacht, dass Pearls Name mehr Programm ist. Aber, nun gut«, murmelt er, während er ihr hinterhersieht.
Als sie verschwunden ist, schaut er mich prüfend an. Klar, er will mich definitiv testen. Aber ich lasse mich nicht aus dem Konzept bringen und lächle selbstbewusst zurück.
Matthew grinst sein Grübchengrinsen, bevor er einen Schluck Kaffee nimmt. Der Typ hat den Schalk im Nacken, das sieht man ihm schon vom Weitem an.
»Weißt du, was deine erste Aufgabe hier sein wird?«
Ich hebe meine Augenbrauen. »Nein?«
»Dich drum kümmern, dass der Kaffeeautomat im Vorzimmer wieder funktioniert. Der Kaffee ist kalt.«
»Okay«, antworte ich gelassen und nicke. Soll er doch noch mit mehr solcher Sachen drohen, ich lasse mich nicht so leicht vertreiben. Ich will diesen Job!
Endlich beugt sich Matthew abermals über meine Unterlagen. »Es gefällt mir, dass du anscheinend so vielseitige Talente hast. Die wirst du für diesen Job auch brauchen.«
Er sieht von meinen Bewerbungsunterlagen auf. Sein Blick geht mir durch und durch. Die wachen, dunkelblauen Augen durchbohren mich geradezu. Der Typ weiß Leute einzuschätzen, schießt es mir durch den Kopf. Ein Grund, warum er so erfolgreich ist, in dem, was er tut.
»Schon klar.« Ich lächle gelassen.
Matthew verschränkt mit einer großspurigen Geste die Hände im Nacken, lehnt sich zurück und legt seine Füße auf dem Schreibtisch ab. Sein durchdringender Blick lässt mich mittlerweile nackt fühlen. Die dunkelblauen Augen funkeln schelmisch. Er gehört ganz klar zu jenen Männern, die nicht erwachsen werden wollen. Ich habe große Lust, ihm durch das wilde Haar mit dem frechen Rotstich zu wuscheln.
Verrückt.
Obwohl ich durch meine Freundin Karissa und eine gründliche Internetrecherche auf ihn vorbereitet bin, bringt mich Matthew ein bisschen aus dem Konzept. Er hat ein Charisma, das einen sofort für sich einnimmt. Das liegt sicher nicht nur an diesem jungenhaften Charme, sondern auch an seinem guten Aussehen. Ich wette, dass sich alle Augen auf ihn richten, wenn er einen Raum betritt. Er ist jemand, der das Leben leichtnimmt, und allein seine Anwesenheit reicht aus, um das Leben auch selbst leichter zu nehmen.
»Aber eine Sache wäre da noch, die ich verlangen muss«, sagt er schließlich.
»Und die wäre?«, frage ich verunsichert.
Ich will diesen Job, denn ich will meine Serienidee umgesetzt sehen. Seit ich sechzehn bin, gehe ich mit dieser Idee schwanger. Trotzdem hat es mir Mut abverlangt, sie Karissa zu präsentieren, die bei Wilbert Leavitt in seiner Firma Hearttime arbeitet. Sie hat mich damals überredet, sie ihrem Chef vorzustellen. Ich war enttäuscht, als mir Mister Leavitt gestand, dass er den Stab bald an Matt abgeben will. Aber ich war froh, als er versprochen hat, mich zu unterstützen, damit die Idee unter seinem Neffen verwirklicht wird. Ich will diese Chance nutzen, auch wenn sie sich womöglich als Strohhalm erweist – wie mir gerade schwant.
Matthew nimmt seine Hände vom Nacken und faltet sie zu einer Raute. »Du bist eindeutig zu hübsch. Meine Freundin Melody Ireland besteht auf hässliche Assistentinnen oder Männer. Doch Männer lassen sich auf diesen Job leider nicht ein.«
Nicht? Wie kann das nur sein?
Ich unterdrücke ein Grinsen. Was soll ich darauf sagen? Matthew ist berüchtigt für seinen gewaltigen Frauenverschleiß. Ich kann seine Freundin verstehen, obwohl ihr Ruf selbst kaum besser ist. Sie hat durch die Verbindung jede Menge Vorteile für ihren Job als Model und Werbeikone. Sie hat ihn gezähmt, und das Image will gepflegt sein.
»Also, diese blonden Haare sind schon mal ganz schlecht. Melody ist ja selbst blond. Womöglich wittert sie darin mein Beuteschema«, murmelt er vor sich hin.
Echt jetzt? Er verlangt doch nicht etwa, dass ich sie dunkel färbe?
»Doch die Frisur ist gut«, beschwichtigt er.
Puh – immerhin.
Ich trage sie zu einem Dutt im Nacken gebunden.
»Genauso wie die Ohrstecker«, fährt Matt fort.
Ich nicke. Der Schmuck ist wunderbar altmodisch. Ich trage die heiß geliebten Perlen meiner Oma so gerne und halte noch allerlei andere Erinnerungsstücke in Ehren. Die Stecker geben mir genau den seriösen Touch, den ich für Matt brauche. Wer will schon zur leichten Beute eines solchen Hallodris werden?
»Aber ich muss dich bitten, ungeschminkt zur Arbeit zu kommen. Die künstlichen Wimpern müssen ab. Die schönen braunen Augen kann man ja leider nicht verdecken. Obwohl … ›Leider‹ stimmt nicht ganz«, ergänzt er, während er sich nachdenklich übers Kinn streicht.
Jetzt reicht’s!
»Meine Augen sind ungeschminkt. Soll ich mir jetzt vielleicht die Wimpern ausreißen?«, grummle ich.
Matthew zieht die Brauen hoch. Ich kann ein stummes ›Wow‹ von seinen Lippen lesen.
»Nein, natürlich nicht. Aber lass es mich so sagen … Deine Kleidung kann nicht unvorteilhaft genug sein. Zumindest wenn die Gefahr besteht, dass Melody hier vorbeischneit. Das, was du da anhast, ist schon ziemlich gut geeignet. Ich denke, das wird reichen, um sie zufriedenzustellen.« Zu seinem schelmischen Blick gesellt sich ein ebenso schelmisches Grinsen.
»Danke.« Ich lächle zufrieden. Zu dem grauen Wollkostüm mit über das Knie reichendem Rock hat mir meine Freundin Karissa geraten. Sie hat sich schon immer für das Glamourpaar interessiert und weiß, wie Melody tickt.
Selbstverständlich würde dieser Playboy alles tun, um seine Freundin zufriedenzustellen. Denn solange die beiden dieses erfolgreiche Parfüm vermarkten, wird er sich kaum von ihr trennen. Matt und Melody sind das Traumpaar Hollywoods. Ihre Partys sind legendär und von der Boulevardpresse viel beachtet.
Seltsamerweise scheint sein Charme sogar so weit zu reichen, dass ihm sein grenzwertiges Benehmen nie negativ angerechnet wird. Matthew gehört zu denen, die sich um rein gar nichts scheren. Klimawandel, die Umwelt oder die Meinung anderer … ob Luxusjacht oder der private Party-Jet … Matt und seine Freundin lassen’s krachen, ohne Rücksicht auf Verluste. Zwei Kreisel, die sich virtuos um sich selbst drehen und dabei gerne alle, die es interessiert, unterhalten.
»Okay, dann lassen wir es beim Dutt, der unvorteilhaften Kleidung und den Perlenohrsteckern. Falls es Probleme gibt, müssen wir nachverhandeln«, sagt er und schiebt mir den Vertrag zur Unterschrift zu.
So leicht geht das?
Es macht mich skeptisch, doch dann denke ich an mein Ziel und greife zum Kugelschreiber.
»Kannst du morgen anfangen?«, drängt Matt mich.
Jetzt kommen mir auf einmal doch Bedenken. Ich nicke, zögere aber mit dem Unterschreiben.
»Neun Uhr? Ich mag Pünktlichkeit«, fordert er.
Ich druckse um die Antwort herum. ›Das würde mich sehr freuen‹ wäre jetzt gelogen.
Matt sieht mich erwartungsvoll an.
»Ich stehe ja eigentlich nicht so auf diese Taktik«, murmelt er, nimmt den Vertrag, streicht das Gehalt durch und setzt die doppelte Summe ein.
Ich schnappe heimlich nach Luft.
»Deal?«, fragt Matt und streckt mir die Hand entgegen.
Was soll’s? Das Gehalt kann sich sehen lassen!
»Deal«, antworte ich und schlage ein.
»Super, dann musst du nur noch unterschreiben.«
Schon während ich unterschreibe, gibt Matt der Personalabteilung Bescheid. Mann, hat der es eilig, alles unter Dach und Fach zu bringen. Das wird sicher seinen Grund haben, aber das werde ich erfahren, sobald ich meine ersten Tage hinter mir habe. Wenn es zu schlimm wird, kündige ich eben wieder.
»Du kannst morgen deinen Firmenausweis am Empfang abholen«, informiert er mich.
»Vielen Dank für den guten Rat und die Warnungen, Karissa. Ohne dich hätte ich es nie geschafft«, sage ich und halte mein Sektglas hoch.
Meine Freundin und ich haben zusammen Medienwissenschaften studiert. Während sie Glück hatte und seit einem Jahr bei Hearttime als Produktionsassistentin fest angestellt ist, halte ich mich immer noch mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Ich möchte lieber bereit sein für die ganz große Chance einer eigenen Serie. Am liebsten würden wir sie zusammen verwirklichen, deshalb hat sie mich ermuntert, nach der Absage von Mister Leavitt am Ball zu bleiben. Sie hat immer an mich geglaubt, was mir enorm viel Zuversicht gegeben hat.
»Keine Ursache, Emma. Ich hab bloß ein bisschen meine Fühler ausgestreckt, war ja auch nicht uneigennützig«, antwortet meine beste Freundin und stößt mit ihrem Champagner an. Die Perlen im Glas steigen verstärkt an die Oberfläche und kitzeln in meiner Nase, als ich einen Schluck trinke.
»Also, ehrlich gesagt schmecke ich keinen großen Unterschied zu meinem Lieblingssekt«, bemerke ich, nachdem das Prickeln auf meiner Zunge wieder verschwunden ist.
Lächelnd fährt sie sich nach dem Trinken mit der Hand durch die dunklen Locken und zwinkert. »Das macht nichts, manchmal muss man einfach nur wissen, dass es teuer ist.«
»Anscheinend.« Ich seufze. »So kam es mir jedenfalls vor, als ich sein pompöses Büro betreten habe.«
»Bei einer Werbefirma muss das so sein.« Karissa lacht. »Na komm, jetzt erzähle: Bitte in allen schmutzigen Details.«
»Lach nur! Absolut keine schmutzigen Details. Wenn Matt im Arbeitsmodus ist, will er von nichts abgelenkt werden. Beziehungsweise will es Melody nicht. Allerdings hat er eine sehr seltsame Vorstellung von Arbeit.«
»Na ja, so einer wie er kann sich das eben erlauben. Aber Achtung, es sind immer Blondinen, die er im Visier hat.«
»Ja, das kann ich mir vorstellen. Aber er legt größten Wert darauf, seine Freundin nicht zu verärgern. Er kann es sich sicher nicht leisten, sein gewinnträchtigstes Pferd im Stall zu verlieren. Und vielen Dank für den Einkaufstipp mit dem Kostüm, das hat ihm sehr gefallen. Es ist zwar fürchterlich kratzig und warm, hat aber genau den Zweck erfüllt, den es sollte.«
»Hihi, ja, das Teil ist tatsächlich grausam. Der Vorteil ist, dass es wie eine Ritterrüstung gegen seine Attacken wirken wird.«
»Absolut. Und nun darf ich mich so die ganze Woche einkleiden, brauche also noch mehr von dem Zeug. Ich schwitze jetzt schon bei der Vorstellung«, meine ich mit einem Stöhnen.
»Na ja, du brauchst doch nur Blusen, für jeden Tag eine frische weiße. Beim grauen Kostüm genügt eines zum Wechseln, wenn das andere in der Reinigung ist. Ansonsten kannst du es auslüften, ist reine Schurwolle. Und die klimatisiert besser als du denkst«, antwortet sie grinsend.
Ich seufze. »Oh Mann, das wird sicher großartig.«
»Die Perlenohrstecker nicht vergessen«, ergänzt meine Freundin mit schiefem Grinsen.
»Die habe ich von meiner Oma geerbt. Sie erinnern mich an sie, aber sind eigentlich nicht für jeden Tag gedacht. Die sind so groß, dass sie am Ohrläppchen ziehen.«
»Ignorier dein Outfit. Es kommt darauf an, dass du endlich zeigen kannst, was in dir steckt. Und jetzt erzähl endlich, wie es lief!«, fordert Karissa ungeduldig.
»Okay … am Anfang konnte ich kaum Luft holen – diese Stimme. Ich war wie hypnotisiert von diesem Mann. Er hat geredet und geredet, und ich musste mich arg zusammenreißen, um zuzuhören, was er sagt«, foppe ich sie.
Karissa fällt die Kinnlade runter.
»Dann habe ich mich mit aller Kraft von seinem hinreißenden Gesicht losgeeist und auf seine Hände gesehen, die mit dem teuren Füller gespielt haben. Leider war ich sogar von seinen schlanken, männlichen Händen fasziniert. Ich musste mir ständig vorstellen, wie es ist, wenn sie mich berühren«, scherze ich weiter. Doch so weit weg von der Realität ist das leider nicht. Deshalb hole ich mir konzentriert die Vorstellung vom Golf spielenden Matt auf dem Klo ins Gedächtnis, während ich erzähle.
»Moment, Moment! Emma Andrews«, tadelt Karissa. »Was redest du denn da? Das geht ja wohl in die ganz falsche Richtung.« Sie hebt die Hände und formt das Time-out-Zeichen. »Was habe ich dir gesagt?«
Ich beiße auf meine Lippen, um mir ein Lächeln zu verkneifen. »Dass Matt in seiner Freizeit ein Frauenjäger ist, der auf Blondinen …«
»Genau! Und weiter?«, wirft sie mit strengem Blick dazwischen.
»Dass ich froh sein kann, dass das so ist, weil ich es dann bei der Bewerbung leichter habe, ich aber auf keinen Fall auf seinen Charme reinfallen darf.«
»Genau. Und was noch?«
»Er kennt keine verantwortungsvolle Beziehung. Er kennt überhaupt keine Verantwortung.«
»Richtig! Und was ist die Konsequenz?«
»Dass ich mich voll auf meine Karriere konzentriere.«
»Puh! Das hast du ja doch behalten. Denk dran, du bist sofort gefeuert, wenn Melody etwas gegen den Strich geht.« Karissa atmet laut aus und wischt sich theatralisch den Schweiß von der Stirn.
»Er hat zwar wirklich Charme, aber in dieser Hinsicht brauchst du dir keine Sorgen zu machen«, antworte ich augenzwinkernd.
Karissas Gesicht verzieht sich, als hätte sie in eine Zitrone gebissen. »Er ist der Prototyp eines Egoisten, glaub mir. Ich bekomme bei Wilbert viel zu viel davon mit. Charme hat er vor allem, wenn er etwas will. Den Rest kannst du in der Klatschpresse lesen.«
»Er ist viel zu kindisch, um mir gefährlich zu werden«, beruhige ich sie und erzähle, wie das Bewerbungsgespräch tatsächlich abgelaufen ist. Fatalerweise wird mir dabei klar, dass er mich mehr für sich eingenommen hat, als mir lieb ist. Gut, dass ich bei der Arbeit meine wollene Ritterrüstung trage. Und auch gut, dass er Melody keinen Grund zur Eifersucht geben will. Den Rest erledigen seine schrägen Spielereien. Allerdings frage ich mich, was es ist, dass ihn trotz allem so anziehend macht.
»Puh, das ist schräg.« Karissa seufzt. »Du hast jetzt sicher eine anstrengende Zeit vor dir. Denk dran, dass du genug auf dem Kasten und es nicht nötig hast, dir von so einem Kerl auf der Nase herumtanzen zu lassen. Er wechselt seine Assistentinnen wie Unterhosen. Die Luft wird für ihn dünner, weil das keine lange mitmacht. Das Seltsame ist, dass du bei Hearttime fragen kannst, wen du willst. Jeder, der ihn schon lange kennt, mag ihn.«
»Schon gut. Du hast ja recht. Es wird schwer werden … irgendwie … anstrengend … und heiß«, sage ich grinsend.
Karissa sieht mich ernst an. »Sein Onkel Wilbert kommt ganz oft vorbei, den musst du auf deiner Seite haben. Dann wird es Matt nicht wagen, dich zu vergraulen.«
»Stimmt. Er hat versprochen, mir zu helfen«, bestätige ich.
»Aus irgendeinem Grund meint mein Chef, dass bei Matt Hopfen und Malz noch nicht ganz verloren sind. Wilbert ist wirklich nett. Und, Geheimtipp, er liebt Zitronenkuchen, genauso wie sein Neffe.«
»Okay … das ist ja schon mal gut.« Backen und Kochen sind schließlich meine Leidenschaft.
Karissa holt einen Zettel aus ihrer Handtasche und wedelt damit vor meiner Nase herum. »Also, ich habe das Zitronenkuchenrezept von Wilberts verstorbener Frau. Das kriegst du doch hin, oder?«
»Klar. Wie kommst du zu dem Rezept?«, frage ich verwundert.
»Das hat er irgendwann mal in der ganzen Firma verteilt. Er hat seine Frau sehr geliebt und war mächtig stolz auf ihre Kochkünste. Wenn du dich erst mal so richtig beliebt gemacht hast, bewirbst du dich noch mal bei Hearttime. Das ist dann sicher nur noch Formsache.« Karissa freut sich mit leuchtenden Augen. »Und dann sind wir beide endlich Kolleginnen und setzen deine Serienidee um.«
»Das klingt ein bisschen sehr optimistisch. Immerhin werden vorläufig keine neuen Projekte in Angriff genommen. Ich denke, das wird erst der Fall sein, wenn Matt die Firma übernommen hat.«
»Die Hoffnung stirbt doch zuletzt, oder?« Karissa lächelt mich an und prostet mir noch einmal zu.
Seit der Highschool, und auch später auf dem College, waren wir unzertrennlich. Wer kann schon von sich behaupten, eine so gute Freundin zu haben?
»Du brauchst nur auf mich zu hören, dann kann gar nichts schiefgehen. Es wird funktionieren – früher oder später. Das Arbeiten bei Wilbert ist einfach traumhaft, fast wie in einer Familie. Ganz schön selten in einer Traumfabrik«, schwärmt Karissa.
»Okay, okay, ich hoffe, ich bekomme es hin. Ansonsten können wir nur hoffen, dass unter Matt ein ähnliches Arbeitsklima herrscht«, antworte ich eifrig und hebe die Hände.
»Natürlich bekommst du das hin. Pass auf Melody auf. Du darfst dich nicht zu sehr ärgern oder sogar einwickeln lassen«, warnt Karissa noch einmal. »Matt hasst angeblich Jasager.«
Ich nicke. Das klingt nach Drahtseilakt. »Ich weiß, dass ich bei solch egoistischen Typen wie Matt vorsichtig sein muss. Ich gebe mein Bestes, okay?«
Karissa hält ihre Hand für ein High-Five hin, ich schlage lachend ein. »Okay, erzähl mir lieber, was du sonst noch so weißt, was ich beachten muss.«
»Alsooo … meine Kollegin, die schon mal für ihn gearbeitet hat, hat mir da einiges verraten. Dir muss klar sein, dass du als Neue in der Hackordnung ganz unten stehst. Das heißt, dass du damit rechnen musst, dass dir alle ihre unliebsamen Aufgaben übertragen wollen.«
»Ist das nicht immer so?«, frage ich und nehme einen Schluck. Der Champagner ist inzwischen schal.
»Matt wird damit rechnen, dass du sehr ehrgeizig bist und alles für deine Karriere tust. Vielleicht wird er auch deine Grenzen austesten«, fährt Karissa fort und trinkt ebenfalls einen Schluck aus ihrem Glas. »Hm, das Zeug wird genauso schnell warm wie das billige«, bemerkt sie und rümpft die Nase.
Lachend hole ich die Flasche aus dem Kühlschrank und halte sie hoch. »Komm, ich fülle dir noch etwas nach.«
Karissa nimmt noch einen Schluck. »Schon besser. Ich schätze, ich muss schneller trinken.«
»Erzähl weiter«, fordere ich sie auf.
»Er testet jede neue Mitarbeiterin auf die harte Tour, damit er sofort merkt, ob sie es mit ihm aushält oder nicht.«
»Okay. Ich glaube, der erste Test war schon mal das Bewerbungsgespräch.«
Karissa nickt. »Möglich. Mach dich also darauf gefasst, dass du ins kalte Wasser geworfen wirst, indem du dir für ein dämliches Projekt ein Bein ausreißen musst.«
Ich nicke. »Alles klar, dann bereite ich mich schon mal mental darauf vor.«
»Gute Maßnahme. Und vergiss nicht, den Zitronenkuchen zu backen, wenn Onkel Wilbert sich ankündigt. Er ist der Kuchenjunkie schlechthin.«
»Das ist das geringste Problem«, erkläre ich und leere mein Glas mit einem großen Schluck. Warm schmeckt er wirklich nicht besonders.
»Erkundige dich schon mal nach seiner Melody, was die so mag oder nicht. Dann kannst du mit ihr besser umgehen.«
Ich nicke. »Das klingt nach einer guten Taktik.«
»Zumal sich Matt angeblich nie selbst um die Aufmerksamkeiten kümmert, die er den Damen zukommen lässt. Er ist der Meinung, dass Frauen das besser können.«
»Oh je, die armen Freundinnen. Wissen die das etwa?«
Karissa schüttelt den Kopf. »Nein, natürlich nicht. Was denkst du dir? Aber wenn ›seine‹ Aufmerksamkeiten bei Melody den gewünschten Erfolg haben, stehst du schon mal ganz oben in seiner Gunst. Dann bist du in seinen Augen unentbehrlich und kannst dir mehr erlauben«, erklärt sie und macht mit den Fingern Gänsefüßchen.
»Verstehe, es stärkt meine Position.«
Karissa zwinkert mich an. »Genau. Ich glaube, jetzt hast du’s. Ich hoffe, das ist die richtige Strategie, zu der ich dir gerade geraten habe. Es ist das, was man bei Hearttime so erfährt, wenn man etwas herumfragt.«
Ich nicke. Na, das kann ja was werden … Aber ich bin fest entschlossen, unsere Pläne durchzusetzen. »Wie sieht es aus? Köpfen wir noch eine Flasche?«
»Aber hallo!«, bestätigt Karissa lachend.
Wie komme ich bloß auf die Idee, am Abend vor meinem ersten Arbeitstag zwei Flaschen Sekt mit meiner Freundin zu trinken? Und wer ist diese Person, die mich so brummig aus dem Spiegel ansieht? Wieso habe ich mich auf diese dämliche Sache eingelassen? Missmutig ziehe ich mit den Fäusten an meinen zerzausten Haaren.
Schnell habe ich die Antwort: Ich bin zu begeisterungsfähig! Ich sollte meine Träume besser begraben. Die Serienidee ist sowieso Mist, genauso wie das erste Drehbuch, das ich schon fertig in der Schublade habe.
Gleich kommt mir der Golf spielende Matt in den Sinn. Wie soll ich das Bild je wieder aus meinem Kopf bekommen?
Karissa hat mir gestern meinen neuen Arbeitgeber in den knalligsten Warnfarben ausgemalt, die man sich nur denken kann. Hätte sie das doch nur früher getan. Aber sie wusste sicher, warum, denn dann hätte ich mir das Ganze überlegt. Ich fürchte, ich muss ihre Warnungen ernst nehmen.
Ich muss verrückt sein!
