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Freiheit ist nicht immer das, was man sich darunter vorstellt
Als es mal wieder Ärger zu Hause und in der Schule gibt, hat Jonna endgültig genug von allem: von ihren Eltern, den sogenannten Freunden und vor allem von der deprimierenden Kleinstadt. Kurz entschlossen brennt sie nach Stockholm durch. Einen richtigen Plan hat sie eigentlich nicht, außer sich mit einem Gelegenheitsjob in der weihnachtlich geschmückten Stadt über Wasser zu halten. Doch dann verliert sie ihr Handy, ihr letztes Geld verflüchtigt sich wie von selbst – und einen Job findet sie natürlich auch nicht. Eine frostige Winternacht bricht an, und Jonna weiß nicht, wo sie schlafen soll. Aus dem leichtherzigen Ausflug in die große, weite Welt wird rasch eine Erfahrung mit dem richtigen Leben, das einem manchmal die kalte Schulter zeigen kann …
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Seitenzahl: 337
Veröffentlichungsjahr: 2013
Åsa Anderberg Strollo
Hoffnung
Roman
Aus dem Schwedischen
von Susanne Dahmann
Die Originalausgabe erscheint unter dem Titel Hoppas bei Gilla Böcker, Stockholm
Copyright © 2011 Åsa Anderberg Strollo by agreement with Grand Agency
Copyright © 2013 der deutschsprachigen Ausgabe
by Wilhelm Heyne Verlag, München,
in der Verlagsgruppe Random House GmbH
Redaktion: Annika Ernst
Umschlaggestaltung: t.mutzenbach design, München
Satz: Uhl + Massopust, Aalen
ISBN: 978-3-641-11248-6
www.heyne-fliegt.de
Für alle bei Enter, der Stockholmer Anlaufstelle für Mädchen in Not.
Wir können nach Hause fahren und alle Türen abschließen
Wir können rausfahren und eigene Inseln bauen
Wir können nach Hause fahren und alle Träume träumen
Wir können nach Hause fahren und die Türe offen lassen
für den Fall, dass wir im Schlaf einmal rauslaufen wollen
Wir können in den Düften der Gleichgültigkeit einschlafen
oder in irgendeiner Revolution Blut vergießen
Wir können zu den Monstern der Wirklichkeit aufwachen
oder sie in irgendeiner Religion ertränken
Wir können machen, was du willst
Ich will einfach nur dabei sein
Ich will hier dabei sein
Wir können Tauben füttern, wenn du willst
Laleh, »Han tuggar kex«
1
»Hallo, ich wollte mal fragen, ob ihr hier vielleicht noch Leute braucht.«
Stockholm, vier Tage vor Heiligabend, und der Typ am Geschenkverpackservice sieht mit gestresstem Blick auf. Jonna reckt sich ein wenig und versucht, cool und erwachsen zu wirken.
»Ich kann auch sofort anfangen, wenn ihr wollt.«
Sie steht im Sportgeschäft Stadium, an den Kassen sind die längsten Warteschlangen der Welt, hier werden ganz klar noch Leute gebraucht. Doch der Typ schüttelt den Kopf.
»Also, das entscheide nicht ich …«
Der Rest des Satzes geht im allgemeinen Lärm der Kunden und der Werbemusik unter. Die Lippen des Typs bewegen sich weiter, und er zeigt auf all die Leute, die da stehen und ihre Weihnachtsgeschenke eingepackt haben wollen, und an denen sich Jonna jetzt vorbeigedrängt hat. Dann wedelt er verärgert mit der angeketteten Schere in Richtung einer Tür weiter hinten im Laden. Scheinbar meint er, dass sie dort fragen soll.
Ach so. Okay. Jonna geht weiter, sie bindet das verstrubbelte Haar zu einem Pferdeschwanz, findet eine Tür, die er gemeint haben könnte, und klopft. Wartet einen Moment, um gut erzogen zu wirken, aber als nichts passiert, drückt sie die Klinke herunter und stellt fest, dass die Tür offen ist.
»Hallo?«
Dort drinnen ist es bedeutend kühler und stiller. Ein heller Flur, von dem auf beiden Seiten Türen abgehen, entlang der einen Wand Einkaufswagen mit Basketbällen, Taschen und Schlittschuhen, aber es ist kein Mensch zu sehen.
»Ähm, Entschuldigung …? Hallo?«
Sie macht ein paar zaghafte Schritte in den Flur.
Ah, jetzt: Ganz hinten taucht in einer Türöffnung ein Kopf auf, ein glatzköpfiger Kerl, auch er mit orangefarbenem T-Shirt, roten Wangen und gestresstem Blick.
»Wer bist du?«
»Ich würde gern hier arbeiten.«
»Wer hat dich denn reingelassen? Ich bin in der Pause!«
Er zeigt auf die Tür hinter ihr und zischt, die sei doch verschlossen oder sollte es zumindest sein.
»Entschuldigung. Aber sie war offen.«
Jonna macht einen Schritt zurück, und der Mann beruhigt sich ein wenig, wischt sich den Mund mit einer Serviette ab und fragt in milderem Ton: »Du willst hier arbeiten? Du meinst, als Aushilfe in der Weihnachtszeit?«
Jepp. Genau! Er zieht die Augenbrauen hoch und betrachtet sie eingehend, als sie nickt.
»Aber wir haben die Pläne schon im Oktober gemacht, warum kommst du denn erst jetzt?«
»Ich könnte sofort anfangen. Heute.«
»Wir haben niemanden, der dich heute bei etwas anlernen könnte.«
»Ich kann jeden Tag arbeiten, bis Heilig…«
»Geschweige denn jemanden, der nachsehen könnte, ob wir dich überhaupt in unserem Plan brauchen würden. Hier ist einfach die Hölle los!«
Dann verschwindet der Kopf wieder in der Türöffnung.
Schweigen. Langes Schweigen. Soll sie jetzt gehen? Sie bleibt stehen, und nach ein paar Sekunden streckt der Mann wieder den Kopf in den Flur, diesmal sieht er verärgert aus und hat den Mund voll Essen.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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