Hörst du mich? - Ilona Ingold - E-Book

Hörst du mich? E-Book

Ilona Ingold

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Beschreibung

Dieses Buch legt eine Grundlage für den prophetischen Dienst und nimmt dich auf eine Reise mit, Gottes Stimme und sein Reden für dich persönlich in deinem Alltag zu entdecken. Anhand von praktischen Übungen wirst du realisieren, dass du Gott hörst. Stolpersteine werden aufgedeckt und Stück für Stück abgetragen. Du erhältst praktische Tipps und Leitplanken, wie man das Gehörte interpretieren und prophetische Worte weitergeben kann. Jeder Schritt näher zu Gott lässt dich mehr und mehr in deine Bestimmung kommen.

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Seitenzahl: 187

Veröffentlichungsjahr: 2025

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© 2025 Ilona Ingold // Hörst Du mich?

4. überarbeitete und erweiterte Auflage 2025

Hersteller:Schleife Verlag AG, Pflanzschulstrasse 17, CH-8400 [email protected]

EU-Bevollmächtigter:Fontis Media GmbH, Baukloh 1, D-58515 Lü[email protected]

ISBN 978-3-905991-16-1Bestellnummer 120.097

E-Book ISBN 978-3-907675-00-7E-Book Bestellnummer 120.097E

Die Bibelstellen sind, wenn nicht anders angegeben, der Schlachter Bibel,© 2000 Genfer Bibelgesellschaft, entnommen.

Die Bibelstellen aus der Lutherbibel, revidierter Text 1984,durchgesehene Ausgabe, © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart,sind mit LUT gekennzeichnet.

Die Bibelstellen aus der Neuen Genfer Übersetzung – Neues Testament und Psalmen, © 2011 Genfer Bibelgesellschaft, sind mit NGÜ gekennzeichnet.

Die Bibelstellen aus der Elberfelder Bibel 2006, © 2006 by SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Witten/Holzgerlingen,sind mit ELB gekennzeichnet.

Die Bibelstellen aus der Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe,© 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart, sind mit GNB gekennzeichnet.

Die Bibelstellen aus der Hoffnung für alle, © 1983, 1996, 2002, 2015by Biblica, Inc., sind mit HFA gekennzeichnet.

Lektorat: Judith PetriUmschlaggestaltung: Ilona IngoldSatz und E-Book: Nils GroßbachDruck: Gustav Winter, DE-02747 Herrnhut

Alle Rechte vorbehalten, auch für auszugsweise Wiedergabe und Fotokopie.

Widmung

Für meine Kinder

Ihr bereichert täglich mein Leben.

Ihr öffnet mir die Augen,

bringt mich zum Lachen,

sprengt meine Grenzen

und macht mein Herz weit.

Ich liebe Euch!

Dank

Mein besonderer Dank gilt Jesus Christus. Er hat mein Herz umworben, bis ich ihn gehört habe. Mein Leben in seine Hände zu legen war und ist die beste Entscheidung meines Lebens. Ich bin so dankbar für seine Liebe, die nicht in Worte zu fassen ist.

Mein Dank gehört auch Lilo Keller, Stephanie und Andreas Keller. Danke für Eure Liebe, Euer Herz, Eure Investition in mein Leben, Euer Fördern und Euer Vertrauen.

Vieles von dem, was ich an Grundlegendem in meinem Buch schreibe, ist ein «Erbe». Ich darf auf dem Fundament meiner «Vorgänger» bauen und auf ihren Schultern stehen. Dafür möchte ich mich von ganzem Herzen bedanken.

Ein herzliches Dankeschön auch dem Prophetischen Team der Stiftung Schleife, das ich von 2008 bis 2019 leiten durfte. Ihr seid meine Heldinnen und Helden!

Letztendlich ein grosser Dank allen anderen, die mich mit ihrer Liebe, ihrem Glauben an mich, ihren Fragen, ihrem Dasein unterstützt und mein Leben bereichert, inspiriert und gestärkt haben.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

Gott redet auch mit Sündern

Wieso will Gott mit uns reden?

Wer kann Gottes Stimme hören?

Wie redet Gott?

Die verschiedenen Offenbarungsgaben

Gott redet durch alle unsere Sinne

Parcours des Hörens

Wie kann ich sicher sein, dass es Gott ist?

Interpretation des Gehörten

Eindrücke weitergeben

Umgang mit prophetischen Eindrücken

Hindernisse beim Hören von Gottes Stimme

Charakter und Integrität

In der prophetischen Gabe wachsen

Schlusswort

Empfohlene Lektüre

Vorwort

Ein wichtiger Dienstbereich der Stiftung Schleife, Menschen in ihrem Wachstum der Gabe der Prophetie zu fördern und ihnen prophetisch zu dienen, wird in diesem Buch kondensiert, praxisnah und gut verständlich präsentiert.

Ilona ist eine «vom Geist Erfasste» (1. Korinther 14,37), die das Wort Gottes lieb gewonnen und ihrem Herrn Jesus durch alle Höhen und Tiefen des Lebens hindurch ihr Ohr und ihr Vertrauen geschenkt hat. Ohne religiöse Vorprägungen und Erfahrungen hat sie sich zusammen mit ihrer Familie auf das Abenteuer «Nachfolge» eingelassen und ist als eine der Erstlingsfrüchte der zweiten Schleife-Generation zu einer Mutter für viele junge «Adler» herangewachsen. Die sprichwörtliche Begeisterung von Ilona ist durch ihre vielfältigen Engagements in der Geschäftswelt geerdet; die Empfehlungen und Ratschläge des Buches sind in ihrem Alltag in Familie und Beruf getestet und haben sich bewährt.

«Prophetisch leben» ist ein sich fortwährend entwickelnder Weg und nicht das Ziel. Die Liebe ist das Ziel, denn diese ist’s, die suchenden Menschen Hoffnung und Glauben bringt, und die Liebe ist’s, die am Ende unseres Lebens den Transfer von der Erde in den Himmel macht. Und doch: Prophetisch leben ist Ausdruck dessen, dass Gott uns ruft, in der Welt mit dem Heiligen Geist zu leben. Im Wandeln mit diesem «Gott auf Erden» wird jeder Tag ein spannender Tag, in dem die Langeweile einer religiös zelebrierten Gottesbeziehung keinen Platz mehr hat.

Es ist unser inniger Wunsch, dass durch die aktualisierte Neuausgabe dieses Buches suchenden Menschen weiterhin geholfen wird, die Schönheit und Kraft des prophetischen Lebens zu erfahren.

Andreas Keller

Gesamtleiter der Stiftung Schleife, Winterthur

Einleitung

Gibt es einen nahen Gott, der mich versteht und der ein liebender, vollkommener Vater ist? Der immer neben mir ist, der mir antwortet, der mich führt und leitet, der mir Freiheit gibt, mich erzieht, mich loslässt und mich schützt? Dem ich ein Gegenüber bin, der mich ernst nimmt, mit mir diskutiert und mir Dinge erklärt, die ich nicht verstehe?

Stell dir einmal vor, dass Gott der vollkommene Vater und die vollkommene Mutter ist.

Mein vollkommener Vater ist für mich da, liebt mich vorbehaltlos, kennt mich, versteht mich, hört mir zu, lehrt mich, gibt mir Leitplanken, führt mich in die Freiheit und Selbstständigkeit, versorgt mich, schützt mich, setzt sich mit mir auseinander, hat immer Zeit für mich, redet und kommuniziert mit mir und versteht mich auch, wenn ich nichts sage. Zu meinem vollkommenen Vater habe ich eine Beziehung. Ich kenne ihn und er kennt mich. Mein vollkommener Vater hat keine Schwächen, er verhält sich in allen Situationen richtig, er ist weise, allwissend, mächtig und gewaltig. Er sprengt mein Vorstellungsvermögen über alles Verstehen hinaus. Er ist grösser, als ich es mir je vorstellen kann.

Diesen Gott möchte ich kennenlernen, ich möchte ihn hören, spüren, verstehen, schmecken, riechen, ihm nahe sein, ihn ergründen und mich von ihm lieben lassen.

Wie sieht denn dein Gott aus? Wie ist er? Nahe, fern, liebend, erziehend, strafend, wohlwollend? Redet dein Gott mit dir? Gibt er dir Freiheit, selbst zu entscheiden? Kannst du ihm genügen? Schaut er dich voller Liebe an und hilft er dir, wenn du schwach bist? Oder lässt er dich im Stich und schimpft mit dir?

Diese Fragen und Vorstellungen waren die Grundlage für mein Suchen nach Gott, für meine Reise zusammen mit ihm, auf der ich mich immer noch befinde. Seit ich den Entschluss gefasst habe, ihn kennenzulernen, ist mein Leben viel farbiger, spannender, vielfältiger, ausgeglichener, voller, lebendiger, zufriedener und glücklicher geworden.

Komm, wir machen uns gemeinsam auf den Weg, diesen Gott kennenzulernen! Wir werfen alle unsere Erfahrungen und Vorstellungen über den Haufen, fangen nochmals neu an – naiv und kindlich glaubend, dass Gott dieser vollkommene, liebende Vater ist, dem wir wichtig sind und der mit uns kommunizieren will.

Gott redet auch mit Sündern

Ich wollte meinen Mann wegen eines anderen Mannes verlassen. Ein guter Freund erzählte mir von Gott als diesem liebenden Vater: einem nahen Gott, der in Beziehung mit mir leben will und dem ich wichtig bin. Einem Gott, der mich schützen will, einem Gott, dem mein Ehebund mit meinem Mann heilig ist. Von Jesus, der sein Leben für mich hingegeben hat, damit ich Beziehung leben kann mit diesem wunderbaren Gott.

Ich bin katholisch aufgewachsen, schon gottesfürchtig, aber mein Gott war ein ferner Gott. Ein Gott, dem ich nicht genügen konnte, ein strafender und strenger Gott. Einer, dem ich nicht wichtig war, dem egal war, wie ich fühlte und was ich dachte. Wichtig war nur, dass seine Gebote gehalten wurden. Aber was wäre, wenn das nicht der wahre Gott ist? Was wäre, wenn Gott wirklich ein liebender Gott ist? Was wäre, wenn er für mich seinen Sohn hingegeben hat? Ich war neugierig und forderte Gott heraus: «Zeig dich mir! Zeig mir, dass du dieser gute und nahe Gott bist, mit dem man kommunizieren kann. Dann bin ich bereit, mein Leben in deine Hände zu legen.»

Gott hat meine Herausforderung angenommen. Kindlich habe ich gebetet: «Jesus, du willst, dass ich bei meinem Mann bleibe, also gib mir wieder Liebe.» Und ich habe diese Liebe erhalten. Sozusagen über Nacht habe ich meinen Mann völlig neu gesehen und war nach einigen Tagen wieder total verliebt in ihn. Dies war für ihn derart ungewöhnlich und unfassbar, dass auch er sich aufgemacht hat, diesen Gott zu suchen. Drei Monate später haben wir beide unser Leben Jesus in die Hände gelegt. Aber in der Zwischenzeit ist noch einiges passiert.

An meiner damaligen Arbeitsstelle wurde ich ungerechtfertigt beschuldigt. Zur Aussprache wurde eine Sitzung einberufen. Vor diesem Meeting hatte ich Angst und habe gebetet: «Wenn du Gott bist, dann bist du auch Wahrheit. Ich bitte dich, dass an dieser Sitzung die Wahrheit auf den Tisch kommt.» Ich fragte Jesus, wie ich mich während des Treffens verhalten soll. Als ich anschliessend zufällig die Bibel aufschlug, sprang mir Matthäus 27,13–14 entgegen. Dort steht Jesus vor Pilatus und wird von ihm gefragt: «Hörst du nicht, was sie alles gegen dich aussagen?» Und es heisst weiter: «Und er (Jesus) antwortete ihm auch nicht auf ein einziges Wort …» Ich wusste auf einmal, dass ich mich an dieser Sitzung nicht rechtfertigen würde. Und es kam so, wie Gott es mir gezeigt hatte: Alle Anschuldigungen wurden vorgetragen, und mein Chef hat für mich gekämpft und alles richtiggestellt. Ich habe während der ganzen Zeit nichts gesagt, aber die Wahrheit wurde offenbar.

Dann verlor ich meinen schönen Ohrring. Nachdem ich ihn überall gesucht und nicht gefunden hatte, betete ich: «Jesus, wenn du Gott bist, dann weisst du, wo mein Ohrring ist. Er ist mir wirklich wichtig und ich hätte ihn gerne wieder.» Drei Tage später sass ich im Auto und hatte den Eindruck, jetzt hinunterschauen zu müssen, weil ich eine innere Stimme sagen hörte: «Da ist dein Ohrring!» Ich schaute hinunter und fand ihn tatsächlich.

So hatte ich während dieser drei Monate viele bemerkenswerte Erlebnisse mit Gott und kam zu dem Entschluss, dass es so viele «Zufälle» nicht geben konnte. Auf jedes Gebet erhielt ich Antwort, manchmal sofort, manchmal ein paar Tage später, doch alle meine Gebete wurden erhört. Ich habe mich entschieden, mein Leben in die Hände dieses wunderbaren Gottes zu legen, der mich hört, ernst nimmt und mir antwortet. Gott ist mir ganz persönlich begegnet, auf eine Art und Weise, wie ich es verstehen kann und wie ich es brauche.

Fragen

Glaubst du an Gott?Wie ist dein Gott? Lieb, barmherzig oder erzieherisch, strafend?Kannst du deinem Gott genügen?Wie zeigt dir Gott seine Liebe? Fühlst du dich von ihm geliebt?

Tipp

Sprich Gott als diesen wunderbaren, liebenden Vater an, bete wie ein Kind zu ihm und vertraue ihm.Diskutiere mit Gott und bitte ihn, dass er sich dir offenbart.Nimm sein Wort wörtlich.Frage ihn in allem um Rat.Nimm seine Antworten ernst und befolge seinen Rat.

Biblische Grundlagen

Gemeinschaft mit Gott

Wir wurden dafür geschaffen, in Gemeinschaft mit Gott zu leben. Schon zu Anbeginn der Zeit hat Gott mit dem Menschen geredet.

«Und sie hörten die Stimme Gottes des HERRN, der im Garten wandelte, als der Tag kühl war; und der Mensch und seine Frau versteckten sich vor dem Angesicht Gottes des HERRN hinter den Bäumen des Gartens. Da rief Gott der HERR den Menschen und sprach: Wo bist du? Und er antwortete: Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich, denn ich bin nackt; darum habe ich mich verborgen! Da sprach er: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du etwa von dem Baum gegessen, von dem ich dir geboten habe, du solltest nicht davon essen? Da antwortete der Mensch: Die Frau, die du mir zur Seite gegeben hast, die gab mir von dem Baum, und ich ass! Da sprach Gott der HERR zu der Frau: Warum hast du das getan? Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt; da habe ich gegessen!» (1. Mose 3,8–13).

Gott sprach mit Mann und Frau von der ersten Minute an. Er traf sie jeden Tag und liebte es, Zeit mit ihnen zu verbringen. Selbst nach dem Sündenfall hörte er nicht auf, mit ihnen zu sprechen.

Der Schmerz Gottes

Oft hören wir von einem zornigen Gott, der Verderben bringt und straft. Aber immer wieder, auch im Alten Testament, lesen wir, wie Gott sich über uns erbarmt. Wir müssen diesen zornigen Charakter als Schmerz Gottes verstehen, weil sein geliebtes Volk, seine auserwählten Söhne und Töchter, sich von ihm abgewendet haben. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als in Gemeinschaft mit uns zu leben und uns Gutes zu tun.

«Und der HERR ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: Der HERR, der HERR, der starke Gott, der barmherzig und gnädig ist, langsam zum Zorn und von grosser Gnade und Treue» (2. Mose 34,6).

«Höret auf meine Stimme, so will ich euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein; und wandelt ganz auf den Wegen, die ich euch gebiete, damit es euch wohlergehe» (Jeremia 7,23).

«Ist nicht Ephraim mein teurer Sohn und mein liebes Kind? Denn sooft ich ihm auch drohe, muss ich doch seiner gedenken; darum bricht mir mein Herz, dass ich mich seiner erbarmen muss, spricht der HERR» (Jeremia 31,20; LUT).

«Darum sage ich: Schaut weg von mir, lasst mich bitterlich weinen! Müht euch nicht, mich zu trösten über die Zerstörung der Tochter meines Volks!» (Jesaja 22,4; LUT).

«Was kann mich in meinem Jammer erquicken? Mein Herz in mir ist krank» (Jeremia 8,18).

«Und du sollst zu ihnen dies Wort sagen: Meine Augen fliessen über von Tränen, unaufhörlich Tag und Nacht; denn die Jungfrau, die Tochter meines Volks, ist unheilbar verwundet und völlig zerschlagen» (Jeremia 14,17; LUT).

«Ich habe auch immer wieder alle meine Knechte, die Propheten, zu euch gesandt und sagen lassen: Kehrt um, ein jeder von seinem bösen Wege, und bessert euer Tun und folgt nicht andern Göttern nach, ihnen zu dienen, so sollt ihr in dem Lande bleiben, das ich euch und euren Vätern gegeben habe. Aber ihr wolltet eure Ohren nicht zu mir kehren und mir nicht gehorchen» (Jeremia 35,15; LUT).

Das Zurückholen des Menschen durch Jesus

Die eigentliche Hauptaufgabe der Propheten im Alten Testament war es, die Menschen zur Umkehr zu Gott zu bewegen und sie dazu zu bringen, sich ihm wieder zuzuwenden. Es ging in erster Linie nicht um Gericht, sondern um die Sehnsucht, die er nach seinem Volk verspürte. Gott legte dann diese Sehnsucht, dieses Zurückholen auf Jesus, seinen Sohn. Er ist der grösste Prophet. Durch seinen Tod am Kreuz haben wir wieder Zugang zu einem Leben mit ihm.

«Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden» (Jesaja 53,4–5).

Gottes Stimme heute hören

Wenn wir Jesus Christus in unser Leben aufgenommen haben, zieht der Heilige Geist, den Jesus uns als Tröster gesandt hat, in unser Herz ein und wohnt in uns. Er lebt in uns. Wir brauchen keine Propheten mehr, um seine Stimme zu hören. Wir können seine Stimme hören, weil wir Kinder Gottes sind. Ganz kindlich dürfen wir dies glauben. Der Heilige Geist führt uns in alle Wahrheit und weiss alle Geheimnisse Gottes. Er ist der Übersetzer, der Tröster, unser Anwalt und Befürworter sowie unser wunderbarer Freund.

«Ich (Jesus) sage euch: «Wer das Reich Gottes nicht wie ein Kind annimmt, wird nicht hineinkommen» (Lukas 18,17; NGÜ).

«Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen» (Johannes 14,23).

«Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da werde ich ausgiessen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure jungen Männer werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume haben; ja, auch über meine Knechte und über meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgiessen, und sie werden weissagen» (Apostelgeschichte 2,17–18).

«Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden» (Johannes 16,7; LUT).

«Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen» (Johannes 16,13).

«Uns aber hat es Gott geoffenbart durch seinen Geist; denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes. Denn wer von den Menschen kennt die Gedanken des Menschen als nur der Geist des Menschen, der in ihm ist? So kennt auch niemand die Gedanken Gottes als nur der Geist Gottes» (1. Korinther 2,10–11).

Wieso will Gott mit uns reden?

Gott hat uns als sein Ebenbild erschaffen. Er ist dieser vollkommene, liebende Vater und sein tiefstes Bedürfnis ist es, uns zu lieben, mit uns zu reden, sich auszutauschen, sich mitzuteilen, uns zu leiten, zu schützen und zu führen – genauso wie wir mit unseren Kindern reden, sie loben, erziehen, lehren und lieben. Wir brauchen den Rat dieses wunderbaren Vaters für unsere tagtäglichen Entscheidungen, wir brauchen seine Weisheit und Erkenntnis, um zu leben. Durch das Lesen des Wortes Gottes, im Dialog mit ihm und durch ständiges Fragenstellen, können wir ihn ergründen und erkennen, seinem Herzen näher kommen und ihm vertrauen. Wir nähern uns ihm wie Kinder, die zu ihrem Vater rennen, ihn um Rat fragen, weinen, sich trösten lassen, sich freuen, sich austauschen und vieles mehr.

Er will uns lieben

Wir sind dazu geschaffen, in Gemeinschaft mit Gott zu leben. All unser Sein sehnt sich danach, von ihm geliebt und erkannt zu werden. Darauf will Gott Antwort geben: Er liebt uns bedingungslos, ohne Grenzen und ohne Ende.

Er will uns näher an sein Herz ziehen

Er will uns Menschen näher zu sich bringen, damit wir ihn erkennen und anbeten. Wir wurden gemäss seinem Bild erschaffen, um mit ihm in Gemeinschaft zu leben und über die Erde zu herrschen. Schon im Paradies hat er zu uns geredet.

«Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich; die sollen herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde, auch über alles Gewürm, das auf der Erde kriecht! Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie» (1. Mose 1,26–27).

«Und sie hörten die Stimme Gottes des HERRN, der im Garten wandelte, als der Tag kühl war; und der Mensch und seine Frau versteckten sich vor dem Angesicht Gottes des HERRN hinter den Bäumen des Gartens. Da rief Gott der HERR den Menschen und sprach: Wo bist du? Und er antwortete: Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich, denn ich bin nackt; darum habe ich mich verborgen! Da sprach er: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du etwa von dem Baum gegessen, von dem ich dir geboten habe, du solltest nicht davon essen? Da antwortete der Mensch: Die Frau, die du mir zur Seite gegeben hast, die gab mir von dem Baum, und ich ass! Da sprach Gott der HERR zu der Frau: Warum hast du das getan? Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt; da habe ich gegessen!» (1. Mose 3,8–13).

«Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm hineingehen und das Mahl mit ihm essen und er mit mir» (Offenbarung 3,20).

Gott will uns führen und leiten

Gott redet mit uns, um uns zu führen und zu leiten.

«Meine Schafe hören auf meine Stimme. Ich kenne sie, und sie folgen mir» (Johannes 10,27; NGÜ).

«Ich will dich den Weg der Weisheit lehren, dich leiten auf gerader Bahn» (Sprüche 4,11).

«Ich will die Blinden auf einem Weg führen, den sie nicht kennen, und auf Pfaden leiten, die ihnen unbekannt sind; ich werde die Finsternis vor ihnen zum Licht machen und das Hügelige zur Ebene. Diese Worte werde ich erfüllen und nicht davon lassen» (Jesaja 42,16).

«Der HERR wird dich ohne Unterlass leiten und deine Seele in der Dürre sättigen und deine Gebeine stärken; du wirst sein wie ein wohlbewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, deren Wasser niemals versiegen» (Jesaja 58,11).

«Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen» (Johannes 16,13).

«Denn das Lamm, das inmitten des Thrones ist, wird sie weiden und sie leiten zu lebendigen Wasserquellen, und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen» (Offenbarung 7,17).

Gott will sich uns offenbaren und uns sagen, wer wir sind

Gott will uns immer wieder zeigen und erfahren lassen, wie er ist und wer er ist. Es reicht nicht, nur über Gott zu hören oder uns Wissen über ihn anzueignen. Wir brauchen diese persönlichen Begegnungen. So wie Petrus. Er hat mit Jesus tagtäglich zusammengelebt, aber er brauchte den Vater im Himmel, der ihm zeigte, wer Jesus ist. Und wenn wir uns aufmachen, ihn kennenzulernen und ihn zu ergründen, wird er uns auch immer wieder sagen, wer wir sind und wofür er uns erschaffen hat, wie er uns sieht.

«‹Und ihr›, fragte er, ‹für wen haltet ihr mich?› Simon Petrus antwortete: ‹Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!› Darauf sagte Jesus zu ihm: ‹Glücklich bist du zu preisen, Simon, Sohn des Jona; denn nicht menschliche Klugheit hat dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Deshalb sage ich dir jetzt: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und das Totenreich mit seiner ganzen Macht wird nicht stärker sein als sie. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf der Erde bindest, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf der Erde löst, das wird im Himmel gelöst sein›»(Matthäus 16,15–19; NGÜ).

Gott redet, damit wir andere ermutigen

Wir hören Gott und er öffnet unser Ohr, damit wir andere Menschen ermutigen können.

«GOTT, der Herr, hat mir die Zunge eines Jüngers gegeben, damit ich den Müden mit einem Wort zu erquicken wisse. Er weckt Morgen für Morgen, ja, er weckt mir das Ohr, damit ich höre, wie Jünger hören» (Jesaja 50,4).

«Wer aber weissagt, der redet für Menschen zur Erbauung, zur Ermahnung und zum Trost» (1. Korinther 14,3).

Wer kann Gottes Stimme hören?