Ich sach mal so...Ich bin Panda - Rainer Weber - E-Book

Ich sach mal so...Ich bin Panda E-Book

Rainer Weber

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Beschreibung

ich sach mal so: Menschen glauben immer, sie suchen sich ihren Hund aus. In Wahrheit ist es meistens umgekehrt. Panda ist klein. Flauschig. Und manchmal ein bisschen frech. Im Tierheim beobachtet er erst einmal alles ganz genau: die lauten Hunde nebenan, eine sehr selbstbewusste Katze und die seltsamen Gewohnheiten der Menschen. Doch eines Tages steht eine Familie vor seinem Zwinger. Zwei Mädchen, ein ruhiger Vater und eine Mutter, die genau hinsieht. Und plötzlich beginnt für Panda ein neues Leben. Ein Leben voller Abenteuer: mit Spaziergängen im Park, kleinen Missverständnissen, neuen Freunden und der großen Frage, wie man eigentlich ein richtig guter Familienhund wird. Eine warmherzige und humorvolle Geschichte über Freundschaft, Vertrauen und darüber, dass manchmal ein einziges kleines "Wuff" reicht, um ein ganzes Leben zu verändern. Für Kinder – und für alle, die Hunde lieben.

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Ich sach mal so… Ich bin Panda

Rainer Weber

Inhalt

Kapitel 30 – Ein ganz normaler Dienstag – Nachwort

Kapitel 1 – Wie man plötzlich existiert

Kapitel 2 – Der Zwinger-Club (oder: Wer hier wirklich das Sagen hat)

Kapitel 3 – Der große Futter-Skandal (und warum man niemals Karotten unterschätzt)

Kapitel 4 – Operation Katzensteuer (Strategie schlägt Schnurrhaar)

Kapitel 5 – Von Feinden, Verbündeten und königlicher Kooperation

Kapitel 6 – Wenn einer geht (und plötzlich leiser wird)

Kapitel 7 – Auf der anderen Seite des Planeten (also ungefähr 20 Kilometer entfernt)

Kapitel 8 – Zwei Beller für ein Zuhause

Kapitel 9 – Das Wort „Ja“

Kapitel 10 – Abschiede mit Würde (und einem letzten Blick zurück)

Kapitel 11 – Vier Räder, drei Kurven und ein Hund mit Haltung

Kapitel 12 – Operation neues Revier (inklusive Spiegel-Attacke)

Kapitel 13 – Die Nacht der unbekannten Geräusche

Kapitel 14 – Das Sofa-Experiment (oder: Die Kunst der Grauzone)

Kapitel 15 – Der Morgen, an dem alles gleichzeitig passierte

Kapitel 16 – Der Zaun, der Hund und die Sache mit der Ehre

Kapitel 17 – Ohne Zaun ist alles direkter

Kapitel 18 – Die Hauptrolle und das Zittern im Bauch

Kapitel 19 – Die Probe, der Text und ein strategischer Fehlalarm

Kapitel 20 – Generalprobe mit Fellbeteiligung

Kapitel 21 – Der Tag der Krone (und warum ich offiziell kein Bühnenhund bin)

Kapitel 22 – Applaus, ein Zwischenfall und eine sehr königliche Rettung

Kapitel 23 – Ruhm steigt zu Kopf (und leicht ins Fell)

Kapitel 24 – Grillen ohne Zaun (und warum Würstchen Diplomatie brauchen)

Kapitel 25 – Die große Würstchenkrise (oder: Wie man beinahe einen internationalen Zwischenfall auslöst)

Kapitel 26 – Wenn man nicht die Königin ist

Kapitel 27 – Elea, der Plan und eine sehr verdächtige Socke

Kapitel 28 – Der erste große Trainingsunfall

Kapitel 29 – Die große Schulshow

Kapitel 30 – Wie man berühmt wird (ohne es zu planen)

Kapitel 30 – Ein ganz normaler Dienstag – Nachwort

Epilog – Ein ganz normaler Dienstag

Über Panda

Kapitel 1 – Wie man plötzlich existiert

Ich sach mal so:

Es gibt zwei Arten, auf die man ins Leben starten kann.

Mit großem Knall.

Oder mit einem leisen „Oh.“

Bei mir war es eher ein „Oh.“

Ich kann nicht genau sagen, wann es angefangen hat.

Ich weiß nur, dass ich eines Tages da war. Klein. Flauschig. Mit Pfoten, die ein bisschen zu groß für den Rest von mir wirkten.

Und mit Augen.

Großen, schwarzen Augen.

Man sagt ja, ich sehe aus wie ein kleiner Panda.

Das ist übrigens keine Übertreibung.

Das ist ein Kompliment an die Natur.

Ich bin ein Spitz.

Offiziell.

Inoffiziell bin ich natürlich deutlich mehr.

Am Anfang roch alles neu.

Futter.

Stroh.

Andere Hunde.

Ich erinnere mich an Wärme.

An Geschwister.

An dieses ständige Gewusel aus Pfoten, Ohren und Schnauzen.

Und dann – irgendwann – war ich allein.

Nicht ganz allein.

Aber anders allein.

Ich landete im Tierheim.

Die Menschen dort nannten es „Zwinger“.

Ich nenne es:

Meine erste Wohnung mit Gitterblick.

Mein Zwinger hatte alles, was man braucht:

Eine Decke.

Einen Napf.

Einen Wassernapf.

Und Ausblick auf den Gang.

Der Gang war wichtig.

Dort spielte sich das Leben ab.

Menschen liefen vorbei.

Manche langsam.

Manche schnell.

Manche rochen nach Parfüm.

Manche nach Nervosität.

Ich lernte früh:

Menschen kann man lesen.

Sie glauben immer, sie schauen uns an.

In Wahrheit beobachten wir sie.

Links von mir wohnte Bruno.

Groß.

Schwarz.

Mit einer Stimme wie ein startender Traktor.

„Ich war mal Wachhund“, erzählte er ständig.

„Drei Einbrecher hab ich gestellt.“

Ich habe nie Einbrecher gesehen.

Aber ich habe gesehen, wie er seinen Napf beschützt.

Rechts wohnte Susi.

Klein.

Flauschig.

Mit einem Blick, der alles wusste.

„Heute kommt Besuch“, flüsterte sie morgens.

„Familie. Zwei Kinder. Das eine hatte letztes Mal Eis.“

Eis ist eine wichtige Information.

Ganz oben, auf dem Fensterbrett, residierte Cleopatra.

Die Katze.

Sie bewegte sich, als gehöre ihr das Gebäude.

„Hunde“, sagte sie oft. „So emotional.“

Ich beschloss, sie vorerst nicht zu korrigieren.

Die Tage im Tierheim hatten Rhythmus.

Morgens Futter.

Mittags Saubermachen.

Abends Ruhe.

Und zwischendurch: Hoffnung.

Manchmal kamen Familien.

Sie blieben vor den Zwingern stehen.

„Der ist süß.“

„Der ist aber laut.“

„Ist das ein Spitz? Die bellen doch viel, oder?“

Hier kommt der wichtige Teil:

Ja.

Wir bellen.

Aber nicht wahllos.

Ich belle gezielt.

Strategisch.

Wenn jemand vorbeiläuft, der mir nicht gefällt, belle ich überzeugend.

Wenn jemand vorbeiläuft, der vielleicht mein Mensch sein könnte, belle ich dosiert.

Man muss Eindruck machen.

Aber nicht abschrecken.

Eines Tages kam ein Mann mit sehr glatter Frisur.

Er roch nach Rasierwasser und Selbstzweifel.

Er beugte sich vor.

„Der ist aber laut.“

Ich dachte:

Und Sie sind aber unsicher.

Ich bellte.

Nur ein bisschen.

Er wich zurück.

„Vielleicht doch lieber was Ruhigeres.“

Richtig entschieden.

Ich nehme nicht jeden.

Wenn ich hier schon warte,

dann auf die Richtigen.

Abends, wenn es still wurde, legte ich den Kopf auf meine Pfoten.

Bruno schnarchte.

Susi murmelte im Schlaf.

Cleopatra tat so, als würde sie nie schlafen.

Und ich fragte mich:

Wo sind sie?

Meine Menschen.

Gibt es sie schon?

Denken sie gerade an mich?

Oder wissen sie noch nicht, dass sie mich brauchen?

Ich schloss die Augen.

Ich bin Panda.

Klein.

Flauschig.

Intelligent.

Und ich warte nicht einfach.

Ich wähle.

Kapitel 2 – Der Zwinger-Club (oder: Wer hier wirklich das Sagen hat)

Ich sach mal so:

Wenn man schon in einer Residenz mit Stäben wohnt,

dann sollte man wenigstens stilvolle Mitbewohner haben.

Nun ja.

Man nimmt, was man kriegt.

Links von mir wohnte Bruno.

Bruno war groß.

Nicht „ein bisschen groß“.

Sondern „wenn er niest, wackelt der Wassernapf“-groß.

Er hatte eine Stimme wie ein Presslufthammer mit Persönlichkeit.

„ICH WAR MAL WACHHUND!“, erzählte er jedem, der auch nur zwei Sekunden still stand.

„DREI EINBRECHER HAB ICH GESTELLT!“

Ich habe ihn nie Einbrecher stellen sehen.

Aber ich habe gesehen, wie er einmal ausgerutscht ist, als der Boden gewischt wurde.

Das kommentiere ich allerdings nicht.

Man hat Stil.

„Du bellst zu hoch“, sagte er einmal zu mir.

„Du klingst wie eine quietschende Tür.“

Ich sah ihn an.

„Und du wie ein kaputter Traktor.“

Seitdem respektieren wir uns.

Rechts von mir wohnte Susi.

Susi war klein. Sehr klein.

So klein, dass man sie fast übersehen könnte.

Aber nur fast.

Susi wusste alles.

Wer wann Dienst hatte.

Welche Praktikantin heimlich Leckerlis extra gab.

Welche Familie „nur mal gucken“ wollte.

Und wer garantiert wieder ging.

„Heute kommt Besuch“, flüsterte sie morgens durch die Gitter.

„Vater, Mutter, zwei Kinder. Das kleinere hatte letztes Mal Eis.“

„Eis?“, fragte ich.

„Erdbeere“, sagte sie bedeutungsvoll.

Information ist Macht.

Und dann gab es Cleopatra.

Die Katze.

Sie lief hier herum, als würde sie uns alle bezahlen.

„Hunde“, sagte sie gern.

„So impulsiv.“

Sie sprang auf Fensterbänke, schlich durch den Gang und betrachtete uns, als wären wir eine besonders laute Ausstellung.

„Du sabberst im Schlaf“, sagte sie einmal zu mir.

„Unbewiesene Behauptung“, antwortete ich.

Sie blinzelte nur.

Das ist bei Katzen so etwas wie ein höfliches Lachen.

Der Alltag im Tierheim hatte klare Regeln:

Regel Nummer eins:

Futter ist heilig.

Regel Nummer zwei:

Wer zuerst am Gitter steht, bekommt Aufmerksamkeit.

Regel Nummer drei:

Wenn der Boden gewischt wird, bleibt man würdevoll stehen – auch wenn die Pfoten rutschen.

Ich halte mich an Regel drei meistens.

Die spannendsten Momente waren die Besuchstage.

Man hörte sie schon im Flur.

„Oh, guck mal der Kleine!“

„Der ist aber lebhaft.“

„Spitze bellen doch viel, oder?“

Da musste ich oft tief durchatmen.

Wir bellen nicht viel.

Wir kommentieren.

Es gibt einen Unterschied.

Wenn jemand mit Sandalen und Unsicherheit vor meinem Zwinger steht –

dann belle ich überzeugend.

Wenn jemand freundlich riecht, ein bisschen Chaos in sich trägt und vielleicht Snacks –

dann belle ich dosiert.

Einmal.

Vielleicht zweimal.

Strategie.

Bruno hingegen war eher Team „Alles oder nichts“.

WUUUUFF!

WUUUUFF!

WUUUUFF!

„Du verschreckst sie“, sagte ich.

„ICH BIN EHRLICH!“, brüllte er.

„Du bist laut“, korrigierte ich.

Abends, wenn es ruhiger wurde, legte ich mich hin.

Ich hörte Bruno schnarchen.

Susi murmelte Träume.

Cleopatra sprang lautlos auf ihren Thron.

„Du bist wählerisch“, sagte sie einmal von oben.

„Ja“, antwortete ich.

„Warum?“

Ich dachte kurz nach.

„Weil ich nicht irgendwohin will.“

Sie sah mich lange an.

„Mutig“, sagte sie schließlich.

Ich hob eine Augenbraue.

„Intelligent.“

Ich bin Panda.

Ich wohne im Zwinger drei.

Ich habe Nachbarn mit Ego, Informationsnetzwerk und Schnurrhaaren.

Und ich weiß eins:

Ich werde hier nicht für immer bleiben.

Aber solange ich hier bin,

führe ich meinen kleinen Club mit Stil.

Kapitel 3 – Der große Futter-Skandal (und warum man niemals Karotten unterschätzt)

Ich sach mal so:

Im Tierheim gibt es drei heilige Dinge.

Spaziergang.

Streicheleinheiten.

Futter.

Und mit Punkt drei spielt man nicht.

Es war ein ganz normaler Morgen.

Die Sonne fiel durch die kleinen Fenster.

Bruno schnarchte wie ein startender Lastwagen.

Susi flüsterte schon Gerüchte durch die Gitter.

„Heute gibt’s was Besonderes“, sagte sie bedeutungsvoll.

Ich hob den Kopf.

Geruchsanalyse aktiviert.

Und tatsächlich.

Das war nicht das übliche „Trockenfutter mit leichtem Hauch von Kompromiss“.

Das roch nach Dose.

Nach Soße.

Nach Glück.

Dann kam die Praktikantin.

„So ihr Süßen! Heute gibt’s Nassfutter!“

NASSFUTTER.

Bruno war sofort wach.

Susi drehte Kreise wie ein aufgezogenes Spielzeug.

Ich blieb ruhig.

Würde.

Man zeigt nicht sofort Begeisterung.

Man wirkt kontrolliert.

Die Näpfe wurden verteilt.

Einer nach dem anderen.

Schmatzgeräusche erfüllten den Raum.

Mein Napf wurde vor mich gestellt.

Ich blickte hinein.

Stille.

Karotten.

Karotten.

Mit Diätfutter.

Mit Karotten.

Ich blinzelte.

Vielleicht war das ein Test.

Ich sah nach links.

Bruno schmatzte.

Mit geschlossenen Augen.

Mit Soße.

Mit meiner Soße.

Ich sah nach rechts.

Susi flüsterte:

„Das ist dein Napf.“

Ich blickte wieder in meine Schüssel.

Eine Karotte starrte mich an.

Frech.

Orange.

Unverschämt.

Ich bin ein Hund.

Kein Kaninchen.

Phase eins: Diplomatie.

Ich schnupperte.

Sehr kritisch.

Dann setzte ich mich neben den Napf.

Und tat – nichts.

Man muss Menschen Raum geben, Fehler selbst zu erkennen.

Keine Reaktion.

Phase zwei: Subtile Unzufriedenheit.

Ich schob den Napf leicht mit der Pfote an.

Klack.

Wieder nichts.

Bruno seufzte glücklich.

„Ohhhh jaaaa. Mit Soße.“

Mit. Soße.

Ich atmete tief durch.

Phase drei: Öffentlichkeitsarbeit.

Ich setzte meinen Blick auf.

Den Blick.

Große Augen.

Leicht schiefer Kopf.

Eine Spur Enttäuschung.

Die Praktikantin kam zurück.

„Na Panda? Frisst du nicht?“

Sie beugte sich vor.

Sah meinen Napf.

Sah Brunos Napf.

Stille.

„Bruno! Das ist doch nicht deins!“

Bruno erstarrte.

Ein Tropfen Soße fiel von seiner Schnauze.

„Missverständnis“, murmelte er.

Natürlich.

Die Näpfe wurden getauscht.

Mein Napf kam zurück.

Mit Soße.

Mit richtiger, ehrlicher, würdevoller Soße.

Ich sah Bruno an.

Er sah mich an.

„Respekt“, sagte er leise.

„Organisation ist alles“, antwortete ich.

Ich beugte mich vor.

Ein erster Bissen.

Harmonie.

Dann – Schatten.

Eine Bewegung.

Elegant.

Leise.

Cleopatra.

Zack.

Ein Stück Soße verschwand.

„Katzensteuer“, sagte sie trocken.

Ich erstarrte.

Steuer?

Ich bin kein Staat.

Ich bin Panda.

Ich sah in meinen Napf.

Weniger Soße.

Ich sah Cleopatra an.

Sie leckte sich die Pfote.

Langsam.

Provokant.