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Nala, ein Rhodesien Ridgepack mit sanften Gemüt kommt in eine neue Familie. Dort trifft er zuerst auf einen Kater, der schon länger dort wohnt. Na, das kann ja lustig werden. Nala erlebt viele Abenteuer und musssehen, wie sie mit dem Kater zurecht kommt. Sie lernt Einzelne Familiemitglieder kennen und hat zu jedem ihre eigene Beziehung. Besonders zu Opa Frauchen und Herrchen, heißen Mama und Papa, wie das in vielen Familien so üblich ist.
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Seitenzahl: 102
Veröffentlichungsjahr: 2026
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Die Geschichte von Nala
Rainer Weber
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Impressum
© 2026 Rainer Weber
Alle Rechte vorbehalten.
Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist
urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb
der engen Grenzen des Urheberrechtsgetzes ist ohne
Zustimmung des Autor unzulässig und strafbar.
Die gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen,
Mikroverfilmungen und die Verarbeitung in elektronischen
Systemen.
Umschlagsgestaltung und Fotos: Rainer u. Nicole Weber
Veröffentlich über epubli – ein Service der Epubli GmbH, Berlin
ISBN:
Gedruckt in Deutschland
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Widmung
Für alle,
die wissen, dass Hunde nicht nur Haustiere sind –
sondern Herzbewohner.
Prolog
Ich bin Nala.
Und ja – ich weiß, ich sehe beeindruckend aus.
Groß. Stark. Edel.
Ein kleiner Muskelberg mit sanften Augen.
Ich gehöre der Rasse Rhodesian Ridgeback an.
Meine Art stammt aus dem südlichen Afrika. Früher nannte man uns sogar
„afrikanische Löwenhunde“, weil wir mutig waren und angeblich selbst vor
Löwen keine Angst hatten.
Also.
Ich persönlich habe ja schon Respekt vor dem Staubsauger.
Aber gut. Man kann nicht alles haben.
Es heißt, wir seien geborene Jagdhunde.
Da wäre ich allerdings sehr weit von entfernt.
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Ich jage höchstens Kuscheldecken.
Oder die Hand, die mich gerade kraulen will.
Ich kuschle lieber.
Ich knutsche Menschen gern ab – auch ungefragt.
Und ich finde: Zuhause ist sowieso der beste Ort auf der Welt.
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Inhalt
Kapitel 1 - Eine von Neunzehn ................................ ................................ .............................. 7
Kapitel 2 - Liebe auf zwei Beinen ................................ ................................ ......................... 9
Kapitel 3 - Der große Abholtag ................................ ................................ .......................... 14
Kapitel 4 - Ein Dorf, ein Kratzbaum und eine gewisse Maggie ............................. 21
Kapitel 5 - Mama, Papa und andere Verwirrungen ................................ ................... 28
Kapitel 6 - Das große Gassi -Desaster ................................ ................................ .............. 37
Kapitel 7 - Maggie gegen Nala – Das Duell ................................ ................................ .... 47
Kapitel 8 - Der Staubsauger – und wie Maggie mein Leben rettete ................... 58
Kapitel 9 - Papa allein zu Haus – Ein Erfahrungsbericht ................................ ........ 67
Kapitel 10 - Mama und ich ................................ ................................ ................................ ... 82
Kapitel 11 - Wachstumsschub – oder: Wer ist hier eigentlich der Chef? ......... 92
Kapitel 12 - Opa, Fische und ein sehr nasses Begrüßungsritual ....................... 104
Kapitel 13 - Zwischen Aquarien und Herzschlag ................................ .................... 116
Kapitel 14 - Enkelhund im Dienst – oder: Hundesitting in Perfektion ........... 123
Kapitel 15 - Ein leiser Moment ................................ ................................ ....................... 134
Kapitel 16 - Oma Hilla – Der Drache mit Dauerwelle ................................ ............ 142
Kapitel 17 - Zuhause ist Opa anders ................................ ................................ ............. 154
Kapitel 18 - Wenn das Blubbern leiser wird ................................ ............................. 164
Kapitel 19 - Rente mit Hund ................................ ................................ ............................ 175
Kapitel 20 - Oma Marianne – Die Hüterin der Pantoffeln ................................ .... 186
Kapitel 21 - Plätzchen, Lachsbrötchen und diplomatische Krisen .................. 208
Kapitel 22 - Nicht mehr unendlich ................................ ................................ ................ 237
Kapitel 23 - Sternenklar ................................ ................................ ................................ ..... 249
Kapitel 24 - Empfangsdame auf vier Pfoten ................................ .............................. 261
Kapitel 25 - Blaulicht ................................ ................................ ................................ .......... 272
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Kapitel 26 - Der leere Sessel ................................ ................................ ............................ 286
Kapitel 27 - Ein echter Kumpel ................................ ................................ ....................... 296
Kapitel 28 - Gestorben ................................ ................................ ................................ ........ 317
Kapitel 29 - Abschied im Haus ................................ ................................ ........................ 327
Kapitel 30 - Engel ................................ ................................ ................................ ................. 340
Kapitel 31 - Mehr als ihr denkt ................................ ................................ ....................... 350
Kapitel 32 - Mit einem Auge nach oben ................................ ................................ ...... 360
Kapitel 33 - Der Sessel bleibt ................................ ................................ ........................... 368
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Kapitel 1 - Eine von Neunzehn
Geboren wurde ich im Kreis einer sehr großen Familie.
Sehr groß.
Ich hatte achtzehn Geschwister.
Ja, du hast richtig gelesen. Achtzehn.
Wenn wir alle nebeneinanderlagen, sahen wir aus wie eine lebendige
Teppichrolle mit Pfoten. Und wenn Essenszeit war, dann herrschte Krieg.
Kein höfliches „Nach dir, Schwesterherz“.
Kein „Oh bitte, nimm du doch die bessere Stelle“.
Nein.
Es war ein Gedränge, ein Geschiebe, ein Gerangel.
Wer zu langsam war, hatte verloren.
Und verlorene Plätze bedeuteten: weniger Milch.
Ich war nicht die Größte.
Nicht die Lauteste.
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Aber ich war schnell.
Sehr schnell.
Und hungrig.
Trotzdem ging es mir gut.
Wir spielten. Wir purzelten übereinander. Wir schliefen in warmen Haufen.
Alle waren lieb zu mir. Die Menschen rochen freundlich. Meine Mama war
immer da.
Ich machte mir keine Sorgen darüber, wie das Leben kommen würde.
Warum auch?
Für mich bestand die Welt aus Milch, Wärme, Geschwistern und dem
wunderbaren Geräusch schmatzender kleiner Hunde.
Und ich war mittendrin.
Ich war Nala.
Und ich hatte keine Ahnung, dass das alles erst der Anfang war.
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Kapitel 2 - Liebe auf zwei Beinen
Auf der anderen Seite des Planeten –
also ungefähr hundert Kilometer von mir entfernt –
lebte ein Mann namens Sebastian.
Sebastian ist fünfunddreißig Jahre alt.
Und seine Frau Nicole, ein wenig jünger, hatte einen Plan.
Nicole wollte schon immer einen Hund.
Schon. Immer.
Sebastian war von dieser Idee … sagen wir … verhalten begeistert.
Er stellte Fragen wie:
„Wer geht mit ihm raus, wenn es regnet?“
„Was ist mit Urlaub?“
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„Und Haaren? Ich habe gehört, Hunde verlieren Haare.“
Nicole stellte nur eine einzige Frage:
„Warum eigentlich nicht?“
Und irgendwann – ich vermute nach einer strategisch klugen Mischung aus
Argumenten, liebevollem Lächeln und vielleicht einem selbst gebackenen
Kuchen – ließ Sebastian sich überzeugen.
So begann ihre Suche.
Nicole wollte keinen kleinen Handtaschenhund.
Nein. Wenn schon, denn schon.
Sie hatte sich in die Rasse Rhodesian Ridgeback verliebt. Groß. Elegant.
Kraftvoll. Ein Hund mit Präsenz.
Ein afrikanischer Löwenhund.
(Man erinnere sich: Ich habe Respekt vor Staubsaugern.)
Es wurden spezielle Hefte studiert. Anzeigen gelesen. Internetseiten
durchforstet.
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Und irgendwann fanden sie einen Züchter, der einen sehr guten Eindruck
machte.
Man telefonierte.
„Ja, wir haben Welpen“, sagte eine freundliche Stimme am anderen Ende.
„Aber sie bleiben noch eine Weile bei der Mutter. Das ist wichtig. Für die
Entwicklung. Für die Bindung.“
Sehr vernünftig, diese Menschen.
Ich war nämlich noch schwer beschäftigt mit Wachsen, Spielen und dem
täglichen Kampf um die beste Milchbar -Position.
Doch Sebastian und Nicole durften uns schon besuchen.
Ich erinnere mich noch.
Der Tag roch anders.
Neue Menschen. Neue Schuhe. Neue Stimmen.
Ich war neugierig – natürlich war ich neugierig. Ich bin schließlich ich.
Sie standen da. Beobachteten uns.
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Meine Geschwister spielten verrückt, kletterten übereinander, versuchten
besonders süß oder besonders wild zu wirken.
Ich weiß nicht, warum ich es geworden bin.
Vielleicht war ich gerade nicht am lautesten.
Vielleicht habe ich nicht am stärksten geschubst.
Vielleicht habe ich einfach nur geschaut.
Nicole sah mich an.
Und ich sah zurück.
Es war kein langer Moment.
Aber er war ruhig.
In diesem Blick lag etwas Warmes. Etwas Weiches.
Kein „Oh wie süß!“ – eher ein „Da bist du ja.“
Und ich spürte, dass sie mich wirklich sah.
Ich tappste ein paar Schritte auf sie zu.
Setzte mich.
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Neigte den Kopf leicht schief – ja, ich kann das sehr gut.
Und sie lächelte.
„Die da“, sagte sie leise.
Sebastian nickte.
Er tat so, als würde er noch prüfen. Aber ich habe gesehen, wie sein Blick
weich wurde.
So wurde die Sache mit mir dingfest gemacht.
Natürlich wusste ich davon noch nichts im Detail. Verträge interessieren
Welpen eher wenig.
Ich wusste nur:
Diese beiden rochen gut.
Nicht nach Angst. Nicht nach Hektik.
Sondern nach Zuhause.
Ich musste noch ein paar Wochen bleiben, wo ich war.
Noch einmal rangeln. Noch einmal mit meinen Geschwistern einschlafen.
Noch einmal bei Mama anlehnen.
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Aber tief in meinem kleinen Hundebauch war ich mir sicher:
Diese zwei Beine da draußen würden meine neuen Menschen werden.
Und ich glaube, sie werden gute Adoptiveltern abgeben.
Zumindest hoffe ich, dass sie genug Platz im Bett haben.
Kapitel 3 - Der große Abholtag
Der Tag der Tage rückte näher.
Ich merkte das.
Nicht, weil ich Kalender lesen kann – ich bin schließlich ein Hund.
Sondern weil alle plötzlich ein bisschen aufgeregter rochen.
Und dann standen sie da.
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Sebastian.
Nicole.
Mit diesem Blick.
Mit diesem „Heute -ist-es-soweit“ -Gesicht.
Sie hatten ein Auto dabei. Ein sehr großes Ding mit Rädern, das brummt und
riecht wie Abenteuer gemischt mit Sitzpolster.
Später erfuhr ich, dass sie Vorbereitungen getroffen hatten.
Eine Kuscheldecke lag bereit.
Wasser.
Leine.
Halsband.
Vermutlich auch Nerven aus Stahl – die sollten sie jedenfalls brauchen.
Als sie ausstiegen, erkannte ich sie sofort.
Menschen haben einen eigenen Geruch.
Und ihrer roch nach Vorfreude.
Ich lief los.
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Also eigentlich lief ich los – wurde aber auf halber Strecke von zwei
Geschwistern überrollt, rappelte mich wieder auf, schüttelte mich würdevoll
und lief weiter.
Nicole ging in die Hocke.
„Da ist sie“, sagte sie.
Und wisst ihr was?
Sie erkannte mich wieder.
Von achtzehn Geschwistern.
Achtzehn!
Wir sahen uns ähnlich.
Okay, vielleicht nicht identisch. Aber doch sehr hundlich.
Und trotzdem wusste sie sofort, wer ich war.
Das, meine Damen und Herren, nenne ich besondere Verbindung.
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Sebastian lächelte.
Er versuchte cool zu wirken, aber ich sah es.
Er war genauso verliebt.
Dann begann der offizielle Teil.
Unsere Züchterin – eine Frau mit klarem Blick und einem Herzen, das nach
Hundefutter und Fürsorge roch – erklärte alles ganz genau.
Futterzeiten.
Schlafrhythmus.
Erziehung.
Was man darf.
Was man auf keinen Fall darf.
„Konsequent bleiben“, sagte sie.
„Nicht alles durchgehen lassen.“
Ich merkte mir das.
Man muss schließlich wissen, wo man später ansetzen kann.
Sebastian nickte sehr ernst.
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Nicole hörte aufmerksam zu.
Beide taten so, als hätten sie alles im Griff.
Ich wusste es besser.
Dann kam der Moment des Abschieds.
Bei uns ist das nicht so dramatisch wie bei Menschen.
Kein Taschentuch.
Kein „Schreib mir, wenn du angekommen bist“.
Wir wissen, dass wir in Familien kommen, die es gut mit uns meinen.
Unsere Züchterin hatte die beiden geprüft – auf Herz und Nieren.
Hätte sie auch nur den kleinsten Zweifel gehabt, wäre alles abgesagt worden.
Aber sie schaute mich an, streichelte meinen Kopf und sagte leise:
„Du kommst in ein gutes Zuhause.“
Und ich glaubte ihr.
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Ich verabschiedete mich von meinen Geschwistern –
ein letzter Rempler, ein letzter Nasenstupser.
Meine Mama leckte mir über die Stirn.
Dann wurde ich hochgehoben.
Ich war offiziell unterwegs in mein neues Leben.
