15,99 €
Ein bewegtes Leben mit einem entscheidenden Ziel: Sex. Joachim König beginnt bereits früh, sich dafür zu interessieren und nach sexuellen Erlebnissen zu suchen. Stets möchte er seinen Drang befriedigen und so treibt es ihn von Frau zu Frau, während er weiter bei seinen Eltern wohnt und sich nicht nach einer festen Bindung sehnt. So kommt er bald mit der Prostitution in Kontakt, wo er einerseits als Stammgast auftritt und zum anderen in Kürze anfängt, selbst ins Geschäft einzusteigen. Neben seinem Hauptberuf als Kfz-Lackiermeister beginnt er, sich als Bordellbetreiber zu verdingen und findet immer mehr Geschmack am horizontalen Gewerbe. Was ihn vor allem reizt, ist allerdings nicht das große Geld, sondern der einfache Zugang zu erotischen Erfahrungen, von denen er einiges zu berichten hat …
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 314
Veröffentlichungsjahr: 2023
Impressum
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie.
Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.d-nb.de abrufbar.
Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Film, Funk und Fernsehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger, elektronische Datenträger und auszugsweisen Nachdruck, sind vorbehalten.
© 2023 novum publishing
ISBN Printausgabe: 978-3-99131-821-7
ISBN e-book: 978-3-99131-822-4
Lektorat: Dominique Schmidt
Umschlagfoto: Axel Bueckert | Dreamstime.com
Umschlaggestaltung, Layout & Satz: novum publishing gmbh
Innenabbildungen: Joachim König
www.novumverlag.com
Inhalt
Teil I
Mein Leben zwischen dem 14. und dem 31. Lebensjahr, wo ich über Sexerlebnisse schreibe, die nicht so alltäglich waren, die ich im romanartigen Stil beschreibe.
*****
Teil II
Meine anschließende 10–12-jährige Bordellbetreiberzeit, die sich jetzt mehr aufklärerisch statt romanartig liest, und ich weniger über sexuelle Erlebnisse schreibe – aber auch – als vielmehr über die gefühlte unterschiedliche männliche und weibliche Sexualität, die ich sozusagen live erlebte und nicht aus Büchern erfuhr, wozu auch Geschlechtsehregefühle gehören, weibliche wie männliche und überhaupt Männlichkeitsgefühle sowie Weiblichkeitsgefühle, die es ohne Sexualitätserleben nie geben würde. Alles wird ausgelöst – das wissen wir alle – durch einen unterschiedlich verteilten Hormonstatus von Mann und Frau, was heißt, das alles ist uns angeboren und nicht anerzogen worden und gegen diese ausgelösten Gefühle sind unser Verstand und unsere Vernunft machtlos. Man kann Gefühle niemals umerziehen oder verbieten. Man kann sie höchstens bis zu einer gewissen Schmerzgrenze unterdrücken durch Androhung z. B. von Gefängnisstrafen. Nur unser biologisches Alter kann Gefühle wirkungsloser machen. Ich habe darüber hinaus durch meine Bordelle herausgefunden, dass Rassismus, ausgehend von weißen Männern zu schwarzen Männern, auch viel mit Sexualität zu tun hat, was leider ein Tabuthema in unserer Gesellschaft ist. Ich hoffe nicht, dass das nun eine negative Auswirkung auf dieses Buch hat. Und ich beschreibe, weshalb es in einer Silvesternacht auf dem Kölner Domplatz zu sexuellen Übergriffen von jungen Männern aus anderen Kulturkreisen gekommen ist, die ich ebenfalls als Gäste in meinem Bordell erlebte.
*****
Teil III
Ich schreibe anschließend über die Liebe, die der beliebte Philosoph David Precht als ein unordentliches Gefühl beschreibt, was es aber nicht ist. Die Liebe ist uns Menschen nicht mit angeboren worden, weil sie nichts mit biologischen Genen zu tun hat.
*****
Teil IV
Anschließend schreibe ich über meine Sexerlebnisse mit Frauen bis zu 95 Jahren, wieder nun in einem romanartigen Stil, die ich im Alter anders genossen habe als in der Jugend, wo nur meine sexuelle Triebabreaktion im Vordergrund stand.
Teil I
Hallo, werte Leserinnen und Leser,
ich weiß natürlich, wenn sich ein Buch durch die ersten drei bis vier Seiten nicht spannend liest, dann wird es in die Tonne geschmissen. Dieses Problem habe ich nun auch mit diesem Buch, weil ich ganz einfach zunächst beschreiben muss, warum ich es überhaupt geschrieben habe. Denn viele Menschen würden doch sagen, wen interessiert es schon, was ein Mann für Sexerlebnisse in seinem Leben erlebt hat. Man wird sagen, anscheinend hat der wohl keinen Friseur, dem er das erzählen kann, denn wie gevögelt wird, das wissen wir doch alle selbst. Und fragen sich nun, was so spannend sein soll, dass man für solch einen Blödsinn auch noch Geld ausgeben soll. Wobei ich schon glaube, dass ich als ehemaliger Bordellbetreiber, der ich zirka 12 Jahre lang mal war, und mit meinen Sexerlebnissen mit Frauen bis zum 95. Lebensjahr schon ausschweifend und brisant berichten kann.
Achtung, alles, worüber ich in diesem Buch schreibe, habe ich wirklich erlebt und nichts hinzugesponnen. Dies ist ein autobiografisches Buch. Ich schreibe aber vieles im Stil eines Romans, wenn es um meine Sexerlebnisse geht, das liest sich einfach besser.
Bevor ich mit meinen Erlebnissen beginne, muss ich noch zwei Anmerkungen loswerden. Erstens:
Ich bezeichne nur das männliche Sexualitätsgefühl als ein lebensbejahendes Gefühl, das ein Wissenschaftler als Motor und Antriebskraft des Lebens bezeichnet und sich deshalb das Wort lebensbejahendes sexuelles Triebgefühl durch das ganze Buch hindurchzieht, sofern es um männliche sexuelle lebensbejahende Gefühle geht und ich nun andererseits das weibliche Geschlechtstriebgefühl nicht als ein lebensbejahendes Triebgefühl anerkenne.
Fakt ist, nur das männliche sexuelle Triebgefühl steht im Dienst der Fortpflanzung unserer Spezies und bejaht damit neues Leben. Das heißt, die weibliche Sexualität steht nicht im Dienst der Fortpflanzung von uns Menschen und ich zitiere unterstützend für meine Behauptung die Wissenschaft.
„Was nützt eigentlich der Orgasmus einer Frau? Sie kann Kinder bekommen, genauso viele ohne Orgasmus wie mit Orgasmus. Aber ohne Orgasmus eines Mannes kann es keine Kinder geben. Ein männlicher Orgasmus ist zwingend erforderlich.“ Zitat Ende. Das alles heißt aber nun auf keinen Fall, dass Frauen sexuell nicht sehr triebstark sein können oder werden. Im Gegenteil, Frauen können sexuell so triebstark werden, dass sie viele Männer sexuell überfordern und viele Frauen die Auslebung ihrer weiblichen Sexualität sogar als ihren Lebensmittelpunkt ausleben. Nur steht ihre Sexualität, wie gesagt, nicht im Dienst der Fortpflanzung. Und wir wissen ja, dass selbst durch Vergewaltigungen neues Leben gezeugt werden kann. Wobei wohl in den allerseltensten Fällen Frauen einen Orgasmus bei einer Vergewaltigung erleben, nur völlig ausgeschlossen ist das auch nicht immer. Denn Vergewaltigungen sind nicht nur durch Brutalität, durch Körperverletzung, sondern auch durch Einschüchterung und Abhängigkeit gekennzeichnet, der man nicht entfliehen kann.
Es gibt nun drei Gründe, warum ich dieses Buch schreibe.
Der erste Grund heißt Pandemie. Ich schreibe das Buch, um meine Langeweile zu vertreiben. Zweitens ist aber die ehemalige Nachrichtensprecherin Petra Gerster vom ZDF, die bestimmt viele von euch Lesern und Leserinnen kennen, eine treibende Kraft gewesen. Ich habe einmal das Thema Liebe beschrieben, das der beliebte Fernsehphilosoph David Precht einmal als ein unordentliches Gefühl beschrieb, was es gar nicht ist. Von der Liebe scheint David Precht eher mal keine Ahnung zu haben. Jedenfalls hatte ich dieses Thema Liebe einmal Petra Gerster im Jahre 2009 – das sind jetzt 12 Jahre her – zugesandt. Ich dachte, diese Journalistin würde sich bestimmt dafür interessieren. Und Petra Gerster hat mir auch geantwortet. Ich zitiere wörtlich:
„Die Liebe ist zwar ein interessantes Thema, aber nicht meins – jedenfalls nicht zurzeit. Aber schreiben Sie doch ein Buch über Ihre Erfahrungen im Kiez, das wird sicher Erfolg haben. Sie können ja gut mit Sprache umgehen, wie man sieht.“ Zitat Ende.
Und genau das werde ich heute im Jahre 2022 am Ende meines Lebens tun.
Im Übrigen ist ein mir bekannter Doktor der Philosophie der gleichen Meinung wie Petra Gerster, dass ich mit Sprache gut umgehen kann. Er sagte sinngemäß, es kommt bei einem Buch, das man schreibt, vor allem darauf an, wie lesbar man es schreibt, und er hat mir auch dazu geraten.
Falls ich das Buch fertig bekomme, werde ich das Buch Petra Gerster zusenden, aber nur, um ihr zu beweisen, dass ich nach 12 Jahren ihren Rat befolgt habe. Frau Gerster braucht das Buch gar nicht zu lesen, darum geht es mir nicht. Sie soll nur registrieren, dass ich nach 12 Jahren ihren Rat befolgt habe und sie kann es dann ungelesen entsorgen, denn es wird ihr ganz bestimmt nicht gefallen. Vielleicht würde Petra Gerster es bereuen, mir den Rat gegeben zu haben. Ich bin davon fest überzeugt. Erst heute im Jahr 2022 habe ich ja erfahren, dass Petra Gerster eine Feministin ist. Ich sage schlimm, schlimm, wenn sie dieses Buch lesen würde.
Ich bin dennoch der Meinung, dass kaum jemand das lesen will, was ich geschrieben habe, weil ich keinen gesellschaftlichen Bekanntheitsgrad habe. Wer interessiert sich schon für ein Buch, das ein völlig unbekannter Typ aus der unteren Gesellschaftsschicht geschrieben hat. Würde z. B. ein Mike Jagger oder J. F. Kennedy ein Buch geschrieben haben über seine Sexerlebnisse von 14–80 Jahren, dann würden diese Bücher Bestseller werden, obwohl sie höchstens mit noch mehr Mädels und Frauen Sex erlebten als ich. Das wäre der einzige Unterschied, obwohl ich auch mit mehreren hundert Mädels und Frauen Sex hatte und ein Mike Jagger oder ein Präsident Kennedy Sex nicht anders erleben kann als ich. Es gibt halt keinen Prominentensex oder Hartz-IV-Sex. Selbst Menschen in Bangladesch, die Ärmsten der Armen, die auf den Gräbern ihrer Ahnen leben, können Sex nicht anders erleben als ein Präsident von Amerika. Ich werde jedenfalls niemals das Geld zurückbekommen, das ich in dieses Buch investieren werde. Das ist auch nicht nötig.
Ich brauche kein Geld mehr in meinem noch verbleibenden eher kurzen Leben. Es reicht aus für die noch kurze Lebenszeit. Aber ich hatte einfach das Bedürfnis, anderen Menschen etwas mitzuteilen, was ich persönlich für wichtig halte. Selbst dann, wenn es für die meisten Menschen so ziemlich das Unwichtigste der Welt ist. Aber was schrieb schon der Philosoph Arthur Schopenhauer vor zirka 150–200 Jahren? Ich zitiere sinngemäß: Unser Wille, etwas durchzuführen, ist sehr oft stärker als unsere Vernunft, und ich bin meist ein unvernünftiger Mensch.
Aber nun komme ich langsam zu dem Lebensabschnitt, der mich prägte, bis heute zum 80. Lebensjahr. Daran beteiligt war einerseits ein älterer Hausmitbewohner, der bis heute mein Freund ist und mich in mein Leben sozusagen einführte. Ohne seine Freundschaft wäre mein Leben etwas anders abgelaufen. Dazu bald mehr. Zum anderen wurde mein Leben geprägt natürlich durch meinen immer stärker aufkommenden Sexualtrieb, den ich selbst in dieser Auslebung nun nicht als normal empfand, der aber doch normal war, weil er im Alter einfach von selbst nachgelassen hat. Die Natur in mir nahm sich leider ganz unerfreulich zurück aus meinem Körper, doch nicht vollständig. Auf jeden Fall stellte ich fest, dass mein Sexualtriebgefühl immer mehr über mein Leben bestimmte. Ich ordnete mich diesem völlig unter.
Eine Ehe, eine Familie zum Beispiel, wie sie mir beispielhaft meine Eltern vorlebten, war für mich unvorstellbar. Treue war für mich ein Fremdwort. Ich wurde zum Frauenkörperjäger, der selbst gejagt wurde durch seinen Sexualtrieb. Aber dennoch gab es immer auch eine andere Seite in mir. Ich brauchte einerseits die totale Freiheit zum Jagen, andererseits musste ich unbedingt Geborgenheitsgefühle erleben durch einen anderen Menschen. Ich konnte allerdings nun bei einer fremden Person, die ich erst kennenlernen musste, keine Geborgenheitsgefühle erleben, wenn ich nicht imstande war, Geborgenheitsgefühle zurückzugeben. Keine Frau kann durch mich Geborgenheit erleben, wenn ich mich ständig durch andere Körperfrauen sexuell abreagieren will, obwohl mich der Mensch, zu dem der Körper gehörte, überwiegend nicht interessierte. Da blieb mir also nur mein Elternhaus. Das war für mich meine feste Burg, wo ich immer Geborgenheit erlebte, denn schließlich musste ich meiner Mutter gegenüber nicht sexuell treu sein, um es mal scherzhaft auszudrücken. Aber auch durch meinen Vater erlebte ich Geborgenheits- und Sicherheitsgefühle und konnte nun immer aus meiner festen Burg ausziehen, neue Abenteuer erleben.
Schon im Alter von 14 Jahren, als ich noch zur Schule ging, erlebte ich sexuelle Fantasien in meinem Kopf, die ich nicht für normal hielt. Ich sah immer Frauen von hinten gebückt vor mir mit Strapsen, an denen schwarze Nylonstrümpfe befestigt waren und die ihre langen Beine dann in hohe Hackenschuhe steckten, wobei mich das Gesicht einer Frau gar nicht interessierte, wegen meiner hätte ein Frauengesicht sechs Ohren haben können und auf ihrem Kopf Bananen wachsen, das hätte mich gar nicht interessiert. Auf jeden Fall hörte ich in meiner Fantasie, dass mich Frauen aufforderten: „Achim, errege dich an unserem Geschlechtsorgan und komme dann rein in uns und erlebe die stärksten lebensbejahenden sexuellen Triebgefühle, die ein Mann überhaupt erleben kann.“ Und jedes Mal bekam ich bei dieser Vorstellung einen Steifen und musste mich durch Selbstbefriedigung erlösen. Dazu schrieb Sigmund Freud schon in den Jahren 1904–1905, ich zitiere aus dem Zusammenhang: „Die Quelle des Triebes ist ein erregender Vorgang in einem Organ und das nächste Ziel des Triebes liegt in der Aufhebung des Organreizes.“ Zitat Ende. Das war in meinem Fall die Selbstbefriedigung, weil mir das Körperorgan der Frau nicht zur Verfügung stand.
Man könnte nun den Eindruck gewinnen, als hätte das etwas mit Perversität zu tun, denn Tatsache ist ja, dass durch diese Körperorgane ekelige Ausscheidungen in der Toilette entsorgt werden. Dazu schreibt Sigmund Freud einmal mehr. Ich zitiere aus dem Zusammenhang: „Es scheint unzweifelhaft zu sein, dass der Begriff des Schönen nur auf dem Boden der Sexualerregung wurzelt und ursprünglich das sexuell Reizende bedeutet. Es steht im Zusammenhang damit, dass die Genitalien selbst, deren Anblick die stärkste sexuelle Erregung hervorruft, eigentlich niemals als schön empfunden werden kann.“ Zitat Ende.
Und jetzt aufgepasst. Ein Satz von dem, was ich gerade zitiert habe, bildet die Grundlage meiner Sexualität, die über mein Leben bestimmte. Ich zitiere noch einmal diesen Satz: „Durch den Anblick der Genitalien erleben wir die stärkste sexuelle Erregung.“ Zitat Ende. Wie gesagt, das schrieb kein geringerer Wissenschaftler als Sigmund Freud.
Und in meinem ganzen Leben wollte ich ständig diesen Anblick genießen und mich ständig sexuell erregen. Es gab nichts anderes in meinem Leben, das in mir so starke Gefühle auslöste wie das lebensbejahende Gefühl. Selbst Reichtum, der kein lebensbejahendes Gefühl auslöst, wohl aber ein lebenswertes, auch den hätte ich nicht eintauschen wollen gegen ein lebensbejahendes Sexualtriebgefühl.
Wie gesagt, im Alter von 14 Jahren ging ich noch zur Schule. Ab der 6. Klasse, als die Grundschule beendet war, wurde aussortiert, die Blöden, wie ich einer war, kamen nur auf die Oberschule Praktischen Zweigs, so nannte man das früher, die etwas Intelligenteren kamen auf die Oberschule, die man Technischen Zweig nannte und die ganz Schlauen kamen auf die Oberschule Wissenschaftlichen Zweigs. Wir Schüler und Schülerinnen erlebten uns nun gemischt in einer Klasse. In der Grundschule war das noch nicht üblich gewesen. Ich persönlich halte aus pädagogischen Gründen eine gemischte Schulklasse für nicht besonders sinnvoll, aber das ist ein anderes Thema. Auf alle Fälle saßen wir wenigstens getrennt. Auf der einen Seite also die Mädchen und auf der anderen Seite wir Jungs. Eines Tages nun wurde eine Schülerin von einer Lehrkraft nach vorne zur Tafel gerufen. Auf dem Weg dahin geriet sie ins Stolpern und flog bäuchlings der Länge nach hin. Dabei rutschte ihr Kleid sehr hoch und das verschaffte mir einen wunderschönen Anblick, der Unruhe in meiner Hose auslöste. Ich sah zwei wunderschöne Beine, die in fleischfarbenen Nylonstrümpfen steckten, die an Strapsen befestigt waren. Statt ihr nun zu helfen, aufzustehen, erfreute ich mich lieber weiter an diesem wunderschönen erregenden Anblick. Andere Jungs halfen ihr dann. Fortan war diese Klassenkameradin, sie hieß Eva, Teil meiner nächtlichen Fantasievorstellungen. Ich hatte jetzt nur ein Ziel vor Augen, ich musste Eva auf die Matte bekommen. Aber wie sollte das geschehen? Ich sah scheiße aus, kein Mädel fiel bei meinem Anblick, meiner „Schönheit“, in Ohnmacht. Ich brauchte jetzt einfach den Rat eines Frauenverstehers, eines Weiberhelden, der viel Erfahrung mit dem weiblichen Geschlecht hatte. Ich ging auf das 15. Lebensjahr zu und musste mich eigentlich viel mehr um eine Lehrstelle kümmern, was ich zunächst erst einmal völlig verdrängte. Wie gesagt, ich brauchte den Rat eines Weiberhelden und mir kam dabei sehr schnell ein Mitbewohner unseres Hauses in den Sinn, der zirka sechs Jahre älter war als ich, also 20. Dieser Typ passte so gar nicht in unsere Hausgemeinschaft. Er sah eher wohlhabend aus, war zirka 1,80 m groß. Man sah ihn auch sehr selten. Ich schätzte seine Wirkung auf Frauen als sehr hoch ein. Eines Tages sprach ich ihn an, als er seine Wohnungstür aufschloss. Ich sagte, ich habe ein Problem und glaube, dass er mir helfen könne. Er sagte: „Komm rein und erzähl mir von deinem Problem.“ Als ich die Wohnung betrat, stockte mir zunächst der Atem. Mein Mitbewohner, er heißt im Übrigen Horst, war sehr feudal eingerichtet. Ich sah eine schwarze Ledercouchgarnitur und er hatte sogar schon einen Fernseher der ersten Stunde. Man darf nicht vergessen, wir hatten das Jahr 1955, also 10 Jahre nach Kriegsende. Aber am meisten beeindruckte mich ein Teil seines Wohnzimmers mit einem lebensgroßen Spiegel an der Wand. Und rechts und links vom Spiegel hingen Fotos, die Horst abbildeten mit seiner sehr muskulösen Figur, die man nicht vermutet hätte, wenn man ihm auf der Straße in Klamotten begegnete. Ebenfalls an der Wand hing ein Expander und auf dem Fußboden, genau vor dem Spiegel, lagen einarmige Kurzhanteln, das heißt, Horst betrieb offensichtlich Krafttraining und Rauchen und Alkohol waren für Horst auch tabu, wie ich erfuhr. Auf einem kleinen Schränkchen lagen amerikanische Sportjournale herum, auf denen sogenannte Bodybuilder abgebildet waren, wie z. B. Mister Amerika. Dieser Sport war bis zu diesem Tag in Deutschland noch nicht verbreitet, was sich aber schnell änderte. Meine Bewunderung steigerte sich sogar noch, als Horst seinen Garderobenschrank öffnete, in dem maßgeschneiderte, figurbetonende Anzüge hingen. Ich fragte mich innerlich, woher hatte dieser junge Mann so viel Kohle, um sich das alles zu leisten, denn wir hatten – wie schon gesagt – das Jahr 1955. Ich erfuhr, dass Horst Möbeltischler war. Niemals im Leben erfuhr ich, warum Horst so vermögend war. 20 Jahre später kaufte er auch noch Immobilien. Noch bevor ich anfing, über mein Problem zu reden, brannte sich diese Zimmerwand mit dem Spiegel, mit Horst, seinen Figurfotos, den Bodybuilding-Journalen fest in meine Birne ein und ich schwor mir, ich möchte figürlich mal so aussehen wie Horst, denn das beeindrucke bestimmt Frauen, dachte ich mir, und ich würde alles tun, um viele Frauenkörper genießen zu können.
Ich komme nun zurück zu Horst und mein offenbarendes Gespräch. Und tatsächlich hatte Horst Lösungsvorschläge für mein Problem. Zunächst diese: Horst gab mir zwei Bücher zum Lesen. Eines mit der Titelüberschrift „Die hohe Schule der Liebe und Ehe“. Das zweite Büchlein war ein Taschenbuch, aus dem herauszulesen war, was der berühmte Psychoanalytiker Sigmund Freund schon 1905 über die Sexualität geschrieben hatte. Sigmund Freud sollte mir wohl meine sexuellen Fantasien erklären, die nicht unnormal waren.
Horst riet mir nun eindringlich, vor allem das Buch „Die hohe Schule der Liebe und Ehe“ nicht nur zu lesen, sondern mir vieles in meinen Kopf einzuprägen, denn ich müsse Eva mit meinem Wissen locken, ich müsse sie neugierig machen. Wenn Eva schon kein Interesse an mir habe, so dann aber Interesse an meinem sexuellen Wissen. Denn Sexualität sei ganz bestimmt etwas, was auch Eva zunehmend interessieren werde und sie wisse noch nicht alles. Sie werde bestimmt neugierig werden. Horst sagte: „Lese alles erst einmal durch und dann unterhalten wir uns weiter, bevor du versuchst, Kontakt mit Eva aufzubauen.“
Gesagt, getan. Und ich hatte vieles erfahren, z. B. über die Klitoris, also die Stelle, durch die Frauen mehrheitlich Orgasmen erleben, über die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage der Frau und wie es ein Mann durch Training schaffen kann, einen frühzeitigen Orgasmus hinauszuzögern und so weiter.
Jetzt möchte ich einmal zeitlich unterbrechen und sagen, zu der Zeit, als ich mit 14 Jahren dieses Buch gelesen habe über die weibliche Orgasmuserlebung, über die Klitoris, da war noch nicht so viel bekannt, was man heute weiß beziehungsweise was ich heute weiß. Darüber schreibe ich später mehr. Jetzt geht es erst einmal weiter.
Mit diesem Wissen nun, das ich als 14-Jähriger erlernte, besuchte ich Horst. Zunächst fragte er mich ab, er wollte wissen, ob ich die ganze Sache auch ernst nehme. Er riet mir nun, dass ich mir ein überaus hübsches Mädel suche, etwas älter als Eva, und mit ihr einen Deal aushandle. Sie sollte mich von der Schule abholen, was Eva mitbekommen musste. Am besten – so Horst – müsse mich dieses hübsche Mädel kurz umfassen, mir einen flüchtigen Kuss geben und dann müssten wir zusammen weggehen und ich sollte mir diesen Deal zirka 50 DM kosten lassen, das könne eine gute Investition werden. Eva werde bestimmt beeindruckt sein. Sie werde sich innerlich bestimmt fragen, was hast du an dir, dass dieses hübsche Mädel, die hübscher ist als sie, so von dir begeistert ist? Und dann sollte ich am nächsten Tag, wenn die Schule zu Ende war, in kurzem Abstand ohne ein Wort zu wechseln neben Eva herlaufen, da wir beide fast den gleichen Nachhauseweg hatten. Bestimmt würde Eva mich dann irgendwann aus Neugierde ansprechen und ich müsste etwas daraus machen. Ehrlich gesagt, diese Nummer gefiel mir und ich wusste schon, mit welchem hübschen Mädel ich diesen Deal durchziehen wollte. Es war ein Mädel, die zwei Häuser weiter wohnte, die ich oft beim Bäcker sah. Sie hieß Karin. Schon am nächsten Tag fing ich sie ab und bat um ein Gespräch. Sie willigte ein. Ich erzählte ihr alles und die ganze Zeit lächelte sie. Ich wusste nun, ich war auf dem richtigen Weg. Am Ende war unser Deal beschlossen. In der Nacht zum nächsten Schultag konnte ich kaum einschlafen, ich war zu aufgeregt.
Aber der nächste Tag kam und wieder war irgendwann Schulschluss und ich lief zirka 5 Meter vor Eva und da wartete auch schon Karin, die sich sehr sexy angezogen hatte. Sie lachte schon von weitem, wir kamen uns näher und sie umarmte mich, gab mir einen flüchtigen Kuss und wir liefen zusammen weg. Irgendwann verabschiedeten wir uns. Ich gab ihr das Geld und sie wünschte mir viel Glück. Und wieder durchlebte ich eine Nacht, ohne richtig zu schlafen.
Der nächste Tag kam. Ich lief zur Schule und völlig cool betrat ich das Klassenzimmer und es war nichts mehr wie an den Tagen zuvor. Plötzlich war ich jemand Besonderes. Ich musste mir erst einmal dämliche Sprüche meiner männlichen Kameraden anhören, denn alle hatten das mitgekriegt, dass ich von einer Superbraut abgeholt worden war, und ich bemerkte auch die versteckten, fast stechenden Blicke von der Seite, wo die Mädels saßen. Sie sahen mich an, als wäre ich heute das erste Mal in die Klasse gekommen. Sie fragten sich bestimmt, was will die Braut von diesem unscheinbaren Typen? Aber mir gefiel das alles. Ich erlebte dabei ein völlig neues Gefühl, so etwas wie ein Machtgefühl, ein Überlegenheitsgefühl.
Endlich war wieder Schulschluss. Ich lief anderthalb Meter von Eva entfernt. An einer Kreuzung stand sie nun neben mir. Plötzlich fragte sie mich: „Ist deine Freundin viel älter als du?“ Ich dachte, bingo, es funktioniert. Cool antwortete ich: „Ja, sie ist vier Jahre älter als ich.“ – „Gehst du richtig fest mir ihr?“, fragte Eva. Ich antwortete: „Nein, wir leben uns nur sexuell aus.“ Das saß. Sie erlitt fast eine Schockstarre. Ihr Mund war so weit offen, dass ich ihr bis in den Bauch hineinsehen konnte, und bevor sie ihren Mund wieder zumachte, schob ich noch einen Satz nach, den sie schlucken musste. Ich sagte völlig cool: „Das ist eine starke Braut, ich bringe sie innerhalb einer Viertelstunde dreimal zum Orgasmus.“ Wir überquerten die Kreuzung ohne noch ein Wort zu wechseln und ich lief von dannen. Zwei Tage später, auch wieder nach Schulschluss, fragte mich Eva dann: „Sag mal, wie ist das eigentlich mit dem Orgasmus? Ständig höre ich davon, aber erlebt habe ich bis jetzt keinen Orgasmus, weil ich ja bis jetzt noch keinen Sex mit einem Jungen hatte.“ Ich sagte: „Du brauchst gar keinen richtigen Geschlechtsverkehr mit einem Jungen, um einen Orgasmus zu erleben. Du musst doch dein Geschlechtsteil kennen. Du musst doch wohl wissen, wo deine Klitoris ist. Sie ist äußerlich sichtbar und liegt am Scheideneingang. Sie ist in etwa erbsengroß. Die Eichel der Klitoris ist allerdings teilweise oder auch gänzlich durch eine Klitorisvorhaut bedeckt. Die Klitoris sitzt an der vorderen Umschlagfalte der kleinen Schamlippen. Natürlich wäre es schon besser, wenn ein Freund von dir deine Klitoris befühlt wegen der Vorhaut, die unter Umständen leicht zurückgezogen werden müsste.“ Ich dachte natürlich daran, dass ich der Junge wäre. „Wenn du alles weißt, dann weißt du auch, dass du durch eine Selbstbefriedigung orgasmuserlebend werden kannst.“ Darauf antwortete sie, dass sie so genau über ihre Klitoris nicht Bescheid wusste und sie sich zu blöd vorkommen würde, wenn sie selber an sich rumfummeln müsste, so beschrieb sie es. Nun wusste ich es, jetzt war sie mir in die Falle gelaufen. Ich dachte bei mir bloß, hoffentlich finde ich ihre Klitoris, wenn es dazu kommen sollte, denn ich hatte ja auch noch nie eine Muschi live erlebt, sondern nur in meiner Fantasie. Wieder beendete ich das Gespräch und ließ sie wortlos zurück. Es dauerte eine Woche, dann siegte die Neugier bei Eva und sie fragte, ob ich denn eine Gelegenheit hätte, wo wir was machen könnten. Allerdings sagte sie, sie habe noch ein Problem. Sie möchte sich nicht völlig nackt ausziehen, das sei schließlich keine Liebesbeziehung. Ich sagte ihr, das sei kein Problem, das sei nicht nötig. Sie solle sich nur ein Kleid anziehen, dann komme ich auch überall ran.
Ich dachte nun wegen der Gelegenheit nach auf dem Nachhauseweg und da kam mir nur eine Idee in den Sinn. Ich musste meine Eltern bitten, mal für zwei Stunden ins Kino zu gehen und ich bot ihnen dabei an, die Eintrittskarten von meinem Taschengeld zu bezahlen.
Als ich meine Eltern mit meinem Vorschlag konfrontierte, gab es ein gemischtes Echo. Meine Mutter war eher dagegen, und mit Recht. Sie verwies auf den damals gültigen Paragrafen der Kuppelei. Es gab dafür hohe Strafen und außerdem wollte sie wohl auch nicht die eventuell blutige Bettwäsche auswaschen. Mein Vater aber war auf meiner Seite, er sagte nur zu meiner Mutter, wenn er nicht die Gelegenheit bekomme, werde Achim womöglich noch schwul. Er sagte nur: „Pass auf, dass du ihr nicht gleich ein Kind machst, dann ist dein Leben vorbei, bevor es angefangen hat. Schütz dich mit einem Kondom.“
Am anderen Tag berichtete ich Eva, wo und wann alles ablaufen sollte. Horst informierte ich natürlich auch und bedankte mich für seinen Rat. Dieser Rat bewies mir, dass dieser 20-Jährige schon eine gute Lebenserfahrung mit dem weiblichen Geschlecht erfahren hatte. Wir beide wurden nun Freunde, lebenslang. Horst ist heute weit über 80 Jahre alt und einer meiner damaligen Freunde, die noch nicht gestorben sind, und ich sage, trotz Millionen von Menschen, die man jeden Tag auf der Straße anrempelt, wird man immer einsamer, wenn die alten Freunde wegsterben, mit denen man zusammen aufgewachsen ist. Es gibt tatsächlich eine gefühlte Einsamkeit, selbst wenn man mit Millionen von Menschen zusammenlebt.
Ich fasse mich nun kurz. An einem Dienstagabend betraten Eva und ich die sturmfreie Bude meiner Eltern. Sie sah mein Bett in der Küche und sagte: „Das ist mir zu hell.“ Ich zog daraufhin die Küchenfenstervorhänge zu und dachte dabei nur, dann sehe ich ja gar nichts richtig von dem, was ich sehen will. Ich wollte meinen Schautrieb ausleben, von dem Sigmund Freud schon geschrieben hatte. Tatsächlich musste ich jetzt eher alles erfühlen, ertasten, wo was ist, wo die erbsengroße Klitoris sich versteckt hielt. Eva hatte tatsächlich ein Kleid an. Ich zog mich nun aber völlig aus und hoffte, dass Eva mich nicht auslachte, denn wie Apollo sah ich nicht gerade aus. Sie streifte nur mit einem kurzen Blick das Teil, das langsam immer steifer wurde und starrte dann doch lieber zur Decke und schloss ihre Augen. Langsam schob sich meine Hand unter ihr Kleid und glitt über ihre fleischfarbenen Nylonstrümpfe in Richtung Muschikathedrale. Ich tastete den Eingang ab, dabei spreizte Eva leicht die Beine, sie verklemmte sich also nicht. Als ich ihre erbsengroße Klitoris endlich fand, stöhnte Eva ein eher leises, langatmiges „ah“ und ich war auf dem richtigen Weg. Küssen, Knutschen ließen wir beide aus. Das löst mehrheitliche Gefühle aus, die mit Sex nichts zu tun haben. Deshalb schrieb Sigmund Freud, die Grenze vom Körperlichen zum Seelischen werde dabei schnell überschritten, deshalb sei Knutschen bei Prostituierten in der Regel tabu, aber auch nicht immer, wie ich es später erlebte. Eva bewegte ihren Unterkörper rhythmisch immer mehr hin und her und atmete tief und dann nach eher kurzer Zeit verriet mir ihr lautes ausatmendes, langgezogenes „ja“, dass sie orgasmuserlebend wurde. Nun verweilte sie ein wenig, bevor sie sagte, das sei schön gewesen. Ich nahm nun ihre Hand und führte sie zu meinem steifen Penis und nach kurzer Zeit wurde auch ich orgasmuserlebend, was sie wohl nicht für sehr prickelnd hielt, denn vieles erreichte ihre Nylons und ihr Kleid. Wir erlebten nun alles ein zweites Mal. Ich fragte sie auch, ob sie jetzt alles erleben wolle, also auch ihre Jungfräulichkeit verlieren. Ein Kondom hatte ich schon vorher am Bettrand versteckt, aber sie verneinte und mir was das recht. Ich vermied es, sie an diesem Tag zu bitten, sich einmal umzudrehen und mich kniend ihren Hintern mit ihrer wunderschönen Kathedrale ansehen zu lassen, wie ich es in meiner Fantasie auslebte. Auf alle Fälle schien Eva sich seit diesem Tag in ihrer ganzen Art verändert zu haben.
Aber nicht nur Eva schien sich verändert zu haben, auch ich erlebte auf einmal unerklärliche Gefühle in mir. Ich hatte geschauspielert, ich hatte gelogen und damit einen Menschen manipuliert. Und dieser Erfolg löste bei mir ein unbekanntes starkes, gutes Gefühl aus. Und ich wusste auf einmal nicht mehr, war das nur ein Rolle, die ich spielte und nichts mit mir selbst zu tun hatte oder war ich das selbst, der so einen Menschen manipuliert und dadurch Macht über ihn bekommen hatte? Bald nun mussten meine Eltern zurückkommen und wir verließen die Wohnung, nachdem ich alles wieder richtig geordnet hatte. Es war jedenfalls auch für mich das erste Mal gewesen, dass ich eine Muschi befühlt hatte und ein Mädel meinen Penis berührt, was Eva natürlich alles nicht wusste. Sie hielt mich für einen sexuellen Profi.
Und das war der Anfang einer Beziehung, die es so wohl sehr, sehr selten gibt. Dazu später mehr. Auf jeden Fall wollte ich mich jetzt erst einmal mehr um eine Lehrstelle kümmern. Ich musste Bewerbungen schreiben. Aber ich wusste eigentlich gar nicht, was für einen Beruf ich erlernen wollte. Ich bewarb mich nun bei einer Fliesenlegerfirma. Fliesenleger verdienten damals gutes Geld. Doch alle meine Bewerbungen wurden wegen zu schlechter Zeugnisnoten abgelehnt. Ich las nun öfter auch die Stellenangebote für Lehrstellen durch und fand, dass eine Firma einen Autolackierlehrling einstellen wollte. Autos fuhren noch gar nicht so viele in Deutschland rum 1954/1955, aber ich dachte, besser eine Lehrstelle als gar keine, bewarb mich und bekam diese. Und das war im Nachhinein das Beste, was mir hätte passieren können. Denn immer mehr Autos fuhren bald durch Berlin. Es gab immer mehr Unfälle, immer mehr musste lackiert werden und die Autos rosteten früher viel mehr als heute und schon als Lehrling in den letzten anderthalb Jahren verdiente ich durch Schwarzarbeit eine Menge Kohle.
Und nach kurzer Zeit, nachdem ich bei meinem Freund Horst die Zimmerwand mit all den Fotos bewundert und von Bodybuilding erfahren hatte, das sich in Amerika ausbreitete, entdeckte ich eine Anzeige in der Zeitung, die eine Eröffnung des ersten Bodybuilding-Clubs in Berlin bekannt gab. Dieser Club eröffnete in der Bleibtreustraße in Charlottenburg, eine Nebenstraße vom Kurfürstendamm. Sofort suchte ich diesen auf und gehörte nun zu den ersten Berlinern, die diesen Sport in einem Club auslebten. Dieser Club gehörte Paul Noack, der in den früheren zwanziger Jahren einmal deutscher Boxmeister gewesen war und folglich auch einen Boxring aufgestellt hatte. Mit Paul Noack hatte ich später ein freundschaftliches Verhältnis. Ich erlebte nun ein Sportstudio mit allen Geräten, mit allen Hanteln und Zugmaschinen, die man braucht, um Muskeln aufzubauen. Und so ganz nebenbei wurde ich öfter als Sparringspartner von Boxern gebraucht, die natürlich alle Rücksicht auf mich nahmen, ich dennoch eine Menge von diesem Kampfsport mitbekam und das Gefühl erlebte, wie hilflos, wie unfähig man war, nur ein einziges Wort zu sprechen, wenn man was auf die Leber bekam. Es war anfangs nicht viel bekannt, was für eine gezielte Ernährung beim Aufbau von Muskelmasse hilfreich war, wie z. B. Eiweiß. Und wie man später erfuhr auch Steroide, also Chemie wie Anabolika, das einen Bodybuilder bühnenreif machen konnte, wie Arnold Schwarzenegger, der dann später genau 1974 in Berlin-Neukölln einen Gastauftritt als Mister Universum hatte und wir uns mit ihm unterhalten konnten, er aber nie die Wahrheit sagte, was er seinem Körper so alles antat, außer hartes Training. Er sprach nur immer wieder davon, viele Steaks zu essen und geschäftstüchtig war er damals schon. Er verkaufte ein signiertes Bild von sich für 5 DM. Im Übrigen, Steroide habe ich nie konsumiert. Ich wollte auch nie bühnenreif werden.
Auf jeden Fall füllten mich Bodybuilding und mein zukünftiger Beruf vollständig aus. Ich trainierte wie blöde und aß dadurch mehr und besser und mein Körper entwickelte sich zusehends. Ich erreichte 1,80 mGröße und mein Gesicht wurde irgendwie anschaulicher. Ich kam bei den Mädels gut an. 1959 beendete ich meine Lehre und bestand meine Gesellenprüfung mit Auszeichnung. Ich hatte mittlerweile ziemlich viel Kohle in der Tasche durch Schwarzarbeit. Ohne Sex blieb ich natürlich nicht. Aber eine richtige Beziehung war mir zu stressig. Mich trieb es ja sowieso zu immer neuen Frauenkörpern. Mit Eva, die in der Zwischenzeit viele andere Männer kennengelernt hatte und bald nach unserem abgebrochenen Sex ihre Jungfräulichkeit verloren, natürlich aus Liebe, wie sie sagte, traf ich mich immer wieder zum Sex, denn mit der Liebe gab es bei ihr nur Enttäuschungen. Eva und ich hatten nun eine völlig andere, jedoch haltbare Beziehung aufgebaut. Liebe war bei uns nie ein Thema, dafür umso mehr Vertrautheit durch absolute Ehrlichkeit. Niemand konnte deshalb den anderen betrügen. Und obwohl jeder von uns sein eigenes Leben lebte, trafen wir uns immer wieder mal zum Sex und verschmolzen dabei im wahrsten Sinne des Wortes. Beide kamen wir zu der Einsicht, Männer und Frauen passten eigentlich nicht zusammen, außer in der Mitte. Die Ehen unserer Eltern hielten deshalb, weil wirklich jeder auf den anderen bei vollem Respekt aufeinander angewiesen war. Man brauchte sich gegenseitig, man ergänzte sich und wuchs dabei fest zusammen. Heute wollte jeder frei sein, aber mal ehrlich, wer will schon für immer frei sein? Im tiefsten Winkel meines Herzens will ich das auch nicht. Einsamkeit kann tödlich enden.
Darüber hinaus besuchte ich in meiner wenigen Freizeit, die ich hatte, durch meinen Sport und überwiegende Schwarzarbeit den Straßenstrich in der Kurfürstenstraße, nicht zu verwechseln mit dem Kurfürstendamm. In der Kurfürstenstraße boten vor allem sehr junge, drogenabhängige Mädchen ihren wunderschönen Körper an. Das war gut für ältere Männer, die keine besonderen Liebhaber waren, denn diese Mädels verlachten keine sexuellen Versager. Ihnen ging es nur um das Geld. Teilweise mussten diese Mädels, die so abgefüllt waren, dass sie halb sitzend, halb liegend auf dem Bürgersteig ihren Körper anboten, von den Freiern aufgerichtet werden, um sie in ihre Nobelkarossen zu befördern. Nie sah man so viele Nobelkarossen auf einem Haufen in der Stadt wie auf dem Straßenstrich bei den Drogenabhängigen. Die Freier waren Ärzte, Bänker, Wirtschaftsunternehmer. Ich lernte viele von ihnen kennen, denn uns verband ja etwas Gemeinsames. Ich war wohl der jüngste und der ärmste Freier auf dem Drogenstrich, aber ich freundete mich mit allen an, wir saßen oft gemeinsam in den Cafés herum. Ich freundete mich mit den Mädels an und mit ihren wohlhabenden Freiern, und das sollte sich sogar mal eher ungewollt auszahlen. Folgendes muss nun jedoch auch gesagt werden. In der Regel nutzte niemand von uns Freiern diese Mädels finanziell aus. Sie wurden immer gut bezahlt, denn niemanden ließ der Zustand dieser Mädels unberührt. Da entstanden menschliche Zuneigungsgefühle zwischen den Mädels und uns, ihren Freiern. Das lief alles anders ab als bei den Profiprostituierten, wo es nur um auf und ab und die Zeit ist rum ging. Ich denke sehr oft an die damals bekannte und allseits sehr beliebte Drogenabhängige mit dem Pseudonamen Sterni, die selbst bei den Streifenpolizisten beliebt war, natürlich nicht als Freier. Man fand Sterni eines Tages tot in einer öffentlichen Toilette. Sie hatte sich eine Überdosis gespritzt, den sogenannten Goldenen Schuss gesetzt. Die Mädels wussten ja nie, was für eine Qualität sie sich in die Adern jagten. Der Tod von Sterni berührte uns alle. Versuche, diese Mädels aus der Scheiße zu holen, durch viel Geld und menschliche Unterstützung von wohlhabenden Freiern, scheiterten allesamt.
Eigentlich hätte ich Mädels zum Sex auch aus einer Disco abschleppen können, denn, wie gesagt, ich entwickelte mich sehr ansehnlich, aber mir war das alles zu stressig. Es funktioniert ja nicht immer nach dem Motto, er kam, sah und siegte. Oft saß ich in den Straßencafés auf dem Drogenstrich und dachte über die älteren, wohlhabenden Nobelkarosseriefahrer nach, die ausgerechnet zu diesen drogenabhängigen Mädels fuhren, weil sie meistens sexuelle Probleme mit sexuell normal erlebenden Frauen hatten, die von einem Mann sexuelle Leistungen forderten. Eine Drogenabhängige bewertet nie einen Mann danach, ob er ein guter oder schlechter Liebhaber ist. Auf dem Drogenstrich kommen Menschen zusammen, die beide ein Problem haben. Nobelkarossen hin, Nobelkarossen her, Geld alleine löst eben nicht immer alle menschlichen Probleme.
Fakt war nun, ich befand mich mit 18, 19, 20 Jahren in dem besten Alter meines Lebens. Ich sah relativ gut aus und war sexuell sehr triebstark. Und Kohle hatte ich durch meine Schwarzarbeit genug angesammelt. Ich hatte jedenfalls mehr Knete im Portemonnaie als die meisten meiner Freunde in meinem Alter, die gerade ihre Lehre beendet hatten. Jetzt musste ein Auto, eine richtig fette Karre, her. Natürlich musste ich erst einmal den Führerschein machen. Autofahren konnte ich schon lange berufsbedingt. Ich schlug die Zeitung auf und las die Gebraucht-Kfz-Angebotsinserate. Ich muss dazu sagen, dass ich bei einer Opel-Vertragswerkstatt als Lackierer arbeitete und Freunde hatte, die Kfz-Mechaniker waren. Ein Kfz-Angebotsinserat weckte mein Interesse: „Opel Kapitän, Baujahr 1954, mit Motorschaden zu verkaufen.“ Der Wagen war erst zirka sechs Jahre alt. An den Kaufpreis kann ich mich nun gar nicht mehr erinnern. Jedenfalls hatte ich die Kohle zusammen. Ich beriet mich mit einem befreundeten Mechaniker wegen des Motorschadens. Wir kamen überein, uns die Karre mal anzusehen, ob man den Motorschaden noch beheben konnte. Gesagt, getan. Letztendlich kaufte ich die Karre und wir stellten den Wagen erst einmal ab auf dem Gelände am Gleisdreieck ab, wo ich eine kleine, nicht mehr gebrauchte Waschhalle anmietete, in der ich meinen Wagen umlackieren konnte, weiß, mit einem leicht elfenbeinfarbenen Stich. In der Zeit der Wiederherstellung machte ich erst einmal den Führerschein. Mein Freund Horst gab mir die Adresse seines Schneiders und ich ließ mir einen hellgrauen Anzug anfertigen, mit dazu passender karierter Schalkragenweste. Ich trug ein schwarzes Hemd, einen weißen Schlips und schwarz-weiße Schuhe komplettierten mein Outfit. Damit sah ich aus wie ein Sizilianer.
