Im Sommer der Mörder - Oliver Bottini - E-Book
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Im Sommer der Mörder E-Book

Oliver Bottini

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Beschreibung

Der 2. Fall für Louise Bonì Kirchzarten ist der friedlichste Ort der Welt. Bis eines Tages im Morgengrauen ein Holzschuppen in Flammen aufgeht – und plötzlich ein Inferno losbricht. Verheerende Explosionen überraschen die freiwillige Feuerwehr und fordern ein Menschenleben. Wie sich herausstellt, hatten Unbekannte unter dem Schuppen ein Waffenlager angelegt. Die Freiburger Hauptkommissarin Louise Bonì steht vor dem bislang schwierigsten Fall ihrer Karriere. Die Spuren führen zurück in das zerfallende Jugoslawien der Neunzigerjahre. Doch als ein kaltblütiger Mord geschieht, beginnt Louise zu begreifen, dass der Fall weitaus größere Dimensionen hat. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimi Preis Louise-Bonì-Krimireihe: Vorgeschichte: Dunkler Tod Band 1: Mord im Zeichen des Zen Band 2: Im Sommer der Mörder Band 3: Im Auftrag der Väter Band 4: Jäger in der Nacht Band 5: Das verborgene Netz Band 6: Im weißen Kreis

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Seitenzahl: 486

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Über das Buch

Kirchzarten ist der friedlichste Ort der Welt. Bis eines Tages im Morgengrauen ein Holzschuppen in Flammen aufgeht – und plötzlich ein Inferno losbricht. Verheerende Explosionen überraschen die freiwillige Feuerwehr und fordern ein Menschenleben. Wie sich herausstellt, hatten Unbekannte unter dem Schuppen ein Waffenlager angelegt.

Die Freiburger Hauptkommissarin Louise Bonì steht vor dem bislang schwierigsten Fall ihrer Karriere. Die Spuren führen zurück in das zerfallende Jugoslawien der Neunzigerjahre. Doch als ein kaltblütiger Mord geschieht, beginnt Louise zu begreifen, dass der Fall weitaus größere Dimensionen hat.

Über den Autor

Oliver Bottini wurde 1965 geboren. Für seine Kriminalromane erhielt er zahlreiche Preise, unter anderem viermal den Deutschen Krimi Preis, den Krimipreis von Radio Bremen, den Berliner ›Krimifuchs‹ sowie zuletzt den Stuttgarter Krimipreis für ›Ein paar Tage Licht‹ (DuMont 2014). Oliver Bottini lebt in Berlin.

OLIVER BOTTINI

IM SOMMER DERMÖRDER

EIN FALL FÜR LOUISE BONÌ

Von Oliver Bottini sind im DuMont Buchverlag außerdem erschienen:

Der kalte Traum

Ein paar Tage Licht

Im weißen Kreis

Mord im Zeichen des Zen

Jäger in der Nacht

eBook 2016

DuMont Buchverlag, Köln

Alle Rechte vorbehalten

©2016 DuMont Buchverlag, Köln

Deutsche Erstveröffentlichung 2006 bei S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

Umschlaggestaltung: Lübbeke Naumann Thoben, Köln

Umschlagabbildung: Bild oben: ©plainpicture/Mira; Bild unten: ©plainpicture/Stephen Carroll

eBook-Konvertierung: CPI books GmbH, Leck

Ohne ethisches Prinzip gibt es keine langfristige Politik.

ANDRÉ GLUCKSMANN

Ich sage Ihnen, es gibt noch so einige andere Geschichten …

SEYMOUR HERSH IN EINEM INTERVIEW MIT DER

PROLOG

ADAM BAUDY SAH DAS FEUER ERST, als sie den Ortsrand von Kirchzarten erreicht hatten. Ein schmaler Streifen Glut auf der Weide zwischen Straße und Wald, vereinzelte Flammen, die in der beginnenden Morgendämmerung träge aufflackerten. Das Feuer war im Begriff zu erlöschen, sie kamen zu spät.

Der Einsatzleitwagen vor ihm verlangsamte, bog in den Feldweg ein. Baudy folgte ihm. Auf der Brandfläche stürzte eine letzte Eckstütze um. Eine Funkenwolke flog hoch, ein Schwarm aus hektischen rötlichen Insekten, der Momente später im Dunkelgrau des Morgens erlosch. Von Riedingers kleinem Holzschuppen war nichts geblieben als Glut und Asche.

»Du kannst die Augen aufmachen, Schatz«, sagte Baudy und nahm das Handy aus der Halterung. Während er Martin Andersens Nummer wählte, dachte er, dass er sich schon nicht mehr erinnerte, wie der Schuppen ausgesehen hatte. Seit Jahrzehnten kam er täglich daran vorbei und hatte ihn nicht ein einziges Mal bewusst wahrgenommen. Er fragte sich, wie genau man schauen musste, um alles zu sehen, was es gab. Die wichtigen Dinge, die unwichtigen Dinge.

Die Mailbox sprang an, Baudy sagte: »Ruf zurück.«

»Das ist ja schon aus, das Feuer«, sagte Lina.

»Ja, zum Glück.«

Im Rückspiegel tauchten die Scheinwerfer des ersten Tanklöschfahrzeugs auf. Rechts und links holte das Blaulicht ein paar Meter Weide aus der Dämmerung. Baudy unterdrückte ein Gähnen. Zum ersten Mal an diesem Morgen spürte er die Müdigkeit. Wenn Lina bei ihm war, schlief er wenig. Er lag lange wach und dachte daran, dass sie bald wieder fort sein würde.

»Papa, war da ein Mensch drin?«, flüsterte Lina.

Baudy wandte sich halb um. Lina hatte sich im Kindersitz vorgebeugt, um das Feuer sehen zu können. Er lächelte beruhigend. »Nein.«

»Und ein Tier?«

»Auch nicht.«

»Vielleicht zwei oder drei Mäuse.«

»Die sind doch schnell, die bleiben nicht da, wo’s brennt. Die rennen weg, Schatz.«

Lina sah ihn an. »Und was war dann da drin?«

»Nur ein bisschen Heu.«

Baudy blickte auf die Uhr. Viertel nach fünf. Vor fünfzehn Minuten hatte Riedinger den Notruf gewählt. Vor dreizehn Minuten hatte Freiburg die Kirchzartener Freiwilligen über den Funkalarm informiert. Vor zehn Minuten hatte er, Lina auf dem Arm, »ohnezähneputzen?«, die Wohnung verlassen. Vor drei Minuten waren sie vom Gerätehaus losgefahren. Das Feuer musste gegen Viertel vor fünf ausgebrochen sein. Eine halbe Stunde später erlosch es, und der kleine, alte Holzschuppen, den er nie bewusst wahrgenommen hatte, existierte nicht mehr.

»Fahren wir jetzt wieder nach Hause zu dir?«, fragte Lina.

»Bald. Schlaf doch noch ein bisschen.«

Das Handy klingelte. »Kein Treibstoff, keine Gasflaschen, keine Düngemittel«, sagte Martin Andersen. Er hatte mit Riedinger telefoniert. Baudy richtete den Blick auf den Einsatzleitwagen. Andersen hatte die Faust aus dem Seitenfenster gestreckt, Daumen nach oben.

»Okay«, sagte Baudy.

Kurz darauf hielten sie. Baudy wandte sich um, zog die Decke über Lina und strich ihr mit den Fingern über die Wange. »Ich muss jetzt ein bisschen arbeiten, Liebes.«

»Schade, dass Heu nicht wegrennen kann«, flüsterte Lina.

Baudy wartete neben dem Einsatzleitwagen, bis die beiden Löschfahrzeuge angehalten hatten. Dann gab er Befehl zum Absitzen. Seine Stimme war heiser und tief vor Müdigkeit. Während die sechzehn Männer zwischen den Fahrzeugen Aufstellung nahmen, trat er bis auf zehn Meter an die beinahe quadratische Brandfläche heran. Er trug keine Atemschutzmaske. Wegen Kohlendioxid mussten sie sich keine Gedanken machen, dazu war der Brand zu klein gewesen und der Sauerstoffgehalt der Luft im Freien zu hoch. Er atmete konzentriert durch die Nase ein. Kein Benzin. In der Mitte der Brandfläche züngelte eine schmale Flamme hoch, die schon keine Nahrung mehr fand. Urplötzlich war sie fort. Zehn Quadratmeter Glut und ein paar Brandnester. »Zwei B-Rohre«, sagte er, ohne sich umzudrehen.

Lew Gubnik und der Führer des zweiten Angriffstrupps wiederholten das Kommando.

Baudy hob den Blick. Mittlerweile waren fünfzig Meter weiter die Umrisse des Waldstreifens zu erkennen, hinter dem die B 31 lag. Ein schmales Band aus Dunkelheit und Schweigen. Darüber blinkten wie vier synchronisierte Sterne die Warnleuchten der Windräder vom Rosskopf. Im Nordosten flackerte Blaulicht. Ein drittes Löschfahrzeug, die Kameraden aus Zarten.

Langsam ging er weiter. Keine Menschen, keine Tiere, hatte Riedinger der Leitstelle und auch Martin Andersen berichtet. Nur ein paar alte Arbeitsgeräte und ein wenig Heu. Der unbenutzte Holzschuppen hatte inmitten einer Weide gestanden, im Umkreis von zweihundert Metern wohnte niemand. Aber man konnte nie wissen. Wenn man in vierzig Jahren nicht sah, woran man täglich vorbeikam, war alles möglich.

Als er die Hitze der Glut spürte, blieb er stehen. Keine Verletzten, keine Toten, das war das Wichtigste. Er ließ den Blick über die Brandfläche gleiten. Noch einmal überprüfte er, ob es nach Benzin oder einem anderen Brandbeschleuniger roch. Dann trat er zur Seite und gab Befehl zum Löschangriff.

Rauch stieg auf, die Glut zischte.

Blieben noch die Glutnester, dann würden sie wieder einrücken. Er würde Lina nach Freiburg in den Kindergarten bringen, sich mit einer Tasse Kaffee in die Tischlerei setzen, Gubniks merkwürdige Schatulle fertig machen. Ein kurzer, harmloser Einsatz. Doch das Gefühl, den Kampf gewonnen zu haben, das er so liebte, blieb aus. Vielleicht wegen der Müdigkeit. Oder, dachte er, weil sie nicht gekämpft hatten.

Gubnik rief: »Feuer unter Kontrolle!« Ein paar der Männer lachten, und Baudy lachte mit.

Dann trafen die Zartener ein. Baudy hob die Hand und winkte in Richtung Führerhaus. Fehlte nur noch die Polizei. Er fragte sich, was den Brand ausgelöst haben mochte. Eine Zigarettenkippe? Selbstentzündung des Heus? Oder war es Brandstiftung gewesen? Doch wer zündete einen Heuschuppen an? Er dachte an die Asylbewerber vom Keltenbuck, die vielen Holländer auf dem Campingplatz, die amerikanischen Studenten, die im Großen Tal zelteten. An Riedinger, dem alles zuzutrauen war.

Am Horizont blitzten die ersten Sonnenstrahlen auf. Von einem Moment auf den anderen wurde das Licht im Osten freundlicher. Baudy fand, dass dies die am wenigsten schlimme Zeit für Brände war. Ein neuer Tag brach an. Das Leben ging weiter. Ein Keim der Hoffnung, selbst im Anblick der Zerstörung, die Brände anrichteten.

Hinter Gubnik und dem jungen Paul Feul am ersten Rohr tat er ein paar Schritte in die Hitze hinein. Er hörte Gubnik fluchen. Im Grunde hätten sie nicht kommen müssen, schon gar nicht mit drei Löschfahrzeugen und zwei Dutzend Mann. Es gab kein Feuer mehr, und weit und breit stand kein anderes Gebäude, das geschützt werden musste. Ein paar Eimer Wasser hätten genügt. Baudy lächelte. Lew Gubnik, der Russlanddeutsche, war im Breisgau schwer geworden und bedauerte jede Bewegung, die nicht hätte sein müssen.

Karl, der Zartener Abteilungsleiter, trat neben ihn. »War jemand drin?«

»Nein.«

»Pferde? Vieh?«

»Nein.«

Karl nickte. »Braucht ihr uns?«

»Nein«, sagte Baudy zum dritten Mal und hielt ihm die Hand hin. »Danke fürs Kommen.« Karl nickte. Sie mochten sich nicht. Zu viele Prügeleien als Kinder, später waren sie zu oft hinter denselben Mädchen her gewesen. Wenn man sich dann zu Hochzeit oder Taufe nicht einlud, war es zu spät, um noch etwas zu ändern. Doch bei gemeinsamen Einsätzen spielte all das keine Rolle. Dann hatte es die Prügeleien, die Mädchen nicht gegeben. Manchmal, dachte Baudy, waren Dinge, die geschehen waren, nicht geschehen. Eine der angenehmen Seiten des Lebens.

»Da steht wer«, sagte Gubnik plötzlich.

Auch Baudy entdeckte jetzt im grauen Morgenlicht einen Mann. Er stand etwa dreißig Meter von ihnen entfernt und starrte reglos auf die Brandfläche.

Hannes Riedinger.

Baudy ging auf ihn zu. Er hatte Lust, mit ihm zu sprechen. Ihm von dem Keim der Hoffnung zu erzählen, auch wenn nur ein kleiner Schuppen niedergebrannt war. Jeder brauchte doch eine Hoffnung.

Riedinger blickte ihm entgegen. Sein faltiges, abweisendes Gesicht glänzte von Schweiß. »Das bisschen Heu geht nicht einfach so in Flammen auf.«

Baudy nickte. »Nicht in der Nacht.«

Die verkohlten Bohlen knackten, das Zischen der Glut war leiser geworden. Ein paar Meter weiter brummelte Gubnik.

»Sah aus, als hätte einer die Pforte zur Hölle geöffnet«, sagte Riedinger, als spräche er zu sich selbst.

Baudy musterte ihn. Beim Brand eines Schuppens? »Du bist sicher, dass nur Heu drin war?«

Riedinger nickte knapp.

»Keine Düngemittel? Gasflaschen, Treibstoff, Brandkalk?«

»Wie oft wollt ihr es noch hören?«

Baudy dachte daran, dass Riedinger vollkommen allein war. Die Frau weggelaufen, die Kinder im Ausland, die Nachbarn mieden ihn. Er hatte alle vertrieben. »Also?«

»Nein.«

Ihre Blicke trafen sich. Trotz der Dunkelheit waren in Riedingers Augen die Härte, die Unbarmherzigkeit zu erkennen. Baudy deutete mit dem Kopf in Richtung Gubnik und Paul Feul, um zu signalisieren, dass er wieder an die Arbeit müsse. Er wandte sich ab.

»Das bisschen Heu geht nicht einfach so in Flammen auf«, hörte er Riedinger hinter sich sagen.

Kurz darauf gab Baudy Befehl, das zweite B-Rohr einzuholen. Nur Gubnik und mit ihm Paul Feul blieben an der Brandstelle, die anderen sammelten sich am Verteiler oder am Tanklöschfahrzeug. Sie unterhielten sich über die Tour de France, während sie Gubnik und Paul zusahen. In der Ferne bemerkte Baudy das Blaulicht eines Streifenwagens. Die Kollegen vom Revier Freiburg-Süd. Die Kirchzartener Polizisten schliefen noch, ihr Dienst begann gegen halb acht.

Baudy stieg in den Einsatzleitwagen und schaltete das Blaulicht ein, damit sich die Kollegen besser orientieren konnten. Dann ging er zu seinem Passat und öffnete die Fondtür leise. Lina hatte die Augen geschlossen. Er wartete einen Moment, ob sie wirklich schlief oder das alte Spiel mit ihm spielte, das Schlafe-ich?-Spiel aus der Zeit, als es noch nicht sein Zuhause und ihr Zuhause gegeben hatte. Aber dann hätte sie spätestens jetzt gegrinst.

Die Fahrt in den Kindergarten noch, dann musste er wieder zwei Wochen ohne sie auskommen.

»Wasser aus«, hörte er Gubnik rufen.

Er drückte die Tür vorsichtig ins Schloss. »Wasser aus«, befahl er. Der Schlauch erschlaffte. Baudy warf einen Blick auf Riedinger. Die Hände in den Hosentaschen, sah er auf die Brandfläche. Sein Zuhause, ihr Zuhause. Der Gedanke, dass sie manches gemeinsam hatten, war ihm unangenehm. »Josef, die Wärmebildkamera.«

»Was willst du da noch Glutnester finden«, sagte Josef, der Dienstälteste der Kirchzartener Freiwilligen. Manche Menschen wurden mit den Jahren und der Erfahrung vorsichtiger, Josef war leichtsinniger geworden.

»Die Kamera«, wiederholte Baudy. Josef nickte und wandte sich dem Löschfahrzeug zu. Die Männer am Verteiler sprachen über Jan Ullrichs misslungene Attacke am Col du Tourmalet eine Woche zuvor. Ihre Stimmen waren lauter geworden.

Im Osten schien jetzt ein schmaler Streifen Licht am Horizont.

»Ruhe«, grunzte Gubnik plötzlich, doch niemand außer Baudy schien es gehört zu haben. Gubnik hatte eine Hand gehoben und sich seitwärts gedreht, als lauschte er auf etwas. »Ruhe, ihr Ärsche!«, brüllte er und riss die Hand nach unten.

Die Stimmen verstummten.

Baudy machte ein paar Schritte in Gubniks Richtung. Jetzt hörte er es auch. Ein Geräusch, als würde Wasser auf Stein treffen. Doch der Schuppen war nicht aus Stein gewesen, und das Wasser lief nicht mehr. Baudy wandte sich Riedinger zu. »Ist der Schuppen unterkellert?«, fragte er laut.

»Nein.«

»Josef?«, sagte Baudy.

Josef, der ein paar Meter neben Gubnik stand, hielt die Wärmebildkamera bereits vors Auge. »Nichts zu sehen.«

Gubnik ließ das Rohr los, nahm den Helm ab und betrat das Aschefeld. Baudy rief, von plötzlicher Angst ergriffen: »Stehenbleiben, Gubby!«

Gubnik hielt in der Bewegung inne.

»Helm auf, Mensch!«

Gubnik zog eine Grimasse und salutierte. Setzte den Helm schief auf. Baudy hörte den jungen Paul Feul kichern.

Keine Glutnester, dafür Wasser, das auf Stein trifft, dachte er. Während er zu Josef ging, gab er Befehl, das zweite B-Rohr wieder klarzumachen.

»Alles aus«, sagte Josef. »Da glüht kein Strohhalm mehr.«

»Vielleicht darunter?«

»Wie darunter, wenn es keinen Keller gibt?«

Baudy nahm die Kamera. Zweimal suchte er die Brandfläche ab, doch er fand nichts. Viel Grau, kein Weiß. Da glühte wirklich kein Strohhalm mehr. Er gab Josef die Kamera zurück. Noch immer war das Geräusch zu hören – Wasser, das ohne großen Druck auf Stein traf. »Jede Wette, dass es einen Keller gibt.«

»Hört mal«, murmelte Gubnik.

Baudy trat zu ihm. In das erste Geräusch mischten sich jetzt andere – Erdreich, Steine, Sand, die nach unten fielen. »Der Boden bricht durch.«

Dann sahen sie es auch. Etwa in der Mitte der Brandfläche geriet die nasse Asche in Bewegung. Plötzlich war ein quadratmetergroßes Loch entstanden. »Komm da weg.« Baudy zog Gubnik auf die Weide zurück. Ihre Blicke trafen sich. Gubnik nickte zufrieden, als wollte er sagen: Vielleicht gibt’s ja doch noch was zu tun. Schwerfällig kehrte er zu Paul Feul an das erste Rohr zurück.

»Da ist was«, sagte Josef, die Kamera vor den Augen. »Schräg unter dem Loch.«

»TLF eins, erstes und zweites Rohr, bereitmachen!«, rief Baudy. »Josef?«

»Breitet sich aus. Da unten brennt was.«

Gubnik und Paul Feul richteten das erste B-Rohr auf das Loch. Ein paar Meter neben ihnen bezog der zweite Angriffstrupp Position. Baudy gab Befehl zum Löschangriff. Das Wasser schoss aus den Rohren.

»Da ist kein Keller«, sagte Riedinger, der näher gekommen war.

»Bleib, wo du bist!«, rief Baudy. Als er sich wieder der Brandfläche zuwandte, sah er, dass weitere Löcher entstanden waren. Zu hören war nichts, das Rauschen des Wassers übertönte jedes andere Geräusch.

»Scheiße, da unten brennt was«, wiederholte Josef. Fast im selben Augenblick stoben ein paar Funken aus einem der Löcher.

»Alle zurück!«, befahl Baudy. Die Männer an den Rohren, Josef, Riedinger, er selbst gingen ein paar Schritte rückwärts. Er drehte sich um und befahl Martin Andersen, die Zartener vorsichtshalber zurückzuholen. Aus dem Streifenwagen vom Revier Freiburg-Süd, der inzwischen eingetroffen war, stiegen dunkle Schemen. Der Streifen Licht am Horizont hatte sich orange gefärbt und war jetzt ein gutes Stück breiter.

Baudy wandte sich wieder der Brandfläche zu.

»Da unten braut sich richtig was zusammen«, sagte Josef.

Baudy hob die Signalpfeife an den Mund, um das Gefahrenzeichen zu geben. Im selben Augenblick ereignete sich eine ohrenbetäubende Detonation, und aus dem Aschefeld schoss eine Fontäne aus Flammen, Gesteinsbrocken, Erdreich. Paul Feul stieß einen hellen Schrei aus, Gubnik begann wild zu fluchen, Baudy hielt den Atem an. Steine und Erde prasselten auf den Boden, Aschepartikel tanzten in der Luft.

Dann herrschte Stille.

Niemand bewegte sich, alle schienen zu warten.

»Martin, bring Lina weg!«, schrie Baudy nach einem Moment in die Stille hinein, ohne sich umzudrehen. Kaum fünf Sekunden später sprang der Motor des Passats an.

Gubnik knurrte: »Was hat das Arschloch da gelagert?«

Plötzlich überkam Baudy Panik. Er blies in die Signalpfeife, schrie: »Rückzug! Zurück!«

Da brach der Boden des Schuppens auf der ganzen Fläche ein, Flammen schlugen meterhoch nach oben. Dann gab es eine weitere Explosion, und Baudy wurde von der Druckwelle nach hinten gestoßen. Halbtaub kam er wieder auf die Beine. Mit dem schreienden Paul Feul auf der einen und Josef auf der anderen Seite stolperte er auf die Löschfahrzeuge zu. Im Widerschein der Flammen sah er, dass die Männer vom zweiten Rohr ebenfalls zu den Wagen rannten, und irgendwo im Durcheinander waren auch die Polizisten und Riedinger. Vor ihm erklangen hektische Rufe. Mehrere Stimmen brüllten durcheinander. Was sie schrien, verstand er nicht. Er öffnete und schloss den Mund, aber es wurde nicht besser.

Wenige Meter von ihm entfernt lag der rote Verteiler am Boden, die beiden Rohre tanzten hin und her. »Wasser stopp!«, rief er. Niemand schien zu reagieren. Trotzdem versiegte das Wasser fast in derselben Sekunde. Er änderte die Richtung und eilte auf eines der Rohre zu. Da wurde ihm bewusst, dass Gubnik nicht unter den Männern war. Er blieb stehen, rief: »Gubby?« Zwei weitere Detonationen erfolgten, und jemand zerrte ihn zu Boden. Unvermittelt kamen ihm Riedingers Worte in den Sinn: Die Pforte zur Hölle.

Dann waren Laute in seinem Kopf, die viel zu leise waren, als dass sie von außen hätten kommen können: ein hohes, verzweifeltes Wimmern.

»Adam«, sagte Josef dicht neben ihm.

Baudy versuchte, das Wimmern zu unterdrücken. Aber es stammte nicht von ihm.

»Adam«, sagte Josef erneut. Sein Blick war auf die Brandfläche gerichtet, wo grelle Flammen hochschossen. Baudy fuhr herum. Unmittelbar vor den Flammen kniete Gubnik auf allen vieren, als wollte er über den Rand in den Keller, den es nicht gab, hinabblicken. Einzelne Flammen schienen nach ihm zu greifen, umhüllten seinen Oberkörper. Er trug keinen Helm mehr, seine Haare brannten. Kraftlos bewegte er ein Bein zur Seite, hob das Hinterteil an. Aber er kam nicht hoch. Sein Körper bewegte sich wie auf einem schwankenden Schiff hin und her. Seine Arme knickten ein.

Erneut rief Baudy seinen Namen. Das Wimmern antwortete. Baudy sprang auf, doch ebenso schnell stand Josef vor ihm. Vier, fünf Hände packten und hielten ihn.

Im selben Moment kippte Gubnik vornüber und verschwand im Flammenmeer.

Eine knappe Stunde später war alles vorüber. Der Keller stand auf halber Höhe unter Wasser. Die Reste von Holzkisten, verbogene Metallteile, zersplitterte Bretter, verkohlte Planken trieben an der schwarzen Oberfläche. Gubniks Leiche im roten Schutzanzug. Nur der Helm fehlte.

Baudy wandte sich ab.

Er ging auf seine Männer zu, die vor den Löschfahrzeugen saßen. Mittlerweile war die Sonne ein Stück über den Horizont gekrochen. Der Keim der Hoffnung, der den Tod gebracht hatte.

Noch immer trafen Einsatzkräfte von Kripo, Schutzpolizei und Feuerwehr ein. Auf dem Feldweg stand einer der Freiburger Branddirektoren im Gespräch mit Almenbroich, dem Leiter der Kripo, und Martin Andersen, Baudys Stellvertreter. Ein Lokalpolitiker, dessen Namen er sich nie merken konnte, Kirchzartens Bürgermeister, ein Staatsanwalt und Heinrich Täschle, der Leiter des Polizeipostens, befanden sich bei ihnen. Auch die ersten Reporter, Fotografen und Kamerateams waren mittlerweile da. Bereitschaftspolizisten hielten sie hinter den Absperrungen. Die Pressesprecherin der Polizeidirektion, die eine Leuchtweste mit der Aufschrift »Presse Polizei« trug, war bei ihnen. An der Brandfläche standen und knieten Leute der Freiburger Berufsfeuerwehr und eine Handvoll Männer in weißen Kunststoffanzügen. Hannes Riedinger sah er nicht. Vielleicht hatte ihn die Kripo weggebracht.

Baudy dachte an Lew Gubniks letzte Worte. Was hat das Arschloch da gelagert? Das schwarze Wasser verbarg die Antwort.

Vor seinen Männern blieb er stehen. Alle blickten ihn an, selbst Paul Feul, der auf der Seite lag, zusammengerollt wie ein Fötus. »Habt ihr seinen Helm?«

»Nein«, erwiderte Josef. Er trug einen Verband um die rechte Schläfe. Auf der Wange darunter klebte getrocknetes Blut. Er berichtete, was passiert war. Gubnik war gestolpert, hatte den Helm verloren. Kniend hatte er sich um die eigene Achse gedreht. Offenbar hatte er für Momente nichts gesehen. Dann war er in die falsche Richtung gekrochen. Ein paar der Männer hatten Warnungen gebrüllt. Gubnik hatte sie nicht gehört.

»Was machen die hier?« Josef deutete vage mit dem Kopf.

Baudy hob den Blick. Der Branddirektor, der Leiter der Kripo, der Lokalpolitiker, der Bürgermeister. Berufsfeuerwehr, Erkennungsdienst, ein Heer von Bereitschaftspolizisten und Kripobeamten.

Da war sie wieder, Gubniks Frage.

Er zuckte die Achseln. Er hatte keine Kraft, darüber nachzudenken.

»Holen wir ihn«, sagte er.

Die Bestatter legten Gubniks Leiche in einen Metallsarg. Einer der Kameraden murmelte: »Vergiss nicht, Gubby, Mittwoch ist Kegeln.« Sie lachten ein wenig. Mit Sprüchen und Lachen würden sie seinen Anblick schon aus ihren Köpfen bekommen. Sein Gesicht war vollkommen verbrannt.

Baudy folgte den Bestattern zum Leichenwagen. Er dachte an Gubniks Schatulle, die halbfertig in der Tischlerei stand. Was sollte er mit ihr anfangen? Er konnte sie doch nicht wegwerfen.

Die Bestatter hoben den Sarg in den Wagen und schlossen die Tür. Gubniks Leiche war beschlagnahmt worden. Sein letzter Einsatz endete in der Rechtsmedizin.

Baudy trat zurück. Er hatte das Bedürfnis, zum Abschied ein paar Worte zu sagen. Aber ihm fielen nur die Floskeln ein, die er sonst bei Einsätzen sagte. »Wird schon wieder.« »Kopf hoch, ist doch halb so schlimm.« »Nur Mut, morgen ist ein neuer Tag.«

Also sagte er nichts.

Später trat Berthold Meiering zu ihm, der Bürgermeister von Kirchzarten, ein gebürtiger schwäbischer Allgäuer. Auf seiner Glatze standen Schweißperlen, sein Blick irrte umher. Baudy berichtete. Anschließend sagte Meiering, aus seiner Sicht treffe ihn, Baudy, keine Schuld am Tod »des Kameraden«, und das sähen »die Kollegen«, wenn er sie richtig verstanden habe, auch so. Das runde, speckige Gesicht war leichenblass. In Meierings Stimme lag Mitgefühl.

Baudy überlief ein Frösteln, während er die Worte im Stillen wiederholte. Er begann zu ahnen, dass es jetzt nicht mehr um die Kriterien ging, die ihn in zwanzig Jahren freiwilliger Feuerwehr begleitet hatten: Analyse, Fakten, Loyalität. Jetzt ging es um Interpretation, Interessen, Schuldzuweisungen. Trotzdem hatte er den Eindruck, dass Meierings Mitgefühl aufrichtig war.

Er nickte.

»Und bitte kein Wort an die Medien, Adam. Die sollen sich an die Pressesprecherin der Polizei wenden.«

Sie sahen einander an. Wieder stand Gubniks Frage im Raum, wieder hatte Baudy keine Lust, über eine Antwort nachzudenken. Aber er spürte, dass sich die Frage in seinem Kopf festzusetzen begann. Nicht, weil ihn die Antwort sonderlich interessierte, sondern weil diese Frage mehr und mehr zu dem wurde, was von Gubnik bleiben würde. Eine Frage und eine halbfertige Schatulle.

Meiering hob die Hand zum Kopf. »Deine Augenbrauen.«

»Ja?«

»Sind ein bisschen versengt.«

Baudy nickte. Wenigstens hörte er wieder normal.

Martin Andersen, der in diesen Minuten überall zu sein schien, kam und flüsterte ihm ins Ohr, dass seine Frau Lina zu ihnen nach Hause bringe. Lina sei okay, sie habe nicht viel mitbekommen. »Fahr bei uns vorbei, wenn du hier fertig bist.« Baudy nickte, und Martin Andersen ging wieder.

»Die Kripo will mit dir reden«, sagte Meiering.

»Ja.«

»Und die Leute von der Leitstelle wollen einen Bericht.«

»Bekommen sie.«

»Das ist zu groß für Kirchzarten, Adam, das macht alles Freiburg.«

Baudy nickte. Plötzlich fröstelte er wieder. »Es heißt Kirchzarten, nicht Kirchzarten«, sagte er.

»Was?«

»Du hast Kirchzarten gesagt.«

Meiering schwieg.

»Hier sagen wir Kirchzarten«, wiederholte Baudy sanft.

»Ja. Danke.«

Dann sahen sie zu, wie die Berufsfeuerwehr an der Brandfläche mit dem Abpumpen des Löschwassers begann. Der Wasserspiegel sank rasch. Für einen Moment glaubte Baudy, Gubniks gelben Helm an der Oberfläche treiben zu sehen, aber er war sich nicht sicher.

»Was ist das nur für ein Geruch?«, fragte Meiering in plötzlicher Verzweiflung.

Baudy atmete tief ein. Es roch, wie es nach einem Brand roch. Doch dann nahm er, ganz vage, weitere Gerüche wahr. Essig. Honig. Noch etwas, das er nicht identifizieren konnte.

Das ist zu groß für Kirchzarten. Das macht alles Freiburg.

Er sagte: »Was hatte das Arschloch da gelagert?«

»Waffen«, flüsterte Meiering, als hoffte er, dass niemand sonst es hörte.

I

Die höllischen Legionen

1

DIE ZEIT DER ERSTEN MALE, dachte Louise Bonì, während sie eine Flasche aus der Umhängetasche zog und sich im Gras niederließ. Zum ersten Mal Überstunden, zum ersten Mal Kirchzarten, der erste Tote. Heute Nacht die erste schwere Krise, vor ein paar Tagen zum ersten Mal Sex mit Anatol, vor einer Woche der erste Streit mit Rolf Bermann. Die ersten Albträume, die ersten Zweifel, ob sie es schaffen würde. Ihre Rückkehr in den Alltag wurde von Premieren begleitet.

Sie öffnete den Schraubverschluss und leerte die Flasche halb. Bald dreiundvierzig, und das Leben– dieses Leben– begann von vorn.

Kein allzu angenehmer Gedanke.

Sie sah zu Schneider hinüber, der seit Minuten reglos am Rand der Brandfläche stand, den Blick auf den Wald oder die Hügel dahinter gerichtet. Der schöne, langweilige Schneider, ohne Bermann verloren wie eh und je. Wie vor fünf Monaten im Schnee nahe Münzenried, an dem Tag, als Natchaya und Areewan gestorben waren.

Alles, dachte sie, geschah nach ihrer Rückkehr zum ersten Mal und führte doch geradewegs in das Leben vor ihrer Zeit im Kanzan-an. Sie setzte die Flasche an die Lippen, trank sie aus, öffnete die zweite, trank sie halb. Sie konnte so viel Wasser trinken, wie sie wollte, der Durst blieb.

Der Durst und die Schlaflosigkeit.

Heute Nacht um drei hatte sie an der Kasse einer Freiburger Tankstelle gestanden und vier Flaschen mit hochprozentigem Alkohol in eine Tüte gepackt. Zu Hause hatte sie die Flaschen vor sich auf den Couchtisch gestellt. Also gut, hatte sie geschrien, wenn du unbedingt trinken willst, dann tu’s! Willst du Wodka? Bourbon? Nimm dir, was du willst! Wodka? Ja? Dann trink! Trink, was du willst!

Ja, ja, ja, riefen die Dämonen in ihrem Kopf.

Nein, schrie Louise. Heute nicht!

Stattdessen hatte sie die Wohnung verlassen, war in die verwaiste Polizeidirektion gefahren. Sie hatte noch kein Büro, keinen Schreibtisch, kein Telefon. Also setzte sie sich in Almenbroichs Büro, weil er den bequemsten Schreibtischsessel hatte und der Leiter der Kripo war und seine Beamten im Kampf gegen ihre Dämonen unterstützte.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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