Immer Ärger mit Ötzi - Joe Fischler - kostenlos E-Book
Beschreibung

Als Valerie "Veilchen" Mauser morgens ins Bad geht, fällt ihr ein seltsamer Geruch auf. Und dann erblickt sie in der Dusche eine kleine, dürre Gestalt. Ein Einbrecher? Der Freund ihrer Tochter Luna? Nein, es ist der Ötzi, der in ihrer Dusche steht, der Eismann, die weltberühmte Mumie. Valerie kann es nicht fassen - wie ist er dorthin gekommen? Schnell zeigt sich: Luna hat etwas mit dem unerwarteten Besuch im Bad zu tun. Und: Mit denen, die ihn aus dem Bozner Archäologiemuseum gestohlen haben, ist nicht zu spaßen! Rasant, cool - und ganz ohne Lederhosen: ein Mini-Alpenkrimi vom Feinsten!

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Seitenzahl:31

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Beliebtheit


Joe Fischler

Immer Ärger mit Ötzi

Ein Veilchen-Minikrimi

Inhaltsverzeichnis
Cover
Titel
Vier Stunden früher
Zurück im Hier und Jetzt
Bald darauf, Via Museo – Museumstraße – Bozen
Joe Fischler
Zum Autor
Impressum
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Gleich sind sie genauso im Eimer wie der Volvo, in dem sie sitzen. Mit jedem Gasstoß röhrt er auf, urgewaltig wie eine Hundertschaft brunftiger schwedischer Elche, aber zumindest bewegt er sich noch. NOCH. Hinter ihnen das Trümmerfeld, in dem wohl auch ihre Auspuffanlage steckt.

Blut läuft von der Stirn der Fahrerin, an der Nasenwurzel vorbei an die Lippen, sie wischt sich einmal übers Gesicht, ihre Hand am Lenkrad schmierig rot. Hätte schlimmer kommen können. Unmöglich, sich nach dem Zustand der anderen Passagiere zu erkundigen. Nur eines ist wichtig: Sie müssen weg, weg, WEG!

Valerie Mauser gibt Gas und hofft, schnell Meter zwischen sich und ihre Verfolger zu bringen. Etwas schleift im linken vorderen Radkasten. Zweiter Gang, dritter Gang, infernalisches Getöse, Wind kommt von vorne durch die zersplitterte Scheibe, die ihr Beifahrer mit den Füßen aus dem Rahmen zu drücken versucht, was ihm schließlich auch gelingt.

Bozen Nord: zwei Kilometer. Neues Schild, neue Hoffnung. Halte durch, treuer Elch, ich verspreche, ich bade dich eigenhändig in Motoröl.

Stolwerks Hand, er drückt ihr etwas gegen die Stirn, sie sieht nichts, schiebt ihn weg.

„Sie kommen!“, schreit jemand von hinten ganz nah an ihrem Ohr, Valerie fokussiert den einzigen noch vorhandenen Außenspiegel, und tatsächlich: Auch der silbrige Dodge Ram hat den Unfall überstanden. Schnell holt er auf, gleich wird er sie eingeholt haben, gleich geht es wieder von vorne los, neue Chance, neues … was wird es diesmal sein? Nochmal Glück? Oder – viel wahrscheinlicher jetzt: Pech? Sie wirft ihren Kopf nach hinten, ein Stich im Nacken, egal, wenn sie schon gleich sterben muss, dann wenigstens mit dem Bild ihrer Tochter vor Augen …

… wie diese ihr den Allerwertesten entgegenstreckt,

… sich mit fliegenden Rastalocken durchs Seitenfenster nach außen beugt,

… den Stinkefinger nach hinten macht

… und anschließend versucht, den Stein des Anstoßes hinauszuzerren und ihren Verfolgern vor die Räder zu werfen.

Den toten Eismann.

Vom Hauslabjoch.

Ötzi.

„Mein Veilchen, pass auf!“

Vier Stunden früher

Wie üblich wurde Valerie schon vom ersten Knacks des Radioweckers wach, noch bevor man den Sender hören konnte. Sonntag und Wecker passten eigentlich nicht zusammen, eigentlich … eigentlich passten Wecker und Valerie nicht mehr zusammen, seit sie den Polizeidienst quittiert hatte. Sie genoss die neue Freiheit und schlief gerne aus. Doch heute war ein besonderer Tag, Familientreffen in Graz, und endlich hatte sie jemanden mitzubringen, und was für eine Verstärkung ihr zur Seite stand! Gleich zu fünft statt wie üblich alleine würden sie antanzen, sie war ja so gespannt auf das Gesicht ihrer Mu…

„Ja, wooo steckt er nur, der Ötzi?“, unterbrach die Radiomoderatorin ihre Gedanken. „Fünftausenddreihundert Jahre im Eis, anschließend auf Irrfahrt von Labor zu Labor, seit 1998 im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen – und jetzt: Geraubt! Wie berichtet, hat sich eine professionelle Bande mit brutalsten Methoden Zugang zu Ötzis Eiskammer verschafft und diesen entführt …“

Nicht schon wieder, dachte Valerie, die den Medienrummel um den gestohlenen Ötzi unerträglich fand. Sie hatte sich schon hinübergerollt und wollte den Wecker ausschalten, als sie das Wort Finderlohn aufschnappte.

„Ja, richtig gehört, meine Lieben, einhunderttausend Euro hat die italienische Polizei für sachdienliche Hinweise ausgelobt, die zur Wiederbeschaffung der beliebten Mumie führen.“

Die haben doch einen Vollschuss. Valerie stand auf, und wie die meisten von uns führte auch sie der erste Weg des Tages auf den Topf, der sich in ihrem Badezimmer befand. Dort musste jemand in der Nacht vergessen haben, die Lüftung auszumachen.

Hunderttausend