Intermezzo - Lola Keeley - E-Book

Intermezzo E-Book

Lola Keeley

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Beschreibung

Berlin wird heiß: Ein erotisches Wiedersehen von Anna und Victoria. Unterschiedliche Terminkalender machen es der jungen Balletteuse Anna und ihrer attraktiven Geliebten, der künstlerischen Leiterin Victoria, schwer, sich zu sehen - zumal sie auf anderen Kontinenten engagiert sind. Annas Gastspielauftritt in Berlin bietet die perfekte Gelegenheit für ein leidenschaftliches Wiedersehen. Eine erotische Kurzgeschichte aus der Welt des lesbischen Bestseller-Liebesromans "The Music and the Mirror".

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Seitenzahl: 40

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Inhaltsverzeichnis

Intermezzo

Ebenfalls im Ylva Verlag erschienen

Über Lola Keeley

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Von Lola Keeley außerdem lieferbar

Eine Prinzessin datet man nicht

Eine Lady mit Leidenschaften

Skalpell, Tupfer, Liebe

The Music and the Mirror – Tanz ins Glück

Intermezzo

»Nein, nein, nein!«

Anna riss die Augen auf, Haarsträhnen klebten in ihrem Gesicht. Sie schürzte die Lippen und blies kühle Luft in Richtung Stirn, um das, was da kitzelte, zu entfernen. Schweiß rann ihren Nacken hinab und sie nutzte die Gelegenheit, um sich von Gabriels breiter, muskulöser Brust zu lösen, an der ihr Kopf lehnte. Dadurch stand sie jedoch nicht mehr en pointe und sie drehte sich um, bereit, ihrem Schicksal ins Auge zu sehen.

»Was ist?«, rief sie in die Dunkelheit des Theatersaals. Noch vor einem Jahr, als sie zum ersten Mal als Hauptdarstellerin eine Rolle getanzt hatte, hätte sie sich das niemals getraut. »Was war denn jetzt schon wieder falsch?«

»Einfach nein.« Irinas Tonfall duldete keinen Widerspruch, auch wenn ihre Kritik wohl kaum als konstruktiv bezeichnet werden konnte.

Anna konnte immer noch den ukrainischen Akzent heraushören, obwohl eine ganze Saison als Leiterin des Ensembles ihn abgemildert hatte. Irina schmollte nicht mehr so viel wie damals, als sie selbst noch Tänzerin gewesen war. Doch in Momenten wie diesen, wenn sie auf eine Rückmeldung zu ihrem Auftritt wartete, vermisste Anna Victoria am meisten. Statt dieser nachhallenden Stille hätte die Truppe eine dreiminütige Schimpftirade über ihre Inkompetenz zu hören bekommen. Die Beleidigungen wären heftig gewesen, die Sprache jedoch anschaulich. Stattdessen standen die etwa dreißig Tänzerinnen und Tänzer nun herum und schwiegen erwartungsvoll.

Dann, endlich – Schritte. Irina kam in ihren hochhackigen Stiefeln den Mittelgang entlanggelaufen, bis sie gut sichtbar im Licht der Bühnenscheinwerfer auftauchte, weit davon entfernt, im Rampenlicht zu stehen. »Nein«, wiederholte sie. »Odette stirbt nicht. Warum lehnst du dich an Gabriel, als wärst du bei der Entenjagd erschossen worden?«

Gabriel antwortete für sie beide und strich sich dabei mit der Hand durch seine kurzgeschorenen Locken. »Irina, wir wissen, dass es in Russland anders gehandhabt wurde, aber –«

»Ihr wollt also ein deprimierendes Ende? Glaubt ihr wirklich, dass in einer Welt wie unserer heute die Leute Geld dafür bezahlen, um in die Depression gestürzt zu werden? Euer Schwanensee ist Mist. Aber wenn wir es anders machen? Dann werden wir das Publikum begeistern. Will denn niemand mehr Applaus bekommen?«

»Ich habe Odette als lebendig, aber erschöpft vom Kampf gegen die Gewalten dargestellt«, antwortete Anna und widerstand dem Drang, die Arme vor der Brust zu verschränken. Sie wusste, wie man sich gegen willensstarke Frauen behauptete, schließlich hatte sie sich in eine der resolutesten verliebt. »Aber ich kann es auch anders machen, wenn –«

»In drei Tagen beginnt in Berlin unsere Tournee!«

Daran musste Irina niemanden erinnern. Immerhin probten sie seit einem Monat bis zur Erschöpfung. Anna hatte ihre ganz persönlichen Gründe, sich mehr als alle anderen auf ihre Europatournee zu freuen, aber sie wollte sich nicht zu sehr davon beeinflussen lassen. Der Auftritt hatte oberste Priorität. Alles andere würde die Tournee gefährden.

Doch Irina war mit ihren Vorhaltungen noch nicht fertig. »Wenn du mich in Europa blamierst, nehme ich dein Rückflugticket und zerreiße es. Im Moment seid ihr alle so schlecht, dass es mich nicht wundern würde, wenn sie in Berlin die Mauer wieder aufbauen würden. Also, noch einmal – und das gilt bitte für alle: Gebt euch Mühe.«

Anna ging in die Kulissen, um ihre Position einzunehmen, in der Hoffnung, dass sie einen Moment Zeit haben würde, um nach neuen Nachrichten von Victoria zu sehen.

~ ~ ~

Victoria zögerte, als sie vor dem Theater ankam, und starrte mit unverhohlener Bewunderung auf das große, alte Gebäude. Obwohl die Vorstellung erst um 20 Uhr beginnen sollte, war es noch hell. Scharen von Touristen strömten weiter in Richtung Bebelplatz mit seinem unter der Erde befindlichen Mahnmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung. Ihre Shorts und Rucksäcke bildeten einen auffälligen Kontrast zu der eleganten Kleidung der Ballettbesucher.

An den Straßenlaternen hingen riesige Werbebanner, die sich in der leichten Brise bewegten. Das Metropolitan Ballett trat hier in Berlin für amerikanische Verhältnisse zwar eher zurückhaltend auf, was zweifellos auf seinen Gaststatus zurückzuführen war, die Hinweise auf die Schwanensee-Aufführung waren dennoch nicht zu übersehen. Obwohl es nie ihr Lieblingsballett gewesen war, genoss Victoria jeden noch so kleinen Schnörkel in der Inszenierung und jede Kleinigkeit im Bühnenbild. Von überall her blickten vertraute Gesichter mit betont versteinerten Mienen auf Victoria herab.

Und dort, in der ersten Reihe, war Anna.

Wäre sie in Gesellschaft gewesen, hätte Victoria sich vielleicht zurückgehalten, aber da sie alleine war, leistete sie sich den Luxus und gab sich dem Anblick voll und ganz hin. Damit war sie bei weitem nicht die Einzige; jeder Besucher, der Richtung Eingang ging, blieb beim Anblick der Frau, die Victoria liebte, bewundernd stehen.