Irrwitziges aus der Wissenschaft - Heinrich Zankl - E-Book

Irrwitziges aus der Wissenschaft E-Book

Heinrich Zankl

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Beschreibung

Ernst ist das Leben, heiter die Kunst, wie Friedrich Schiller treffend zu formulieren wusste. Aber wie verhält es sich mit der Wissenschaft? Darauf gibt dieser Band eine eindeutige Antwort: Sie kann nicht nur amüsant, sie kann mitunter sogar zum Schreien komisch sein. Das Buch präsentiert Kuriositäten aus verschiedensten Wissensgebieten: skurrile Begebenheiten, unfreiwillig Komisches oder "Fakten", die im Laufe der Jahre verdreht und falsch wiedergegeben wurden. Zu den dargebrachten Merkwürdigkeiten zählen unter anderem "Das Phänomen der verschwindenden Teelöffel", "Sir Herschels angebliche Mondstudien" und "die Methode Mittelstress". Aber auch der Haschischkonsum von Schiller und Goethe ist ein Thema des Buches. Die Geschichten und Anekdoten aus Natur- und Geisteswissenschaften lassen sich in einem Rutsch oder auch abschnittweise, gleichsam zwischendurch lesen und wollen vor allem eines: ihre Leser, ob Wissenschaftler oder Laien, zum Lachen bringen - denn das Leben ist ernst genug.

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Seitenzahl: 376

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Bücher, die zum Thema passen:

Evers, P. Die wundersame Welt der Atomis10 Jahre in den Physikalischen BlätternFebruar 2002 ISBN: 978-3-527-40359-2

… und weitere Erlebnis Wissenschaft Titel …

Emsley, J. Leben, lieben, liftenRundum wohlfühlen mit ChemieMai 2008, ISBN: 978-3-527-31880-3

Glaser, R. Heilende Magnete – strahlendeHandysBioelektromagnetismus: Fakten undLegendenMai 2008, ISBN: 978-3-527-40753-8

Schwedt, G. Betörende Düfte,sinnliche AromenMai 2008, ISBN: 978-3-527-32045-5

Schwedt, G. Wenn das Gelbe vom Ei blaumachtSprüche mit versteckter ChemieMai 2008, ISBN: 978-3-527-32258-9

Synwoldt, C. Mehr als Sonne, Wind und WasserEnergie für eine neue ÄraMai 2008, ISBN: 978-3-527-40829-0

Ball, P. Brillante Denker, kühne PioniereZehn bahnbrechende EntdeckungenMai 2007, ISBN: 978-3-527-31680-9

Froböse, R. Wenn Frösche vom Himmel fallenDie verrücktesten NaturphänomeneMai 2007, ISBN: 978-3-527-31659-5

Salzmann, W. Der Urknall und andereKatastrophenMai 2007, ISBN: 978-3-527-31870-4

Schuster, H. G. Bewusst oder unbewusst?Mai 2007, ISBN: 978-3-527-31883-4

Zankl, H. et al. Potzblitz BiologieDie Höhlenabenteuer von Rita und RobertMai 2007, ISBN: 978-3-527-31754-7

Emsley, J. Mörderische Elemente, prominenteTodesfälleMai 2006, ISBN: 978-3-527-31500-0

Froböse, R. / Jopp, K. Fußball, Fashion, FlachbildschirmeDie neueste KunststoffgenerationMai 2006, ISBN: 978-3-527-31411-9

Liedtke, S. / Popp, J. Laser, Licht und LebenTechniken in der MedizinMai 2006, ISBN: 978-3-527-40636-4

Schwedt, G. Was ist wirklich drin?Produkte aus dem SupermarktMai 2006, ISBN: 978-3-527-31437-9

Vowinkel, B. Maschinen mit Bewusstsein – Wohinführt die künstliche Intelligenz?Mai 2006, ISBN: 978-3-527-40630-2

1. Auflage 2008

Alle Bücher von Wiley-VCH werden sorgfältig erarbeitet. Dennoch übernehmen Autoren, Herausgeber und Verlag in keinem Fall, einschließlich des vorliegenden Werkes, für die Richtigkeit von Angaben, Hinweisen und Ratschlägen sowie für eventuelle Druckfehler irgendeine Haftung.

Autor

Prof. Dr. Heinrich Zankl Büchnerstr. 6 66424 Homburg

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

© 2008 WILEY-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim

Alle Rechte, insbesondere die der Übersetzung in andere Sprachen, vorbehalten. Kein Teil dieses Buches darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form – durch Photokopie, Mikroverfilmung oder irgendein anderes Verfahren – reproduziert oder in eine von Maschinen, insbesondere von Datenverarbeitungsmaschinen, verwendbare Sprache übertragen oder übersetzt werden. Die Wiedergabe von Warenbezeichnungen, Handelsnamen oder sonstigen Kennzeichen in diesem Buch berechtigt nicht zu der Annahme, dass diese von jedermann frei benutzt werden dürfen. Vielmehr kann es sich auch dann um eingetragene Warenzeichen oder sonstige gesetzlich geschützte Kennzeichen handeln, wenn sie nicht eigens als solche markiert sind.

ISBN: 978-3-527-32114-8 ePDF ISBN: 978-3-527-64143-7 ePub ISBN: 978-3-527-64142-0 mobi ISBN: 978-3-527-64144-4

Inhaltsverzeichnis

titelseiteBücher, die zum Thema passen:TitelImpressumEinleitungMerkwürdiges aus Astronomie, Physik, Mathematik und ChemieKuriositäten aus Technik und InformatikErstaunliches aus Anthropologie, Biologie und MedizinErwähnenswertes aus Psychologie und PädagogikErbauliches aus den Literatur-, Musik- und GeschichtswissenschaftenWitziges aus Philosophie, Soziologie, Jura, Ökonomie und PolitikLiteratur

Einleitung

U-Boote, Nihilartikel und andere Wissenschaftsspäße

Wissenschaftler werden oft für sehr nüchterne Menschen gehalten, die nur ihre Forschungsthemen im Kopf haben und für jede Art von Humor weitgehend unempfänglich sind. Das vorliegende Buch soll mithelfen, dieses ungerechtfertigte Vorurteil zu widerlegen, denn schon seit Jahrhunderten, wenn nicht sogar seit Jahrtausenden, gibt es Beispiele dafür, dass Forscher durchaus in der Lage sind, sich pfiffige Späße auszudenken. Die deutsche Version der freien Internet-Enzyklopädie »Wikipedia« widmet diesem Thema immerhin sieben Seiten. Dort wird für das Schlagwort »Wissenschaftlicher Witz« die folgende Erklärung gegeben: »Der wissenschaftliche Witz benutzt in der Regel Fachwissen, um unmögliche Dinge oder Situationen mit Hilfe wissenschaftlicher Fachausdrücke soweit zu verstecken, dass sie nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Dabei werden gerne Aspekte der Ironie und Satire aufgenommen. Die Abgrenzung zum wissenschaftlichen Betrug ist für Außenstehende nicht immer sofort erkennbar ...«

Besonders oft machen sich Wissenschaftler einen Spaß daraus, in Lexika fingierte Artikel einzuschleusen. Dabei wird irgendein wohlklingendes Schlagwort erfunden und mit hoch wissenschaftlichen Ausdrücken so erklärt, dass nicht gleich auffällt, wie hirnrissig das Ganze ist. Wenn man Glück hat, fallen nicht nur Laien, sondern auch ein paar Fachleute auf einen solchen Spaßartikel herein und setzen sich damit ernsthaft auseinander. Dann kann man wenig später genüsslich offen legen, dass alles nur Unfug war und sich an den langen Gesichtern der Blamierten erfreuen. Inzwischen gibt es sogar schon Fachausdrücke für diese spezielle Form des wissenschaftlichen Humors. Man spricht in solchen Fällen von einem »U-Boot« oder »Nihilartikel«. Wikipedia zählt aktuell 38 U-Boote auf, die in den verschiedensten Nachschlagewerken nachweislich abgetaucht sind. Vermutlich gibt es aber noch viel mehr davon, weil wahrscheinlich noch längst nicht alle schnell entdeckt worden sind. Insider vermuten sogar in jedem Lexikon falsche Stichwörter. Oft gehen die U-Boote mit Wissen der Herausgeber auf Tauchfahrt, manchmal schmuggelt aber auch ein Autor heimlich einen Nihilartikel in ein Lexikon ein.

Manche dieser fiktiven Stichworterläuterungen haben schon eine lange Tradition und werden zum Teil sogar in aktualisierter Form in jede Neuauflage übernommen. Es ist auch schon vorgekommen, dass die Leser auf die Ausmerzung eines solchen Artikels durch den Verlag so heftig reagiert haben, dass das getilgte Stichwort in die nächste Auflage wieder aufgenommen worden ist (siehe S. 120 f.). Die meiner Meinung nach schönsten Nihilartikel aus allen Bereichen der Wissenschaft sind in das vorliegende Buch aufgenommen worden.

Viel wissenschaftlicher Humor steckt auch in Forschungsberichten, die sich auf mehr oder minder abstruse wissenschaftliche Themen beziehen, wobei für die entsprechenden Untersuchungen oft auch noch irrwitzige Methoden und Techniken beschrieben werden. An der hoch angesehenen Harvard University in Cambridge (USA) erscheint seit 1995 eine spezielle Zeitschrift, in der viele solcher skurrilen, zum Teil aber durchaus ernst gemeinten Artikel publiziert werden. Das zweimonatlich erscheinende Journal hat den Titel »Annals of Improbable Research« (AIR), was man ins Deutsche ungefähr mit »Berichte aus der unwahrscheinlichen Forschung« übersetzen kann. Unter den Herausgebern finden sich sogar einige Nobelpreisträger. Das AIR-Komitee organisiert außerdem gemeinsam mit Mitgliedern der Universitäten Harvard und Radcliffe jährlich die Verleihung des »Ig-Nobelpreises«, der manchmal auch als »Anti-Nobelpreis« bezeichnet wird.»Ig« ist von dem englischen Wort »ignoble« abgeleitet, das am ehesten mit »unwürdig« oder »schmachvoll« übersetzt werden kann. Verliehen werden die Preise jeweils im Oktober, gleichzeitig mit der Verkündung der echten Nobelpreisträger. Als Bedingung für eine Nominierung gilt, dass die Forschungsarbeit neuartig ist und »nicht wiederholt werden kann oder wiederholt werden sollte.« Nach dem Empfang des Preises halten die Auserwählten eine Dankesrede, die aber nur aus sieben Worten bestehen darf. Eine wichtige Funktion bei der Zeremonie hat der sogenannte Besenmeister, der die vielen Papierflieger von der Bühne kehrt, die während der Verleihung auf den Preisträger abgeschossen werden. In den letzten Jahren hat regelmäßig ein echter Nobelpreisträger den Besen geschwungen.

Über die interessantesten Forschungsprojekte, die bisher mit dem Ig-Nobelpreis ausgezeichnet worden sind, berichtet das deutsche AIR-Mitglied Dr. Mark Benecke ausführlich in seinem lesenswerten Buch »Lachende Wissenschaft«. Deshalb wird dieser zweifellos sehr reizvolle Bereich des wissenschaftlichen Humors in dem vorliegenden Buch nur am Rande gestreift. Ich hoffe aber, es ist mir trotz dieser Einschränkung gelungen, eine hinreichende Anzahl von schönen wissenschaftlichen Spaßgeschichten zusammenzutragen, um den geneigten Leser für ein paar Stunden zum Schmunzeln zu bringen.

Für die kritische Durchsicht des Manuskriptes darf ich mich herzlich bei meiner Frau Dr. med. Merve Zankl bedanken, die dabei nicht nur Stil und Rechtschreibung, sondern auch den Humorgehalt streng überprüft hat.

Beim Wiley-VCH Verlag haben vor allem Frau Dr. Gudrun Walter und Frau Dr. Waltraud Wüst das Buchprojekt jederzeit hilfreich begleitet. Dafür bin ich Ihnen zu großem Dank verpflichtet.

Merkwürdiges aus Astronomie, Physik, Mathematik und Chemie

Astronomische Sensationen

Sir John Herschels Mondstudien

John Herschel (1792–1871) war der Sohn des berühmten Astronomen Sir William Herschel, der den Planeten Uranus entdeckt hatte. John absolvierte zunächst ein Jurastudium, wendete sich aber später auch der Astronomie zu und übernahm die Sternwarte seines Vaters. Für seine großen wissenschaftlichen Leistungen wurde er 1831 geadelt. Er beschäftigte sich neben der Astronomie aber auch sehr erfolgreich mit anderen Gebieten, insbesondere der Fotografie. Herschel war schon zu Lebzeiten ein weltweit bekannter Wissenschaftler. Nach ihm wurden die in kanadischen Gewässern liegende Herschel-Insel und der Herschel-Mondkrater benannt.

Im November 1833 unternahm Herschel eine mehrjährige Forschungsreise nach Südafrika, um dort den südlichen Sternenhimmel zu erkunden. Als Ausrüstung führte er unter anderem zwei der größten Fernrohre mit, die damals gebaut werden konnten, sodass man durchaus auf seine Entdeckungen gespannt sein konnte. Am 25. August 1835 erschien in der amerikanischen Tageszeitung New York Sun ein großer Artikel mit der Überschrift: »Großartige astronomische Entdeckungen, kürzlich gemacht von Sir John Herschel am Kap der guten Hoffnung«. Der Autor, der sich Dr. Andrew Grant nannte, berichtete, dass Herschel für seine Beobachtungen »ein Teleskop von gewaltigen Dimensionen und völlig neuem Prinzip« eingesetzt habe. Allein die Linsen hätten ein Gewicht von fast sieben Tonnen und erlaubten eine 42.000fache Vergrößerung. Durch mehrere Vergrößerungsstufen würde eine Auflösung erreicht, die es ermöglicht, Insekten auf dem Mond zu erkennen, falls es dort welche geben sollte. Die ausführliche Beschreibung dieses technischen Wunderwerks war mit vielen Zahlen und einem weitgehend unverständlichen Vokabular gespickt, das dem Artikel den Anstrich einer hohen Wissenschaftlichkeit verlieh. Seine Vertrauenswürdigkeit erhöhte der Autor auch noch dadurch, dass er angab, er habe das Superteleskop mitentwickelt und sei mit Sir John Herschel befreundet. Dadurch habe er die Aufzeichnungen Herschels über seine neuesten Entdeckungen vorab zur Veröffentlichung bekommen. Inzwischen seien die Unterlagen auch bereits an die Royal Society in England geschickt worden. Eine wissenschaftliche Publikation im Edinburgh Journal of Science würde in Bälde folgen. Der lange Artikel endete mit dem Hinweis, dass in den nächsten Tagen Fortsetzungen folgen würden.

In dem zweiten Bericht am 26. August beschrieb der Autor die ersten höchst erstaunlichen Beobachtungen, die Herschel auf dem Mond gemacht hatte. Sehr detailreich wurde ein großer See beschrieben, an dessen Rändern Herschel einen herrlichen weißen Sandstrand mit farbigen Felsen und fremdartigen Bäumen entdeckt hatte. In einem der vielen Täler des Mondes tauchten große Pyramiden auf, die bei noch stärkerer Vergrößerung als riesige Amethystkristalle identifiziert wurden. Auf der Südostseite des Mondes zeigten sich große Wälder, in denen Herden von bisonähnlichen Tieren weideten. Mithilfe der zusätzlichen Vergrößerungsmöglichkeiten an seinem wunderbaren Teleskop konnte Herschel an diesen Tieren sogar die Augen genauer studieren. Dabei stellte er fest, dass sie durch eine Art fleischige Kappe überdacht waren, die nach Herschels Vermutung einen Sonnenschutz bildeten. Das nächste Tier, das beobachtet werden konnte, hatte die Größe einer Ziege und trug ein einziges Horn auf dem bärtigen Kopf. Bei genauerem Hinsehen konnte Herschel feststellen, dass nur die Männchen ein Einhorn und einen Bart trugen, während die horn- und bartlosen Weibchen einen besonders langen Schwanz aufwiesen. In einem Fluss entdeckte Herschel wenig später einige Inseln mit vielen Arten von Wasservögeln. In der Nähe des Flusses wurde auch noch ein krokodilartiges Wesen gesichtet, das sich mit großer Geschwindigkeit fortbewegte.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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