Je höher die Flut - Mary Ann Fox - E-Book
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Je höher die Flut E-Book

Mary Ann Fox

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Beschreibung

Muffins, Mord und Margeriten. Spätsommer in Cornwall: Bei der großen Tombola des jährlichen Erntedankfestes gewinnt die junge Gärtnerin Mags Blake einen Rundflug über Rosehaven. Sie ist begeistert – bis der Motor plötzlich aussetzt und sie nur knapp einer Katastrophe entgehen. Es stellt sich heraus, dass das Flugzeug manipuliert wurde – nicht der erste Versuch, dem Piloten zu schaden. Haben die Pläne für ein neues Luxusresort etwas damit zu tun? Als dann die Leiche einer bekannten Autorin im Hafen angespült wird, befindet sich Mags schneller, als ihr lieb ist, schon wieder mitten in Mordermittlungen. Ein neuer Fall für die liebenswerteste Ermittlerin Südenglands

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 245




Über das Buch

Muffins, Mord und Margeriten.

Spätsommer in Cornwall: Bei der großen Tombola des jährlichen Erntedankfestes gewinnt die junge Gärtnerin Mags Blake einen Rundflug über Rosehaven. Sie ist begeistert – bis der Motor plötzlich aussetzt und sie nur knapp einer Katastrophe entgehen. Es stellt sich heraus, dass das Flugzeug manipuliert wurde – nicht der erste Versuch, dem Piloten zu schaden. Haben die Pläne für ein neues Luxusresort etwas damit zu tun? Als dann die Leiche einer bekannten Autorin im Hafen angespült wird, befindet sich Mags schneller, als ihr lieb ist, schon wieder mitten in Mordermittlungen.

Ein neuer Fall für die liebenswerteste Ermittlerin Südenglands

Über Mary Ann Fox

Mary Ann Fox, Jahrgang 1978, verdiente sich ihr erstes Geld in einer Gärtnerei. Der Liebe wegen ging sie nach dem Studium nach England und arbeitete dort als Fremdenführerin, als Deutschlehrerin und dann im Botanischen Garten in Oxford. Sie arbeitet und lebt mittlerweile in Hamburg-Altona.

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Mary Ann Fox

Je höher die Flut

Ein Cornwall-Krimi

Inhaltsübersicht

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Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Kapitel 26

Kapitel 27

Kapitel 28

Kapitel 29

Kapitel 30

Kapitel 31

Kapitel 32

Kapitel 33

Kapitel 34

Kapitel 35

Kapitel 36

Kapitel 37

Kapitel 38

Kapitel 39

Kapitel 40

Kapitel 41

Kapitel 42

Kapitel 43

Impressum

»Ask ev’ry person if he’s heard the story;And tell it strong and clear if he has not:That once there was a fleeting wisp of gloryCalled Camelot.

Camelot! Camelot!«

König Artus im Musical Camelotvon Alan Jay Lerner (1967)

»Sub umbra floreo – Ich blühe im Schatten«

Wahlspruch des Staates Belize

Das Rotkehlchen saß auf einem niedrigen Ast, und der Wind, der vom Meer die Klippen herauf wehte, strich kühlend durch sein Gefieder. Es war zu dem niedrigen Wald geflogen auf der Suche nach Wasser. Die Welt zu heiß und zu trocken in diesem Sommer.

Als der kleine Vogel die Schritte von Menschen hörte, flog er tiefer in den Busch.

»Damit werden Sie nicht durchkommen. Ich habe Beweise.«

Die Stimme einer Frau. Leise. Ruhig. Aber das Rotkehlchen konnte die Anspannung hören.

»Beweise? Nichts haben Sie außer einer wilden Theorie. Spinnereien. Hirngespinste! Niemand wird Ihnen glauben.«

Die andere Stimme klang verzerrt. Dunkel. Die Federn des Vogels stellten sich auf. Wer immer da sprach, war gefährlich. Ein Räuber.

Jetzt lachte die Frau, dabei sollte sie rennen. Das Rotkehlchen überprüfte mit einem schnellen Blick, ob es selbst einen freien Fluchtweg hatte.

Am Himmel zogen vom Meer her die ersten dunklen Wolken der Nacht auf. Aber den ersehnten Regen würden auch sie nicht bringen.

Etwas raschelte. Papier.

»Was ist das?«

Ein raues Flüstern.

Der Herzschlag des Vogels beschleunigte sich. Die Frau müsste es doch auch merken. Nicht einmal Menschen mit ihren verkümmerten Instinkten konnten der Gefahr gegenüber so blind sein.

Das Rotkehlchen stieß einen kurzen Pfiff aus. Eine Warnung. Lauf!

Aber der Mensch konnte es nicht hören.

»Sehen Sie jetzt, warum Sie keine Chance haben? Sobald ich die Behörde informiere, sind Sie raus aus der Sache.«

»Oh, ich glaube, das werden Sie nicht tun.«

»Was?«

Das Rotkehlchen stieß einen zweiten Ruf aus. Merkte der Mensch denn nicht, dass der Tod in der Luft lag?

Es hatte getan, was es konnte.

Gleich würden sie zustoßen.

Müde streckte der Vogel seine Flügel aus und verließ seinen Beobachtungsposten. Flog tiefer in den Wald. Hinein in das sichere Geäst der alten Eiben. Weg von den Klippen. Weg von den Menschen und dem Tod.

Im Dämmerlicht setzte er sich auf einen Ast. Sein Trauerlied drang durch die dunklen Nadeln der Eiben bis hin zu den Klippen – doch dort hörte es niemand mehr.

1

Mags Blake lehnte sich mit dem Rücken an die kühle Wand der Kirche. Es war heiß, zu heiß für Anfang September in Cornwall. Mit der linken Hand strich sie sich die kurzen Locken von ihrer schweißbedeckten Stirn. Der Haarschnitt war neu und ungewohnt. Trotz aller Krankengymnastik war sie noch nicht in der Lage, ihren rechten Arm höher als zwanzig Zentimeter zu heben. Was das gewohnte Bändigen ihrer Haare mit einem Gummiband unmöglich machte. So hatte sie in einem Moment der Wut über ihre Verletzung frustriert zur Schere gegriffen. Zu einer Küchenschere. Mit der linken Hand. Das Ergebnis war ziemlich abenteuerlich gewesen.

Miss Clara, ihre Vermieterin und enge Vertraute, hatte Mags nach einem kritischen Blick die Baseballkappe vom Kopf gezogen. Und sie dann ohne eine Chance auf Widerstand umgehend zum Friseur geschleppt. Miss Clara konnte für ihre Größe und ihr Alter ziemlich resolut sein.

Mrs Kleins Friseur- und Schönheitssalon war wie ein Großteil von Mags’ Heimatdorf Rosehaven an der Küste Cornwalls scheinbar in der Zeit stehengeblieben. In Mrs Kleins Fall irgendwo zwischen den fünfziger und achtziger Jahren: Trockenhauben, Stühle und die Rahmen der Spiegel waren in Altrosa und Gold gehalten, die Wände zierte eine Tapete in einem türkisen Rautenmuster, die regelmäßig durchbrochen wurde von Postern gewaltiger Aufsteckfrisuren und Föhnponys. Es roch immer nach Blondiercreme, Haarspray und Kaffee. Mags hatte sich schon bei ihrem letzten Besuch gefragt, wie stark der Kaffee in der alten Maschine zwischen den Lockenwicklern und riesigen Haarföhnen wohl sein musste, um mit seinem Geruch gegen die ganze Chemie anzukommen. Sie hatte ihn sicherheitshalber nicht probiert.

Doch Mrs Klein, groß, drahtig, mit zu blonden und zu hoch toupierten Haaren, verstand ihr Handwerk. Nach einer Stunde verließ Mags unter Miss Claras zufriedenem Blick den Salon mit einer praktischen und pfiffigen Kurzhaarfrisur und der strikten Anweisung, nie wieder eine Schere in die Hand zu nehmen, es sei denn, es handelte sich um eine Gartenschere.

Mags seufzte und griff sich an die rechte Schulter. Wie gerne würde sie wenigstens das tun. Aber auch hier war sie auf Hilfe angewiesen. Vor fast vier Jahren hatte sie ihre eigene Firma ins Leben gerufen, den Evergreen Gartenservice. Sie legte neue Gärten an und kümmerte sich um schon bestehende. Dabei hatte sie sich auf die Gärten der vielen Ferienhäuser und Wochenendcottages spezialisiert. Der Laden lief – und war ihr ganzer Stolz. Seit dem ersten Tag hatte sie in jeden ihrer Aufträge eine Menge Arbeit gesteckt. Bis zu jenem Abend im April. Als sie sich, um Schlimmeres zu verhindern, während der Fahrt in ihrem Transporter gegen den Mann am Steuer geworfen hatte. Gegen den Mann, der ihren Vater getötet hatte. Und den ihre Mutter so gefürchtet haben musste, dass sie ihre Familie verlassen hatte. Und bis heute nicht zurückgekehrt war.

Zynischerweise hatte er bei dem Unfall kaum Verletzungen davongetragen. Er saß im Gefängnis und schwieg. Mags mochte nicht an ihn denken. Und wachte doch oft nachts schweißgebadet mit seinem Gesicht vor Augen auf.

Ihr selbst hingegen war bei dem Aufprall ihr rechter Arm fast aus dem Gelenk gerissen worden, das Schultergelenk kompliziert gebrochen. Aber sie hatte überlebt.

Ihr Arm wurde besser. Das versicherten ihr alle, immer und immer wieder. Nur schien es ewig zu dauern. Und Mags wollte nicht mehr warten.

Die kühle Mauer in ihrem Rücken war eine Wohltat. Rund um die Kirche waren Stände aufgebaut, an denen Händler und Kunsthandwerker aus ganz Cornwall ihre Waren anboten. Heute war der zweite und letzte Tag des großen Rosehavener Herbstmarktes. Jedes Jahr im September zog der Harvest Market mit seinen Ständen und der kleinen Bühne am Hafen Touristen und Einheimische in Mags’ kleines Heimatdorf.

Der Markt fand mittlerweile seit dreißig Jahren statt und war stetig gewachsen. Von einem lokalen kleinen Erntedankfest hin zu einem überregional bekannten Ereignis. Am Hafen stand eine große Bühne, auf der seit dem frühen Nachmittag Musik gemacht wurde. An einem der Stände leuchteten blau-weiß glasierte Schüsseln und Teller im Sonnenlicht, daneben lagen weiche handgewebte Decken und Überwürfe aus. Eine Besonderheit des Marktes war, dass die Handwerker nicht nur ihre Waren anboten, sondern auch einen Einblick in ihre Arbeit gaben. Und so mischte sich das Surren der Töpferscheibe mit dem lauten Klackern des Webstuhles. Am Ende der Gasse hatte ein Kunstschmied seine Esse angeworfen und ließ seinen schweren Hammer rhythmisch auf das Eisen fallen. Mags liebte den Stand der Korbflechter, ein fast ausgestorbenes Handwerk, das auf dem Markt von Mitgliedern des Heimatmuseums vorgeführt wurde. Sie selbst hatte dort vor zwei Jahren ein Wochenende verbracht, um sich zeigen zu lassen, wie die traditionellen Zäune und Pforten aus Zweigen der Weiden geflochten wurden. Sie hatte viel Wissen, aber auch wunde Finger mit nach Hause gebracht.

Neben den vielen Handwerkern boten auch die Farmer der Umgebung an den Ständen ihre eigenen Erzeugnisse an. Es gab Honig und Marmeladen, frisch gebackene Brote und eingekochtes Gemüse. Kürbisse lagen in großen Haufen aufeinander. Die längsten Schlangen bildeten sich allerdings vor dem Wagen der Familie Potter, deren Hof einer der größten Milchbetriebe der Umgebung war. Die Potters hatten sich dem Wetter angepasst, und ihre frische, eisgekühlte Buttermilch war der Renner.

Cynthia, die eine große und von Mags sehr geliebte Gärtnerei betrieb, hatte aus der Not eine Tugend gemacht. Statt der frischen Blumen und Pflanzen, die sie und ihr Mann in den letzten Jahren verkauft hatten, war ihr Stand dieses Jahr voll von Gestecken und Kränzen aus getrockneten Blumen. Mags zog den Hut vor ihrer Idee. Die Hitze hätte allen Schnitt- und Topfblumen innerhalb kürzester Zeit den Garaus gemacht. So konnten die Besucher etwas kaufen, das die Temperaturen auf dem Markt und auch die Rückfahrt in den Autos oder Bussen überstand.

Der Rosehavener Gartenverein, dessen Vorsitzende Mags in diesem Jahr war, hatte wie immer einen Kalender erstellt und verkaufte ihn an einem eigenen Stand. Mags lächelte bei dem Gedanken an die Fotos des diesjährigen Kalenders.

Sie hatte gestern schon den Tag auf dem Markt verbracht, ihre Schichten am Stand übernommen und am Abend vor der Bühne mit Sam zur Livemusik getanzt.

Ein perfekter Tag, und doch konnte sie ein ungutes Gefühl nicht abschütteln. Als würde etwas auf sie warten. Sogar in Sams Armen hatte sie sich beobachtet gefühlt.

Bei dem Gedanken an Sam richtete Mags sich auf und schaute sich um. Er war nur kurz losgegangen, um ihnen etwas zu trinken zu besorgen. Doch bevor sie ihn in der Menge entdeckte, hörte sie neben sich aus dem Eingang zur Kirche zwei laute Stimmen dringen.

»Und ich sage dir, es ist nicht gottesfürchtig, in der Kirche ein Eis zu essen. Das tut man nicht.«

»Aber es ist dort kühl – und ich wette, dass er sicherlich nichts dagegen hätte. Warum sollte er in seiner Weisheit wollen, dass wir schwitzen wie die Schweine?«

»Also bitte! Benimm dich!«

Mags kicherte. Der fröhliche Singsang des amerikanischen Südstaatenakzentes verriet ihr sofort, wer dort aus der Kirche getreten war.

Georgia und Sue Ellen Ward waren zwei Schwestern, die von sich selbst sagten, in den besten Jahren zu sein. Nach Mags’ vorsichtiger Schätzung musste das irgendwo jenseits der Sechzig sein. Die pensionierten Lehrerinnen waren im Juli in Rosehaven aufgetaucht und hatten für drei Monate eines der Zimmer in Mrs Whyms’ Pension am Hafen gemietet. Jeden Morgen sah man sie gemeinsam mit Turnschuhen und Walkingstöcken ausgestattet den Strand entlangwandern und mit vollen Rucksäcken zurückkommen.

»Mags, Liebes! Wie schön, dich hier zu sehen.«

Georgia, die größere der beiden Schwestern, zog Mags in eine Umarmung und gab ihr rechts und links ein Küsschen. Sue Ellen lächelte und zwinkerte ihr zu.

Georgia begrüßte jeden auf diese Art – was Mags mit großem Amüsement beobachtete. Ihre englischen Landsleute neigten nicht gerade dazu, Körperkontakt zu suchen, und die herzliche Form einer Begrüßung bestand zumeist aus einem Kopfnicken. Ein Händedruck war schon Ausdruck größerer Zugewandtheit. Eine Umarmung, zumindest bei der älteren Generation, geradezu intim. Georgia schien oder wollte das nicht bemerken und umarmte und küsste sich fröhlich durch den Ort. Mags hatte sie und ihre Schwester von der ersten Sekunde an ins Herz geschlossen.

In ihren vollen Rucksäcken brachten die Schwestern Strandgut mit, das sie dann mit Humor und Geschick zu etwas Neuem verarbeiteten. In Resten von alten Fischernetzen glänzten Fische, die aus Dosen und Flaschen geformt waren. Schwemmholz hatten sie mit wenigen Bohrungen und etwas Farbe zu phantasievollen Mobiles verbaut. Sogar aus den alten orangenen Fischerhandschuhen, die das Meer zuhauf bei Sturm an den Strand warf, schufen die beiden Damen etwas Besonderes: orangene Wichtelmännchen, die über Zaunpfähle gestülpt fröhlich mit ihren Haaren wackelten.

Mrs Whyms hatte ihnen für ihr Hobby den kleinen Vorbau der Pension überlassen, und Mags liebte es, dort die neuen Kunstwerke der Schwestern zu bewundern.

Georgia blickte sie aus ihren großen blauen Augen an.

»Weißt du, dass wir fast alle unsere Sachen verkauft haben? Dabei ist es doch nur ein Hobby. Und ist es nicht wundervoll, dass wir sie an eurem Stand ausstellen durften? Der ganze Markt ist einfach be-zau-bernd!«

Mags hatte den Schwestern gleich angeboten, ihre Kunst doch am Stand des Gartenvereines zu verkaufen.

»Aber es ist so heiß, nicht wahr? Da sind wir nun extra hier nach Cornwall gekommen, um der Schwüle und Hitze für eine Zeit zu entkommen – und haben das Wetter anscheinend gleich mitgebracht.«

Sie schüttelte den Kopf.

»Oh, da kommt ja dein fescher Mann. Na, wir werden uns mal noch etwas umsehen. Hast du den Stand mit den kleinen Puppen aus Filz gesehen? Zauberhaft. Zau-ber-haft!«

Mags wurde erneut in eine Umarmung gerissen. Sue Ellen lächelte und winkte, und zusammen mit ihrer Schwester schloss sie sich wieder dem Treiben auf dem Markt an.

2

Sam trat neben sie in den Schatten des Kirchturms und drückte ihr ein Glas mit frischer Limonade in die Hand.

»Hier. Waren das die amerikanischen Ladys?«

»Ja. Georgia ist einfach unglaublich. Man hat gar keine Chance, selbst zu Wort zu kommen. Ich werde sie vermissen, wenn sie wieder weg sind.«

»Ich auch. Sue Ellen hat mir letzte Woche einen Vortrag über die Vorzüge der Südstaaten und der Alabama University gehalten. Fast hätte sie mich überzeugt, mich dort um eine Gastprofessur zu bewerben.«

Sam war braun gebrannt, und seine Haare waren von sonnengebleichten Strähnen durchzogen. Auf seinem Gesicht lag ein Lächeln, als er sich neben Mags an die Wand lehnte und mit ihr das bunte Treiben beobachtete.

»Bist du denn nicht glücklich hier?«

Sie sah ihn fragend an, und Sam lachte auf.

»Sehr glücklich! Wobei mich ein großer Becher von Mrs Kelvins Zitroneneis noch um einiges glücklicher machen würde. Aber die Schlange reicht zweimal um den Pub und bis hinunter zum Hafen.«

»Nein, Sam, ernsthaft. Bist du glücklich? Mit dem Leben hier? Vermisst du Oxford und die Universität?«

Sam lächelte und blickte über die Menschen, die gemütlich an den Ständen entlang gingen. Dann drehte er sich zu ihr um.

»In den letzten Monaten bin ich aufgestanden, wenn die Sonne mir ins Gesicht schien. Neben dir. Ich habe mir meinen Tee gekocht und mich an meinen Rechner gesetzt. Drinnen, draußen, unter einem Rosenbusch in Miss Claras Garten oder wo auch immer es mich hintrieb. Ich habe geschrieben, bis mir die Worte für den Tag ausgegangen sind. Dann habe ich im Garten geholfen, bin spazieren gegangen, konnte lesen. Habe dich gesehen, konnte mich mit dir unterhalten oder einfach mit dir schweigen. Auf meinen Spaziergängen habe ich Leute getroffen, die ich alle ins Herz geschlossen habe. Die stehen blieben, um mir etwas zu erzählen, oder mich einfach nur anlächelten. Wenn die Tage bald wieder kürzer werden, werde ich vor dem Ofen sitzen, eine Tasse Tee in der Hand. Der Garten vor dem Fenster wird sich in die Farben des Herbstes kleiden. Du wirst nach der Arbeit heimkommen, das Gesicht rot von Kälte. Dann erzählst du mir von deinem Tag, und ich höre dir zu und bin froh, an deiner Seite sein zu können.«

Sam sah sie an und strich ihr dann sanft mit dem Daumen über die Wange. Dann lachte er leise auf. »Und ich sollte mir bei meinen Spaziergängen eine Mütze aufsetzen, denke ich.«

Mags lächelte, denn bei seinen Worten hatte sich eine wohlige Wärme in ihr ausgebreitet.

»Ich habe mein Buch nahezu abgeschlossen, und in meinem Kopf noch Ideen für ein Dutzend weitere.«

»Dein Buch ist fertig?«

Sam hatte seine Professorenstelle für englische Geschichte in Oxford seit März ruhen lassen und sich eine Auszeit genommen. Schon seit Jahren sammelte er Material für ein Buch über die Geschichte Cornwalls. Mags hatte ihn schreiben gesehen, aber er hatte sie nie etwas lesen lassen.

Sam wurde rot.

»Ja. Und nein. Also ja, ich bin fertig. Aber es ist nicht so ganz das Projekt geworden, das ich geplant hatte.«

Es war ungewohnt für Sam, dass er so zögerlich über seine Arbeit sprach, und Mags sah ihn neugierig an.

»Es ist – nun ja. Als ich anfing, habe ich schön brav alles nach wissenschaftlichem Standard geschrieben. Ich habe bei den ersten Siedlungsspuren angefangen und wollte mich bis in die heutige Zeit vorarbeiten. Gut recherchiert, mit Quellen belegt. Ein Grundlagenwerk.«

»Das hast du immer gesagt: ›das Grundlagenwerk über die Geschichte Cornwalls. Ein Muss im Bücherregal eines jeden Geschichtsstudenten‹.«

Sam schüttelte den Kopf.

»Das dachte ich auch. Am Anfang. Aber dann – dann merkte ich, dass ich anfing zu erzählen. Also so richtig zu erzählen. Die Geschichten über St. Michael’s Mount und die Riesen zum Beispiel.«

Mags wusste, was er meinte. Jedes Kind in Cornwall kannte die Geschichte, wie die kleine Klosterinsel vor der Küste Cornwalls entstanden war, nachdem ein Riese Steine ins Meer geworfen hatte. Außerdem hatten sie und Sam eine besondere Verbindung zu der Insel mit ihrer Burg und den subtropischen Gärten.

»Aber solche Mythen gehören doch auch zur Geschichte Cornwalls, oder?«

»Ja, klar. Und es ist auch Aufgabe eines Historikers, sie aufzuschreiben.«

Mags wunderte sich, worauf Sam hinauswollte.

»Als ich einmal angefangen hatte, solche Geschichten zu erzählen, konnte ich nicht wieder aufhören. Ich wollte keine Quellen mehr angeben, keine Fußnoten setzen. Ich wollte erzählen. Und das habe ich dann auch gemacht.«

Mags lehnte sich zurück.

»Du meinst, du hast nicht mehr als Wissenschaftler geschrieben?«

»Genau. Ich habe mir überlegt, wer diese Geschichten hätte erzählen können, und warum. Und irgendwie ist so aus meinem geplanten Geschichtsbuch ein Roman geworden.«

Mags nippte an ihrer Limonade und spürte, wie Sam gespannt auf eine Reaktion wartete. Sie lehnte sich vor und gab ihm einen dicken Kuss.

»Du bist jetzt also ein Schriftsteller, oder?«

Sam räusperte sich verlegen.

»Ja, ich denke schon.«

»Darf ich es lesen?«

»Natürlich. Ich glaube, ich habe es dir bisher noch nicht gegeben, weil mir dein Urteil wichtig ist. Und ich kann es selbst noch gar nicht glauben.«

Sam legte seine Arme um Mags, und sie lehnte ihren Kopf gegen seine Brust.

»Nächste Woche fahre ich nach London und treffe mich mit einer Lektorin von Bloomsbury. Ich hatte vor einigen Wochen einen Ausschnitt des Manuskriptes an einen Freund geschickt, und er hat es an sie weitergeleitet. Der Verlag scheint interessiert zu sein.«

»Aber das ist doch großartig!«

»Ich wollte es dir eigentlich heute Abend erzählen und dich fragen, ob du mitkommen möchtest. Wir könnten Steven besuchen.«

Steven Young, ein bekannter Maler, war, wie Mags erst vor Kurzem herausgefunden hatte, der Ziehvater ihrer Mutter gewesen und somit fast so etwas wie ihr Großvater. Das fühlte sich ziemlich richtig an, wenn sie ihn traf. Sie hatten eine Verbindung – und Mags war froh, ihn gefunden zu haben.

»Steven ist zurzeit in seinem Haus in der Toskana. Er hat mir gestern erst eine Mail geschrieben. Er ist froh, dass sein Haus so weit oben liegt und er zumindest nachts und morgens etwas kühlere Temperaturen hat. Er muss wohl noch für einige Tage nach Venedig und schimpft darüber. Ich soll dich grüßen. Er kommt erst im November wieder. Aber ich habe ihn eingeladen, Weihnachten mit uns hier in Cornwall zu verbringen.«

»Das ist schön.«

Mags blickte auf, um Sams Gesicht zu sehen. Er schien in seinen eigenen Gedanken versunken zu sein und hatte ihr kaum zugehört.

»Und Oxford?«

Sie spürte, wie er sich leicht versteifte.

»Ich weiß es nicht. Das alles ist noch so neu.«

Mags wollte etwas sagen – und ließ es dann doch sein. Die letzten Monate hatten sie gelehrt, dass es manchmal besser war, den Dingen Zeit zu lassen. Sie und Sam gehörten zusammen. Und sollte er sich doch entscheiden, wieder nach Oxford zurückzugehen, würden sie einen Weg finden. Sie hatten mittlerweile so viel zusammen durchgestanden und würden schon früh genug sehen, wie es weiterging. Vertrauen und Geduld.

»Klar komme ich mit nach London. Ich muss doch aufpassen, dass du keinen Blödsinn anstellst in der großen Stadt.«

Sie sah Sams Lächeln. Er war in London geboren und hatte dort bis zu seinem Studium gelebt. Sie war die Dorfpflanze, die nach einigen Tagen in London trotz all der herrlichen Eindrücke Sehnsucht nach Zuhause und dem weiten Himmel über dem Meer bekam. Und so sicher sie auf dem Land ihren Weg fand – in London schien sie jeden Orientierungssinn zu verlieren. Etwas, worüber Sam regelmäßig seine Witze machte.

»Schriftsteller also. Erzähl das bloß nicht im Pub. Dann hast du dort vor lauter Geschichten, die dir erzählt werden, keine ruhige Sekunde mehr.«

Sam drückte sie und nahm dann ihre Hand.

»Lass uns zu Miss Clara gehen und sehen, ob wir noch etwas helfen können.«

Mags nickte. Doch bevor sie aus dem Schatten heraustrat, drehte sie sich noch einmal um. Warum in aller Welt hatte sie bloß ständig das Gefühl, beobachtet zu werden?

Sie würde das von nun an zu ignorieren versuchen. Und den Tag genießen.

3

Der Schritt aus dem Schatten hinein in die volle Mittagshitze ließ Mags kurz die Luft anhalten.

»Puh. Ich kann nicht glauben, dass es immer noch so heiß ist.«

Durch die Gasse kam ihnen ein schlanker Mann entgegen mit einer roten Baseballkappe auf dem Kopf, auf der ein kleiner Vogel zu sehen war.

»Tim!«

Mags und Sam blieben stehen.

»Was für eine Hitze! Ich hätte nicht gedacht, dass es hier überhaupt so heiß werden könnte. Da hätte ich auch gleich in Australien bleiben können. Und ich weiß ja, dass die Briten immer über das Wetter reden – aber dabei dachte ich an Regen. Vielfältige Formen von Regen.«

Mags lächelte. Sie mochte Tim Robinson, der vor einem Jahr in die Nähe von Rosehaven gezogen war und den alten Sportflugplatz übernommen hatte. Er bot mit seiner Firma Robin Flights Rundflüge für Urlauber an.

Das Maskottchen und der Namensgeber seiner Firma war ein Rotkehlchen, das auch seine Mütze zierte.

»Hast du denn Kunden bei dem Wetter?«

»Zum Glück ja. Vor einigen Wochen wurden vor der Küste einige Wale gesichtet. Ihr habt es sicherlich in der Presse gelesen?«

Mags nickte.

»Ich hatte gesehen, dass einige Fischer in Marizon Whale-Watching-Touren anbieten – und da dachte ich, was vom Wasser aus geht, geht sicherlich auch aus der Luft. Ich hatte Glück, und gleich auf einem meiner ersten Flüge konnte ein Fotograf ziemlich gute Aufnahmen von einer Gruppe Wale machen. Das ging ins Netz, und seitdem bin ich gut gebucht. Ein Hoch auf das Internet.«

Seine Augen wurden dunkler.

»Außerdem starte ich zurzeit jeden Abend, um für den Katastrophenschutz nach Brandanzeichen Ausschau zu halten. Die Brandgefahr ist unglaublich hoch.«

Für ganz Cornwall galt seit Wochen die höchste Warnstufe. Mags wusste um die Gefahren von Flächenbränden und hatte sowohl ihren Mitarbeitern als auch ihren Kunden die Empfehlungen zur Brandvermeidung ausgehändigt.

»Und für was für eine Aufgabe hat Miss Clara dich eingespannt?«

Tim verdrehte die Augen.

»Ich bin wirklich so einiges gewöhnt und stehe meinen Mann. Aber vor dieser Lady mit ihrer Mischung aus tiefer Herzlichkeit und der Hartnäckigkeit einer Bulldogge kapituliere sogar ich.«

Mags fand, dass der Pilot damit eine ziemlich treffende Beschreibung ihrer Freundin abgegeben hatte.

»Mach dir nichts draus, Tim. Das mussten vor dir schon ganz andere erfahren, und wenn es hart auf hart kommt, hast du mit Miss Clara jemanden an deiner Seite, der dich bedingungslos unterstützt.«

Sie wusste das aus eigener Erfahrung. Die letzten Monate hatten es ihr noch einmal deutlich vor Augen geführt. Mags wäre sicherlich nicht hier, und schon gar nicht am Lachen und Scherzen, wenn Miss Clara nicht bei ihr gewesen wäre. Nach dem Unfall und den schweren Wochen danach hatte sie sicher und stark an Mags’ Seite gestanden.

Sam ließ nicht locker und grinste Tim an. Die beiden Männer hatten sich in den letzten Wochen angefreundet.

»Rück schon raus mit der Sprache. Wozu hat sie dich denn jetzt rekrutiert?«

Tim seufzte.

»Zum einen habe ich für die Tombola einen Gutschein für einen Rundflug über das Dorf und die Küste gespendet. Ihr seid doch dabei, oder?«

Mags und Sam hatten sich jeder ein Los gekauft. Die große Tombola war einer der Höhepunkte des Marktes und würde in einer Stunde starten. Jedes Jahr verlosten prominente Paten für einen guten Zweck eine wilde Mischung aus Kuriositäten, Antiquitäten und Gutscheinen der örtlichen Geschäftsleute an die Besucher. Wegen des großen Andrangs war nur ein Los pro Person gestattet. Dafür gab es aber keine Nieten. Dieses Jahr hatte die beliebte Autorin Elisabeth King die Patenschaft auf Mags’ Bitte hin übernommen. Elisabeth King schrieb historische Liebesromane, die meist zu der Zeit von König Artus spielten und sehr erfolgreich waren.

Außerdem war sie leidenschaftliche Hobbyhistorikerin und galt als Expertin für die Sagenwelt rund um König Artus. Mags hatte die elegante Dame im letzten Jahr kennengelernt und mochte sie sehr. Daher freute sie sich umso mehr, sie als Patin für die Verlosung gewonnen zu haben.

»Und zum anderen?«, bohrte Sam weiter und schmunzelte.

Mags sah neugierig zu, wie Tim zu Boden blickte, unruhig mit den Füßen scharrte und etwas murmelte.

»Der Chor.«

»Wie bitte?«

Tim sah mit gequältem Gesichtsausdruck auf.

»Sie hat mich dazu gebracht, den Rosehaven Singers beizutreten.«

Mags versuchte, ernst zu bleiben, aber Sam lachte laut los.

»Du machst Witze!«

Tim schüttelte den Kopf.

»Ich habe beim Aufbau der Bühne geholfen und dabei wohl etwas vor mich hingesummt. Sie hat es gehört, sagte etwas von einem klaren Tenor und fehlendem Nachwuchs, und bevor ich wusste, wie mir geschah, war ich für die nächste Probe verpflichtet, und sie notierte meine Kleidergröße. Ich meine, ich singe ja gerne, aber ihr kennt die Kostüme?«

Jetzt konnte auch Mags sich nicht mehr zurückhalten und brach in Lachen aus. Die Rosehaven Singers waren eine Gruppe von Männern aus dem Dorf, die mit ihrem A-cappella-Gesang auf sämtlichen Festen der Umgebung auftraten. Sie waren eher bekannt für ihre ausgefallenen Verkleidungen und Choreographien als für ihren Gesang. Beim letzten Auftritt auf dem Sommerfest der freiwilligen Feuerwehr hatten sie ihre eigene Version einiger ABBA-Klassiker zum Besten gegeben. Mitsamt den dazugehörigen Kostümen. Mags hatte nie zuvor so viel Brustbehaarung zwischen Glitzerpailletten gesehen. Doch wenn nach den Auftritten der Hut durch das Publikum gereicht wurde, kam jedes Mal eine mehr als ordentliche Summe an Spenden zusammen.

»Wir werden auf jeden Fall zu deinem ersten Auftritt kommen. Versprochen.«

Tim verdrehte die Augen.

»Ja, das befürchte ich auch. Ihr und das ganze Dorf. Aber davor hatten mich ja alle gewarnt.«

Er wurde rot und schüttelte ungläubig den Kopf, tippte kurz an seine Mütze und zog weiter.

Mags hakte sich bei Sam unter.

»Ich liebe dieses Dorf!«

»Weil hier alle genauso verrückt sind wie du?«

Sie kniff Sam leicht in den Oberarm.

»Ich liebe es, weil jemand, der wie Tim neu im Ort ist, innerhalb weniger Wochen dazugehört. Egal, wo er hingeht, er wird begrüßt und willkommen geheißen. Und wenn er seine Ruhe will, zieht er sich in sein Haus oder in seinem Fall auf seinen Flughafen zurück. Wenn man ihn drei Tage lang nicht sehen würde, würde jemand losziehen, um nach ihm zu schauen.«

Sam stimmte ihr zu.

»Ich wurde auch so aufgenommen, aber ich dachte, es läge vor allem daran, dass ich zu der Prinzessin des Dorfes hier gehöre.«

Mags verdrehte die Augen und ging gar nicht auf die Prinzessin ein.

»Ja, genau. Ohne mich würden dich die Leute sicherlich nicht mögen. Du bist ein so durch und durch ungeselliger und unsympathischer Mensch …«

Sam lachte, wurde aber schnell wieder ernst.

»Nein, so meinte ich das nicht. Ich glaube, sie mögen mich schon. Aber dich lieben sie. Sie sind stolz auf dich und deine Firma. Du bist ihre etwas zu abenteuerlustige Gärtnerin. Mrs Klein bewahrt jeden Artikel zu dir in einem Ordner auf. Und nach dem Unfall haben sie im Pub von deiner Heldentat erzählt. In einigen Jahren könntest du wie Miss Clara sein. Die Clan-Chefin.«

Mags war stehen geblieben.

»Das ist doch Unsinn. Ich bin doch für die meisten hier nur die Tochter von Maximilian Blake, die mit einer kleinen Firma versucht, sich über Wasser zu halten und in Miss Claras umgebautem Schuppen wohnt.«

Sam zog sie an die Seite, drückte sie kurz an sich und hielt sie dann auf Armlänge von sich weg.

»So siehst nur du dich. Du bist Mags Blake, hast ein erfolgreiches Unternehmen, bist beteiligt an einem der größten Gartenprojekte in Cornwall. Du hast im letzten Jahr mehrmals großen Mut bewiesen und dieses Jahr bei deinem Unfall mehr gewagt als die meisten Menschen, die ich kenne. Ich bin extrem stolz auf dich und verstehe manchmal wirklich nicht, warum du dich so klein machst.«

Mags starrte ihn an.