Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Nun gibt es eine Sonderausgabe – Dr. Norden Extra Dr. Norden ist die erfolgreichste Arztromanserie Deutschlands, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr als 1.000 Romane wurden bereits geschrieben. Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Auf sie kann er sich immer verlassen, wenn es darum geht zu helfen. Wenn Fee Norden in der Stadt war, um ihre Einkäufe zu tätigen, versäumte sie es nie, Heidis Modetreff aufzusuchen. Abgesehen davon, daß sie die Besitzerin Heide Werneck schon lange kannte, fand sie dort immer etwas, das sie als Schnäppchen bezeichnen konnte. Daß Heidi blitzschnell und heimlich den Preis heruntersetzte, wenn sie merkte, daß sich Fee für ein besonders apartes Stück interessierte, blieb ihr Geheimnis. Es gab wenige Menschen, denen Heidi nach bitteren Erfahrungen zugetan war, aber an der Spitze standen Dr. Norden und seine Frau Fee, die ihr in der schlimmsten Zeit ihres Lebens beigestanden hatten. Auch an diesem verregneten Dienstag stach Fee ein zartblaues Twinset in die Augen, das ihr schon im Schaufenster aufgefallen war. Mit einem fröhlichen Gruß betrat sie das geschmackvoll eingerichtete kleine Geschäft. Heidis ernstes Gesicht hellte sich sofort auf. »Frau Dr. Norden, welche Freude, die Sonne geht auf an diesem trüben Tag«, wurde Fee freundlich begrüßt. Sie hat wieder Kummer, dachte Fee. Hört es denn bei ihr nie auf? Aber sie mochte nicht fragen. »Das Twinset würde mir gefallen«, lenkte sie schnell ab, »was kostet es?« »Da muß ich erst nachschauen. Es ist ein Einzelstück und bereits herabgesetzt. Aber es ist eine ausgezeichnete Qualität.« »Das sieht man«
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 117
Veröffentlichungsjahr: 2022
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Wenn Fee Norden in der Stadt war, um ihre Einkäufe zu tätigen, versäumte sie es nie, Heidis Modetreff aufzusuchen. Abgesehen davon, daß sie die Besitzerin Heide Werneck schon lange kannte, fand sie dort immer etwas, das sie als Schnäppchen bezeichnen konnte.
Daß Heidi blitzschnell und heimlich den Preis heruntersetzte, wenn sie merkte, daß sich Fee für ein besonders apartes Stück interessierte, blieb ihr Geheimnis. Es gab wenige Menschen, denen Heidi nach bitteren Erfahrungen zugetan war, aber an der Spitze standen Dr. Norden und seine Frau Fee, die ihr in der schlimmsten Zeit ihres Lebens beigestanden hatten.
Auch an diesem verregneten Dienstag stach Fee ein zartblaues Twinset in die Augen, das ihr schon im Schaufenster aufgefallen war.
Mit einem fröhlichen Gruß betrat sie das geschmackvoll eingerichtete kleine Geschäft. Heidis ernstes Gesicht hellte sich sofort auf.
»Frau Dr. Norden, welche Freude, die Sonne geht auf an diesem trüben Tag«, wurde Fee freundlich begrüßt.
Sie hat wieder Kummer, dachte Fee. Hört es denn bei ihr nie auf? Aber sie mochte nicht fragen.
»Das Twinset würde mir gefallen«, lenkte sie schnell ab, »was kostet es?«
»Da muß ich erst nachschauen. Es ist ein Einzelstück und bereits herabgesetzt. Aber es ist eine ausgezeichnete Qualität.«
»Das sieht man«, sagte Fee, und als Heidi es aus dem Fenster nahm, fügte sie hinzu: »Und das fühlt man.«
»Es kostet jetzt noch einhun-
dertneunzig Euro«, sagte Heidi.
»Dann nehme ich es sofort«, erklärte Fee. »Wie geht das Geschäft?«
»Ich kann nicht klagen. Es ist eine gute Lage, und ich bin nicht so unverschämt teuer wie andere. Ich habe auch viele Stammkundinnen.«
Das konnte Fee verstehen, denn Heidi Werneck war so sympathisch, einfühlsam und auch sachkundig, wie man sich eine Beratung wünschte.
Fee wußte aber auch, was diese schlanke, noch sehr attraktive Frau vor zehn Jahren durchgemacht hatte. Man mußte sie bewundern, wie sie ihr Leben meisterte.
Sie unterhielten sich eine Viertelstunde ungestört. Heidi erkundigte sich nach den Kindern und sagte, daß sie sich gerade am Morgen einen Termin bei Dr. Norden hatte geben lassen.
»Ich wäre urlaubsreif«, erklärte sie, »aber ich bekomme jetzt keine Vertretung. Erst nächsten Monat kann meine Freundin Meggi kommen, denn ich kann ja nur jemand nehmen, auf den ich mich voll verlassen kann. Sonst erlebe ich noch mal solch Fiasko wie mit Birgit.«
»Haben Sie mal gehört, was aus ihr geworden ist?«
»Sie soll noch immer auf Entzug sein. Wenn sie dann wenigstens von den Drogen fortkommen würde, aber leider gelingt das nicht immer. Dabei war sie doch eine so nette junge Frau.«
»Aber sie hat Sie um viel Geld gebracht, und Sie haben draufgezahlt. Mitgefühl ist gut, aber es muß seine Grenzen haben.«
Fee verabschiedete sich, als nun eine Kundin kam. Als sie dann zu ihrem Wagen ging, sah sie auf der anderen Straßenseite ein junges Paar stehen, beide in Jeans und überweiten Pullis. Und nun wußte sie auch, was Heidi Kummer bereitete, denn das Mädchen war Heidis achtzehnjährige Tochter Cornelia, die kurz Nele genannt wurde. Ein bildhübsches Mädchen war sie, aber der junge Mann gefiel Fee gar nicht. Als die beiden jetzt über die Straße kamen, setzte sich Fee schnell in ihren Wagen und ließ die Scheiben herunter. Sie wurde nicht bemerkt, die beiden waren in ihre Unterhaltung vertieft. Nahe Fees Wagen blieben sie stehen, und nun konnte sie hören, was sie sagten.
»Ich warte noch, bis sie allein im Laden ist, dann gehe ich hinein«, sagte Nele. Ihn konnte Fee nicht verstehen.
»Deswegen geh ich doch zu ihr«, erwiderte Nele spöttisch.
Fee spürte, wie ihre Haut zu kribbeln begann. Das war so, wenn sie sich ärgerte und ihrem Ärger nicht gleich Luft machen konnte. Aber nun konnte sie auch nichts mehr hören, denn die Kundin kam aus dem Geschäft, und Nele steuerte nun darauf zu.
»Arme Heidi, dachte Fee, warum ist das nur so gekommen? Sie hat doch wirklich alles für ihre Tochter getan.
Sie konnte sich vorstellen, wie es Heidi jetzt zumute sein mochte, aber sie konnte sich doch nicht vorstellen, in welch frechem Ton Nele ihrer Mutter kam.
Heidi wurde blaß, als Nele das Geschäft betrat. »Tag«, sagte das Mädchen kurz, »ich brauche Geld, Ma.«
»Wofür? Und kannst du nicht ein bißchen freundlicher sein, Nele?«
»Wenn es sich lohnt.«
»Wofür brauchst du schon wieder Geld?« fragte Heidi, sich mühsam beherrschend.
»Für die WG, die Wohngemeinschaft, falls du es noch immer nicht begriffen hast.«
»Du hast zu Hause ein schönes Zimmer und immer genug zu essen. Ich verstehe dich nicht, Ne-le.«
»Und ich kann die ewige Bevormundung nicht ausstehen. Ich bin nämlich erwachsen und volljährig.«
Heidi nahm alle Kraft zusammen. »Dann bist du auch in der Lage, dir eine Stellung zu suchen und deinen Lebensunterhalt zu verdienen.«
Nele blieb der Mund offenstehen. So deutlich hatte es Heidi noch nie gesagt. Aber Nele blieb eine Antwort doch nicht schuldig.
»Ich kann dich auch verklagen«, stieß sie hervor. »Du mußt mir mein Erbteil auszahlen, das kann ich verlangen.«
Soweit ist es gekommen, dachte Heidi, in welcher Gesellschaft befindet sie sich nur? Aber es gelang ihr auch jetzt, die Fassung zu bewahren.
»Geh zu Dr. Keller und frag ihn, auf welches Erbe du Anspruch hast. Mehr kann ich dir nicht sagen.«
Nele kniff die Augen zusammen. »Du brauchst nicht zu denken, daß ich zu Kreuze krieche. Und mit deinem Busenfreund will ich schon gar nichts zu tun haben.«
Zwei Damen traten ein, die Heidi kannte und sie widmete sich ihnen.
»Ich gehe jetzt, aber ich komme wieder«, sagte Nele von oben herab. Dann verschwand sie.
»War das nicht Ihre Tochter, Heidi?« fragte Gisela Heinrich.
Heidi nickte. Es bereitete ihr Höllenqualen, wie Nele sich benahm.
»Sie hat wohl auch eine schlechte Phase«, sagte Gisela Heinrich. »Ich kenne das von unserer Susi.«
»Und wie verhalten Sie sich, wenn ich fragen darf?«
»Passiv, aber sie hat ja einen Vater, der ihr den Marsch bläst. In dem Alter kommen sie sich alle so großartig, so überlegen vor. Wir sind ja schon von gestern, meinen sie, aber eines Tages kommen sie dann doch zur Einsicht.«
»Wenn man es nur erwarten könnte«, warf die andere Kundin ein. »Meine Tochter mußte erst von ihrem Mann sitzengelassen werden, um zur Vernunft zu kommen. Jetzt verstehen wir uns prima.«
Bernd hat gesagt, daß ich mich nicht verrückt machen lassen soll, dachte Heidi. Sie zwang sich zu einem Lächeln und freute sich, daß die beiden Damen einen großen Einkauf tätigten.
*
»Hast du Kohle?« fragte Jonny Matthes, als Nele zurückkam.
»Es kamen gerade Kundinnen«, erwiderte sie mürrisch, aber nicht bereit zu sagen, daß sie von ihrer Mutter abgefertigt worden war.
»Und jetzt?« fragte er aggressiv. »Meinst du etwa, man kriegt alles umsonst? Wenn du von deiner Alten nichts kriegst, gehst du eben anschaffen.«
Nele starrte ihn entsetzt an. So langsam begriff sie doch, worauf und mit wem sie sich da eingelassen hatte.
»In dem Ton redest du nicht mit mir!« zischte sie.
»Wie denn sonst? Was meinst du, wer du bist? Du bist nur eine von vielen, aber ich kenne ein paar, die für mich alles tun.«
»Geh doch zu denen, ich halte dich nicht auf«, fuhr sie ihn an und eilte davon.
»Wie du willst, blöde Ziege«, murmelte er und ging auf Heidis Geschäft zu.
Gisela Heinrich und ihre Bekannte hielten sich noch immer dort auf. Man war ins Reden gekommen. Es war Mittagszeit und Heidi machte ihr Geschäft eine Stunde zu. Manchmal kam Berd Exner, der ihr schon lange ein guter Freund war. Eigentlich hatte sie auch an diesem Tag mit seinem Kommen gerechnet.
Die beiden Damen verabschiedeten sich gutgelaunt. »Ich komme bald wieder, Heidi«, sagte Gisela Heinrich.
Heidi begleitete sie zur Tür, ließ die beiden hinaus und wollte abschließen. Da sah sie Jonny kommen, den sie schon zweimal in Neles Gesellschaft gesehen hatte, allerdings zu ihrem Mißvergnügen, denn sie besaß genügend Menschenkenntnis, um bei seinem Anblick ein Gefühl des Widerwillens zu empfinden.
Aber sie sah auch Bernd Exner, der gerade aus seinem Wagen stieg. Sie mahnte sich zur Ruhe, als Jonny mit wiegenden Schritten nahte und dann grinsend vor ihr stand.
»Wir sollten mal miteinander reden, Madame Werneck«, sagte er frech, »ernsthaft reden.«
»Ich wüßte nicht, was wir uns zu sagen hätten«, entgegnete sie.
»Dann rücken Sie gleich mal mit ein paar Hundertern heraus, wenn Sie keinen Ärger haben wollen.«
Bernd Exner war schon ganz nahe und mit zwei Schritten bei Jonny, packte ihn an beiden Armen und drehte diese mit hartem Griff auf den Rücken.
»Jetzt wirst du erstmal Ärger bekommen, du Strolch«, sagte Bernd, und er war immerhin einen halben Kopf größer als Jonny und bedeutend kräftiger.
»Lassen Sie mich los, Sie haben kein Recht, mich festzuhalten!« schrie Jonny ihn an.
»Haben Sie Frau Werneck nicht gerade bedroht und Geld von ihr verlangt? Ruf die Polizei, Heidi, sie soll sich mal mit dem Bürschchen beschäftigen. Mal sehen, wofür er Geld braucht.«
Ganz mechanisch griff Heidi tatsächlich zum Telefon. Vergeblich versuchte Jonny indessen, sich aus Bernds hartem Griff zu befreien.
»Das Geld soll doch für Nele sein«, stieß Jonny zwischen den Zähnen hervor.
»Wollen wir mal sehen, ob das stimmt.« Aber da kam schon ein Streifenwagen, und Jonny war wie gelähmt. Der erfahrene Bernd, Leiter einer Bankfiliale, merkte sofort, daß der Bursche Angst hatte.
Er erklärte den Beamten kurz, was sich abgespielt hatte. Und siehe da, der Jüngere von beiden sagte: »Dich kenne ich doch, Großmaul Jonny. Jetzt hat’s dir wohl die Sprache verschlagen. Na, dann werden wir uns mal eingehend unterhalten.«
*
Nele war nicht umgekehrt. Sie trug Jonny seine Unverschämtheit nach, aber momentan wußte sie wirklich nicht, wohin sie sollte, da sie ihrer Mutter gerade noch verkündet hatte, daß sie nicht zu Kreuze kriechen würde.
Trotzig war sie und eigensinnig. Wenn etwas nicht so lief, wie sie es sich vorstellte, hatte sie einen Tiefgang. Also machte sie sich auf den Weg zu Dr. Keller, um ihren Dickkopf wieder einmal durchzusetzen.
Sie hatte Glück, er kam gerade aus seiner Kanzlei, aber er war nicht allein, ein junger, sehr gut aussehender Mann war an seiner Seite.
»Wolltest du zu mir, Nele?« fragte Dr. Keller.
Sie nickte und hatte das Gefühl, der Boden unter ihr würde sich gleich auftun, weil Dr. Kellers Begleiter sie so arrogant musterte. Er wurde ihr auch nicht vorgestellt.
»Wir sehen uns morgen, Dr. Keller«, sagte er und ging schnell zu einem schnittigen Coupé, das unweit parkte.
Nele hätte gar zu gern gewußt, wer das war, aber sie wagte nicht, Dr. Keller zu fragen.
»Worum geht es?« fragte der recht kühl, denn er wußte um Heidis Sorgen bezüglich ihrer Tochter.
»Ich wollte Sie fragen, ob ich jetzt über mein Erbteil verfügen kann«, sagte sie stockend.
»Von welchem Erbteil redest du?« fragte er.
»Papa hat mir doch bestimmt etwas hinterlassen, und ich habe mich auch erkundigt, daß sein Nachlaß halb und halb zwischen Mama und mir geteilt werden muß.«
Er sah auf seine Uhr. »Meine Zeit drängt zwar, aber komm mit in meine Kanzlei. Auf der Straße will ich das doch nicht mit dir besprechen.«
Nele merkte schon, daß er nicht mehr so väterlich mit ihr sprach, wie er es früher getan hatte. Aber sie fühlte sich ja immer im Recht.
Dr. Keller war ein renommierter Anwalt und ein überaus korrekter Mann.
»Jetzt setz dich mal, Nele, und paß auf, was ich dir zu sagen habe. Zu erben gab es nämlich nichts, außer Schulden, die deine bewundernswerte Mutter abzahlen mußte. Es waren über hunderttausend Euro, die ich dir schriftlich belegen kann. Und dennoch hat Heidi alles unternommen, damit du nichts davon spüren solltest. Deine Mutter hat hart dafür gearbeitet.«
»Das ist doch nicht wahr, ihr steckt unter einer Decke!« platzte Nele wütend heraus. »Mein Vater hat keine Schulden gemacht. Er war ein geachteter Professor und hat genug verdient. Er brauchte keine Schulden zu machen.«
»Bedauerlicherweise liegen die Dinge anders, aber ich möchte erst mit deiner Mutter sprechen. Ich denke, daß es an der Zeit ist, daß du alles erfährst, um eine andere Einstellung zum Leben und auch zu deiner Mutter zu bekommen.«
»Ihr wollt bloß nicht mit dem Geld herausrücken«, empörte sie sich. »Ich durchschaue alles, aber ich bin nicht von gestern, ich lasse mir das nicht gefallen.« Sagte es, drehte sich um und rannte davon. Er sah ihr seufzend nach und griff zum Telefon, um Heidi zu verständigen, aber er konnte sie nicht erreichen. Sie war inzwischen mit Bernd zum Essen gegangen.
Hunger hatte sie nicht, und an Appetit mangelte es ihr schon lange. All die Aufregungen um Nele gingen nicht spurlos an ihr vor-über, und nun auch noch der Auftritt von Jonny, der ihr bewußt machte, in welchen Kreisen sich Nele bewegte, die doch früher immer von dem Sinn nach Höherem beflügelt war.
»Du darfst dir das nicht so zu Herzen nehmen, Heidi«, sagte Bernd aufmunternd. »Sie muß da durch. Ihr werden schon die Augen noch aufgehen. Ich bin dafür, daß sie endlich alles erfährt.«
»Das kann ich ihr nicht antun. Nein, Bernd, das bringe ich nicht fertig. Wozu habe ich alles getan, damit sie verschont bleibt von all dem Schmutz, wenn sie es nun doch erfährt?«
»Es wäre besser gewesen, sie hätte es beizeiten erfahren.«
»Sie hat ihren Papi doch so geliebt, und wenigstens ihr hatte er aufrichtige Gefühle entgegengebracht.«
»Du suchst immer noch Entschuldigungen für sein Verhalten, das solltest du nicht.«
»Das tue ich auch nicht, aber dafür konnte Nele nichts, und sie ist auch mein Kind.«
»Das deine Gefühle mit Füßen tritt.«
»Sie ist in einer schwierigen Entwicklungsphase, das macht Frau Heinrich auch mit ihrer Tochter durch.«
»Sie ist achtzehn und betont immer wieder, wie erwachsen sie ist. Also soll sie es erst einmal beweisen.«
»Ich kann sie doch nicht abschreiben, Bernd.«
»Das mußt du auch nicht, aber du sollst nicht immer diejenige sein, die nachgibt. Ich habe dich schon mehrmals gebeten, mich zu heiraten. Immer war es Nele, die als Grund für dein Nein galt.«
»Wir sind doch auch ohne Urkunde gute Freunde.«
