Jona - Bei Gott ist Rettung - G. Christopher Willis - E-Book

Jona - Bei Gott ist Rettung E-Book

G. Christopher Willis

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Beschreibung

Eine erbauliche Betrachtung des Buches Jona. Der Autor macht durch seine einfache und praktische Auslegung dieses kleinen Bibelbuches deutlich, wie sehr wir diesem Propheten in seinem Ungehorsam, seinen Zweifeln, Nöten und Erfahrungen ähnlich sind. Er weist aber auch auf die Gnade Gottes hin, die immer wieder bereit ist, zu vergeben und zu helfen.

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Seitenzahl: 130

Veröffentlichungsjahr: 2013

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© 2013 Christliche Schriftenverbreitung e.V.Herausgeber: Christliche Schriftenverbreitung e.V., HückeswagenE-Book-Generierung: VCG (www.vvcg.de)ISBN E-Book: 978-3-89287-536-9

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Jona lehnt sich auf

Jona betet

Jona predigt

Jona ist sehr zornig

Vorwort

Der Verfasser der Gedanken zum Buch Jona war viele Jahre Missionar in China.

Dieses Buch sollte deshalb zuerst sowohl in chinesischer als auch in englischer Sprache erscheinen.

Niedergeschrieben wurde es vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, der auch China betraf, aber letztlich die ganze Welt heimsuchte. Die Manuskripte wurden, während der Verfasser sich in einem Internierungslager befand, in einem Warenhaus in Shanghai aufbewahrt. Er fand sie bei seiner Rückkehr und gab sie zur Veröffentlichung frei.

Wir können sie jetzt vorlegen und hoffen, dass der Herr sie verwendet, um viele durch sie zu segnen, den Verlorenen das Evangelium zu verkünden und denen weiterzukommen helfen, die den Herrn Jesus als ihren Heiland kennen.

Jona lehnt sich auf

Im Norden des Königreichs Israel, nicht weit vom Mittelmeer, liegt das Gebiet des Stammes Sebulon. Im Südteil von Sebulon, drei oder vier Meilen von Nazareth entfernt, lag die Stadt Gath-Hepher. Ungefähr 850 Jahre bevor der Herr Jesus in Nazareth erzogen wurde (Lk 4,16), lebte in Gath-Hepher ein Mann namens Jona. Die Bibel teilt uns nicht mit, ob er auch in Gath-Hepher geboren wurde. Sie sagt lediglich von ihm: „der von Gat-Hepher war“ (2. Kön 14,25).

Wir erfahren nicht, wann er genau lebte, aber Jerobeam, der Sohn Joas, der König von Israel, erfüllte die Prophezeiung Jonas, indem er die Grenze Israels vom Eingang Hamats bis an das Meer wiederherstellte (2. Kön 14,25).

Der Prophet Elisa war während der Regierung Joas, des Vaters von Jerobeam, gestorben (2. Kön 13,14). Es ist also möglich, dass Jona und Elisa Zeitgenossen waren und sich kannten. Noch wahrscheinlicher ist es aber, dass Jona zur gleichen Zeit wie Hosea lebte.

Der Geist Gottes sagt uns also, dass Jona aus Gat-Hepher stammte. Das ist nicht ohne Bedeutung. Wir erinnerten uns, dass diese Stadt in Sebulon lag. Wenn wir zurückgehen zu 5. Mose 33,18, zu dem Segen Moses, des Mannes Gottes, sehen wir, dass er sagte: „Freue dich, Sebulon, deines Auszugs, und du, Issaschar, deiner Zelte!“ Sebulons besondere Aufgabe war es offensichtlich, hinauszugehen. Der Prophet, den der Herr erweckte (5. Mo 18,15), unser Herr und Meister, der in Nazareth im Land Sebulon erzogen war, entsprach wirklich diesem Charakterzug und dieser Aufgabe Sebulons, hinauszugehen. Er stieg aus seiner Herrlichkeit hinab in diese Welt des Jammers. Sein Weg war immer einer, der hinausführte – bis zu dem letzten schrecklichen Tag von Golgatha, wo wir lesen: „Und sein Kreuz tragend, ging er hinaus zu der Stätte, genannt Schädelstätte“ (Joh 19,17).

Hätte Jona die Aufgabe und das Vorrecht, das Gott ihm gegeben hatte, indem er zum Stamm Sebulon gehörte, verstanden, dann wäre er entsprechend dem, was der Segen sagt, mit Freude gegangen. Leider ist Jona jedoch gerade durch seine Auflehnung bekannt geworden und nicht, weil er voller Freude gegangen wäre.

Es ist wahr, dass Issaschar, der zusammen mit Sebulon aufgerufen war, sich zu freuen, mehr in seinen Zelten wohnte, als dass er hinausging. Nicht jeder genießt das Vorrecht wie Jona, mit einer Botschaft des Herrn in heidnische Länder ausgehen zu dürfen. Aber leider freut sich auch nicht jeder, der dieses Vorrecht hat, über diese Aufgabe.

Wir wollen nun nach diesen Vorüberlegungen mit Gottes Hilfe das Buch Jona näher untersuchen.

Kein wirklicher Christ sollte an der absoluten Wahrheit dieses kleinen Buches zweifeln. Der Herr Jesus Christus selbst bekräftigt sie: „Denn so wie Jona drei Tage und drei Nächte in dem Bauch des großen Fisches war, so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte in dem Herzen der Erde sein. Männer von Ninive werden aufstehen im Gericht mit diesem Geschlecht und werden es verdammen, denn sie taten Buße auf die Predigt Jonas hin; und siehe, mehr als Jona ist hier“ (Mt 12,40–41). In diesen Versen unterstreicht der Herr mit seiner eigenen Autorität die Wahrheit der beiden hervorstechendsten Ereignisse dieses Buches. Man könnte leicht mit gesicherten Tatsachen beweisen, dass in diesem Buch ausschließlich Dinge berichtet werden, die sehr wohl möglich sind. Aber der wahre Christ verlangt nicht nach solchen Beweisen von außen, wenn er das Wort seines Herrn und Meisters hat, auf das er sich verlassen kann[1].

Kommen wir jetzt zum ersten Vers des 1. Kapitels! „Und das Wort des Herrn erging an Jona, den Sohn Amittais.“ Es ist bemerkenswert, dass Jona in dem kleinen Buch, das wir vor uns haben, niemals Prophet genannt wird. Der Heilige Geist gebraucht den Schreiber des zweiten Königsbuches, um Jona diesen Titel zu geben. Wir dürfen vielleicht für einen Augenblick eine Pause machen und uns fragen, welche Bedeutung das Wort „Prophet“ in der Heiligen Schrift hat. Allgemein nimmt man an, dass ein Prophet jemand ist, der verkündet, was in der Zukunft geschehen wird. Tatsächlich ist das sehr oft der Fall. Aber wenn wir die prophetischen Bücher in der Bibel lesen, dann finden wir, dass dies nur ein kleiner Teil dessen ist, was Gott durch diese Männer tut. Eine Definition, die Gott selbst in seinem Wort gibt, finden wir, wenn wir 2. Mose 4, 16 und 7, 1 vergleichen. In der ersten Schriftstelle sagt Gott von Aaron: „E r soll für dich zum Volk reden“ oder: „Er soll dein Sprecher zum Volk sein“, und in der anderen: „Dein Bruder Aaron soll dein Prophet sein.“ Das zusammen gibt uns wohl die deutlichste Definition dessen, was ein Prophet nach dem Wort Gottes ist: Er ist Gottes Sprecher dem Volk gegenüber. Sehr häufig spricht Gott von Gericht oder Segnungen, die in der Zukunft liegen, und dann redet der Prophet also tatsächlich von dem, was später geschehen wird. Aber seine erste Pflicht besteht darin, dass er Gottes Sprecher sein soll, und das schließt sehr oft Rüge oder Ermahnung ein. Lasst uns immer daran denken, dass das Wichtigste für einen Propheten dies ist, dass er für Gott, nicht für sich selbst oder aus sich selbst heraus spricht! Das griechische Wort „prophetes“, von dem wir das englische und auch das deutsche Wort Prophet herleiten, hat genau diese Bedeutung.

Das griechische Lexikon von Liddell und Scott sagt von diesem Wort: „Genaugenommen bezeichnet es jemanden, der für einen anderen spricht, vor allem aber den, der für einen Gott spricht und seinen Willen dem Menschen erläutert. Das ist ein Prophet.“

Wenn Jona selbst dieses kleine Buch, das seinen Namen trägt, geschrieben hat, dann können wir gut verstehen (und würdigen), dass der Titel „Prophet“ in diesem Buch fehlt. Gleichzeitig können wir die Tatsache würdigen, dass Gott jedoch darauf achtet, dass ein anderer Schreiber diesen ehrenvollen Titel, den er selbst sich nicht hatte nehmen wollen, vor seinen Namen stellt. Auch der Herr Jesus ehrt Jona mit diesem Titel (Mt 12,39 ff.).

Der Name Jona bedeutet wohl „Taube“. Die Taube ist ein Symbol des Friedens, und das Buch ist in der Tat ein Friedensangebot des Herrn selbst. Es ist nicht nur, wie wir sehen werden, ein Friedensangebot an die Bewohner von Ninive, sondern ebenso an andere. Der Name „Amittai“, des Vaters von Jona, dürfte „Wahrheit“ bedeuten. Damit tritt uns im Grund in diesen beiden Namen die wunderbare Botschaft entgegen, die auch in Johannes 1,17 steht: „Die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden“. Wahrheit ist das Licht, das uns unsere Sünden zeigt. Gnade sorgt für die Mittel, die nötig sind, um unsere Sünden zu bedecken. Wie deutlich kommen diese beiden Seiten von Gottes Wesen in dem Buch, das wir hier betrachten, ans Licht! Gott ist ein Gott der Wahrheit, und wir müssen alle unsere Wege in das Licht seiner Wahrheit gebracht haben. Aber wo können wir ein leuchtenderes Beispiel der Gnade Gottes finden, die immer bereit ist, zu verzeihen und zu vergeben? Wenn wir dieses kleine Buch lesen, müssen wir immer daran denken, dass Jona wirklich ein Bild unseres Herrn Jesus Christus ist. Wie schön verdeutlichen die beiden Namen das!

Im Zusammenhang mit dem ersten Vers ist zu erwähnen, dass für Jona keinerlei Zweifel hinsichtlich der Quelle des Befehls, der ihn erreichte, bestand: „Und das Wort des Herrn erging an Jona“. Jonas Schwierigkeit lag nicht daran, dass er keinen hinreichend klaren Auftrag, keine Autorität zum Handeln gehabt hätte. Wenn wir das Buch weiter betrachten, werden wir sehen, dass das Problem von Jona ganz woanders lag: Es war nicht Mangel an Klarheit hinsichtlich der Autorität des Befehls, sondern Mangel an der Bereitschaft, der Autorität Gottes zu gehorchen.

Sind wir darin nicht manchmal Jona sehr ähnlich? Wir wissen allzugut, dass das Buch in unseren Händen, die Bibel, wirklich das Wort Gottes ist. Der Herr Jesus Christus hat in diesem Wort klar gesagt, was seine Gebote sind. Auf der einen Seite finden wir: „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen“ (Mt 11,28)! Ich nehme an, dass die meisten unserer Leser diesen Ruf gehört und ihn als einen persönlichen Ruf, der an sie selbst gerichtet ist, angenommen und ihm gehorcht haben. Auf der anderen Seite sagen dieselben Lippen, die eingeladen hatten: „Kommt zu mir!“, auch: „Geht hin in die ganze Welt und predigt der ganzen Schöpfung das Evangelium“ (Mk 16,15)! Wir haben dem Ruf: „Kommt!“ gehorcht. Wir waren froh, die Ruhe erlangt zu haben, die Er versprochen hatte. Wenn es aber zu der Aufforderung: „Geh hin!“ kommt, dann ähneln wir nur allzu oft Jona, der es nicht so eilig hatte, zu gehorchen. Es ist verblüffend, was für geistreiche Entschuldigungen wir finden können, um den Gehorsam dieser Aufforderung gegenüber zu umgehen oder ihn zu verweigern oder zu verschieben. Die meisten von uns haben wirklich keinerlei Grund, Jona irgendwie zu kritisieren, weil er versuchte, dem Befehl Gottes: „Geh!“ auszuweichen. Die meisten sind sich über den göttlichen Ursprung des Befehls, in alle Welt zu gehen, ebenso im Klaren, wie Jona es war, als das Wort des Herrn zu ihm geschah. Wir wissen ebenso gut Bescheid über die Autorität, die hinter dem Befehl steht. Das wahre Problem liegt nicht darin, dass ein Zweifel vorliegt, ob dieser Auftrag von Gott ausgeht oder ob seine Autorität dahintersteht. Das wahre Problem liegt in unserem bösen Willen.

„Und das Wort des Herrn erging an Jona, den Sohn Amittais, indem er sprach: Mach dich auf, geh nach Ninive, der großen Stadt, und predige gegen sie; denn ihre Bosheit ist vor mir heraufgestiegen.“ „Mach dich auf!“ An dieser Stelle gibt es schon eine Menge Schwierigkeiten. Es erfordert Energie, sich aufzumachen. Wir sind ja so behaglich eingerichtet! Es ist sehr schwer, die Gewichte abzuschütteln, die für uns das Haus, der Beruf und der Komfort sind, und sich aufzumachen.

„Mach dich auf, geh!“ Jona musste sich nicht nur aufmachen, sondern er hatte genau dieselben Befehle, die auch wir haben: „Geh!“ Ein römischer Hauptmann kam einmal zu dem Herrn und sagte: „Denn auch ich bin ein Mensch, der unter Befehlsgewalt gestellt ist, und habe Soldaten unter mir; und ich sage zu diesem: Geh!, und er geht“ (Lk 7,8). Dieser Hauptmann verstand genau, was Gewalt oder Autorität ist. Wenn er sagte: „Geh! „, dann gab es dazu keine Fragen mehr; der Soldat ging. Aber wenn der Herr zu Jona sagte: „Geh!“, dann entschied Jona, dass er eben nicht gehen würde. Der Soldat dachte nicht im Traum daran, sich zu beklagen, dass der Weg zu lang oder zu rauh oder zu gefährlich oder dass der Zeitpunkt nicht geeignet sei. Er ließ gar nicht den Gedanken aufkommen, dass er nicht wünschte, zu gehen oder dass er zu sehr mit anderer Arbeit beschäftigt sei. Wenn der Hauptmann sagte: „Geh! „, dann ging er.

Dasselbe Wort wird auch von dem verlorenen Sohn in Lukas 15 gebraucht: „Ich will mich aufmachen (oder: aufstehen) und zu meinem Vater gehen.“ Es kann sein, dass er sich lange Zeit gesagt hatte: „Ich sollte zu meinem Vater gehen.“ Aber erst, als er sich schließlich erhob, wurde es möglich, dass er jemals seinen Vater erreichen konnte. Die Energie des Glaubens war nötig, um aufzustehen. Die meisten unserer Leser wissen aus Erfahrung, was es für sie bedeutet, aufzustehen und zu ihrem Vater zu gehen. Schade ist es, wenn wir nicht ebenfalls aus Erfahrung wissen, was es für uns bedeutet, aufzustehen und zu denen zu gehen, die in der Finsternis leben!

Wie viele gibt es unter uns, denen der Herr gesagt hat: „Geh!“ – und wir haben es gemacht wie Jona und haben uns geweigert. Es kann sein, dass wir so beschäftigt gewesen sind mit unseren eigenen Angelegenheiten, dass wir Ihn kaum haben sagen hören: „Geh! „. Oder es kann sein, dass wir so wenig davon verstehen, was Autorität ist, dass wir entscheiden, dass keine Notwendigkeit besteht, zu gehorchen und meinen, wir dürften stattdessen unseren eigenen Willen wählen. Möge der Herr es jedem von uns geben, seine Stimme zu hören, die mit göttlicher Autorität spricht – mit einer Autorität, die wir nicht infrage zu stellen haben und die uns sagt: „Mach dich auf, geh! Mach dich auf, geh nach Ninive! „

Der Herr befahl Jona nicht nur: „Mach dich auf, geh!“, sondern Er gab ihm die genaue Anweisung, wohin er gehen sollte. Er sagte nicht: „Mach dich auf und geh, wohin du gerade möchtest!“, sondern Er machte vor allem den Ort, wohin Jona gehen sollte, klar. Der Herr will sagen, wohin wir gehen sollen. Es kann sein, dass Er uns zu jemandem in unserer eigenen Familie schicken möchte oder zu unseren Nachbarn oder vielleicht zu Menschen aus einem anderen Volk und mit einer anderen Sprache am anderen Ende der Erde. Erinnern wir uns an das Passah! Wenn es sich zeigte, dass das gebratene Lamm größer war, als für einen Haushalt benötigt wurde, dann sollten die Israeliten mit ihren Nachbarn teilen, den Nächsten an ihrem Haus (2. Mo 12,4). Haben wir uns die Zeit genommen, uns von dem gebratenen Lamm auch zu nähren – genauso gut, wie wir hinter seinem Blut Schutz gesucht haben? Haben wir gemerkt, dass das gebratene Lamm ein unerschöpfliches Festmahl ist, das ausreicht für mich und meine Familie und auch für meinen Nachbarn, den Nächsten an meinem Haus? Das ist eine Stelle, an der man gut anfangen kann. Lasst uns doch alle das gebratene Lamm mit unserem Nachbarn teilen, mit dem, der der Nächste an unserem Haus ist! Wir werden dann schon rechtzeitig finden, dass – wie es der Herr dem Schriftgelehrten zeigte, mein Nächster jemand aus einer anderen Nation sein kann oder einer, der jahrelang verachtet und geschmäht und vernachlässigt gewesen ist. Hoffentlich gehe ich dann auch und teile das gebratene Lamm mit ihm! Der Herr kann uns senden, wohin Er will, mag es weit weg sein oder in der Nähe. Weil Er Gott, der Herr, ist, unser Herr, hat Er das Recht und die Autorität dazu.

Und was ist mit Ninive, der großen Stadt? Dreimal lesen wir die Worte „Ninive, die große“ und einmal: „Ninive war aber eine außerordentlich große Stadt“.

Zum erstenmal erwähnt wird Ninive in 1. Mose 10, 6–14: „Die Söhne Hams: Kusch zeugte Nimrod. . . Der Anfang seines Reiches war Babel. . . Von diesem Land zog er aus nach Assur und baute Ninive ...: Das ist die große Stadt.“ Sie wurde von den Nachkommen eines Mannes, der unter einem Fluch stand, gegründet, und Gott selbst musste von ihr sagen: „Ihre Bosheit ist vor mir heraufgestiegen“ (Jona 1,2).

Babylon lag am Euphrat und war die Hauptstadt des gleichnamigen Reiches. Ninive dagegen lag am Fluss Tigris und war die Hauptstadt von Assyrien.

Wir wissen eine Menge über Ninive, obwohl heutzutage von der Stadt nichts mehr zu sehen ist, außer ein paar Schutthügel. 1840 kam Layard an dem großen Hügel von Nimrod vorbei, während er den Tigris hinabfuhr. 1845 begann er dort zu graben. Layard veröffentlichte über diese Ausgrabungen einen Bericht mit sehr interessanten Bildern, die uns einen Eindruck von dieser herrlichen Stadt des Altertums vermitteln.