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Jenny Behnisch, die Leiterin der gleichnamigen Klinik, kann einfach nicht mehr. Sie weiß, dass nur einer berufen ist, die Klinik in Zukunft mit seinem umfassenden, exzellenten Wissen zu lenken: Dr. Daniel Norden! So kommt eine neue große Herausforderung auf den sympathischen, begnadeten Mediziner zu. Das Gute an dieser neuen Entwicklung: Dr. Nordens eigene, bestens etablierte Praxis kann ab sofort Sohn Dr. Danny Norden in Eigenregie weiterführen. Die Familie Norden startet in eine neue Epoche! »Liegen bleiben! Steh ja nicht auf, bevor ich bei dir den Blutdruck gemessen habe!« Christina stöhnte ungehalten auf, ließ sich aber wieder auf ihr Kopfkissen sinken. Die letzten Monate hatten ihr gezeigt, wie sinnlos eine Diskussion mit Erik war, wenn es um ihr Wohlbefinden ging. Er ließ sich nicht davon abhalten, sich um sie zu sorgen, ganz egal, wie sehr sie das manchmal störte. »Du übertreibst mal wieder grenzenlos!«, knurrte sie ihn an, als er mit dem Blutdruckgerät zu ihrem Bett kam. »Nein, ich übertreibe nicht«, erwiderte Erik Berger seelenruhig, während er ihr die Manschette um den Oberarm legte. »Wenn es um deine Gesundheit geht, kann ich gar nicht übertreiben.« »Das sag mal deiner Tochter.« Christina strich mit einer Hand über ihren recht beachtlichen Bauch, der in den letzten Wochen besonders stark an Umfang zugenommen hatte. Sie lächelte jetzt und nahm ihren Worten so den Ernst. »Unser drei Kilo schweres Baby tanzt auf meiner vollen Blase gerade einen höchst munteren Stepptanz. Wenn du dich hier nicht beeilst, kann ich für nichts garantieren.« Auch Erik lächelte jetzt. Er legte seine Hand auf Christinas, die nun auf ihrem Bauch ruhte. »Sie bewegt sich also tüchtig, unsere Kleine?« »O ja! Sie wird uns bestimmt ganz schön auf Trab halten, wenn sie erst mal da ist.«
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Seitenzahl: 117
Veröffentlichungsjahr: 2024
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»Liegen bleiben! Steh ja nicht auf, bevor ich bei dir den Blutdruck gemessen habe!«
Christina stöhnte ungehalten auf, ließ sich aber wieder auf ihr Kopfkissen sinken. Die letzten Monate hatten ihr gezeigt, wie sinnlos eine Diskussion mit Erik war, wenn es um ihr Wohlbefinden ging. Er ließ sich nicht davon abhalten, sich um sie zu sorgen, ganz egal, wie sehr sie das manchmal störte.
»Du übertreibst mal wieder grenzenlos!«, knurrte sie ihn an, als er mit dem Blutdruckgerät zu ihrem Bett kam.
»Nein, ich übertreibe nicht«, erwiderte Erik Berger seelenruhig, während er ihr die Manschette um den Oberarm legte. »Wenn es um deine Gesundheit geht, kann ich gar nicht übertreiben.«
»Das sag mal deiner Tochter.« Christina strich mit einer Hand über ihren recht beachtlichen Bauch, der in den letzten Wochen besonders stark an Umfang zugenommen hatte. Sie lächelte jetzt und nahm ihren Worten so den Ernst. »Unser drei Kilo schweres Baby tanzt auf meiner vollen Blase gerade einen höchst munteren Stepptanz. Wenn du dich hier nicht beeilst, kann ich für nichts garantieren.«
Auch Erik lächelte jetzt. Er legte seine Hand auf Christinas, die nun auf ihrem Bauch ruhte. »Sie bewegt sich also tüchtig, unsere Kleine?«
»O ja! Sie wird uns bestimmt ganz schön auf Trab halten, wenn sie erst mal da ist.« Christina strahlte jetzt. Sie freute sich auf ihr Baby und konnte es kaum noch erwarten, es endlich in ihren Armen halten zu dürfen.
Erik hatte das Blutdruckmessen beendet und nahm das Stethoskop aus den Ohren. »Alles bestens«, sagte er und hörte sich sehr erleichtert an. »Dein Blutdruck ist im Normbereich.«
»Wie immer. Das ewige Messen können wir uns also wirklich sparen.«
»Können wir nicht.« Erik reichte seiner Liebsten die Hand, um ihr aufzuhelfen. »Ich habe dir einen Becher für den Urintest ins Bad gestellt. Wenn du auf die Toilette gehst …«
»Ja, ja, ich weiß Bescheid«, unterbrach sie ihn. »Du musst mir nicht jeden Morgen erzählen, was ich mit dem Becher machen soll.«
»Ich wollte dich nur noch einmal daran erinnern, nachdem du den Test einige Male vergessen hast.«
»Wenn du so weitermachst, überlege ich mir das mit der Hochzeit noch mal. Dann bleibe ich für immer deine Verlobte und heirate dich nie.«
Völlig unbeeindruckt und seelenruhig lächelte er sie an. »Doch das machst du. Du heiratest mich, weil du es mir versprochen hast und mir hoffnungslos verfallen bist. Du willst nur noch warten, bis du wieder in ein schickes Hochzeitskleid passt und mir dann dein Ja-Wort geben.« Er zuckte grinsend die Achseln. »Mir persönlich ist es ja egal, wie dick du bist oder was du bei der Hochzeit trägst. Aber wenn dir das so wichtig ist, kann ich damit leben und werde mich weiter gedulden.«
Christina entgegnete nichts darauf. Sie schlurfte ins Bad und wollte gerade die Tür hinter sich schließen, als sie sich dagegen entschied. Sie kannte Erik. Er würde ihr prompt folgen und damit drohen, ihr beim Toilettengang Gesellschaft zu leisten, sollte die Tür nicht geöffnet bleiben.
Manchmal fragte sie sich, warum sie sein Verhalten zuließ. Doch sobald ihr der Grund dafür einfiel, wurde sie nachgiebig und brachte Verständnis für seine Eskapaden auf.
Dr. Erik Berger, der leitende Notfallmediziner der Behnisch-Klinik hatte einen schweren Schicksalsschlag erdulden müssen, als seine erste Frau Maika während ihrer Schwangerschaft gestorben war. Sie hatte an Eklampsie, einer gefährlichen Form der Schwangerschaftsvergiftung, gelitten. Für sie und das ungeborene Baby war jede Hilfe zu spät gekommen. Erik machte sich noch heute große Vorwürfe deswegen. Er redete sich ein, nicht für Maika da gewesen zu sein, als sie ihn am nötigsten gebraucht hatte.
An ihrem Tod wäre er fast zerbrochen. Über Jahre hatte er sich in seine Trauer zurückgezogen, hatte mit dem Schicksal gehadert und war dabei zu einem zynischen Eigenbrötler geworden, der niemanden mehr an sich heranließ. Christina Rohde, die als Chirurgin an der Behnisch-Klinik arbeitete, hatte es schließlich bis in sein Herz geschafft. Sie hatte ihm nicht nur ihre Liebe geschenkt, sondern ihm auch seine Lebensfreude zurückgegeben. Und nicht nur das. Durch Christinas Liebe fand er aus seiner Einsamkeit heraus. Er hatte sich einer neuen Liebe geöffnet und mit Christina sein großes Glück gefunden. Ein Glück, das er mit aller Macht bewahren wollte. Dafür war er bereit, alles zu geben. Auch wenn das bedeutete, Christina mit seiner übertriebenen Fürsorge verrückt zu machen.
Allerdings nie lange. Ihr Ärger verflog sehr schnell und manchmal – wenn seine Fürsorge in einem vernünftigen Rahmen blieb – genoss sie sie sogar und ließ sich gern mal von ihm verwöhnen.
Erik hatte den Frühstückstisch im Wintergarten gedeckt. Hier gab es einen kleinen gusseisernen Ofen, in dem ein paar Holzscheite brannten und für eine wohlige Wärme sorgten.
»Du bist ein Schatz«, sagte sie lächelnd und gab ihm einen Kuss auf die Wange, bevor sie sich an den Tisch setzte.
»Dann bist du also nicht mehr sauer auf mich?«
»Du weißt doch genau, dass ich das nie bin. Jedenfalls nicht so richtig.« Christina sah hinaus in den Garten. Der Rasen, die Staudenbeete und die Sträucher waren mit Raureif bedeckt, der in der Morgensonne funkelte. »Sieht das nicht wundervoll aus?«, schwärmte sie.
»Na ja, wenn man Eis und Kälte mag.«
»Ach, so kalt ist es doch noch gar nicht. Die Temperaturen liegen knapp unter Null und den wunderschönen Reif kannst du nicht ernsthaft als Eis bezeichnen. Da haben wir schon ganz andere Winter erlebt, mit minus zwanzig Grad und riesigen Schneemassen.«
»Beschrei lieber nichts. Noch ist der Winter nicht vorbei. Ich halte zwar nicht viel von Wetterprognosen, die länger als eine Woche in der Zukunft liegen, aber ein paar von ihnen reden von einem heftigen Wintereinbruch mit sehr viel Schnee in den nächsten Wochen. Wenn wir Pech haben, schneien wir ein und kommen selbst bei einem Notfall nicht hier raus.«
Christina wusste sofort, auf welchen ›Notfall‹ Erik anspielte. Weil er so aussah, als würde er sich ernste Sorgen deswegen machen, langte sie über den Tisch und drückte seine Hand.
»Du hast doch gerade gesagt, wie wenig du von langfristigen Vorhersagen hältst. Wir sollten nichts darauf geben. Außerdem bleiben uns noch fünf Wochen bis zur Entbindung. Bis die Wehen kommen, ist der Winter also fast an seinem Ende.«
Erik nickte, aber er sah nicht so aus, als hätten ihn Christinas Worte beruhigt.
»Sollte hier wirklich das Schneechaos ausbrechen, wird es nicht völlig überraschend passieren. Wir werden es bestimmt rechtzeitig genug erfahren, um dann Vorkehrungen zu treffen. Ich wäre in diesem Fall sogar bereit, unser wunderschönes, verschlafenes Dörfchen zu verlassen, bis sich die Wetterlage wieder beruhigt hat.«
»Wir könnten dann ein paar Sachen zusammenpacken und in meine alte Wohnung ziehen«, nahm Erik diesen Vorschlag sofort dankbar auf. »Ich weiß, sie ist alles andere als gemütlich oder komfortabel, aber sie liegt in der Nähe der Behnisch-Klinik. Falls etwas mit dir oder dem Baby sein sollte, wäre schnell Hilfe vor Ort.«
Christina sah ihn sekundenlang an, dann nickte sie lächelnd und sah, wie er aufatmete. Für Eriks alte Wohnung lief der Mietvertrag erst in zwei Monaten aus. In zwei Monaten, Christinas Lächeln vertiefte sich, war ihr Baby längst da. Nur noch fünf Wochen …
Die Zeit bis dahin würde ihr wahrscheinlich sehr lang vorkommen. Besonders wenn sich Eriks Angst um ihre Gesundheit weiter verstärkte und am Ende vielleicht unerträgliche Ausmaße annahm. Persönlich hielt sie das für völlig überzogen. Als Ärztin wusste sie zwar, dass das Leben werdender Mütter auch heute noch von Krankheiten bedroht wurde. Aber im Gegensatz zu Erik machte ihr dieses Wissen keine Angst. Die moderne Medizin war fast immer in der Lage, Risiken rechtzeitig zu erkennen und das Schlimmste zu verhindern. Die Statistiken bewiesen es zudem: Die Müttersterblichkeit war auf dem niedrigsten Stand aller Zeiten. Keine Frau musste mehr um ihr Leben bangen, nur weil sie ein Kind erwartete.
*
Sie ließen sich Zeit mit dem Frühstück und trödelten hinterher noch ein bisschen herum, sodass es fast Mittag war, als sie aufbrachen, um nach München zu fahren.
Seit acht Wochen lebten sie in ihrem hübschen Häuschen in der ländlichen Umgebung der Großstadt. Sie hatten es sich gekauft, um genügend Platz für ihre kleine Familie zu haben. Zuvor hatte jeder von ihnen in seiner eigenen Wohnung gelebt. Christina in einer winzigen Dachgeschosswohnung, Erik in einer genauso kleinen und furchtbar ungemütlichen Wohnung im Zentrum Münchens, direkt an der Hauptstraße und ohne einen einzigen Baum oder etwas Rasen vor der Tür.
Beide hatten sich für ihre Tochter eine Kindheit in der Natur gewünscht. Der Entschluss, München den Rücken zu kehren, war deshalb schnell gefasst. Nach einiger Suche waren sie schließlich auf dieses Haus, gut dreißig Kilometer von Münchens Stadtgrenze entfernt, gestoßen.
Christina fühlte sich hier wohl. Die Nachbarn waren freundlich und gegenüber den Neuankömmlingen sehr zugewandt. Sie liebte es, mit ihnen zu quatschen, und freute sich, dass es im Dorf viele Kinder gab, mit denen ihre Tochter später spielen konnte.
Christina hatte eine sehr offene Art und kam mit anderen schnell ins Gespräch. Erik fiel das ungleich schwerer. Die letzten Jahre hatten ihre Spuren bei ihm hinterlassen. Er zog es immer noch vor, für sich zu bleiben. Nur Christina und wenigen anderen Menschen fühlte er sich so eng verbunden, dass er ihre Gesellschaft genießen konnte.
Als sie nun durchs Dorf fuhren, nickte er den Menschen auf der Straße höflich, aber distanziert zu, während Christina jedes Mal freudig lachte und eifrig winkte, sobald sie ein vertrautes Gesicht sah.
»Fahr mal etwas langsamer«, sagte sie hastig, als sie den alten Mann entdeckte, der vor ihnen auf dem Bürgersteig entlangging.
»Warum?«, fragte Erik.
»Dort ist Herr Gruber. Ich möchte ihm einen schönen Tag wünschen.«
Erik warf ihr einen zweifelnden Blick zu, verlangsamte aber bereitwillig das Fahrtempo. Als Christina nun das Fenster herunterließ und die kalte Winterluft hineinließ, konnte sie spüren, wie Eriks Anspannung zunahm. Sie wusste, dass er jetzt am liebsten protestiert und sie darauf hingewiesen hätte, wie schädlich kalte Zugluft für die Gesundheit sei. Dass er es nicht tat und nur die Zähne zusammenbiss, rechnete sie ihm hoch an.
»Hallo, Herr Gruber!«, rief Christina mit einem strahlenden Lächeln aus dem Fenster. »Ich hoffe, es geht Ihnen gut.«
Der alte Mann warf ihr unter buschigen Augenbrauen einen grimmigen Blick zu, nuschelte etwas Unverständliches in seinen dichten Vollbart und sah dann wieder stur nach vorn.
»Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag, Herr Gruber! Bis zum nächsten Mal!« Christina winkte ihm zum Abschied zu und schloss dann das Fenster. Als sie sich zufrieden in ihren Sitz zurücklehnte, gab Erik wieder Gas.
»Wie oft willst du das eigentlich noch probieren?«, fragte er. »Glaubst du ernsthaft, dass er dir mal irgendwann antworten wird?«
»Wer weiß? Vielleicht mit der Zeit. Steter Tropfen höhlt nun mal den Stein. Immerhin schaut er mich jetzt schon an, wenn ich ihn anspreche.«
Erik lachte ungläubig auf. »Diesen bösen Blick, den er dir zuwirft, wertest du ernsthaft als Erfolg? Also ich empfinde ihn als sehr beunruhigend. Warum gibst du nicht endlich auf? Du bekommst ihn nicht aus der Reserve gelockt. Alois Gruber ist ein Einsiedler. Er will mit den Leuten im Dorf nichts zu tun haben und ist froh, wenn man ihn in Ruhe lässt. Allein auf seinem Gehöft fühlt er sich wohl. Du tust ihm keinen Gefallen, wenn du versuchst, aus ihm einen anderen Menschen zu machen.«
Christina nickte nachdenklich. Erik erzählte ihr nichts Neues. Der alte Alois ging allen aus dem Weg, nicht nur ihr.
»Weißt du, an wen er mich erinnert?«, fragte sie nun.
»Nein, an wen?«
»An dich.« Als Erik laut aufschnaubte, fuhr sie fort: »Du warst früher genau wie er.«
»Nein, war ich nicht!«
»Stimmt, du warst schlimmer. Viel schlimmer. Die Kollegen in der Klinik hatten Angst vor dir gehabt. Wenn sie dir auf dem Flur begegnet sind, bist du nicht, wie der alte Alois, einfach nur mürrisch an ihnen vorbeigegangen. Du bist stehen geblieben und hast ihnen Gemeinheiten an den Kopf geworfen oder dich mit ihnen gestritten, bis sie weinend davongelaufen sind.« Erik erwiderte nichts und sofort bedauerte Christina ihre Worte. Es war nicht ihre Absicht gewesen, ihm Vorwürfe zu machen, und schon gar nicht, ihn zu verletzen. Sie hatte nur ausgesprochen, was ihr durch den Kopf gegangen war. »Tut mir leid, Erik. Ich habe ein wenig übertrieben.«
»Nein, das hast du nicht.« Erik seufzte und Christinas schlechtes Gewissen nahm zu. »Ich war genau so, wie du mich eben beschrieben hast. Ich war ein einsamer, verbitterter Mann gewesen. Voller Wut auf das Schicksal und ungerecht gegenüber allen, mit denen ich zu tun hatte.«
»Es zählt nicht, wer du warst, sondern nur, wer du jetzt bist«, sagte Christina sanft und streichelte über seinen Oberarm. Sie hätte sich gern zu ihm hinübergebeugt, um ihm einen versöhnlichen Kuss auf die Wange zu geben, aber ihr dicker Babybauch ließ das nicht zu. »Trotz deiner Grobheiten und deines unleidlichen Wesens warst du auch ein sehr liebenswerter Mensch gewesen. Ansonsten hätte ich mich doch nie in dich verliebt.«
»Manchmal …« Erik stockte kurz, dann sprach er aus, was ihn beschäftigte. Mit seiner Tina konnte er über alles reden, vor ihr hatte er keine Geheimnisse. »Manchmal habe ich Angst, dass du deinen Irrtum erkennen könntest. Dass du irgendwann feststellst, dass ich gar nicht so liebenswert bin, wie du denkst.«
»Ach, Erik, das wird nicht passieren. Ich liebe dich und daran wird sich nie etwas ändern. Und nun hör auf, dich weiter damit zu quälen. Freu dich lieber auf die Ultraschalluntersuchung. Ich könnte unser Baby den ganzen Tag auf dem Monitor beobachten.«
»Sagt die Frau, die sich aufgeregt hat, wenn ich ihr einen Plastebecher ins Bad stelle oder mit der Blutdruckmanschette komme«, erwiderte Erik leise lachend.
»Das ist ja wohl nicht das Gleiche«, widersprach Christina prompt. »Mich macht es eben glücklich, wenn ich unsere Tochter sehen kann. Bei mir hat das nichts mit Überwachung oder Kontrollzwang zu tun.«
»Mir ist klar, dass es sich für dich so anfühlt, als würde ich dich rund um die Uhr überwachen. Aber du weißt, warum ich das tue. Für mich ist es die einzige Möglichkeit, deine Schwangerschaft zu überstehen, ohne völlig durchzudrehen. Während dich der Blick auf den Monitor glücklich macht, sind es bei mir deine guten Blutdruckwerte oder ein Urintest ohne auffälligen Befund.«
