Kindergeschichten - Doris Safra - E-Book

Kindergeschichten E-Book

Doris Safra

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Beschreibung

Ergreifende und phantasievolle Märchen Geschichten, in denen das Gute belohnt und das Böse bestraft wird. Dazu erobern die Kinderideen unser Herz.

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Seitenzahl: 72

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Inhalt

Die Geschichte von der Königin und dem Vogel Zip-Zap

Das Geschenk für den König

Brummi und Bombi

Julek der Puppenmacher

Die Geschichte vom Fuhrmann Miche und Fox und Black, seinen beiden Pferdene

Die Fahne

Die Weissagung

Der echte König

Die Geschichte von der Königin und dem Vogel Zip-Zap

Erzählt von Omi Doris

Es war einmal ein König. Er war ein guter König, der gerecht regierte und von seinem Volk geliebt wurde. Aber trotzdem oder gerade deshalb hatte er böse Feinde. Die beneideten ihn, weil er reich war, eine gute und schöne Frau hatte und treue Untertanen. Der schlimmste seiner Feinde hiess Kruck. Er war ein Vetter des Königs. Er wollte ihn vom Thron stürzen um selber König zu werden und seine Schätze rauben.

Die Frau des Königs, die Königin, war schön und ihrem Mann treu und ebenfalls gut zu allen ihren Dienern und Dienerinnen. Alle dienten ihr treu. Nur eine Dienerin, die hiess Felia, war falsch und mit Kruck verbündet. Der hatte ihr einen Teil des Schatzes versprochen, wenn sie ihm helfen würde, den König vom Thron zu stürzen und zu töten, seinen Schatz zu rauben und die Königin ins Gefängnis zu werfen. Dort sollte man sie einschliessen, bis sie einwilligte, ihn Kruck, zum Mann zu nehmen.

Der König liebte die Königin sehr und er liess für sie einen Garten vor dem Königsschloss herrichten mit wunderschönen Bäumen und Blumensträuchern und besonderen Vögeln, die er aus fremden Ländern kommen liess.

Jeden Morgen spazierte die Königin mit einer treuen Dienerin, die Gerte hiess, durch den Garten und freute sich an den wundersamen Bäumen und Blumen und Vögeln.

Eine Tages fand sie unter einem Baum ein Vögelchen, das aus dem Nest gefallen war. Das war noch ganz klein und zitterte vor Angst und Kälte; denn es war noch ganz nackt ohne Federn. Die Königin nahm es in ihre Hand und tröstete es liebevoll.. Dann befahl sie ihrer Dienerin, der Gerte, eine Leiter zu holen,und sie stieg auf die Leiter und legte das kleine Vögelchen wieder in sein warmes Nestchen.

Von nun an ging die Königen jeden Tag zu dem Baum, unter welchem sie das Vögelchen gefunden hatte. Sie stieg auf die Leiter und guckte ins Nest und sprach mit dem Vögelchen und sah, wie es grösser wurde und Federn bekam und schliesslich fliegen lernte.

Als der Vogel fliegen gelernt hatte, verliess er das Nest, das zu klein für ihn geworden war, und wohnte fortan auf einem Zweig oben im Baum. Und jeden Morgen, wenn die Königin in den Garten kam, flog er hinunter und setzte sich auf ihre Hand. Immer sprach sie mit ihm, und so lernte er ihre Sprache zu verstehen. Aber selber wie die Menschen zu sprechen war er nicht imstande. Er konnte nur “zipzip" sagen, und das bedeutete “ja", und „zapzap", und das bedeutete „nein". Und so gab ihm die Königin den Namen “Vogel Zipzap".

Eines Tages, als die Königin mit ihrer Dienerin Gerte im Garten weilte, stürzte plötzlich die böse Dienerin Felia hinter einem Strauch hervor und mit ihr mehrere wilde Männer. Sie fesselten die Königin und in Ketten führten sie sie zum Gefängnis .Dort öffneten sie eine dicke Eisentüre und warfen die Königin hinein.

Im Gefängnis war nur ein Lager aus Stroh und ein wackeliger Stuhl und ein Krug mit Wasser. Es gab nur ein kleines Fenster, das war mit Gitterstäben verschlossen.

Den Dienern und Dienerinnen war es verboten mit der Königin zu sprechen. Doch die treue Dienerin Gerte schlich sich heimlich zu dem vergitterten Fenster und brachte der Königin ein wenig Brot zum Essen. Weinend erzählte sie, dass Kruck mit wilden Räubern, die er zu seinen Soldaten gemacht hatte, ins Schloss eingebrochen war. Den König hatten sie gefangen genommen und irgendwohin weit weg entführt. Bei allem hatte die böse Dienerin Felia mitgeholfen.

Die Königin war sehr, sehr traurig, als sie das hörte. Sie setzte sich auf den wackeligen Stuhl neben das Fenster und weinte.

Da hörte sie plötzlich Flügelflattern und feines Zwitschern eines Vogels. Als sie aufschaute, erblickte sie den Vogel Zipzap. Der sass auf einer Gitterstange an dem kleinen Fenster und zirpte leise: Zipzip, zipzip, zipzip.

“Ach Zipzap", fragte die Königin, “hast Du von dem Unglück gehört, das dem König und mir widerfahren ist?"

„Zipzip", antwortete der Vogel.

„Und willst Du mir helfen?", fuhr die Königin fort; denn es war ihr ein guter Gedanke gekommen.

„Zip,zip,zip,zip", antwortete der Vogel, und das bedeutete. Ja,ja, ja, ja! Natürlich will ich helfen!"

“So bringe mir ein Stück Papier und einen Bleistift!", bat die Königin. “Darauf will ich meiner Schwester eine Nachricht schicken", flüsterte sie, damit sie niemand hören konnte. Sie hatte nämlich einen Plan. Der Mann der Schwester war Schlosser, und er konnte sicher die dicke Eisentüre zum Gefängnis öffnen und sie befreien.

Zipzap flog sofort los, um der Königin ein Stück Papier und den Bleistift, worum sie gebeten hatte, zu besorgen. Weil er nicht beides zur gleichen Zeit im Schnabel halten konnte, wollte er eines nach dem andern bringen.

Zuerst suchte er das Papier. Er flog über dem Schloss und den Häusern hin und her und her und hin, aber nirgends konnte er Papier entdecken. Aber dann sah er plötzlich, wie aus einem Fenster ganze Papierseiten hinaus flatterten. Dort sass nämlich ein Schreiber an seinem Pult, auf welchem viele Papiere lagen. Plötzlich war ein Windstoss gekommen und hatte die Papierseiten vom Pult und durch das offene Fenster hinaus gefegt. Zipzap schoss hinunter und packte eine der Seiten mit seinem Schnabel und brachte sie schnell zum Schloss und reichte es der Königin durch das Gitter des kleinen Fensters.

Die Königin nahm schnell die Papierseite, legte sie auf den Stuhl und setzte sich darauf, damit sie niemand entdecken und sie verraten konnte.

Zipzap machte sich nun wieder auf den Weg, um einen Bleistift zu suchen. Aber wo sollte er einen Bleistift finden? Bleistifte fallen zu Boden, wenn ein Windstoss sie herunterfeget. Sie fliegen nicht wie Papier aus dem Fenster.

Zipzap flog hin, flog her, suchte und suchte, aber konnte keinen Bleistift entdecken.

Wie er so herumflog, kam er an einer Schule vorbei. Durch ein Fenster sah er Schüler, die über ihre Hefte gebeugt sassen. und eifrig schrieben. Alle hatten ihren Bleistift in der Hand, keiner legte ihn auch nur für einen Moment beiseite. Doch plötzlich entdeckte er einen Schüler, der sass faul herum und guckte zum Fenster hinaus anstatt zu schreiben. Vor ihm lagen viele Bleistifte. Die hatten ihm seine Eltern gekauft, damit er nicht so faul sei und endlich auch schreiben lernte wie die andern Schüler.

„Das wäre was!”, dachte Zipzap. Bald darauf läutete die Glocke zur Pause und alle Schüler liefen auf den Pausenhof. Nur der faule Schüler blieb sitzen, selbst in den Hof hinaus zu gehen, war er zu faul.

„Wie bringe ich den nur hinaus?", dachte Zipzap verzweifelt. Aber da kam Hilfe. Ein Lehrer betrat das Klassenzimmer und jagte den faulen Schüler hinaus in den Pausenhof . Kaum war die Türe hinter dem Lehrer und dem Schüler geschlossen, flugs war Zipzap hineingeflogen und sein Schnabel packte schnell einen der Bleistifte vom Pult des faulen Schülers..

Die Königin hatte schon gewartet und ungeduldig durch die Gitterstäbe nach Zipzap hinaus gespäht. Wie froh war sie, als sie ihn endlich erblickte. Schnell griff sie nach dem Bleistift in seinem Schnabel und versteckte ihn im Stroh ihres Lagers.

Als es Nacht war kam Gerte heimlich ans Fenster und berichtete, dass alle im Schloss schon schliefen. Da nahm die Königin den Bleistift aus dem Versteck und das Stück Papier auf welchem sie gesessen hatte. Sie setzte sich auf die Erde und schrieb im Mondlicht einen Brief an ihre Schwester, wie sie es geplant hatte.

Dann beschrieb die Königin dem Vogel Zipzap wo ihre Schwester wohnte, damit er ihr den Brief überbringe. “Über sieben Hügel musst du fliegen", sagte sie. "Dann kommt ein grosser Wald und danach ein Fluss, über den führt eine Brücke. Auf der andern Seite neben der Brücke steht ein gelbes Haus mit einem roten Dach. Da wohnt meine Schwester mit ihrem Mann, dem Schlosser.”

Während die Königin ihm alles erklärte, zwitscherte Zipzap dazwischen immer leise „zip" um zu sagen, dass er es verstanden habe.

Kaum war es Morgen geworden, machte sich Zipzap auf den Weg.

Es war eine lange Reise. Es war schon Mittag, als er die sieben Berge, den Wald und den Fluss überflogen und das gelbe Haus mit dem roten Dach neben der Brücke gefunden hatte. Er blickte durch das Fenster und sah eine Frau, die der Königin ähnlich sah. "Das ist sicher die Schwester der Königin", dachte er.