Kindertodtenlieder - Friedrich Rückert - E-Book

Kindertodtenlieder E-Book

Friedrich Rückert

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Beschreibung

In "Kindertodtenlieder" stellt Friedrich Rückert eine zutiefst bewegende Sammlung von Gedichten vor, in der er den unermesslichen Verlust von Kindern thematisiert. Durch einen eindringlichen und lyrischen Stil verarbeitet Rückert seine eigene Trauer um den Tod seiner Kinder und schafft so ein eindrucksvolles Werk, das zwischen Elegie und Reflexion pendelt. Der poetische Ausdruck ist reichhaltig und nuanciert, geprägt von einer melancholischen Schönheit, die das gesamte Werk durchzieht. Die Verbindung von persönlichem Schmerz und universeller Trauer verleiht den Gedichten einen zeitlosen Charakter, der die Leser bis heute berührt. Friedrich Rückert (1788-1866) war nicht nur ein bedeutender Lyriker, sondern auch ein herausragender Orientalist, der viel über die kulturellen und gesellschaftlichen Umstände seiner Zeit nachdachte. Die tiefen Wurzeln seines Schmerzes, in dem er seine Kindheitserfahrungen und den Verlust nahestehender Menschen verarbeitet, haben maßgeblich zur Entstehung der "Kindertodtenlieder" beigetragen. Rückerts universelles Verstehen von Trauer und Verlust spiegelt sich in seiner Sprache wider, die sowohl philosophisch als auch zutiefst menschlich ist. Dieses Buch ist eine eindringliche Empfehlung für jeden, der sich mit den Themen Verlust und Trauer auseinandersetzt. Rückerts Gedichte laden dazu ein, über das eigene Verhältnis zum Leben und Sterben nachzudenken. In einer Zeit, in der die Themen des Verlusts oft tabuisiert werden, bieten die "Kindertodtenlieder" einen wertvollen Zugang zu tiefen emotionalen Wahrheiten und bereichern das Verständnis für die menschliche Erfahrung der Trauer. In dieser bereicherten Ausgabe haben wir mit großer Sorgfalt zusätzlichen Mehrwert für Ihr Leseerlebnis geschaffen: - Eine prägnante Einführung verortet die zeitlose Anziehungskraft und Themen des Werkes. - Die Synopsis skizziert die Haupthandlung und hebt wichtige Entwicklungen hervor, ohne entscheidende Wendungen zu verraten. - Ein ausführlicher historischer Kontext versetzt Sie in die Ereignisse und Einflüsse der Epoche, die das Schreiben geprägt haben. - Eine gründliche Analyse seziert Symbole, Motive und Charakterentwicklungen, um tiefere Bedeutungen offenzulegen. - Reflexionsfragen laden Sie dazu ein, sich persönlich mit den Botschaften des Werkes auseinanderzusetzen und sie mit dem modernen Leben in Verbindung zu bringen. - Sorgfältig ausgewählte unvergessliche Zitate heben Momente literarischer Brillanz hervor.

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Veröffentlichungsjahr: 2024

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Friedrich Rückert

Kindertodtenlieder

Bereicherte Ausgabe. Ergreifendste Trauergedichte der deutschen Sprache
In dieser bereicherten Ausgabe haben wir mit großer Sorgfalt zusätzlichen Mehrwert für Ihr Leseerlebnis geschaffen
Bearbeitet und veröffentlicht von Good Press, 2023
EAN 8596547807339

Inhaltsverzeichnis

Einführung
Historischer Kontext
Synopsis (Auswahl)
Kindertodtenlieder
Analyse
Reflexion
Unvergessliche Zitate

Einführung

Inhaltsverzeichnis

Diese Werksammlung führt in Friedrich Rückerts Kindertodtenlieder ein, einen umfangreichen lyrischen Kosmos, der aus der persönlichen Trauer um zwei früh verstorbene Kinder erwachsen ist. Die Gedichte entstanden in kurzer Folge und bilden zusammen keine fortlaufende Erzählung, sondern einen vielstimmigen Zyklus der Erinnerung und des Abschieds. Ziel dieser Ausgabe ist es, die überlieferten Stücke in ihrer Fülle und Bandbreite zugänglich zu machen und einen verlässlichen Lesetext bereitzustellen. Die Sammlung lädt dazu ein, die innere Bewegung dieser Dichtung nachzuvollziehen: vom ersten Schock des Verlustes über Ringen und Widerrede bis zu tastenden Momenten der Beruhigung.

Die vertretenen Textsorten sind durchweg Gedichte, doch Rückert nutzt darin ein breites Spektrum lyrischer Formen. Neben liedhaften, volksnahen Strophen stehen elegische Klagen, epigrammatische Sprüche, epistolare Anreden, gelegentliche Parabel- und Fabelanklänge sowie Gebet- und Bittformen. Häusliche Szenen, Jahreszeiten- und Naturbilder, Traumberichte, Fest- und Gedenkgedichte, Krankheits- und Sterbemotive entfalten jeweils eigene Tonlagen. Dadurch werden die Gedichte zugleich intim und exemplarisch: Sie sprechen aus der Perspektive eines Vaters, greifen aber auf allgemein verständliche Muster des Sagens, Erinnerns und Beschwörens zurück. Die Vielfalt der Formen spiegelt die Schwankungen der Trauer und eröffnet unterschiedliche Zugänge.

Thematisch kreisen die Gedichte um die Grundfragen von Verlust, Liebe, Erinnerung und Hoffnung. Immer wieder kontrastiert Rückert das Schweigen des Todes mit dem Drang, im Wort die Nähe zu bewahren. Häufig steht die Natur als Spiegel der inneren Bewegung: Winter und erstarrte Landschaft stehen für Starre und Entzug, Frühling und Blüte für Regung, Trost und Verwandlung. Leitmotive wie Licht und Dunkel, Schlaf und Erwachen, Haus und Welt, Wasser, Wind und Wetter verbinden Einzelstücke zu größeren Sinnbögen. Der religiöse Horizont bleibt offen und fragend; tröstende Bilder werden erprobt, aber nicht vorschnell behauptet.

Stilistisch verbindet Rückert schlichte, volksliednahe Diktion mit hoher Kunst der Form. Regelmäßige Strophen, klangvolle Reime, Anaphern und refrainartige Wiederholungen geben Halt, während direkte Anrede, rhetorische Fragen und Binnenkontraste seelische Erregung hörbar machen. Die Bildwelt reicht von Rosen, Lilien und Sternen bis zu Alltagsgegenständen des Hauses; so begegnen sich Intimität und Weite. Charakteristisch ist das tastende Fortschreiben: Motive werden variiert, gewendet, neu beleuchtet. Die Sprache sucht dem Unaussprechlichen nahzukommen, ohne es zu überformen, und gewinnt gerade aus der Beschränkung eine eindringliche, nachhaltige Wirkung.

Die Anordnung der Gedichte folgt erkennbaren thematischen Feldern: Szenen der Krankheit und des Abschieds, häusliche und jahreszeitliche Bilder, Natur- und Blumengedichte, Briefform und Gedenkstücke, spätere Rückblicke. Weil Rückert selbst keine autorisierte Buchfassung veröffentlicht hat, nähert sich die Gliederung dem inneren Verlauf der Texte, ohne biografische Chronologie zu behaupten. Wiederkehrende Motivreihen erlauben Querbezüge: vom Krankenzimmer in die winterliche Stille, weiter zu Frühlingszeichen und zu leisen Versuchen der Versöhnung. So entsteht ein Lesepfad, der das Nebeneinander von Erschütterung, Erinnerung und langsamer Verwandlung nachvollziehbar macht.

Die anhaltende Bedeutung der Kindertodtenlieder liegt in ihrer unvergleichlichen Verdichtung elterlicher Trauer und in ihrer sprachlichen Formkraft. Sie haben das kulturelle Sprechen über Verlust geprägt und wirken bis in Musik und Literaturgeschichte hinein; ein kleiner Teil wurde später von Gustav Mahler vertont und einem breiten Publikum bekannt. Zugleich bleibt die Dichtung ein Maßstab für taktvoll reflektierte Klage: persönlich, aber nicht privatistisch; anspruchsvoll, doch zugänglich. Für die Forschung bieten die Gedichte reiche Zugänge zu Themen wie Trauerarbeit, Erinnerungskultur, Symbolik der Natur und poetische Ethik des Trostes.

Diese Ausgabe lädt dazu ein, die Gedichte sowohl in ruhigen Einzelbegegnungen als auch in zusammenhängenden Lesegängen zu erschließen. Wer langsam liest, hört, wie Stimmen, Bilder und Motive einander antworten. Die historische Sprachgestalt gehört zur Wirkung; gelegentliche Archaismen tragen den Ton der Zeit. Titel und Gruppierungen dienen der Orientierung, ohne Interpretationen vorwegzunehmen. So entsteht Raum für eigene Resonanzen, für leises Mitsprechen und für die Erfahrung, dass Sprache Leid nicht aufhebt, aber trägt. In diesem Sinne versteht sich die Sammlung als behutsame Öffnung eines Werkraums, der Trost als Bewegung, nicht als Resultat, begreift.

Historischer Kontext

Inhaltsverzeichnis

Friedrich Rückerts Sammlung Kindertodtenlieder entstand aus einer biografischen Katastrophe: Im Dezember 1833 und Januar 1834 starben ihm in Neuses bei Coburg zwei Kinder, Luise und Ernst, wohl an Scharlach. Innerhalb weniger Monate verfasste der 1788 in Schweinfurt geborene Gelehrte über vierhundert Gedichte, die er nicht zur Veröffentlichung bestimmt hatte. Die später in Bücher gegliederten Folgen bilden eine seelische Chronologie zwischen Erstarrung und vorsichtigem Trost. Sie verbinden häusliche Szenen, jahreszeitliche Bilder und religiös-philosophische Reflexionen zu einem dichten Trauerjournal. Damit stehen sie im Zeichen einer bürgerlichen Erinnerungskultur, die das private Leid literarisch fasste, ohne es in Öffentlichkeit auszuhandeln.

Der historische Hintergrund ist von hoher Kindersterblichkeit geprägt. Vor der Einführung moderner Hygiene und Antibiotika forderten Infektionskrankheiten wie Scharlach, Diphtherie oder Keuchhusten in den deutschen Staaten der 1830er Jahre zahllose Opfer. Die Kindheitskultur des Biedermeier legte Wert auf Hausandacht, Pflege und Ritual: Sterbebett, Totenkleid, Leichenzug und Glockengeläut strukturierten den Abschied. Zahlreiche Gedichte greifen genau diese Realität auf, von der Wahl des Totenkleidchens bis zur schlichten Kirchhofsszene. Rückert protokolliert medizinische Ohnmacht, seelische Erschütterung und soziale Konvention. Er entwirft so ein dokumentarisches Panorama privater Trauer, das zugleich allgemeine Erfahrungen einer vulnerablen, kinderreichen Gesellschaft abbildet.

Literarisch gehören die Gedichte zur bürgerlichen Innerlichkeitskultur zwischen Restauration und Vormärz. Nach den politischen Aufwallungen des frühen 19. Jahrhunderts, an denen Rückert mit patriotischen Sonetten teilgenommen hatte, verlagerte sich sein Akzent auf das Häusliche. Censur und die diskrete Öffentlichkeit des Salons begünstigten die Pflege des leisen Tons. Die Kindertodtenlieder nutzen diese Sphäre als geschützten Resonanzraum. Sie sprechen die väterliche Rolle im Haus an, reflektieren Rollenbilder von Mutter und Vater und stellen die Familie als moralische Einheit dar. Damit entsprechen sie dem Biedermeier-Ideal der Tugend im Kleinen, ohne die Wucht des Verlusts zu verharmlosen.

Formell schließen die Texte an das Volkslied und die geistliche Liedtradition an, die seit Herders Sammlungen und den Kompositionen Schuberts und Schumanns als Inbegriff des schlichten Ausdrucks galten. Trochäische oder jambische Takte, Strophenlieder, Refrains und Parallelismen erleichtern Memorieren und Hausvortrag. Wiederkehrende Naturmetaphorik – Rosen, Lilien, Frühling, Winter, Mondlicht – knüpft an einen kollektiven Symbolhaushalt an. Zugleich erscheinen konkrete Gegenstände des Alltags: Bettchen, Spielsachen, Gartenwege. Aus dieser Verbindung entsteht eine poetische Dokumentation des Trauerhaushalts, die die intime Szene exemplarisch macht und über Einzelschicksal und Datum hinaus eine überzeitliche Lesbarkeit und tröstliche Wiedererkennbarkeit herstellt.

Rückerts Sprachwelt speist sich zugleich aus seiner orientalistischen Gelehrsamkeit. Als Professor in Erlangen und produktiver Übersetzer persischer, arabischer und indischer Dichtung – man denke an Östliche Rosen – verfügte er über reiches Bildinventar von Garten, Nachtigall, Schleier und Duft. Diese Bildfelder verschmelzen mit christlicher Frömmigkeit und aufklärerischer Vernunftskepsis. So entstehen Trostbewegungen, die zwischen mystischer Einbettung und nüchterner Selbstbeobachtung oszillieren. Anglophone Einflüsse des romantischen Naturempfindens – angedeutet etwa im Motiv des immergrünen Holly-Tree – treten hinzu. Die Sammlung bündelt somit transkulturelle Resonanzen, ohne den konkreten Schmerz eines fränkischen Elternhauses zu relativieren.

Die Orte und Akteure der Entstehung sind klar umrissen. Rückert lebte mit seiner Frau Luise Wiethaus-Fischer und den Kindern im Haus in Neuses bei Coburg, pendelte dienstlich nach Erlangen und korrespondierte mit Freunden aus dem gelehrten Milieu. Im Kalender des Familienlebens markieren kirchliche Feste wie Weihnachten und Neujahr, aber auch Schulbeginn oder Winterkälte, die Stationen des Trauerns. Der Text spricht den Vater, die Mutter, ja das Hauspersonal an und zeigt das Trauerritual als Gemeinschaftspraxis. So wird das Private zum Kristallisationspunkt eines breiteren bürgerlichen Selbstverständnisses im nördlichen Bayern der 1830er Jahre.

Zu Lebzeiten blieb der Zyklus ungedruckt; erst in den frühen 1870er Jahren gaben Familie und Herausgeber ihn aus dem Nachlass frei. Die Reichsgründung von 1871, der Krieg gegen Frankreich und neue Verluste schufen ein Publikum, das für eine kultivierte Sprache der Trauer empfänglich war. Zeitgenössische Leserinnen und Leser priesen die Reinheit der Diktion und die Wahrhaftigkeit des Leidens, einige warnten vor sentimentaler Überhitzung. In Schul- und Hausanthologien fanden ausgewählte Stücke früh Verbreitung. Der Band traf damit eine Schnittstelle von privater Frömmigkeit, nationalem Selbstgefühl und bürgerlicher Etikette, die Beileid und Schweigen austarierte.

Prägend für die Nachgeschichte wurde Gustav Mahlers Vertonung einer Auswahl der Gedichte, komponiert 1901 bis 1904 und 1905 in Wien uraufgeführt, die die Sammlung in den Kanon der Moderne trug. Die Debatten um ästhetisierte Trauer und um die Zumutbarkeit solcher Musik an Trauernde spiegeln sich seither auch in der Lektüre Rückerts. Mit der Seltenheit früher Kindstode im 20. Jahrhundert verschob sich der Erfahrungsrahmen, doch die Texte blieben als Protokoll eines konkreten Vaterblicks wirksam. Die heute überlieferten Bücher mit ihren Themenfeldern – Krankheit, Haus, Natur, Kalender – sichern der Sammlung historische Verortung und dauernde Gegenwartsnähe.

Synopsis (Auswahl)

Inhaltsverzeichnis

Unmittelbarer Verlust und Aufschrei (u. a. Der Liebe Leben ist schnell vollbracht; Du bist ein Schatten am Tage; Sie haben das Herz aus der Brust mir genommen; Das ist meine Klage)

Diese Gedichte setzen mit dem ersten Schock ein: der Sprechende ringt mit Unglauben, Leere und dem abrupten Verstummen des vertrauten Du. Der Ton ist aufgerissen, anrufend und kreist um die unfaßbare Abwesenheit im nun stummen Haus.

Die Grundkonstellation ist das direkte Anreden des verlorenen Kindes, als könne Sprache es zurückholen. Wiederkehrende Bilder sind Herz, Atem, Zimmer und das ausgelöschte Licht.

Krankheitszimmer, Ärzte und Ohnmacht (u. a. Ärzte wissen nach den Regeln; Statt des Arztes stehn zwei Aerzte; Daß im Krankenzimmer; Selber der Gesundheit Fülle; Gestern hatt' ich in Gottes Hand)

Der Blick richtet sich auf Anamnese, Heilversuche und die Unzulänglichkeit der Kunst am Bett des Kindes. Die Gedichte verknüpfen sachliche Beobachtung mit ohnmächtigem Protest gegen das Unabwendbare.

Der Ton schwankt zwischen nüchterner Bestandsaufnahme und anklagender Klage. Medizinische Termini werden zu Requisiten einer tragischen Szene, deren Ausgang sich früh abzeichnet.

Begräbnis, Glocken und Kirchhof (u. a. Man läutet wieder einem Kind zum Grabe; Was soll das Glockenläuten; Auf dem Kirchhof; Geh! du kannst ja doch nicht bleiben)

Hier wechseln Gang, Ritual und Klang der Glocken zu leitenden Motiven. Das Gehen hinter dem Sarg, die Erde und der Kirchhof rahmen das individuelle Leid durch gesellschaftlich eingeübte Formen.

Der Ton ist feierlich und widerspenstig zugleich: das Ritual bietet Halt und bedrängt. Die Verse prüfen die Frage, ob Formen trösten oder nur den Verlust markieren.

Haus, Bettchen und verwaister Alltag (u. a. Seh' ich eure Bettchen; Das Haus ist leer; Nun muß ich Alles machen; Uebertags kann ich den Kummer)

Der Alltag nach dem Begräbnis wird zur Bühne der Erinnerung: Bettchen, Stühle und Wege bewahren Gesten und Stimmen. Hausarbeit, Wege und kleine Handgriffe zeigen die Lücke genauer als große Worte.

Der Ton ist leise, detailnah und beharrlich. Das Haus als Schauplatz macht aus Trauer eine Folge von Wiederbegegnungen mit dem Abwesenden.

Mutter, Elternschaft und Gespräch der Liebenden (u. a. Die Mutter wählt das Todtenkleidchen; Die Mutter spricht; Der Vater an die Mutter; Ich war der Mann, dein Vater, du mein Kind)

Die Gedichte lassen Mutter und Vater in ihrer je eigenen Trauer sprechen und einander tragen. Ehegespräch und Elternrollen werden zu Orten, an denen Schmerz geteilt, gebrochen oder verfehlt wird.

Der Ton ist intim und tastend, mit Blick auf Fürsorge und Ohnmacht. Der Fokus liegt auf der Spannung zwischen gemeinsamer Erinnerung und individuellem Trauerweg.

Träume, Visionen und Gesichte (u. a. Meine Gute kam zu mir im Traume; Es war kein Traum; Dich seh' ich in des Zimmers Raum gemalt; Als Gestalten hab' ich euch besessen)

Zwischen Schlaf und Wachen erscheinen die Kinder als Bild, Stimme oder Spur. Die Visionen sind tröstlich und schmerzlich zugleich, weil sie Nähe versprechen und das Erwachen sie entzieht.

Der Ton ist schwebend, oft in weichen, kreisenden Bewegungen geführt. Die Gedichte erforschen, wie Erinnerung sich in Traumlogik verwandelt.

Blumen, Garten und Pflanzen-Symbolik (u. a. Lilien und Rosen standen; Maienglöckchen; Primula Veris; Hyacinthe, deren Glocken; Ein Rosenbaum vorm Hause stand; Mit frischen Blumen täglich will ich zieren)

Blumen werden zu Stellvertretern der Kinder: Knospe, Blüte und Verblühen spiegeln Werden und Vergehen. Der Garten ist Andachtsraum und Werkstatt des Gedenkens.

Der Ton ist zart, bildreich und emblematisch. Farbnamen, Düfte und Wachstumsphasen strukturieren die Meditation über Verlust und Bewahrung.

Jahreszeiten und Wetter als Stimmungsträger (u. a. Winter, der du jetzt im Norden; Ein Winter wars und keiner; Morgenlicht; O goldnes Morgenroth; Nun will die Sonne so hell aufgehn; In diesem Wetter, in diesem Braus)

Der Zyklus liest im Kalender der Natur: Schnee, Tau, Morgenrot und Stürme codieren innere Wetterlagen. Wechsel von Kälte zu Tau und Licht skizzieren Takt und Rückschläge der Trauerarbeit.

Der Ton variiert zwischen herb und aufhellend. Wetterworte werden zu seismographischen Markern emotionaler Bewegung.

Wald, Flur und Wegmotive (u. a. Ich geh' in Hain und Flur; Komm in den Wald, wenn du willst bei uns seyn; Tief im Waldesgrund; Geh nur immer grade)

Die Naturwege bieten Rückzug und Prüfung: Gehen ordnet den Atem, ohne den Schmerz zu heilen. Wald und Flur sind Resonanzräume für Selbstgespräch und Zwiesprache mit den Toten.

Der Ton ist ruhig, schreitend und kontemplativ. Wegbilder öffnen die Frage nach Richtung und Fortgang.

Kindheit, Spiel und kleine Dinge (u. a. Von den Spielsachen; Komm, o lieblicher Bruder; Hier lieg' in der Truhe; Weil ihr wart die Kleinsten; Die Kinder, die nettesten)

Spielzeug, Kistchen und kleine Handarbeiten rufen Alltagsszenen der Kinder auf. Das Kleine trägt das Schwere: die zierlichen Dinge werden zu schwersten Gewichten der Erinnerung.

Der Ton ist liebevoll-ironisch bis wehmütig. Der Fokus liegt auf der Kostbarkeit des Nebensächlichen.

Feste, Kalender und Jahrestage (u. a. Weihnachten frisch und gesund; O Weihnachtsbaum; Es hat dir die Weihnachtszeit; Da sind die Neujahrsgratulanten; Heut ist voll das fünfte Jahr; Als sich der Tod meiner Kinder bejährte; Der Kinder Geburtstagswunsch an ihre Mutter)

Feiertage, Jahreswechsel und Geburtstage konfrontieren mit der Lücke im Ritual. Der Kalender wird zur Mahnung wie zur möglichen Quelle des Trostes.

Der Ton schwankt zwischen Anklang an Festfreude und ihrem Nachhall im Schmerz. Der thematische Fokus liegt auf Erinnerungspflege durch wiederkehrende Tage.

Religiöse Bilder, Engel und Trost im Jenseits (u. a. Engel umschweben uns; Schöner ist es wol im Himmel; Unter des Himmels Blau; Wenn ich betet' über meinem Kinde; Du wandelst ober der Sonne)

Engel, Himmel und Gebet bieten Deutungsangebote, ohne das Diesseits zu verleugnen. Jenseitsbilder rahmen das Verlorene als aufgehoben und zugleich fern.

Der Ton ist andächtig und fragend. Die Gedichte balancieren Trosthoffnung mit dem Wissen um die Unstillbarkeit des Verlusts.

Philosophische und existenzielle Erwägungen (u. a. Was ist sterben? was ist todt seyn?; Gestorben seyn, muß eine Wonne seyn; Menschentod und Menschenleben; Das Glück gibt um zu nehmen; Sonst vom Sterben konnt' ich plaudern)

Der Sprecher prüft Begriffe, Paradoxien und Grenzfragen von Leben und Tod. Denken wird zur zweiten Bewegung der Trauer, die Gründe sucht und Grenzen anerkennt.

Der Ton ist reflektiert, manchmal aphoristisch. Die Argumente kreisen um Maß, Sinn und das Verhältnis von Glück und Verlust.

Gesellschaft, Freunde und unerbetener Trost (u. a. Wir verbitten uns Beileidsbezeugungen; Sie wollen unter anderm Trost; Mir zum Troste wollt' ich sprechen; Nur wer gelebt in einer Volksgemeine; Meine Freunde, Herzverwandte)

Die Lieder verhandeln das Umfeld: Anteilnahme, Floskeln und das Verstummen der anderen. Freunde, Nachbarn und Sitte erscheinen als Hilfe, Störung oder Spiegel.

Der Ton ist prüfend bis scharf. Im Zentrum steht die Frage, was Mitgefühl vermag und wo es versagt.

Zorn, Anklage und Widerrede gegen Konvention (u. a. Und soll ich nicht der Sitte fluchen; Abzuschaffen geschärfte Todesarten; Die Vernunft, wie sträubig; Unglückselige Wohnung; Selbst den Tod wollt' ich belügen)

Hier wird der Schmerz zur Anklage gegen Brauch, Vernunftsprache und grausame Normalität. Der Sprecher widerspricht, polemisiert und bricht Rituale auf.

Der Ton ist vehement, zugespitzt und widerständig. Thematisch richtet sich der Blick auf gesellschaftliche und sprachliche Härten.

Formspiele, Paare und Refrains (u. a. Dreizeilen-Hundert; In Gesichten und Gedichten / In mildem lauem Klima; Als ich sah die Wolken weinen / Sollt' ich die Wolk' anflehen; Wenn zur Thür herein / Wenn dein Mütterlein; Ach, von dort; Mein Engelchen, mein Engelchen)

Wiederholungen, Zwillingsstücke und Refrains variieren einen Kernimpuls und nähren die Erinnerung. Formale Strenge und spielerische Koppelungen strukturieren das Schwanken der Gefühle.

Der Ton ist kreisend und kompositorisch bewusst. Die Variation macht den Zyklus als Ganzes erfahrbar und verhindert das Versanden einzelner Klagen.

Bilder, Locken, Gewand und Hausgerät als Erinnerungsstücke (u. a. Euer Locken; Die Mutter wählt das Todtenkleidchen; O Bild von meinem Knaben; Mein Töchterlein, von dir gemalt; Es war in meinem Hause)

Gegenstände halten Nähe fest: Haarlocke, Kleid, Bild und alltägliche Dinge werden zu Reliquien. An ihnen entzündet sich erzählende Erinnerung.

Der Ton ist hingewandt und ziseliert. Der Fokus liegt auf Berührung, Anschauen und der Frage, wie Materie das Lebendige birgt.

Stimmen des Dichters: Arbeit am Wort und Selbstfürsorge (u. a. Sprechen muß ich immerdar; Pflegte stets die Poesie; Musen, meine Freundinnen; Viel hab' ich, was gelernt, vergessen; Das sei mein Trost allein)

Dichten erscheint als Notwendigkeit und Mittel, den Schmerz zu formen. Die Texte reflektieren ihr eigenes Werden zwischen Zwang und Trost.

Der Ton ist selbstbeobachtend und nüchtern-zugewandt. Thematisch geht es um die Rolle der Sprache im Ertragen des Untragbaren.

Übergang, Zeit und Aussicht aufs Wiedersehen (u. a. Ein Jahr ist nun geschwunden; Gute Nacht und guten Morgen; Wiedersehn; Tausch; Entgegen geh' ich nun den trüben Tagen)

Zeitmarken und kleine Vorwärtsbewegungen bilden eine leise Dramaturgie. Abschiede im Kleinen bereiten das große Hoffen vor.

Der Ton wird ruhiger, ohne zu beschönigen. Der Fokus liegt auf Rhythmus, Wiederkehr und der Möglichkeit eines späteren Zusammentreffens.

Außenwelt, Heer und Weltlärm (u. a. Im Gedränge des Heeres; Wie die Leute; Nur wer gelebt in einer Volksgemeine)

Manchmal dringt die laute Welt herein: Heerbilder, Straßen, Gewimmel kontrastieren die stille Innenwelt. Das Außen wird zum Prüfstein, ob der Schmerz anschlussfähig bleibt.

Der Ton ist distanziert bis kritisch. Thematisch wird die Verschiebung von privatem Leid in eine lärmende Öffentlichkeit befragt.

Weg der Naturbilder: von Winterstarre zu Frühlingshoffnung (u. a. Das Veilchen ist aufgeblüht; Die Rosen sind verblüht; Der Mai macht alles grün; O du traurig winternde Thräne; Morgenlicht)

Ein innerer Bogen spiegelt sich im Naturjahr: Kälte, Erstarrung, Tau, Blüte. Hoffnung bleibt fragil und wird stets neu erarbeitet.

Der Ton moduliert von herb zu milder. Thematisch wird die Möglichkeit des Tragens durch Rhythmus statt Lösung erkundet.

Motiv- und Stilbögen des Zyklus (gesamt)

Wiederkehrende Motive sind Haus und Bett, Blume und Wetter, Engel und Weg; stilistisch wechseln Aufschrei, Litanei und leise Bildrede. Die vielen Anreden an das Du halten Beziehung aktiv und verhindern museale Erstarrung.

Entwicklung zeigt sich weniger als Heilung denn als Verwandlung der Redeformen: vom eruptiven Ruf zur bildgebundenen, geduldigen Erinnerung. So entsteht ein Kosmos der Trauer, der Räume, Zeiten und Dinge miteinander verschaltet.

Kindertodtenlieder

Hauptinhaltsverzeichnis
Der Liebe Leben ist schnell vollbracht
Erwach, o Licht des Gesanges
In meine häuslichen Lieder
Meine Klagen sollen lieblich wallen
Was an dir des Tods Unbilden
Hab' ich jetzt erst eingesehn
So kurz war euer Beider Leben
Ich fürcht', es war Entweihung
Im Verluste zu gewinnen
Manches ist mir doch beschieden
Musen, meine Freundinnen
Holly-Tree
Immer that ich ihren Willen
Pflegte stets die Poesie
In Gesichten und Gedichten / In mildem lauem Klima
Von Freuden floß um mich vorzeiten
Ein leichenbalsamirender
Du bist ein Schatten am Tage
Wenn ihr solltet gehn einmal
Sie haben ganz, o Kind, um das wir trauern
Du warest klein, und kleine Blumen schling' ich
Wie du mir von lustdurchpochter
Ihr habet nicht umsonst gelebt
Welch plumper Fuß
Nicht wußt' ich was mir fehlte
Trauriger Ahnung Gedanken
Ich hatte mir zwei Pforten
Ach daß ohne Wehen
Ihr fünf Rosendorne
Als mein Seelchen schied
Die kein Weh gethan auf Erden
Ärzte wissen nach den Regeln
Nicht allein zu Schmerzerbeutung
In meinen Blumengarten ist
Es bringt die Magd die Todeskunde
Mein Engelchen, mein Engelchen
Sie haben nun ihre Possen
Da sind die Neujahrsgratulanten
Der grelle Schrei der rohen Lust
Und soll ich nicht der Sitte fluchen
Gestorben seyn, muß eine Wonne seyn
Ich habe so mit Rosen
Was hilft der Sonnschein dann
Wenn du an das Knie dich setztest
Ich hatte dich lieb, mein Töchterlein
Wo sonst ich im Frühlingswind
Nun, mein Köpfchen flachsen
Als Knabe war mein größtes Wohlbehagen
Von den Brüdern jedem war ein
Diese Weise klang mir
Nicht ein Rosenknöpfchen
Seufzer, die ihr wehet
Freilich klag' ich nicht um dich
Meine Gute kam zu mir im Traume
O Knospe roth im Morgenlicht
Wenn zur Thür herein / Wenn dein Mütterlein
Sie haben dir die Augen
Reizender als alle Sprachen
Du gingest nicht, du flogest
Weihnachten frisch und gesund
Gar zu schnakisch, gar zu schnakisch
Sie haben das Herz aus der Brust mir genommen
Ich konnte recht im Ernste fragen
Als ich aus dem Fenster schaute
Die Mutter wählt das Todtenkleidchen
O ihr Sternenaugen
Daß ich trinken soll und essen
Ich wollte mir erziehn eine Spinnemädchen
Nun seh' ich wohl, warum so dunkle Flammen
Ich sprach zu meinem Mädchen
Ein fleißiges Hausmütterchen
Ich war der Mann, dein Vater, du mein Kind
Niemals anders sah ich dich erwachen
Ich hab' in läss'gen Ohren
Uns ist ein halberwachs'nes Kind
Die du den Lebensherbst
Wie tröstlich ist die Nacht, die uns umschwimmt
Heiße Thräne selbst zu weinen
Du hast gewacht und gesprungen
Mein Engelchen, mein Engelchen
Von fünf Brüdern, o beneidenswerthe
Daß man aufs zuversichtigste
Schlimmer als ein Kranker seyn
Schmeichelndste der Lügnerinnen
Selbst den Tod wollt' ich belügen
Nun ist das Licht im Steigen
Laßt mich zagen, laßt mich zagen
Und soll der liebe Knabe
Die Vernunft, wie sträubig
Unglückselige Wohnung
Abzuschaffen geschärfte Todesarten
Wär' ich minder eingescheucht
Wie den Anschein es gewann
Daß im Krankenzimmer
Mild beschwichtendes Element
Du hast uns überlebt die Nacht
Dieser Schlummer wird werden zum scheidenden
Selber der Gesundheit Fülle
Statt des Arztes stehn zwei Aerzte
Gestern hatt' ich in Gottes Hand
Es hat dir die Weihnachtszeit
Ach daß dich noch mit fester
Ach von meinem lieben Schwärmchen
Nie von Zeichendeutelein
Heut ist voll das fünfte Jahr
Du heißest Ernst, und Spielen war dein Ziel
Der Himmel weiß es einzurichten
Man läutet wieder einem Kind zum Grabe
Geh! du kannst ja doch nicht bleiben
An des schönsten Bildes Platze
Im Gedränge des Heeres
Sag', wo nun entbunden
Was soll das Glockenläuten
Nur wer gelebt in einer Volksgemeine
Wie der Stahl der glühende zischt
Nun laß den Handel uns beendigen
Als ich vor'gen Herbst mit euern
Du warst an Scherzen reich
Wo zu hören oder lesen
Es war in meinem Hause
Ich möchte wissen, was mich freute
Dies Haus, in welchem ich das tiefste Leid erfuhr
Mit dem Himmel zanken
Als von den vier Todeskranken
Ists besser, nicht besessen haben
Du sprichst, o Freund: O Freund, laß dich belehren
Mein Herz dem Leid ergab ich
Liebe Kinder sandt' ich zwei zu Grabe
In guten Tagen
Sonst pflegen die Menschen Mitleid zu tragen
Wenn sie traurig mir aussehn
Was ihr rathet vom Zerstreuen
Sei in deinem Trauerfall
Wir verbitten uns Beileidsbezeugungen
Wie dauert mich der Freund, sooft ich ihm begegne
Warum tobst du, Sturm
Wie übel ists auf dieser Welt
Ich kenn' einen alten tauben Mann
Sie wollen unter anderm Trost
Mir zum Troste wollt' ich sprechen
Sprechen muß ich immerdar
Ach, mit euerm frohen Lachen
Das sei mein Trost allein
Alle Wässerlein fließen
Der Mond sieht in die Kammer
Wenn mir ihre beiden Namen
Geht, Kinder, nicht ans Wasser 'nan
Das ist meine Klage
Meine Freunde, Herzverwandte
Uebertags kann ich den Kummer
Glücklich, wer die halbe Nacht
Nun muß ich Alles machen
Thränen fließen reichlich
Ein Bettler steht vor der Thür
Rathet mir nicht zum Vergnügen
Was ist sterben? was ist todt seyn?
Daß es Täuschung ist, weiß ich
Krank erst Kind um Kind
Untergeht die Sonn' am Abend
Hat von allen Lächeln
Ach, von dort
Ach, von dort
Sagt mir nur und laßt mich fühlen
Wenn du gealtert dir die Jugend wieder
Die Zeit ist aufgeregt
Ich schäme mich fast, es zu gestehn
Über alle Gräber wächst zuletzt das Gras
Meine Rolle, denk' ich, ist nun ausgespielt
Alles Klagen frommt nicht
O Weihnachtsbaum
Unglaublich, wie erträgt ein Herz
Es ist zu schwer, was ich erlitt
Inseparables
Hoffte, daß du solltest bei mir bleiben
Was ich noch irgend verlier' an Habe
Der Mond hat abgenommen
Zur heiteren Stunde fehlet ihr
Die Rosen sind verblüht
O du traurig winternde Thräne
Soll ich denn in diesen
Ich habe Gott gebeten
Daß ich also die ganze Nacht
Ich wollte, daß ich schliefe
Die Mutter spricht
Hast mit halbem Scherz gefragt
Wer mir von euch Beiden
Ich sprach, wann Kind um Kind gelegt
Wie's der armen Henne
O wie ich nun so einsam bin
Wie du sonst dein kleines Leid
Es brannt' in meiner Kammer
Wenn auch ein Wind des Unglücks weht
Der Wärterin
Ich danke Gott, daß diese Plage
Nie noch war ein Januar
Das Haus ist leer
Winter, der du jetzt im Norden
Ein Winter wars und keiner
Ich gieng mit gesenktem Haubte
Nun hast du's arg genug gemacht
Das Veilchen ist aufgeblüht
Als ich sah die Wolken weinen / Sollt' ich die Wolk' anflehen
Hebt mir von des Himmels Ecken
Wenn ihr redlich es meinet
Wo ihr, Sommerlüfte
Laß mich nur entschlafen
Morgenlicht
Hebet, Wolkendecken
Wenn die Sonne lustanregend scheinet
Als ich glücklich war
Die Schwalb' ist angekommen
Wie wir zu dir uns neigten herab
Ein Rosenbaum vorm Hause stand
Nicht genug, daß ich mich grämen
Ich wollt' eine Knospe pflücken / Meine Knaben brachen Blüten
Der Frühling spricht:
Unruhig ist's in der Natur
Thau, o Mai, und jede
Eine Lerch' in der Luft
Was blickest du beklommen
Wie die Leute
Vor deinen Augen hänget
Schöner ist es wol im Himmel
Komm in den Wald, wenn du willst bei uns seyn
Tief im Waldesgrund
Es kommt der lieblichste der Lenze
Lilien und Rosen standen
Maienglöckchen
Wie lieblich ist der Sonne Schein
Niemand soll mich weinen sehn
Es kommt der Regen des Frühlings
O goldnes Morgenroth
O wie matt
Wo die Blumen so still leben
Primula Veris.
Hyacinthe, deren Glocken
Dreizeilen-Hundert
Ich hab' es allen Büschen gesagt
Liebesblüte der Natur
Das erste Frühlingsblatt
Wenn das Tausendgüldenkraut
Jede Blume
Der Mai macht alles grün
Von Gebirg umschlossen
In des Waldes heil'gem Schweigen
Was fang' ich an mit Frühlings-Anfang
Wo Spiel des Abendwindes bewegt die Blütenrispe
Morgens bei der Sichel Klang
Trost für Winterfrost
Sonne, gehst du nieder
Nie auf dem schmalen Wege
Nicht von kunstbehaunen
Ich geh' in Hain und Flur
Lasset uns streuen Rosen und Lilien
Laßt im Grünen mich liegen
O Bildnerin, Natur, von keinen Schranken
Wer gewohnt ist wie ich zu thun
Wo Pflanzen stehn zu dicht
Ein Knöspchen unentfaltet
An der Thüre Pfosten waren
Ihr zwei unglücksel'ge Folianten
Der Kanarienvogel büßt
Als das Kraut ward für den Winter
Die Kinder, die nettesten
Etwas sind sie wol für sich
Großvater ist gegangen
Ich hab' ein Mährchen gehört einmal
Von den Spielsachen
Komm, o lieblicher Bruder
Es kam zu unserm Garten
Weil ich sie dir leider
Hier lieg' in der Truhe
Weil ihr wart die Kleinsten
Hier im dunkeln Stübchen
Könnte Trost mir etwas geben
Die Gestalten meiner Lieben
Du bist allein gekommen
Ich war gewohnt, euch etwas mitzubringen
Funfzig Fabeln für Kinder
Es ist kein Fleckchen
An Freund Barth
O Bild von meinem Knaben
Als der Freund die Kinder wollte
Wenn ich blick' ins stille Licht
Der Vater an die Mutter
Sonst wann ich dich, mein Kindchen
Der Freund hat Recht: Kein dunkler Schleier
Das sind unsre irdischen
Wie sie rannten und liefen mit Macht, mit Macht
Es war eine Thür, kein Schlüssel dran
Mit soviel ich einst zu deinen Thoren
Sonst wann ich gegangen
Ich trug aus frühsten Jährchen
Mein Mädchen und mein Bübchen
Soviel Gutes ist nicht eingetroffen
Was kann mich denn verhindern
Jedes meiner Kinder ist
Du hattest ein viel zu großes Glück
Freuet euch, ihr lebenden
Klagen muß ich, daß ich klage
Und so sind die zwei der Meinen
Habt ihr, liebe Knaben
Oft denk' ich, sie sind nur ausgegangen
Dich raubte mancher Lebenslust
Süßes Glück, beweint zu werden
Weil ich nicht am Fastnachtdienstag
Ihr nicht seid mir gestorben allein
So weit nun hab' ichs schon gebracht
Im Frühling unsrer Liebe
Seh' ich eure Bettchen
In dem Zimmer, dessen Fenster
Wie schön die Blumen blühn
Ich fand eine Wunderpflanze
Ein Thränchen ist mir geflossen
Leb wohl, geliebtes Leben
Wenn ich, mit Augen und mit Ohren trunken
Mit frischen Blumen täglich will ich zieren
Soll ich nun die Stadt verlassen
Vom Frühlingshimmel ausgegossen
Hab' ich wol vergessen dich
Immer sah ich, und es hüpfte
Sie feyern Freudenfeste
Seh' ich eine schöne Blume
Weil Schönres nicht im Garten blüht als Ros' und Lilie
Es war kein Traum
Still, nur still! die bösen Stunden gehen auch
Dich seh' ich in des Zimmers Raum gemalt
Auch vom Felsen widerhalle
Freundesbrief, zu guter Stunde
Wie die Biene
Als ich einen Monat einst
Es waren meine Kindchen
Nun hat euch Gott verliehen
Glücklich ihr, daß ihr der Welt entronnen
Dich verloren zu haben
Was geschehn, ist nicht zu ändern
Euch ihr beiden
Wenn wie mich dich Kummer labt
In diesem Wetter, in diesem Braus
Mit der Fülle liebevollster lieblichester Namen
O ihr zu früh entzognen
All Ros' auf Rose kam, um dir
Euch preis' ich bei jedem rauhen Wind
Oft ist mir, es müß' ein Wunder geschehn
Engel umschweben uns
Von des Lebens Plage
Ich weiß nicht, ob es mich heute
Wenn der Tag sich neiget
Mir im Herzen ist es wehe
Wenn ich euch so klein und niedlich
Du bist die erste Rose
Du wandelst ober der Sonne
Wie ich den Brief gesiegelt
So bringt ihr mir noch immer eure Rosen
Du kennest selbst die Sage
Wie ich reiflich
Euer Locken
Mir ist ein Licht erschienen
Du warest mein Gast in der guten Zeit
Hätt' ich um Gold und Edelstein
Das Mutterherz zu trösten
Wie Jakob da man Josefs Kleid
Ach, nur eines möcht' ich wissen
Alles Irdische muß haben
Zu verschwinden, zu verschweben
Du glaubtest längst dich vorbereitet
Hat's doch schwer genug zu tragen
Nur ein wenig hätt' ich gern
Der mütterlichen Großmutter
Wenn du stets beim Blühenden
Nun will die Sonne so hell aufgehn
Wo sind Schranken
Sei nur ohne Sorgen
Machest nur das Herz dir schwer
Der Speer, der meine Wunde schlug
Sonst vom Sterben konnt' ich plaudern
Wenn erst das Todte ist unter der Erde
Wer möchte gegen fremde Lust
Das Glück gibt um zu nehmen
Wenn der Gärtner Blumen hegt
Einen einzlen Mann, der wehrlos
Lust aus Leid
Wenn ihr suchet die beglückte
Die Blumen, die erfrieren
Ach, dies leiblich schwache Auge
Ist es doch, alsob ich eben
Du kannst mich auch nicht trösten
Schlafet bei der Blumen
Es ist mir unbegreiflich
Dem Auge schweben Farben vor
Du brauchst nicht deinen Schmerz zu nähren
Glücklich, wer zur Ruh sich legt
Geh nur immer grade
Viel hab' ich, was gelernt, vergessen
Sollt' ich wol mich grämen
Weil ich mich nirgends fürchte zu verlieren
Auf dem Kirchhof
Frühlingsblumen müßten
Etwas brauchest du zu lieben
Der Baum ertrüge selbst nicht die Beschwerden
Wenn dir nicht deine Todten leben
Ob sei eigens mir verhänget
Zu leiden hast du selbst genug
Den erloschnen Freudenstral
Gute Nacht und guten Morgen
Ich dachte, daß du solltest
Ihr waret Schmetterlinge
Du warst mein lieber Engel
Du hast fünf Jahre lang
Menschenkind, noch eh sie trocken
Ich dachte, weil mit Freuden
Ich kann hinauf nicht steigen
Mir das schönste Paar zu rauben
Menschentod und Menschenleben
Wie der Baum der indianischen Feige
Ich habe ja nicht soviele gewollt
Wenn dein Herz Gedanken nachhängt
Aus des Morgens Silberflor
Sprichst du: wo ist Gottes Hand
Wenn ich betet' über meinem Kinde
Sagt mir nichts von Erden Jammerthalen
Am Himmel immer gern
Allen harten Proben
Willst du scheinen, schein', o Mond
Du bist vergangen, eh ich's gedacht
Mein Töchterlein, von dir gemalt
Als sich der Tod meiner Kinder bejährte
Entgegen geh' ich nun den trüben Tagen
Im Sommer war es mir ein Trost, mit Blüten
Eine Rose hat man
Wer von eurem Ruhekissen
Unter des Himmels Blau
Wenn ich euer denke
Meine Guten
Soll ich bringen Veilchen
Als Gestalten hab' ich euch besessen
Ein Jahr ist nun geschwunden
Der Kinder Geburtstagswunsch an ihre Mutter
Wiedersehn
Tausch
An die Kleingebliebenen

Der Liebe Leben ist schnell vollbracht

Inhaltsverzeichnis

Der Liebe Leben ist schnell vollbracht[1q], Es keimet, es reift in einer Nacht; Frühmorgens erwacht, Noch eh du's gedacht, Hüpfts Kindlein frisch Durch Blütengebüsch, Und regt die Glieder Mit Macht, mit Macht. Kommts Abendroth, Ists Kindlein todt, Es legt sich nieder, Ersteht nicht wieder, Ist nimmer erwacht, Gute Nacht, gute Nacht! Dein Lauf ist vollbracht, Dein Grab ist gemacht, Gute Nacht, gute Nacht!

Erwach, o Licht des Gesanges

Inhaltsverzeichnis

Erwach, o Licht des Gesanges[2q], O Licht der Erinnerung! Rings am Himmel ist banges Gewölk der Trauer genung.

Es soll in meinem Herzen Nicht auch noch finster seyn. Dazu in der Nacht hat man Kerzen, Wenn aus ist Sonnenschein.

Den Schein der Sonn' ersetzen, O Kerze, kannst du nicht; Doch kann das Auge sich letzen An keinem anderen Licht.

Ich zag' ums Herz, wie lang es Ist ohne Freudenschwung; Erwach, o Licht des Gesanges, O Licht der Beseligung!

Wach, holden Überschwanges, O Licht der Erinnerung, Bis ich beschwichtigten Dranges Schlaf ein in Dämmerung!

In meine häuslichen Lieder

Inhaltsverzeichnis

In meine häuslichen Lieder[3q], Das Tagebuch meiner Lust, Schrieb ich mit Freuden bewußt Nur Freudengewinnste nieder, Nie schrieb ich einen Verlust In meine häuslichen Lieder.

In meine häuslichen Lieder Schreib' ich nun euern Verlust. So hat sich schließen gemußt Die Rechnung! und wohl nicht wieder Schreib' ich sobald eine Lust In meine häuslichen Lieder.

Meine Klagen sollen lieblich wallen

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Meine Klagen sollen lieblich wallen[4q], Den Kristallen gleich im Frühlingsbache, Die mit Ache hüpfen auf am Strande, Wo vom Rande sich zwei Blumen neigen Und mit Schweigen sich im heiterblauen Spiegel schauen, aber, eingeladen Sich zu baden, scheu zurück sich biegen, Und sich schmiegen, alsob sie sich schämen; Doch mit Grämen trüben ihren hellen Blick die Wellen, die vorüber müßen, Schmerzlich grüßen sie im Weitereilen, Möchten weilen, müßen doch entjagen.

Meine Klagen sollen lieblich wanken, Wie die Ranken sich am Boden dehnen, Auf sich sehnen nach der Lebensflamme, Nach dem Stamme, der zum Himmel steiget, Der sich neiget, wenn ihn rühren linde Frühlingswinde, doch die stolzen Glieder Hebt er wieder, ohne sich der armen Zu erbarmen, die umsonst sich mühen Aufzublühen, jede Luft benützen, Falsche Stützen, die sie nur erheben, Um mit Beben fallen sie zu lassen Auf den nassen Grund, wo sie verzagen.

Meine Klagen sollen lieblich stöhnen Gleich den Tönen holder Nachtigallen, Die vor allen, Rose, dich zu lieben Sind getrieben, und die Blumenschaaren Nicht gewahren, die zu den Gesängen Rings sich drängen, doch nur dir zum Preise Tönt die Weise: Ros' im Brautgemache Wach', erwache! Tritt vom Duft der Träume In die Räume, daß die rauhe Erde Lieblich werde, daß des Todes Bleiche Schamroth weiche, wenn mit Brautgesange Dir die Wange röthet unser Schlagen.

Was an dir des Tods Unbilden

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Was an dir des Tods Unbilden Frevelten, hat mit dem milden Zauberstab gerochen Poesie, die soviel Leben Dir bemüht ist zuzugeben, Als das Schicksal dir hat abgebrochen.

Armer Stab! ihm, der so wichtig Sich geberdend, ist so nichtig, Sei der Stab gebrochen! Frommen dir die Zauberweisen, Die dich in den Himmel preisen, Da der Tod dich hat ins Grab gesprochen?

Doch sie sollen dir nicht frommen, Sondern uns zu Gute kommen, Übers Grab gesprochen; Dir nicht sollen sie dein Leben, Sondern uns zurück es geben, Denn nur uns, nicht dir wards abgebrochen.

Hab' ich jetzt erst eingesehn

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Hab' ich jetzt erst eingesehn, Was mir Schönstes lebte, Seit es mir gestorben ist? Nein, ich wußt' es lange.

Wollt' es nur nicht eingestehn, Weil vor dir ich bebte, Schicksal, das du neidisch bist Allem Überschwange.

Nun das Unglück ist geschehn, Und die Zierd' entschwebte, Nicht mehr deine Hinterlist Fürcht' ich nun, o Schlange.

Und im Liede soll es stehn, Daß ein Schönstes lebte Und mir leben jeder Frist Soll es im Gesange.

So kurz war euer Beider Leben

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So kurz war euer Beider Leben, Von euch ist wenig zu berichten In Staats- und Zeit- und Weltgeschichten; Es muß, euch irgend zu erheben, Der Leichenstein so wie daneben Der Leichenprediger verzichten; Und nur der Liebe könnt ihr geben Stoff zu unendlichen Gedichten.

Ich fürcht', es war Entweihung

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Ich fürcht', es war Entweihung Der stillen Häuslichkeit, Daß ich sie der Beschreiung Liebloser Welt geweiht; In manchem Lied, gedichtet Aus meiner Kinderwelt, Die wie ein Traum vernichtet Jetzt auseinander fällt.

Und recht als wie zum Hohne, Da sie zusammenbrach, Kommt an mit Sündenlohne Der neuste Almanach. Das Honorar, das reiche, Das man dem Vater gab, Reicht, um der liebsten Leiche Zu kaufen grad ein Grab.

Und hab' ich mich versündigt, Daß statt des Herzens Schlag Der Harfe Schlag verkündigt, Was mir am Herzen lag? Nicht hab' ich mich gerühmet, Doch hab' ich mich gefreut, Und mir den Pfad beblümet, Der mir nun Dornen beut.

Die allgemeine Sünde Der Dichtkunst war es nur, Zu decken auf die Gründe Der innersten Natur. Und wie die Lust erklungen Aus meiner Siedelei, Sei nun das Leid gesungen, Und ob es Sünde sei.

Im Verluste zu gewinnen

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Im Verluste zu gewinnen, Ist ein schwieriges Beginnen, Und gelinget andern nie Als der Lieb' und Poesie.

Liebe läßt sich nichts entrinnen[6q], Hat nicht außen, sondern innen; Und das Nichts, sie weiß nicht wie, Macht zum Etwas Poesie.

Nicht dahin ist, was von hinnen, Bleibt im Sinn, nicht in den Sinnen; Fest auf ewig haltens die Beiden, Lieb' und Poesie.

Manches ist mir doch beschieden

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Manches ist mir doch beschieden, Daß ich wohl zufrieden Dürfte sein, so viele Gaben, Die nicht viele haben, Unerschöpflich reiche Flüsse Eigenster Genüsse, Und nicht minder solche Leiden, Die mir würde neiden Wer, wie sie herzlieblich brennen, Könnte recht erkennen, Und wie sanft, wers könnte fühlen, Sie sich selber kühlen; Wie der Speer die Wunde heilet, Die er hat ertheilet, Wie die Aerzt' aus Bitterkeiten Arzeneyn bereiten, Und zur süßen Kost der Bienen Gräberblumen dienen.

Musen, meine Freundinnen

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