Kinderwunsch mit Happy End? - Luisa Seider - E-Book

Kinderwunsch mit Happy End? E-Book

Luisa Seider

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Beschreibung

„Habt ihr Kinder?“ Eine ganz natürliche Frage, die jedoch viele Emotionen aufwirbelt, wenn sich Monat für Monat keine Schwangerschaft einstellt und die Sehnsucht nach einem eigenen Kind groß ist. Schmerzhafte Leere. Enttäuschte Hoffnung. Zerplatzte Träume. Die 22 wahren Kinderwunschgeschichten in diesem Buch erzählen offen von den vielfältigen Herausforderungen, unbeantworteten Fragen, starken Gefühlen und dem tiefen Schmerz auf der Reise durch die Kinderwunschzeit. Aber vor allem auch von den kostbaren Juwelen, die gerade in diesen dunklen Zeiten und tiefen Tälern geborgen werden können. Alle diese einzigartigen Geschichten zeigen auf, wie Gott ganz individuell führt, liebevoll begleitet, seine Liebe spürbar zeigt und in jede Lebensphase Sinn und Erfüllung bringen kann. Nahe am Vaterherzen Gottes kann jede Kinderwunschgeschichte ein Happy End erleben – ob mit krönendem Babywunder oder siegreichem Herzenswunder!

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Seitenzahl: 382

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Luisa Seiderund Deborah Habicht

Kinderwunsch mit Happy End?

Von Babywundern und Herzenswundern

GloryWorld-Medien

 

 

 

 

 

 

 

1. Auflage 2023

© 2023 Luisa Seider und Deborah Habicht-Aeschbach

© 2023 GloryWorld-Medien, Xanten, Germany, www.gloryworld.de

Alle Rechte vorbehalten

Bibelzitate stammen, falls nicht anders gekennzeichnet, aus: Neues Leben. Die Bibel © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2017 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH. Weitere Bibelübersetzungen:

ELB: Elberfelder Bibel, Revidierte Fassung von 2006GNB: Gute Nachricht Bibel, 2000LUT: Lutherbibel, Revidierte Fassung von 2017NeÜ: Neue evangelistische Übersetzung © 2013 Karl-Heinz VanheidenZÜR: Zürcher Bibel (Ausgabe 2007)AMP: Aus der englischen Bibelübertragung „Amplified® Bible“, The Lockman Foundation, 1987, direkt ins Deutsche übersetzt

Das Buch folgt den Regeln der Deutschen Rechtschreibreform. Die Bibelzitate wurden diesen Rechtschreibregeln angepasst.

Lektorat: Klaudia WagnerSatz: Manfred MayerUmschlaggestaltung: Kerstin & Karl Gerd Striepecke, www.vision-c.deUmschlagmotiv: stock.adobe.com

Printed in the EU

ISBN (epub): 978-3-95578-721-9

ISBN (Druck): 978-3-95578-621-2

 

 

Dieses Buch ist unseren Babywundernund ihren großartigen Papas gewidmet.

Ihr seid unsere kostbarsten Geschenke des Himmels.

 

In Liebe und großer Dankbarkeit

Luisa & Deborah

 

 

Leserstimmen

Dieses Buch ist wahrlich ein kostbares Juwel der Ermutigung von Gottes Herzen! Es nimmt dich ganz ehrlich mit in die tiefsten Täler der Verzweiflung … und dort, wo es scheinbar nichts mehr zu hoffen gibt, darfst du Zeuge werden, wie Jesus voll zärtlicher Liebe himmlische Offenbarung und Begegnung schenkt und das Unmögliche möglich wird – ob mit Babywunder oder als Herzenswunder.

Hier geht es um mehr als nur um ein paar gute Ratschläge. Diese breite Sammlung wahrer Lebensgeschichten rund um das oft so schmerzhafte Thema „Kinderwunsch“ nimmt Betroffene sicher und Vertrauen weckend bei der Hand und lässt fremde Erfahrungen die eigene Schatzkiste füllen. Dies hilft, nicht dieselben Fehler machen zu müssen und nicht zu verzweifeln, wenn man am liebsten alles hinwerfen würde. Es ermutigt, mit Gottes Hilfe auszuhalten und weiterzugehen, bis zum guten Ende … bis schlussendlich das eigene Herz zutiefst gesättigt ist.

Beim Lesen des Buches wurde uns zudem bewusst, wie kostbar der Inhalt auch für alle sein kann, die nicht mit unerfülltem Kinderwunsch unterwegs sind. Hier wird uns Einblick in verletzliche Herzen gegeben und Gelegenheit, zu erkennen, wie wir „Tretminen“ vermeiden und Betroffenen in unserem Umfeld ganz persönlich helfen und sie begleiten können.

Danke, Deborah und Luisa, für dieses großartige Buch, so verständnisvoll, feinfühlig und liebevoll geschrieben!

Marietta und Hartmut OlschewskyGründer und leitende Pastoren von Touch the Love MinistriesFrauenfeld, Schweiz

 

 

Deborah Habicht und Luisa Seider haben in diesem Buch wahre Lebensgeschichten zusammengestellt. Verschiedene Autorinnen berichten, wie sie mit ihrer Kinderlosigkeit umgehen – von schmerzlichen Erfahrungen und Wunden hin zu Wundern! Sie erfahren, wie Gott Gebete erhört, Herzen und Leben verändert. Ein Mut machendes Buch für alle, die mit bisher unerfülltem Kinderwunsch konfrontiert sind!

Sibylle BeckLeitet zusammen mit ihrem Mann Steffen ICF Karlsruhe

Jede Geschichte ist einzigartig. Und jede Geschichte in diesem Buch hat mich auf ganz besondere Weise berührt.

Es ermutigt mich zutiefst, davon zu lesen, wie Gott Wunder tut! Wunder, die wir uns vielleicht anders vorgestellt hätten. Wunder, die wir uns ganz anders gewünscht hätten. Wunder, auf die wir immer noch warten … Und doch tut Gott Wunder.

Die einzelnen Geschichten haben mich Tränen des Schmerzes und der Freude weinen lassen. Und sie haben mir ein tieferes Mitgefühl für Frauen geschenkt, die mit ihrem Kinderwunsch und Gott eine ganz eigene Geschichte schreiben.

Jede Geschichte ist einzigartig. Genauso wie jedes Wunder!

Ich wünsche mir, dass Frauen in allen Lebenslagen dieses Buch lesen und wir ein tieferes Verständnis füreinander bekommen. Damit niemand von uns allein durch schwere Zeiten gehen muss, sondern wir uns gegenseitig ermutigen können!

Gerade für mich als Mama von sechs Kindern, die sich nie persönlich mit dem Thema Kinderwunsch auseinandersetzen musste, ist dieses Buch ein großer Schatz, und ich danke allen Frauen von ganzem Herzen, dass sie bereit waren, ihr Innerstes mitzuteilen.

Lasst Gott mit uns Geschichten schreiben und lasst uns gemeinsam noch mehr Wunder erleben!

Antschana SchnarrGründerin des Blogs www.mamaabba.de, Würzburg

 

Inhalt

Vorwort

Ein Brief für dich

Teil 1: Babywunder – ohne medizinische Hilfe

1 Deborah Habicht – Vom Kinderwunsch zum Wunschkind

2 Luisa Seider – Leben mit einer Verheißung

3 Bohdana – Babywunder trotz genetischer Vorbelastung

4 Grace* und Lorenzo* – Wunder zum Anfassen

5 Claudia – Menopause mit 24!?

6 Esther – Stationen unserer Kinderwunsch-Reise

7 Julie – Schönheit statt Asche

8 Ruth – Vom Kindheitstrauma zum Familientraum

9 Elizabeth – Sehnsucht nach Gottes Traum für mein Leben

Teil 2: Babywunder – mit medizinischer Hilfe

10 Lily – „Sternschnuppe“ – Wenn Träume wahr werden

11 Rebecca* und Thomas* – Diagnose „Hodenkrebs“

12 Wiebke – Zwischen Hoffen und Bangen

Teil 3: Herzenswunder – WUNDERbare Himmelsgeschenke statt Babywunder

13 Meria* – Wunder hinter der Glasscheibe

14 Christina* – Eine WUNDER-volle Adoption

15 Yvonne* und Andreas* – Herzenseltern

16 Lina* – Mein Traum von vielen Kindern

Teil 4: Herzenswunder – Erfüllt und glücklich, trotz unerfülltem Kinderwunsch

17 Charlotte und Heinz – Erfüllung als Familie zu zweit

18 Sibylle Beck – Mutter für viele

19 Heidy – Mütterlichkeit leben, auch ohne Babywunder

20 Christa und Tiziano – Familie, auch ohne Kinder

Teil 5: Wenn du noch warten musst …

21 Interview mit Joy-Lynn*

22 Interview mit Shira*

Nachwort: Und wenn das Wunder dann geschieht!

Anhang

Ein Brief für dich, liebe schwangere Mama!

Als Siegerin durch die Kinderwunschzeit – 12 Strategien

Hilfreiche Adressen für Betroffene

Danksagung

Wie kam es zu dem Buchprojekt?

Glossar

 

*Namen, die mit einem Stern versehen sind, sind Pseudonyme.

 

Vorwort

Es gibt wohl nur wenige Themen, die so emotionsgeladen sind wie das Thema „Kinderwunsch“. Kaum ein anderes, bei dem Freude und Leid so nah beieinander liegen.

Da gibt es die Frau, die problemlos schwanger wird und deren Kinderwunsch sich ohne nennenswerte Komplikationen erfüllt. Während sie überglücklich, vielleicht mit Freudentränen in den Augen, einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen hält, wächst bei einer anderen Frau der Berg an negativen Tests, Tränen und Verzweiflung ins Unermessliche. Während diese Frau ihren schier aussichtslosen Kampf um die Entstehung neuen Lebens aushalten muss und ihre Sehnsucht nach einem Kind immer größer wird, wird eine andere ungewollt schwanger und hadert mit ihrem Schicksal und der Aussicht auf ihr erstes oder ein weiteres Baby. Und während diese Frau ihr Kind ohne Probleme austrägt oder gar über einen Schwangerschaftsabbruch nachdenkt, lassen sich die geweinten und ungeweinten Tränen jener Frau nicht zählen, die einen oder gar mehrere vorzeitige Verluste hinnehmen muss oder eine Fehlgeburt erleidet. Und dann gibt es die Frau, die nach einer langen Wartezeit und unzähligen negativen Tests plötzlich und unerwartet zwei Streifen auf dem Teststäbchen entdeckt, ihr Glück kaum fassen kann und vor Freude jubelt und tanzt oder gleich einen zweiten Test hinterher macht, um ganz sicher zu sein.

„Kinder sind ein Geschenk des Herrn“, heißt es in Psalm 127,3.

Die einen freuen sich über dieses Geschenk, andere empfinden es eher als eine Last. Die einen müssen lange warten bis zur Erfüllung ihres Herzenswunsches, andere müssen diesen Wunsch schweren Herzens begraben. In Deutschland ist jedes 10. Paar zwischen 25 und 59 Jahren ungewollt kinderlos.1

Das wirft Fragen auf. Gerade auch für gläubige Menschen. Hat Gott nicht selber den Auftrag zur Vermehrung gegeben? Warum dürfen ausgerechnet wir kein neues Leben empfangen? Ist Gott nicht der Schöpfer allen Lebens und der Geber aller guter Gaben? Warum enthält er uns dieses kostbare Geschenk vor? Ist es etwa nicht Gottes Wille, dass wir Kinder haben?

Wir – Deborah und Luisa – glauben, dass die Bibel Gottes Wort ist. Und ja, Gott ist der Schöpfer allen Lebens und der Geber aller guter Gaben. Er ist ein Vater, der gerne gibt! Er ist derjenige, der den Auftrag gegeben hat: „Seid fruchtbar und vermehrt euch“ (1. Mose 1,28).

Es war Gottes Absicht, dass Mann und Frau nicht allein bleiben, sondern den Bund der Ehe schließen und eine Familie gründen sollen. Ehe und Familie sind also Gottes geniale Idee! Deshalb sind wir überzeugt, dass es grundsätzlich dem Willen Gottes entspricht, dass ein Ehepaar mit Kinderwunsch auch ein Kind bekommt. Denn sonst wäre das Elternsein wohl nur besonders begabten oder auserwählten Eltern vorbehalten. Das glauben wir nicht.

Gleichzeitig kennen wir natürlich auch Frauen und Paare, deren Kinderwunsch sich nicht erfüllt – trotz Glauben, trotz Gebet und Gottvertrauen. Warum?

Wir würden diese Frage so gerne beantworten, doch das ist leider unmöglich.

Wir haben uns entschieden, die Spannung zwischen der Wahrheit von Gottes Wort und der unvollkommenen Realität auszuhalten, in dem Wissen, dass EINER die Antwort kennt. Nur in der ganz persönlichen Begegnung mit IHM kann diese Spannung gelöst werden.

In diesem Buch kommen viele Frauen und einige Paare zu Wort, die diese Spannung kennen. Sie erzählen offen von ihrer Zerreißprobe, ihren tiefsten Tälern und dunkelsten Momenten. Sie erzählen aber auch davon, welche kostbaren Perlen sie mitten in ihrem Tränental bergen konnten und welche wertvollen Lektionen sie auf ihrer Kinderwunsch-Reise gelernt haben.

Für viele von ihnen endete ihre Reise mit einem Babywunder – ohne oder mit medizinischer Hilfe.

Für andere ging der Weg noch weiter. Ihre Geschichte endete nicht mit einem BabyWUNDER, sondern mit einem HerzensWUNDER. Es sind Frauen bzw. Paare, die noch eine Wegstrecke weiter gegangen sind. Einige von ihnen haben ihr Herz für elternlose Kinder geöffnet und sind ihnen Eltern geworden. Wie WUNDERbar!

Andere haben ihren Kinderwunsch losgelassen. Sie sind durch das tiefe Tal der ungewollten Kinderlosigkeit hindurchgegangen, jedoch ohne daran zu zerbrechen. Heute haben sie Frieden mit ihrer Situation geschlossen und leben ihre Berufung als Familie zu zweit mit einem geheilten Herzen. WUNDERvoll!

Und dann gibt es da jene Frauen, die noch mitten auf der Kinderwunsch-Reise sind. Dass sie sich trotz des ungewissen Ausgangs ihrer momentanen Kinderlosigkeit für ein Interview für dieses Buch zur Verfügung gestellt haben, bedarf sehr viel Mut und verdient unseren größten Respekt.

Wir sind zutiefst überzeugt, dass Gott für jeden Menschen Gutes im Sinn hat, egal wie aussichtslos die äußeren Umstände auch sind.

Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung (Jeremia 29,11 LUT).

Und wer sein Leben in die Hand dieses Gottes legt, dessen Geschichte endet mit einem Happy End – mit oder ohne Baby.

 

PS: In diesem Buch verwenden wir einige kursiv geschriebene Fachbegriffe, die hinten im Buch im Glossar erläutert werden.

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir wünschen dir für deine eigene Situation viel Ermutigung durch die wahren Kinderwunschgeschichten in diesem Buch.

Vielleicht bist du einfach jemand, der gerne Lebensgeschichten liest und über das Wirken Gottes und die Wunder staunt, die ganz gewöhnliche Menschen auf ihren ganz unterschiedlichen Lebenswegen mit einem großen Gott an ihrer Seite auch heute noch erleben.

Vielleicht bist du indirekt betroffen und hast in deinem näheren Umfeld eine Frau oder ein Paar mit Kinderwunsch, und du wünschst dir mehr Verständnis und Einfühlungsvermögen.

Vielleicht seid ihr als Paar betroffen und befindet euch gerade mitten auf der Reise durch eure Kinderwunschzeit. Ihr seid mit vielen Fragen und Entscheidungen konfrontiert, die Weisheit und Klarheit brauchen. Ihr seid vertraut mit holprigen und schmerzhaften Wegstrecken und klammert euch an jeden Strohhalm der Hoffnung. Dann dürft ihr wissen: Ihr seid nicht allein! Es gibt so viele andere Paare, die auf demselben Weg unterwegs sind und auch viele, die die Reise durch die Kinderwunschzeit bereits hinter sich haben. Zu eurer Ermutigung erzählen sie in diesem Buch ihre ganz persönlichen Geschichten und wie sie auch in trockenen Wüstenzeiten Jesus erleben durften. Lasst euch inspirieren von frischer Hoffnung!

Den folgenden Brief haben wir ganz bewusst für Frauen mit Kinderwunsch verfasst, da wir Autorinnen das emotionale Karussell, das sich jeden Monat in der Kinderwunschzeit aufgrund des weiblichen Zyklus wiederholt, nur zu gut kennen. Durch diesen persönlichen Brief wollen wir dich ganz bewusst ansprechen und ermutigen!

 

1 Gemäß bmfsfj.de (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend). Stand: 1. Januar 2022.

Ein Brief für dich

Liebe kostbare, zukünftige Mama!

Ja, du hast richtig gelesen: zukünftige Mama!

Was löst diese Anrede in dir aus? Hoffnung, Vorfreude, Aufregung? Oder eher Bitterkeit, weil deine Hoffnungen schon so oft enttäuscht wurden?

Dennoch sprechen wir dich ganz bewusst so an. Wir wollen damit aussprechen, was wir im Geist und im Glauben sehen, denn Worte haben gewaltige Kraft.

Ab wann ist eine Frau eigentlich Mama? Woran denkst du beim Wort „Mama“? Uns kommt zuallererst eine Mutter in den Sinn, die ein Baby in den Armen hält, so ganz beschützend und fürsorglich. Aber beginnt das Mamasein erst mit der Geburt eines Kindes?

Du bist nicht Mama, weil du ein Kind im Arm hältst. Dies beginnt bereits viel früher: bei der Empfängnis. Einerseits mit der natürlichen Empfängnis. Du wirst schwanger. Du wirst Mama, selbst wenn das Baby nicht lange genug lebt, damit du es im Arm halten kannst. Auch wenn du eine Fehlgeburt hattest: Du bist Mama!

Andererseits beginnt Mutterschaft mit der „übernatürlichen Empfängnis“: Wenn du den Wunsch im Herzen empfängst, ein Kind haben zu wollen. Auch damit beginnt Mutterschaft! Auch wenn es noch zu keiner körperlichen Schwangerschaft gekommen ist, bist du mit dem Herzen doch schon irgendwie Mama, nicht wahr? Und du trägst in dir das Potential und die Kraft, Leben hervorzubringen. So hat Gott uns Frauen erschaffen. Der Wunsch, Mama zu werden, ist in uns Frauen hineingelegt worden. Er ist also zutiefst göttlich.

Du Liebe, dieses Buch ist für dich und deinen Ehemann zur Ermutigung und Inspiration auf eurer Reise durch die Kinderwunschzeit.

Du bist nicht allein! Dieses Buch ist voller Geschichten von Menschen, die die dunklen Zeiten der Traurigkeit und Enttäuschung und die tiefen Tränentäler der Kinderwunsch-Reise kennen. Es sind Geschichten von Frauen, die wissen, wie du dich fühlst, weil sie das Gleiche auch gefühlt haben. Frauen, die deine Tränen verstehen, weil sie die gleichen Tränen auch schon geweint haben. Es sind Frauen, die sich entschieden haben, trotz Fragen, trotz Zweifel und Enttäuschung an Gott festzuhalten. Ihm zu vertrauen, dass seine Gedanken höher als unsere und seine Wege vollkommen gut sind.

Unser Gebet ist, dass du durch die Geschichten in diesem Buch ermutigt wirst für deinen eigenen Weg. Und vielleicht wird dieser einfacher, wenn man nicht in die gleichen Fallen tappen muss wie diejenigen, die diesen Weg bereits schon vorgegangen sind.

Den größten Teil des Buches nehmen Geschichten von Babywundern ein. Wir haben lange überlegt, ob wir gerade einer Frau, die selber in der unglaublich schmerzhaften Kinderwunschphase steckt, so viele „Babywundergeschichten“ zumuten können. Wir haben uns dafür entschieden, denn auch die Bibel ist voll von Wundergeschichten, die uns Gottes Wesen und seine Größe aufzeigen sollen. Gottes Macht sind keine Grenzen gesetzt – auch nicht im Bereich der Fertilität, wie die biblischen Berichte von Sarah, Hanna, Elisabeth, Rebekka, Rahel, der Frau von Shunem, der Mutter von Simson und weiteren belegen. Doch wie ist es heute? Wir selber hätten uns in unserer Kinderwunschzeit eine Sammlung von aktuellen Babywunder-Zeugnissen gewünscht, die von Gottes Wirken in der heutigen Zeit erzählen.

Als Frauen, die selber eine lange und zermürbende Kinderwunschzeit erlebt haben, erlauben wir uns eine Frau mit Kinderwunsch als „emotionale Wundertüte“ zu beschreiben. Es mag sein, dass man sich über die eine oder andere „Erfolgsstory“ ärgert und zu einem anderen Zeitpunkt von derselben Geschichte tief ermutigt und berührt wird. Weil wir es nicht in der Hand haben, welches Zeugnis gerade dich in deiner aktuellen Situation anspricht, haben wir uns für ein Potpourri an Geschichten entschieden. Du bist eingeladen, diejenigen Zeugnisse auszuwählen, die zu deiner Situation passen, auf deinem ganz persönlichen Weg für dich relevant und ermutigend sind. Andere Geschichten darfst du gerne überspringen oder vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt lesen.

Die Bibel fordert uns dazu auf, die Wunder Gottes zu erzählen. Dieses Buch soll auch eine Plattform für solche Frauen sein, die ein großartiges Babywunder erlebt haben – zur Ehre Gottes und zur Ermutigung und Glaubensstärkung für andere.

Den Ausgang deiner persönlichen Geschichte kennen wir nicht, aber eines können wir dir versprechen: Wenn dein steiniger und schmerzhafter Kinderwunschweg dazu führt, dass du näher zu Jesus und an das Vaterherz Gottes kommst, dann wird deine Geschichte eine Story mit Happy End sein. Denn nur dort, am Herzen Gottes, ist Erfüllung und Leben in Fülle zu finden – egal ob mit oder ohne Kinder. Das beweisen die Herzenswunder-Geschichten aus dem zweiten Teil dieses Buches.

Öffne dein Herz und lass dich von diesen einzigartigen und individuellen Geschichten ermutigen für deine eigene, ganz persönliche, individuelle und einzigartige Geschichte!

Wir wünschen dir viel Segen beim Lesen!

Deborah und Luisa

 

TEIL 1: BABYWUNDER – ohne medizinische Hilfe

Singt dem Herrn, preist seinen Namen,verkündet von Tag zu Tag sein Heil!Erzählt unter den Nationen seine Herrlichkeit,unter allen Völkern seine Wundertaten!Denn groß ist der HERR und sehr zu loben …

Psalm 96,2-4a (ELB)

 

 

Kapitel 1: Deborahs Geschichte: Vom Kinderwunsch zum Wunschkind

Ich saß am Boden und weinte bitterlich. Die Tränen flossen in Strömen über meine Wangen und mein Körper wurde von heftigem Schluchzen geschüttelt. Es fühlte sich an, als würde ich von einer riesigen Welle der Trauer erfasst, die mich unter sich zu begraben drohte. In der Hand hielt ich eine Geburtsanzeige, die das neueste Familienmitglied von Freunden ankündigte. Ich sollte, nein, ich wollte mich doch mitfreuen über ihr neues Baby! Aber alles, was aus mir herauskam, waren Tränen, Trauer und Verzweiflung. In meinem Kopf schwirrten unzählige Gedanken. Warum werden um mich herum scheinbar alle schwanger – nur ich nicht? Was ist mit mir? Warum darf ich nicht Mama werden? Stimmt etwas nicht mit mir? Warum schenkt Gott mir keine Schwangerschaft? Was für eine Zukunft würde das sein, ohne Kinder?

Mein Mobiltelefon kündigte eine neue Nachricht an: „Liebe Deborah, ich darf dir mitteilen, dass wir im Februar zum dritten Mal Eltern werden. Wir freuen uns riesig! Es wird eine Tochter sein, was ich mir von Herzen gewünscht habe. Herzliche Grüße, Sabina.“ Es fühlte sich an wie ein Stich in mein ohnehin bereits blutendes Herz. Wieder eine freudige Nachricht, die bei mir nur noch mehr Tränen auslöste. Hoffnungslosigkeit erfüllte mich und zog mich tiefer hinein ins dunkle Loch der Trauer und Verzweiflung. Da saß ich, traurig, in Tränen aufgelöst, den Kopf in meinen Händen vergraben. Die negativen Gefühle hatten ein leichtes Spiel mit mir, hatte ich doch gerade an diesem Morgen meine Periode bekommen. Ein nur zu deutliches Zeichen, dass ich wieder nicht schwanger geworden war. Monat für Monat erinnerten mich die Regelblutung und die damit verbundenen starken Bauchkrämpfe, dass meine Zeit noch nicht gekommen war. Monat für Monat brachte mich diese Tatsache zum Weinen und kostete mich viel Kraft, um wieder aufzustehen und zuversichtlich weiterzugehen.

Zielscheibe des Feindes

Doch in letzter Zeit häuften sich diese schmerzhaften Situationen geradezu offensichtlich: Meistens während meiner Monatsblutung trudelten entweder Schwangerschaftsankündigungen oder Geburtsanzeigen ein. Gerade, wenn ich selber von körperlichen Schmerzen erfasst war, wurde ich auch noch von emotionalem Schmerz überrollt. Trauer darüber, dass ich wieder nicht schwanger war und Trauer darüber, dass bei mir nicht klappte, was bei anderen scheinbar so einfach geschah. Was für ein verdächtiges Timing! Konnte das noch Zufall sein, oder steckte da ein teuflischer Plan dahinter?

Da dämmerte es mir! Ja, es gibt da jemanden, der auf Zerstörung und Vernichtung aus ist. Es ist der Teufel, der in der Bibel als „Dieb, Mörder und Zerstörer“ (vgl. Johannes 10,10) beschrieben wird. Er will also meine Lebensfreude, Hoffnung und Perspektive zerstören und mich zu Boden bringen. Bisher war seine Taktik schon recht erfolgreich, denn ich spürte, wie ich immer mehr Kraft aufbringen musste, um mich wieder vom Boden der Traurigkeit zu erheben. So trieb der Feind sein Spiel mit mir, was ich in meiner Not nicht sofort erkannt hatte. Seine teuflische Strategie war, immer dann zuzuschlagen, wenn ich am schwächsten war – also zur Zeit meiner Periode. Ich wollte mich ja mitfreuen mit all den glücklichen Eltern, waren doch 2010 gerade gleichzeitig 12 Babys unterwegs in unserem Freundeskreis! Ein wahrer Babyboom. Ich versuchte auswärts stark zu sein, doch zuhause weinte ich danach viel, manchmal stundenlang. Mit Schrecken stellte ich fest, dass ich mich in einer emotionalen Abwärtsspirale befand. Es kostete mich enorm viel Kraft, nach außen hin zu funktionieren und stark zu sein.

Als ich endlich erkannt hatte, dass ich zur Zielscheibe des Feindes geworden war und er mir gezielt Kraft und Freude rauben wollte, erkannte ich auch den Schlüssel, den Gott mir für solche Situationen gab: Aufstehen und kämpfen!

Der Feind wollte mich im Loch haben. Jesus aber gab mir den Schlüssel, um mich zu befreien. Ich erkannte, dass ich ohne Ausrüstung und Schwert dem Feind hilflos ausgeliefert war. So entschied ich mich, mich für den nächsten Angriff zu rüsten: Ich stellte eine Liste mit vielen ermutigenden Bibelversen aus Gottes Wort zusammen, die ich dem Feind laut vorlas, als der nächste Angriff in Form der Periode kam. Ich wusste, dass eine große Kraft darin liegt, wenn wir Gottes Wort laut aussprechen. Ganz direkt sprach ich auch zum Feind: „Satan, du hast keine Macht über mich. Ich vertraue auf Gott und seinen guten Plan. Du musst weichen! Ich lasse mich von dir nicht mehr niederkriegen!“ Zuerst fühlte es sich seltsam an, mich so laut zu einem unsichtbaren Gegenüber reden zu hören, doch mit der Zeit kam ich richtig in Fahrt. Ich sprach Gottes Wort laut aus und stellte mir bildhaft vor, wie ich dem Feind mein Schwert um die Ohren schlug. Ich spürte, wie dabei eine Kraft in mir wuchs; die Kämpferin in mir erhob sich und neue Hoffnung keimte auf. Ich war erleichtert. Und wie erstaunt war ich erst, als ich später feststellte, dass der Feind mich seit diesem Moment nie mehr auf diese Weise attackiert hatte und ich nie mehr so tief gefallen war! Es war so eindrücklich zu erleben, was für eine Macht darin liegt, wenn ich das Schwert, Gottes Wort (siehe Epheser 6,17), ergreife und damit kämpfe.

Verheißung

Ich hatte bestimmt niemals damit gerechnet, dass das Thema Kinderkriegen bei uns so stark umkämpft sein würde! Wir haben 2008 geheiratet – in einer Zeit, wo es in unserem Freundeskreis einen richtigen Hochzeitsboom gab. Auf diesen folgte schon bald ein Babyboom. Doch bei uns stellte sich keine Schwangerschaft ein. An meinem Arbeitsort in der Schule, in der Kirche …, überall spürte ich erwartungsvolle Blicke auf meinen Bauch. Allzu oft wurden wir auch mit neugierigen Fragen konfrontiert: „Wollt ihr nicht auch Kinder? Ja, wie alt seid ihr denn? Wollt ihr wirklich noch länger warten?“ Meine Schülerinnen waren da ganz unverfroren und fragten direkt: „Sind Sie auch schwanger?“ Für sie wäre dies ganz logisch gewesen, dass auch ich schwanger wäre, waren doch gerade zwei meiner Arbeitskolleginnen in Erwartung. Beide hatten im gleichen Jahr wie ich geheiratet. Den Jugendlichen gegenüber sagte ich ganz optimistisch und souverän: „Oh, nein, noch nicht. Das kommt dann später!“ Nach außen hin blieb ich als Lehrerin stark und kontrolliert, doch innerlich schrie alles in mir: „Ja, warum bin ich denn nicht auch schwanger?“ Das Ganze begann mich zu nerven und zu stressen.

2010 erlebte ich den Beginn einer Schwangerschaft, doch bevor ich es richtig realisiert hatte, verlor ich unser Baby in der 6. SSW durch eine große, schmerzhafte Blutung. Ich weinte viele Tränen, Tränen der Traurigkeit und des Schmerzes. Nebst der Trauer um den Verlust erkannte ich aber einen Hoffnungsschimmer: Es ist also möglich, dass ich schwanger werden kann!

Kurz darauf bekam ich einen Anker der Hoffnung in Form eines Bibelverses, der mich mitten ins Herz traf. Ich wusste tief in meinem Inneren, dass diese Botschaft für mich persönlich galt und meine große Sehnsucht nach einem Baby betraf. So klammerte ich mich mit voller Kraft an die Verheißung aus Hebräer10,35-36:

Werft dieses Vertrauen auf den Herrn nicht weg, was immer auch geschieht, sondern denkt an die große Belohnung, die damit verbunden ist! Was ihr jetzt braucht, ist Geduld, damit ihr weiterhin nach Gottes Willen handelt. Dann werdet ihr alles empfangen, was er versprochen hat.

Diese Verse waren mein Motor, der mich anspornte, nach Gottes Willen für mich und mein Leben während der Zeit des Kinderwunsches zu suchen. Ich habe sie als meine persönliche Verheißung von Gott angenommen: Ja, zu Gottes Zeit werde ich die große Belohnung empfangen, die er mir versprochen hat: ein Baby!

Aber über den Zeitpunkt der Erfüllung stand in der Verheißung leider nichts. Und der Vers verriet auch nicht, auf welchem Weg unser Baby zu uns kommen würde …

Unerwartete Diagnose

Nach rund zwei Jahren Kinderwunschzeit entschieden wir, uns medizinisch abklären zu lassen. Bei meinem Ehemann war alles okay. Der Androloge1 meinte sogar erwartungsvoll: „Bitte schicken Sie mir eine Geburtsanzeige, wenn Ihr Baby da ist, damit ich mich mitfreuen kann!“ Doch bei mir schien es, als hätte ich nicht jeden Monat einen Eisprung, weshalb ich mit einer zyklusunterstützenden Hormontherapie begann. Es folgten drei Inseminationen. Ich war dankbar für die professionelle Begleitung durch die beiden Gynäkologinnen, die ihre Praxis mit Hoffnung und Empathie füllten. Für die vielen Kontrolltermine rund um die Inseminationen fühlte ich mich bei ihnen sehr gut aufgehoben.

Jedes Mal schienen die Vorzeichen gut, die Ärztinnen waren voller Vorfreude und wir wurden davon angesteckt. „Sind Sie bereit für Zwillinge? Es könnte nun nämlich sein, dass gerade zwei reife Eier springen.“ Meine Gynäkologin lächelte während dem Ultraschall und ich nickte voller Hoffnung. Doch jedes Mal war es eine anstrengende Achterbahn der Gefühle. Eine Zerreißprobe zwischen erwartungsvoller Vorfreude und enttäuschter Hoffnung, wenn am Ende doch wieder die Monatsblutung einsetzte.

2012 entschied ich mich für eine Bauchspiegelung, um mehr über den Innenraum meines Bauches zu erfahren und abzuklären, ob im Hinblick auf eine Schwangerschaft alles in Ordnung war. Unterdessen hatte ich meine langjährige Stelle als Lehrerin aufgegeben, um mir eine Auszeit zu gönnen. Da kam ich auch genügend zur Ruhe, um mich auf vertiefte medizinische Abklärungen zu konzentrieren. Zudem hofften wir natürlich, dass sich meine Auszeit und die damit verbundene Ruhe positiv auf eine Empfängnis auswirken würden! Ich konnte schon nicht mehr zählen, wie oft ich mir von wohlmeinenden Menschen anhören musste: „Du hast einfach zu viel Stress in deinem Leben! Du mutest dir zu viel zu! Nimm alles viel lockerer, dann wirst du bestimmt schwanger.“ Natürlich war die Schule kein stressfreies Umfeld, aber das Unterrichten und meine Klassen machten mir große Freude. Ich war eine leidenschaftliche Lehrerin!

Die Bauchspiegelung ergab, dass meine Eileiter durchgängig waren. Wunderbar, daran lag es also nicht! Doch meine Gynäkologin, die den operativen Eingriff gerade selbst durchgeführt hatte, stellte Endometriose fest. Das ist eine sehr schmerzhafte chronische Erkrankung von Frauen. Diese Diagnose erklärte die starken Bauchschmerzen, unter denen ich seit meiner Teenagerzeit während meiner Periode litt. Bauchkrämpfe, manchmal mit Erbrechen; jeden Monat Schmerzmittel einnehmen, damit ich überhaupt zur Arbeit gehen und meine Klassen unterrichten konnte; während der Zeit meiner Regelblutung auf sportliche Anstrengung verzichten.

Endometriose also. Von dieser Diagnose hatte ich zuvor noch nie gehört. Ich war schockiert zu erfahren, dass Endometriose empfängnishemmend sei und deshalb eine Empfängnis zwar möglich, jedoch stark erschwert sein würde. Zudem könne die Endometriose jederzeit wieder auftreten, sollte sie mal operativ entfernt worden sein. In allen Broschüren, die ich über diese für mich seltsame Erkrankung las, stach mir der medizinische Begriff der „Infertilität“ ins Auge: Unfruchtbarkeit.

Was, ich sollte als unfruchtbar gelten?

Unfähig, schwanger zu werden?

Etwas zutiefst Natürliches und Weibliches sollte mir versagt bleiben?

Verzweiflung drohte mich zu überfluten, doch ich klammerte mich an meinen Hoffnungsanker. Dabei wurde ich auf eine weitere Kostbarkeit aus Gottes Wort aufmerksam. Wenn mich die Medizin also als „unfruchtbar“ definierte, so gehörte mir folgende wunderbare Verheißung:

Der unfruchtbaren Frau schenkt er Kinder, damit sie eine glückliche Mutter wird. Halleluja! (Psalm 113,9).

Dieses Versprechen nahm ich von da an täglich in Anspruch – wie Medizin stärkte es meine Seele in den folgenden langen Jahren des Wartens, und mein Glaube an ein Babywunder nahm Tag für Tag zu.

Gottes Schätze entdecken

Warten, ohne den Zeitpunkt der Erfüllung zu kennen, macht müde und ist oft zermürbend. Auf jeden Fall kostete es mich viel Kraft, doch ich war entschieden, nicht aufzugeben, bis ich das Wunder erleben würde. Ich wollte durchhalten und die Reise bis zum Ziel gehen.

Doch manchmal kam ich mir vor wie ein Kind, das bei der Bescherung unter dem Weihnachtsbaum übersehen wurde. Alle anderen hielten freudestrahlend ihre Geschenke in den Händen. Nur ich stand mit leeren Händen da. Liebt Gott mich etwa weniger als andere? Habe ich irgendetwas falsch gemacht? Was muss ich tun, damit ich auch beschenkt werde?

Zu allem Überfluss plagten mich auch solche Gedanken und versuchten meine Beziehung zu Gott zu trüben. Auch hier erkannte ich die dahinterliegende Taktik des Feindes, der mein Vertrauen zu Gott zerstören wollte – durch Zweifel an Gottes Liebe zu mir. Denn wie sollte ich meinem Gott vollkommen vertrauen, wenn ich tief im Herzen verborgene Zweifel an seiner Liebe und Güte hegte?

Auch für den Umgang mit dieser Situation gab mir Gott den passenden Schlüssel und ich erkannte, dass ich mich neu nach seiner Liebe für mich ausstrecken sollte. Um sie zu erfahren, zu spüren und einfach tief im Herzen zu wissen, dass ich geliebt bin. Dass meine Kinderlosigkeit nichts damit zu tun hatte, dass er mich weniger liebte als die schwangeren Frauen, die Mütter werden. Gottes Wort aus Jesaja 49,16, wie es in der Amplified Bible übersetzt ist, hat mich auf festen Grund gestellt: „Siehe, ich habe dich unauslöschlich in jede meiner Handflächen eingraviert, ein Bild von dir eintätowiert.“ Ja, wenn Gott wirklich ein Bild von mir in seine Handflächen eingraviert hatte, so musste er mich wirklich lieben! Ich verbrachte viel Zeit mit Jesus und bat ihn, dass ich seine Liebeszeichen im Alltag wahrnehmen würde. In dieser Zeit wurde ich so gestärkt und mein Vertrauen auf Gott und seine guten Pläne für mich wuchs stetig – obwohl keine Schwangerschaft eintrat.

Eines Tages war ich soweit, dass ich mich plötzlich im Gebet zu Gott sagen hörte: „Ich vertraue dir, dass du wunderbare Pläne für uns als Ehepaar hast. Ich glaube, dass wir ein erfülltes Leben haben können – egal ob mit oder ohne Kinder.“ Danach war ich selbst erstaunt, dass ich dies so ausgesprochen hatte, hatte ich mich doch immer davor gefürchtet, Gott auf diese Weise quasi den Freibrief zu geben, um über mich zu verfügen und mir eventuell Kinder vorzuenthalten.

Ich hatte realisiert, dass ich die Frage, ob Gott wirklich gut sei, tief in meinem Herzen beantworten musste, bevor ich ihm diesen „Freibrief“ aushändigen konnte. Glaube ich, dass Gott gut ist, auch wenn ich nicht schwanger werde? Glaube ich an Gottes Güte, obwohl ich nicht weiß, ob wir jemals Eltern werden? Wie mein Herz darüber denkt, entscheidet, ob ich mich diesem Gott vollständig ausliefern – und dabei glücklich sein kann.

Klar konnte ich mit meinem Kopf bejahen, dass Gott gut ist. Schließlich steht es ja auch so in der Bibel und ich proklamierte es immer wieder. Aber hier, bei dieser Entscheidung, ging es nicht um Kopfwissen, sondern ob ich von ganzem Herzen wusste, erlebt und verstanden hatte, dass Gott gut ist und er es immer nur gut mit mir meint.

Nun hatte also mein Herz gesprochen, und mein ungeplantes Vertrauensbekenntnis setzte interessanterweise etwas frei. Es fühlte sich an, als sei eine Last von meinem Herzen und von meinen Schultern gewichen. Ich hörte auf, innerlich Gottes Weg für uns in Frage zu stellen, und konnte die aktuelle Situation annehmen. Gleichzeitig fiel es mir auch immer leichter, über unseren Kinderwunsch zu sprechen.

Nach dieser Zeit der Stärkung schenkte mir Gott einen weiteren Schlüssel, als ich, wie so oft, Zeit im Gebet verbrachte und in Gottes Wort las. Es war, als hörte ich seine Stimme in meinem Herzen und ich erkannte seinen Impuls. Er zeigte mir einen neuen Schlüssel auf, einen Schlüssel zum Prinzip des Säens und Erntens: Ich sollte in meinen „Mangel“ säen!

Wie sollte das gehen? Ich sollte in meinen Traum vom eigenen Baby investieren, indem ich „in meinen Mangel“ säte, also gerade in den Bereich investierte, wo ich noch nichts hatte. Gott hatte mir auch ganz praktische Ideen gegeben, wie ich dies tun konnte. So begann ich ganz bewusst, schwangere Freundinnen praktisch zu unterstützen, anstatt in Traurigkeit über mein eigenes Nicht-Schwangersein zu versinken. Es kostete mich einiges an Überwindung, denn der Feind versuchte, mich mit seinen Gedanken zu schikanieren: „Sieh dich nur an, du hütest die Kinder anderer Mütter, aber du selber hast ja gar keine! Was, du begleitest deine Freundin zur Schwangerschaftsvorsorge, weil ihr Mann verhindert ist und sie nicht alleine hingehen möchte? Was tust du da? Du bist ja gar nicht schwanger!“

Ich aber war fest entschlossen, auszuprobieren, was Gott mir aufgezeigt hatte, und ich beschäftigte die Kinder von schwangeren Freundinnen, damit sich ihre Mamas etwas ausruhen konnten. Ich sollte und wollte meine Mitfreude so richtig ausleben, sodass sich weder Neid noch Eifersucht in mein Herz schleichen konnten.

Richtig unter Beweis gestellt wurde dieser neue Weg, als eine Freundin, mit der ich mich regelmäßig zum Beten für unsere Babywunder traf, vor mir schwanger wurde. Zuerst erkannte ich nicht, dass ja meine Gebete erhört worden waren: Die Gebete, die ich für ihr Babywunder zum Himmel geschickt hatte. Die Nachricht von ihrer Schwangerschaft brachte mich vorerst nicht zum Jubeln, sondern haute mich regelrecht um. „Gott, hast du dich da nicht in der Reihenfolge vertan? Ich bin doch acht Jahre älter als sie! Meine biologische Uhr tickt erbarmungslos. Ich wäre doch zuerst an der Reihe, oder?“

Wiederum brauchte es den festen Entschluss, nicht im Selbstmitleid oder bei Fragen wie „Gott, wann komme ich endlich dran?“ hängen zu bleiben, sondern mich bewusst für die Mitfreude, ja für das Mitfeiern zu entscheiden. Als Zeichen meiner Mitfreude und als weiteren Schritt, um in meinen Mangel zu säen, organisierte ich Anfang 2015 für meine Freundin eine Baby Shower,2 um dieses freudige Ereignis zu feiern. Eine Baby Shower, wie ich eigentlich davon träumte … Diese Baby Shower bedeutete für mich so viel mehr als eine bloße Party. Sie war eine ganz wichtige Saat in meinen eigenen Traum und ein Zeichen, das ich in der unsichtbaren Welt gesetzt hatte. Sie war auch eine Kampfansage an den Feind, der ständig versuchte, mich auf meinem Weg des Vertrauens und Säens zu entmutigen. Das Besondere und Erstaunliche an diesem göttlichen Prinzip war: Jede Saat machte mich stärker im Glauben und in der Hoffnung, dass sich Gottes gute Verheißungen erfüllen würden – auch für mich, zu SEINER Zeit!

Gott führte mich mit anderen Frauen aus meiner Umgebung zusammen, die auch auf dieser herausfordernden Reise durch die Kinderwunschzeit unterwegs waren, Frauen, die ebenfalls für ihr eigenes Baby hofften und beteten. Und so trafen wir uns ab und zu bei mir, um dies gemeinsam zu tun – mit vereinten Kräften, und um einander zu ermutigen.

Diese Gespräche taten mir gut und sie zeigten mir auch auf, dass meine Trauer über die ausbleibende Schwangerschaft ganz normal war. Ich musste mich für meine Tränen nicht schämen. Die Bibel sagt, dass Gott unsere Tränen sieht und wertschätzt:

Du zählst alle meine Klagen und sammelst alle meine Tränen in einem Gefäß, ja du hast jede einzelne in deinem Buch festgehalten (Psalm 56,9).

Zu enttäuschter Hoffnung gehören Tränen dazu. Es gibt auch die reinigende Wirkung der Tränen, wie ich erlebt habe: Gefühle der Trauer, Frustration und Enttäuschung werden weggeschwemmt … Hauptsache, ich bleibe nicht liegen, sondern stehe immer wieder auf!

Der Start meiner Kinderwunschzeit war ein tränenreicher Abschnitt in meinem Leben. Doch es wurde mir bewusst, wie intensiv ich Jesus gerade in dieser für mich schweren Zeit gesucht hatte und wie viele Ermutigungen und Kostbarkeiten ich dadurch entdecken konnte. Mitten in der herausfordernden Kinderwunschzeit erkannte ich die Wahrheit von Sheri Rose Shepherds so treffender Aussage: „God doesn’t waste pain in your life.“3

Das ist Gottes Spezialität. Er kann die Schmerzen und Schwierigkeiten, die wir erleben, nehmen und etwas Positives daraus machen. Die Erfahrung einer leidvollen Wegstrecke macht uns einfühlsamer und sensibler für die Not anderer Menschen. Genau das durfte ich erleben! Ich durfte feststellen, wie mein Erleben, die Lektionen, die ich gelernt, und die Schlüssel, die Gott mir aufgezeigt hatte, andere Frauen mit Kinderwunsch ermutigten und in ihrem Glauben inspirierten, ohne dass ich mein Babywunder bereits empfangen hätte. Diese Erfahrung erfüllte mich mit tiefer Ehrfurcht; und plötzlich erschien mir meine Kinderwunschzeit keineswegs mehr sinnlos.

Über die Monate und Jahre ermutigte uns Gott immer wieder durch Bibelworte, Menschen, Inputs und Predigten. Ich studierte die Geschichten der biblischen Glaubensheldinnen Sarah, Hanna und Elisabeth, die alle nach langer Wartezeit mit einem Babywunder beschenkt worden waren. Erfahrungsberichte darüber, wie Gott Wunschkinder geschenkt hatte, verschlang ich regelrecht. Oh, sie ermutigten mich so sehr und ließen meinen Glauben wachsen! Im Herzen wussten wir ganz klar: Wir sollten dranbleiben, nicht aufgeben und für unser eigenes Baby glauben!

Glauben und Vertrauen ist keine nur einmalige Entscheidung. Es ist ein Training. Unser Glaube ist wie ein Muskel, der stets trainiert werden muss, damit er nicht erschlafft. Dies ist nicht zu verwechseln mit „Leistung vollbringen“, womit es nichts zu tun hat. Ich wollte stark bleiben, um gegen Enttäuschung gewappnet zu sein. Aber auch gegen unbedachte Bemerkungen und Fragen anderer, die meinen Glauben anzweifelten: „Was, du glaubst immer noch daran, dass du schwanger werden wirst? Habt ihr euren Kinderwunsch noch nicht begraben?“

Entscheidungen

Während mich Jesus an seiner Hand führte und er mir all diese kostbaren Schlüssel aufzeigte, damit ich mich in meiner Kinderwunsch-Situation zurechtfinden konnte, musste ich auch kämpfen können. In den vergangenen Jahren, während eines Zeitraums von 24 Monaten, probierten wir verschiedene schwangerschafts-begünstigende Hormontherapien aus und ließen vier Inseminationen vornehmen. Die Entscheidung, medizinische Hilfe anzunehmen, hatten wir im Vorfeld reiflich überlegt und im Gebet bewegt. Gerade im Bereich der medizinischen Hilfe gibt es heutzutage viele Optionen. Es war uns jedoch zu jeder Zeit wichtig, auf unserer Reise durch die Kinderwunschzeit keinen Schritt zu unternehmen, ohne tiefen inneren Frieden zu verspüren – beide Ehepartner gleichermaßen –, sodass wir als Ehepaar in Verantwortung vor Gott handelten und über den eingeschlagenen Weg tiefen Frieden hatten. Ja, der Friede Gottes sollte unser innerer Schiedsrichter sein, wie es so treffend in der Bibel heißt (vgl. Kolosser 3,15).

Was für ein Privileg, dass wir gemeinsam im Gebet vor Gott kommen und erwarten dürfen, dass er uns Antworten gibt! Ganz individuelle Antworten, maßgeschneidert auf unsere Situation. Denn er hat für jedes Ehepaar einen einzigartigen Plan, der auch individuelle Lösungswege beinhaltet.

All diese medizinischen Maßnahmen, für die wir ein JA hatten, führten leider zu keinem Erfolg. Obwohl medizinisch gesehen jedes Mal sehr gute Voraussetzungen vorlagen, setzte nie eine Schwangerschaft ein. Die Ärzte waren erstaunt. Wir waren enttäuscht. Ich war müde von den vielen Arztterminen und verlor mit jedem Misserfolg zusehends mein Vertrauen in die Wirksamkeit der medizinischen Unterstützung. In uns wuchs die Ahnung, dass sich Gott möglicherweise einen anderen Weg für uns ausgedacht haben könnte …

Da hörte ich von einem Gynäkologen und Reproduktionsmediziner, der in seiner Praxis „IVF Natural Cycle“ durchführte. Das war etwas Neues für mich, möglicherweise eine passende Option. So vereinbarten wir im Juli 2014 einen Termin in seiner Praxis und hatten Gelegenheit, uns von diesem Arzt im Hinblick auf unsere medizinische Vorgeschichte und Situation beraten zu lassen. Er muss meinen inneren Stress deutlich erkannt haben, denn nachdem er mich untersucht und uns weiterführende Möglichkeiten genau erläutert hatte, schaute er mich an und empfahl uns: „Fahren Sie wie geplant in den Urlaub und suchen Sie Erholung und Ruhe. Nehmen Sie sich viel Zeit, um zur Ruhe zu kommen und gute Entscheidungen zu treffen. Tun Sie nur das, worüber Sie Frieden empfinden, denn Stress ist absolut nicht förderlich für die Empfängnis.“ Mit diesen Worten entließ er uns. Ich war beeindruckt. Kein Wort über das Ticken meiner biologischen Uhr! Kein Versuch, uns als Klienten zu gewinnen! Dafür die herzliche Empfehlung, innerlich zur Ruhe zu kommen und erst dann zu entscheiden, wie es weitergehen sollte. Das nahm ich mir zu Herzen. Diese Worte aus dem Munde eines erfahrenen Mediziners ermutigten mich unglaublich, alle Anspannung rund um das Thema Kinderwunsch loszulassen und einfach durchzuatmen. Zur Ruhe zu kommen.

Zudem riet mir meine eigene Gynäkologin mich nicht nur bewusst für medizinische Hilfe zu entscheiden, sondern auch weise abzuwägen, wann der Zeitpunkt gekommen sei, damit aufzuhören, sodass wir später nichts zu bereuen hätten. Was für ein weiser Rat! War etwa nun der Zeitpunkt dafür gekommen? Sollten wir mit medizinscher Hilfe fortfahren und gar etwas Neues ausprobieren, oder nicht? Diese Frage brachte ich vor Gott und erbat eine himmlische Antwort. Eine Antwort, die mich nicht zweifeln ließ, sondern mich mit einem tiefen Frieden im Herzen beschenkte. Zuerst war es nur ein inneres Empfinden. Tage später drang ein Zitat von Robert D. Foster so tief in mein Herz vor, dass es mir vorkam, als hätte Gott direkt und laut zu mir gesprochen:

Let God take the initiative. If you will wait, God will work! Cease from your trying; start to trust and praise HIM for what HE is going to do.4

Klarer hätte die Antwort nicht sein können! So entschieden wir uns im Sommer 2014, keine medizinische Hilfe mehr anzunehmen. Das bedeutete aber nicht, dass wir unseren Kinderwunsch begraben hätten. Nein, wir wollten die Erwartung aufrechterhalten, auf Gottes ungeahnte Möglichkeiten vertrauen und nicht an seinem Wort zweifeln!

Denn für Gott ist nichts unmöglich. Keines seiner Worte ist ohne Kraft oder unmöglich zu erfüllen (Lukas 1,37 AMP).

Unterdessen stellten wir fest, wie Gott uns in Bezug auf das Thema Kinderwunsch in eine Ruhe geführt hatte. Wie befreiend!

Freudige Erwartung

Ebenfalls im Sommer 2014 bekamen wir als Ehepaar ein prophetisches Wort, welches unsere Erwartung so richtig in Schwung brachte:

„Gott sieht euren Kinderwunsch. Ihr habt bereits empfangen. Es dauert nicht mehr lange, bis es sichtbar wird!“

Mit offenem Herzen und großer Erwartung nahmen wir dann im September am Kinderwunschseminar von Marietta und Hartmut Olschewsky teil, wo wir weitere Kraftnahrung für unseren Glauben und Ermutigung bekamen.

Anfangs Januar 2015, unterdessen war ich 38 Jahre alt, schrieb ich mutig in mein Tagebuch: „Ich bin zuversichtlich und erwarte, dass ich in diesem Jahr schwanger werde! Es kostet mich viel Mut, dies so aufzuschreiben. Ich erwarte, dass sich unser sehnlicher Kinderwunsch erfüllt und wir unser Baby in die Arme schließen dürfen.“

Im März 2015, mitten im farbenfrohen Frühlingsgeschehen, öffnete Gott mir die Augen für folgende Verse:

Mein Geliebter sagt zu mir: Steh auf, meine Freundin, meine Schöne, und komm! Denn der Winter ist vorüber, die Regenzeit ist vorbei und vergangen. Die Blumen beginnen zu blühen, die Zeit des Singens ist gekommen: Überall in unserem Land hört man die Turteltaube gurren. Die Feigenbäume tragen Knospen, die Reben stehen in Blüte und verströmen ihren Duft. Steh auf, meine Freundin, meine Schöne, und komm! (Hohelied 2,10-13).

Ich empfand diese Worte als Gottes Einladung, um in seine Gegenwart zu kommen und zu entdecken, was er für mich bereithält. Der Winter ist vorüber, der Frühling steht vor der Tür. Was für ein wunderbares Bild, was für ein kostbares Versprechen: Nach dem langen Ausharren im kalten, unfreundlichen Winter kommt der Frühling! Das ist die Zeit des Knospens und des Blühens. Alles wird neu. Neues entsteht. Die Zeit des Singens ist gekommen. Ich will jubeln und Gott für das preisen, was er verheißen hat und noch tun wird – auch wenn ich es noch nicht mit meinen natürlichen Augen sehe. Denn jetzt ist die Zeit des Singens, die Gottes Wirken den Weg ebnet.

Ich fühlte mich so inspiriert und überwältigt von diesen Worten und Gedanken, dass ich mich für einen Spaziergang in der Frühlingsnatur aufmachte. Dabei dankte ich Gott für alles, was er in meinem Leben an Gutem und Schönem geschenkt hatte. Ja, ich wollte innerlich aufstehen, mich bereit machen und es in meinem Leben Frühling werden lassen!

Ich kaufte mir einen wunderschönen Strauß Frühlingsblumen als sichtbares Zeichen für das Neue, das in meinem Leben zum Erblühen kommen würde. Der köstliche Duft dieser Blumen sollte mich täglich an diese wunderbaren Worte erinnern.

Zeit der Ernte

Und dann – nach sieben Jahren Reise durch die Kinderwunschzeit – war ich urplötzlich schwanger! Im Mai 2015 wurden wir mit einem positiven Schwangerschaftstest überrascht, obwohl sich äußerlich nichts verändert hatte. Freudentränen flossen, unsere Zeit des Jubelns war gekommen! Gott hatte unseren langjährigen Wunsch erfüllt und unseren Traum sichtbar werden lassen: Ich war schwanger!

Unglaublich, nun war sie da, unsere Erntezeit! Wie wahr, was in der Bibel steht:

Weinend gehen sie hinaus und streuen ihre Samen, jubelnd kehren sie zurück, wenn sie die Ernte einholen (Psalm 126,6).

Deshalb werdet nicht müde zu tun, was gut ist. Lasst euch nicht entmutigen und gebt nie auf, denn zur gegebenen Zeit werden wir auch den entsprechenden Segen ernten (Galater 6,9).

Alles Warten, Vertrauen, Festhalten an der Verheißung, Durchhalten in Wüstenzeiten, Aufstehen nach dem Fallen und Weiterkämpfen hatte sich gelohnt. Was uns unmöglich schien, ließ Gott für uns möglich werden!

Unsere Freude war unbeschreiblich, als wir im Januar 2016 endlich unser BabyWUNDER, unsere kleine Prinzessin, in die Arme schließen konnten. Ja, Gott ist treu und steht zu seinen Zusagen. Er ist ein Gott, der gerne überfließend gibt! Und: Nach der Geburt unserer Tochter stellte ich ganz erstaunt fest, dass die monatlichen Bauchschmerzen einfach weg waren! Geheilt. Endlich ein Leben ohne regelmäßige Einnahme von Schmerztabletten. Ohne plagende Schmerzen und Bauchkrämpfe während der Monatsblutung. Für mich ein weiteres Wunder!

Und um uns nochmals in aller Deutlichkeit vor Augen zu malen, wie gerne er in Fülle gibt, schenkte Gott uns zwei Jahre später ein zweites Babywunder, einen wunderbaren, kleinen Jungen. Unsere Herzen jubilieren!

Diese Kinderwunsch-Reise hätte ich mir niemals selber ausgesucht! Doch im Nachhinein stelle ich fest, wie viele Perlen ich gerade in dieser herausfordernden Zeit bergen konnte. Ich habe erkannt, dass es Gott in erster Linie darum geht, dass ich ganz nahe an sein Herz komme. Gerade in dieser langen Wartezeit durfte ich Jesus noch viel tiefer kennenlernen, erleben, wie er mich führt, tröstet und zu mir redet, sodass ich es auch verstehe. Ich habe persönlich erlebt, dass Gott treu zu seinen Zusagen steht. Seine Verheißungen sind JA und AMEN!

Deborah aus der Schweiz

 

1Kursiv gedruckte Fremdwörter sind im Glossar erläutert.

2 Eine Baby Shower ist eine Party für die schwangere Mama, um das neue Leben zu feiern.

3 Dt. Gott vergeudet keinen Schmerz in deinem Leben.

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