Kirchengeschichte - Eusebius von Cäsarea - E-Book

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Eusebius von Cäsarea

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Beschreibung

Eusebius von Cäsarea, Bischof und Kirchenvater, geb. um 260 in Palästina, gest. um 340 in Cäsarea, gilt als der bedeutendste Historiker des frühen Christentums. Seine "Kirchengeschichte" beschreibt das Werden der jungen Religion und deren oft schweres Schicksal im Römischen Reich von der Geburt Jesu Christi an bis zum Jahr 324. Besonders wertvoll sind hierbei seine Zitate aus alten christlichen Schriften - Werke, die heute verschollen sind und von welchen ohne die Wiedergabe in der "Kirchengeschichte" selbst diese Fragmente verloren wären. Eusebius stellt in bewegenden Worten die Ausbreitung des Christentums dar, die schweren, an menschenverachtender Brutalität nicht zu überbietenden Verfolgungen der römischen Staatsorgane bis zum Toleranzedikt von 311, und die Kämpfe der in seinen Augen rechtgläubigen Kirchengelehrten gegen die wuchernden Häresien. Damit ist Eusebius' "Kirchengeschichte" ein historisches Dokument von besonderer Güte. Übersetzung von August Cloß, Neubearbeitung von Conrad Eibisch

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Seitenzahl: 672

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Schätze der christlichen Literatur 1. Band.

Inhalt.

Leben und Schriften des Eusebius.

Erstes Buch.

Inhalt des Werkes.

Summarische Vorstellung von der Präexistenz und Gottheit unseres Erlösers und Herrn Jesus Christus.

Der Name Jesus und Christus selbst ist schon vormals bekannt und bei den gottbegeisterten Propheten in Achtung gewesen.

Die von ihm allen Völkern gepredigte Religion war weder neu, noch fremd.

Von der Zeit der Erscheinung Christi auf Erden.

Wie um die Zeit der Erscheinung Christi, den Aussprüchen der Propheten gemäß, die Regierungsfolge der einheimischen Fürsten bei dem jüdischen Volke aufgehört und wie Herodes, der erste Ausländer, König desselben gewesen.

Von der vermeintlichen Verschiedenheit der Evangelien in Betreff des Geschlechtsregisters Christi.

Von der Grausamkeit des Herodes gegen die Kinder und was für ein Ende er genommen.

Von den Zeiten des Pilatus.

Von den Hohepriestern der Juden, unter welchen Christus sein Lehramt verwaltet.

Zeugnisse von Johannes dem Täufer und von Christus.

Von den Jüngern unseres Erlösers.

Erzählung von dem Fürsten der Edessener.

Zweites Buch.

Vorrede.

Von der Anordnung der Apostel nach der Himmelfahrt Christi.

Wie Tiberius gestimmt worden, als er von Pilatus erfahren, was mit Christus vorgefallen.

Wie die Lehre von Christus in kurzer Zeit sich in aller Welt verbreitet.

Wie Gaius nach dem Tode des Tiberius den Agrippa zum König der Juden macht und den Herodes mit immerwährender Verbannung bestraft.

Wie Philo für die Juden eine Gesandtschaft an Gaius übernommen hat.

Was für Unfälle die Juden nach dem Frevel wider Christus betroffen.

Wie sich Pilatus selbst entleibte.

Von der Hungersnot unter Claudius.

Der Märtyrertod des Apostels Jakobus.

Wie Agrippa, auch Herodes genannt, nach der Verfolgung der Apostel sogleich die göttliche Strafe empfunden.

Von dem Betrüger Theudas und seinem Anhang.

Von Helena, der Königin der Osroener.

Von Simon dem Magier und einer anderen Helena.

Von der Predigt des Apostels Petrus in Rom.

Von dem Evangelium des Marcus.

Wie zuerst Marcus den Ägyptern die Lehre Christi gepredigt.

Was Philo von den Asketen in Ägypten erzählt.

Was für Schriften des Philo auf uns gekommen sind.

Was für ein Unglück die Juden zu Jerusalem am Tage des Passah getroffen.

Was unter Nero zu Jerusalem vorgefallen.

Von dem Ägypter, dessen auch die Apostelgeschichte gedenkt.

Wie Paulus aus Judäa in Fesseln nach Rom geschickt und nach seiner Verantwortung von aller Schuld freigesprochen worden ist.

Wie Jakobus, welcher ein Bruder des Herrn heißt, den Märtyrertod erlitten hat.

Wie nach Marcus Annianus der erste Bischof der Gemeinde zu Alexandria geworden.

Von der Verfolgung unter Nero, in welcher Petrus und Paulus zu Rom mit dem Märtyrertum für die Religion geschmückt worden.

Wie die Juden von unzähligen Drangsalen heimgesucht worden und wie sie den letzten Krieg gegen die Römer angefangen.

Drittes Buch.

In was für Gegenden der Erde die Apostel Christus verkündigt.

Wer zuerst der römischen Kirche vorgestanden.

Von den Briefen der Apostel.

Von der ersten Nachfolge der Apostel.

Von der letzten Belagerung Jerusalems nach den Zeiten Christi.

Von der Hungersnot, welche die Juden bedrängte.

Von den Vorhersagungen Christi.

Von den Zeichen vor dem Kriege.

Von Josephus und seinen hinterlassenen Schriften.

Wie Josephus der göttlichen Bücher gedenkt.

Wie nach Jakobus Symeon Bischof der Gemeinde zu Jerusalem geworden.

Wie Vespasian die Nachkommen Davids aufzusuchen befohlen.

Wie Anenkletus zweiter Bischof von Rom geworden.

Wie Abilius zweiter Bischof von Alexandrien geworden.

Wie Clemens dritter Bischof von Rom geworden.

Von dem Briefe des Clemens.

Von der Verfolgung unter Domitian.

Von dem Apostel Johannes und der Offenbarung.

Wie Domitian die vom Geschlechte Davids umzubringen befohlen.

Von den Verwandten unseres Erlösers.

Wie Cerdo als dritter Bischof der Gemeinde zu Alexandrien vorgestanden.

Wie Ignatius zweiter Bischof von Antiochien gewesen.

Erzählung von dem Apostel Johannes.

Von der Ordnung der Evangelien.

Von den allgemein angenommenen göttlichen Schriften und von denen, welche dieses nicht sind.

Von dem Betrüger Menander.

Von der Ketzerei der Ebionäer.

Von dem Erzketzer Kerinth.

Von Nikolaus und der nach ihm genannten Sekte.

Von den Aposteln, welche im Ehestande gelebt.

Von dem Tode des Johannes und Philippus.

Wie Symeon, Bischof von Jerusalem, den Märtyrertod erlitten.

Wie Trajan die Christen aufzusuchen verboten.

Wie Evarestus vierter Bischof der römischen Gemeinde gewesen.

Wie Justus als dritter Bischof der Gemeinde zu Jerusalem vorsteht.

Von Ignatius und seinen Briefen.

Von den noch damals berühmten Evangelisten.

Von dem Briefe des Clemens und von den ihm fälschlich zugeschriebenen Schriften.

Von den Schriften des Papias.

Viertes Buch.

Was für Bischöfe unter der Regierung des Trajan zu Rom und Alexandrien gewesen.

Was die Juden unter Trajan betroffen.

Von denen, welche unter der Regierung des Hadrian Schutzschriften für den Glauben verfaßt haben.

Was für Bischöfe in Rom und Alexandrien unter diesem Kaiser gewesen.

Was für Bischöfe in Jerusalem von den Zeiten des Erlösers an bis auf den Kaiser Hadrian gewesen.

Die letzte Überwältigung der Juden unter Hadrian.

Was für Urheber der fälschlich sogenannten Erkenntnis damals gewesen.

Was für Kirchenschriftsteller damals gewesen.

Brief des Hadrian, daß man nicht ungehörter Sache wider uns verfahren solle.

Was für Bischöfe unter der Regierung des Antoninus zu Rom und Alexandrien gewesen.

Von den Sektenstiftern der damaligen Zeiten.

Von der Schutzschrift des Justin an Antoninus.

Schreiben des Kaisers Antoninus an die Landesversammlung von Asien in Betreff unseres Glaubens.

Was von Polykarp, dem Schüler der Apostel, erzählt wird.

Wie unter Verus Polykarp nebst anderen den Märtyrertod in der Stadt Smyrna erlitten.

Wie Justin, der Philosoph, in der Stadt Rom die Lehre Christi gepredigt und ein Märtyrer geworden.

Von den Märtyrern, welcher Justin in seiner Schrift gedenkt.

Was für Schriften des Justin auf uns gekommen.

Was für Bischöfe unter der Regierung des Verus den Gemeinden zu Rom und Alexandrien vorgestanden.

Welche der Gemeinde zu Antiochien.

Von den Kirchenschriftstellern, welche zu dieser Zeit hervorgeleuchtet.

Von Hegesippus und verschiedene Nachrichten, die er gibt.

Von Dionysius, Bischof von Korinth, und den Briefen, die er geschrieben.

Von Theophilus, dem Bischof von Antiochien.

Von Philippus und Modestus.

Von Melito und den verschiedenen aus ihm genommenen Sachen.

Von Apollinaris, dem Bischof der Gemeinde zu Hierapolis.

Von Musanus und seinen Schriften.

Von der Sekte des Tatian.

Von dem Syrer Bardesanes und den ihm beigelegten Schriften.

Fünftes Buch.

Vorrede.

Wie viele unter der Regierung des Verus in Gallien den Kampf für die Religion gekämpft und auf welche Art.

Wie die gottgeliebten Märtyrer gegen die in der Verfolgung Gefallenen freundschaftlich und hilfreich sich bezeigt.

Was für eine Erscheinung der Märtyrer Attalus im Traum gehabt.

Wie die Märtyrer den Irenäus schriftlich empfohlen.

Wie Gott das Gebet der unsrigen erhört und dem Kaiser Marcus Aurelius vom Himmel herab Regen gesandt.

Verzeichnis der Bischöfe zu Rom.

Wie noch bis auf die damaligen Zeiten durch die Gläubigen Wundertaten verrichtet worden.

Wie Irenäus der heiligen Bücher Meldung tut.

Was für Bischöfe unter Commodus gewesen.

Von dem Philosophen Pantänus.

Von Clemens von Alexandrien.

Von den Bischöfen zu Jerusalem.

Von Rhodon und der Nichtübereinstimmung der Marcioniten, deren er gedenkt.

Von den falschen Propheten der Kataphrygier.

Von der durch Blasius zu Rom veranlaßten Spaltung.

Was von Montanus und seinen falschen Propheten erzählt wird.

Von Miltiades und seinen Schriften.

Wie auch Apollonius die Kataphrygier widerlegt und was er sonst berichtet.

Serapions Urteil von der Ketzerei der Phrygier.

Wie Irenäus wider die Schismatiker zu Rom geschrieben.

Wie Apollonius zu Rom ein Märtyrer geworden.

Welche Bischöfe zu dieser Zeit berühmt gewesen.

Von der damals in Anregung gebrachten Passahfrage.

Von der Unstimmigkeit in Asien.

Wie alle in Betreff des Passahs einen einstimmigen Schluß gefaßt.

Was für Proben von der guten Denkungsart des Irenäus wir noch haben.

Was für Schriften wir auch noch von den übrigen damals blühenden Männern haben.

Von den ersten Anhängern der Ketzerei des Artemon, wie ihr Charakter beschaffen gewesen und wie sie sich die Heilige Schrift zu verfälschen unterwunden.

Sechstes Buch.

Von der Verfolgung unter Severus.

Von der Unterweisung des Origenes in seiner Jugend.

Wie Origenes noch sehr jung schon das göttliche Wort gelehrt.

Wie viele von den Schülern des Origenes Märtyrer geworden.

Von Potamiäna.

Von Clemens von Alexandrien.

Von dem Schriftsteller Judas.

Von der kühnen Tat des Origenes.

Von den Wundern des Narcissus.

Von den Bischöfen zu Jerusalem.

Von Alexander.

Von Serapion und seinen noch vorhandenen Schriften.

Von den Schriften des Clemens.

Wie vieler Bücher der Heiligen Schrift Clemens erwähnt.

Von Heraklas.

Welchen Fleiß Origenes auf die Heilige Schrift verwandt.

Von dem Übersetzer Symmachus.

Von Ambrosius.

Zeugnisse von Origenes.

Welche Schriften von damals lebenden Verfassern noch jetzt vorhanden sind.

Was für Bischöfe zu der damaligen Zeit berühmt gewesen.

Welche Schriften des Hippolyt auf uns gekommen.

Von dem Fleiße des Origenes und wie er die Würde eines Presbyters in der Kirche erlangt.

Was für Auslegungen Origenes zu Alexandrien geschrieben.

Wie Origenes der kanonischen Bücher Meldung tut.

Wie Heraklas das Bistum zu Alexandrien übernommen.

In welchem Ansehen Origenes bei den Bischöfen gestanden.

Von der Verfolgung unter Maximinus.

Von Fabianus, wie er von Gott auf eine wunderbare Weise zum römischen Bischof erklärt worden.

Von den Schülern des Origenes.

Von Africanus.

Welche Auslegungen Origenes zu Cäsarea in Palästina geschrieben.

Von dem Irrtume des Beryllus.

Von dem Kaiser Philippus.

Wie Dionysius der Nachfolger des Heraklas im Bistum geworden.

Was für Schriften Origenes sonst noch ausgearbeitet.

Von der Uneinigkeit der Araber.

Von der Ketzerei der Helkesaiten.

Von der Verfolgung unter Decius und was Origenes gelitten.

Von dem, was sich mit Dionysius zugetragen.

Von denen, welche zu Alexandrien selbst Märtyrer geworden.

Was Dionysius weiter erzählt.

Von Novatus, seinem Charakter und seiner Sekte.

Die Erzählung des Dionysius von Serapion.

Brief des Dionysius an Novatus.

Von den anderen Briefen des Dionysius.

Siebentes Buch.

Vorrede.

Von der schlechten Handlungsweise des Decius und Gallus.

Was für Bischöfe damals zu Rom gewesen.

Wie Cyprian nebst den ihm anhängenden Bischöfen zuerst der Meinung gewesen, daß man diejenigen, welche von ketzerischem Irrtum zurückkehrten, durch die Taufe reinigen müsse.

Wie viele Briefe Dionysius hierüber geschrieben.

Von dem Frieden nach der Verfolgung.

Von der Ketzerei des Sabellius.

Von dem höchst verabscheuungswürdigen Irrtum der Ketzer, und der dem Dionysius von Gott gewordenen Erscheinung, so wie von der Kirchenregel, die er überliefert bekommen.

Von dem Irrglauben des Novatus.

Von der gottlosen Taufe der Ketzer.

Von Valerianus und der Verfolgung unter ihm.

Von dem, was damals dem Dionysius und den Christen in Ägypten begegnet.

Von denen, die zu Cäsarea in Palästina Märtyrer geworden.

Von dem Frieden unter Gallienus.

Was für Bischöfe damals geblüht.

Wie Marinus zu Cäsarea ein Märtyrer geworden.

Erzählung von Astyrius.

Von den Zeichen der Wundertätigkeit unseres Erlösers zu Paneas.

Von der Bildsäule, welche die blutflüssige Frau hat errichten lassen.

Von dem Stuhle des Bischofs Jakobus.

Von den Festbriefen des Dionysius, worin er auch einen Passahkanon bekannt macht.

Von den Begebenheiten zu Alexandria.

Von der damals herrschenden Krankheit.

Von der Regierung des Gallienus.

Von Nepos und der Spaltung, die er veranlaßt.

Von der Offenbarung des Johannes.

Von den Briefen des Dionysius.

Von Paulus von Samosata und der von ihm zu Antiochien angerichteten Ketzerei.

Von den ausgezeichneten Bischöfen, welche damals einen Namen gehabt.

Wie Paulus von einem Presbyter, namens Malchion, der ein Sophist gewesen, überführt und darauf seiner Würde entsetzt worden.

Von dem Briefe der Bischöfe gegen Paulus.

Von der verderblichen Irrlehre der Manichäer, welche damals zuerst ihren Anfang genommen.

Von den zu unserer Zeit selbst ausgezeichneten Kirchenlehrern und welche von ihnen noch bis zu der Zerstörung der Kirchen gelebt.

Aus dem Passahkanon des Anatolius.

Achtes Buch.

Vorrede.

Von den Zuständen vor der Verfolgung zu unserer Zeit.

Von der Zerstörung der Kirchen.

Von dem Verhalten derer, welche in der Verfolgung gekämpft haben.

Von den berühmten Märtyrern Gottes, wie sie verschiedene Kronen im Kampf für die Religion sich erworben und die ganze Welt mit dem Ruf ihres Namens erfüllt haben.

Von den Vorgängen zu Nikomedia.

Von dem kaiserlichen Hofgesinde.

Von den Ägyptern, die in Phönizien Märtyrer geworden.

Von den Märtyrern in Ägypten.

Von den Märtyrern in Thebais.

Schriftlicher Bericht des Märtyrers Phileas von dem, was zu Alexandrien sich zugetragen.

Von Vorfällen in Phrygien.

Von sehr vielen anderen Männern und Frauen, welche auf verschiedene Weise den Kampf bestanden.

Von den Vorstehern der Gemeinden, die die Wahrheit der Religion welche sie lehrten, mit ihrem Blute bewiesen haben.

Von dem Charakter der Feinde der Religion.

Von dem, was die Heiden betroffen.

Wie sich die Sachen zu unserem Vorteil gewendet.

Von der Widerrufung des kaiserlichen Edikts.

Neuntes Buch.

Von der vorgeblichen Gnade des Maximinus.

Von der hierauf erfolgten Verschlimmerung.

Von dem neu errichteten Götzenbilde zu Antiochien.

Von den Beschlüssen der Städte wider uns.

Von den erdichteten Akten.

Von denen, welche zu dieser Zeit Märtyrer geworden.

Von dem gegen uns durch Anschlag an den Säulen bekannt gemachten Edikte.

Von dem, was hierauf in der Hungers-, Pest- und Kriegszeit erfolgt ist.

Von dem Siege der gottseligen Kaiser.

Von dem Untergang der Tyrannen und welcher Worte sie sich noch vor ihrem Ende bedient.

Von dem letzten Untergange der Feinde der Religion.

Zehntes Buch.

Von dem Frieden, den uns Gott verschafft hat.

Von der Wiederaufbauung der Kirchen.

Von den aller Orten gehaltenen Kirchweihungen.

Festrede über unsere glücklichen Verhältnisse.

Abschriften der kaiserlichen Gesetze.

Abschrift eines Schreibens, durch welches der Kaiser den Gemeinden Geld schenkt.

Von der Befreiung der Geistlichen von öffentlichen Ämtern.

Von der später sich zeigenden Schlechtigkeit des Licinius und von seinem Sturze.

Von dem Siege des Constantin und was den Untertanen des Römischen Reichs durch ihn zuteil geworden.

Leben und Schriften des Eusebius.

Das Leben des Eusebius, Bischofs von Cäsarea in Palästina, fällt in einen der wichtigsten Zeiträume, welche die Weltgeschichte aufzuweisen hat, nämlich in die Zeit, wo das immer mehr seinem Verfalle und Untergange zueilende Heidentum seine letzte gewaltsame Kraftanstrengung zu seiner Erhaltung und zu Vernichtung des Christentums macht, und wo dieses dennoch nach manchen Drangsalen und Leiden zuletzt durch Constantin den Großen siegreich aus dem langen Kampfe hervorging und sich behauptete. Indes das eigentliche Jahr seiner Geburt, so wie der Ort derselben sind ungewiß und zweifelhaft. Die gewöhnliche Annahme ist, daß Eusebius unter der Regierung des Gallienus, zwischen den Jahren Christi 260 und 270 geboren sei, und zwar in Palästina, für welche Provinz allerdings der Umstand spricht, daß sich keine Spur findet, daß er außer Palästina gewesen und daß er mit den dortigen und der benachbarten Länder Begebenheiten sehr genau bekannt ist, wogegen seine Kenntnis der Begebenheiten in dem Verhältnisse abnimmt, je weiter der Schauplatz derselben Palästina entrückt ist. Einige nehmen sogar bestimmt an, Eusebius sei zu Cäsarea geboren, weil er Eusebius von Cäsarea genannt wird, ohne daß jedoch dieser Beiname allein zu dieser Annahme berechtigte. Von seinen Eltern, deren Stand und Verhältnissen ist durchaus keine Kunde auf uns gekommen; auch wissen wir nicht, wer sein Lehrer gewesen, wiewohl einige den (7, 32 angeführten) Dositheus als solchen nennen, in welcher Stelle aber Eusebius nur sagt, er habe ihn die Heilige Schrift vor der Gemeinde nicht ohne Geschick auslegen hören. In reiferen Jahren genoß Eusebius ohne Zweifel den Unterricht des Meletius, dessen Talent und Gelehrsamkeit er in der angeführten Stelle die größte Achtung zollt und von dem er sagt, daß er sieben Jahre Umgang mit ihm gehabt habe und des Presbyters Pamphilus, der, ein Verehrer des Origenes, ihn wohl mit den Schriften und der Lehre dieses großen Kirchenlehrers bekannt machte. Mit der Zeit bildete sich zwischen Eusebius und dem letzteren gelehrten, für die Wissenschaft eifrig eingenommenen Mann die innigste nur durch den Tod gelöste Freundschaft, deren Einfluß schon dadurch Vorteilhaft auf Eusebius und das Christentum sein mußte, daß sie ihm die Möglichkeit und Gelegenheit verschaffte, die von Pamphilus angelegte ansehnliche Bibliothek zu seiner weiteren gelehrten Bildung zu benutzen. Als Pamphilus im fünften Jahre der diokletianischen Verfolgung (307) in das Gefängnis geworfen wurde, so besuchte ihn Eusebius nicht nur immer während der zwei Jahre, welche jener darin zubringen mußte, sondern schrieb auch darin gemeinschaftlich mit ihm die fünf ersten Bücher der Apologie für Origenes. Eusebius bewies gegen Pamphilus eine so standhafte Treue, daß er selbst seiner Hinrichtung anwohnte, seinen eigenen Namen dem des Pamphilus beisetzte, (daher Eusebius Pamphili, nämlich Freund) und bei jeder Gelegenheit mit inniger Liebe und hoher Achtung in seinen Schriften desselben erwähnte und sein Leben in drei Büchern beschrieb. Ein schönes Denkmal hat er ihm namentlich im elften Kapitel der Schrift von den Märtyrern in Palästina gesetzt. Während der erwähnten Verfolgung war Eusebius bereits Lehrer; denn im dritten Jahre derselben (305) starb einer seiner Schüler, Apphicanus, den Märtyrertod. Noch wütete dieselbe, als Eusebius, aus uns unbekannten Gründen, sich nach Ägypten begab, wo er Augenzeuge der gegen die Christen angewandten furchtbaren Martern war. Nachdem der Verfolgungssturm vorüber war, wurde Eusebius vom Presbyter zum Bischof von Cäsarea erwählt, in welchem Jahre aber, ist ungewiß, doch muß es vor 315 geschehen sein, weil wir ihn in diesem Jahre als Bischof bei einer Kirchweihe zu Tyrus finden; denn daß Eusebius es gewesen, der die in seiner Kirchengeschichte 10, 4. angeführte Rede gehalten, unterliegt keinem Zweifel. Im Jahre 317 brach zu Alexandrien der bekannte arianische Streit aus. Arius nämlich, Presbyter in dieser Hauptstadt, hatte behauptet, daß der Logos einst durch den göttlichen Willen aus nichts geschaffen sei, erstes Geschöpf und Weltschöpfer, daher allerdings Gott zu nennen, doch abhängig vom Vater. Sein Bischof dagegen behauptete, daß der Logos von Ewigkeit her aus dem Wesen Gottes gezeugt, daher Gott vom Gotte dem Vater gleich sei. Arius wurde abgesetzt und aus der Gemeinde verstoßen. Er wandte sich nun an Eusebius, an Paulinus, Bischof zu Tyrus und an Patrophilus, Bischof von Skythopolis. Diese baten den Alexander schriftlich, er möchte den Arius wieder aufnehmen und Versammlungen des Volks halten lassen. Der alexandrinische Bischof aber suchte sein Betragen nicht nur diesen Männern gegenüber, sondern auch gegen viele andere Bischöfe zu rechtfertigen. Man nahm immer mehr für Arius oder Alexander Partei. Die Gärung stieg und verbreitete sich immer wieter, trotz der nochmaligen Ermahnungen Constantins zu Aufgebung einer nach seiner damaligen Ansicht unnützen Streitfrage, bis sich der Kaiser zuletzt genötigt zu sehen glaubte für diese Sache und die Wiederherstellung des Kirchenfriedens eine allgemeine Versammlung der Bischöfe nach Nicäa, zusammenzurufen. Es erschienen bei zweihundertfünfzig. Unser Eusebius wurde auf dieser Versammlung hochgeehrt. Er war es, der den Kaiser in einer feierlichen Rede bewillkommte: auch erhielt er unter allen Bischöfen den ersten Rang und saß unmittelbar neben dem Kaiser zu seiner Rechten. Die Geschichte des Konziliums selbst gehört nicht hierher, nur ist in Betreff unseres Eusebius zu bemerken, daß auch er nach einigen Bedenklichkeiten über einige in dem auf der Versammlung veranstalteten Glaubensbekenntnisse gebrauchte Ausdrücke, nachdem dieselben durch die Erklärung der Väter gehoben waren, sich zufrieden gab und das Glaubensbekenntnis, sowie die Verdammung gegen Andersdenkende unterschrieb. Freilich wollen einige wissen, Eusebius habe dies weniger aus Überzeugung als aus Furcht vor dem Kaiser getan. Als im Jahre 329 Bischof Eustachius von Antiochien wegen Beschuldigung des Sabellianismus und grober Vergehen gegen die Sittlichkeit durch eine Kirchenversammlung seines Amtes entsetzt worden war, übertrug ein Teil der dortigen Gemeinde und die daselbst versammelten Väter dem Eusebius den erledigten Bischofssitz, allein Eusebius lehnte aus Achtung gegen die Kirchenregel und aus Liebe zum Frieden – denn da ein anderer Teil des Volks auf der Wiedereinsetzung des Eustathius bestand, so war jeden Augenblick der Ausbruch von Tätlichkeiten zu befürchten – den ehrenvollen Antrag ab, wodurch er von Seiten Constantins große Lobsprüche einerntete. Überhaupt hatte dieser Kaiser sehr hohe Begriffe von Eusebius und zeichnete ihn vor allen anderen aus. Er stand mit ihm in brieflichem Verkehr, gestattete ihm freien Zutritt zu sich und zog ihn häufig zur kaiserlichen Tafel. Als Constantin die Gemeinde seiner neugegründeten Stadt mit Büchern versorgen wollte, so erhielt Eusebius, als der gelehrteste Bischof seiner Zeit, von ihm den Auftrag, eine beträchtliche Anzahl Exemplare der Heiligen Schrift abschreiben zu lassen. Bei einer wegen der gegen Bischof Athanasius von Alexandrien 335 zu Tyrus gehaltenen Kirchenversammlung führte Eusebius auf Befehl Constantins den Vorsitz und wußte auf derselben gegen die rohen Ausbrüche des Neides, des Hasses und der Verleumdungssucht des Bischofs Potamo mit vieler Klugheit seine Würde zu wahren. Nachdem Athanasius durch einen Spruch der Versammlung seines Amtes entsetzt war, wohnte Eusebius der Einweihung einer Kirche zu Jerusalem bei und hielt bei dieser Gelegenheit verschiedene Reden. Sodann reiste er nach Konstantinopel, um dem Kaiser Bericht über die Vorfälle zu Tyrus zu erstatten und hielt bei diesem Anlasse die dem Leben Constantins angehängte Lobrede auf diesen Kaiser im kaiserlichen Palaste der neuen Hauptstadt. Nach dem Tode Constantins, welcher im Jahr 337 erfolgte, scheinen die Tätigkeit des Eusebius weniger mehr die Begebenheiten seiner Zeit, als schriftstellerische Arbeiten in Anspruch genommen zu haben; wenigstens haben wir keine Nachrichten in ersterer Hinsicht, während noch aus dem zwischen des Kaisers und seinem eigenen Tod liegenden Zeitraum einige Schriften, z. B. die vier Bücher vom Leben Constantins auf uns gekommen sind. Eusebius starb höchst wahrscheinlich im Jahre 340 und hinterließ den Bischofssitz zu Cäsarea seinem Schüler Akacius, welcher eine Lebensbeschreibung von seinem Lehrer verfaßte, die, wenn sie noch vorhanden wäre, uns ein treueres und vollständigeres Bild von dem Leben und den Verhältnissen des Eusebius geben könnte, als es die einzelnen zerstreuten, aus vielen Schriftstellern mühsam zu einem Ganzen zu vereinigenden Nachrichten zu geben vermögen.

Eusebius war ohne Zweifel der vielseitig gelehrteste unter den kirchlichen Schriftstellern seiner, ja Origenes ausgenommen, der ganzen älteren Zeit, jede Seite seiner zahlreichen Schriften beurkundet die ausgebreitetste Belesenheit und eine vertraute Bekanntschaft, nicht nur mit der christlichen, sondern auch Profanliteratur; auch haben seiner Gelehrsamkeit selbst diejenigen Gerechtigkeit widerfahren lassen, die seine Rechtgläubigkeit verdächtigten oder bestritten. Von dieser sind von jeher die Urteile sehr verschieden gewesen, indem einige dieselbe verteidigten, andere aber ihn eines mehr oder minder offenen oder verdeckten Arianismus beschuldigten; gewiß ist, daß er den neuen Formeln der Rechtgläubigkeit abgeneigt war, aber auch die Ansicht und die Ausdrücke des Arius als unschriftmäßig verwarf. Unter dem bunten Gewirre und wilden Getreibe der erhitzten Parteien und des rücksichtslosen Egoismus derselben während der damaligen kirchlichen Gärung zeigt Eusebius eine damals wenigstens höchst seltene und umso achtungswürdigere Friedensliebe und Mäßigung, selbst auf die Gefahr hin, verketzert zu werden. Sein Anteil an den kirchlichen Angelegenheiten seinerzeit ist oben kurz berührt. Für seine Tüchtigkeit und Gewandtheit in Geschäften spricht das ihm die Leitung solcher übertragende Zutrauen seiner Mitbischöfe und des Kaisers selbst. Überhaupt erhellt sowohl aus seinem Anteil an den kirchlichen Angelegenheiten damaliger Zeit, als auch aus seiner schriftstellerischen Tätigkeit, daß Eusebius ein um die Kirche hochverdienter Mann war.

Ohne auf eine Würdigung der sämtlichen Schriften des Eusebius einzugehen, wollen wir hier bloß seine Kirchengeschichte in das Auge fassen. Wie Herodot der Vater der Geschichte überhaupt, so kann Eusebius mit Recht der Vater der Kirchengeschichte genannt werden, mögen auch des Hegesippus nun verlorengegangene Denkwürdigkeiten aus der apostolischen Überlieferung die Grundzüge einer solchen gebildet haben. Eusebius hat mit ungemeinem Fleiße und großer Beharrlichkeit aus allen ihm zu Gebote stehenden Quellen Beiträge zu seiner Kirchengeschichte gesammelt, unterstützt dabei von seiner ausgebreiteten Gelehrsamkeit und den Hilfsmitteln, welche ihm nach seiner eigenen Versicherung die von Bischof Alexander von Jerusalem in dieser Stadt angelegte Bibliothek und die reiche Büchersammlung seines Freundes Pamphilus darboten. Die Nachricht des Hieronymus, er habe sich auch von Constantin den Zutritt zu allen Archiven zu diesem Zweck erbeten, lassen wir umso mehr dahingestellt, als aus dem Werke selbst kein Gebrauch derselben ersichtlich ist. Indes ist die Kirchengeschichte des Eusebius weniger ein harmonisches Ganze, als eine oft nur lose verbundene Materialiensammlung, eine Mosaikarbeit, was sie auch nach den in seiner Vorrede angegebenen Gründen nicht wohl anders sein konnte. Auch ist dieselbe nicht bloß historisch, sondern zugleich dogmatisch-apologetisch, da Eusebius durchaus den Zweck, verfolgt, den göttlichen Ursprung des Christentums durch seine Geschichte zu rechtfertigen und darzutun, weswegen er auch derselben eine Abhandlung über die Person Christi als Einleitung vorangeschickt hat. Die darin herrschende Darstellung ist nicht gleich, sondern sehr mannigfaltig und verschieden, je nach Beschaffenheit der Quellen, welche Eusebius benutzte. Denn statt die Nachrichten derselben zu einem Ganzen zu verschmelzen, gibt er sie gemeiniglich wörtlich, oft mitten aus dem Zusammenhange herausgerissen: indes gewährt uns diese wörtliche Anführung seiner Gewährsmänner vor einer aus denselben mit des Eusebius eigenen Worten verschmolzenen Darstellung den Vorteil, daß wir bestimmt wissen, was diese selbst gesagt haben. Spricht Eusebius selbst, so ist sein Stil zwar kunstlos, aber keineswegs einfach; indem er erhaben sein will, wird er nicht selten rhetorisch und schwülstig, oft ist er auch mehr wort- als gedankenreich. Allein aller dieser Mängel ungeachtet ist dieses Werk des Eusebius für uns von unschätzbarem Werte. Manche Nachrichten aus den ältesten Kirchenschriftstellern wären ohne dasselbe für uns auf immer verloren, über manche Partie des christlichen Altertums läge ein dichtes Dunkel; auch hat sich Eusebius durch Ausarbeitung seiner Kirchengeschichte das indirekte Verdienst erworben, daß ein Sokrates, Sozomenus, Theodoret durch sein Beispiel veranlaßt, sich an ähnliche Unternehmungen machten. Über die Zeit der Abfassung der Kirchengeschichte des Eusebius ist man nicht einig: einige setzen dieselbe vor das Konzilium von Nicäa, andere nach demselben.

Erstes Buch.

1. Kapitel.

Inhalt des Werkes.

Im Begriffe, mein Vorhaben auszuführen, eine Geschichte der Nachfolge der heiligen Apostel und zugleich der von unserem Erlöser bis auf uns verflossenen Zeiten und der Begebenheiten, welche der Kirchengeschichte zufolge vorgefallen, und welche Männer der Kirche den ausgezeichnetsten Gemeinden mit Ruhm vorgestanden und dieselben geleitet und von Geschlecht zu Geschlecht das Wort Gottes ausgebreitet haben, aufzuzeichnen, sowie mit Angabe der Zeit zu erzählen, was für Leute aus Neuerungssucht in die gröbsten Irrtümer verfallen, sich als Stifter einer fälschlich so genannten Erkenntis offen angekündigt und die Herde Christi wie reißende Wölfe auf das Grimmigste angefallen, zudem, was für Drangsale alsbald die ganze jüdische Nation wegen Frevels gegen unseren Erlöser getroffen haben, ferner, wie oft, auf welche Art und zu welcher Zeit die göttliche Religion von den Heiden bekriegt worden ist und was für Männer zu verschiedenen Zeiten unter Vergießung ihres Bluts und unter Martern die Kämpfe dafür bestanden haben, und welche Glaubenszeugnisse noch zu unserer Zeit abgelegt worden sind, und wie bei diesen allen die Hilfe unseres Erlösers gnädig und huldreich sich erwiesen hat, kann ich mit nichts anderem den Anfang machen, als mit den ersten Anstalten Gottes durch unseren Erlöser und Herrn Jesus Christus Indessen muß ich schon hier die Nachsicht der Kenner für meine Geschichte in Anspruch nehmen und offenherzig gestehen, daß ein Werk, wie ich es versprochen habe, vollkommen und ohne alle Mängel zu liefern, eine das Maß meiner Kräfte weit übersteigende Unternehmung ist. Denn, da ich bis jetzt noch der erste bin, der sich an diesen Gegenstand macht, so versuche ich es, einen, sozusagen, einsamen und noch von niemand betretenen Weg zu gehen. Möge Gott dabei mein Führer sein und die Kraft unseres Herrn mich unterstützen! Denn von Menschen, welche vor mir denselben Weg gegangen wären, vermag ich auch nicht die geringste Spur aufzufinden, es müßten denn einige kleine Anzeigen sein, worin uns verschiedene Männer zu verschiedenen Zeiten Erzählungen der Begebenheiten ihrer Zeit hinterlassen haben, deren Stimmen mir gleich hocherhobenen Fackeln dienen und mir, sozusagen, von einer hohen Warte herab zurufen und mich anweisen, wo ich gehen und wie ich frei von Irrtum und Gefahr den Lauf meiner Geschichte richten soll. Was mir nun in den zerstreuten Nachrichten jener Männer für meinen vorliegenden Gegenstand tauglich erscheint, das will ich sammeln, die brauchbaren Stellen jener alten Schriftsteller, wie Blumen aus einer Wiese, für mich auslesen und sie durch eine zusammenhängende Darstellung zu einem Ganzen zu verbinden suchen, zufrieden, wenn ich die Nachfolge, wenn auch nicht die aller, doch wenigstens die der ausgezeichnetsten Apostel unseres Erlösers in den angesehensten und noch jetzt in hohem Rufe stehenden Gemeinden im Andenken erhalte. Die Behandlung dieses Gegenstandes aber finde ich insofern sehr dringend, da ich unter allen Kirchenschriftstellern bis auf unsere Zeit keinen gefunden habe, welcher diesem Fache seinen schriftstellerischen Fleiß gewidmet hätte. Indessen hoffe ich auch, daß mein Unternehmen in den Augen der Liebhaber und Forscher der Geschichte als ein nützliches erscheinen werde. Ich habe zwar schon früher in meiner Chronik einen kurzen Inbegriff dieser Geschichte gegeben, allein in Vorliegendem will ich eine ausführliche Darstellung derselben liefern. Ich werde, wie schon bemerkt, den Anfang derselben mit der über allen menschlichen Begriff erhabenen Menschwerdung unseres Erlösers Christi und mit einer Abhandlung von seiner Gottheit machen. Denn wer die Geschichte der christlichen Kirche schreiben will, dem dürfte es schon deswegen, weil wir nach Christus genannt zu werden gewürdigt sind, unerläßlich sein, mit der ersten Veranstaltung durch Christus, welche göttlicher ist, als viele sich vorstellen, zu beginnen.

2. Kapitel.

Summarische Vorstellung von der Präexistenz und Gottheit unseres Erlösers und Herrn Jesus Christus.

Da in Christus eine zweifache Natur ist, wovon die eine – sofern er nämlich als Gott betrachtet wird – dem Haupte des Menschen gleicht, die andere aber – sofern er sich unserer den Schwachheiten unterworfenen Menschheit um unserer Erlösung willen angenommen hat – als die Füße anzusehen ist, so dürfte dann erst unsere folgende Erzählung auf Vollständigkeit Anspruch machen, wenn ich bei der ganzen ihn betreffenden Darstellung von dem, was das Höchste und Vorzüglichste an ihm ist, ausgehe. Auf diese Art wird auch zugleich das Alter und die Göttlichkeit des Christentums denen, welche es für eine neue und ganz fremde Religion, die erst seit gestern zum Vorschein gekommen sei, halten, am besten bewiesen werden können.

Den Ursprung, die Würde, das Wesen und die Natur Christi zu erklären, dazu dürfte kein Ausdruck hinreichend sein. Deswegen sagt auch der Geist Gottes durch die Propheten: „Wer kann sein Geschlecht erzählen?1 Denn es kennt weder jemand den Vater, außer der Sohn, noch kann jemand den Sohn vollkommen kennen, außer allein der Vater“2, der ihn gezeugt hat. Denn wer könnte wohl außer dem Vater einen vollständigen Begriff haben von dem Lichte, das vor der Welt gewesen, von der selbstständigen und persönlichen Weisheit, die vor aller Zeit existiert, von dem lebendigen und im Anfange beim Vater befindlichen Wort, das Gott ist, von dem ersten und einzigen vor aller Kreatur und Schöpfung, sichtbarer und unsichtbarer, von Gott erzeugten Wesen, von dem obersten Heerführer der vernünftigen und unsterblichen Heerscharen des Himmels, von dem Gesandten des höchsten Ratschlusses, von dem Vollbringer des verborgenen Willens des Vaters, von dem Schöpfer des Alls neben dem Vater, von der zweiten Ursache der Welt nächst dem Vater, von dem echten und eingeborenen Sohn Gottes, von dem Herrn, Gott und König aller erschaffenen Wesen, der das Reich und die Herrschaft zugleich mit der Gottheit, Macht und Ehre vom Vater empfangen hat, wie es denn in den geheimnisvollen Stellen der Heiligen Schrift von seiner Gottheit heißt:3 „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. Alles ist durch dasselbe gemacht worden und nichts ist ohne dasselbe geworden.“ Dies lehrt auch der große Moses, der älteste aller Propheten, wenn er, vom göttlichen Geiste erfüllt, die Schöpfung und Einrichtung des Weltgebäudes beschreibt. Er sagt nämlich, der Schöpfer der Welt und Werkmeister des Alls habe Christus selbst und keinem anderen, als ebendiesem seinem göttlichen und erstgeborenen Worte, die Schöpfung der geringeren Wesen überlassen und sich mit ihm bei der Schöpfung des Menschen besprochen. Es heißt nämlich bei ihm:4 „Und Gott sprach: Lasset uns einen Menschen machen nach „unserem Bilde, der uns ähnlich sei.“ Diesen Ausspruch bestätigt ein anderer Prophet, wenn er in seinen Liedern also von Gott spricht:5 „Er sprach und sie waren gemacht; er gebot und sie waren geschaffen.“ Hier erscheint der Vater und Schöpfer als Allgebieter, der mit einem königlichen Winke befiehlt, der göttliche Logos aber, der der nächste nach ihm ist, eben der, den wir bekennen, als der Vollzieher der väterlichen Befehle. Ihn haben auch alle, welche von Anfang des Menschengeschlechts durch Gerechtigkeit und durch ausgezeichnete Gottesfurcht berühmt gewesen sind, wie der große Diener Gottes Moses, und schon vor ihm zuerst Abraham und dessen Söhne, sowie alle tugendhaften Männer und Propheten nach ihm mit den reinen Augen des Geistes geschaut und erkannt und ihm als dem Sohne Gottes die gebührende Verehrung erwiesen. Er selbst aber, in der Ehrerbietung gegen seinen Vater nimmer lässig, wurde der allgemeine Lehrer der Erkenntnis seines Vaters.

„Gott der Herr“6, heißt es, erschien als ein gewöhnlicher Mensch dem Abraham, als dieser bei der Eiche von Mambre saß.“ Abraham fiel, obgleich er mit seinen Augen nur einen Menschen sah, sogleich vor ihm nieder, betete ihn an als Gott und bat ihn demütig als einen Herrn. Und daß es ihm nicht unbekannt sei, wen er vor sich habe, gab er durch folgende Worte zu erkennen: „Herr, der du die ganze Welt richtest, so wirst du nicht richten.7“ Denn da es gegen alle Vernunft ist, teils daß das ungezeugte, unveränderliche Wesen Gottes, des Allgebieters, sich in die Gestalt eines Menschen verwandle, oder in der Gestalt irgendeines geschaffenen Wesens die Augen derer, die ihn ansehen, täuschen, teils daß die Heilige Schrift dergleichen fälschlich erdichten sollte – wer kann denn nun anders Gott und Herr, welcher die ganze Welt richtet und Gericht hält, wenn er in menschlicher Gestalt erscheint, genannt werden, als, da den ersten Urheber aller Dinge hierunter zu verstehen nicht erlaubt ist, eben allein sein präexistierender Logos? Von ebendemselben heißt es auch in den Psalmen:8 „Er hat sein Wort gesandt und sie geheilt und sie gerettet von ihrem Verderben.“ Ihn schildert Moses aufs Deutlichste als den zweiten Herrn nach dem Vater, wenn er sagt:9 „Der Herr ließ vom Herrn vom Himmel Schwefel und Feuer über Sodom und Gomorrha regnen.“ Ihn nennt ferner die Heilige Schrift Gott, wo er auch dem Jakob in Menschengestalt erscheint und zu ihm spricht:10 „Dein Name soll fernerhin nicht mehr Jakob sein, sondern Israel soll dein Name sein, denn du hast mit Gott gekämpft.“ Deswegen nannte auch Jakob diesen Ort: „Erscheinung Gottes“ und sagte:11 „Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen und meine Seele ist gerettet worden.“ Aber auch von untergeordneten Engeln und Dienern Gottes darf man die in der Schrift angeführten Erscheinungen Gottes nicht verstehen. Denn wenn ein solcher den Menschen erscheint, so verhehlt es die Schrift nicht, sondern sagt ausdrücklich, daß Engel, und nicht Gott oder der Herr, gesprochen haben, wie aus tausend Zeugnissen leicht bewiesen werden kann. Auch Josua, der Nachfolger des Moses, nennt ihn (als den Anführer der himmlischen Engel und Erzengel und der überirdischen Mächte und als die Macht und Weisheit des Vaters und als den, dem die zweite Stelle in der Beherrschung und Regierung der Welt anvertraut ist) den obersten Anführer der Macht des Herrn, wiewohl auch er ihn nur in menschlicher Gestalt und Bildung gesehen hat. Denn es heißt:12 „Und es begab sich, als Josua zu Jericho war, daß er aufblickte und einen Menschen sich gegenüber stehen sah, der ein bloßes Schwert in seiner Hand hatte. Josua trat zu ihm und sprach: bist du einer der unserigen oder von den Feinden? Und jener sprach zu ihm: ich, der oberste Anführer der Macht des Herrn, bin jetzt gekommen. Da fiel Josua auf sein Antlitz zur Erde und sprach zu ihm: Herr, was befiehlst du deinem Diener. Und der oberste Heerführer der Macht des Herrn sprach zu Josua: Ziehe deine Schuhe aus von deinen Füßen, denn der Ort, worauf du stehst, ist ein heiliger Ort.“ Gerade aus diesen Worten kann man abnehmen, daß dies wohl kein anderer war, als eben derjenige, welcher auch mit Moses gesprochen hat. Denn die Schrift redet hier eben mit den Worten, wie dort:13 „Wie aber der Herr sah, daß er hinzutrat, um zu sehen, rief er ihn aus dem Busche und sprach: Moses, Moses! Dieser aber sagte: Was ist da? Der Herr sprach: Nahe dich nicht hierher! Ziehe deine Schuhe aus von deinen Füßen, denn der Ort, worauf du stehst, ist ein heiliges Erdreich! Und er fuhr fort: Ich bin der Gott deiner Väter, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.“ Daß es aber ein gewisses Wesen gebe, welches vor der Schöpfung der Welt lebendig und existierend gewesen, welches dem Vater und Gott über alles bei der Erschaffung aller Kreaturen gedient hat, Wort Gottes und Weisheit genannt, kann man neben den angeführten Beweisen noch aus dem eigenen Munde dieser Weisheit selbst hören, wenn sie durch Salomo ausdrücklich folgende Geheimnisse von sich bekannt macht:14 „Ich, die Weisheit, habe Rat und Erkenntnis gestiftet, und die Einsicht habe ich herbeigerufen. Durch mich regieren Könige und durch mich geben die Herrscher Gesetze. Durch mich sind die Großen groß und Regenten herrschen durch mich über die Erde.“ Hierzu setzt er noch Folgendes: „Der Herr hat mich im Anfang seiner Wege behufs seiner Werke geschaffen, im Anfang, vor aller Zeit hat er mich bereitet. Ehe er die Erde machte, ehe die Wasserquellen hervorgeflossen, ehe die Berge gegründet waren, vor allen Hügeln zeugte er mich. Als er den Himmel bereitete, war ich bei ihm, und als er den Quellen unter dem Himmel einen sicheren Ort anwies, ordnete ich mit ihm. Ich war es, dem er seine Freude zu erkennen gab. Alle Tage und allezeit freute ich mich vor ihm, weil er sich der Vollendung der Welt freute.“

Daß also das göttliche Wort vorher existiert hat und einigen, wenn auch nicht allen, erschienen ist, mag hierdurch kürzlich von mir bemerkt sein.

Warum aber dieses göttliche Wort nicht schon längst, so wie jetzt, allen Menschen und allen Völkern verkündigt wurde, dürfte aus Folgendem erhellen. Das Altertum war noch nicht imstande, die Lehre Christi, diesen Inbegriff aller Weisheit und aller Tugend, zu fassen. Denn gleich im Anfang nach dem ersten seligen Leben achtete der erste Mensch das göttliche Gebot gering, sank darauf zu diesem sterblichen und vergänglichen Leben herab und vertauschte mit dieser Erde die frühere göttliche Lust. Seine Nachkommen, welche dann unsere ganze Erde bevölkerten, erzeigten sich, mit Ausnahme des einen und des anderen, noch viel schlimmer und führten ein tierartiges und höchst elendes Leben. Sie dachten an keine Stadt, an keine bürgerliche Verfassung, nicht an Künste, noch an Wissenschaften, Rechte und Gesetze, und Tugend und Philosophie waren ihnen nicht einmal dem Namen nach bekannt, sondern sie lebten umherschweifend in der Wüste als rohe Wilde und Barbaren und erstickten die ihnen von Natur eingepflanzte Vernunft und alle Keime des Verstandes und der Menschlichkeit, die in des Menschen Seele liegen, durch das Übermaß ihrer vorsätzlichen Bosheit. Sie ergaben sich ganz allen Gottlosigkeiten, so daß sie bald einander schändeten, bald töteten, bald Menschenfleisch aßen, ja, Krieg wider Gott und jene allbekannten Riesenschlachten wagten, die Erde gegen den Himmel zur Festung aufwerfen wollten und in ihrem törichten Wahnsinn Gott, den Herrscher über Alles, zu bekriegen sich anschickten. Da sie nun auf diese Art sich betrugen, so suchte sie der allwaltende Gott mit Überschwemmungen und Feuer als einen wilden, über die ganze Erde verbreiteten Wald heim. Er raffte sie durch anhaltenden Hunger und Seuchen, durch Kriege und Blitz und Donner, vom Himmel gesandt, hinweg und dämpfte, so zu sagen, eine der heftigsten und gefährlichsten Krankheiten der Seelen durch diese herben Strafmittel. Damals nun, wie das volle Maß der Bosheit beinahe über alle ausgegossen war und gleichsam als ein starker Rausch die Seelen fast aller Menschen benebelte und verfinsterte, erschien die erstgeborene und ersterschaffene Weisheit Gottes, nämlich der präxistierende Logos, aus überschwänglicher Liebe zu den Menschen, bald durch seine ihm untergebenen Engel, bald in eigener Person als die seligmachende Kraft Gottes dem einen und dem anderen der gottseligen Männer des Altertums, jedoch nicht anders, als in menschlicher Gestalt, weil es anders nicht möglich war. Nachdem nun einmal durch diese Männer der Same der Religion unter eine Menge Menschen ausgestreut war und ein ganzes Volk, das von den alten Hebräern abstammte, sich der Gottesverehrung zugewandt hatte, so erteilte jenes Wort diesem als einem noch durch seine alte Lebensweise verwöhnten Haufen durch den Propheten Moses Bilder und Zeichen eines mystischen Sabbats und eine Beschneidung nebst einer Anweisung zu anderen geistigen Betrachtungen, aber die deutliche Einsicht in die Geheimnisse der Religion selbst gab er ihnen noch nicht. Endlich, als das diesem Volke gegebene Gesetz weiter bekannt wurde und sich gleich einem wohlriechenden Duft über alle Menschen verbreitete, da wurden von hier aus die Gesinnungen der meisten Völker durch die Gesetzgeber und Philosophen, welche allenthalben auftraten, milder, und ihre tierische Wildheit und Barbarei verwandelte sich in Menschlichkeit, so daß ein tiefer Friede und Freundschaft und Verkehr stattfanden. Da erschien zugleich mit dem Anfange des römischen Kaiserreichs endlich auch allen anderen Menschen und Völkern der Erde, als welche schon früher Wohltaten empfangen hatten und nun schon für die Annahme der Erkenntnis des Vaters empfänglich waren, wiederum ebendieselbe Lehre der Tugend, und der Diener des Vaters in allem Guten, das göttliche und himmlische Wort Gottes, als ein wirklicher Mensch, welcher seiner körperlichen Beschaffenheit nach in nichts von unserer Natur verschieden war, und tat und litt das, was den Weissagungen der Propheten entsprach. Diese hatten schon längst vorher angekündigt, es werde ein Gott und Mensch in Einer Person unter den Menschen erscheinen, wunderbare Werke verrichten und sich allen Völkern als ein Lehrer der wahren Verehrung seines Vaters erweisen. Überdies hatten sie das Wunderbare seiner Geburt, seine neue Lehre und seine Wunderwerke, so wie die Art und Weise seines Todes, sein Auferstehen von den Toten und endlich seine Himmelfahrt vorausgesagt. Was ferner sein Reich am Ende der Welt betrifft, so beschreibt der Prophet Daniel das göttliche Gesicht, das er mit gotterleuchtetem Blicke geschaut, nach menschlicher Vorstellung auf folgende Weise:15 „Solches sah ich, bis die Stühle hingesetzt wurden, und der Alte setzte sich. Sein Gewand war weiß, wie Schnee und das Haar auf seinem Haupte wie reine Wolle. Sein Thron war eine Feuerflamme und die Räder desselben brennendes Feuer. Ein Feuerstrom floß vor ihm. Tausendmal tausend dienten ihm und zehntausendmal zehntausend standen ihm zur Seite. Er setzte das Gericht nieder und die Bücher wurden geöffnet.“ Sodann heißt es weiter: „Ich sah, und siehe, mit den Wolken des Himmels kam einer, wie eines Menschen Sohn; er eilte bis zu dem Alten und ward vor diesen gebracht. Und ihm ward gegeben die Herrschaft, die Ehre und das Reich, daß ihm alle Völker, Stämme und Zungen dienen sollten. Seine Gewalt ist eine ewige Gewalt, welche nicht vergehen wird und sein Reich wird nicht aufhören.“ Dies kann man offenbar auf keinen anderen, als auf unseren Erlöser, der im Anfang bei Gott war, auf den Gott Logos, beziehen, als welcher den Namen Menschensohn wegen seiner nachmaligen Menschwerdung führt. Da ich indes eine Auswahl derjenigen Stellen der Propheten, welche von unserem Erlöser Jesus Christus handeln, in eigenen Büchern gesammelt16 und das von ihnen Berichtete anderswo mit den vollständigsten Beweisen vorgetragen habe, so wollen wir uns für jetzt mit dem hier Gesagten begnügen lassen.

3. Kapitel.

Der Name Jesus und Christus selbst ist schon vormals bekannt und bei den gottbegeisterten Propheten in Achtung gewesen.

Hier ist der rechte Ort, zu zeigen, daß auch der Name Jesu und der Name Christus bei allen gottseligen Propheten in Ehren gehalten worden ist. Den Namen Christus hat zuerst Moses als einen höchst verehrungswürdigen und herrlichen bekannt gemacht, da er die vorbildlichen Zeichen der himmlischen Dinge und die mystischen Bilder anordnete, gemäß dem Befehle Gottes, der an ihn erging:17„Mache alles nach dem Bilde, das dir auf dem Berge gezeigt worden ist.“ Er gab nämlich dem Hohepriester Gottes den herrlichsten Namen, den nur ein Mensch haben konnte, nämlich den Namen Christus. Er legte demnach der hohepriesterlichen Würde, die nach seiner Ansicht über alle anderen Ehrenvorzüge unter den Menschen erhaben war, Ehren und Ruhms halber den Namen Christi bei. So sehr wußte er, daß der Name Christi etwas Göttliches sei. Ebendieser Moses kannte auch den Namen Jesu durch den Geist Gottes sehr genau im voraus und würdigte auch diesen eines ausgezeichneten Vorzuges. Er gab nämlich diesen Namen, welcher vor ihm noch gar nicht unter den Menschen ausgesprochen worden war, demjenigen zuerst allein, von dem er nach der figürlichen Bedeutung dieses Namens wußte, daß er ihm nach seinem Tode im Oberbefehl nachfolgen würde. Denn vorher hieß sein Nachfolger nicht Jesus, sondern hatte einen anderen Namen, den ihm seine Eltern gegeben hatten, nämlich den Namen Ause, Moses selbst aber nannte ihn Jesus und gab ihm mit diesem Namen ein Geschenk, das einen viel höheren Wert hatte, als alle königlichen Kronen. Er tat aber dies, weil Jesus, der Sohn Nave18, das Vorbild unseres Erlösers, darstellte, welcher allein nach Moses und nach der Vollendung des durch diesen eingeführten sinnbildlichen Gottesdienstes sein Nachfolger durch Stiftung der wahren und reinen Religion war. Auf diese Art verlieh also Moses den beiden Männern, welche zu seinerzeit an Tugend und Ruhm vor allem Volke hervorleuchteten, nämlich dem Hohepriester und dem, der ihm im Heerbefehl folgen sollte, den Namen unseres Erlösers Jesus Christus als die höchste Ehre. Deutlich und namentlich nennen aber auch die folgenden Propheten Christus vorher und bezeugen zugleich auch im voraus die ihn von Seiten des jüdischen Volkes erwartenden Nachstellungen, sowie auch die künftige Berufung der Heiden durch ihn. So Jeremias, wenn er spricht:19 „Christus, der Herr, der uns beseelte, ist gefangengenommen in ihren Verderbnissen, er, von dem wir sagten, unter seinem Schatten wollen wir leben unter den Heiden.“ So David, wenn er in großer Not ausruft:20 „Warum toben die Heiden und die Völker ersinnen Eitles? Die Könige der Erde stellen sich hin und die Fürsten versammeln sich wider den Herrn und wider Christus“, wozu er dann noch weiterhin in der Person Christi selbst die Worte fügt: „Der Herr hat heute zu mir gesprochen: du bist mein Sohn, ich habe dich heute gezeugt. Fordere von mir, so will ich dir die Heiden zu deinem Erbteil geben und die äußersten Enden der Welt zu deinem Besitztum.“ Aber nicht allein die mit der Hohepriesterwürde Bekleideten, welche des Vorbildes wegen mit besonders dazu bereitetem Öle gesalbt wurden, wurden bei den Hebräern mit dem Namen Christus beehrt, sondern auch die Könige, welche die Propheten ebenfalls auf göttlichen Befehl salbten und gewissermaßen zu vorbildlichen Christus machten. Denn auch sie waren ein Vorbild der königlichen Herrschermacht des einzigen und wahrhaften Christus, des göttlichen Logos, des Allherrschers. Ja es wurden auch, wie wir wissen, sogar einige Propheten durch die Salbung Christi im Vorbild.

Diese alle haben also eine Beziehung auf den wahrhaftigen Christus, den göttlichen und himmlischen Logos, welcher allein Hohepriester der ganzen Welt, allein König der gesamten Schöpfung und allein unter den Propheten der oberste Prophet seines Vaters ist. Ein Beweis davon ist dies, daß keiner von allen, welche im Altertum vorbildlich gesalbt wurden, weder unter den Priestern, noch unter den Königen, noch unter den Propheten eine so große Kraft göttlicher Tugend besessen hat, als unser Herr und Erlöser Jesus, der einzige und wahre Christus, an den Tag gelegt hat. Es hat wenigstens keiner von ihnen, mag er auch bei den seinigen in noch so vielen Zeitaltern im höchsten Ansehen und in der höchsten Ehre gestanden haben, es je dahin gebracht, daß seine Untergebenen nach seiner bildlichen Benennung Christus waren Christen genannt worden. Keinem von ihnen ist von seinen Untergebenen die Ehre der Anbetung erwiesen worden, noch ist nach seinem Tode deren Anhänglichkeit an ihn so groß gewesen, daß sie sogar mit Freuden für den Gegenstand ihrer Verehrung in den Tod gegangen wären. Auch hat nie wegen eines von jenen unter allen Völkern des Erdbodens eine so große Bewegung stattgefunden. Denn die Kraft des Vorbildes war nicht imstande, unter denselben eine solche Wirkung hervorzubringen, wie die Macht der Wahrheit, welche sich durch unseren Erlöser zeigte, welcher weder Sinnbilder und Zeichen der Hohepriesterwürde von jemanden annahm, noch auch von priesterlichem Geschlecht dem Körper nach abstammte, noch sich durch eine Leibwache auf den Thron erhob, noch ein Prophet gleich den Propheten des Altertums, noch überhaupt irgendeiner Würde oder einer Bevorzugung von Seiten der Juden teilhaftig geworden war, dennoch aber von dem Vater zwar nicht mit sinnlichen Zeichen, aber mit der vollen Wahrheit selbst ausgerüstet worden war. Ungeachtet er nun nicht gleicher Vorzüge, wie die genannten, teilhaftig wurde, so ist er doch in weit höherem Maße, als sie alle, Christus genannt worden. Er hat als der einzige und wahre Christus Gottes die ganze Welt mit dem wahrhaft ehr würdigen und heiligen Namen der Christen erfüllt und seinen Anbetern nicht mehr Typen und Bilder, sondern die unverhüllten Tugenden und ein himmlisches Leben durch die Lehren der Wahrheit selbst gegeben. Das Salböl aber war nicht das aus irdischen Stoffen bereitete, sondern er empfing das göttliche durch den Geist Gottes selbst vermittelst Teilnehmung an der ungezeugten Gottheit des Vaters. Dies bezeugt auch Jesaia, wenn er in der Person Christi selbst sich also äußert:21 „Der Geist des Herrn ist über mir, darum hat er mich gesalbt. Er hat mich gesandt, den Armen frohe Botschaft zu bringen, zu heilen diejenigen, welche zerbrochenen Herzens sind, den Gefangenen Loslassung und den Blinden Widererlangung des Gesichts zu verkündigen.“ Indes nicht allein Jesaia sagt dies, sondern auch David, wenn er ihn also anredet:22 „Dein Thron, o Gott, steht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das Zepter deines Reichs ist ein Zepter des Rechts. Du liebst Gerechtigkeit und hassest Ungerechtigkeit. Darum hat dich Gott, dein Gott, gesalbt mit dem Öl der Freude mehr als deine Genossen.“ Hier nennt ihn die Schrift im ersten Verse Gott; im zweiten beehrt sie ihn mit einem königlichen Zepter, hierauf nach seiner göttlichen und königlichen Macht erklärt sie drittens, daß er Christus geworden sei, gesalbt nicht mit einem Öle aus irdischen Stoffen, sondern mit dem göttlichen Öle der Freude. Hierdurch zeigt sie auch den Unterschied und seinen großen Vorzug vor denen an, welche ehemals körperlich zum Vorbilde gesalbt wurden. An einer anderen Stelle23 spricht derselbe David also von ihm: „Der Herr sagte zu meinem Herrn: setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel meiner Füße mache.“ Sodann: „Vor dem Morgenstern habe ich dich gezeugt. Der Herr hat geschworen und es wir ihn nicht gereuen. Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedek.“ Dieser Melchisedek erscheint in der Heiligen Schrift als ein Priester des höchsten Gottes, der nicht durch gewisses dazu bereitetes Salböl dazu gemacht worden, noch durch Erbfolge zu dem Priestertum bei den Hebräern gelangt war. Unser Erlöser wurde deswegen nach seiner Art, nicht nach der Art der anderen, welche Zeichen und Typen bekamen, zum Christus und Priester mit Hinzufügung eines Eides erklärt. Daher erzählt uns weder die heilige Geschichte, daß er leiblich bei den Juden gesalbt wurde, noch daß er einem Priestergeschlecht angehörte, sondern daß er aus Gott selbst vor dem Morgenstern, d. h. vor der Schöpfung der Welt, sein Dasein erhalten habe, und daß er ein immerwährendes und unvergängliches Priestertum in alle Ewigkeit besitze. Von der auf ihn gekommenen geistigen und göttlichen Kraft ist daher ein großer und in die Augen springender Beweis, daß er allein unter allen, welche je gewesen sind, noch bis auf diesen Tag von allen Menschen auf der ganzen Welt Christus genannt, bei allen unter dieser Benennung bekannt und bezeugt, daß seiner unter diesem Namen von Griechen und Barbaren gedacht, und daß er noch bis jetzt von seinen Verehrern auf dem ganzen Erdboden als König geehrt, mehr als ein Prophet bewundert und als der wahre und einzige Hohepriester Gottes gepriesen, sowie noch, daß er über alles dieses als Gottes Logos, der vorher existierte und vor aller Zeit ins Dasein trat, und der die Ehre der Anrufung vom Vater erhalten hat, sogar als Gott angebetet wird. Das Wunderbarste von allem aber ist dieses, daß wir, die wir uns ihm geheiligt haben, ihn nicht bloß mit unserer Stimme und dem Schall unserer Worte, sondern mit der ganzen Innigkeit unseres Herzens verehren, so daß wir seine Bekenntnis höher als unser eigenes Leben achten.

4. Kapitel.

Die von ihm allen Völkern gepredigte Religion war weder neu, noch fremd.

Das Obige mußte ich notwendigerweise meiner Geschichtsdarstellung voranschicken, damit nicht jemand unseren Erlöser und Herrn Jesus Christus wegen der Kürze der Zeit, seit welcher er im Fleische gewirkt hat, für einen Neuling halte. Damit aber auch niemand glauben möge, seine Lehre sei eine neue und fremde, als die einen Neuling, der sich durch nichts von den übrigen Menschen unterscheide, zum Urheber habe, so wollen wir auch darüber einiges wenige bemerken. Es kann allerdings nicht geleugnet werden, daß erst dann, als in neuerer Zeit die Erscheinung unseres Erlösers Jesus Christus zu allen Menschen ihre Strahlen sandte, ein offenbar neues Volk, aber nicht unbedeutend an Zahl, noch in irgendeinem Winkel der Erde wohnhaft, sondern das zahlreichste und religiöseste unter allen, überdies unausrottbar und unbezwinglich, weil es allezeit göttlicher Hilfe teilhaftig wird, zu der in dem geheimen Ratschlusse Gottes bestimmten Zeit auf einmal und unvermutet aufgetreten ist – ich meine das bei allen mit dem Namen Christi beehrte Volk. Hierüber geriet auch einer von den Propheten, der mit dem Auge des göttlichen Geistes die künftigen Begebenheiten vorausschaute, in ein so großes Erstaunen, daß er in folgende Worte ausbrach:24 „Wer hat dergleichen gehört? Wer hat so geredet? Kann ein Land nur einen Tag Wehen haben und ein Volk auf einmal geboren werden?“ Derselbe Prophet spielt auch auf den künftigen Namen dieses Volkes an, wenn er sagt:25 „Denen, die mir dienen, wird ein neuer Name gegeben werden, der auf Erden gepriesen werden wird.“ Allein obgleich wir offenbar neu sind und der wirklich neue Name der Christen erst seit kurzem allen Völkern bekanntgeworden ist, so will ich dennoch zeigen, daß unsere Lebensregeln, unsere Lebensweise und unsere Religionssätze nicht erst vor kurzem von uns ersonnen, sondern daß sie vielmehr, sozusagen, seit der ersten Erschaffung des Menschen von den gottesfürchtigen Menschen der Vorzeit nach den von der Natur eingepflanzten Begriffen bestimmt und geordnet worden sind, und zwar auf folgende Art: Daß das hebräische Volk nicht neu ist, sondern seines Altertums wegen bei allen Menschen in Achtung steht, ist allbekannt. Dieses Volk besitzt Bücher und schriftliche Nachrichten von Männern der Vorzeit, welche zwar der Zahl nach nur wenige, aber durch Frömmigkeit, Rechtschaffenheit und alle übrigen Tugenden ausgezeichnet waren. Von diesen haben verschiedene vor der großen Flut gelebt, andere nach derselben unter den Kindern und Abkömmlingen Noahs, worunter auch namentlich Abraham gehört, dessen sich die Hebräer als des Stifters ihres Volks und als ihres Stammvaters rühmen. Wenn man behauptete, daß alle diese Männer, die das Zeugnis der Rechtschaffenheit haben, von Abraham an bis hinauf zum ersten Menschen, wenn auch nicht dem Namen nach, doch in der Tat Christen gewesen seien, so würde man nicht sehr irren. Denn wenn unter der Benennung eines Christen ein solcher Mensch verstanden wird, der durch Christi Erkenntnis und Lehre mit Mäßigkeit, Gerechtigkeit, Enthaltsamkeit, männlicher Tugend und Bekenntnis der Verehrung des einzigen, alleinigen und allmächtigen Gottes geschmückt ist, so haben sich aller dieser Tugenden jene Männer nicht weniger, als wir, beflissen. Sie dachten an keine Beschneidung des Körpers, wir tun es auch nicht; an keine Beobachtung des Sabbats, wir auch nicht; auch hüteten sie sich ebensowenig, als wir, vor dem Genusse gewisser Speisen, noch machten sie sonstige Unterschiede, wie sie zuallererst Moses empfangen und den nachfolgenden Geschlechtern vorbildlich zur Nachachtung Übermacht hat. Indes hatten sie eine recht deutliche Erkenntnis von dem Christus Gottes, wie denn schon oben gezeigt worden ist, daß er dem Abraham erschienen, daß er dem Isaak Offenbarungen gegeben, mit Jakob geredet und mit Moses und den folgenden Propheten verkehrt hat. Daher findet man auch, daß jene gottseligen Männer des Beinamens Christi gewürdigt worden sind, nach jener Schriftstelle, wo von ihnen gesagt ist:26 „Rühret meinen Christus nicht an und verübt keine Bosheit an meinen Propheten.“ Man kann also deutlich sehen, daß die von Abraham und den anderen frommen Männern erfundene, in neuerer Zeit aber durch die Lehre Christi allen Völkern verkündigte Religion für die erste, älteste und ursprüngliche gehalten werden muß. Wenn man aber sagt, daß Abraham erst lange Zeit nachher das Gebot der Beschneidung empfangen habe, so wird ihm doch schon vor derselben das Zeugnis der Gerechtigkeit gegeben, wie es denn in der Heiligen Schrift heißt:27 „Abraham aber glaubte Gott und dies ward ihm zur Gerechtigkeit angerechnet.“ Und da Abraham schon vor der Beschneidung ein solcher war, so wurde ihm durch den sich ihm offenbarenden Gott (dies war aber Christus, der Logos Gottes selbst) in Betreff derer, welche in der Folgezeit auf gleiche Art, wie er, gerechtfertigt werden sollten, eine Weissagung zuteil, welche wörtlich also lautet:28 „Und es sollen in dir gesegnet werden alle Stämme der Erde“, und an einem anderen Ort:29 „Er wird ein großes und zahlreiches Volk werden und es werden in ihm gesegnet werden alle Völker der Erde.“ Daß dies aber an uns erfüllt sei, kann ein jeder deutlich wahrnehmen. Denn jener war durch den Glauben an Christus, den ihm erschienenen Logos Gottes, gerechtfertigt, da er dem Aberglauben seiner Väter und seinem früheren Irrtum entsagte, den einzigen Gott über alles bekannte und diesem mit Werken der Tugend, nicht mit Beobachtung des späteren mosaischen Gesetzes diente. Und weil er dieses tat, wurde zu ihm gesagt, daß alle Stämme der Erde und alle Völker sollen in ihm gesegnet werden. Nun ist aber aus Taten, welche mehr beweisen, als Worte, klar, daß gerade diese Religion Abrahams gegenwärtig auf der ganzen Welt nur allein bei den Christen in Übung gefunden wird. Was könnte uns also noch hindern, zu behaupten, daß wir, die mir nach Christus genannt sind, und die frommen Männer der Vorzeit eine und dieselbe Religion und Moral gehabt haben? Es ist demnach ganz augenfällig, daß die treffliche Religionsverfassung, welche wir durch die Lehre Christi übernommen haben, nicht eine neue und fremde, sondern, die Wahrheit zu sagen, die erste und einzig wahre ist. Soweit hiervon.

5. Kapitel.

Von der Zeit der Erscheinung Christi auf Erden.

Nach Vorausschickung der nötigen Einleitung in meine vorliegende Kirchengeschichte will ich nun mit der Erscheinung Christi im Fleische gleichsam meine Bahn antreten. Ich rufe dabei Gott, den Vater des Logos und den, von dem wir handeln selbst, Jesus Christus, unseren Erlöser und Herrn, den himmlischen Logos Gottes, um Hilfe und Beistand für die Wahrheit meiner Erzählung an.

Es war das 42. Jahr der Regierung des Kaisers Augustus, das 28. nach der Unterwerfung Ägyptens und dem Tode des Antonius und der Kleopatra, mit welch letzterer die Herrschaft der Ptolemäer in Ägypten sich endigte, als unser Erlöser und Herr Jesus Christus während der damaligen ersten Schätzung, unter dem Statthalter Quirinius von Syrien, den Weissagungen von ihm zufolge, zu Bethlehem in Judäa geboren ward. Dieser Schätzung unter Quirinius tut auch der berühmteste Geschichtsschreiber der Juden, Flavius Josephus, Erwähnung und setzt damit eine andere Geschichte von der damals entstandenen Partei der Galiläer in Verbindung, deren auch unser Lukas in der Apostelgeschichte30 mit folgenden Worten erwähnt: „Nach diesem stand auf Judas, der Galiläer, in den Tagen der Schätzung und brachte viel Volks auf seine Seite. Aber auch er kam um und alle, die es mit ihm gehalten, wurden zerstreut.“ Damit stimmt auch der gedachte Geschichtsschreiber im 18. Buche seiner Jüdischen Altertümer31 überein, wo er wörtlich Folgendes berichtet: „Quirinius, ein Mann aus dem römischen Senatorenstande, der schon die übrigen Staatsämter bekleidet hatte und durch alle Stufen bis zum Konsul gestiegen, übrigens auch sonst ein sehr angesehener Mann war, erschien mit einer nur wenig zahlreichen Begleitung in Syrien, abgeschickt vom Kaiser, um teils Recht zu sprechen, teils eine Schätzung des Vermögens vorzunehmen.“ Bald darauf sagt sodann Josephus weiterhin: „Judas, ein Gaulaniter aus der Stadt Gamala, gesellte sich einem Pharisäer, namens Saddoch, bei, und reizte das Volk zum Aufstand. Sie sagten, die Schätzung sei nichts anderes, als die Einführung einer offenbaren Knechtschaft, und riefen das Volk zur Verteidigung der Freiheit.“ Und in dem