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Marcus Wadsak, der bekannte Meteorologe und Wettermoderator, räumt in seinem Buch umfassend mit den gängigen Klimalügen und Fehlinformationen über den Klimawandel auf. In 23 klar strukturierten Kapiteln nimmt er die häufigsten Mythen und Fake News unter die Lupe darunter Aussagen wie Das Klima hat sich schon immer gewandelt oder im Mittelalter war es wärmer als heute und Alles nur Panikmache. Marcus Wadsak zeigt auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse, wie man sachlich fundiert solchen Klimalügen begegnet, und macht die komplexen Zusammenhänge rund ums Klima auf leicht verständliche Weise nachvollziehbar. Ein unverzichtbares Buch für alle, die die größte Herausforderung unserer Zeit den Klimawandel faktenbasiert verstehen möchten.
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Seitenzahl: 83
Veröffentlichungsjahr: 2025
INHALT
Einleitung
1 Die können nicht mal das Wetter für drei Tage vorhersagen, wollen aber wissen, wie das Klima in 100 Jahren ist
2 Es könnte auch die Sonne sein
3 Andere Planeten werden auch wärmer
4 Das Klima hat sich schon immer gewandelt
5 CO₂ ist doch nur ein Spurengas
6 Mehr CO₂ ist gut für die Pflanzen
7 Die einen sagen so, die anderen so
8 Mehr als 1.100 Wissenschaftler:innen erklären: Es gibt keinen Klimanotstand
9 Ein einziger Vulkan stößt in zwei Sekunden so viel CO₂ aus wie die gesamte Menschheit in einem Jahr
10 CO₂ wird auf einem Vulkan gemessen, die Daten sagen nichts aus
11 In den 1970er-Jahren wurde uns noch eine neue Eiszeit angekündigt
12 Im Mittelalter war es wärmer als heute
13 Grönland war eine grüne Insel
14 Der Klimawandel hat längst gestoppt
15 Die Winter sind im Mittel nicht wärmer geworden
16 Wetter und Klima werden manipuliert
17 Die Überbevölkerung ist schuld
18 Die Rekord-Temperaturen werden auf Asphalt gemessen
19 Wärmeinseln der Stadt verfälschen Klimatrend
20 Die Antarktis wächst, am Südpol nimmt die Eismasse zu
21 Klimaschutz mit Hausverstand
22 Alles nur Panikmache
23 Ich allein kann doch nichts ändern
BONUS-Seiten
Die Psychologie der Klimakrise
Warum wir es nicht einfach machen … und stattdessen lieber Ausreden finden …
Und was ist mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung?
Einfach mal tief durchatmen.
Was ist mit der Freiheit der Meinungsäußerung?
Die Seifenblase
Rechtliche Bestimmungen zum Schutz der Persönlichkeitsrechte
Klimasekte, Klimahysterie und die bezahlte Lüge
Was sind die Folgen?
Was bedeutet das jetzt alles?
Endnoten
Bildquellen
Biografie Marcus Wadsak
Impressum
Einleitung
Die Zeit der Fakten ist vorbei. Diesen Eindruck könnte man gewinnen, wenn man soziale Netzwerke öffnet oder Videos im Internet schaut. Selbst der Blick in so manche Medien lässt das Gefühl aufkommen, dass wir uns bereits in einem postfaktischen Zeitalter befinden. Einem Zeitalter, in dem Meinungen oder Gefühle auf einmal mehr zu zählen scheinen als wissenschaftliche Erkenntnisse, Fakten oder alles, was bisher im gesellschaftlichen Konsens als Wahrheit gegolten hat und als Ausgangspunkt interessanter Diskussionen diente.
Vielleicht ist es Ihnen selbst schon einmal so ergangen: Sie finden sich in einer Gesellschaft wieder, in der jemand Dinge behauptet, von denen Sie wissen, dass sie falsch sind. Sehr oft werden diese falschen Informationen auch noch sehr vehement und lautstark verbreitet. Gegen Argumente sind diese Menschen dann oft immun. Sie halten an ihren „alternativen“ Fakten fest. Besonders schwierig wird es, wenn sich Menschen aus unserem Freundeskreis oder der eigenen Familie in ihrer erfundenen Scheinwelt so verschließen, dass sie nichts mehr an sich heranlassen, was ihrem Glauben oder ihrer Meinung widersprechen würde, selbst wenn Fakten eindeutig das Gegenteil beweisen.
Es gibt keine „alternativen“ Fakten. Unsere Erde wird zu keiner flachen Scheibe, nur weil jemand ganz fest daran glaubt. Unwahrheiten und Lügen werden nicht zu „alternativen“ Fakten. Egal, woher sie kommen, egal, wie lautstark sie propagiert werden, der Inhalt bleibt schlicht falsch. Wir können uns unsere Welt nicht machen, wie sie uns gefällt, wie Pippi Langstrumpf einst sang.
Jeder Mensch hat das Recht auf eine eigene Meinung, aber nicht auf eigene Fakten.
Wir leben in einer Zeit, in der die Menschen so gut informiert sind wie noch nie, der Zugang zu Wissen war niemals zuvor so einfach wie heute. Und dennoch werden Falschmeldungen und Verschwörungstheorien zu einem wachsenden Problem für uns und unsere Gesellschaft, die zunehmend polarisiert und gespalten ist. Von Entscheidungsträger:innen erschaffene Parallelrealitäten gefährden Demokratien und beeinflussen Wahlen.
Früher hat man sich geniert, wenn man beim Lügen erwischt wurde, war einsichtig, wenn sich im Verlauf eines Gesprächs ergeben hat, dass man falschlag. Heute scheinen Lügen und Unwahrheiten kein Hindernis mehr zu sein. Im Gegenteil, sie öffnen manchen Menschen weitere Türen auf ihrem Karriereweg, nicht selten bis in den Vorstand oder Aufsichtsrat großer Unternehmen. Selbst hohe Ämter in der Politik bleiben erreichbar, immer öfter sogar leichter aufgrund von Unwahrheiten, falschen Behauptungen und leeren Versprechen. Postfaktische Rhetorik ist längst zur politischen Taktik geworden, ganz nach dem Motto: „Zuerst kontrollierst du die Wahrheit, dann kontrollierst du die Menschen.“ Was wir früher nur aus autoritär geführten Staaten kannten, hält heute Einzug in demokratische Systeme.
Wissenschaftliche Fakten zu Klimawandel und Klimaschutz stehen schon lange unter Beschuss. Mit Lügen, Fake News und unwissenschaftlichen Studien wird immer wieder und immer öfter versucht, an Fakten zu rütteln, an denen es nicht zu rütteln gibt, Klimaschutzmaßnahmen zu verhindern, die dringend nötig sind, das Problem zu verharmlosen oder eben ganz zu leugnen. Diese Versuche werden sehr oft von fragwürdigen „Expert:innen“ oder Interessenvertreter:innen unternommen. Viele von ihnen kommen etwa aus dem Umfeld der Öl-Lobby.1 Dabei ist viel Geld im Spiel und die Methoden zeigen leider Wirkung. Die Klimalügen und Mythen werden so lange wiederholt, bis sie über unterschiedlichste Wege viele Menschen erreichen und diese verunsichern. Es ist für Laien sehr schwer, die Fehler zu entdecken, die Lügen zu entlarven, glaubwürdige Quellen von „alternativen“ zu unterscheiden. Noch viel schwieriger ist es, diesen Klimalügen mit Fakten zu begegnen, es besser zu wissen und sie richtigzustellen.
Zum Glück waren die Erfinder:innen der Klimalügen und Mythen nicht sehr kreativ in ihrer Arbeit. Die Anzahl der aufgestellten Antithesen zum menschengemachten Klimawandel ist überschaubar. Auf sozialen Netzwerken bekomme ich sie täglich zu lesen, immer wieder dieselben. Mittlerweile ist es sogar egal, ob ich dort etwas zu Klima oder Wetter poste, mit größter Wahrscheinlichkeit folgt bald eine der Klimalügen als Antwort. Keine davon kann mich noch überraschen. Im Gegenteil, es erfüllt mich zunehmend mit Langeweile, wieder und wieder dieselben falschen Argumente widerlegen zu müssen, immer wieder aufs Neue. Aus dieser Langeweile heraus entstand die Idee zu diesem Buch. Wieso nicht einfach mal die gängigen Klimalügen und Mythen sammeln und sie kompakt und leicht verständlich widerlegen? Gedacht, gesagt, getan!
Und hier sitze ich nun vor meiner Sammlung von Klimalügen und Mythen. Es sind nicht mehr als 23 geworden. Auf den folgenden Seiten werde ich nun alle nacheinander auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und Fakten widerlegen.
Dieses Buch ist natürlich auch für Leugner:innen des Klimawandels und Skeptiker:innen gedacht. Vor allem aber soll es allen Menschen helfen, die selbst schon erlebt haben, dass sie in einer Diskussion um Klimawandel und Klimaschutz keine Entgegnungen mehr parat hatten, obwohl sie sich sicher waren, dass die Aussagen des Gegenübers unwahr und falsch sind. Es soll als kleiner Begleiter fungieren, der einerseits vielleicht eigene Zweifel beseitigt, andererseits bei der Argumentation im Familien- und Freundeskreis oder im Berufs- oder Bildungsalltag unterstützen kann. Es soll Sie mit Gegenargumenten versorgen, um Bedenken zum Klimawandel auszuräumen. Natürlich ist dieses Buch auch gut geeignet, weitergeschenkt zu werden. An jene, die sich im Labyrinth der Klimalügen und Mythen verlaufen haben.
Letztendlich war es mir wichtig, Klarheit zu schaffen und den Fakten den nötigen Raum zu geben. Wir müssen den falschen Informationen fundierte Fakten entgegenhalten, mit aller Kraft und all unseren Möglichkeiten.
Sind Sie bereit mitzuerleben, wie sich 23 Lügen, Märchen und Mythen zum Thema Klima in Luft auflösen? Gut, dann kann es jetzt losgehen.
1 Die können nicht mal das Wetter für drei Tage vorhersagen, wollen aber wissen, wie das Klima in 100 Jahren ist
Kennen Sie den Unterschied zwischen Wetter und Klima? Als Wetter bezeichnen wir den aktuellen Zustand der Atmosphäre zu einem bestimmten Zeitpunkt, an einem bestimmten Ort, der in Gestalt von Sonnenschein, Regen, Wind, Wärme, Kälte und Bewölkung in Erscheinung tritt. Oder einfacher gesagt: Das Wetter ist das, was wir sehen und spüren, wenn wir aus dem Haus gehen. Wir sehen die Sonne, spüren den Regen oder den Wind, der uns um die Ohren weht, wir merken, ob uns warm oder kalt ist. Das Wetter können wir nicht nur sehen und spüren, wir können es auch messen. Sie haben sehr wahrscheinlich ein Thermometer zu Hause, an dem Sie ablesen können, wie warm es gerade ist. Auch die Windrichtung und die Stärke können wir messen, ebenso Regen oder Schnee, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck. Für all diese Wettererscheinungen gibt es geeignete Messinstrumente.
Das Klima können wir nicht messen. Aber wir können es anhand der Vielzahl von meteorologischen Daten aus der Vergangenheit ermitteln. Die einzelnen Klimagrößen werden statistisch bestimmt und mathematisch berechnet. Das Klima ist der mittlere Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort oder in einem bestimmten Gebiet, und zwar über einen längeren Zeitraum. Das heißt, wir betrachten unser Wetter nicht nur an einem Ort und an einer Stelle, sondern in größeren Regionen, etwa einem Bundesland, in ganz Österreich, in Europa oder sogar rund um den Globus, auf unserer ganzen Welt. Und wir bilden Mittelwerte von Temperatur, Niederschlag, Wind und alle anderen Größen über längere Zeit. Als Zeitspanne für Untersuchungen des Klimas empfiehlt die Weltorganisation für Meteorologie (WMO – World Meteorological Organization) mindestens 30 Jahre, aber auch Betrachtungen über weit längere Zeiträume wie Jahrhunderte und Jahrtausende sind bei der Erforschung des Klimas gebräuchlich. Daraus erhalten wir einen Überblick, mit welchen Temperaturen wir in einer bestimmten Region unserer Erde rechnen müssen, wie oft und wie viel es dort durchschnittlich regnet oder schneit. Wir erlangen darüber hinaus auch Erkenntnisse, wie stark das Wetter dort um das klimatologische Mittel schwankt oder davon abweicht.
Wir wissen aus der Klima-Statistik also auch, wie hoch die höchste Temperatur in einer Region jemals war oder wie kalt es dort werden kann. Wir wissen, wie stark es dort regnen kann, und zwar an einem Tag, in einem Monat oder im ganzen Jahr. Wir können aus den statistischen Auswertungen auch erkennen, welche Jahreszeiten wärmer sind als andere, welche regenreich sind oder ob es hier auch schneien kann. Das kann Ihnen etwa helfen, die beste Reisezeit für Ihr Urlaubsziel zu finden.
