Kolumbus - Maja Nielsen - E-Book

Kolumbus E-Book

Maja Nielsen

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Beschreibung

1492 stechen drei Schiffe in See. Ihre Mission: die sagenhaften Schätze Indiens für Spanien gewinnen. Nach vielen Tagen auf unbekanntem Gewässer glauben sie sich am Ziel. Doch ist es nicht Asien, wie Kolumbus, Kommandant der kleinen Flotte, meint - hinter ihrer Entdeckung verbirgt sich ein neuer Kontinent. Und schon wenige Jahre später ist hier nichts mehr, wie es war ... Um die großen Entdeckungsfahrten des Christoph Kolumbus ranken sich viele Rätsel und Geheimnisse. Maja Nielsen setzt sich in diesem Buch auf die Spur des berühmten Entdeckers und zeichnet mithilfe seines Nachfahren Cristóbal Colón XX. das spannende Bild einer bewegten Zeit.

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Seitenzahl: 66

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Maja Nielsenkam durch ihre Söhne zum Schreiben spannender Abenteuergeschichten. Viele davon sind als Bücher und Hörbücher erschienen oder wurden als Hörspiele und Reportagen im Rundfunk gesendet. Für die Bücher der Reihe Abenteuer! stehen ihr Experten der jeweiligen Sachgebiete zur Seite.

Fachliche Beratung dieses Bandes:

Cristóbal Colón XX.ist ein direkter Nachfahre von Christoph Kolumbus. Er hat nicht nur dessen Titel geerbt, sondern auch die Leidenschaft für die Seefahrt.

Colón war Kommandant bei der spanischen Marine und umrundete als begeisterter Sportsegler u. a. auf der Kolumbusroute die Welt.

Fachliche Durchsicht: Prof. Dr. Dr. Ulrich Knefelkamp. Der 2020 verstorbene Historiker lehrte von 1994 bis 2016 als Professor für mittelalterliche Geschichte Mitteleuropas und regionale Kulturgeschichte an der Europa-Universität Viadriana.

Copyright 2024 Gerstenberg Verlag, Hildesheim

Alle Rechte vorbehalten.

Illustrationen: Claudia Carls, Hamburg

Karten: Peter Palm, Berlin

Der Gerstenberg Verlag behält sich die Nutzung seiner Inhalte für Text und Data Mining im Sinne von § 44b UrhG ausdrücklich vor.

www.gerstenberg-verlag.de

ISBN E-Book: 978-3-8369-9229-9

Inhalt

Mit dem Wind nach Westen

1. Schiffbruch

2. Nach Spanien

3. Die große Fahrt

4. Tierra! Tierra!

5. Auf der Suche nach Gold

6. Die Heimkehr

7. Das Paradies wird zur Hölle

8. Das bittere Ende

9. Das Erbe des Kolumbus

Chronik

Filmtipps

Mit dem Wind nach Westen

Europa Ende des 15. Jahrhunderts.Für die Menschen dieser Zeit besteht die Welt aus drei Kontinenten: Europa, Asien und Afrika. Dass es in den Weiten der Ozeane noch weitere Erdteile geben könnte, ist nur eine Ahnung. Geschichten von fremden, exotischen Ländern machen überall die Runde und wagemutige Entdecker machen sich zu Wasser und zu Land auf den Weg. Vor allem die Erzählungen von den sagenhaften Schätzen Indiens lassen Abenteurer und Entdecker, Könige und Kaufleute nicht los. Nur: Wie dort hingelangen? Der Weg über Land ist von den mächtigen Osmanen versperrt. Kann man das reiche Asien nicht auch mit dem Schiff erreichen? Am vielversprechendsten erscheint dem portugiesischen König der östliche Seeweg um Afrika herum. Doch der Italiener Christoph Kolumbus ist davon besessen, Indien auf westlichem Kurs zu erreichen – quer über den unbekannten Atlantik. Ein Ding der Unmöglichkeit, wie alle Seefahrtsexperten befinden. Da gewährt das spanische Königshaus, das im Wettstreit mit Portugal liegt, Kolumbus schließlich die Chance seines Lebens. So sticht er im Jahre 1492 mit drei Schiffen – der Santa María, der Pinta und der Niña – auf einer Fahrt ins Ungewisse in See. Ihr Auftrag: die sagenhaften Schätze Indiens für Spanien gewinnen. Nach vielen Tagen auf dem offenen Meer glaubt sich Kolumbus am Ziel. Doch ist es nicht Asien, wie der Kommandant der kleinen Flotte meint – hinter ihrer Entdeckung verbirgt sich ein neuer Kontinent. Und schon wenige Jahre später ist hier nichts mehr, wie es war …

Um die großen Entdeckungsfahrten des Christoph Kolumbus ranken sich viele Rätsel und Geheimnisse. Dieses Buch setzt sich auf die Spur des berühmten Entdeckers und zeichnet mithilfe seines Nachfahren Cristóbal Colón XX. das spannende Bild eines außergewöhnlichen Mannes und einer bewegten Zeit.

1. Schiffbruch

13. August 1476,vor der Südküste Portugals. Als das Feuer von dem Piratenschiff auf die Bechella übergreift und augenblicklich Masten und Segel des Handelsschiffes in Flammen stehen, empfindet der junge Seemann Cristoforo Colombo keine Angst und nicht einmal Erschöpfung. Und das, obwohl der Kampf um ihn herum schon seit zehn Stunden tobt. Er merkt auch nicht, dass er verletzt ist. Das Blut sickert aus einer tiefen Wunde über dem Auge und durchtränkt sein Hemd. Die Schreie der verletzten Matrosen hört er nicht mehr, auch nicht den Kanonendonner. Innerlich ganz ruhig springt er ins Meer. Die portugiesische Küste ist mehr als zehn Kilometer entfernt. In welcher Richtung sie liegt, kann man in dieser nachtfinstren Dunkelheit nur erahnen. Doch Cristoforo schwimmt einfach los. Lieber ertrinken als verbrennen!

Da treibt wie von Gott gesandt ein riesiger Eichenbalken vor ihm auf den Wellen. Und während er mit letzter Kraft versucht, sich auf den Balken hinaufzuhangeln, zieht sein bisheriges Leben in Sekundenschnelle an ihm vorbei. Muss ich jetzt sterben?, fragt er sich erstaunt, während er sich an seine Kindheit in Genua, an die bittere Armut daheim erinnert. An den Hunger und die Enge und den Schmutz. Er sieht den verhassten Webstuhl seines Vaters Domenico, an dem Tag und Nacht gearbeitet wurde – und dennoch reichte das Geld nie aus, um all die hungrigen Mäuler zu stopfen. Er sieht seine Brüder Bartolomeo und Giacomo und seine Schwester Bianchinetta. Auch sein toter Bruder Giovanni Pellegrino taucht vor ihm auf. Und Mama. Mama – wie sie strahlt, als die Lehrer der Wollweberschule den wissbegierigen Cristoforo über den grünen Klee loben. Mama, wie sie weint, weil sie wieder einmal alles zusammenpacken und in ein noch schäbigeres Haus umziehen müssen, weil ihr Mann das wenige Geld in die Kneipe trägt. Den Vater soll der Teufel holen!

In einer Seeschlacht vor derKüste Portugals geht Cristoforos Schiff in Flammen auf.Zum Glück ist er ein sehr guterSchwimmer.

Cristoforo sieht sich selbst als Kind am Hafen stehen. Viele große Handelsschiffe legen in Genua an. Schon als kleiner Junge hat er davon geträumt, mit ihnen hinaus aufs Meer zu fahren, fremde Länder zu sehen. In das Wunderland Indien wollte er reisen, nach Cathay und Cipango, wie 200 Jahre zuvor der berühmte Kaufmannssohn Marco Polo, über dessen Reisebericht Wunder der Welt er so viele erstaunliche Dinge gehört hat. Er wollte eines Tages mit eigenen Augen sehen, was Marco Polo beschrieb: prachtvolle Paläste mit goldenen Dächern, in deren Leitungen Milch und Honig fließen. Ein Schiff wollte er nehmen, es nach Indien führen und dort mit Gewürzen, mit Gold und Seide beladen, mit Perlen und all den anderen Kostbarkeiten, die Marco Polo beschrieben hatte.

Jetzt, an diesen harten, rauen Holzbalken geklammert, der unter ihm auf den Wellen schaukelt, geht er hart mit sich ins Gericht. Was hast du schon erreicht in deinem Leben?, fragt er sich. Nicht viel, muss er sich eingestehen. Nun gut, er ist dem Weberdasein entkommen und hat als Kaufmann auf seinen Handelsreisen viele fremde Länder gesehen. Bis ins Ägäische Meer ist er einmal gelangt. Doch was ist das schon, im Vergleich zu Marco Polos Reise? Soll das jetzt schon alles gewesen sein?, fragt er sich verzweifelt, während ihn langsam die Kraft verlässt. Cristoforo sinkt unter Wasser. Aber auch

wenn er dem Tod näher ist als dem Leben – irgendetwas in ihm weigert sich hartnäckig aufzugeben. Nicht bevor er die sagenumwobenen Länder Marco Polos gesehen hat! Er kämpft sich noch einmal an die Oberfläche zurück und umklammert mit zusammengebissenen Zähnen den Eichenbalken. „Das ist das Ruder meines Schiffes!“, stellt er erstaunt fest. Dann verliert er das Bewusstsein.

Als er wieder zu sich kommt, liegt er am Strand, das Ruder fest in den Armen. Verblüfft stellt er fest, dass er noch am Leben ist. Einheimische Fischer helfen ihm, wieder zu Kräften zu kommen, und geben ihm ein paar Münzen, damit er sich nach Lissabon, der Hauptstadt Portugals, durchschlagen kann. Dort arbeitet sein Bruder als Kartenzeichner. Bestimmt kann er bei Bartolomeo unterkommen. Dem Tod gerade noch von der Schippe gesprungen, stürzt sich Cristoforo wieder ins Leben.

„Du kommst gerade zur rechten Zeit, Bruderherz!“, sagt Bartolomeo, als Cristoforo unerwartet bei ihm in Lissabon vor der Tür steht. „Ich habe mehr Arbeit, als ich schaffen kann. Du musst mir helfen.“ Bartolomeo muss die neuesten Erkenntnisse über die Westküste Afrikas, die portugiesische Seefahrer von ihren Entdeckungsreisen mitgebracht haben, in seinen Karten verzeichnen. Er hat alle Hände voll zu tun, denn er gilt als zuverlässiger Kartograf. Seine Karten sind bei Weitem die genauesten, die man für Geld in Lissabon bekommen kann.