Napoleon - Maja Nielsen - E-Book

Napoleon E-Book

Maja Nielsen

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Beschreibung

Ein Junge aus Korsika, der nicht einmal richtig Französisch spricht, wird Frankreichs Kaiser - darüber hat Napoleon Bonaparte selbst gestaunt: "Welch ein Roman war mein Leben!", hat er rückblickend gesagt. Den spannenden Roman vom Leben dieses bis heute weltberühmten Mannes hat Maja Nielsen in eine abenteuerliche Geschichte für Kinder verwandelt: Mit Sinn für Dramatik und genauem Blick zeichnet sie Napoleons Weg nach - vom jungen, ehrgeizigen Offizier zum genialen Feldherrn, vom machthungrigen Ersten Konsul zum Kaiser der Franzosen, der alles daransetzt, die Errungenschaften der Revolution zu verteidigen und seinen Traum eines Weltreichs wahr werden zu lassen. Warum Napoleon heute noch so viele Menschen fasziniert und welche Bedeutung er für die europäische Geschichte, nicht zuletzt die deutsch-französische Geschichte, hat, macht hier ein ganz besonderer Experte auch für Kinder verständlich: Charles Napoleon, Urgroßneffe Napoleons und heute Oberhaupt des Hauses Bonaparte.

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Seitenzahl: 66

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Die Autorin Maja Nielsenist gelernte Schauspielerin. Durch ihre beiden Söhne kam sie zum Schreiben spannender Abenteuergeschichten. Viele davon sind als Bücher und Hörbücher erschienen oder wurden als Hörspiele und Reportagen im Rundfunk gesendet. Für die Bücher der Reihe Abenteuer! stehen ihr Experten der jeweiligen Sachgebiete zur Seite.

Fachliche Beratung dieses Bandes: Charles Napoleon und Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer

Charles Napoleonist der Urgroßneffe Napoleons. Er arbeitete für das französische Ministerium für Wirtschaft und Finanzen, später in der freien Wirtschaft und in der Politik. Daneben ist er Autor verschiedener Sachbücher, u. a. auch über das Wirken Napoleons I. und über die Familie Bonaparte. Das napoleonische Erbe zu erhalten liegt ihm besonders am Herzen. Als Präsident des Europäischen Bundes der Napoleon-Städte setzt er sich für Kulturaustausch und Völkerverständigung ein.

Prof. em. Dr. Hans-Ulrich Thamerlehrte von 1983 bis zu seiner Emeritierung 2011 Neuere und Neueste Geschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Die Ideen- und Sozialgeschichte Frankreichs im 18. und 19. Jahrhundert zählt zu seinen Forschungsschwerpunkten. In der Reihe C. H. Beck Wissen publizierte er 2004 den Band Die Französische Revolution.

Copyright 2024 Gerstenberg Verlag, Hildesheim

Alle Rechte vorbehalten.

Illustrationen: Magdalene Krumbeck, Wuppertal

Karten: Peter Palm, Berlin

Der Gerstenberg Verlag behält sich die Nutzung seiner Inhalte für Text und Data Mining im Sinne von § 44b UrhG ausdrücklich vor.

www.gerstenberg-verlag.de

ISBN E-Book: 978-3-8369-9231-2

Inhalt

Ein starker Mann

1. Der Adlerflug

2. Waterloo

3. Blick zurück

4. Toulon

5. An der Macht

6. Kaiser Napoleon

7. Feldzug nach Russland

8. Napoleons Erbe

Chronik

Museen

Buchtipps

Filmtipps

Web-Tipps

Ein starker Mann

Als die Menschen Frankreichs nach Jahrhunderten der Knechtschaft nicht mehr bereit sind, sich von allmächtigen Königen ausbeuten zu lassen, gehen sie auf die Barrikaden, um eine gerechtere Gesellschaftsordnung zu erkämpfen. Mit Ausbruch der Französischen Revolution 1789 kommt es zu einem Bürgerkrieg, bei dem Frankreich in Gewalt und Terror versinkt. Zehntausende fliehen aus dem Land, Tausende werden öffentlich hingerichtet, der Schrecken regiert den Alltag.

In dieser blutigen Zeit verlangen die Menschen in Frankreich nach einem starken Mann, der den Frieden im Land wiederherstellt und die junge Republik gegen feindliche Länder wie Österreich, England und Preußen verteidigt, die seine Existenz bedrohen. Zu diesem Mann wird Napoleon Bonaparte.

Der kleine Leutnant von der Insel Korsika steigt in wenigen Jahren zum mächtigsten Mann der Welt auf. Er zwingt die Armeen der großen alten Herrscherhäuser in die Knie und zeichnet die Landkarte Europas neu. Bereits zu Lebzeiten wird er zur Legende.

Napoleon ist ein Mann mit vielen Gesichtern: Er ist ein brillanter Militärstratege und dabei unermüdlich im Einsatz für eine gerechte, funktionierende Ordnung, besonnen und klug und machtgierig und selbstgerecht zugleich. Was fasziniert Millionen Menschen bis heute so an diesem Mann, der aus einer unbedeutenden Familie kam und sich selbst zum Kaiser der Franzosen krönte? Was hat Napoleon uns mehr hinterlassen als Schlachtfelder und Denkmäler in ganz Europa? Diese Frage beantwortet Prinz Charles Napoleon für uns, ein Urgroßneffe Napoleons und heute Chef des Hauses Bonaparte.

1. Der Adlerflug

26. Februar 1815.Der Adler erhebt sich in die Lüfte. Er setzt zu seinem großen Flug an. Im Schutz der Dämmerung verlässt Napoleon Bonaparte mit 1100 Soldaten und Offizieren den Ort, an den man ihn vor zehn Monaten verbannt hat – die Mittelmeerinsel Elba, zehn Kilometer vor der italienischen Küste. Einen letzten Blick wirft der Mann mit dem schlichten, grauen Mantel und dem berühmten Zweispitz noch zurück. Die Boote der Fischer schaukeln in der Abendbrise. Ein paar Leute stehen an der Mole und winken ihm nach.

Haben seine Feinde wirklich geglaubt, er würde auf diesem Inselchen bis ans Ende seiner Tage den Bürgermeister spielen? Er, der als Kaiser über fast ganz Europa geherrscht hat? Er, der eine Armee von mehr als einer halben Million Soldaten befehligt hat? Haben sie wirklich angenommen, er würde tatenlos zusehen, wie Frankreich von seinem Nachfolger zugrunde gerichtet wird? Von Ludwig XVIII., diesem Fettwanst von König, der sich ohne Krücken kaum auf seinen gichtgeplagten Beinen halten kann? Nein! Der Adler kehrt zurück. Er, Napoleon, Kaiser der Franzosen, wird sich auf den Weg nach Paris machen. Er wird die Tuilerien, seinen alten Regierungssitz, durch den Haupteingang betreten und die Macht wieder an sich reißen. Im Triumphzug! Die Franzosen werden ihn bejubeln, als sei er nie gestürzt worden.

Am 1. März 1815 geht Napoleon mit seinen Männern bei Cannes an Land. Er hat kein Geld, keine Armee, kaum Waffen, nicht einmal Pferde. Und jeder Bürger, der dem Verbannten hilft, begeht Hochverrat und muss damit rechnen, hingerichtet zu werden. Was soll er nun tun? Welcher Weg führt ihn am schnellsten zurück nach Paris, zurück an die Herrschaft? Ein Fuhrmann kommt des Weges. Als er zu Napoleon gebracht wird, bricht er keineswegs in Jubel aus: „Gerade sind wir ein wenig zur Ruhe gekommen“, sagt er sorgenvoll, „und jetzt kommen Sie und werden alles wieder durcheinanderbringen.“ Sechzig Schlachten hat Napoleon in knapp zwanzig Jahren geschlagen. Über eine Million französische Soldaten sind elendig auf seinen Schlachtfeldern verreckt. Die Menschen wollen Frieden. Das Land hat genug geblutet.

Der brummige Fuhrmann lässt die Pferde wieder anziehen. Kein guter Beginn für einen Triumphzug. Napoleon wählt vorsichtshalber den beschwerlichen Weg über die Alpen nach Grenoble. Im steilen Gebirge ist er vor den Anhängern des neuen Königs sicher, hier lebt das einfache Volk. Ein paar Bergbauern entlang des Weges erkennen ihn und jubeln ihm zu. Napoleon ist ihr Mann, ihr Held, ihr Führer. Der jetzige Herrscher, der gichtkranke alte König Ludwig, kümmert sich nur um die Sorgen der Reichen. Sie lassen alles stehen und liegen und schließen sich seinem Zug an. Gewehre besitzen sie nicht, um den Kaiser wieder an die Macht zu schießen, aber ihre Mistgabeln halten sie fest in der Hand.

Am 5. März hat die Nachricht, dass Napoleon nach Frankreich zurückgekehrt ist, Paris erreicht. Ludwig XVIII. setzt ein Kopfgeld auf ihn aus und die königlichen Truppen werden in Alarmbereitschaft versetzt. Sie sollen Napoleon fangen, tot oder lebendig. General Ney verspricht, Napoleon in einem eisernen Käfig nach Paris zu schaffen. Wie ein gefangenes Tier, eine wilde Bestie, die man dem Volk vorführen will.

Am 7. März trifft Napoleon beim Dorf Laffrey kurz vor Grenoble zum ersten Mal auf die Truppen des Königs. Soldaten des 5. Regiments verstellen ihm angriffsbereit den Weg. Die Läufe ihrer Gewehre blitzen in der Sonne, die aufgepflanzten Bajonette funkeln. Die Soldaten stehen wie erstarrt. Es ist ihr Kaiser, der ihnen da gegenübersteht. Der Mann, dem sie die Treue geschworen haben.

Napoleons Soldaten respektieren und bewundernihren Kaiser. Er ist keinhochnäsiger Adeliger, derseinen Rang geerbt hat, sondern verdankt seinenAufstieg seinen Leistungen.

Napoleon bittet die Soldaten, die ihn begleiten, ihre Waffen zu senken. Ohne einen Schuss will er seine Krone zurückerobern. Ohne Blutvergießen. Schweigend stehen sich die beiden Gruppen gegenüber. Ihre Banner flattern im Wind: auf der einen Seite der Adler Napoleon Bonapartes, auf der anderen der Drapeau blanc, die weiße Nationalflagge des Königs. Plötzlich schreitet der kleine Mann mit dem grauen Mantel und dem Zweispitz festen Schrittes den Soldaten des 5. Regiments entgegen. Ein leises Lächeln umspielt seine Lippen, während er näherkommt. „Feuer!“, schreit der Kommandeur der königlichen Truppen aus Leibeskräften. „Feuer!“ Aber kein Schuss zerreißt die Luft. Es ist vollkommen still. Der Kaiser geht unbeirrt weiter. Dann steht er vor ihnen, blickt den Soldaten des 5. Regiments direkt in die Augen. 700 Gewehrläufe zielen auf ihn, aber Napoleon hat längst bemerkt, dass die Hände, die die Gewehre halten, zittern. „Soldaten des 5. Regiments“, sagt er zu den Männern, „ich bin es, euer Kaiser! Erkennt ihr mich?“ Er schlägt