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Diese interdisziplinäre Untersuchung verbindet eine empirische Studie zu einer heutigen Kirchengemeinde, die vor 20 Jahren einen Trennungskonflikt durchlebte, und exegetische Untersuchungen zum Matthäusevangelium. Die Rahmentheorie bildet der Social Identity Approach (SIA). Die explorative Studie zeigt auf, inwiefern Einsichten und Fragestellungen einer empirischen Untersuchung für das Verständnis des im Matthäusevangelium sichtbar werdenden Trennungskonflikts zwischen christusgläubigen Jüdinnen und Juden und der von Pharisäern geleiteten Synagoge fruchtbar gemacht werden können. Umgekehrt eröffnen sich von den gewonnenen exegetischen Einblicken aus auch neue Zugänge zu Konflikten in heutigen Kirchen bzw. Kirchengemeinden.
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Seitenzahl: 1034
Veröffentlichungsjahr: 2014
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1. Auflage 2014
Alle Rechte vorbehalten
© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Reproduktionsvorlage: Andrea Siebert, Neuendettelsau
Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Print:
ISBN 978-3-17-026315-4
E-Book-Formate:
pdf: ISBN 978-3-17-026316-1
epub: ISBN 978-3-17-026317-8
mobi: ISBN 978-3-17-026318-5
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Meinen Eltern,
die meinen Forscherinnengeist
weckten und förderten
von Anfang an.
Vorwort
0. Einleitung
I. Methodenkapitel
1. Der Social Identity Approach (SIA)
1.1 Die Social Identity Theory (SIT)
1.1.1 Minimal Group Experimente
1.1.2 Definition der sozialen Identität
1.1.3 Variablen für In-Group-Favoritism
1.1.4 Das Interpersonal-Intergruppen Kontinuum
1.1.5 Soziale Mobilität und sozialer Wandel
1.1.6 Reaktionen auf Konfliktsituationen
1.2 Die Self-Categorization Theory (SCT)
1.2.1 Fragestellung der SCT
1.2.2 Salienz der Kategorien
1.2.3 Ein fiktives Beispiel: Familie Frischknecht
1.2.4 Depersonalisation
1.2.5 Prototypen und Stereotypen
1.3 Die Rolle der Führung im Social Identity Approach
1.4 Einfluss und Möglichkeiten des Denkansatzes
1.5 Defizite des SIA
1.5.1 Soziale Rolle der Mitglieder
1.5.2 Gender
1.5.3 Tradierung der Kategorien
1.6 Theoriegeleitete Fragen für die Untersuchung
2. Die empirische Studie
2.1 Fragestellungen
2.2 Methodik der empirischen Untersuchung
2.3 Datenerhebung mithilfe problemorientierter Leitfadeninterviews
2.3.1 Erstellung des Leitfadens
2.3.2 Der Leitfaden
2.4 Problematisierung der Leitfadeninterviews
2.5 Problematisierung der Experteninterviews
2.6 Aufbereitung und Analyse der Leitfadeninterviews
2.6.1 Transkription und Anonymisierung
2.6.2 Qualitative Inhaltsanalyse
2.7 Auswahl des Feldes
2.8 Sampling
3. Die exegetische Untersuchung zum Matthäusevangelium
3.1 Voraussetzungen für die Exegese
3.1.1 Wissenstheoretische Überlegungen
3.1.2 Textverständnis
3.1.2.1 Der Text des MtEv als identitätsformende Erinnerung
3.1.2.2 Text als Zeichen
3.1.2.3 Impliziter Autor und empirischer Autor
3.1.2.4 Textpragmatik
3.1.2.5 Die Erstrezipient_innen
3.2 Voraussetzung für die historische Rekonstruktion
3.3 Historische Annahmen
3.4 Der Konflikt
3.4.1 Forschungsstand der extra-intra-muros Debatte
3.5 Hermeneutischer Fokus
II. Empirische Studie
1. Hintergrundinformationen
1.1 Allmendwil und Christenau
1.2 Der Konflikt
2. Exemplarische Einzelfallerzählungen
2.1 Zentrum
2.1.1 Franz Dold
2.1.2 Franziska und Dölf Isliker
2.1.3 Christine und Ueli Lötscher
2.2 Kirchengemeinde Christenau
2.2.1 Brigitte und Fritz Vollmer
2.2.2 Karoline und Franz Obrecht
2.2.3 Anneliese und Kurt Egloff
3. Thematische Betrachtungen
3.1 Identität durch soziale Werte und Normen
3.1.1 Kategoriendefinition
3.1.2 Werte und Normen im Zentrum
3.1.2.1 Die Gemeinschaft – ein Grundwert des Zentrums
3.1.2.1.1 Verständnis der „Gemeinschaft“
3.1.2.1.2 Theologische Sicherung des Grundwertes Gemeinschaft
3.1.2.1.3 Umgang mit der Ambivalenz des Werteideals
3.1.2.1.4 Einheit und Vielfalt – zwei weitere Gemeinschaftswerte
3.1.2.2 Normierung der Gemeinschaft
3.1.2.2.1 Verbindlichkeit
3.1.2.2.2 „Echtheit und Transparenz“
3.1.2.3 Die Bedeutung theologischer Lehren für die Wertesicherung
3.1.2.4 Wertevermittlung durch die Autoritäten
3.1.2.5 Wertevermittlung an die nächste Generation
3.1.2.6 Funktionen der Werte und Normen für die soziale Identität der Zentrumsmitglieder
3.1.2.6.1 Werte und Normen als gemeinsame Sprache der Gruppe
3.1.2.6.2 Individuelle Aspekte der Wertsysteme der einzelnen Mitglieder
3.1.2.6.3 Funktion der Werte und Normen für die Gruppe
3.1.2.6.4 Ermöglichung elementarer Erfahrungen durch die Werte und Normen
3.1.2.7 Zusammenfassung
3.1.3 Wertvorstellungen der Kirchgemeindeglieder
3.1.3.1 Freiheit, Offenheit und Toleranz – die Grundwerte der Kirchengemeinde
3.1.3.2 Kirche als Begegnungsort – Die Werte Gemeinschaft und Beziehungen
3.1.3.3 Theologische Inhalte – Wertevermittlung?
3.1.3.4 Funktionen der Werte für die soziale Identität der Kirchgemeindeglieder
3.1.3.4.1 Individuelle Wertvorstellungen
3.1.3.4.2 Elementarer Wertkonsens für die Interaktion
3.1.3.4.3 Grenzen durch Werte?
3.1.3.4.4 Ermöglichung positiver Erfahrungen
3.1.3.4.5 Ambivalenzen
3.1.3.5 Zusammenfassung
3.1.4 Vergleich von Zentrum und Kirchengemeinde
3.1.4.1 Unterschiedliche Funktionen der Werte
3.1.4.2 Unterschiede in Verpflichtungs- und Formalisierungsgrad
3.1.4.3 Unterschiede in der Werthierarchie
3.1.4.4 Unterschiedliche Sprachkonventionen bei der Formulierung von Werten
3.1.4.5 Unterschiedliche soziale Identität
3.1.4.6 Gemeinsamkeiten
3.1.5 Fragestellungen für die Exegese
3.2 Identität durch Kontinuität – die Wertvorstellung „Landeskirchlichkeit“
3.2.1 Definition der Subkategorie
3.2.2 Das Verständnis von „Landeskirchlichkeit“
3.2.2.1 „Wurzeln“ als Bild für die Herkunft
3.2.2.2 „Wurzeln“ als Ausdruck für Übereinstimmungen
3.2.2.3 Schwierigkeiten der Konkretisierung des Begriffs „Landeskirchlichkeit“
3.2.3 Wertevermittlung und Schwierigkeiten der Wertevermittlung
3.2.4 Funktion des Wertes „Landeskirchlichkeit“
3.2.4.1 Die Funktion des Wertes „Landeskirchlichkeit“ für den Umgang mit dem Konflikt
3.2.5 Bedeutung der Kontinuität für die soziale Identität der Mitglieder
3.2.6 Fragestellungen für die Exegese
3.3 Identität durch Abgrenzung
3.3.1 Konstruktion von Differenz durch abgrenzende Vergleiche
3.3.2 Kategoriendefinition
3.3.3 Betonung von Differenzen durch abgrenzende Vergleiche im Zentrum
3.3.3.1 Abgrenzende Vergleiche zur Legitimierung der eigenen Zugehörigkeit – Abgrenzung von den Herkunftsgemeinden
3.3.3.2 Abgrenzender Vergleich als social creativity
3.3.3.3 Abgrenzende Vergleiche zur Vermeidung von Stereotypisierung
3.3.3.4 Abgrenzende Vergleiche als Positionierung
3.3.3.5 Ausnahmen
3.3.3.5.1 Abgrenzung von der Abgrenzung
3.3.3.5.2 Betonung der Normalität
3.3.3.6 Funktion der abgrenzenden Vergleiche aus Sicht des SIA
3.3.4 Betonung von Differenzen durch abgrenzende Vergleiche in der Kirchengemeinde Christenau
3.3.4.1 Abgrenzende Vergleiche als Identitätskonstruktion
3.3.4.2 Abgrenzende Vergleiche auf individueller Ebene
3.3.4.3 Abgrenzung zur Legitimation der Mitgliedschaft nach dem Konflikt
3.3.4.4 Eine Besonderheit: Abgrenzung von der eigenen Gruppe
3.3.4.5 Abgrenzung zur Betonung der Besonderheit der Kirchengemeinde
3.3.4.6 Funktion der Abgrenzung in der Kirchengemeinde
3.3.5 Vergleich Zentrum und Kirchengemeinde
3.3.6 Fragestellungen für die Exegese
Exkurs I Weitere Möglichkeiten der Konstruktion von Abgrenzung
I.I Abgrenzung durch Sprache
I.II Abgrenzung durch negative Werturteile
I.III Abgrenzung durch Emotionen
3.4 Identität durch Exklusion
3.4.1 Kategoriendefinition
3.4.2 Sozialer Ausschluss aus dem Zentrum
3.4.2.1 Der „Werterahmen“ als Grenzmarker
3.4.2.2 Nicht verhandelbare Grenze: Homosexualität
3.4.2.3 Grad der Sanktionen
3.4.2.4 Legitimierung von Exklusion
3.4.2.5 Ambivalenzerfahrungen
3.4.2.6 Konfliktthemen
3.4.2.7 Sozialer Ausschluss und soziale Identität
3.4.3 Sozialer Ausschluss aus der Kirchengemeinde
3.4.3.1 Grenzen sind kein explizites Thema
3.4.3.2 Punktuelle Grenzen im individuellen Wertesystem
3.4.3.3 Grenzen bei Infragestellung der Kirche
3.4.3.4 Grenzen und soziale Identität
3.4.4 Vergleich Kirchengemeinde und Zentrum
3.4.5 Fragestellungen für die Exegese
Exkurs II Genderkonstruktionen
II.I Genderkonstruktionen im Zentrum
II.I.1 Vorgegebene Genderidentität durch die Ehetheologie im Zentrum
II.I.2 Queer-Gender/Transgender/Homosexualität/Intersexualität – jenseits der zweigeschlechtlichen Genderidentität
II.I.3 Konstruktion von Genderrollen
II.II Genderkonstruktionen in der Kirchengemeinde
II.II.1 Genderrollen in der Paarkommunikation
II.II.2 Genderstereotype Verhaltensmuster und Genderrollen
II.II.3 Vielfalt an Genderidentitäten?
II.III Der Konflikt – ein Männerkampf?
II.IV Zusammenfassung
3.5 Schlussbetrachtungen zur empirischen Studie
3.5.1 Forschungsdesiderate
III. Exegetische Untersuchungen zum Matthäusevangelium
1. Identität durch Werte und Normen
1.1 Der Textbefund
1.1.1 Das Tun der δικαιοσύνη – der Grundwert im MtEv
1.1.2 Gerechtsein, Gerechtigkeit und der Wille Gottes
1.1.3 δικαιοσύνη in der Bergpredigt
1.1.3.1 Segnung der Gerechten (Mt 5,6.10)
1.1.3.2 Das Tun der Gerechtigkeit (Mt 5,17–20)
1.1.3.2.1 Die Gültigkeit von Gesetz und Propheten (Mt 5,17–19)
Anregungen aus der empirischen Studie
1.1.3.2.2 Gesetz und Gerechtigkeit (Mt 5,20)
1.1.3.2.3 Schlussfolgerung
1.1.3.3 Der Inhalt der Gerechtigkeit
1.1.3.3.1 Die Kommentarworte Jesu (Mt 5,21–48)
1.1.3.3.1.1 Normierung der Gerechtigkeit
1. Kommentarwort (Mt 5,21–26)
Exkurs III ἀδελφός
2. und 3. Kommentarwort (Mt 5,33–37)
4. Kommentarwort (Mt 5,33–37)
5. Kommentarwort: Beendigung der Gewaltspirale (Mt 5,38–42)
6. Kommentarwort (Mt 5,43–47)
1.1.3.3.1.2 Brüche und Ambivalenzen
1.1.3.3.1.3 Zusammenfassung Kommentarworte Jesu
1.1.3.3.2 Frömmigkeitspraxis gehört zur Gerechtigkeit (Mt 6,1–18)
1.1.3.3.3 Vergebung
1.1.3.3.4 Gerechtigkeit in verschiedenen Lebensbereichen (Mt 6,19–7,12): Besitz, Sorge (Mt 6,19–34), im Umgang mit anderen (Mt 7,1–5.6) und Vertrauen auf Gott (Mt 7,7–12)
1.1.3.3.4.1 Umgang mit Besitz (Mt 6,19–34)
1.1.3.3.4.2 Vom Richten (Mt 7,1–5)
1.1.3.3.4.3 Die Gerechtigkeit nicht „vor die Säue werfen“ (Mt 7,6)
1.1.3.3.4.4 Gottvertrauen (Mt 7,7–11)
1.1.3.3.4.5 Die goldene Regel (Mt 7,12)
1.1.3.4 Der Wille Gottes: Erfüllen der Tora nach der Auslegung Jesu (Mt 7,21–23; 12,46–50)
1.1.3.5 Zusammenfassung: Gerechtigkeit in der Bergpredigt
1.1.3.5.1 Problematisierung
1.1.4 Gerechtigkeit in weiteren Redeblöcken und im Redestoff Jesu
1.1.4.1 Vergebung (Mt 18,21–35)
1.1.4.2 Gottes Gerechtigkeit verlangt einen neuen Wertemaßstab (Mt 18,1–5, 20,20–28 und 23,8–12)
1.1.4.3 Sorge für die Geringen (Mt 18,6–10 und Mt 25,31–45)
1.1.4.3.1 Sorge für die μικροί (die Kleinen) (Mt 18,6–10)
1.1.4.3.2 Fürsorge für die ἐλάχιστοι (Mt 25,31–45)
1.1.4.4 Liebesgebot (Mt 22,34–40)
1.1.4.5 Zusammenfassung Wertvorstellungen in den Reden
1.1.5 Gerechtigkeit in der narrativen Darstellung
1.1.5.1 Kulturelle Prototypen
1.1.5.2 Jesus als idealer Prototyp
1.1.5.3 Die Jünger als ambivalente Prototypen
1.1.5.3.1 Vertrauensvolle Nachfolge und Verzicht (Mt 4,18–22; 9,9) – Die Jünger in den Berufungsgeschichten
1.1.5.3.2 Radikalität der Jüngerschaft – Die Nachfolgeerzählungen (Mt 8,19–22; 19,16–30)
1.1.5.3.3 Lernfähige und verstehende Jünger
1.1.5.3.4 Kleingläubige Jünger
1.1.5.3.5 Zweifelnde Jünger (Mt 14,31; 28,17)
1.1.5.3.6 Fürsorge verweigernde Jünger
1.1.5.3.7 Untreue Jünger
1.1.5.3.8 Zusammenfassung: ambivalente Jüngerdarstellung
1.2 Funktionen der Wertvorstellungen im MtEv – die Analyse der Wertvorstellungen mithilfe des SIA
1.2.1 Funktionen der Wertvorstellungen auf der Textebene
1.2.2 Konstruktion der Werte durch Abgrenzung – Werte als Grenzmarker
Anregungen aus der empirischen Studie
1.2.3 Formen der Wertevermittlung
1.2.3.1 Performative Wertevermittlung in den Seligpreisungen
1.2.3.2 Wertevermittlung durch die Lehren Jesu
1.2.3.3 Wertevermittlung durch kulturelle Prototypen
1.2.4 Sicherung der Werte und Normen
1.2.5 Funktionen der Wertvorstellungen für eine matthäische Gemeinde – historische Mutmaßungen
1.2.5.1 Formalisierungs- und Verpflichtungsgrad
1.2.5.2 Werte als Grenzmarker?
1.2.5.3 Konfliktthemen in der Gemeinde?
1.2.5.4 Wertvorstellungen und Konflikt
Anregungen aus der empirischen Studie
1.2.5.5 Das MtEv als Definition und story der Gruppe
2. Identität durch Kontinuität – Der Wert der Herkunftstradition
2.1 Der Textbefund
2.1.1 Kontinuität mit der Herkunftstradition
2.1.1.1 Die Jesusgeschichte als Teil der Geschichte Israels
2.1.1.2 Die Nachfolger_innen Jesu als Teil Israels
2.1.1.3 Toratreue
2.1.2 Kontinuität der Lehre und der Gegenwart Jesu
2.1.2.1 Kontinuität der Lehre Jesu
2.1.2.2 ἐγὼ μεθ’ ὑμῶν εἰμι – Kontinuität der Gegenwart Jesu
2.2 Die Funktion des Kontinuitätsmotivs aus Sicht des SIA
2.2.1 Funktion des Kontinuitätsmotivs auf der Textebene
2.2.2 Funktionen des Kontinuitätsmotivs für eine matthäische Gemeinde – historische Mutmaßungen
2.2.2.1 Legitimation im Konflikt
Anregungen durch die empirische Studie
2.2.2.2 Weitergabe der Identität an neue Generationen
3. Identität durch Abgrenzung
3.1 Analyse der Texte unklarer Kategorie
3.1.1 Die Söhne des Reiches (Mt 8,11–12)
3.1.2 Das böse und ehebrecherische Geschlecht (Mt 12,38–42; 16,1–4; 23,36)
3.1.3 Das Reich wird weggenommen Mt 21,33–45)
3.1.4 Wehe Jerusalem Mt 23,37–39)
3.1.5 Zusammenfassung
3.2 Abgrenzung von den Autoritäten des Volkes
3.2.1 Textbefund
3.2.1.1 Pharisäer und Schriftgelehrte
3.2.1.2 Die einzige Ausnahme: Schriftgelehrte als Nachfolger Jesu
Exkurs IV Abgrenzung von den Heuchlern
3.2.1.3 Pharisäer und Sadduzäer/Hohepriester
3.2.1.4 Abgrenzung von den Sadduzäern
3.2.1.5 Abgrenzung von den Hohepriestern und Ältesten des Volkes
3.2.1.6 Abgrenzung von der Synagoge
3.2.1.7 Zusammenfassung: Abgrenzung von den jüdischen Autoritäten
3.2.2 Analyse der Abgrenzung von den jüdischen Autoritäten aus Sicht des SIA
3.2.2.1 Auf der Textebene
3.2.2.2 Historische Mutmaßungen
3.2.2.2.1 Pharisäer und Schriftgelehrte
Anregungen aus der empirischen Studie
3.2.2.2.2 Wirkungsgeschichte
Anregungen aus der empirischen Studie
3.2.2.2.3 Schriftgelehrte
3.2.2.2.4 Hohepriester
3.3 Abgrenzung von den Volksmengen (οἱ ὄχλοι)
3.3.1 Textbefund
3.3.1.1 Darstellung der Volksmengen im MtEv
3.3.1.1.1 Die Volksmengen sind keine Gegner Jesu
3.3.1.1.2 Die Volksmengen sind nicht Jünger_innen Jesu
3.3.1.1.3 Macht und Ohnmacht der Volksmengen
3.3.1.1.4 Die verstockten Volksmengen?
3.3.1.2 Exklusion des Volkes?
3.3.1.2.1 Die Volksmengen?
3.3.1.2.2 Die Verwendung von ὁ λαός und οἱ ὄχλοι
3.3.1.2.3 Die Deutung der Zerstörung Jerusalems
3.3.1.2.4 Problematisierung
3.3.1.3 Zusammenfassung Abgrenzung von den Volksmengen
3.3.1.4 Abgrenzung von den Ἰουδαῖοι (Mt 28,15)
3.3.2 Funktion der Abgrenzung von den Volksmengen aus Sicht des SIA
3.3.2.1 Auf der Textebene
3.3.2.2 Historische Mutmaßungen
Anregungen durch die empirische Studie
3.4 Abgrenzung von den Nicht-Juden
3.4.1 Textbefund: Abgrenzende Vergleiche von Nicht-Juden
3.4.2 Funktion der Abgrenzung von Nicht-Juden aus Sicht des SIA
3.4.2.1 Auf der Textebene
3.4.2.2 Historische Mutmaßungen
3.4.3 Exklusion von Nicht-Juden
3.4.4 Ausnahmen der Exklusion
3.4.4.1 Die Erzählung eines Wandels
3.4.4.2 Der Hauptmann von Kapernaum
3.4.5 Die counter story: Positive Darstellungen von Nicht-Juden
3.4.5.1 Die drei Magier
3.4.5.2 Die Frau des Pilatus (Mt 27,19)
3.4.5.3 Der Hauptmann unterm Kreuz
3.4.6 Eine neue Kategorie: Inklusion von Nicht-Juden
3.4.6.1 Problematisierung
3.4.6.2 Implizite Inklusionen
3.4.6.3 Explizite Inklusion: Aus der counter story wird die main story
3.4.7 Zusammenfassung Exklusion und Inklusion von Nicht-Juden
3.4.8 Funktion der Inklusion von Nicht-Juden aus Sicht des SIA
3.4.8.1 Auf der Textebene
3.4.8.2 Historische Mutmaßungen
Anregungen aus der empirischen Studie
3.5 Abgrenzungen von anderen Gruppen im Text des MtEv
3.5.1 Abgrenzung von der biologischen Familie
3.5.1.1 Funktion der Abgrenzung von der biologischen Familie
3.5.2 Abgrenzung von den falschen Propheten (Mt 7,15–20 [21–23])
3.5.3 Abgrenzung von Zöllnern
3.6 Zusammenfassung: Abgrenzung
3.6.1 Problematisierung
4. Identität durch Exklusion
4.1 Exklusion von der Teilhabe an der Basileia und Exklusion im Gericht
4.1.1 Funktion der Exklusionsdrohung an Insider
4.1.1.1 Der „Black Sheep Effect“
4.1.1.2 Exklusion von Outsidern?
4.2 Soziale Exklusion aus der Gemeinde
4.3 Die Exklusion aus der Gemeinde aus Sicht des SIA
4.3.1 Auf der Textebene
4.3.2 Historische Mutmaßungen
Anregungen aus der empirischen Untersuchung
5. Ergebnisse der exegetischen Untersuchung
5.1 Textebene
5.2 Historische Mutmaßungen
Anregungen aus der empirischen Studie
IV. Der Ertrag der interdisziplinären Untersuchung
1. Zur Interdisziplinarität
2. Zum Einfluss der exegetischen Untersuchungen auf die empirische Studie
3. Zum Ertrag und zur Limitation des SIA
V. Literaturverzeichnis
VI. Stichwortverzeichnis
Wem fühle ich mich zugehörig? Wo fühle ich mich daheim?
Diese Fragen – noch auf individueller Ebene – interessierten mich schon lange Zeit. Später wollte ich auch wissen, welche Phänomene der sozialen Identität in einer Gruppe wirken.
Das Interesse an diesen Fragen ist eng mit meiner Biografie verknüpft, wie folgende Stationen zeigen: Als neunjähriges Kind erlebte ich die Wende in Ostdeutschland, in deren Folge sich ein Teil des deutschen Volkes auf die Suche nach einer neuen Identität begeben konnte oder auch musste.
Für die Einzelnen bedeutete das, sich in dem ungewohnten Rahmen des vereinten Deutschlands neu zu definieren und zu klären, was es heißt, als ehemalige DDR-Bürger_in Deutsche/r zu sein. Schon in der Gymnasialzeit wurde das von uns Jugendlichen der dritten DDR-Generation intensiv diskutiert. Mit dem Netzwerk „Dritte Generation Ost“ bahnt sich diese Identitätssuche den Weg in das öffentliche Bewusstsein und wird als Suche nach einer sozialen Identität sichtbar.
Die zweite Frage, die ich aufgrund meiner sozialen Identität als Deutsche zwingend empfand, war der Umgang mit der Vergangenheit Deutschlands. Nicht nur während meiner Aufenthalte in Israel und Russland, sondern auch durch literarische Werke, Filme und den Geschichtsunterricht wurde ich sehr deutlich mit den Folgen des deutschen Nationalsozialismus konfrontiert. Daraus erwuchs für mich die Frage, was es eigentlich bedeutet, Deutsche zu sein. Durch den Entscheid, für längere Zeit in den USA und dann in der Schweiz zu leben, aktualisierte sich die Frage für die heutige soziale Identität als Deutsche.
In einem überwiegend atheistischen Umfeld aufgewachsen, begann ich mich nach 1989 damit zu beschäftigen, warum Menschen Religionsgemeinschaften angehören. Wenn auch erst später reflektiert, begleiteten mich diese Fragen nach sozialer Identität durch mein bisheriges Leben. Es ist somit nicht verwunderlich, dass diese Problematik zum Thema meiner Dissertation wurde.
Schon während meiner Studienzeit interessierte ich mich sehr für interdisziplinäre Arbeiten. Deshalb wurde mir auch schnell klar, dass die zuerst rein neutestamentlich begonnene Dissertation in eine interdisziplinäre Studie ausgeweitet werden muss, wobei mein Fokus auf den Gruppenphänomenen liegen sollte. Durch das Zusammenspiel verschiedener Disziplinen ist zu erwarten, dass nicht nur eine soziale Situierung neutestamentlicher Texte erreicht, sondern auch die Relevanz theologischer Diskurse in Texten und Gegenwart erkennbar gemacht wird.1 Die Aussicht, durch den vielseitigen Ansatz neu auf biblische Texte zu blicken und Gemeindekontexte dadurch in einem erweiterten Horizont zu sehen, ließ mich das Wagnis eines interdisziplinären Ansatzes eingehen. So kann explorativ ergründet werden, welche Erkenntnisse durch diesen mehrdimensionalen Ansatz erzielt werden können.
Neben meinem eigenen Interesse an dieser Forschung gab es viele Menschen, die das Zustandekommen dieser Dissertation unterstützten und ermöglichten. Ein ganz besonderer Dank gilt meinen Interviewpartner_innen. Ohne deren Offenheit und Bereitschaft, über ihre Erfahrungen zu sprechen, wäre diese Dissertation nicht möglich gewesen. Sie gewährten mir Einblick in ihre Erlebnisse, ihre Gedanken und Sorgen im Zusammenhang mit ihrer Gruppe, mit Gruppenbildungen und Ausgrenzungen in ihren Gemeinschaften. Mein Dank gilt ebenso denjenigen, die sich zu einem Probeinterview bereit erklärten, sowie den Pfarrer_innen, die mir die Interviewkontakte vermittelten. Ebenso danke ich Pfrn. Delia Grädel, Pfrn. Sonja Gerber und Pfrn. Manuela Liechti-Genge für die Beratung bei der Erstellung des Leitfadens für die Interviews. Durch ihre Praxiserfahrung in Gemeinden – besonders auch im Zusammenhang mit Konfliktfällen – konnte ich die Interviewfragen deutlich präzisieren.
Ganz besonders danke ich meinen beiden Doktorvätern Prof. Dr. Moisés Mayordomo (Universität Bern, Theologische Fakultät, Neues Testament, ab 1. August 2014 Universität Basel, Theologische Fakultät, Neues Testament) und Prof. em. Dr. Christoph Müller (Universität Bern, Theologische Fakultät, Praktische Theologie) dafür, dass sie sich auf dieses experimentelle Forschungsprojekt einließen und mich kreativ, kritisch und ermutigend betreut und unterstützt haben, mir in vielen Gesprächen immer neue Gedankenanstöße gaben und sehr viel Freiraum für meine Forschungsideen ließen. Des Weiteren danke ich Prof. Dr. Petri Luomanen (Theologische Fakultät der Universität Helsinki), der sich sofort bereit erklärte, mich in meinem Projekt zu unterstützen und mir seine Erfahrungen mit der Anwendung der sozialen Identitätstheorie im Neuen Testament weitergab. Von Prof. Dr. Philip Esler (Portland Chair in New Testament Studies, University of Gloucestershire) erhielt ich wertvolle Hinweise für die Vertiefung meines Projekts. Dipl.-Soz. Verena Hoberg (PH Bern) danke ich für die große Unterstützung bei der Einarbeitung in die empirische Methodik und die Möglichkeit der Diskussion meiner Ergebnisse im Kreis von Soziolog_innen. Ebenso gilt mein Dank allen Studierenden der Übung „Identität und das Matthäusevangelium“ des Herbstsemesters 2010. Durch ihre Bereitschaft und das Engagement, eigene Klein-Projekte zum Thema „Soziale Identität“ zu starten, konnte die empirische Studie vorgetestet und ausgelotet werden. Ich danke Kerstin Gross, Helga Engel sowie Peter Lauber und Sophie Kauz für die aufwendige Korrekturarbeit. Mein besonderer Dank gilt meinem Mann David A. Troi für seine Unterstützung und den Ansporn, ebenso für die Ablenkung und den Ausgleich während der Erstellung dieser Arbeit.
Das Förderstipendium der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn ermöglichte mir, mich in den letzten zweieinhalb Jahren ganz auf das Schreiben der Dissertation zu konzentrieren. Nur dadurch war eine Fertigstellung innerhalb dieses Zeitrahmens möglich. Der Druck dieses Buches wurde dankenswerterweise unterstützt von der Lang-Stiftung Zürich und der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich.
In dieser Arbeit werden aus Gründen der Gendersensibilität alle Geschlechter in der Formulierung bedacht. Deshalb wurde die Schreibversion „_innen“ gewählt, die von Transgendervereinen vorgeschlagen wird.
Zürich, im Juni 2014
1 Schreiber, Attraktivität, 2007, S. 187.
Über das spannungsreiche Verhältnis der matthäischen Gemeinde und der Synagoge ist schon viel geschrieben worden. In der Forschung wird mehrheitlich angenommen, dass ein Konflikt zwischen diesen Gruppen letztlich an irgendeiner Stelle zur definitiven Trennung (parting of the ways) zwischen der christusgläubigen und der nicht-christusgläubigen Gruppe führte. Aber wie sah dieser Konflikt aus, wie schlug er sich im Text des Matthäusevangeliums (MtEv) nieder und wie können wir näher an die Emotionen und Streitpunkte gelangen, als es bisher möglich war?
Diesen Fragen versuche ich in der vorliegenden Arbeit auf den Grund zu gehen. Explorativ – so lässt sich das Unternehmen benennen. Um den Gruppenkonflikt besser erfassen zu können, habe ich den Social Identity Approach (SIA) als Rahmentheorie für beide Teilstudien gewählt. Diese Theorie bietet das Instrument, Konflikte zu beschreiben und zu analysieren, insbesondere mit Fokus auf das Zugehörigkeitsgefühl der Mitglieder einer Konfliktgruppe. Der vorgestellte SIA wird im englischsprachigen und skandinavischen Raum schon seit einigen Jahren für die Erforschung der Entstehung und Identität des frühen Christentums verwendet.2 Im deutschsprachigen Raum ist bisher keine Forschung unter Verwendung des SIA veröffentlicht worden.
Zudem habe ich den Versuch unternommen, den Text und die Entstehungssituation des MtEv durch Fragestellungen, die in einer empirischen Studie gewonnen wurden, näher zu beleuchten. Die Idee zu dieser empirischen Studie entstand während der Lektüre des MtEv und dem Nachdenken darüber, wie der Konflikt ausgesehen haben könnte, in dem sich der Schreiber des Evangeliums und seine Gemeinde befanden. Um das Thema Konflikt, die Emotionen, die sozialen und psychologischen Gruppenreaktionen besser erfassen zu können, suchte ich eine Kirchengemeinde in der Schweiz, die einen Trennungskonflikt erlebt hatte, der mit einer Spaltung endete. Die empirische Einzelfallstudie dieser Kirchengemeinde ermöglichte es mir, die Fragestellungen für die Untersuchung des Evangeliums präziser zu formulieren.
Die Forschung über das MtEv ist breit und vielfältig. Ein häufig diskutiertes Problem ist die Entstehungssituation des Evangeliums. In dieser Studie wird davon ausgegangen, dass es eine Abgrenzungsproblematik zwischen Synagogengemeinde und einer matthäischen Gemeinde gab. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass im Text etwas von der Aushandlung der sozialen Identität sichtbar wird. Gemäß dem SIA werden Gruppengrenzen gerade durch das Aushandeln der Übereinstimmungen der Gruppenmitglieder gezogen, ebenso wie durch das Definieren alles Nicht-Zugehörigen.3 Insbesondere für die intra-extra-muros Debatte verspricht der Ansatz ertragreich zu sein, da durch die Verwendung der Fragestellungen, die aus dem SIA entwickelt wurden, die Prozesse in konflikthaften Gruppensituationen beleuchtet werden können. Die Ergebnisse der empirischen Studie, in der ebenfalls ein Trennungskonflikt im Hintergrund stand, helfen für die weitere Fokussierung der konkreten Fragestellungen und der Vertiefung des Erkenntnisprozesses. Die leitenden Fragestellungen für die exegetische Untersuchung werden deshalb sowohl mithilfe des Fragewerkzeuges des SIA als auch mithilfe der Ergebnisse der empirischen Studie entwickelt. Sie werden hier noch nicht aufgeführt, sondern erst am Ende der empirischen Kapitel, damit sichtbar wird, dass sie aus den Untersuchungen heraus entstanden sind.
Der Aufbau des Buches entspricht diesem Vorgehen. In einem ersten Kapitel werden die Theorie des SIA vorgestellt und weitere methodische Vorüberlegungen ausgeführt. Danach werden zuerst die Ergebnisse der empirischen Studie diskutiert und ausgewertet. Aus der empirischen Studie heraus werden Fragestellungen entwickelt, die leitend für die darauf folgenden exegetischen Untersuchungen des Matthäusevangeliums sind.
Dieses Vorgehen soll zum einen vermeiden, dass zwei Einzelstudien, eine empirische und eine exegetische, als Analogie nebeneinandergestellt werden. Zum anderen hat sich in meinen ersten Analyseversuchen des MtEv mithilfe des SIA gezeigt, dass die Fragestellungen des SIA zu unkonkret sind. Indem die Fragestellungen durch eine aktuelle Gruppensituation, die durch einen Konflikt beeinflusst ist, konkretisiert werden, kann die Analyse mithilfe des SIA auf bestimmte Schwerpunkte fokussiert werden. Der Erkenntnisprozess wird auf diese Weise durch die Ergebnisse der empirischen Studie vertieft. Die Ergebnisse dieser aktuellen, mit demselben Theorierahmen durchgeführten Studie ermöglichen eine neue Perspektive auf die historische Situation zur Zeit der Entstehung des MtEv. Es wird dabei eine minimale Ähnlichkeit in gruppenpsychologischen Prozessen religiöser Gemeinschaften angenommen. Die Verbindung beider Studien besteht dementsprechend nicht allein im theoretischen Ansatz des SIA, sondern auch im Trennungskonflikt, der in beiden Studien zu den Erfahrungen der untersuchten Gruppen gehört und so als hermeneutische Brücke zwischen den beiden Kontexten dient.
Die Studie versucht einen neuen heuristischen Zugang. Durch das Aufeinander-Beziehen der Ergebnisse eines empirisch eruierten Kontextes soll ein Erkenntnisprozess im Hinblick auf das MtEv in Gang gesetzt werden, der ohne diesen Aspekt unbeachtet geblieben wäre. Durch dieses Vorgehen sollen weitergehende Erkenntnisperspektiven eröffnet werden. Der vorrangige Fokus liegt dabei auf neuen Erkenntnissen des historischen Kontextes der matthäischen Gemeinde bzw. der matthäischen Gemeinden. Die Wirkung des Erkenntnisprozesses ist aber zweiseitig, da die Erkenntnisse ebenso für die untersuchte aktuelle Gemeindesituation unter einer vom MtEv beeinflussten Perspektive betrachtet werden können. Die Rückwirkung der Exegese auf die empirische Untersuchung steht in dieser Studie nicht im Vordergrund und kann nur angedeutet werden.4 Probleme und Schwierigkeiten, die dieser explorative Zugang mit sich bringt, werden ebenfalls am Ende der Untersuchung ausgewertet.5
2 Siehe S. 45 und die Fußnoten 101–105.
3 Siehe I.1.2.5 Prototypen und Stereotypen, S. 42.
4 Vgl. IV.2. Zum Einfluss der exegetischen Untersuchungen auf die empirische Studie, S 478.
5 Vgl. IV. Der Ertrag der interdisziplinären Untersuchung, S. 475ff.
In einem ersten Schritt wird der Denkansatz, der dieser Untersuchung zugrunde liegt, vorgestellt: der Social Identity Approach (SIA).6 Diese Betrachtungsweise7 schaut aus einer bestimmten Perspektive auf Gruppenprozesse. Er setzt sich aus der „Social Identity Theory“ (SIT) und der „Self-Categorization Theory“ (SCT) zusammen, die oft miteinander verwechselt wurden. Die SIT fragt vorrangig nach den Auswirkungen von Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe auf das soziale Verhalten gegenüber Nichtmitgliedern dieser Gruppe.8 In der Self-Categorization Theory wird dargelegt, warum Menschen sich überhaupt sozialen Kategorien9 und damit Gruppen zuordnen und wie diese Zuordnung zu bestimmten Kategorien geschieht.10
Der SIA bildet den hermeneutischen Rahmen der vorliegenden Studie und die Grundlage für die Fragestellungen. Der theoretische Ansatz wird nicht nur offengelegt, sondern es wird auch die Möglichkeit für die kritische Auseinandersetzung mit dieser Theorie gegeben. Die kritische Reflexion des Theorieansatzes fließt dort ein, wo Defizite sichtbar werden.
Die Entscheidung für den „Social Identity Approach“ erfolgte sowohl aufgrund der breit abgesicherten Feldstudien, die die Theorie bestätigen11, als auch aufgrund der Tatsache, dass er in den skandinavischen Ländern und Großbritannien bereits Eingang in die neutestamentliche Wissenschaft gefunden hat.12Zusätzlich sprechen pragmatische Gründe für den Approach: Der SIA bietet eine Definition von Identität, die einerseits die Suchrichtung festlegt und andererseits offen genug für die Ergänzung durch weitere Konzepte und Fragestellungen ist. Da „Identität“ ein sehr schwammiges, kaum greifbares Konzept ist, häufig sehr inflationär gebraucht und kein stabiles und beschreibbares Produkt, verspricht eine basale Arbeitsdefinition besonders hilfreich zu sein. Der SIA mit den zwei theoretischen Ansätzen der SIT und der SCT sowie die Definition von Identität innerhalb dieses Denkansatzes werden im Folgenden vorgestellt.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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