König Ödipus - Sophokles - E-Book

König Ödipus E-Book

- Sophokles

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Beschreibung

In "König Ödipus", einem Meisterwerk des antiken griechischen Dramatikers Sophokles, entfaltet sich eine tragische Geschichte, in der der Protagonist Ödipus unbewusst in ein Netz aus Schicksal, Schuld und Offenbarung verwickelt wird. Der literarische Stil des Werkes, geprägt von dramatischer Ironie und eindringlicher Charakterzeichnung, reflektiert die Annahmen der griechischen Tragödie, die das Zusammenspiel von freiem Willen und Schicksal thematisiert. Setzt sich Ödipus zunächst mit dem anscheinend lösbaren Rätsel um die Seuche in Theben auseinander, entfaltet sich bald die erschreckende Wahrheit seiner eigenen Herkunft, die die Grenzen zwischen Wissen und Unwissenheit verschwimmen lässt. Sophokles, einer der bedeutendsten Dramatiker der Antike, lebte im 5. Jahrhundert v. Chr. in Athen, wo er auf einem kulturellen Hintergrund opulent verwurzelter Mythologie und gesellschaftlicher Fragestellungen aufwuchs. Sein Werk spiegelt das Streben des Menschen nach Erkenntnis wider, während er gleichzeitig die Umstände, die sein Leben bestimmen, in Frage stellt. Die verschiedenen Themen, die in "König Ödipus" angesprochen werden – Identität, Schuld und die Macht des Schicksals – sind nicht nur persönlich, sondern auch universell und zeitlos. Dieses Buch ist nicht nur ein bedeutendes elementares Werk der Weltliteratur, sondern auch eine unverzichtbare Lektüre für alle, die das Wesen menschlicher Tragedie und das Streben nach Wahrheit ergründen wollen. Sophokles' meisterhafte Erzählweise fordert den Leser dazu heraus, über die Grenzen des Wissens und die komplexen Aspekte des Schicksals nachzudenken. "König Ödipus" bleibt ein beeindruckendes Beispiel für die tiefgreifenden Fragen, die die menschliche Existenz durchziehen, und zeigt auf, wie die Suche nach Wahrheit sowohl erhellend als auch zerstörend sein kann.

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Veröffentlichungsjahr: 2023

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Sophokles

König Ödipus

Der zweite Teil der Thebanischen Trilogie
Veröffentlicht im Good Press Verlag, 2023
EAN 8596547675365

Inhaltsverzeichnis

Cover
Titelblatt
Text

Personen:

Ödipus, der König

Jokaste, die Königin

Kreon, ihr Bruder

Teiresias

Der Priester

Der Bote aus Korinth

Der Hirte

Die Mägde

Die Greise

Vor dem Palast. Links das mächtige Tor, rechts der heilige Hain, die Mitte frei zur Stadt hinab sich senkend. Das Tor geschlossen. Es ist Tag, aber schwerer Dunst, lastend über den ganzen Himmel, macht eine fahle Nacht aus dem Tag.

Dumpfes Getös heraufdringend, stark und stärker. Die Gesichter zuerst am Rande rückwärts; dann unter dem Druck der Nachdrängenden fluten sie herein wie ein Gießbach; auf einmal ist der Platz bis an die Stufen des Palastes überschwemmt mit ihnen. Ihre Augen sind auf die Tür gerichtet, ihre Lippen wiederholen wie eine Litanei: »Ödipus, hilf uns! Hilf uns, König!« Es sind ganz junge Menschen, Knaben und Jünglinge, vereinzelt unter ihnen Greise.

Eine Stimme(lauter als alle) Ödipus – König – hilf uns!

(Die schwere Tür des Palastes tut sich jäh auf. Eine Stille. – Ödipus tritt hastig heraus. Alle Arme recken sich zu ihm.)

Ödipus Ihr Kinder, was denn soll mir euer Knien vor meines Hauses Tür? was soll mir denn dies Strecken eurer Hände gegen mich, indes die Stadt bei Tag und Nacht dumpf stöhnt, und singt und jammernd schreit bei Tag und Nacht herauf zu diesem Haus. Ich will dies nicht gemeldet haben erst durch fremden Mund. Ich selber tret' hervor – ich, Ödipus. So redet, – was treibt euch hierher?

Stimmen(matt, gräßlich) Die Pest ist auf uns – von Haus zu Haus, von Leib zu Leib der schwarze gräßliche Tod – wir sterben dahin – wir sterben alle, sterben! Wie leere Höhlen starren die Häuser – der Markt ist voll mit Toten – Sie stauen den Fluß – das Feuer verbrennt sie nicht mehr – Wir wanken daher, und wo wir wanken, atmen wir den Tod – Und wir sind jung.! – Hilf uns, König!

Ödipus Der Alte rede. Was ihr wollt von mir, begehrt, erhofft, erwartet, will ich hören. Ich will euch helfen, will ja – herzlos wär ich, wenn euer Knien mich nicht jammerte vor meiner Tür.

Priester(sein Haar ist verwildert, die Priesterbinde halb gelöst) Nun denn, du großer König, einst schon Erlöser dieser Kadmos-Stadt, gewaltig Haupt du, ragend, Ödipus, hoch über allen – hilf doch unsrer Not, erfind' ein Etwas, dring' mit deinem Denken ins Dunkle, find' uns eine Abwehr, du! Sag' uns, wir sollen dahin oder dorthin, – geh', der du größer bist als wir, geh hin, wie der Hausvater hingeht, fass' die Stadt, die, in die Knie gebrochen, stöhnend daliegt, den Kopf am Boden, stoßweis atmend – fass' sie beim Horn und richte, Ödipus, o richte die Stadt doch wieder auf – Herr, deine Stadt! Mit günst'gen Sternen hast du einmal, damals, dies Glück geschaffen – nun bewähre dich zum zweitenmal!

Ödipus Ihr armen Kinder, kund ist mir, nicht unbekannt, um wessen willen ihr kämet. Und ich weiß – ich weiß die Namen all eurer Leiden – weiß sie – geh mit ihnen zu Bett und steh mit ihnen auf und trag sie im Herzen und im Hirn und hab das Ohr mit ihrem Atem voll und meine Zunge schmeckt nichts als sie. Drum habt ihr mich auch nicht aus Schlummerruh geweckt. Ich saß und wachte und weinte – weinte um die Stadt – um euch – um mich. Und dies ist nicht der erste Tag, der so mich grüßt. Doch nicht wie Weiber weinen, wein' ich, ich wein' und ringe gegen das, was ist, und sinne hin und her und schicke mein Denken hier- und dorthin. Und mein Sinn fand dieses eine Mittel und nicht heute wend' ich es an – nein, längst: zum pythischen Palast und zum geheimnisvollen Thron des Phoibos sandte ich vor vielen Tagen den Kreon, meinen Schwager, um zu forschen, wie ich die Stadt erlöse. Aber Kreon bleibt mir zu lang und länger als der Weg und als der Auftrag fordert, und mein Herz hat diese Sorge zu den frühern und die Qual des Wartens zehrt an mir. Doch kommt er, dann wär' ich schlecht und niedrig, tät' ich dann nicht alles, was der Gott mich heißen wird. Was rufen diese?

Priester Kreon rufen sie.