König ohne Herz - Marcus Petersen - Clausen - E-Book

König ohne Herz E-Book

Marcus Petersen - Clausen

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Beschreibung

Uetersen wirkt geordnet, freundlich und überschaubar. Doch hinter der Fassade aus Rosarium, Rathaus und Schulalltag entfaltet sich eine Geschichte über Macht, Kontrolle und emotionale Manipulation. Sandra ist aufmerksam, optimistisch und nicht bereit, sich klein zu machen. Jörg hingegen ist Schulsprecher, Vorzeigejunge und unangreifbar – ein Mensch mit perfekter Fassade und eiskalter Selbstkontrolle. Als Sandra beginnt, diese Fassade infrage zu stellen, verschiebt sich etwas. Nähe wird für Jörg zur Bedrohung, für Sandra zur Gratwanderung. Der Roman erzählt eindringlich von narzisstischen Strukturen, subtiler Manipulation, Gaslighting und der Frage, wie leicht Menschen sich selbst verlieren können, wenn Charisma und Macht auf emotionelle Offenheit treffen. "König ohne Herz" ist eine psychologisch dichte Dark Romance, die Nähe nicht verklärt, sondern ihre Risiken sichtbar macht – und Verantwortung übernimmt. Achtung: Der Autor verwendet zum Erstellen seiner Texte meistens künstliche Intelligenz (und muss das angeben, was er hiermit macht)! Das Cover und die Geschichte wurden mit Chatgbt generiert.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 149

Veröffentlichungsjahr: 2026

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König ohne Herz

Untertitel

Eine Dark-Romance über Macht, Nähe und die Gefahr, sich selbst zu verlieren

Vorwort

Vielleicht kennen Sie dieses Gefühl: Jemand wirkt perfekt. Zu perfekt. Ein Mensch, der immer die richtigen Worte findet, immer lächelt, immer gewinnt. Und trotzdem ist da etwas Kaltes, etwas Leeres, das Sie nicht erklären können. In dieser Geschichte geht es um genau so eine Fassade. Und um die eine Person, die sie durchschaut.

Uetersen ist dafür der richtige Ort. Nach außen wirkt alles geordnet. Wege, die man kennt. Plätze, an denen man sich begegnet. Das Rosarium, das wie ein Versprechen von Schönheit mitten in der Stadt liegt. Doch Schönheit kann auch eine Kulisse sein. Und manchmal ist es gerade dort am gefährlichsten, wo alles friedlich aussieht.

Sie begleiten Sandra, eine Optimistin mit wachem Blick und einem Herzen, das sich nicht so leicht einschüchtern lässt. Und Sie begegnen Jörg, einem Schulsprecher mit eisiger Selbstkontrolle, narzisstischem Glanz und einem Ruf, der wie eine Rüstung wirkt. Er ist beliebt, bewundert, unangreifbar. Bis Sandra in einem Moment, der zu klein wirkt, um wichtig zu sein, genau das Richtige sagt. Nicht laut. Nicht dramatisch. Einfach wahr. Und plötzlich merkt Jörg: Nähe ist nicht Trost für ihn. Nähe ist Gefahr.

Diese Geschichte erzählt von Blicken, die zu lange halten, von Händen, die zu spät loslassen, von Worten, die wie Komplimente klingen und wie Ketten wirken. Sie erzählt von Macht und Kontrolle, aber auch von dem leisen Mut, Grenzen zu setzen. Und sie erzählt von der Frage, ob Liebe jemanden retten kann, der gelernt hat, nur sich selbst zu dienen.

Trigger Warnung / Wichtiger Lesehinweis

Dieses Buch ist eine Dark-Romance-Geschichte mit starkem psychologischem und emotional belastendem Schwerpunkt. Es behandelt Themen, die verstörend, verunsichernd oder retraumatisierend wirken können. Dazu gehören unter anderem narzisstische Persönlichkeitszüge, emotionale Manipulation, Machtmissbrauch, subtile Kontrolle, psychischer Druck, Gaslighting, Abhängigkeit in Beziehungen, soziale Isolation, Schuldumkehr sowie Situationen, in denen Nähe gezielt genutzt wird, um Einfluss auf andere auszuüben. Die Geschichte zeigt außerdem, wie charismatische Fassaden, gesellschaftliche Anerkennung und scheinbare Perfektion dazu führen können, dass Warnsignale übersehen oder verdrängt werden.

Ich schreibe diese Trigger Warnung ganz bewusst und ausdrücklich. Ich möchte nicht, dass dieses Buch von kleinen Jungen oder kleinen Mädchen gelesen wird. Ebenso möchte ich nicht, dass Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen, instabiler seelischer Verfassung oder akuten inneren Krisen diese Geschichte lesen. Ich will nicht, dass jemand durch meine Bücher einen Knacks in der Seele bekommt oder durch die dargestellten Macht- und Abhängigkeitsstrukturen emotional verunsichert wird oder sich im schlimmsten Fall selbst etwas antut.

Ich übernehme mit dieser Warnung Verantwortung. Worte wirken. Geschichten wirken. Deshalb soll dieses Buch nicht von Minderjährigen oder besonders schutzbedürftigen Personen gelesen werden. So wie man keine Zigaretten an zwölfjährige Kinder verkauft, sollen auch diese Inhalte nicht unreflektiert konsumiert werden.

Dieses Buch ist keine Anleitung für Beziehungen, keine Rechtfertigung für Manipulation, Kontrolle oder emotionale Abhängigkeit. Die dargestellten Verhaltensweisen werden nicht romantisiert, sondern bewusst in ihrer Wirkung und ihren Konsequenzen gezeigt. Die Geschichte setzt sich kritisch mit Macht, Charisma und der Frage auseinander, wie leicht Menschen sich selbst verlieren können, wenn Nähe an Bedingungen geknüpft wird.

Bitte lesen Sie dieses Buch nur, wenn Sie volljährig sind, sich psychisch stabil fühlen und wissen, dass Sie mit intensiven emotionalen und psychologischen Themen umgehen können. Wenn Sie unsicher sind, ob diese Inhalte für Sie geeignet sind, lesen Sie dieses Buch bitte nicht.

Ihre seelische Gesundheit ist wichtiger als jede Geschichte.

Trigger Warnung / Wichtiger Lesehinweis

Dieses Buch ist eine Dark-Romance-Geschichte mit starkem psychologischem und emotional belastendem Schwerpunkt. Es enthält Inhalte, die verstörend, retraumatisierend oder seelisch überfordernd wirken können. Dazu gehören unter anderem psychische Erkrankungen, insbesondere das Ekbom-Syndrom, emotionale Abhängigkeit, toxische Beziehungsdynamiken, Macht- und Kontrollverhalten, Manipulation, Gaslighting, Besitzansprüche, institutionelle Kontrolle durch gesetzliche Betreuung, emotionale Grenzüberschreitungen sowie Situationen, in denen Nähe nicht schützt, sondern bindet, verunsichert oder verletzt. Die Geschichte zeigt außerdem, wie Fürsorge in Kontrolle kippen kann und wie Abhängigkeit entsteht, wenn zwei Menschen sich gegenseitig zum Halt machen, obwohl beide selbst instabil sind.

Ich schreibe diese Trigger Warnung ganz bewusst und ausdrücklich. Ich möchte nicht, dass dieses Buch von kleinen Jungen oder kleinen Mädchen gelesen wird. Ebenso möchte ich nicht, dass Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen, instabiler seelischer Verfassung oder akuten inneren Krisen diese Geschichte lesen. Ich will nicht, dass jemand durch meine Bücher einen Knacks in der Seele bekommt. Ich will nicht, dass sich jemand durch die dargestellten psychischen Belastungen, Beziehungsdynamiken oder Machtverhältnisse verunsichert fühlt oder sich im schlimmsten Fall selbst etwas antut.

Ich übernehme mit dieser Warnung Verantwortung. Worte wirken. Geschichten wirken. Dieses Buch soll nicht überfordern, nicht triggern und nicht romantisieren, was gefährlich ist. So wie man keine Zigaretten an zwölfjährige Kinder verkauft, sollen auch diese Inhalte nicht von Minderjährigen oder besonders schutzbedürftigen Personen konsumiert werden.

Dieses Buch ist keine Anleitung für Beziehungen, keine Rechtfertigung für Kontrolle, Manipulation oder emotionale Abhängigkeit. Psychische Erkrankungen werden nicht als Effekt oder Dramatisierung genutzt, sondern als Teil eines belastenden Alltags gezeigt, mit allen Einschränkungen, Konflikten und Missverständnissen. Die dargestellten Dynamiken werden bewusst kritisch und mit ihren Konsequenzen erzählt. Nähe wird nicht als Heilung dargestellt, sondern als etwas, das verletzen und binden kann.

Bitte lesen Sie dieses Buch nur, wenn Sie volljährig sind, sich psychisch stabil fühlen und wissen, dass Sie mit intensiven emotionalen, psychologischen und belastenden Themen umgehen können. Wenn Sie unsicher sind, ob diese Inhalte für Sie geeignet sind, lesen Sie dieses Buch bitte nicht.

Ihre seelische Gesundheit ist wichtiger als jede Geschichte.

Haftungsausschluss

Dieses Buch ist ein fiktionales Werk. Alle Figuren, Ereignisse, Dialoge und Handlungen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit realen Personen, lebenden oder verstorbenen, sind nicht beabsichtigt und wären zufällig. Reale Orte, Straßen und Sehenswürdigkeiten werden als Schauplätze verwendet, um der Geschichte eine glaubwürdige Atmosphäre zu geben, nicht um Aussagen über reale Menschen oder reale Vorgänge an diesen Orten zu treffen.

Dieses Buch wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz geschrieben. Die künstliche Intelligenz diente dabei als Schreib- und Ideengeber. Die Verantwortung für Auswahl, Gestaltung, Struktur, Inhalt und Endfassung liegt bei der erstellenden Person.

Die Geschichte behandelt dunkle Themen wie psychologische Manipulation, emotionale Abhängigkeit, Machtspiele und bedrohliche Situationen. Bitte lesen Sie nur weiter, wenn Sie sich damit wohlfühlen. Dieses Buch ersetzt keine Beratung, keine Therapie und keine Hilfe in Krisensituationen.

Wenn Sie möchten, beginne ich im nächsten Prompt direkt mit Kapitel 1 in Uetersen, mit einem ersten Treffen zwischen Sandra und Jörg am Rand des Rosariums gegenüber dem Rathaus in der Wassermühlenstraße, wo die Stadt so ruhig wirkt, dass man fast vergisst, wie schnell sich Ruhe in Kontrolle verwandeln kann.

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 – Das Lächeln, das nicht ankommt

Kapitel 2 – Nähe ist ein Risiko

Kapitel 3 – Die Einladung, die keine ist

Kapitel 4 – Ein Raum, der enger wird

Kapitel 5 – Der Blick, der bleibt

Kapitel 6 – Der Preis der Aufmerksamkeit

Kapitel 7 – Rosen aus Stein

Kapitel 8 – Wenn die Stadt leiser wird

Kapitel 9 – Der Moment, der alles verschiebt

Kapitel 10 – Der Mann, der nicht lächelt

Kapitel 11 – Wenn Nähe zur Waffe wird

Kapitel 12 – Die Schuld, die nicht ihre ist

Kapitel 13 – Was zwischen den Zeilen bleibt

Kapitel 14 – Die Wahrheit, die er braucht

Kapitel 15 – Die Entscheidung, die sie sich nicht verzeiht

Kapitel 16 – Die Stadt, die entscheidet

Kapitel 17 – Die Geschichte, die andere erzählen

Kapitel 18 – Der Verlust der Kontrolle

Kapitel 19 – Stimmen im Dunkeln

Kapitel 20 – Wenn Nähe nicht mehr fordert

Kapitel 21 – Langsam ist eine Entscheidung

Kapitel 22 – Wenn Applaus lockt

Kapitel 23 – Nähe ohne Netz

Kapitel 24 – Die Distanz, die weh tut

Kapitel 25 – Das Gespräch, das nicht heilt

Kapitel 26 – Der Preis der Freiheit

Kapitel 27 – Die falsche Rettung

Kapitel 28 – Was bleibt, wenn niemand hält

Kapitel 29 – Spuren im Asphalt

Kapitel 30 – Das letzte Gespräch

Kapitel 31 – Splitter

Kapitel 32 – Fluchtlinien

Kapitel 33 – Verzögerung

Kapitel 34 – Leiser Lärm

Kapitel 35 – Rückfall ohne Zeugen

Kapitel 36 – Die Antwort

Kapitel 37 – Schriftverkehr

Kapitel 38 – Bruchlinien

Kapitel 39 – Nähe auf Zeit

Kapitel 40 – Nachhall

Nachwort

Kapitel 1 – Das Lächeln, das nicht ankommt

Uetersen lag an diesem Nachmittag unter einem Himmel, der aussah, als hätte jemand graue Watte über die Stadt gezogen. Das Licht war weich, aber nicht freundlich. Es machte Kanten flach und Gesichter still. Sandra ging langsam, nicht weil sie trödelte, sondern weil sie gern hinsah. Sie war so jemand, der Dinge bemerkt, die andere übersehen. Ein Zweig, der sich im Wind bewegt, obwohl kein Wind zu spüren ist. Ein Vogel, der zu spät auffliegt. Ein Mensch, der lächelt, ohne dass die Augen mitmachen.

Sie war auf dem Weg zum Rosarium. Sie mochte diesen Ort, weil er nicht so tat, als wäre er mehr als er ist. Wege, Beete, Farben, Gerüche, die manchmal noch in der Luft hängen, auch wenn die Jahreszeit schon weitergezogen ist. Sandra atmete ein und stellte fest, dass sie trotz allem leichter wurde, sobald sie das Tor und die Wege sah. Als wäre hier ein Rest von Ruhe konserviert. Sie strich mit den Fingerspitzen über den kalten Metallbügel ihrer Tasche und lächelte, einfach so, weil sie es konnte.

Dann hörte sie Stimmen.

Nicht laut. Nicht wie Streit. Eher wie ein sauber geprobter Chor. Lachen an genau den Stellen, wo Lachen erwartet wird. Zustimmung, die geschniegelt klingt. Sandra blieb einen Moment stehen, ohne wirklich anzuhalten. Ihr Blick ging über die Wege, und da war er.

Jörg.

Er stand nicht einfach dort. Er stand so, als gehörte der Platz ihm. Als wäre er der Mittelpunkt, auch wenn er sich nicht bewegte. Neben ihm ein paar Leute aus der Schule, Gesichter, die Sandra kannte, Namen aus den Achtzigern und Neunzigern, die in Uetersen überall herumliefen wie vertraute Tapetenmuster: Dennis, Tanja, Maike, Heiko. Sie standen um ihn herum, und doch standen sie ein kleines Stück zu weit weg, als würde unsichtbar etwas scharfkantig um ihn herum liegen.

Jörg trug diese Haltung, die man nicht lernt, wenn man einfach nur selbstbewusst ist. Das war etwas anderes. Das war trainiert. Ein Blick, der prüft. Ein Lächeln, das nicht wärmt, sondern ordnet. Er sprach gerade, und während er sprach, nickten die anderen. Nicht, weil sie wirklich überzeugt waren, sondern weil ihr Körper es früher tat als ihr Kopf. Sandra kannte dieses Phänomen. Menschen merken manchmal erst später, dass sie sich schon gefügt haben.

Sie hatte Jörg schon oft gesehen. In der Schule war er überall, ohne je wirklich irgendwo zu sein. Auf dem Flur, wenn jemand unsicher war, ob er vorbei durfte. Im Klassenraum, wenn die Lehrkraft nach Ruhe fragte und seine bloße Anwesenheit die Luft straffer machte. Auf Veranstaltungen, wenn er ans Mikrofon trat, und alle plötzlich glaubten, er wäre älter, erwachsener, wichtiger als sie. Schulsprecher, Vorzeigejunge, perfektes Bild. Sogar sein Haar saß so, als hätte es einen Vertrag unterschrieben.

Sandra hatte sich nie von Bildern beeindrucken lassen. Sie mochte Menschen, keine Rollen. Und Rollen erkannte sie schnell.

Sie setzte sich in Bewegung, langsam, ohne zu zögern. Als sie näher kam, fiel ihr auf, wie Jörg seine Hände hielt. Ruhig, kontrolliert, immer sichtbar. Keine nervösen Finger. Keine Unruhe. Nur diese glatte Sicherheit, die wie eine Oberfläche war, unter der man nicht sehen durfte.

Jörg bemerkte sie sofort. Er bemerkte immer alles, was seine Ordnung berühren konnte. Sein Blick glitt zu ihr, blieb eine Spur zu lange hängen, so kurz, dass es niemandem auffiel, und so lang, dass es trotzdem etwas sagte. Sandra spürte dieses kurze Festhalten wie einen Griff am Handgelenk, ohne dass er sie berührte.

Sie blieb stehen. Nicht zu nah. Nicht zu weit. Gerade so, dass sie nicht Teil seines Kreises wurde, aber auch nicht nur vorbeiging.

„Sandra“, sagte Jörg, als wäre ihr Name ein Etikett, das er schon kannte und nur noch ordentlich ankleben musste.

„Jörg“, antwortete sie und legte den Kopf ein wenig schief. Ihr Lächeln war freundlich, aber nicht unterwürfig. Sie sagte seinen Namen nicht wie einen Titel. Sie sagte ihn wie einen Menschen.

Ein kurzer Moment entstand. Die anderen schauten von einem zum anderen. Sandra sah, wie Dennis unbewusst den Atem anhielt. Wie Tanja kurz die Lippen zusammenpresste, als hätte sie Angst, Sandra könnte etwas Falsches sagen. Maike zog die Schultern hoch, ganz minimal, als wollte sie sich kleiner machen.

Sandra fand das interessant. Nicht die Menschen an sich. Sondern die Wirkung.

Jörg lächelte. Perfekt. Weiß. Kontrolliert. Und trotzdem war es, als würde dieses Lächeln an einer unsichtbaren Scheibe abprallen. Es kam nicht bei ihr an.

„Schön, dass Sie auch hier sind“, sagte er. Er sprach höflich, fast makellos. Seine Stimme war ruhig, ein bisschen tiefer als nötig, so dass sie Autorität bekam. „Wir haben gerade über die nächste Schulveranstaltung gesprochen. Vielleicht möchten Sie sich einbringen.“

Das Wort „einbringen“ klang bei ihm nicht wie eine Einladung. Es klang wie eine Prüfung. Wie eine Stelle im Formular, die man ausfüllen muss, damit er entscheiden kann, ob man passt.

Sandra schaute an ihm vorbei auf die Rosenbeete. Dann wieder zu ihm. „Sie sprechen, als wäre das Ihre Veranstaltung.“

Ein leises Lachen ging durch die Gruppe. Schnell, unsicher. Nicht weil es lustig war, sondern weil Jörg etwas gesagt hatte, und jetzt musste die Stimmung wieder glatt werden.

Jörg blinzelte einmal. Das war alles. Ein einziger Lidschlag, der zu spät kam, als hätte sein Körper kurz nachjustieren müssen. Und Sandra sah es. Nicht viele hätten es gesehen. Aber sie sah solche Dinge.

„Es ist unsere Veranstaltung“, korrigierte er, freundlich. Zu freundlich. Seine Mundwinkel blieben oben. Seine Augen nicht.

Sandra nickte langsam, als würde sie zustimmen. Doch in ihrem Nicken lag etwas anderes: eine ruhige Weigerung, seine Worte einfach zu übernehmen.

„Dann ist es gut, wenn mehr als eine Person entscheidet, wie sie wird“, sagte sie.

Diesmal lachte niemand. Dennis räusperte sich. Tanja schaute auf ihre Schuhe. Maike sah zu den Rosen, als wären die Blüten plötzlich das Einzige, was sie retten konnte.

Jörg hielt den Blick auf Sandra, und seine Pupillen wirkten einen Moment dunkler, als hätte er die Lichtverhältnisse neu bewertet. Er machte einen Schritt, sehr klein, kaum erkennbar, aber eindeutig in ihre Richtung. Nicht aggressiv. Eher wie jemand, der unbemerkt den Raum enger macht.

„Sie sind… direkt“, sagte er.

„Ich bin ehrlich“, erwiderte Sandra.

„Ehrlichkeit ist nicht immer klug.“

„Und Klugheit ist nicht immer ehrlich.“

Das war der erste Moment, in dem Jörg seine Kontrolle wirklich spürbar festzog. Nicht, weil er ausrastete. Er tat nie etwas, das sein Image beschädigen würde. Aber Sandra sah, wie sich sein Kiefer minimal anspannte. Wie seine Zunge kurz gegen die Innenseite der Wange drückte, als würde er einen Satz zurückhalten. Wie seine Hand, die eben noch offen an seiner Seite hing, sich ganz leicht schloss, bevor sie sich wieder öffnete.

Er lächelte immer noch. Aber jetzt war es ein Lächeln, das etwas verlangte.

„Ich schätze Menschen, die wissen, wo ihr Platz ist“, sagte er leise.

Sandra spürte, wie dieser Satz in der Luft stand wie eine Drohung, die man als Kompliment verkleidet hat. Sie spürte auch, wie die anderen sofort reagierten. Dennis nickte unbewusst. Tanja machte ein Geräusch, das wie Zustimmung klang. Maike trat einen halben Schritt zurück, als hätte sie Angst, in den falschen Schatten zu geraten.

Sandra dagegen blieb stehen. Sie war nicht mutig, weil sie keine Angst kannte. Sie war mutig, weil sie sich nicht von Angst führen ließ.

„Mein Platz ist dort, wo ich atmen kann“, sagte sie. „Und dort, wo ich mich nicht klein machen muss, damit jemand anderes groß wirkt.“

Jetzt war es still.

Jörg hielt den Blick. Lange. Zu lange. Und in dieser Länge lag etwas, das Sandra überraschte. Nicht Wärme. Nicht Zuneigung. Sondern Interesse. Ein kaltes, präzises Interesse, als hätte er ein Rätsel gefunden, das nicht sofort zu lösen ist.

Er neigte den Kopf minimal, ein Spiegel ihrer Geste von vorhin, nur kontrollierter. „Sie machen es spannend“, sagte er.

„Ich mache gar nichts“, antwortete Sandra ruhig. „Sie merken nur, dass Ihre Maske nicht bei allen funktioniert.“

Das Wort „Maske“ war wie ein Schnitt. Nicht tief, aber sauber. Nicht sichtbar, aber fühlbar.

Jörg atmete aus. Wieder dieses Blinzeln, eine Spur zu langsam. Dann setzte er das perfekte Lächeln neu auf, als würde er eine Jacke glattstreichen. „Sie irren sich.“

„Das kann sein“, sagte Sandra. „Aber ich glaube es nicht.“

Sie drehte sich um und ging weiter, hinein ins Rosarium, die Wege entlang, als würde sie einfach nur spazieren. Sie spürte den Blick in ihrem Rücken. Nicht wie ein normaler Blick. Eher wie eine Hand, die prüft, wie weit man gehen darf.

Als sie außer Hörweite war, blieb Sandra kurz stehen. Nicht, weil sie wackelte. Sondern weil sie merkte, dass ihr Herz schneller schlug als eben. Sie legte die Hand an ihre Brust, spürte den Rhythmus und musste über sich selbst lächeln.

„Optimistin“, murmelte sie leise zu sich, als wäre das ein kleiner Scherz. Dann atmete sie tief ein und ging weiter.

Hinter ihr, am Rand des Weges, blieb Jörg stehen, als wäre er an den Boden genagelt. Dennis fragte etwas, Tanja sagte irgendetwas Beruhigendes, Maike lachte zu laut, um normal zu sein. Jörg hörte es nicht. Sein Blick folgte Sandra, und in diesem Blick war etwas, das man nicht in einem Image-Prospekt findet.

Etwas, das gefährlich werden kann, wenn es Nähe sucht.

Und Sandra hatte es gesehen. Ohne Drama. Ohne Inszenierung. Einfach, weil sie hinsah.

Kapitel 2 – Nähe ist ein Risiko

Sandra merkte erst, dass etwas an ihr arbeitete, als sie zu Hause die Tür hinter sich schloss und stehen blieb. Einfach so. Der Schlüssel noch in der Hand, die Jacke halb geöffnet. Ihr Atem ging flacher als sonst. Nicht panisch. Aber auch nicht ruhig.

Sie ließ die Tasche auf den Boden fallen und lehnte sich mit dem Rücken gegen die Tür. Das Holz war kühl. Normalerweise mochte sie dieses Gefühl. Es holte sie zurück. Heute nicht.

Jörg.

Sie ärgerte sich darüber, dass sein Name sich so leicht in ihre Gedanken schob. Ärgerte sich noch mehr darüber, dass sie ihn nicht sofort wieder hinausschieben konnte. Sie hatte nichts falsch gemacht. Das wusste sie. Und trotzdem lag da ein Rest von Unruhe, der sich nicht erklären ließ.